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Title:
COMPONENT COMPRISING A DERIVED TIMBER PRODUCT, MOUNTING STUCK THERETO, AND METHOD FOR PRODUCING SAID COMPONENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2006/097518
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a method for fixing a mounting (12) to a derived timber product (4). According to said method: the contact area of the mounting is at least partially provided with an adhesive; the contact area of the mounting is then brought into contact with the derived timber product; the adhesive is inductively heated and activated by means of magnetic induction, and; an adhesive connection is created by the hardening adhesive, between the mounting and the derived timber product. The invention also relates to a component produced according to said method.

Inventors:
Riepertinger, Manfred (Hirnsberger Strasse 19, Bad Endorf, 83093, DE)
Application Number:
PCT/EP2006/060812
Publication Date:
September 21, 2006
Filing Date:
March 16, 2006
Export Citation:
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Assignee:
FRITZ EGGER GMBH & CO. (Tiroler Strasse 16, Unterradlberg, A-3105, AT)
Riepertinger, Manfred (Hirnsberger Strasse 19, Bad Endorf, 83093, DE)
International Classes:
B27M3/18; B27G11/00
Attorney, Agent or Firm:
COHAUSZ & FLORACK (Bleichstrasse 14, Düsseldorf, 40211, DE)
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Claims:
P A T E N T A N S P R Ü C H E
1. Verfahren zum Befestigen eines Beschlagelementes an einem Holzwerkstoffelement, bei dem die Fügefläche des Beschlagelements zumindest teilweise mit einem Klebstoff versehen wird, bei dem die Fügefläche des Beschlagelements mit dem Holzwerkstoffelement in Kontakt gebracht wird, bei dem vor oder nach dem Inkontaktbringen mittels magnetischer Induktion Wärmeenergie im Beschlagelement oder im Klebstoff erzeugt wird, bei dem der Klebstoff durch die Wärmeenergie erwärmt und aktiviert wird und bei dem durch den aushärtenden Klebstoff eine Klebeverbindung zwischen dem Beschlagelement und dem Holzwerkstoffelement erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Beschlagelement aus einem elektrisch leitfähigen Material besteht und durch die magnetische Induktion erwärmt wird und bei dem die im Beschlagelement entstehende Wärme auf den Klebstoff übertragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Klebstoff elektrisch leitfähig ist und durch magnetische Induktion erwärmt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Klebstoff elektrisch leitfähige Partikel enthält, die durch magnetische Induktion erwärmt werden .
5. Verfahren nach Anspruch 1 , bei dem der Klebstoff aus einem Reaktionsklebstoff besteht und vor dem Anbringen des Beschlagelements am Holzwerkstoffelement zumindest teilweise vorvernetzt wird und bei dem der Klebstoff nach der Erwärmung endausgehärtet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Klebstoff aus einem thermoplastischen Klebstoff besteht und vor dem Anbringen des Beschlagelements am Holzwerkstoffelement zumindest teilweise verfestigt wird und bei dem der Klebstoff mittels der Erwärmung zumindest teilweise verflüssigt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6 , bei dem die Oberfläche des Holzwerkstoffelements mindestens im zu verklebenden Bereich durch Aufrauhen, Anschleifen, Glätten und/oder ein anderes Verfahren vorbehandelt wird und/oder ein Primer oder sonstiges Produkt zur Vorbehandlung der Oberfläche aufgetragen wird.
8. Bauteil , mit mindestens einem Holzwerkstoffelement (4} , mit mindestens einem mit dem Holzwerkstoffelement (4) verbundenen Beschlagelement (12) und mit einer KlebstoffSchicht (16), wobei die KlebstoffSchicht (16) zwischen dem Holzwerkstoffelement (4) und dem Beschlagelement (12) vorgesehen ist und wobei der Klebstoff (16) das Beschlagelement (12) mit dem Holzwerkstoffelement (4) verbindet, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschlagelement (12) oder die Klebstoffschicht (16) zumindest teilweise elektrisch leitfähig ist.
9. Bauteil nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschlagelement (12) zumindest teilweise aus einem elektrisch leitfähigen Material besteht.
10. Bauteil nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die KlebstoffSchicht (16) zumindest teilweise aus einem elektrisch leitfähigen Material besteht.
11. Bauteil nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebstoff elektrisch leitfähig ist.
12. Bauteil nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die KlebstoffSchicht (16) eine Mehrzahl von elektrisch leitfähigen Partikeln aufweist.
13. Bauteil nach einem der Ansprüche 8 bis 12 , dadurch gekennzeichnet, dass der Klebstoff aus einem Reaktionsklebεtoff oder aus einem thermoplastischen Klebstoff besteht.
14. Bauteil nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Holzwerkstoffelement (4) als Leichtbauplatte ausgebildet ist und dass mindestens eine äußere Abdeckplatte (8, 10) vorgesehen ist.
15. Bauteil nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils eine Abdeckplatte (8, 10) eine Ausnehmung aufweist und dass das Beschlagelement {12} teilweise in der Ausnehmung angeordnet und dort verklebt ist.
16. Bauteil nach einem der Ansprüche 8 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Holzwerkstoffelement (4) mit einer Beschichtung versehen ist.
17. Bauteil nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung im zu verklebenden. Bereich durch Aufrauhen, Anschleifen, Glätten und/oder ein anderes Verfahren vorbehandelt ist und/oder ein Primer oder sonstiges Produkt zur Vorbehandlung der Beschichtung aufgetragen ist.
18. Bauteil nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung teilweise im zu verklebenden Bereich abgetragen ist.
19. Bauteil nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschlagelement (12) mit der Beschichtung verklebt ist.
20. Bauteil nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung vollständig im zu verklebenden Bereich abgetragen ist.
Description:
Bauteil mit einem Holzwerkstoffelement und einem damit verklebten Beschlagelement sowie

