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Patent Searching and Data


Title:
COMPONENT AND METHOD FOR PRODUCING A COMPONENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2014/124822
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a component comprising a structural element and an opening region having a specific size. The invention further relates to a method for producing a component. The problem of the invention to specify a component and a method for producing a component, wherein the component can be produced in a simple and cost-effective manner and satisfies the requirements, in particular with respect to acoustics, optics and/or corrosion, is solved with regard to the device in that the structural element provides the opening region in the component by means of a formed region and the formed region consists at least in part of a material having shape-memory characteristics, which material guarantees, when activated, at least a decrease in size of the opening region by means of a change of shape.

Inventors:
FECHTE-HEINEN, Rainer (Morianstraße 26, Bottrop, 46238, DE)
PATBERG, Lothar (Friesenstraße 35, Moers, 47445, DE)
KEVENHÖRSTER, Joseph Georg (Winterkamp 63, Bochum, 44805, DE)
JENTSCH, Kai Uwe (Dorsterfeldstrasse 42, Moers, 47447, DE)
FLASKAMP, Thomas (Oberstraße 17, Duisburg, 47051, DE)
COTT, Andreas (Ziegenbergstraße 2, Waltershausen, 99880, DE)
HILFRICH, Erik (Gerhart-Hauptmann-Straße 20, Düsseldorf, 40470, DE)
Application Number:
EP2014/051953
Publication Date:
August 21, 2014
Filing Date:
January 31, 2014
Export Citation:
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Assignee:
THYSSENKRUPP STEEL EUROPE AG (Kaiser-Wilhelm-Str. 100, Duisburg, 47166, DE)
International Classes:
B62D29/00; B60R21/04; B60R21/38; B62D21/15; F16F7/12
Foreign References:
US20060028051A12006-02-09
DE102009052716A12010-10-07
US20060202492A12006-09-14
EP2039902A22009-03-25
FR2713361A11995-06-09
US20050158573A12005-07-21
US7582349B12009-09-01
DE102009052716A12010-10-07
JPS5973325A1984-04-25
Attorney, Agent or Firm:
COHAUSZ & FLORACK PATENT- UND RECHTSANWÄLTE PARTNERSCHAFTSGESELLSCHAFT MBB (Bleichstraße 14, Düsseldorf, 40211, DE)
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Claims:
Patentansprüche

Bauteil

mit einem Konstruktionselement (12a-g) und

mit einem eine bestimmte Größe aufweisenden

Öffnungsbereich (8a-g)

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s das Konstruktionselement (12a-g) mittels eines geformten Bereichs (16a-g) den Öffnungsbereich (8a-g) in dem

Bauteil (lOa-g) bereitstellt und

der geformte Bereich (16a-g) zumindest teilweise aus einem Werkstoff mit Formgedächtniseigenschaften besteht, welcher bei Aktivierung durch eine Formänderung zumindest eine Verringerung der Größe des Öff ungsbereichs (8a-g) gewährleistet .

Bauteil nach Anspruch 1,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Konstruktionselement (12a-g) aus einem Werkstoff mit Formgedächtniseigenschaften hergestellt ist.

Bauteil nach Anspruch 1 oder 2,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s als Werkstoff mit Formgedächtniseigenschaften zumindest teilweise eine Formgedächtnislegierung, insbesondere eine Fe-Legierung, Fe-Mn-Legierung, Fe-Mn-Si-Legierung, eine Fe-Mn-Si-Cr-Legierung oder eine Fe-Mn-Si-Cr-Ni-Legierung, vorgesehen ist. Bauteil nach Anspruch 3,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Formgedächtnislegierung neben Eisen und

unvermeidbaren Verunreinigungen die folgenden

Legierungselemente in Gew.-% enthält:

12 % < Mn < 45 %,

1 % < Si < 20 %,

Cr < 20 %,

Ni < 20%,

Mo < 20%,

Cu < 20%,

Co < 20%,

AI < 10%,

Mg < 10%,

V < 2 %,

Ti < 2 %,

Nb < 2 %,

W < 2 %,

C < 1 %,

N < 1 %,

P < 0,3 %,

Zr < 0,3 %,

B < 0,01 %.

