WEIMER, Thomas (Weimarerstrasse 10, Sindelfingen, 71065, DE)
| Patentansprüche 1. Anlage zum Heizen oder Kühlen mit einer Resorptionsverschaltung mit mindestens einem Absorber und mindestens einem Desorber dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Absorber oder der mindestens eine Desorber als mindestens ein kompakter Wärmeübertragungsapparat oder als mindestens ein Membrankontaktor ausgeführt ist, wobei der Wärmeübertragungsapparat aus einer Gruppe bestehend aus Plattenwärmeüberträgern und Spiralwärmeüberträgern ausgewählt ist. 2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Membrankontaktor mindestens einen zu- sätzlichen Wärmeübertragungsapparat umfasst, wobei der Wärmeübertragungsapparat entweder in den mindestens einen Membrankontaktor integriert oder extern dem Membrankontaktor zugeordnet ist . 3. Anlage zum Heizen und Kühlen nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Absorber oder Desorber Polymermaterialien enthält. 4. Anlage zum Heizen und Kühlen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein einzusetzendes Kältemittel Ammoniak umfasst. 5. Anlage zum Heizen und Kühlen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein einzusetzendes Kältemittel Wasser umfasst. 6. Anlage zum Heizen und Kühlen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein einzusetzendes Kältemittel CO2 umfasst. 7. Anlage zum Heizen und Kühlen nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein einzusetzendes Lösemittel ein ionisches Fluid umfasst . 8. Anlage zum Heizen und Kühlen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein einzusetzendes Lösemittel Wasser oder eine wässrige Lösung umfasst. 9. Anlage zum Heizen und Kühlen nach Anspruch 5 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das einzusetzendes Lösemittel eine wässrige Salzlösung umfasst. 10. Anlage zum Heizen und Kühlen nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das einzusetzendes Lösemittel eine wässrige Lithiumbromidlösung umfasst . 11. Anlage zum Heizen und Kühlen nach Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, dass ein einzusetzendes Lösemittel eine wässrige Karbonat-/Bicarbonatlösung umfasst. 12. Anlage zum Heizen und Kühlen nach Anspruch 11 dadurch gekennzeichnet, dass das einzusetzendes Lösemittel eine wässrige KaIiumcarbonat- /bicarbonatlösung umfasst. 13. Anlage zum Heizen und Kühlen nach Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, dass ein einzusetzendes Lösemittel eine wässrige Aminlösung umfasst . 14. Anlage zum Heizen und Kühlen nach Anspruch 13 dadurch gekennzeichnet, dass ein einzusetzendes Lösemittel eine wässrige Monoethanolaminlösung umfasst. 15. Anlage zum Heizen und Kühlen nach Anspruch 13, da- durch gekennzeichnet, dass das einzusetzendes Lösemittel eine wässrige Diethanolaminlösung umfasst . 16. Verfahren zum Heizen oder Kühlen mittels einer Anlage zum Heizen oder Kühlen mit einer Resorptionsverschaltung mit mindestens einem Absorber und mindestens einem Desorber dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Absorber oder der mindestens eine Desorber als mindestens ein kompakter Wärmeübertragungsapparat oder als mindestens ein Membrankontaktor ausgeführt wird, wobei der Wärmeübertragungsapparat aus einer Gruppe bestehend aus Plattenwärmeüberträgern und Spiralwärmeüberträgern ausgewählt wird. 17. Verfahren nach Anspruch 16, wobei die Anlage nach einem der Ansprüche 2 bis 15 ausgebildet ist. |
Technisches Gebiet
Es wird eine Resorptionsanlage bereitgestellt, die eine Resorptionsverschaltung aufweist, mittels derer ein in der Resorptionsanlage herrschender Systemdruck gegenüber einer klassischen Absorptionsanlage deutlich reduziert werden kann. Das Problem aller bekannten Resorptionsverschaltungen ist ein nochmals erhöhter apparativer Aufwand gegenüber klassischen Absorptionskälteanlagen, welche an sich wesentlich teurer als Kompressionsanlagen sind. Insbesondere eine doppelte Ausführung von teuren Apparaten in Resorptionsanlagen, wie Absorber und Desorber konventioneller Ausführung führt dazu, dass diese bis heute nicht kommerziell erhältlich sind. Zur Reduktion von Anlagenkosten einer Resorptionsanlage werden kompakte und kostengünstige Wärmeübertragungsapparate als Absorber und Desorber eingesetzt. Hierzu besonders geeignete Apparate sind Plattenwärmeübertrager, Spiralwärmeübertrager und Membrankontaktoren mit intern oder extern angeordnetem Wärmeübertrager. Zudem sind Resorptionsanlagen auch für einen Einsatz mit neuartigen, umweltfreundlichen Kältemitteln geeignet, wie zum Beispiel Wasser oder CO 2 .
