| P a t e n t a n s p r ü c h e 1. Begrüntes Bauelement ( 0) für horizontale, schräge und/oder vertikale Flächen von Bauwerken, mit einer unteren Basisplatte, die als Dämmplatte (12; 14) ausgebildet ist, und mit einer oberen Vegetationsschicht (24) mit niederen und/oder höheren Pflanzen, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Dämmplatte (12; 14) und der Vegetationsschicht (24) eine pflanzenverträgliche Kleberschicht (20) angeordnet ist, und dass auf der Kleberschicht (20) eine Schicht (22) aus einem Material aufgeklebt ist, welches ein Pflanzenwachstum für niedere und/oder höhere Pflanzen ermöglicht, und dass die Kleberschicht (20) diffusionsoffen ausgebildet ist, so dass sie für Wasserdampf durchlässig ist. 2. Begrüntes Bauelement nach Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (22) durch ein mineralisches Material gebildet ist. 3. Begrüntes Bauelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das mineralische Material der Schicht (22) durch poröses und/oder offenporiges Material in Form von Vulkanstein, Schlacke oder Blähton gebildet ist, wobei das mineralische Material der Schicht (22) eine Vegetationsgrundlage für die niederen Pflanzen (32) (Kryptogamen) bildet. 4. Begrüntes Bauelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das mineralische Material der Schicht (22) durch ein poröses und/oder offenporiges Material unterschiedlicher Körnungen in Form von Vulkanstein, Schlacke oder Blähton gebildet ist, dass das Material so ausgebildet ist, dass in der Schicht (22) Zwischenräume vorhanden sind, und dass die Zwischenräume mit einem Nährmedium (36) verfüllt sind, welches eine Vegetationsgrundlage für die höheren Pflanzen (34) bildet, und in welchem sich die Wurzeln (38) der höheren Pflanzen (34) erstrecken. 5. Begrüntes Bauelement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Nährmedium (36) durch Vulkangesteinssand gebildet ist. 6. Begrüntes Bauelement (10) für horizontale, schräge und/oder vertikale Flächen, mit einer unteren Basisplatte, die als Dämmplatte (12; 14) ausgebildet ist, und mit einer oberen Vegetationsschicht (24) mit niederen und/oder höheren Pflanzen, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Dämmplatte (12; 14) und der Vegetationsschicht (24) eine pflanzenverträgliche und diffusionsoffene Kleberschicht (20) angeordnet ist, und dass auf der Kleberschicht (20) eine hygroskopische Mineralwollplatte (26) aufgeklebt ist, die eine Vegetationstragschicht für die niederen Pflanzen und höheren Pflanzen der Vegetationsschicht (24) bildet. 7. Begrüntes Bauelement nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet dass oben auf der Mineralwollplatte (26) eine Krallschicht (30) befestigt ist. 8. Begrüntes Bauelement nach Anspruch 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämmplatte (12) ausschließlich durch ein Dämmmaterial (14) gebildet ist. 9. Begrüntes Bauelement nach Anspruch 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämmplatte (12) aus einem Dämmmaterial (14) besteht, welches oben durch eine obere Abdeckplatte (16) und unten durch eine untere Abdeckplatte (18) abgedeckt ist, und dass die beiden Abdeckplatten (16, 18) mit dem Dämmmaterial (14) verbunden sind. 10. Begrüntes Bauelement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet dass die Abdeckplatten (16; 18) aus dem unter dem Handelsnamen Rigips bekannten Material bestehen. 11. Begrüntes Bauelement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckplatten (16; 18) aus wasserfesten Holzplatten bestehen. 12. Begrüntes Bauelement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckplatten (16; 18) an ihren gegenüberliegenden Enden je einen Stufenfalz (28) besitzen. 13. Begrüntes Bauelement nach einem der Ansprüche 1 - 12, dadurch gekennn- zeichnet. dass die Dämmplatte (12;14) durch ein Vliesstoff mit wärmedämmender Eigenschaft gebildet ist |
Bauwerken
Die Erfindung betrifft ein begrüntes Bauelement für horizontale, schräge und/oder vertikale Flächen von Bauwerken, mit einer unteren Basisplatte, die als Dämmplatte ausgebildet ist, und mit einer oberen Vegetationsschicht mit niederen und/oder höheren Pflanzen.
