Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
COMPONENT, METHOD FOR PRODUCING A COMPONENT, KIT AND METHOD FOR CONNECTING COMPONENTS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/228915
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a component comprising a first outer region (11), at least one intermediate region (13) and a second outer region (12). The outer regions (11, 12) have a higher density and/or a higher elastic modulus than the at least one intermediate region (13). A polymer composition (21) can be, preferably, injected into the component (1) such that mechanical connecting means (41) are fixed or can be fixed in the polymer composition (21). The invention also relates to a method, a kit and to the use thereof.

Inventors:
WOLF, Thomas (Feld 1, 6025 Neudorf, 6025, CH)
STEINER, Patrick (Adlergartenstrasse 36, 6467 Schattdorf, 6467, CH)
FISCHER, Marcel (Chänelmatt 23, 6026 Rain, 6026, CH)
Application Number:
EP2018/065026
Publication Date:
December 20, 2018
Filing Date:
June 07, 2018
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
NOLAX AG (Eichenstrasse 12, 6203 Sempach Station, 6203, CH)
International Classes:
C08L75/00; F16B13/14
Foreign References:
DE102005059845A12007-06-21
US4224971A1980-09-30
EP2589478A12013-05-08
EP1958975B12011-07-20
EP2871194A12015-05-13
Attorney, Agent or Firm:
WILMING, Martin et al. (Hepp Wenger Ryffel AG, Friedtalweg 5, 9500 Wil, 9500, CH)
Download PDF:
Claims:
1

Patentansprüche

1. Bauteil (1) umfassend

einen ersten äusseren Bereich (11), mindestens einen Zwischenbereich (13) und einen zweiten äusseren Bereich

(12) wobei die äusseren Bereiche (11, 12) eine höhere Dichte und/oder ein höheres Elastizitätsmodul als der mindestens eine Zwischenbereich (13) aufweisen und wobei der erste äussere Bereich (11) und/oder der zweite äussere Bereich (12) eine Öffnung (31), Schwächung oder

Markierung aufweist und/oder in einer Abdeckung in einem Seitenbereich (51) eine Öffnung (31), Schwächung oder Markierung vorgesehen ist,

- eine in den mindestens einen Zwischenbereich (13) einge- brachte, insbesondere injizierte und vorzugsweise ver¬ netzte, Polymerzusammensetzung (21), die zwischen dem ersten äusseren Bereich (11) und dem zweiten äusseren Bereich (12) und im Wesentlichen innerhalb des mindestens einen Zwischenbereichs (13) und/oder im Bereich der Öffnung (31), Schwächung oder Markierung angeordnet ist, derart, dass ein mechanisches Verbindungsmittel (41) durch den ersten äusseren Bereich (11) und/oder den zweiten äusseren Bereich (12) und/oder die Abdeckung (51) im Seitenbereich hindurch ragend, in der Polymerzusammensetzung (21) fixiert oder fixierbar ist.

2. Bauteil (1) gemäss Anspruch 1, wobei das Bauteil (1) eine

Spanplatte ist. 3. Bauteil (1) gemäss Anspruch 1, wobei das Bauteil (1) porös ist oder poröse Bereiche, insbesondere die äusseren Bereiche (11, 12) und/oder der Zwischenbereich (13), umfasst. 2

4. Bauteil (1) gemäss Anspruch 1 oder 3, wobei ein Material des Bauteils (1) ausgewählt ist aus der Gruppe: Kunststoff, vor¬ zugsweise geschäumt; mineralische Werkstoffe, vorzugsweise geschäumt; Pilzgeflechte; Metalle, vorzugsweise geschäumt; Holz .

5. Bauteil (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das mechanische Verbindungsmittel (41) ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend Schraube, Gewindestange, Clip, Bolzen, Buch¬ sen, Hülsen, Distanzhalter, Stifte, Nagel, Haken, Klammer, Feder, Nieten, Dübel, Profile, Laschen, Scharniere, Magnete.

6. Bauteil (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Polymerzusammensetzung (21) eine isocyanathaltige Komponente A und eine aminhaltige Komponente B umfasst, wobei

die Komponente A ein Isocyanat-terminiertes Präpolymer mit einer Isocyanat-Funktionalität von > 1,7, vorzugs¬ weise von 1,7 < fNCo < 3, besonders bevorzugt im Be¬ reich von 2 bis 3, enthält; und

die Komponente B wenigstens ein Di- und/oder Polyamin, vorzugsweise ein Polyetherdiamin und/oder Polyetherpo- lyamin enthält, und

wobei das stöchiometrische Verhältnis von Isocyanatgruppen in Komponente A zu Amingruppen in Komponente B 0,5 bis 1,2, be¬ sonders bevorzugt 1 beträgt.

7. Bauteil (1) nach einem der vorherigen Ansprüche wobei die Po¬ lymerzusammensetzung (21) derart ausgestaltet ist, dass die Polymerzusammensetzung (21) eine Hinterschneidung ausbildet.

8. Bauteil (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Polymerzusammensetzung (21) derart ausgestaltet ist, dass die 3

Polymerzusammensetzung (21) eine Stoffschlüssige und/oder formschlüssige und/oder kraftschlüssige Verbindung ausbildet.

Verfahren zur Herstellung eines Bauteils (1), insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 8, mit mindestens einem Insert und/oder Onsert aus einer vorzugsweise vernetzbaren Polymerzusammensetzung (21) umfassend die Schritte

- Bereitstellen eines Bauteils (1) umfassend einen ersten äusseren Bereich (11), mindestens einen Zwischenbereich

(13) und einen zweiten äusseren Bereich (12), wobei die äusseren Bereiche (11, 12) eine höhere Dichte und/oder ein höheres Elastizitätsmodul als der mindestens eine Zwischenbereich (13) aufweisen und wobei der erste äussere Bereich (11) und/oder der zweite äussere Bereich

(12) eine Öffnung (31), Schwächung oder Markierung aufweist und/oder in einer Abdeckung (51) in einem Seitenbereich, eine Öffnung (31), Schwächung oder Markierung vorgesehen ist,

- Einbringen, insbesondere Injizieren, einer vernetzbaren Polymerzusammensetzung (21) an der Stelle der Markierung oder der Schwächung oder durch die Öffnung (31) zwischen dem ersten äusseren Bereich (11) und dem zweiten äusseren Bereich (12) und im Wesentlichen innerhalb des mindestens einen Zwischenbereichs (13),

- Verfestigen der Polymerzusammensetzung (21) zwischen den Bereichen derart, dass ein mechanisches Verbindungsmit¬ tel (41) durch den ersten äusseren Bereich (11) und/oder den zweiten äusseren Bereich (12) und/oder der Abdeckung des Seitenbereichs, hindurch ragend, in der Polymerzu¬ sammensetzung (21) fixierbar ist. 4

10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei die vernetzbare Polymerzu¬ sammensetzung (21) ein, insbesondere zwei-komponentiger, Klebstoff ist.

Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, wobei die vernetzbare Po¬ lymerzusammensetzung (21) eine Topfzeit im Bereich von 1 bis 15 sek, bevorzugt 2 bis 10 sek, besonders bevorzugt 3 bis 7 sek, aufweist. 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11 umfassend den

Schritt des Anbringens oder Einbringens eines Verbindungsmit¬ tels (41) an bzw. in die Polymerzusammensetzung (21) vor oder nach dem Verfestigen der Polymerzusammensetzung (21). 13. Kit für die Herstellung eines Bauteils (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, mit mindestens einem Insert und/oder

Onsert aus einer vorzugsweise vernetzten Polymerzusammenset¬ zung (21) aufweisend

- eine vernetzbare, insbesondere zwei-komponentige, Poly- merzusammensetzung (21),

- Anwendungshinweise zur Durchführung eines Verfahrens ge¬ mäss einem der Ansprüche 9 bis 12.

Verfahren nach Anspruch 9, zusätzlich umfassend den Schritt Verbinden des Bauteils (1) an ein weiteres Element umfassend den Schritt des Anbringens oder Einbringens eines Verbin¬ dungsmittels (41) in die Polymerzusammensetzung (21) vor oder nach dem Verfestigen der Polymerzusammensetzung (21). 15. Verwendung eines Bauteils (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 im Bereich Strassen-, Schienen-, Luftfahrt- und Schifffahrtsbau, Bau, Innenausbau, Sport, Logistik, Energie, Ma¬ schinenbau, Medizin, Wehrtechnik.

Description:
Bauteil, Verfahren zum Herstellen eines Bauteils, Kit und Verfahren zum Verbinden von Bauteilen

Die Erfindung betrifft ein Bauteil, ein Verfahren zum Herstellen eines Bauteils, ein Kit und ein Verfahren zum Verbinden von Bauteilen gemäss den unabhängigen Ansprüchen.

Leichtbauteile finden immer stärker den Weg in das alltägliche Leben. Leichtbauteile zeichnen sich insbesondere durch das ge ¬ ringe Gewicht aus und sind zudem kostengünstiger als Massivbau ¬ teile. Porenbeton wird beispielsweise häufig im Hausbau verwen ¬ det. Er zeigt eine gute Wärmedämmung und trägt damit zu geringe ¬ ren Energiekosten bei. Spanplatten werden sehr häufig im Möbelbau eingesetzt oder im Innenausbau verwendet. Der vielfältige Einsatz von Spanplatten ist insbesondere auf die kostengünstige Herstellung zurückzuführen.

Diese Leichtbauteile haben jedoch wesentliche Nachteile. Ein Nachteil liegt im Anbringen von Verbindungsmitteln, wie beispielsweise Schrauben oder Bolzen. Dazu werden typischerweise Inserts, beispielsweise Dübel, verwendet, die auf das Verbin ¬ dungsmittel abgestimmt sind. In einem ersten Schritt wird der Dübel in ein, meist vorgebohrtes, Loch eingebracht und durch das Einbringen des Verbindungsmittels erfolgt die Verankerung. Auf ¬ grund des leichten und porösen Materials werden die Verbindungs ¬ mittel auf diese Art jedoch häufig nur unzureichend in dem Mate ¬ rial verankert. Bei zu grosser Krafteinwirkung auf das Verbindungsmittel kann dieses aus seiner Verankerung gerissen werden, ein mit dem Verbindungsmittel verankertes Objekt kann sich von dem Bauteil lösen. Dies birgt ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung die Nachteile des Stands der Technik zu überwinden. Insbesondere ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein Bauteil bereitzustellen, das die Vorteile eines Leichtbauteils aufweist, aber dennoch eine optimale Verankerung von Verbindungsmitteln ermöglicht. Des Weiteren ist es insbesondere Aufgabe der Erfindung, ein automatisiertes Verfahren und/oder ein situationsbedingtes Einbringen oder Anbringen eines krafteinleitenden und/oder kraftableitenden Elements in ein solches Bauteil bereitzustellen.

Diese Aufgaben werden durch die Merkmale der unabhängigen An- sprüche gelöst.

Die Erfindung betrifft ein Bauteil umfassend einen ersten äusse ¬ ren Bereich, mindestens einen Zwischenbereich und einen zweiten äusseren Bereich. Die äusseren Bereiche weisen eine höhere Dich- te und/oder ein höheres Elastizitätsmodul als der mindestens ei ¬ ne Zwischenbereich auf. Der erste äussere Bereich und/oder der zweite äussere Bereich weist eine Öffnung, Schwächung oder Markierung auf und/oder in einer Abdeckung in einem Seitenbereich ist eine Öffnung, Schwächung oder Markierung vorgesehen. In den mindestens einen Zwischenbereich ist eine, insbesondere inji ¬ zierte und vorzugsweise vernetzte, Polymerzusammensetzung einge ¬ bracht. Die Polymerzusammensetzung ist zwischen dem ersten äusseren Bereich und dem zweiten äusseren Bereich und im Wesentlichen innerhalb des mindestens einen Zwischenbereichs und/oder im Bereich der Öffnung, Schwächung oder Markierung angeordnet. Die Polymerzusammensetzung ist derart angeordnet, dass ein me ¬ chanisches Verbindungsmittel durch den ersten äusseren Bereich und/oder den zweiten äusseren Bereich und/oder in der Abdeckung des Seitenbereichs hindurch ragend, in der Polymerzusammenset- zung fixiert oder fixierbar ist.

Das erfindungsgemässe Bauteil unterscheidet sich von bekannten Sandwichplatten darin, dass die einzelnen Bereiche graduell in- einander übergehen. Im Gegensatz hierzu sind Zwischenschicht und Deckschicht bei Sandwichplatten eindeutig identifizierbar.

Unter dem Seitenbereich bzw. den Seitenbereichen des Bauteils wird der Bereich bzw. die Bereiche verstanden, welche von den äusseren Bereichen und dem Zwischenbereich ausgebildet werden.