Bauteil nach Anspruch 3 oder 4,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Formgedächtnislegierung neben Eisen und unvermeidbaren Verunreinigungen die folgenden Legierungselemente in Gew.- % enthält: 25 % < n < 32 %,

3 % < Si < 8 %,

3 % < Cr < 6 %,

Ni < 4 %,

C < 0,07 %, bevorzugt 0,01 % < C < 0,07 %, und/oder

N < 0,07 %, bevorzugt 0,01 % < N < 0,07 %,

0, 1 % < Ti < 1, 5 % oder

0,1 % < Nb < 1,5 % oder

0,1 % < W < 1,5 % oder

0,1 % < V < 1,5 %.

Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Konstruktionselement (12a-g) zumindest teilweise flach und separat vom Bauteil (lOa-g) ausgebildet ist, insbesondere in Form eines Blechs, insbesondere eines Verstärkungsblechs .

Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das das Bauteil (lOa-g) ein Profil, insbesondere ein Hohlprofil, oder ein Innenblech, insbesondere einer

Motorhaube ist.

Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s der geformte Bereich (16a-g) zum Bereitstellen des

Öffnungsbereichs (8a-g) durch ein Biegen und/oder durch ein Falten des Konstruktionselements (12a-g) gebildet ist

9. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 8,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s der Öff ungsbereich (8a-g) innerhalb des

Konstruktionselements (12a-g) oder durch den Rand (14a-c) des Konstruktionselements (12a-g) gebildet wird

10. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 9,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Konstruktionselement (12a-g) einen geformten

Anbindungsbereich (2a) zum Bauteil, insbesondere einen geformten Flanschbereich, aufweist.

11. Bauteil nach Anspruch 10,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das der geformte Anbindungsbereich (2a) eine reduzierte oder keine Formänderung bei Aktivierung aufweist.

12. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 11,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Konstruktionselement (12a-g) bei Aktivierung ein

Übermaß gegenüber dem Öffnungsbereich (8a-g) aufweist und/oder ein zusätzliches Dichtelement im Öffnungsbereich vorgesehen ist. 13. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 12,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s der Öffnungsbereich (8a-g) durch die Formänderung bei Aktivierung zumindest teilweise geschlossen ist. 14. Verfahren zur Herstellung eines Bauteils, insbesondere eines Bauteils nach einem der Ansprüche 1 bis 13, umfassend die Schritte: Formen zumindest eines Bereichs eines

Konstruktionselements eines Bauteils, sodass das

Konstruktionselement einen eine bestimmte Größe

aufweisenden Öffnungsbereich in dem Bauteil bereitstellt, wobei der geformte Bereich zumindest teilweise aus einem Werkstoff mit Formgedächtniseigenschaften besteht,

Aktivieren einer Formänderung, sodass die Größe des Öff ungsbereichs durch die Formgedächtniseigenschaften zumindest verringert wird.

Verfahren nach Anspruch 14,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Aktivieren durch Erwärmen durchgeführt wird,

insbesondere in einem separaten Schritt oder eine andere Wärmebehandlung, insbesondere eine Einbrennbehandlung im Lackierprozess, zum Erwärmen genutzt wird.

Description:
Bauteil und Verfahren zur Herstellung eines Bauteils

Die Erfindung betrifft ein Bauteil, insbesondere ein

Karosseriebauteil oder ein Profilbauteil, mit einem

Konstruktionselement und mit einem eine bestimmte Größe aufweisenden Öffnungsbereich. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Bauteils.

Bauteile, insbesondere Karosseriebauteile oder

Profilbauteile, welche beispielsweise in der Bautechnik eingesetzt werden, sind im Stand der Technik hinlänglich bekannt. Konstruktionselemente können aus unterschiedlichen Gründen an den Karosseriebauteilen vorgesehen sein,

beispielsweise zur Modifikation der Geometrie oder zur

Verstärkung der Karosseriebauteile. In den

Karosseriebauteilen, wie beispielsweise

Fahrzeugkarosseriebauteilen, werden allerdings aus diversen Gründen Öffnungsbereiche, beispielsweise in Form von Löchern, Lücken oder Durchbrüchen, benötigt.

Versteifungen innerhalb der Pro Ibauteile werden

üblicherweise durch innere Stüt lemente oder durch zuminde teilweise Verfüllung des Profil auch mit schaumartigen Strukturen, erzielt.