Es ist seit langem bekannt, Dächer oder Fassaden oder andere Flächen von Bauwerken zu begrünen. Neben der wichtigen ökologischen Bedeutung kommt der Begrünung dabei auch in optischer Hinsicht eine bedeutsame Funktion zu und stellt insgesamt einen optischen Gewinn für das Stadt- und Landschaftsbild dar. Weitere Vorteile sind die hohe Lebensdauer der begrünten Flächen durch den Schutz vor UV- Strahlung, der geringe Pflegeaufwand, die Verbesserung der Luftqualität sowie der Regenwasserrückhalt.
Eine Begrünung von Dächern mit horizontalen oder schrägen Flächen sowie von Fassaden mit vertikalen Flächen kann beim Neubau eines Gebäudes von Anfang an geplant und vorgesehen werden. Daneben bietet sich eine Begrünung aber auch dann an, wenn zum Beispiel ein bereits vorhandenes Flachdach eines Gebäudes wegen einer schadhaften Abdichtung oder anderer Schäden repariert und erneuert werden muss.
Sowohl bei der Erst-Begrünung als auch bei einer nachträglichen Begrünung von Flächen eines Gebäudes - zum Beispiel von Dächern - müssen bekanntlich für das Dach bestimmt Werte für eine Wärmedämmung eingehalten werden, welche in Bauvorschriften festgelegt sind, um vorgeschriebene Wärmedurchlasswiderstandswerte einzuhalten. Durch das Dokument EP 0 202 346 A1 ist zu diesem Zweck bereits ein fertigbegrüntes Bauelement mit Vegetation bekannt, bei dem eine untere Basisplatte als Dämmplatte ausgebildet ist. Auf der Oberfläche dieser Dämmplatte ist eine Strukturschicht angeordnet, welche ein Substrat beinhaltet und welche begrünt ist. Das bekannte Bauelement kann somit zur Begrünung von Flächen verwendet werden und wegen der Dämmplatte besitzt das Bauelement dabei einen definierten Wärmedurchlasswiderstand.
Auch für einen Nicht-Fachmann bereitet es keine große Schwierigkeit, auf einer Dachfläche durch einfaches Aneinanderlegen mehrerer Bauelemente eine großflächige Begrünung herzustellen, wodurch man insgesamt eine komplett begrünte Dachfläche erhält, die neben der Begrünung auch die Forderung nach einem bestimmten Wärmedurchlasswiderstand erfüllt.
In der Praxis hat sich allerdings gezeigt, dass das bekannte Bauelement nicht frei von Nachteilen ist. Die sich innerhalb der auf der Dämmplatte angeordneten Strukturschicht befindlichen Wurzeln der die Begrünung bildenden Pflanzen stehen mehr oder weniger in direktem Kontakt mit der Dämmplatte. Bei längerer Sonneneinstrahlung wird die Wärme bestimmungsgemäß durch die Dämmplatte zurück gehalten bzw. reflektiert, und durch die damit verbundene Wärmerückstrahlung entsteht innerhalb der Strukturschicht ein Wärmestau. Durch diesen Wärmestau kann eine Überhitzung der Wurzeln der Pflanzen auftreten, wodurch das Wachstum der Pflanzen leidet. Wegen des Wärmestaus können die Wurzeln im schlimmsten Fall regelrecht verbrennen, so dass die Pflanzen absterben.