Unter Elastizitätsmodul, auch Youngscher Modul genannt, ist ein Materialkennwert, der den Zusammenhang zwischen Spannung und Dehnung bei der Verformung eines festen Körpers bei linear- elastischem Verhalten beschreibt. Das Elastizitätsmodul wird in Pascal (Pa) angegeben. Das Elastizitätsmodul eines der äusseren Bereiche ist vorzugsweise mindestens 10 % höher als das Elasti ¬ zitätsmodul des mindestens einen Zwischenbereichs. Besonders be ¬ vorzugt weisen der erste äussere Bereich und der zweite äussere Bereich ein Elastizitätsmodul auf, dass um mindestens 10 % höher ist als ein mittig angeordneter Bereich der Zwischenschicht. Das Bauteil ist vorzugsweise durch mindestens drei unterschiedliche Elastizitätsmodule charakterisiert, die von einem Zentrum, d.h. des mittig angeordneten Bereichs, der Zwischenschicht zu den äusseren Bereichen zunehmend angeordnet sind. Die beiden äusse ¬ ren Bereiche können unterschiedliche oder identische Elastizi ¬ tätsmodule aufweisen. Ähnlich kann es sich mit sich gegenüberliegenden Bereichen in der mindestens einen Zwischenschicht verhalten. Das Elastizitätsmodul kann abhängig vom Werkstofftyp mittels Zug oder Druckprüfung gemessen werden. Für Zugversuche können materialabhängig folgende Normen verwendet werden:

Metalle: DIN EN ISO 6892-1;

Kunststoffe: ISO 527; ASTM D 638;

Faserverstärkte Kunststoffe: ISO 14129;

- Hartschäume: ISO 1926; ASTM D 1623;

Fasern und Filamente: ISO 5079; ASTM D 3822.

Für Druckversuche kann die Norm ASTM D 3410 verwendet werden. Das Elastizitätsmodul kann mit der Dichte eines Stoffes korres ¬ pondieren, kann aber unabhängig von der Dichte sein.

Als Dichte im Sinne dieser Anmeldung ist die Massendichte, d. h. die Verteilung der Masse pro Volumen zu verstehen.

Die Dichte und/oder das Elastizitätsmodul nimmt/nehmen von dem Zwischenbereich in Richtung der äusseren Bereiche graduell zu, so dass die Randbereiche der äusseren Bereiche vorzugsweise die höchste Dichte und/oder das höchste Elastizitätsmodul aufweisen.

Unter einer Abdeckung wird bevorzugt eine Platte oder eine

Schiene verstanden. Die Abdeckung ist bevorzugt derart an einer Seite des erfindungsgemässen Bauteils angeordnet oder anorden- bar, dass die Öffnung, Schwächung oder Markierung in einem Bereich des seitlich freiliegenden Zwischenbereichs angeordnet ist .

Unter „fixiert" wird hier und im Folgenden verstanden, dass das Verbindungsmittel in oder an die Polymerzusammensetzung eingebracht oder angebracht ist. Unter „fixierbar" wird hier und im Folgenden verstanden, dass das Verbindungsmittel einbringbar in oder anbringbar an die Polymerzusammensetzung ist. Durch die Polymerzusammensetzung wird der Insert für ein Verbindungselement in situ erzeugt. Als Insert ist dabei zu verstehen, dass die Polymerzusammensetzung in das Bauteil aufgebracht wird. Es ist aber auch oder alternativ möglich, die Polymerzusammensetzung als sogenanntes Onsert auf das Bauteil aufzutragen.

Durch die Abstimmung der Eigenschaften der Polymerzusammensetzung und der Insert- bzw. Onsert-Geometrie können die Veranke ¬ rungseigenschaften der Verbindungselemente verbessert werden. Die hohe Dichte und/oder das hohe Elastizitätsmodul der äusseren Bereiche geben dem Bauteil eine hohe Festigkeit bei guter Flexi ¬ bilität, so dass auf Deckplatten und Deckschichten, wie sie in Sandwichbauteilen Verwendung finden, verzichtet werden kann. Auf das Bauteil wirkende Kräfte können gut auf die äusseren Bereiche abgeleitet werden.

Auf dieses Weise wird ein Bauteil bereitgestellt, welches die Vorteile eines Leichtbauteils beibehält und gleichzeitig ver- schiedene mechanische Verbindungen, bspw. verschiedene Schrau ¬ bentypen oder Gewindetypen, aufnehmen kann und hohen Krafteinwirkungen standhält. Zudem muss das Insert nicht wie bei han ¬ delsüblichen Metall- oder Kunststoffinserts auf eine definierte Schraube oder mechanisches Verbindungsmittel abgestimmt sein. Durch die Abstimmung der Eigenschaften der Polymerzusammensetzung und Insert-Geometrie können die physikalischen Eigenschaf ¬ ten des Krafteinleitungspunktes und damit des Bauteils optimiert werden. Des Weiteren können die Härte- und Elastizitätseigenschaften innerhalb eines Anschlusspunktes eingestellt werden, um so eine optimierte Krafteinleitung in die Bauteilstrukturen zu erzielen. Dies ist insbesondere bei dynamischen Lasten vorteil ¬ haft. Des Weiteren vorteilhaft ist, dass abhängig von der Poly ¬ merzusammensetzung erhöhte Ein- und Ausdrehwiederstände (Drehmo ¬ mente) gegenüber herkömmlichen Fixierungen in Metall- und Kunst- stoffinserts erzielt werden können. Durch die Eliminierung des

Metall- oder Kunststoffinserts in dem erfindungsgemässen Bauteil kann die Anzahl der Grenzschichten und somit das Fehlerrisiko bezüglich Adhäsion und/oder Korrosion reduziert werden. Das Bauteil kann eine Spanplatte sein. Beispielsweise ist es möglich, dass die Späne in dem äusseren Bereich eine höhere Dichte aufweisen als die Späne im Zwischenbereich. Die Späne im äusseren Bereich können feiner sein und/oder stärker zusammenge- presst sein. Es ist auch möglich, dass die Späne der äusseren Bereiche mit einem Harz ummantelt sind. Durch die Wahl des Har ¬ zes können die Eigenschaften der äusseren Bereiche, beispielsweise die Elastizitätseigenschaften, verändern und der geplanten Verwendung angepasst werden.

Bei den Spanplatten kann es sich beispielsweise um folgende Spanplatten-Typen handeln:

- OSB (Oriented Strand Board)

- Faserplatten (HDF, MDF, Weichfaser-Platten)

- Röhrenspanplatte.

Solche Spanplatten lassen sind kostengünstig herstellen, zeichnen sich durch ausgezeichnete Stabilität aus und sind besonders gut belastbar und langlebig.