Zum einen werden Karosseriebauteile häufig in Tauchbädern beschichtet. Beispielsweise werden die Karosseriebauteile einer kathodischen Tauchlackierung unterzogen, um die

Karosseriebauteile vor Korrosion zu schützen. Diese Verfahren bieten sich insbesondere bei komplexeren Strukturen mit erschwerter Zugänglichkeit an, wie beispielsweise bei

Hohlprofilen. Um einen Durchlauf für den Tauchlack zu

ermöglichen, ist meist das Vorsehen von Löchern in dem

Karosseriebauteil notwendig. Dies trifft auch für

Profilbauteile in der Bautechnik zu.

Zum anderen werden Öffnungsbereiche vorgesehen, da es

notwendig sein kann, dass Aufnahmelöcher oder

Positionierungslöcher bereitgestellt werden müssen oder ein Zugang zu ansonsten unzugänglichen Bereichen, beispielsweise für ( Füge-) Werkzeuge, erforderlich ist.

Problematisch hierbei ist allerdings, dass viele dieser

Öff ungsbereiche im Karosseriebauteil oder Profilbauteil lediglich während der Produktion benötigt werden und

grundsätzlich für das fertige Karosseriebauteil bzw. das daraus herzustellende Produkt unerwünscht sind oder nach der Fertigstellung keiner weiteren Funktion dienen. Dies kann beispielsweise aus akustischen Gründen der Fall sein, da durch vorhandene Öffnungsbereiche unerwünschte Geräusche, beispielsweise Fahrgeräusche oder Schwingungen, übertragen werden. Auch können die Öffnungsbereiche zu einer verstärkten Korrosion, beispielsweise durch ein ungehindertes Ausbreiten von Wasser, führen. Schließlich sind besagte Öffnungsbereiche auch aus optischen Gründen unerwünscht, falls der Bereich mit dem Öffnungsbereich beim fertigen Produkt eingesehen werden kann .

Daher werden diese Öff ungsbereiche, sofern diese nicht mehr benötigt werden, teilweise mit erheblichem Aufwand während der Produktion wieder verschlossen, versiegelt, minimiert oder zumindest weitestgehend unkenntlich gemacht. Hierzu ist es bekannt, zum Beispiel sogenannte schaumbasierte „Pillar-Filler" einzusetzen. Mit diesen können unerwünschte Öffnungsbereiche durch ein Schaummaterial geschlossen werden. Diese Vorgehensweise ist allerdings insofern nachteilig, dass hierzu in der Regel ein zusätzlicher Verfahrensschritt benötigt wird und zudem der Einsatz vergleichsweise

kostenintensiv ist.

Grundsätzlich ist denkbar, stattdessen die Öffnungsbereiche im Bauteil zu belassen, dies würde allerdings die oben beschriebenen unerwünschten Folgen bzgl. Optik, Akustik oder Korrosion haben.

Weiterhin ist aus dem Stand der Technik der deutschen

Offenlegungsschrift DE 10 2009 052 716 Äl bekannt, ein aktives Material in Fahrzeugkarosseriebauteilen einzusetzen. Die Materialien werden dabei dazu eingesetzt, um

Eigenschaften der Fahrzeugkarosserie wie Steifigkeit,

Knautschmodus oder Energieabsorptionsrate zu modifizieren oder um Einsätze mit Hohlprofilen zu verriegeln.

Aus der japanischen Schrift JP-A 59 073 325 ist der Einsatz einer Formgedächtnislegierung bekannt, wobei hier diese

Materialeigenschaft ausgenutzt wird, um eine Federkraft auf einen Kofferraumdeckel zu erzeugen.

Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Bauteil und ein Verfahren zur Herstellung eines Bauteils anzugeben, wobei das Bauteil auf einfache Weise und kostengünstig hergestellt werden kann und den Anforderungen insbesondere an Akustik, Optik bzw.

Korrosion genügt.

Gemäß der ersten Lehre der vorliegenden Erfindung wird die aufgezeigte Aufgabe mit einem gattungsgemäßen Bauteil dadurch gelöst, dass das Konstruktionselement mittels eines geformten Bereichs den Öffnungsbereich in dem Bauteil bereitstellt und der geformte Bereich zumindest teilweise aus einem Werkstoff mit Formgedächtniseigenschaften besteht, welcher bei

Aktivierung durch eine Formänderung zumindest eine

Verringerung der Größe des Öffnungsbereichs gewährleistet.