Technischer Hintergrund
Zum Kühlen werden im Wesentlichen zwei Technologien eingesetzt : a) In einer Kompressionskälteanlage wird mechanische Energie zum Antrieb eines Kompressors benötigt.
b) In einer Absorptionsanlage wird Wärme zum Antrieb eines „thermischen Verdichters" benötigt.
Diese Technologien sind auch zum Heizen nach dem Wärmepumpenprinzip geeignet .
Kompressionskälteanlagen dominieren heute den Markt für Klimakälte und Wärmepumpen. Durch die Absorptionstechnik könnte der Bedarf an hochwertiger mechanischer Energie, die in Kompressionskälteanlagen eingesetzt wird, deutlich redu- ziert werden, da der Antrieb der Absorptionsanlagen im Wesentlichen mit Wärme erfolgt. Bislang konnte sich die Absorptionskältetechnik dennoch nicht durchsetzen, da die entsprechenden Anlagen, insbesondere die einzusetzenden Absorber und Desorber als Hauptapparate, deutlich teurer sind. Neben den im Vergleich zu Kompressionskälteanlagen zu hohen Investitionskosten ist auch das große Bauvolumen ein wesentliches Hemmnis für eine gleichwertige Verbreitung der konventionellen Absorptionskältetechnologie .
Es gibt folglich bisher keine kompakte und kostengünstige Absorptionsanlage zur Kälteerzeugung aus Abwärme oder Solarwärme in einem Leistungsbereich mit weniger als 100 kW Kälteleistung (< 100 kW) . Für Großanlagen werden Absorptionsanlagen in Form von Absorptionskälteanlagen dagegen häu- fig, insbesondere im industriellen Umfeld eingesetzt (z.B. Firma "mattes engineering" , Berlin) . Erhältliche kompakte Absorptionsanlagen im Leistungsbereich < 100 kW sind lediglich für Erdgasfeuerungen ausgelegt (z.B. Firma Robur, Italien) . Auch bei günstigen energetischen Randbedingungen für Absorptionsanlagen, wie der Möglichkeit von Abwärmenutzung oder der Einkopplung von Solar- oder Umwelt - wärme, werden trotzdem zumeist Kompressionskälteanlagen bzw. Kompressionsmaschinen eingesetzt, die zum Antrieb wertvolle mechanische Energie benötigen.
Aus der Patentschrift DE 38 08 257 Cl ist bspw. eine Kompressions -Wärmepumpe bzw. -Kältemaschine bekannt, die als Resorber und/oder Entgaser jeweils einen schräg geneigt angeordneten plattenförmigen Wärmetauscher umfasst . Bei der beschriebenen Anlage handelt es sich jedoch um eine Kompressionsanlage, der, wie voranstehend beschrieben, im Vergleich zu einer Absorptionsanlage eine grundlegend abwei- chende Technik der Kälteerzeugung zugrunde liegt. Die Anlage weist somit keine Resorptionsverschaltung auf und benötigt statt dessen einen Kompressor, der einen zusätzlichen hohen Energiebedarf verursacht . Zwar können der Resorber und/oder der Entgaser einen plattenförmigen Wärmetauscher umfassen, doch ist dieser aufgrund seiner speziellen und großvolumigen Anordnung und Ausgestaltung für eine kompakte und kostengünstige Bauweise der Anlage nicht zielführend.