Vorzugsweise ist das Bauteil porös oder umfasst poröse Bereiche, insbesondere die äusseren Bereiche und/oder der Zwischenbereich. Diese Bauteile zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei ver ¬ gleichbarer Stabilität und Flexibilität ein geringeres Gewicht als Massivbauteile aufweisen. In den Poren kann beispielsweise Luft eingeschlossen sein, dies führt zu guten Dämmungseigenschaften, insbesondere zu einer guten Wärmedämmung. Dies kann beispielsweise beim Einsatz im Bau oder Innenausbau von Häusern vorteilhaft sein.

Das Material des Bauteils ist vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe: Kunststoff, vorzugsweise geschäumt; mineralische Werk- Stoffe, vorzugsweise geschäumt; Pilzgeflechte; Metalle, vorzugs ¬ weise geschäumt; Holz. Durch die Wahl des Materials ergeben sich viele Einsatzmöglichkeiten. Zudem können die Eigenschaften des Bauteils durch die Wahl des Materials weiter optimiert werden. Das mechanische Verbindungsmittel kann aus der Gruppe umfassend Schraube, Gewindestange, Clip, Bolzen, Buchsen, Hülsen, Distanzhalter, Stifte, Nagel, Haken, Klammer, Feder, Nieten, Dübel, Profile, Laschen, Scharniere, Magnete, ausgewählt sein. Das Verbindungsmittel kann vor dem Einbringen der Polymerzusammensetzung vorpositioniert und mit der Polymerzusammensetzung angespritzt oder umspritzt werden oder nach dem Verfestigen der Polymerzusammensetzung in oder an diese eingebracht oder angebracht werden.

Die Polymerzusammensetzung kann entsprechend den Formulierungen offenbart in EP 2 589 478 AI gewählt werden. Diese werden durch Bezugnahme aufgenommen. Die Polymerzusammensetzung ist insbesondere ein Klebstoff mit den folgenden Eigenschaften. Der Kleb- Stoff ist bevorzugt ein schnell aushärtender Zweikomponentenklebstoff auf Basis von Polyharnstoff wie in EP 1 958 975 Bl o- der EP 2 871 194 beschrieben. Diese werden durch Bezugnahme aufgenommen . Bevorzugt umfasst die Polymerzusammensetzung eine isocyanathal- tige Komponente A und eine aminhaltige Komponente B. Die Kompo ¬ nente A enthält ein Isocyanat-terminiertes Präpolymer mit einer Isocyanat-Funktionalität von > 1,7, vorzugsweise von 1,7 < f NC o < 3, besonders bevorzugt im Bereich von 2 bis 3. Die Komponente B enthält wenigstens ein Di- und/oder Polyamin, vorzugsweise ein Polyetherdiamin und/oder Polyetherpolyamin . Das stöchiometrische Verhältnis von Isocyanatgruppen in Komponente A zu Amingruppen in Komponente B beträgt hierbei 0,5 bis 1,2, besonders bevorzugt 1.

Besonders bevorzugt umfasst die Polymerzusammensetzung eine ers- te Komponente A und eine zweite Komponente B. Die Komponente A enthält ein monomeres Polyisocyanat , insbesondere monomeres Diisocyanat, und ein isocyanat-terminiertes Präpolymer und/oder ein Präpolymergemisch mit einer Isocyanatfunktionalität ^ 1.7, bevorzugt im Bereich von 1.7 < f NC o < 3, besonders bevorzugt im Bereich von 2 < f NC o < 3. Die zweite Komponente B enthält ein Di- und/oder Polyamin, insbesondere ein Polyetherdiamin und/oder ein Polyetherpolyamin; und einen Trimerisierungskatalysator . Das stöchiometrische Verhältnis von Isocyanatgruppen in der ersten Komponente A zu in der Zusammensetzung enthaltenen isocyanat- reaktiven Wasserstoffatomen in der zweiten Komponente B beträgt 7.5 bis 25, bevorzugt 10 bis 20, besonders bevorzugt 15. Es wird somit ein Zwei-Komponenten-Polymerzusammensetzung verwendet, bei welcher in einem ersten Schritt über eine Reaktion des im Überschuss vorhandenen monomeren Polyisocyanats (insbesondere des Diisocyanats ) mit dem Polyamin ein zweites Präpolymer gebil ¬ det wird. Diese Reaktion ist stark exotherm. Gleichzeitig er ¬ folgt eine Vernetzung des isocyanat-terminierten Präpolymers der Komponente A durch in der Komponente B bereitgestellte Amine. Im weiteren Reaktionsverlauf kommt es unter dem Einfluss von ein- schlägigen Katalysatoren, insbesondere Kaliumoctoat , vorwiegend zu einer Trimerisierung der vorhandenen Isocyanatgruppen. So weist die Polymerzusammensetzung im Vergleich zu üblichen Polyurethan- und Polyurea-Klebstoffen sowohl höhere Zugfestigkeit und Wärmebeständigkeit als auch eine höhere Schlagzähigkeit auf als andere hochfeste Klebstoffe wie beispielsweise Epoxidharze.

Grundsätzlich sind auch andere zweikomponentige, zu Duromeren aushärtende, flüssige Klebstoffe auf Basis von Polyurethan, Epo- xid oder Acrylat einsetzbar. Der Klebstoff wird als flüssig be ¬ zeichnet im bestimmungsgemässen Auftragszustand bei einer Visko ¬ sität von <10000 mPas, vorzugsweise <300 mPas, idealerweise <100 mPas (gemessen im Mischkopf des Applikators bei 35°C-65°C, vor- zugsweise 50°C und einen Druck von 70-140 bar, vorzugsweise 100 bar) . Diese Mischviskosität kann durch Anwählen der Temperatur der Komponenten weiter optimiert werden.

Das Aushärten bezeichnet in diesem Zusammenhang die chemische Verfestigung des Klebstoffes durch Polymerisation, -kondensation und -addition. Derart wird eine schnell insbesondere chemisch abbindende, strukturell belastbare Polymerzusammensetzung be ¬ reitgestellt . Die Öffnung kann ausgewählt sein aus der Gruppe Schlitz, Bohrung, insbesondere kreisrunde Bohrung. Diese können mechanisch durch Bohren, Fräsen, Stanzen, Schlitzen, Perforieren, Lasern, Schleifen, Schneiden, chemisch oder thermisch eingebracht werden. Dabei kann eine Öffnung, mehrere Öffnungen, mehrere ver- gleichsweise kleine Öffnungen, welche rund, eckig oder schlitz ¬ artig ausgestaltet sein. Freiformen sind ebenfalls möglich. Der ¬ art kann die Polymerzusammensetzung besonders vorteilhaft in die Zwischenschicht eingebracht werden. Durch die Wahl der Öffnung als eine nicht-runde Öffnung bei ¬ spielsweise als Schlitz wird ein Anschlusspunkt bereitgestellt, der einen Formschluss als Verdrehsicherung der verfestigten Polymerzusammensetzung sicherstellt. Derart können grösserer Kräfte aufgenommen werden.