Das Bauteil ist insbesondere ein Karosseriebauteil oder ein Profilbauteil .

Das Konstruktionselement ist vorzugsweise ein einteiliges Konstruktionselement, beispielsweise ein Einsatz oder ein Blech. Das Konstruktionselement kann beispielsweise auch mehrteilig ausgeführt sein.

Beispielsweise weist das Konstruktionselement eine erste Seite und eine zweite Seite auf. Beispielsweise stellt das Konstruktionselement einen Öffnungsbereich zwischen einem der ersten Seite zugewandeten ersten Bereich und einem der zweiten Seite zugewandeten zweiten Bereich bereit.

Das Konstruktionselement hat vorzugsweise mehr als einen geformten Bereich. Die weiteren Bereiche können ebenfalls zumindest teilweise aus einem Werkstoff mit

Formgedächtniseigenschaften bestehen oder aus einem anderen Werkstoff . Eine Verringerung der Größe des Öffnungsbereichs ist

beispielsweise eine teilweise oder vollständige Schließung des Öffnungsbereichs. Der Öffnungsbereich kann ein einziger zusammenhängender Bereich sein oder beispielsweise aus mehreren Teilbereichen bestehen. In diesem Fall ist

entscheidend, dass sich der Öffnungsbereich insgesamt

zumindest verringert. Ebenfalls können mehrere

Öffnungsbereiche vorgesehen sein.

Im Ergebnis kann mit dem erfindungsgemäßen Bauteil erreicht werden, dass während der Herstellung der Öffnungsbereich genutzt werden kann, beispielsweise als Durchlauf beim

Tauchlackieren, als Auf ahmeöffnung oder als Zugang für

(Füge-) Werkzeuge, ohne darauf verzichten zu müssen, dass der Öffnungsbereich kostengünstig zumindest teilweise beseitigt werden kann. Wird der Öffnungsbereich nicht mehr benötigt, kann der zumindest teilweise aus einem Werkstoff mit

Formgedächtniseigenschaften bestehende, den Öffnungsbereich bereitstellende, geformte Bereich bei Aktivierung einer

Formänderung unterzogen werden. Dadurch verringert sich die Größe des Öffnungsbereichs.

Beispielsweise wird der Bereich des Konstruktionselements durch Kaltumformung in den geformten Zustand gebracht. In dem geformten Zustand kann der Werkstoff mit

Formgedächtniseigenschaften beispielsweise über eine

Erwärmung aktiviert werden, sodass durch die

Formgedächtniseigenschaft der Werkstoff versucht wieder seine Ausgangsposition vor der Kaltverformung einzunehmen. Durch die Aktivierung ergibt sich also die Formänderung des geformten Bereichs, sodass die Verringerung der Größe des Öffnungsbereichs ermöglicht wird. Bevorzugt ist das Konstruktionselement aus einem Werkstoff mit Formgedächtniseigenschaften hergestellt. Somit ergibt sich eine vereinfachte Produktion, die sich besonders für die Serienherstellung eignet. Beispielsweise wird für die

Herstellung des Konstruktionselements in der

Einzelteilfertigung nur ein Werkstoff benötigt und es müssen keine unterschiedlichen Materialien eingesetzt werden. Prinzipiell kommen für die Erfindung alle Werkstoffe mit

Formgedächtniseigenschaften in Betracht, also beispielsweise auch Formgedächtnispolymere, elektroaktive Polymere,

elektrorheologische Materialien, Formgedächtniskeramiken, oder Baroplastik.