Bei einer Begrünung und Dämmung von Fassaden haftet dem bekannten Bauelement ferner der Nachteil an, dass eine Bewässerung durch die senkrechte Lage der mit einem Substrat gefüllten Strukturschicht oft unzureichend und ungleichmäßig ist, weil das Wasser nach unten abfließt. Die ungleichmäßige Feuchtigkeitsverteilung und Bewässerung bewirkt ein ungleichmäßiges Wachstum der zu Begrünung dienenden Pflanzen. Dabei können sich freie, nichtbegrünte Vegetationsflächen ergeben, die in optischer Hinsicht einen nachteiligen Eindruck vermitteln.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein fertig begrüntes Bauelement zu schaffen, welches eine Dämmung von Bauwerken ermöglicht, ohne dass die Begrünung darunter leidet, dass das Bauelement eine Dämmplatte besitzt.
Die Erfindung geht aus von einem begrünten Bauelement für horizontale, schräge und/oder vertikale Flächen von Bauwerken, mit einer unteren Basisplatte, die als Dämmplatte ausgebildet ist, und mit einer oberen Vegetationsschicht mit niederen und/oder höheren Pflanzen.
Zur Lösung der genannten Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass zwischen der Dämmplatte und der Vegetationsschicht eine pflanzenverträgliche Kleberschicht angeordnet ist, dass auf der Kleberschicht eine Schicht aus einem Material aufgeklebt ist, welches ein Pflanzenwachstum für niedere und/oder höhere Pflanzen ermöglicht, und dass die Kleberschicht diffusionsoffen ausgebildet ist, so dass sie für Wasserdampf durchlässig ist.
Die in neuartiger Weise zwischen der Vegetationsschicht und der Dämmplatte angeordnete Kleberschicht hat mehrere Funktionen. Eine wichtige Funktion, die für eine erfolgreiche, langfristige und gleichmäßige Begrünung des Bauelements von Bedeutung ist, besteht darin, dass die Kleberschicht den direkten Kontakt zwischen der Dämmplatte und den Wurzeln der höheren Pflanzen verhindert. Somit wirkt die diffusionsoffene Kleberschicht wie ein Wärmepuffer, der die Entstehung eines Wärmestaus durch Wärmerückstrahlung vermeidet und somit einer Überhitzung der Wurzeln der höheren Pflanzen entgegenwirkt.
Die Kleberschicht ist bei der Erfindung diffusionsoffen ausgebildet, so dass sie für Wasserdampf durchlässig ist. Somit kann vorhandener Wasserdampf, der sich durch Luftfeuchtigkeit bildet, durch die diffusionsoffene Kleberschicht nach außen dringen, um ein Vernässen der Wärmedämmschicht zu verhindern.
Eine weitere Funktion der Kleberschicht besteht in der Fixierung des Materials, welches ein Pflanzenwachstum für niedere und/oder höhere Pflanzen ermöglicht, und welches auf der Kleberschicht aufgeklebt ist.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die auf der Kleberschicht aufgeklebte Schicht durch ein mineralisches Material gebildet. In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung besteht das mineralische Material aus porösem und/oder offenporigem Material in Form von Vulkanstein, Schlacke oder Blähton. Solches Material ist vorteilhaft dazu geeignet, eine Vegetationsgrundlage für niedere Pflanzen (Kryptogamen) zu bilden. Als niedere Pflanzen werden vorzugsweise Moose verwendet. Bei der Vorkultivierung und Herstellung des erfindungsgemäßen Bauelements werden Moossprossen und/oder Moossporen auf das poröse und/oder offenporige Material aufgebracht, auf welchem sich die Moossprossen oder Moossporen festhalten und festkrallen können. Somit dient das mineralische Material als Vegetationsgrundlage für Moose, welche bekanntlich keine Wurzeln besitzen.