Bei der Wahl der Öffnung als kleine, schmale Öffnungen kann eine verdeckte Montage ermöglicht werden. Die Polymerzusammensetzung kann derart ausgestaltet sein, dass die Polymerzusammensetzung eine Hinterschneidung ausbildet. Dabei ist die Hinterschneidung bevorzugt am ersten äusseren und/oder am zweiten äusseren Bereich, besonders bevorzugt am dem Zwischenbereich zugewandten Bereich des ersten äusseren Bereichs und/oder des zweiten äusseren Bereichs, ausgebildet. Somit kann eine formschlüssige Verbindung zwischen der Polymerzusammenset ¬ zung und dem ersten äusseren Bereich und/oder dem zweiten äusseren Bereich ausgebildet werden, sodass besonders starke Kräfte eingeleitet und auf die äusseren Bereiche abgeleitet werden kön ¬ nen .

Des Weiteren kann die Polymerzusammensetzung derart ausgestaltet sein, dass es eine Stoffschlüssige, d.h. adhäsive, und/oder formschlüssige und/oder kraftschlüssige Verbindung ausbildet.

Die Stoffschlüssige Verbindung ist bevorzugt zwischen der Poly ¬ merzusammensetzung und dem Zwischenbereich und/oder dem ersten äusseren Bereich und/oder dem zweiten äusseren Bereich ausgebildet. Auch durch diese Ausgestaltung werden besonders starke Kräfte eingeleitet und auf die äusseren Bereiche abgeleitet.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Bauteils wie vorhergehend beschrieben, mit mindestens einem Insert und/oder Onsert aus einer vorzugsweise vernetzbaren Polymerzusammensetzung. Das Verfahren umfasst den Schritt Bereitstellen eines Bauteils umfassend einen erste äusseren Bereich, mindestens einen Zwischenbereich und einen zweiten äusseren Bereich. Die äusseren Bereiche weisen dabei eine höhere Dichte und/oder ein höheres Elastizitätsmodul als der mindestens eine Zwischenbereich auf. Der erste äussere Bereich und/oder der zweite äussere Bereich weist eine Öffnung, Schwä ¬ chung oder Markierung auf und/oder in einer Abdeckung eines Sei- tenbereichs ist eine Öffnung, Schwächung oder Markierung vorgesehen .

Das Verfahren umfasst des Weiteren den Schritt des Einbringens, insbesondere Injizieren, einer vernetzbaren Polymerzusammenset ¬ zung an der Stelle der Markierung oder der Schwächung oder durch die Öffnung zwischen dem ersten äusseren Bereich und dem zweiten äusseren Bereich und im Wesentlichen innerhalb des mindestens einen Zwischenbereichs.

Ein weiterer Schritt ist das Verfestigen der Polymerzusammenset ¬ zung zwischen den Bereichen derart, dass ein mechanisches Verbindungsmittel durch den ersten äusseren Bereich und/oder den zweiten äusseren Bereich und/oder die Abdeckung des Seitenbe- reichs, hindurch ragend, in der Polymerzusammensetzung fixierbar ist .

Derart wird ein Verfahren bereitgestellt, mit welchem in einem schnellen Prozess Insert- und Onsertlösungen für Leichtbau- Strukturen erzielt werden, welche nicht die typische Schichtbau ¬ weise von Sandwichplatten aufweisen. Ein vordefiniertes Insert, welches bspw. eingeklebt wird, benötigt es hierbei nicht. Des Weiteren wird eine Schädigung der äusseren Bereiche minimiert und der Krafteinleitungspunkt ist im Unterschied zu herkömmli- chen Lösungen nicht an den Insert- oder Onsertdurchmesser gebunden. Das Verfahren ist kosteneffizienter und erhöht die Prozesssicherheit. Standardisierte Zusatzteile müssen nicht bereitge ¬ stellt werden. Bevorzugte Polymerzusammensetzungen sind die vorgängig beschriebenen . Die vernetzbare Polymerzusammensetzung kann ein, insbesondere zwei-komponentiger, Klebstoff sein. Derart wird eine Polymerzu ¬ sammensetzung eingebracht, die nach dem Verfestigen strukturell belastbar und insbesondere nicht expandierend ist. Eine hohe Krafteinleitung wird beispielsweise über die Gewindeschneidung des mechanischen Verbindungsmittels erzielt. Durch die exother ¬ men Eigenschaften der Polymerzusammensetzung kann die Zwischenschicht und/oder bestehende Klebeschichten des Bauteils beim Ab ¬ reagieren der Polymerzusammensetzung bereichsweise aufgeschmol- zen werden. Derart wird die Verankerung der Polymerzusammenset ¬ zung verbessert; das Verarbeiten von Befestigungselement auf Plastik, beispielsweise Plastikschrauben, wird verbessert. Be ¬ vorzugte Polymerzusammensetzungen sind wie vorgängig beschrieben .

Die vernetzbare Polymerzusammensetzung kann eine Topfzeit im Be ¬ reich von 1 bis 15 sek, bevorzugt 2 bis 10 sek, besonders bevor ¬ zugt 3 bis 7 sek, aufweisen. Derart verfliesst die Polymerzusammensetzung an der Zielstelle nicht und entsprechend sind keine Positionierungshilfen beispielsweise Siebhülsen zur Positionierung der Polymerzusammensetzung notwendig. Des Weiteren kann das Bauteil umgehend weiterverarbeitet werden, da die Polymerzusam ¬ mensetzung in sehr kurzer Zeit die notwendige Festigkeit auf ¬ weist, um beispielsweise eine belastbare Verbindung zu einem weiteren Bauteil mittels des Verbindungsmittels herzustellen.