Im Gegensatz hierzu sind als Plattenwärmetauscher im Sinne dieser Beschreibung vielmehr im wesentlichen ebene Wärmetauscher zu verstehen, die aus mehreren plattenförmigen Ebenen bzw. Schichten bestehen. Im Inneren der Plattenwärmetauscher werden bspw. zwei oder mehrere Fluide auf engem, begrenztem Raum derart relativ zueinander geführt, dass ei- ne kompakte Bauweise bei gleichzeitigem gegenseitigem Wärmeaustausch ermöglicht wird. Aufgrund dieser Kompaktheit kann somit eine hohe volumenspezifische Leistungsdichte des Wärmetauschers erzielt werden. Wie nachfolgend noch dargelegt wird, können als Plattenwärmetauscher handelsübliche Plattenwärmetauscher eingesetzt werden, so dass auf günstige Standardbauteile zurückgegriffen und auf diese Weise die Herstellungskosten der Anlage gering gehalten werden kann. In der europäischen Patentschrift EP 0 061 888 A2 wird ein kombiniertes Adsorptions- und Resorptionsverfahren unter Verwendung einer Resorptionswärmepumpe mit einem Generator, Resorber, Evaporator und einem Absorber beschrieben. Darüber hinaus erfordert die dem Verfahren zugrunde liegende Anlage u.a. den Einsatz eines Adsorbers, der einen Wärmetauscher mit einer Heizspirale aufweist. Derartige Heizspiralen zeichnen sich im wesentlichen dadurch aus, dass ein erstes Fluid durch die Heißspirale strömt oder die Heizspirale anderweitig erhitzt wird und ein zweites Fluid relativ zu der Spirale in einem großen, die Heizspirale umgebenden Behältnis ruht.
Im Gegensatz dazu wird unter einem Spiralwärmetauscher gemäß dieser Beschreibung ein Wärmetauscher verstanden, der analog zu der vorhergehenden Beschreibung des Plattenwärmetauschers eine Führung von mehreren Fluiden auf engem Raum zum gegenseitigen Wärmeaustausch vorsieht. Der Spiralwärme- tauscher zeichnet sich ebenfalls durch hohe volumenspezifische Leistungsdichte und einen hohen Grad an Kompaktheit aus. Vereinfacht dargestellt, kann der Spiralwärmetauscher dem wesentlichen Aufbau des Plattenwärmetauschers mit dem Unterschied entsprechen, dass die Ebenen des Plattenwärme- tauschers als gekrümmte Schichten ausgestaltet sind. Der Spiralwärmetauscher kann somit, zumindest bildlich gesprochen, einer um eine Längsachse gewickelten Variante des Plattenwärmetauschers entsprechen .
Aktuell werden in Deutschland einige Projekte zur Entwicklung von Absorptionsanlagen kleiner Leistung zur solaren Kühlung durchgeführt. Hier sind insbesondere die TU Berlin, das ILK Dresden, die FH Stuttgart sowie die Universität Stuttgart zu nennen. Erste entwickelte Anlagen für kleine Leistung sind auch schon kommerziell erhältlich (Firma EAW Anlagenbau (www.eaw-energieanlagenbau.de) und Firma Phönix Sonnenwärme) . Diese wiegen jedoch einige 100 kg und kosten deutlich über 500 Euro/kW Kälteleistung. In den Anlagen werden teure und großvolumige Rohrbündelapparate als Absorber und Desorber eingesetzt. In diesen Systemen wird zudem Wasser als Kältemittel verwendet, wodurch der Einsatz die- ser Anlagen als Wärmepumpe auf Temperaturen über 0 0 C limitiert ist.
In dem von der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) geförderten Projekt Nr. 20967 „Membranapparate zur umweltfreund- liehen solaren Klimatisierung" wurde der Einsatz von Membranmodulen untersucht . Mit Membranen lassen sich sehr kompakte Bauformen von Absorbern und Desorbern realisieren, da hier sehr große Phasengrenzflächen bereitgestellt werden und auf Grund der Zwangsführung der Phasen ein sehr guter Wärme- und Stofftransport realisiert werden kann. Auf Grund der Projektergebnisse konnte gezeigt werden, dass eine Miniaturisierung von konventionellen Absorptionskälteanlagen mittels Membranen möglich ist und eine wirtschaftliche Anwendung, insbesondere in Gebäuden, erwartet werden kann (Mattes, H.; Hasse, H.; Schaal , F.; Weimer, T.: Membranapparate für umweltfreundliche Absorptionskälteanlagen und -Wärmepumpen. Abschlussbericht über das DBU-Forschungsvorhaben 20967, 2006.) .