Verfahren zur Herstellung des Bauteils

Die Erfindung betrifft ein Bauteil bestehend aus einem Holzwerkstoffelement und einem damit verklebten Beschlagelement. Ebenso betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Verkleben eines Beschlagelementes mit einem Holzwerkstoffelement .

Im Rahmen der Beschreibung der Erfindung wird der Begriff Holzwerkstoffelement so verstanden, dass das Element aus natürlichem Holz bzw. aus Einzelelementen aus natürlichem Holz oder aus einem aus Holz hergestellten Material besteht. Elemente, die aus Holz bestehenden Einzelelementen hergestellt sind, können bspw. Tischlerplatten sein. Materialien, die aus Holz hergestellt werden, können mitteldichte Faserplatten (MDF) , hochdichte Faserplatten (HDF) , Hartfaserplatten, Spanplatten oder auch Oriented Strand Board (OSB) Platten sein.

Aus dem Stand der Technik ist es bekannt Holzwerkstoffelemente aufweisende Bauteile mit aus Metallen bestehenden Beschlägen wie Griffen oder Scharnieren zu versehen. Dieses ist insbesondere bei Möbelteilen oder auch bei Türen bekannt. Dazu werden in aller Regel mechanische Befestigungsmittel verwendet, insbesondere werden die Beschläge mittels Schrauben an der Oberfläche des Holzwerkstoffelements befestigt.

Es gibt jedoch Bauteile, die nicht aus einer massiven Schicht aus Holzwerkstoff bestehen, sondern nur eine Holzwerkεtoffschicht mit geringer Dicke aufweisen, die ein Verschrauben erschweren oder unmöglich machen. In diesen Fällen müssen die Beschlagelemente in anderer Weise befestigt, insbesondere mit dem Bauteil verklebt werden .

Ein Verkleben stellt jedoch einen aufwändigen Verfahrensschritt dar, insbesondere das Auftragen und Aushärten des Klebstoffes sowie das Positionieren des Beschlagelementes relativ zum Holzwerkstoffelement stellen aufwändige Verfahrensεchritte dar. Insbesondere die Anwendung von durch Wärmeenergie aktivierbaren Klebstoffen ist wegen der für die Verarbeitung erforderlichen Wärmeenergie problematisch, da sich jeder Holzwerkstoff bei zu großer Erwärmung farblich verändert, verkohlt oder anderweitig umgesetzt wird.

Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, ein Verfahren und ein Bauteil der eingangs genannten Art zu verbessern, so dass das Verkleben mit einem thermisch zu aktivierenden Klebstoff vereinfacht und gleichzeitig die Qualität der Klebeverbindung verbessert werden kann.

Das zuvor aufgezeigte technische Problem wird durch ein Verfahren zum. Verkleben eines Beschlagelementes mit einem Holzwerkstoffelement nach Anspruch 1 gelöst, bei dem die Fügefläche des Beschlagelements zumindest teilweise mit einem Klebstoff versehen wird, bei dem die Fügefläche des Beschlagelements mit dem Holzwerkstoffelement in Kontakt gebracht wird, bei dem vor oder nach dem Inkontaktbringen mittels magnetischer Induktion Wärmeenergie im

Beschlagelement oder im Klebstoff erzeugt wird, bei dem der Klebstoff durch die Wärmeenergie erwärmt und aktiviert wird und bei dem durch den aushärtenden Klebstoff eine Klebeverbindung zwischen dem Beεchlagelement und dem Holzwerkstoffelement erzeugt wird.

Das Verfahren ist insbesondere dadurch vorteilhaft, dass das Beschlagelement in einem ersten Schritt, ggf. auch zeitlich weit vor dem Verkleben mit dem

Holzwerkstoffelement, mit dem Klebstoff versehen wird. Im abgekühlten Zustand weist der Klebstoff ohne zusätzliches Erwärmen keine oder nur eine geringe Klebewirkung auf. Erst dann, wenn die Fügefläche mit dem Klebstoff mit der Oberfläche des Holzwerkεtoffelements in Kontakt gebracht wird oder worden ist, soll der Klebstoff die Klebekraft entwickeln.

Daher ergibt sich der Vorteil des Verfahrens insbesondere im industriellen Einsatz, da die Beschlagelemente werkseitig mit dem Klebstoff versehen werden können, um dann bei der Verarbeitung mit dem Holzwerkstoffelement nur noch lokal erwärmt werden zu müssen. Dabei ist es besonders vorteilhaft, dass nur das Beschlagelement oder nur der Klebstoff selber durch die Induktion erwärmt wird und nur in geringem Maße eine Erwärmung des Holzwerkstoffelements erfolgt.

Dazu wird entweder vor oder nach dem Inkontaktbringen das Beschlagelement oder der Klebstoff mit einer magnetischen Induktionsquelle erhitzt. Der Vorteil der magnetischen Induktion besteht darin, dass sich nur der elektrisch leitfähige Anteil des Beschlagelements oder des Klebstoffes selbst erwärmt, ohne dass eine Wärmestrahlung

erzeugt werden muss . Daher wird, im ersten Schritt durch die magnetische Induktion nur das Beschlagelement oder der Klebstoff und nicht das Holzwerkstoffelement erwärmt. Der Klebstoff wird dadurch aktiviert und entfaltet seine Klebekraft.

Über den Kontakt mit dem Klebstoff und zu einem geringen Teil auch durch Wärmestrahlung ausgehend vom Beschlagelement oder ausgehend vom Klebstoff wird auch Wärme auf den Holzwerkstoff übertragen, jedoch werden dabei keine Temperaturgrenzen überschritten, so dass es zu einem Verfärben, Verbrennen oder Verkohlen des Holzwerkstoffes kommen kann. Das Abkühlen des Klebstoffes erfolgt nach dem kurzzeitigen Erhitzen wiederum so schnell, dass sich die gesamte auf den Holzwerkstoff übertragene Wärme nicht nachteilig auf das Holzwerkstoffelement auswirkt.

Die Induktionserwärmung eines elektrisch leitfähigen Körpers durch magnetische Induktion kann durch eine Vorrichtung durchgeführt werden, die mit Hilfe einer Spule, die mit Wechselstrom beaufschlagt wird, ein wechselndes Magnetfeld erzeugt, das in einem elektrisch leitendem Element einen Wechselstrom induziert. Dieser im Element induzierte Strom verursacht wegen des elektrischen Widerstandes eine Erwärmung des Elements an den Stellen des Stromflusses. Die so erzeugte Wärme entsteht sofort und unmittelbar im Element selbst, bzw. in dessen Inneren, muss also nicht durch Wärmeleitung dorthin geleitet werden.