Vorzugsweise ist aber als Werkstoff mit

Formgedächtniseigenschaften zumindest teilweise eine

Formgedächtnislegierung vorgesehen. Formgedächtnislegierungen können nämlich ausreichend hohe Kräfte bei der Formänderung bereitstellen und haben sehr ähnliche Eigenschaften zu den ansonsten üblichen eingesetzten Metalllegierungen in

Karosseriebauteilen bzw. Profilbauteilen, sodass im Übrigen keine oder nur geringe Anpassungen notwendig sind. Beispielsweise kommen als Formgedächtnislegierungen Nickel- Mangan, Nickel-Mangan-Gallium, Nickel-Mangan-Antimon, Nickel- Mangan-Indium-Cobalt , Nickel-Titan, Nickel-Titan-Kupfer-, Kupfer-, Nickel-Aluminium, Kupfer-Aluminium-Nickel-, Eisen-, Eisen-Mangan-, Eisen-Mangan-Silizium-, Eisen-Mangan-Silizium- Chrom-, Eisen-Mangan-Silizium-Chrom-Nickel-, Eisen-Mangan- Aluminium-Nickel-, Eisen-Palladium- oder Eisen-Palladium- Platin-basierte Formgedächtnislegierungen in Frage. Die genannten Eisensysteme, insbesondere Eisen-Mangan-Silizium, Eisen-Mangan-Silizium-Chrom oder Eisen-Mangan-Silizium-Chrom- Nickel sind besonders bevorzugt und können auch in der

Serienproduktion eingesetzt werden, da diese relativ

kostengünstig im Vergleich zu den anderen Legierungssystemen sind und auch kostengünstig herstellbar sind. Darüber hinaus bieten die Eisen-basierten Systeme die Möglichkeit, die

Aktivierung der Formgedächtniseigenschaften durch eine effiziente induktive Erwärmung bzw. durch entsprechende Prozesswärme zu gewährleisten, so dass die Aktivierung auf besonders einfache Art und Weise gelingt. Ähnliches gilt für weitere eisenbasierte Legierungen.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verbindungsmittels enthält die Formgedächtnislegierung nebe Eisen und unvermeidbaren Verunreinigungen die folgenden Legierungselemente in Gew.-%:

12 % < Mn < 45 %,

1 % < Si < 20 %,

Cr < 20 %,

Ni < 20%,

Mo < 20%,

Cu < 20%,

Co < 20%,

AI < 10%,

Mg < 10%,

V < 2 %,

Ti < 2 %,

Nb < 2 %, W < 2 %, 0

C < 1 %,

N < 1 %,

P < 0,3 %,

Zr < 0,3 %,

B < 0,01 %.

Beispielsweise ist der Mangan- und Silizium-Gehalt wie angegeben eingeschränkt. Optional kann zudem eins oder mehrere der Legierungselemente Vanadium, Niob, Titan oder Wolfram in oben angegebenen Bereichen vorgesehen sein.

Weiterhin optional können die Legierungselemente Kohlenstoff und/oder Stickstoff wie angegeben hinzulegiert sein. Optional können weiterhin Chrom oder Nickel im genannten Bereich vorgesehen sein. Zur Beeinflussung thermomechanischer

Eigenschaften können schließlich jeweils eins oder mehrere der Legierungselemente aus den Gruppen Molybdän, Kupfer oder Cobalt; Aluminium oder Magnesium; Phosphor oder Zirkonium; Bor vorgesehen sein. Auch können optional Legierungselemente aus der Gruppe der seltenen Erden vorgesehen sein.

Ein entsprechendes Legierungssystem kann auf die gewünschten spezifischen Bauteileigenschaften durch die Auswahl der unterschiedlichen Legierungskomponenten sehr gut abgestimmt werden. Beispielsweise erhöht sich die Festigkeit bei Zugabe von Kohlenstoff, Chrom, Molybdän, Titan, Niob oder Vanadium deutlich .

Die Zugabe von Mangan, Kohlenstoff, Chrom oder Nickel stabilisiert die Austenitphase, was zu einer Erhöhung der Aktivierungstemperatur genutzt werden kann, eine Kombination von mindestens je einem Element aus den Gruppen Vanadium, Titan, Niob, Wolfram einerseits und mindestens je einem

Element aus den Gruppen Kohlenstoff, Stickstoff, Bor

andererseits führt zur Bildung von Ausscheidungen im Gefüge und somit zur Vereinfachung oder zum Entfall der

thermomechanischen Materialbehandlung .