Allerdings ist der Einsatz von Absorptionsanlagen als Wärmepumpe auch beim zukünftigen Einsatz von Membranapparaten als Absorber und Desorber dadurch limitiert, dass die konventionellen Kältemittel für Absorptionsanlagen in diesem Einsatz gravierende Nachteile haben. Vor allem die klassi- sehe Verwendung von Ammoniak als Kältemittel führt zu hohen Systemdrücken, wodurch der Einsatz von polymerbasierten Membranapparaten erschwert wird. Ein weiterer Nachteil ist die notwendige Reinigung des im Desorber ausgetriebenen Dampfes, die insbesondere bei Kleinanlagen nicht kostengünstig realisiert werden kann. Resorption
Diese beiden Probleme können mit einer sogenannten Resorptionsverschaltung gelöst werden. Mit einer Resorptionsverschaltung, die als Verschaltungsvariante konventioneller Absorptionsanlagen verstanden werden kann, wird der Systemdruck gegenüber den konventionellen Absorptionsanlagen deutlich reduziert. Die technischen Vorteile der Resorptionsverschaltung gegenüber der konventionellen Absorptionstechnologie sind aus der Beispielrechnung für das System Ammoniak (NH 3 ) /Wasser in der folgenden Tabelle ersichtlich.
Tabelle: Thermodynamischer Vergleich zwischen Resorption und konventioneller Absorption
Man erkennt den deutlich reduzierten maximalen Druck P ma χ für eine Resorptionsverschaltung. Ebenso ist eine Reduzie- rung der benötigten Antriebstemperatur T max erkennbar, was insbesondere bei der Verwendung von Abwärme oder Solarenergie ein zusätzlicher Vorteil ist. Als weiterer Vorteil der Resorptionsverschaltung gegenüber konventionellen Absorpti- onsanlagen befindet sich das NH 3 vorwiegend in gelöster Form in der Anlage, nur eine sehr kleine Menge liegt als (fast) reines Gas vor. Vor allem für Anwendungen im kleinen Leistungsbereich (< 100 kW Kälteleistung) ist zudem der Wegfall der Gasreinigung bei Verwendung flüchtiger Lösemit- tel ein weiterer gravierender Vorteil .
Figur 1 zeigt einen beispielhaften Resorptionskreislauf. In einem Resorptionskreislauf wird aus einem flüssigen Gemisch A Kältemittel in einem Desorber (1) bei tiefer Temperatur und geringem Druck verdampft. Der Kältemitteldampf (2) wird in einem Absorber (3) bei gleichem Druck und einer Temperatur im Bereich der Umgebungstemperatur aufgenommen. Damit dies funktioniert, muss ein flüssiges Gemisch B im Absorber (3) eine geringere Konzentration an Kältemittel besitzen. Zur Rückführung des Kältemittels zum Gemisch A wird das Gemisch B vom Absorber über einen Wärmeübertrager (4) einem heißen Desorber (5) zugeführt, in dem das Kältemittel bei hoher Temperatur und hohem Druck ausgetrieben wird. Die Temperatur muss so gewählt werden, dass das Gemisch A den Kältemitteldampf bei Umgebungstemperatur aufnehmen kann, nachdem es aus dem kalten Desorber (1) über einen weiteren Lösemittelwärmeübertrager (6) in einen zweiten Absorber (7) gepumpt wurde. Ein Resorptionskreislauf ist in Figur 1 dargestellt und beispielsweise auch in DE 3018739 Al für Ammo- niak-Wasser Mischungen beschrieben. Hier ist auch eine in Figur 1 nicht eingezeichnete Flüssigkeitsrückführung zwischen den beiden Flüssigkeitskreisläufen zum Ausgleich unterschiedlicher Dampfkonzentrationen aufgeführt. Ein weite- rer Resorptionskreislauf ist beispielsweise in DE 10 2004 056 484 Al beschrieben. Hier ist als Kernkotnponente ein als komplexer Rohrbündelapparat ausgebildeter Resorber geschützt .
Das Problem aller bekannten Resorptionskreisläufe bzw. verschaltungen ist somit ein nochmals erhöhter apparativer Aufwand gegenüber klassischen Absorptionsanlagen bzw. Absorptionskälteanlagen, welche an sich wesentlich teurer als Kompressionsanlagen sind. Insbesondere die doppelte Ausführung der teuren Apparate Absorber (3, 7) und Desorber (1, 5) in Resorptionsanlagen führt dazu, dass diese bis heute nicht kommerziell erhältlich sind.