Unter der Topfzeit wird gemäss DIN EN 923:1998-05 die Zeitspanne verstanden, in der ein Mehrkomponentenklebstoff nach dem Mischen verarbeitet werden kann. Die Topfzeit wurde nach dem „Verfahren 3: Bestimmung durch manuelle Auftragung" der DIN EN 14022:2010 bestimmt (Deutsche Fassung) . Dabei muss selbstverständlich die schnelle Reaktionszeit des Systems berücksichtigt werden. Das Verfahren kann des Weiteren den Schritt des Anbringens oder Einbringens eines Verbindungsmittels an bzw. in die Polymerzu ¬ sammensetzung vor oder nach dem Verfestigen der Polymerzusammensetzung aufweisen. „In die Polymerzusammensetzung" heisst, dass das Verbindungsmittel an der Zielstelle vorpositioniert sein kann, sodass das Verbindungsmittel von der Polymerzusammenset ¬ zung umspritzt wird. Alternativ wird das Verbindungsmittel in die verfestigte Polymerzusammensetzung eingebracht, beispiels ¬ weise wird eine Schraube eingedreht.

Das Verbindungsmittel ist vorzugsweise ein Verbindungsmittel wie vorhergehend beschrieben.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Kit für die Her- Stellung eines Bauteils, insbesondere eines Bauteils wie vorher ¬ gehend beschrieben, mit mindestens einem Insert und/oder Onsert aus einer vorzugsweise vernetzten Polymerzusammensetzung. Die Polymerzusammensetzung weist eine vernetzbare, insbesondere zwei-komponentige, Polymerzusammensetzung auf.

Das Kit umfasst weiter Anwendungshinweise zur Durchführung eines Verfahrens wie vorhergehend beschrieben.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Bauteils nach den vorhergehend beschriebenen Schritten, wobei das Verfahren zusätzlich umfasst das Verbinden des Bauteils an ein weiteres Element umfassend den Schritt des Anbringens oder Einbringens eines Verbindungsmittels in die Po ¬ lymerzusammensetzung vor oder nach dem Verfestigen der Polymerzusammensetzung .

Des Weiteren betrifft die Erfindung die Verwendung eines Bauteils, wie vorhergehend beschrieben, im Bereich Strassenbau, insbesondere Nutzfahrzeuge, PKW, Nutzfahrzeuge, Formel 1, Reise- mobile, Zwei/Dreirad, temporäre Strassenbeläge ; Schienenbau, insbesondere Bahn, Tram, Seilbahnen; Luftfahrtbau, insbesondere Raumfahrt, Flugzeuge, Drohnen, Satelliten; Schifffahrtsbau, insbesondere Yacht & Superyacht, Fluss-, Transport-, Kreuzfahrt- schiffe; Bau, insbesondere Fassaden und Dächer, Böden, Brücken, Aufzug, Rolltreppen, mobile Behausung; Innenausbau, insbesonde ¬ re Möbel, Decken, Wände, Böden, Ladenbau Messebau, Bühnenbau, Bühnenbau, Display, Türen, Trennwände, Türen; Sport, insbesonde ¬ re Wintersport und Wassersport; Logistik, insbesondere Contai- ner, Tanks, Paletten, Verpackungen; Energie, insbesondere Wind- Energieanlagen, Solar-Anlagen; Maschinenbau, insbesondere Stanzwerkzeuge, Verkleidungen, bewegte Teile; Medizin, insbesondere Zahnimplantate, Implantate, Fixierungen; Wehrtechnik, insbesondere Raketen.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand von exemplarischen Ausführungen näher beschrieben.

Es zeigen:

Figur 1: Schnittskizzen von erfindungsgemässen Bauteilen mit Po lymerzusammensetzungen als Inserts (Varianten A bis H)

Figur 2: Schnittskizzen von erfindungsgemässen Bauteilen mit Po- lymerzusammensetzungen als Inserts (Varianten A bis C) ;

Figur 3: Varianten möglicher Öffnungen des erfindungsgemässen

Bauteils ; Figur 4: Schnittskizzen von erfindungsgemässen Bauteils als,

Eck- (A, B) , T- (C) oder Endverbindungen (D) ; Figur 5: Exothermie beim Einbringen der Polymerzusammensetzung im Vergleich zu Flüssigdübeln.

Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Zeichnun- gen einer symbolischen Wiedergabe der Erfindung dienen.

Figur 1 zeigt ein erfindungsgemässes Bauteil 1 aufweisend einen erste äusseren Bereich 11 und einen zweiten äusseren Bereich 12, welche in einen Zwischenbereich 13 übergehen. Für die nachfol- gend beschriebenen Ausführungen wurde durch den ersten äusseren Bereich 13 eine Öffnung 31 gebohrt und Material des Zwischenbe ¬ reichs 13 entfernt. Im Bereich einer Öffnung 31 und im Bereich des Zwischenbereichs 13 befindet sich eine vernetzte Polymerzu ¬ sammensetzung 21 als Insert.

In Variante A steht die Polymerzusammensetzung 21 in Kontakt mit dem zweiten äusseren Bereich 12. In die Polymerzusammensetzung 21 kann ein Verbindungsmittel an- oder eingebracht werden, bei ¬ spielsweise kann eine Schraube eingedreht werden.

In Variante B weist die Polymerzusammensetzung 21 eine Ausspa ¬ rung 22 auf, welche zum Einbringen eines Verbindungsmittels, hier einer Schraube 41, ausgestaltet ist. Variante C zeigt eine Polymerzusammensetzung 21 als Insert, wel ¬ che nicht in Kontakt mit dem zweiten äusseren Bereich 12 steht. Hierbei ist eine Schraube 41 in die Polymerzusammensetzung 21 eingebracht . Variante D zeigt eine Polymerzusammensetzung 21 als Insert, wel ¬ che nicht in Kontakt mit dem zweiten äusseren Bereich 12 steht, und weist eine Positionierungshilfe, hier eine Kerbe, in der Po ¬ lymerzusammensetzung im Bereich der Öffnung 31 auf. Mittels der Positionierungshilfe wird eine Schraube 41 am zentralen Bereich der Polymerzusammensetzung positioniert und eingebracht.