Eine pseudoplastische bzw. eine pseudoelastische

Formgedächtnislegierung kann gemäß einem weiteren

Äusführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Bauteils dadurch bereitgestellt werden, dass die Formgedächtnislegierung neben Eisen und unvermeidbaren Verunreinigungen die folgenden Legierungselemente in Gew.-% enthält:

25 % < Mn < 32 %,

3 % < Si < 8 %,

3 % < Cr < 6 %,

Ni < 3 %,

C < 0,07 %, bevorzugt 0,01 % < C < 0,07 %, und/oder

N < 0,07 %, bevorzugt 0,01 % < N < 0,07 %,

0, 1 % < Ti < 1, 5 % oder

0,l % < Nb < l,5 % oder

0,1 % < W < 1,5 % oder

0,1 % < V < 1,5 %.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Konstruktionselement zumindest teilweise flach und separat vom Bauteil ausgebildet. Dadurch kann das

Konstruktionselement unabhängig vom Bauteil aus einer

Formgedächtnislegierung hergestellt werden. Beispielsweise ist das Konstruktionselement in Form eines Blechs ausgebildet. Ein als Blech ausgebildetes Konstruktionselement kann beispielsweise als Verstärkungsblech eingesetzt werden. Das Verstärkungsblech ist beispielsweise ein Schottblech. Gemäß einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bauteils ist das Bauteil ein Profil, insbesondere ein

Hohlprofil. Solche Hohlprofile werden beispielsweise als Schweller eingesetzt. Alternativ kann das Bauteil auch ein Innenblech, insbesondere das einer Motorhaube, sein.

Beispielsweise separieren Schottbleche zwei Bereiche

beispielsweise eines Hohlprofils, sodass hier ein

Öffnungsbereich bei der Produktion notwendig ist, später aber möglichst vermieden werden soll. Auch Verstärkungsbleche, wie die eines Motorhaubeninnenblechs , weisen Öffnungsbereiche in Form von Positionierungslöchern auf, welche zur Begrenzung von Korrosion durch eindringendes Wasser möglichst vermieden werden sollen. Somit ist ein erfindungsgemäßes Bauteil insbesondere in Bezug auf diese Kombinationen von Bauteilen und

Konstruktionselementen vorteilhaft .

Der geformte Bereich zum Bereitstellen des Öffnungsbereichs kann gemäß einer weiteren Ausführungsform des

erfindungsgemäßen Bauteils durch ein Biegen und/oder durch ein Falten des Konstruktionselements gebildet sein. Durch die Aktivierung des Werkstoffs mit Formgedächtniseigenschaften wird der zuvor geformte Bereich zur Herstellung des

Öffnungsbereichs mindestens teilweise wieder zurückgebogen oder -gefaltet, sodass eine effektive Verringerung der Größe des Öffnungsbereichs erreicht wird. Beispielsweise ist der geformte Bereich ein Randbereich des Konstruktionselements. Beispielsweise ist der geformte

Bereich ein teilweise ausgestanzter Bereich des

Konstruktionselements. Der geformte Bereich ist zum Beispiel als Lasche ausgebildet. Der geformte Bereich wird

insbesondere in den ersten und/oder zweiten Bereich, welche durch das Konstruktionselement abgetrennt werden, gebogen oder gefaltet.

Gemäß einer weiteren Äusführungsform wird der Öffnungsbereich innerhalb des Konstruktionselements oder durch den Rand des Konstruktionselements gebildet. Wird der Öffnungsbereich innerhalb des Konstruktionselements gebildet, kann

beispielsweise eine Lasche aus dem beispielsweise als Blech gebildeten Konstruktionselement herausgebogen und/oder - gefaltet sein. Stellt der Rand des Konstruktionselements den Öffnungsbereich bereit, kann beispielsweise ein Randbereich des Konstruktionselements umgebogen und/oder -gefaltet sein oder ein Bereich innerhalb des Konstruktionselements gebogen und/oder gefaltet sein. Wird der Öffnungsbereich durch den Rand des Konstruktionselements gebildet, kann der

Öffnungsbereich beispielsweise zwischen dem

Konstruktionselement und dem Bauteil gebildet sein.