Zusammenfassung der Erfindung
Eine Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung einer auf dem Resorptionsprinzip basierenden Anlage zum Heizen und Kühlen mit einer Resoprtionsverschaltung mit mindestens einem Absorber und mindestens einem Desorber, die zu einer deutlichen Reduzierung der Investitionskosten, des Bauvolumens und des Gewichts für wärmegetriebene Absorptionsanlagen führt. Zudem soll die Anlage auch für einen Einsatz mit neuartigen, umweltfreundlichen Kältemitteln geeignet sein.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Anlage zum Heizen oder Kühlen mit einer Resorptionsverschaltung, mit mindestens einem Absorber und mindestens einem Desorber bereitge- stellt. Dabei ist der mindestens eine Absorber oder der mindestens eine Desorber als mindestens ein kompakter Wärmeübertragungsapparat oder als mindestens ein Membrankontaktor ausgeführt, wobei der Wärmeübertragungsap- parat aus einer Gruppe bestehend aus Plattenwärmeüberträ- gern und Spiralwärmeüberträgern ausgewählt ist .
Es werden somit kompakte und kostengünstige Wärmeübertra- gungsapparate als Absorber und Desorber in einer Resorptionsanlage bzw. einer Anlage mit Resorptionsverschaltung eingesetzt .
Entsprechend einer Ausführungsform umfasst der mindestens eine Membrankontaktor mindestens einen zusätzlichen Wärme- Übertragungsapparat, wobei der Wärmeübertragungsapparat entweder in den mindestens einen Membrankontaktor integriert oder extern dem Membrankontaktor zugeordnet ist .
Besonders geeignete Apparate zur Lösung der Aufgabe sind demnach Plattenwärmeübertrager, Spiralwärmeübertrager und Membrankontaktoren mit intern oder extern angeordnetem Wärmeübertragungsapparat .
Zur weiteren Kostenreduktion können der mindestens eine Absorber oder Desorber Polymermaterialien enthalten, wobei insbesondere die Spiralwärmeübertrager und Membrankontaktoren aus Polymermaterialien gefertigt sein können, wie sie beispielsweise in DE 10 2006 036 965 Al be- schrieben sind.
Plattenwärmeübertrager werden von einer Vielzahl von Firmen zu günstigen Kosten angeboten. Diese können prinzipiell auch als Absorber bzw. Desorber eingesetzt werden. Dabei sind dann geeignete Vorrichtungen zur Mischung bzw. Trennung von Gas und Flüssigkeit vor bzw. hinter dem jeweiligen Apparat notwendig, z. B. Düsen oder Ejektoren für die Mischung und nachgeschaltete Abscheider für die Trennung. Selbstverständlich ist auch der Einsatz anderer kostengünstiger und kompakter Wärmeübertrager zum Ersatz der konventionellen Rohrbündelapparate möglich. Auch können verschie- denartige Apparate in einer Anlage eingesetzt werden, wie beispielsweise ein Plattenapparat für den heißen Desorber und Lösemittelwärmeübertrager, ein Polymer-Spiralwärmeübertrager für den kalten Lösemittelwärmeübertrager und Membrankontaktoren für den kalten Desorber und die Absor- ber.
Entsprechend einer Ausführungsform umfasst ein einzusetzendes Kältemittel Ammoniak (NH 3 ) . Außerdem kann ein einzusetzendes Lösemittel Wasser oder eine wässrige Lösung umfas- sen. Mit dem Einsatz von NH 3 als Kältemittel und Wasser als Lösemittel in der Anlage wird ein weites Anwendungsspektrum hinsichtlich der Temperaturen abgedeckt. Zur Reduzierung der Systemdrücke und des Wassergehalts im Gas kann dem Wasser zusätzlich beispielsweise ein Salz zugegeben werden, so dass das einzusetzende Lösemittel beispielsweise eine wässrige Salzlösung umfasst. Als alternatives Lösemittel zu Wasser kann auch ein ionisches Fluid eingesetzt werden, so dass das einzusetzende Lösemittel beispielsweise ein ionisches Fluid umfasst.
Eine weitere Verbesserung wird durch den Einsatz neuartiger Kältemittel/Lösemittel- Paarungen erreicht, wodurch die Sicherheitstechnik der Anlage gegenüber NH 3 /Wasser Anlagen reduziert werden kann. Prinzipiell sind alle binären Gemi- sehe einsetzbar, die bei den jeweiligen Temperaturen in den entsprechenden Apparaten flüssige Gemische bilden können und deren Komponenten bei diesen jeweiligen Temperaturen unterschiedliche Gleichgewichtsdrücke besitzen. Besonders vorteilhaft ist der Einsatz von ungiftigen Stoffpaarungen, welche bei den jeweiligen Temperaturen in der Anlage mode- rate Drücke bilden, wobei vorzugsweise der Maximaldruck kleiner als 10 bar sein sollte.