Nichtleitende Materialien, also insbesondere Holzwerkstoffe der oben genannten Art, werden nicht durch die Induktion erwärmt. Des Weiteren lassen sich

elektrisch gut leitende Materialien wie Aluminium oder Kupfer wegen des geringen elektrischen Widerstandes kaum erwärmen. Daher weisen Metalle, die sich gut für eine Induktionserwärmung eignen, einen großen elektrischen Widerstand auf.

Eine Vorrichtung, die zur Durchführung des Verfahrens geeignet ist, ist in der DE 203 00 624 Ul offenbart. Dabei handelt es sich um ein Handgerät, mit dem induktive Erwärmung durchgeführt werden kann. Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die Anwendung von Handgeräten beschränkt. Im industriellen Einsatz, beispielsweise in der industriellen Möbelherstellung, können auch stationäre Vorrichtungen eingesetzt werden.

In besonders bevorzugter Weise besteht das Beschlagelement aus einem durch eine magnetische Induktion erwärmbaren Material und wird durch die magnetische Induktion erwärmt. Die im Beschlagelement entstehende Wärme wird dann auf den Klebstoff übertragen. Vorzugsweise besteht das Beschlagelement aus einem Metall, jedoch kann auch ein elektrisch leitfähiger Kunststoff oder ein elektrisch leitende Partikel enthaltender Kunststoff verwendet werden.

Ebenso ist es möglich, dass der Klebstoff elektrisch leitfähig ist und durch magnetische Induktion erwärmt wird. In diesem Fall wird die Wärmeenergie direkt im Klebstoff selbst erzeugt, also gerade dort, wo die Wärmeenergie für das Aktivieren und Aushärten des Klebstoffes benötigt wird.

Darüber hinaus ist es möglich, dass der an sich nicht elektrisch leitfähige Klebstoff elektrisch leitfähige

Partikel enthält, die durch magnetische Induktion erwärmt werden. Beispielsweise können Metallpartikel oder Metallspäne im Klebstoff enthalten sein, die durch die magnetische Induktion erwärmt werden und dann die Wärmeenergie an den Klebstoff abgeben. Somit entsteht auch in diesem Fall die Wärme genau an der Stelle, wo sie für das Aktivieren und Aushärten des Klebstoffes benötigt wird.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Ausgestaltung des Klebstoffes. Die Anforderung an den Klebstoff besteht darin, dass der Klebstoff durch Zuführen von Wärmeenergie in einen aktivierten Zustand überführt wird, um anschließend nach einem Abkühlen in den klebenden und somit das Beschlagelement und das Holzwerkstoffelement verbindenden Zustand übergeht.

In bevorzugter Weise besteht der Klebstoff aus einem Reaktionsklebstoff und wird vor dem Anbringen des Beschlagelements am Holzwerkstoffelement zumindest teilweise vorvernetzt . Der Klebstoff wird dann nach der Erwärmung endausgehärtet. Bei Reaktionsklebstoffen unterschiedet man zwischen Polymerisationsklebstoffen, Polyadditionsklebstoffen und

Polykondensationsklebεtoffen. Die Reaktionsklebstoffe unterscheiden sich daher nach der Art der chemischen Reaktion .

Gemeinsam ist allen Arten, dass es darunter jeweils Reaktionsklebstoffe gibt, die bei Raumtemperatur nicht oder nur zu einem geringen Teil reagieren und erst nach Zufuhr von Wärmeenergie soweit erwärmt werden, dass die chemische Reaktion erfolgt. Diese Reaktionsklebstoffe werden auch warmhärtende oder heißhärtende Klebstoffe

genannt. Bevorzugt sind dabei Reaktionskiebεtoffe, die nur einen relativ geringen Temperaturanstieg benötigen, um die chemische Reaktion in Gang zu setzen. Daher sind warmhärtende Reaktionsklebstoffe besonders bevorzugt.