Weist das Konstruktionselement einen geformten

Anbindungsbereich zum Bauteil, insbesondere einen geformten Flanschbereich, auf, kann auf einfache Weise eine Verbindung insbesondere eines separat ausgebildeten

Konstruktionselements mit dem Bauteil erzielt werden. Vorzugsweise weist der geformte Anbindungsbereich reduzierte oder keine Formänderung bei Aktivierung auf. Beispielsweise wird die Formänderung des geformten Anbindungsbereichs von außen unterdrückt. Dadurch wird erreicht, dass eine

Formänderung nicht in diesen Bereichen auftritt und die

Anbindung des Konstruktionselements an das Bauteil stört.

Alternativ oder zusätzlich kann das Konstruktionselement abgesehen vom Anbindungsbereich auch andere und/oder weitere Bereiche aufweisen, in denen es reduzierte oder keine

Formänderung bei Aktivierung aufweist und/oder in denen die Formänderung des geformten Anbindungsbereichs von außen unterdrückt wird. Beispielsweise kann die Formänderung von außen unterdrückt werden, indem die Bereiche, bei denen keine Formänderung gewünscht ist, im Bauteil eingespannt sind oder mit diesem gefügt sind. Beispielsweise sind die Bereiche, bei denen keine Formänderung gewünscht ist, mit dem Bauteil gefügt, insbesondere geschweißt.

Die Formänderung kann beispielsweise dadurch zumindest reduziert werden, indem das Konstruktionselement in den

Bereich, bei denen keine Formänderung gewünscht ist,

perforiert ist. Durch eine Perforation in einem geformten

Bereich wird das Rückstellmoment oder die Rückstellkraft dort bei Aktivierung verringert.

Eine weitere Alternative, einen Bereich bereitzustellen, in dem das Konstruktionselement reduzierte oder keine

Formänderung bei Aktivierung aufweist, ist die Durchführung einer Wärmebehandlung, welche den Formgedächtniseffekt in selektiven Bereichen „löscht". Beispielsweise werden zuerst die Bereiche geformt, bei denen keine Formänderung gewünscht ist. Die Wärmebehandlung führt dabei zu einem Rücksetzen des Formgedächtniseffekts. Anschließend werden die Bereiche geformt, welche eine Formänderung bei Aktivierung zeigen sollen .

Eine weitere Alternative, Bereiche bereitzustellen, in denen das Konstruktionselement reduzierte oder keine Formänderung bei Aktivierung aufweist, ist die Verwendung von zwei

Umformphasen. Mittels einer Umformung im kalten Zustand werden Geometrien in das Konstruktionselement eingebracht, welche von Anfang an vorgesehen sein müssen und dauerhaft gleichbleiben sollen, während mit einem Umformen im warmen oder halbwarmen Zustand der Formgedächtniseffekt eingeprägt wird. Dabei liegt die Halbwarmtemperatur in einem

Temperaturbereich oberhalb der Aktivierungstemperatur des Formgedächtmseffekts . Es ist gemäß einer weiteren Ausführungsform des

erfindungsgemäßen Bauteils vorteilhaft, wenn das

Konstruktionselement bei Aktivierung ein Übermaß gegenüber dem Öffnungsbereich aufweist und/oder ein zusätzliches

Dichtelement im Öffnungsbereich vorgesehen ist.

Dass das Konstruktionselement bei Aktivierung ein Übermaß gegenüber dem Öffnungsbereich aufweist, bedeutet, dass das Konstruktionselement eine derartige Geometrie aufweist, dass das Konstruktionselement durch die Formänderung bei

Aktivierung eigentlich einen größeren als den tatsächlich vorhandenen Öffnungsbereich schließen könnte. Beispielsweise weist das als Blech ausgestaltete Konstruktionselement im Aktivierten Zustand eine größere Abmessung auf, als die

Innenabmessung des Hohlprofils, in das es eingesetzt ist.

Dadurch kann insbesondere einer unvollständigen Formänderung bei Aktivierung begegnet werden. Beispielsweise erfolgt die Erzeugung eines Übermaßes durch Streckziehen oder sonstige weitere Verformungen.

Auch können zusätzliche Dichtelemente im Öffnungsbereich vorgesehen sein, um einer unvollständigen Formänderung vorzubeugen. Beispielsweise ist eine Raupe aus einem

Dichtmittel, beispielsweise aus einer Nahtversiegelung, im Öffnungsbereich, vorgesehen.