Geeignete neue Stoffpaarungen für Resorptionsanlagen sind CO 2 als einzusetzendes Kältemittel in Kombination mit Karbonat- /Hydrogenkarbonatlösungen bzw. wässrigen Karbonat- /Bicarbonatlösungen oder mit Aminlösungen oder mit ioni- sehen Fluiden als Lösemittel. Besonders geeignete Karbonatlösungen sind Kaliumkarbonatlösungen, besonders geeignete Aminlösungen sind Monoethanolamin- und Diethanolaminlösungen. Dann erhält man eine kostengünstige Niederdruckanlage mit einem umweltfreundlichen, ungiftigen und nicht brennbaren Kältemittel .
Entsprechend einer weiteren Ausführungsform kann das Lösemittel als Aminlösung eine wässrige Monoethanolaminlösung oder eine wässrige Diethanolaminlösung umfassen.
Eine weitere Alternative ist der Einsatz von Wasser als Kältemittel in Kombination mit Salzlösungen, beispielsweise Lithiumbromidlösung, oder mit ionischen Fluiden.
Die Resorptionsanlage eignet sich aufgrund der reduzierten benötigten Temperaturen zur Beheizung des heißen Desorbers gegenüber konventionellen Absorptionsanlagen sehr gut zur Kopplung mit allen Arten von brennerbasierten Heizungen und/oder solaren Wärmeerzeugern. Zudem ist auch eine Nut- zung von Abwärme mit Resorptionsanlagen sowohl zum Kühlen als auch mit Blockheizkraftwerken, Motoren und Brennstoffzellen möglich. Des weiteren wird ein Verfahren zum Heizen oder Kühlen mittels einer Anlage zum Heizen oder Kühlen mit einer Resorptionsverschaltung bereitgestellt mit mindestens einem Absorber und mindestens einem Desorber, wobei der mindes- tens eine Absorber oder der mindestens eine Desorber als mindestens ein kompakter Wärmeübertragungsapparat oder als mindestens ein Membrankontaktor ausgeführt ist und der Wärmeübertragungsapparat aus einer Gruppe bestehend aus Plat- tenwärmeüberträgern und Spiralwärmeüberträgern ausgewählt ist.
Hierbei kann die dem Verfahren zugrundeliegende Anlage gemäß der Beschreibung ausgebildet sein.
Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und den beiliegenden Zeichnungen.
Es versteht sich, dass die voranstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung schematisch dargestellt und wird im folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung ausführlich beschrieben.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
Figur 1 zeigt einen beispielhaften Resorptionskreislauf. Figur 2 zeigt eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Resorptionsanlage. Detaillierte Beschreibung
Anwendungsbeispiel
Figur 1 zeigt einen beispielhaften Resorptionskreislauf. Wie bereits voranstehend im Abschnitt „Resorption" beschrieben, wird in dem Resorptionskreislauf aus einem flüssigen Gemisch A Kältemittel in einem Desorber (1) bei tiefer Temperatur und geringem Druck verdampft. Der Kältemit- teldampf (2) wird in einem Absorber (3) bei gleichem Druck und einer Temperatur im Bereich der Umgebungstemperatur aufgenommen. Damit dies funktioniert, muss ein flüssiges Gemisch B im Absorber (3), bei gleichem Lösemittel wie in Gemisch A, eine geringere Konzentration an Kältemittel be- sitzen. Zur Rückführung des Kältemittels zum Gemisch A wird das Gemisch B vom Absorber über einen Wärmeübertrager (4) einem heißen Desorber (5) zugeführt, in dem das Kältemittel bei hoher Temperatur und hohem Druck ausgetrieben wird. Die Temperatur muss so gewählt werden, dass das Gemisch A den Kältemitteldampf bei Umgebungstemperatur aufnehmen kann, nachdem es aus dem kalten Desorber (1) über einen weiteren Lösemittelwärmeübertrager (6) in einen zweiten Absorber (7) gepumpt wurde. Ein Resorptionskreislauf ist in Figur 1 dargestellt und beispielsweise auch in DE 3018739 Al für Ammo- niak-Wasser Mischungen beschrieben. Hier ist auch eine in Figur 1 nicht eingezeichnete Flüssigkeitsrückführung zwischen den beiden Flüssigkeitskreisläufen zum Ausgleich unterschiedlicher Dampfkonzentrationen aufgeführt.