Bei einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens besteht der Klebstoff aus einem thermoplastischen Klebstoff und wird vor dem Anbringen des Beschlagelements am Holzwerkstoffelement zumindest teilweise verfestigt. Der Klebstoff wird dann mittels der Erwärmung zumindest teilweise aktiviert, insbesondere verflüssigt, so dass eine gute Verbindung mit der Oberfläche des Holzwerkstoffelementes entsteht und nach dem Abkühlen des Klebstoffes die Klebewirkung eintritt.

Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird ein Klebstoff aus einem kombinierten KlebstoffSystem verwendet. Das KlebstoffSystem besteht zu einem Teil aus einem thermoplastischen Klebstoff und zu einem anderen Teil aus einem reaktiven Klebstoff. Solche KlebstoffSysteme sind auch als reactive not melt (RHM) Klebstoffe bekannt.

Darüber hinaus kann die Oberfläche des Holzwerkstoffelements vor dem Anbringen des Beschlagelements durch Aufrauhen, Anschleifen, Glätten und/oder ein anderes Verfahren vorbehandelt werden und/oder ein Primer oder sonstige Produkte zur Vorbehandlung der Oberfläche aufgetragen werden.

Insbesondere können etwaige Beschichtungen des Holzwerkstoffelements im zu verklebenden Bereich wie oben genannt vorbehandelt und/oder teilweise oder vollständig abgetragen werden.

Das zuvor aufgezeigte technische Problem wird auch durch ein Bauteil mit den Merkmalen des Anspruches 7 gelöst. Weitere bevorzugte Ausgestaltungen des Bauteils sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.

Das erfindungεgemäße Bauteil weist mindestens ein Holzwerkstoffelement und mindestens ein mit dem Holzwerkstoffelement verbundenes Beschlagelement auf. Eine KlebstoffSchicht ist zwischen dem

Holzwerkstoffelement und dem Beschlagelement vorgesehen, wobei der Klebstoff das Beschlagelement mit dem Holzwerkstoffelement verbindet. Das Beschlagelement oder die Klebstoffschicht ist erfindungsgemäß zumindest teilweise elektrisch leitfähig.

Unter Beschlagelement wird dabei jedes Element verstanden, das mit dem Holzwerkstoffelement verbunden werden kann. Beispielsweise kann das Beschlagelement ein Scharnier, ein Griff, ein Haken, eine Öse, ein Schloss, ein Abschlussstück, vorzugsweise ein Tischfuß, oder auch ein Accessoire ohne eine bestimmte technische Funktion sein.

In bevorzugter Weise besteht das Beschlagelement zumindest teilweise aus einem elektrisch leitfähigen Material. Dadurch kann das Beschlagelement selbst durch die magnetische Induktion erwärmt werden. Als elektrisch leitfähige Materialien kommen bevorzugt Metalle in Frage. Ebenso können aber auch Kunststoffe eingesetzt werden, die entweder selbst elektrisch leitfähig sind oder eine Mehrzahl von elektrisch leitfähigen Partikeln aufweisen.

Darüber hinaus kann die KlebstoffSchicht zumindest teilweise aus einem elektrisch leitfähigen Material bestehen. Zum einen kann die Leitfähigkeit der KlebstoffSchicht durch einen elektrisch leitfähigen Klebstoff erzeugt werden. Zum anderen kann die Leitfähigkeit der KlebstoffSchicht durch eine Mehrzahl von elektrisch leitfähigen Partikeln innerhalb des Klebstoffes erzeugt werden.