Im Falle der Verwendung von höheren Pflanzen sieht die Erfindung in vorteilhafter Weise vor, dass das mineralische Material durch ein poröses und/oder offenporiges Material unterschiedlicher Körnungen in Form von Vulkanstein, Schlacke oder Blähton gebildet ist, wobei durch die unterschiedlichen Körnungen des Materials Zwischenräume in der Schicht gebildet werden. Diese Zwischenräume sind mit einem Nährmedium verfüllt, welches die Vegetationsgrundlage für die höheren Pflanzen bildet, und in welchem sich die Wurzeln der höheren Pflanzen erstrecken können.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung besteht das in die Zwischenräume eingebrachte Nährmedium aus Vulkangesteinssand. Das erwähnte poröse und/oder offenporige Material der ein Pflanzenwachstum für niedere und/oder höhere Pflanzen ermöglichenden Schicht besitzt eine hohe Kapillarität und Wasserspeicherfähigkeit. Dadurch wird in vorteilhafter Weise auch bei einer Fassadenbegrünung, also bei vertikalen Flächen, eine Wasserzufuhr für die Pflanzen und somit eine gleichmäßige Begrünung ermöglicht.
Zur Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe ist gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 6 ferner vorgesehen, dass zwischen der Dämmplatte und der Vegetationsschicht eine pflanzenverträgliche und diffusionsoffene Kleberschicht angeordnet ist, und dass auf der Kleberschicht eine hygroskopische Mineralwolle aufgeklebt ist, die eine Vegetationstragschicht für die niederen und höheren Pflanzen der Vegetationsschicht bildet.
Anstelle eines porösen Materials kommt hier eine hygroskopische Mineralwollplatte zum Einsatz, die durch die Kleberschicht fixiert ist. Ein solches erfindungsgemäßes Bauelement ist wegen der hygroskopischen Eigenschaft der Mineralwollplatte vorzugsweise für horizontale Flächen geeignet.
In zweckmäßiger Ausgestaltung dieser Lösung ist oben auf der Mineralwollplatte eine Krallschicht befestigt. Solche Krallschichten sind an sich bekannt und vorzugsweise nach Art einer Schlingmatte ausgebildet, wobei die Krallschicht aus einem unverrott- baren Material besteht.
Die Krallschicht soll einer Zerstörung der niederen Pflanzen - also der Moose - durch Vögel entgegenwirken. Vögel verwenden nämlich gerne Moose und auch das Material der Mineralwollplatte als Nistmaterial oder suchen darin nach Futter, was zu Schäden an der Vegetationsschicht führen kann. Durch die Krallschicht werden die Vögel entscheidend daran gehindert, die Moosschicht oder die Mineralwollplatte zu zerstören.
In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung kann die Dämmplatte insgesamt ausschließlich durch ein Dämmmaterial gebildet sein. Daneben ist es aber auch in zweckmäßiger Ausgestaltung möglich, oberhalb und unterhalb des Dämmmaterials eine obere und untere Abdeckplatte vorzusehen, die mit dem Dämmmaterial verbunden sind.
In zweckmäßigerWeise können die Abdeckplatten aus dem unter dem Handelsnamen Rigips bekannten Material oder auch aus wasserfesten Holzplatten bestehen.
In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung sind die beiden Abdeckplatten an ihren gegenüber liegenden Enden jeweils mit einem Stufenfalz versehen. Die beiden Abdeckplatten mit ihren jeweiligen Stufenfalzen ermöglichen somit eine sichere flächige Verbindung und ein sicheres Verlegen einzelner Bauelemente auf einer größeren Fläche, insbesondere bei Fassaden mit einer vertikalen Fläche. Durch die Stufenfalze wird erreicht, dass sich benachbarte Abdeckplatten im Bereich der Stufenfalze überlappen.
Eine weitere zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die Dämmplatte durch ein Vliesstoff mit wärmedämmender Eigenschaft gebildet ist.