In Figur 2 ist der Einsatz einer Resorptionsanlage zum Heizen und Kühlen in einem Haus dargestellt. Es wird ein modernes Gebäude mit einem maximalen Wärmebedarf von 12 kW (ca. 170 m 2 Wohnfläche a 70 Watt/m 2 ) bei 2000 jährlichen Volllaststunden Heizbedarf diskutiert. Mit einer konventionellen und effizienten Heizung (Wirkungsgrad 100 %) resultiert ein Brennstoffbedarf von ca. 24000 kWh/a.
Im Winter wird die Resorptionsanlage auf der heißen Seite durch die Brennerheizung (8) mit 90 0 C Vorlauftemperatur und 76oC Rücklauftemperatur beheizt. Bei einer konventionellen Absorptionskälteanlage ohne Resorptionsverschaltung müsste die Vorlauftemperatur dagegen 95°C und der Rücklauf 86°C betragen, siehe Tabelle oben. Im kalten Desorber (1) wird Umweltwärme oder Solarwärme (10) bei einer Temperatur von 12°C aufgenommen. Die Abwärme der Absorber (9) wird zur Gebäudeheizung mit Heizungsvorlauftemperaturen von 40 0 C verwendet. Der Wirkungsgrad der Resorptionsanlage zur Behei- zung liegt dann über 150% des Brennstoffheizwerts, bei maximaler Leistung beträgt dann der Leistungsbedarf an Brennstoff ca. 8 kW. Somit resultiert bei 2000 Volllaststunden ein Brennstoffbedarf von 16000 kWh/Jahr, die Brennstoffein- sparung beträgt 8000 kWh jährlich oder 33 % im Vergleich zur konventionellen Beheizung. Ein Solarkollektor benötigt hierzu im Winter eine maximale thermische Leistung von 4 kW. Die benötigte Kollektorfläche kann mit 15 m 2 abgeschätzt werden (400 W/m 2 Solarstrahlung im Winter mit 70% Wirkungsgrad) .
Zusätzlich kann im Sommer ein Klimakältebedarf (11) von ca. 4500 kWh (4,5 kW mit 1000 Volllaststunden/Jahr) umweltneutral gedeckt werden. Die Klimakälte (11) wird im kalten Desorber (1) mit Vorlauftemperaturen von 5oC erzeugt. Der Solarkollektor benötigt hierzu im Hochsommer eine maximale Wärmeleistung von ca. 8 kW bei Temperaturen von 90 0 C, um den heißen Desorber anzutreiben. Bei 70% Wirkungsgrad und 15 m 2 Fläche ist eine Solarstrahlung von 760 W/m 2 Kollek- torfläche für diese maximale Kühlleistung notwendig. Die Abwärme der Absorber (12) wird an die Umgebung abgegeben, zum Beispiel über einen Kühltürm. Die Einsparung an elektrischer Energie im Sommer wird mit 1500 kWh abgeschätzt, das entspricht der Substitution einer konventionellen Kompressionsklimaanlage mit einer Leistungsziffer von ca. 3.
Um den wirtschaftlich sinnvollen Einsatz einer Resorptionsanlage abzuschätzen, wird angenommen, dass Investitionen für Solarkollektor und Kühlturm eine Kompressionsklimaanlage ersetzen. Somit muss sich die Resorptionsanlage über die Heizkosteneinsparung amortisieren. Bei einem Preis von 0,06 €/kWh Brennstoff ergibt sich eine jährliche Kostenersparnis von ca. 500 €. Mit einer Annuität der Investi- tion von 0,14 ergibt sich die zulässige Investition für die Resorptionsanlage zu 3500 € oder ca. 800 €/kW Kälteleistung. Diese spezifischen Preise werden von auf dem Markt erhältlichen Kleinanlagen zur solaren Kühlung auf Absorptionsbasis nicht erreicht . Zudem können diese nur bedingt im Wärmepumpenbetrieb eingesetzt werden. Aus dieser Beschreibung ist daher die Notwendigkeit der Entwicklung von kostengünstigen Kleinanlagen auf Resorptionsbasis zum Heizen und Kühlen klar ersichtlich.