Besonders vorteilhaft kann die Erfindung bei Bauteilen eingesetzt werden, die als Leichtbauplatte mit oder ohne eine Rahmenkonstruktion ausgebildet sind, wobei das Holzwerkstoffelement mindestens eine äußere Abdeckplatte aufweist. Bei einem solchen Aufbau ist das Bauteil nicht so massiv aufgebaut, dass eine zuverlässige Verbindung des Beschlagelements mittels mechanischer Mittel wie Schrauben mit dem Holzwerkstoffelement hergestellt werden kann. Denn es ist nicht genügend festes Material im Bauteil enthalten, so dass die Schrauben eine feste Verbindung eingehen können. Des Weiteren ist es bevorzugt, dass das Holzwerkstoffelement eine unbehandelte Oberfläche aufweist. Somit kann eine gute und zuverlässige Verklebung mit der Oberfläche gewährleistet werden.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Oberfläche des Holzwerkstoffelements eine Beschichtung auf, insbesondere eine Lackschicht, eine Laminatschicht, eine Melaminharzbeschichtung, eine Furnierschicht, vorzugsweise geölt oder gewachst, oder eine Folienbeschichtung. In diesem Fall ist das Beschlagelement mit der Beschichtung verklebt. Eine wichtige Voraussetzung für eine dauerhafte Befestigung des Beschlagelements ist dann, dass die Beschichtung ein

ausreichendes Haftvermögen aufweist, um die zu übertragenden Kräfte bzw. Spannungen auf das Holzwerkstoffelement übertragen zu können.

Alternativ können die oben genannten Beschichtungen auch vor dem Anbringen des Beschlagelements durch Aufrauhen, Anschleifen, Glätten und/oder ein anderes Verfahren vorbehandelt sein und/oder ein Primer oder sonstige Produkte zur Vorbehandlung aufgetragen sein. Insbesondere können die Beschichtungen im zu verklebenden Bereich teilweise oder vollständig abgetragen sein.

Selbstverständlich können alle zuvor genannten Vorbehandlungen auch einzeln oder in Kombination an dem Holzwerkstoffelement an sich vorgenommen sein.

Im Folgenden wird das zuvor beschriebene Bauteil und ein typischer Verfahrensablauf anhand eines Ausführungεbeispiels sowie ein weiteres Ausführungsbeispiel naher erläutert, wobei auf die beigefügte Zeichnung Bezug genommen wird. In der Zeichnung zeigen

Fig. 1 ein Holzwerkstoffelement in Leichtbauweise mit einem davon beabstandeten Beschlagelement,

Fig. 2 das Holzwerkstoffelement in Kontakt mit dem Beschlagelement, wobei elektromagnetische Strahlung zur induktiven Erwärmung auf das Beschlagelement einwirkt,

Fig. 3 das Holzwerkstoffelement mit dem damit verklebten Beschlagelement, wobei das

Beschlagelement mit einem weiteren Element verschraubt ist und

Fig. 4 eine alternative Ausführungsform eines

Holzwerkstoffelements mit dem damit verklebten Beschlagelement, wobei das Beschlagelement mit einem weiteren Element ebenfalls erfindungsgemäß verklebt ist.

In den Fig. 1 bis 3 sind verschiedene Stadien des Verfahrensablaufes zur Herstellung eines erfindungsgemäSen Bauteils anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Das Bauteil 2 weist ein Holzwerkstoffelement 4 auf, das vorliegend als Leichtbauelement ausgebildet ist. Dazu ist eine Kernlage 6 vorgesehen, die zu beiden Seiten mit jeweils einer Holzwerkstoffplatte 8 und 10 abgedeckt ist. Die Kernlage besteht dabei beispielsweise aus einer wabenförmigen Struktur aus Pappe oder Aluminium. Die Holzwerkstoffplatten 8 und 10 sind dabei so dünn, dass ein Verschrauben eines Beschlagelements 12, das vorliegend als Scharnier ausgebildet ist, an einer der Holzwerkstoffplatten 8 und 10 nicht möglich ist.

Daher wird das Beschlagelement 12 mit der Oberfläche des oberen Holzwerkstoffelements 8 verklebt, wobei während des Verklebens erfindungsgemäß eine magnetische Induktion zum Erwärmen des Beschlagelements 12 eingesetzt wird. Dazu besteht das Beschlagelement 12 aus einem elektrisch leitfähigen Material, beispielsweise einem Metall.

Wie in Fig. 1 dargestellt ist, sind das Holzwerkstoffelement 4 und das Beschlagelement 12

zunächst beabstandet voneinander angeordnet. An der nach unten weisenden Fügefläche 14 des Beschlagelements 12 ist eine Schicht 16 aus einem Klebstoff angeordnet, der formstabil ist und nur wenig oder gar nicht klebend wirkt .