Dies ist von Vorteil, wenn die Oberfläche, auf welcher das begrünte Bauelement sich befindet, nicht an allen Stellen eben ist und Unebenheiten aufweist. Da der Vliesstoff nicht steif, sondern elastisch und flexibel ausgebildet ist, kann sich die Dämmplatte problemlos den Unebenheiten anpassen.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Querschnittsansicht eines begrünten Bauelements mit niederen Pflanzen,
Fig. 2 eine schematische Querschnittsansicht eines begrünten Bauelements mit höheren Pflanzen, Fig. 3 einen schematische Querschnittsansicht eines Bauelements mit niederen Pflanzen gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung, und
Fig. 4 eine schematische Querschnittsansicht eines Bauelements gemäß einer anderen Lösung der Erfindung.
In dem Ausführungsbeispiel der Erfindung gemäß Figur 1 umfasst das begrünte Bauelement 10 auf der unteren Seite eine Dämmplatte 12, die aus einem Dämmmaterial 14 besteht. Das Dämmmaterial 14 ist als Wärmedämmmaterial ausgebildet.
Auf der Dämmplatte 12 ist eine diffusionsoffene und pflanzenverträgliche Kleberschicht 20 angebracht. Auf diese Kleberschicht 20 sind poröse und/oder offenporige Steine aus Vulkangestein, Schlacke oder Blähton aufgeklebt. Diese Steine bilden eine Schicht 22 aus mineralischem Material und dienen in Fig. 1 als Vegetationsgrundlage für niedere Pflanzen in Form von Moos 32. Die durch die Kleberschicht 20 fixierten Steine besitzen eine hohe Kapillarität und Wasserspeicherfähigkeit. Die Körnung der Steine der mineralischen Schicht beträgt etwa 5 - 50 mm.
Bei der Vorkultivierung des Bauelements 10 zur Herstellung eines fertigbegrünten Bauelements 10 werden Moossprossen und/oder Moossporen auf die Oberfläche der Steine der Schicht 22 aufgebracht. Die Moossprossen und/oder Moossporen verfallen sich auf den Steinen oder saugen sich an diesen fest. Im Verlauf der anschließenden Kultivierung wächst eine Moosschicht mit den Moosen 32 heran, welche die obere Vegetationsschicht 24 bilden.
Die Dicke der Kleberschicht 20 beträgt ca. 5 - 10 mm. Die Kleberschicht 20 kann zum Beispiel durch ein Mörtelgemisch oder einen flexiblen Kleber gebildet sein. Die Gesamte Dicke des Bauelements 10 liegt zwischen 5 - 10 cm. Wenn auf das Bauelement 10 Wärme durch Sonneneinstrahlung einwirkt, wirkt die diffusionsoffene Kleberschicht 20 wie ein Wärmepuffer, der die Entstehung eines Wärmestaus durch Wärmerückstrahlung und somit eine Überhitzung der Wurzeln oder der Moose der Vegetationsschicht 24 vermeidet. Die Kleberschicht 20 verhindert nämlich den direkten Kontakt zwischen der Dämmplatte 12 und den Wurzeln der höheren Pflanzen bzw. dem Moos der Vegetationsschicht 24.
Die Dämmplatte 12 bewirkt einen sommerlichen Wärmeschutz. Unterstützt wird dies durch die Beschattung der Pflanzen der Vegetationsschicht 24. Durch die Wasserspeicherfähigkeit des porösen Materials der Schicht 22 kann darüber hinaus kühlende Verdunstungskälte entstehen, und durch die Vegetationsschicht 24 findet auch noch eine teilweise Absorption der Sonneneinstrahlung statt. Besonders in wärmeren Klimazonen bedeutet dies, dass zur Kühlung der mit dem Bauelement 0 versehenen Gebäude weniger Energie aufgebracht werden muss.