Variante E zeigt eine Polymerzusammensetzung 21 als Insert, wel- che nicht in Kontakt mit dem zweiten äusseren Bereich 12 steht, und eine in der Polymerzusammensetzung vorpositionierte Schraube 41 auf, wobei das Gewinde der Schraube durch eine Öffnung 31 aus dem Bauteil 1 hinausragt. Die Schraube 41 wurde vor dem Einbrin ¬ gen der Polymerzusammensetzung 21 im Bereich des Zwischenbe- reichs 13 positioniert und anschliessend mit der Polymerzusam ¬ mensetzung 21 umspritzt. Eine Deckplatte 42 und eine Mutter 43 können an das freiliegende Gewinde der Schraube 41 angebracht werden . Die Varianten C, D und E sind besonders vorteilhaft zur Entkopp ¬ lung von Vibrationen, akustischen und/oder thermischen Entkopplungen. Des Weiteren können Kräfte gerichtet nur auf einen der äusseren Bereiche abgeleitet werden. In Variante F steht die Polymerzusammensetzung 21 in Kontakt mit dem zweiten äusseren Bereich 12. Die Polymerzusammensetzung 21 ragt durch die Öffnung 31 aus dem ersten äusseren Bereich 11 hinaus und weist ein Positionierungselement oder Fixierungsele ¬ ment 23 auf. Am Positionierungselement oder Fixierungselement 23 kann ein weiteres Element angebracht werden, welches derart aus ¬ gestaltet ist, dass es eine formschlüssige Verbindung mit Posi ¬ tionierungselement oder Fixierungselement 23 ausbildet. Positio ¬ nierungselemente oder Fixierungselemente können Laschen, Winkel, Bolzen, Clips, Hülsen, Innengewinde, Schrauben, Stifte, Ausspa- rungen, Vorsprünge, Schienen, Widerhaken oder Nieten sein. In Variante G weist die Polymerzusammensetzung 21 ein Innengewinde 44 auf, welches zum Eindrehen einer Schraube 41 ausgestal ¬ tet ist. Variante H zeigt ein Bauteil 1, wobei die Polymerzusammensetzung 21 in Kontakt mit dem zweiten äusseren Bereich 12 steht, nicht jedoch mit dem ersten äusseren Bereich 11. Dies ist besonders vorteilhaft zur Entkopplung von Vibrationen, akustischen

und/oder thermischen Entkopplungen. Des Weiteren können Kräfte gerichtet nur auf einen der äusseren Bereiche abgeleitet werden.

Figur 2 zeigt weitere erfindungsgemässe Bauteile 1 aufweisend einen erste äusseren Bereich 11 und einen zweite äusseren Bereich 12, wobei ein Zwischenbereich 13 zwischen den beiden äusseren Bereichen 11, 12 angeordnet ist. Der erste äussere Be ¬ reich 11 und der zweite äussere Bereich gehen graduell in den Zwischenbereich über. In Variante A weist der erste äussere Be ¬ reich 11 eine Öffnung 31 auf. Durch spezielle Hinterschnittfrä ¬ sen wird Material des Zwischenbereichs entfernt und so die Form der hinterher eingebrachten Polymerzusammensetzung 21 in dem

Zwischenbereich vorgegeben. Durch die Öffnung 31 wurde eine vernetzbare Polymerzusammensetzung 21 in einen Bereich des Zwischenbereichs 13 injiziert. Die Polymerzusammensetzung 21 bildet eine Hinterschneidung und steht bereichsweise in Kontakt mit der dem Zwischenbereich 13 zugewandten Teil des ersten äusseren Bereichs 11. Derart ist eine Hinterschneidung an dem ersten äusse ¬ ren Bereich 11 ausgebildet. Eine Schraube 41 ist in der vernetz ¬ ten Polymerzusammensetzung 21 positioniert. Derart wird eine ho ¬ he Krafteinleitung gewährleistet. Variante A ist besonders vor- teilhaft zur Entkopplung von Vibrationen, akustischen und/oder thermischen Entkopplungen. Des Weiteren können Kräfte gerichtet nur auf einen der äusseren Bereiche abgeleitet werden. In Variante B steht die Polymerzusammensetzung 21 in Kontakt mit dem zweiten äusseren Bereich 12. Dabei ist die Form der Polymerzusammensetzung 21 im verfestigten Zustand derart gewählt, dass eine verbesserte Krafteinleitung gewährleistet wird. Im Kontakt- bereich zwischen der Polymerzusammensetzung 21 und dem zweiten äusseren Bereich 12 ist die Polymerzusammensetzung 21 verbreitert im Vergleich zum Bereich der Öffnung 31, so dass eine hohe Kraftableitung auf den äusseren Bereich 12 möglich ist. In Variante C steht die Polymerzusammensetzung 21 in Kontakt mit dem ersten äusseren Bereich 11 und dem zweiten äusseren Bereich 12. In dem ersten äusseren Bereich 11 befindet sich eine Öffnung 31. In dem zweiten äusseren Bereich 12 befindet sich eine Öffnung 31 λ . Die Polymerzusammensetzung 21 dient auch als Distanz- halter der beiden äusseren Bereiche 11, 12 bei lokalem Druck senkrecht zu den Bereichen. Die Polymerzusammensetzung 21 weist eine Aussparung 22 auf, die sich von der Öffnung 31 zur Öffnung 31 λ erstreckt. Derart kann ein Verbindungsmittel, beispielsweise ein Stift, durch die Öffnungen 31, 31 λ geführt und positioniert werden. Derart können krafteinleitende Verbindungen über den ersten äusseren Bereich 11 und den zweiten äusseren Bereich 12 ausgestaltet werden.

Figur 3 zeigt Öffnungen eines erfindungsgemässen Bauteils (vgl. 31 in Figuren 1 und 2) . Die Öffnung kann kreisrund (Variante A) , kreisrund mit mindestens einer Kerbe (Variante B) , als gerader Schlitz (Variante C) , als einseitig gekrümmter Schlitz oder zweiseitig gekrümmter Schlitz (Variante D) ausgestaltet sein. Ebenso kann die Öffnung mehrere, vorzugsweise zwei, kreisrunde Öffnungen zum Einbringen der Polymerzusammensetzung des erfin- dungsgemässen Bauteils aufweisen (Variante E) . In den Varianten B bis E sorgen die Öffnungen für eine Verdrehsicherung der Polymerzusammensetzung (vgl. 21 in Figuren 1 und 2) im Bauteil (vgl. 1 in Figuren 1 und 2), sofern die Polymerzusammensetzung im Bereich der Öffnung angeordnet ist.

Figur 4 zeigt erfindungsgemässe Bauteile mit Eck- (Varianten A, B) , T- (Variante C) oder Endverbindungen (Variante D) .

Variante A zeigt ein Bauteil 1 mit einem ersten Bauteil und ei ¬ nem zweiten Bauteil. Das erste Bauteil wird von einem ersten äusseren Bereich 11 und einem zweiten äusseren Bereich 12 gebil- det, wobei die äusseren Bereiche 11 und 12 graduell in einen

Zwischenbereich 13 übergehen. Der erste äussere Bereich 11 weist eine Öffnung 31 auf. Der zweite äussere Bereich 12 weist eine Öffnung 31 λ auf. Das zweite Bauteil wird von einem ersten äusse ¬ ren Bereich 11 λ und einem zweiten äusseren Bereich 12 λ gebildet, wobei die äusseren Bereiche 11 λ und 12 λ graduell in einen Zwi ¬ schenbereich 13 λ übergehen. Das erste Bauteil und das zweite Bauteil bilden eine Eckverbindung aus, wobei der erste äussere Bereich 11 mit dem ersten äusseren Bereich 11 der zweite äussere Bereich 12 mit dem zweiten äusseren Bereich 12 λ und der Zwischenbereich 13 mit dem Zwischenbereich 13 λ in Kontakt stehen .