Wie mit dem Pfeil in Fig. 1 angedeutet ist, wird das Beschlagelement 12 in Kontakt mit der Oberfläche des Holzwerkstoffelements 4 gebracht.

Wie Fig. 2 zeigt, wird anschließend das Beschlagelement 12 mit elektromagnetischer Strahlung beaufschlagt, die zu einer induktiven Erwärmung des Beschlagelements 12 zumindest im Bereich der Fügefläche 14 führt. Durch diese lokal entstehende Wärme wird der Klebstoff aktiviert, so dass er erneut seine Klebekraft entfalten kann. Die elektromagnetische Strahlung ist in Fig. 2 mit Wellenlinien und einer breiten Pfeilspitze dargestellt.

Nicht in Fig. 2 dargestellt ist eine Vorrichtung zum Erzeugen der elektromagnetischen Strahlung, da es bei der vorliegenden Erfindung nicht auf die Art der Vorrichtung ankommt. Es können Handgeräte oder stationäre Vorrichtungen eingesetzt werden. Mit anderen Worten kann das erfindungsgemäße Verfahren sowohl im industriellen und automatisierten Maßstab als auch in einer Einzelfertigung angewendet werden.

Fig. 3 zeigt dann das Bauteil mit endausgehärtetem Zustand, in dem das Holzwerkstoffelement 4 fest mit dem Beschlagelement 12 verklebt ist. Des Weiteren zeigt Fig. 3 , dass das Beschlagelement 12 an anderer Stelle mittels einer herkömmlichen Schraubverbindung mit einem anderen Element 18 mit Hilfe einer Schraube 20 verbunden ist.

Fig. 4 zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel des Holzwerkstoffelementε 4 mit einem verklebten Beschlagelement 12. Die Holzwerkstoffplatte 8 sowie die Kernlage 6 sind in einem Bereich, der an den Umfang des Beschlagelemts 12 angepasst ist, ausgenommen. Das Beschlagelement 12 ist über Schichten 16 mit der Holzwerkstoffplatte 10 und 8 verklebt. Dabei wurde dem zuvor beschriebenen Verfahren entsprechend vorgegangen.

Insbesondere durch Anpassen der Dicke des Beschlagelements 12 lässt sich die äußere Oberfläche des Beschlagelements 12 in einer Ebene zur äußeren Oberfläche der Holzwerkstoffplatte 8 anordnen.

Des Weiteren ist es selbstverständlich möglich, den zweiten Teil des Beschlagelements 12 an einem weiteren Element, beispielsweise an einer Tür 18, ebenfalls mit einer Schicht 16 zu verkleben. Zum Verkleben kann dabei wiederum das zuvor erläuterte erfindungsgemäße Verfahren verwendet werden.

Zuvor ist das Verfahren so dargestellt worden, dass das Beschlagelement 12 zunächst in Kontakt mit dem Holzwerkstoffelement 4 gebracht worden ist und anschließend erst das Beschlagelement 12 mit der elektromagnetischen Strahlung beaufschlagt worden ist. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass das induktive Erwärmen des Beschlagelements 12 und damit des Klebstoffes erst dann erfolgt, wenn bereits Kontakt mit dem Holzwerkstoffelement 4 besteht. Somit wird das Positionieren des Beschlagelementes 12 auf der Oberfläche des Holzwerkstoffelementes 4 erleichtert, da noch keine oder nur eine geringe Klebkraft vorhanden ist und ein

einmaliger Kontakt mit der Oberfläche wieder gelöst werden kann oder ein Verschieben des Beschlagelementes 12 auf der Oberfläche des Holzwerkstoffelements 4 möglich bleibt.

Es ist jedoch auch möglich, das Beschlagelement 12 zunächst induktiv zu erwärmen, bevor es in Kontakt mit dem Holzwerkstoffelement 4 gebracht wird. In diesem Fall kommt der Klebstoff erst dann in Berührung mit der Oberfläche des Holzwerkstoffelements 4, wenn er bereits zumindest teilweise aktiviert worden ist.