Umgekehrt bietet das begrünte Bauelement 10 wegen seiner Dämmplatte 12 auch einen winterlichen Kälteschutz.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 wird die obere Vegetationsschicht 24 des begrünten Bauelements 10 durch höhere Pflanzen 34, vorzugsweise Sukkulenten, gebildet. Die durch die Kleberschicht 20 fixierte Schicht 22 besteht aus porösen und/oder offenporigen Steinen unterschiedlicher Körnungen in Form von Vulkangestein, Schlacke oder Blähton. Die Steine sind so auf die Kleberschicht 20 aufgeklebt, das Zwischenräume zwischen benachbarten Steinen vorhanden sind, und diese Zwischenräume sind mit einem Nährmedium 36 verfüllt, welches eine Vegetationsgrundlage für die höheren Pflanzen 34 bildet und in welchem sich die Wurzeln 38 der höheren Pflanzen 34 erstrecken. Als Nährmedium 36 wird in dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 Vulkangesteinssand verwendet.
Fig. 3 zeigt eine andere Ausführungsform der Erfindung mit Moosen 32 als obere Vegetationsschicht 24. Im Gegensatz zu den Darstellungen in Fig. 1 und Fig. 2 besteht die Dämmplatte 12 nicht ausschließlich aus dem Dämmmaterial 14. Vielmehr ist das Dämmmaterial 14 mit einer oberen Abdeckplatte 16 und einer unteren Abdeckplatte 18 verbunden. Die Dämmplatte 12 wird in diesem Ausführungsbeispiel der Erfindung also durch das Dämmmaterial 14 und die beiden Abdeckplatten 16 und 18 gebildet, die beispielsweise aus wasserfesten Holzplatten bestehen.
Die beiden Abdeckplatten 16 und 18 besitzen an ihren entgegen gesetzten Enden jeweils einen Stufenfalz 28. Diese Stufenfalze 28 erlauben es, mehrere begrünte Bauelemente in einfacher Weise nebeneinander auf einer Fläche zu verlegen, wobei sich die Stufenfalze 28 benachbarter Bauelemente 10 überlappen. Dadurch ist eine einfache, kostengünstige und stabile Herstellung einer Lage aus mehreren Bauelementen 10 möglich.
Bei dem Ausführungsbeispiel der Erfindung gemäß Figur 4 ist an Stelle der Schicht 22 in Figur 1 - 3 eine hygroskopische Mineralwollplatte 26 vorgesehen und auf die Kleberschicht 20 aufgeklebt. Die Mineralwollplatte 26 ermöglicht ein Pflanzenwachstum für die Pflanzen der Vegetationsschicht 24. Anders als in Fig. 2 ist es bei Verwendung der Mineralswollplatte 26 nicht erforderlich, Zwischenräume mit einem Nährmedium zu verfüllen, das die höheren Pflanzen von allein in der Mineralwollplatte 26 wachsen können.
Auf der Mineralwollplatte 26 befindet sich die schematisch dargestellte Vegetationsschicht 24, die durch niedere und/oder höhere Pflanzen gebildet sein kann.
Außerdem ist oberhalb der Mineralwollplatte 26 noch eine Krallschicht 30 befestigt, die in an sich bekannter Weise nach Art einer Schlingmatte ausgebildet ist. Die Krallschicht 30, die große Hohlräume bildet, kann dabei aus einem unverrottbarem Material bestehen.
Der Zweck der Krallschicht 30 besteht darin, einer Zerstörung der Oberfläche des Bauelementes 10 durch Vögel entgegen zu wirken. Sowohl Moose als auch das Mate- rial der Mineralwollplatte 26 werden von Vögeln gern als Nistmaterial verwendet oder sie suchen in diesen Schichten nach Futter, was zu Schäden an der Vegetationsschicht 24 und an der Mineralwollplatte 26 führen kann. Durch die Krallschicht 30 werden die Vögel daran gehindert, die Vegetationsschicht 24 zu beschädigen.
Bezugszeichenliste
(ist Teil der Beschreibung)
10 Bauelement
12 Dämmplatte
14 Dämmmaterial
16 obere Abdeckplatte
18 untere Abdeckplatte
20 Kleberschicht
22 Schicht
24 Vegetationsschicht
26 hygroskopische Mineralwollplatte
28 Stufenfalz
30 Krallschicht
32 Moos
34 höhere Pflanzen
36 Nährmedium
38 Wurzeln
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