Durch die Öffnungen 31 wurde eine erste Polymerzusammensetzung 21 in einen Bereich des Zwischenbereichs 13 und einen Bereich des Zwischenbereichs 13 λ injiziert, wobei die Polymerzusammen ¬ setzung 21 in Kontakt mit den den Zwischenbereichen 13 und 13 λ zugewandten Bereichen der äusseren Bereiche 11 und 11 λ steht. Durch die Öffnung 31 λ wurde gleichermassen eine zweite Polymerzusammensetzung 21 λ in einen Bereich des Zwischenbereichs 13 und einen Bereich des Zwischenbereichs 13 λ injiziert, wobei die Po ¬ lymerzusammensetzung 21 in Kontakt mit den den Zwischenbereichen 13 und 13 λ zugewandten Bereichen der äusseren Bereiche 12 und 12 λ steht. Bevorzugt weisen die erste Polymerzusammensetzung 21 und die zweite Polymerzusammensetzung 21 λ die gleiche chemische Zusammensetzung auf. Derart wird auf besonders einfache Art und Weise eine Eckverbindung zwischen zwei Bauteilen ausgebildet. Die vorgängig erläuterten Vorteile für Bauteile gelten hier gleichermassen .

Variante B unterscheidet sich dadurch von Variante A, dass eine einzige Öffnung 31 in dem ersten äusseren Bereich 11 ausgebildet ist, durch welche eine Polymerzusammensetzung 21 injiziert wird. Hierbei steht die Polymerzusammensetzung 21 in Kontakt mit der den Zwischenbereichen 13 und 13 λ zugewandten Bereichen der äusseren Bereiche 11, 11 12, 12 λ . Die Polymerzusammensetzung 21 bildet eine Strebe zwischen den äusseren Bereichen im Bereich der Eckverbindung. Derart wird auf besonders einfache Art und Weise eine Eckverbindung zwischen zwei Bauteilen ausgebildet. Die vorgängig erläuterten Vorteile für Bauteile gelten hier gleichermassen .

Variante C zeigt eine T-Verbindung eines ersten Bauteils und ei- nes zweiten Bauteils. Das erste Bauteil ist wie für Variante B beschrieben ausgestaltet. Das zweite Bauteil weist in dem ersten äusseren Bereich 11 λ eine Öffnung 31 λ auf. Das erste und das zweite Bauteil sind in einem Winkel von im Wesentlichen 90° angeordnet. Die Öffnung 31 λ des zweiten Bauteils ist im Bereich des Zwischenbereichs 13 des ersten Bauteils angeordnet. Andere Winkel sind anwendungsspezifisch ebenfalls möglich. Durch die Öffnung 31 wird eine Polymerzusammensetzung 21 in einen Bereich des Zwischenbereichs 13 und in einen Bereich 13 λ injiziert.

Hierbei gelangt die Polymerzusammensetzung 21 anteilig durch die Öffnung 31 λ in den Zwischenbereich 13 λ . Die Polymerzusammenset ¬ zung 21 verbindet die äusseren Bereiche 11, 12, 11 λ und 12 λ . Derart wird eine T-Verbindung zweier Bauteile auf einfache Art und Weise ausgebildet. Die vorgängig erläuterten Vorteile für Bauteile gelten hier gleichermassen .

Variante D zeigt ein Bauteil 1 aufweisend einen ersten äusseren Bereich 11 und einen zweiten äusseren Bereich 12, wobei die äusseren Bereiche 11, 12 graduell in einen Zwischenbereich 13 übergehen. In einem Endbereich der äusseren Bereiche 11 und 12 ist eine Abdeckung als Schiene 51 angeordnet, welche in Kontakt mit den von dem Zwischenbereich 13 wegweisenden Bereichen der äusseren Bereiche 11 und 12 und dem Teil des Zwischenbereich 13 steht, der nicht in Kontakt mit den äusseren Bereichen 11, 12 steht. Die Schiene 51 weist eine Öffnung 31 λ λ auf, welche in dem vorstehend genannten Bereich des Zwischenbereichs 13 angeordnet ist. Durch die Öffnung 31 λ λ wurde eine Polymerzusammensetzung 21 in den Endbereich des Zwischenbereichs 13 injiziert. Die Poly ¬ merzusammensetzung steht in Kontakt mit Oberflächen der äusseren Bereiche 11 und 12, welche dem Zwischenbereich 13 zugewandt sind . Figur 5 zeigt den Kurvenverlauf der Temperaturen einer erfin- dungsgemässen Polymerzusammensetzung (A) und eines handelsüblichen Flüssigdübels (B) gemessen im Kern. Auf der X-Achse ist die Zeit in minisek und auf der Y-Achse die Temperatur in °C aufge ¬ tragen. Für den Vergleich wurde eine zweiteilige Form aus Po- lyethylen hergestellt. Die Form weist eine kreisrunde Bohrung mit 10 mm Durchmesser und 15 mm Tiefe auf. Die Polymerzusammensetzungen wurden bei Raumtemperatur mittels Kartuschen eingebracht und der Temperaturverlauf mit einem Temperaturfühler ge ¬ messen und aufgezeichnet. Die Temperaturmessung erfolgte in 4 mm Tiefe.

Der Temperaturverlauf ist für beide Systeme exotherm, wobei die erfindungsgemässe Polymerzusammensetzung (A, Kern 3058_1) eine deutlich höher Kerntemperatur mit 80 °C im Vergleich zur Vergleichszusammensetzung des Flüssigdübels (B) mit einer Kerntemperatur von 50 °C aufweist. Diese wird zudem schneller, d.h. innerhalb von 15 sek erreicht. Die Vergleichszusammensetzung er- reicht die höchste Kerntemperatur nach ca. 1 min 15 sek.

Mit der erfindungsgemässen Polymerzusammensetzung in einem Bauteil wird damit eine bessere Verankerung, beispielsweise durch ein Anschmelzen bzw. Aufschmelzen des Zwischenbereichs aus Ther- moplasten, bspw. von Bauteilen mit einem Zwischenbereich aus Polystyrol erreicht. Des Weiteren können derart bspw. Plastikschrauben verbessert in der eingebrachten Polymerzusammensetzung verankert werden.