Alternativ oder zusätzlich kann auch die Geometrie des

Bauteils genutzt werden, sodass bereits bei einer

unvollständigen Formänderung bei Aktivierung der

Öffnungsbereich vorzugsweise vollständig geschlossen ist.

Weiterhin alternativ oder zusätzlich kann der geformte

Bereich, beispielsweise eine Lasche oder ein Randbereich des Konstruktionselements, über die geschlossene Position hinaus geformt werden (beispielsweise in den der zweiten Seite des Konstruktionselements zugewandten zweiten Bereich) , also zunächst in die entgegengesetzte Richtung geformt werden. In dieser Position wird dann durch eine Wärmebehandlung der Formgedächtniseffekt eingeprägt bzw. zurückgesetzt. Sodann wird der Bereich in die geöffnete Position geformt

(beispielsweise in den der ersten Seite des

Konstruktionselements zugewandten ersten Bereich) . Bei einer Aktivierung versucht der geformte Bereich sich durch die Formänderung über die gewünschte geschlossene Position hinaus zu bewegen. Hierdurch kann ebenfalls einer unvollständigen Formänderung bei Aktivierung vorgebeugt werden.

Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bauteils, ist der Öffnungsbereich durch die Formänderung bei

Aktivierung zumindest teilweise, vorzugsweise im Wesentlichen vollständig, geschlossen. Die Größe des Öffnungsbereichs ist dann derart verringert, dass die verbleibende Größe des

Öffnungsbereichs in Bezug auf die relevante Anforderung zu vernachlässigen ist.

Gemäß einer zweiten Lehre der vorliegenden Erfindung wird die aufgezeigte Aufgabe auch durch ein Verfahren zur Herstellung eines Bauteils, insbesondere eines erfindungsgemäßen

Bauteils, gelöst, umfassend die Schritte:

Formen zumindest eines Bereichs eines

Konstruktionselements eines Bauteils, sodass das

Konstruktionselement einen eine bestimmte Größe

aufweisenden Öffnungsbereich in dem Bauteil

bereitstellt, wobei der geformte Bereich zumindest teilweise aus einem Werkstoff mit

Formgedächtniseigenschatten besteht , - Aktivieren einer Formänderung, sodass die Größe des

Öffnungsbereichs durch die Formgedächtniseigenschaften zumindest verringert wird.

Falls das Konstruktionselement separat vom Bauteil bzw.

Profilbauteils ausgebildet ist, kann das Formen zumindest eines Bereichs beispielsweise vor oder auch nach dem Einbau in das Bauteil bzw. der Verbindung mit dem Bauteil erfolgen Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann im Ergebnis

erreicht werden, dass während des Herstellungsprozesses des Bauteils der Öffnungsbereich genutzt v/erden kann, und dass der Öffnungsbereich kostengünstig zumindest teilweise

beseitigt werden kann. Vor dem Aktivieren werden also

vorzugsweise weitere Produktionsschritte durchgeführt, beispielsweise Positionieren oder Tauchlackieren. Wird der Öffnungsbereich nicht mehr benötigt, kann aufgrund des geformten Bereichs zumindest teilweise bestehend aus einem Werkstoff mit Formgedächtniseigenschaften der geformte

Bereich, welcher den Öffnungsbereich bereitstellt, bei

Aktivierung einer Formänderung unterzogen werden. Dadurch verringert sich die Größe des Öffnungsbereichs.

Vorzugsweise wird das Aktivieren durch Erwärmen durchgeführt. Dies kann in einem separaten Schritt erfolgen, beispielsweise in einem speziell für diesen Zweck vorgesehenen

Erwärmungsschritt. Vorteilhaft kann eine andere

Wärmebehandlung, insbesondere eine Einbrennbehandlung im Lackierprozess , zum Erwärmen genutzt werden.

Die Aktivierung des geformten Bereichs des

Konstruktionselements kann auch über eine induktive Erwärmung bzw. durch entsprechende Prozesswärme erreicht werden, sofern Eisen-basierte Formgedächtnislegierungen verwendet werden. Darüber hinaus ist die Aktivierung durch eine exotherme- chemische Reaktion möglich. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens können den Ausführungen zum erfindungsgemäßen Bauteil entnommen werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit bei Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Bauteils und des erfindungsgemäßen

Verfahrens den Zweiweg-Memoryeffekt von

Formgedächtnislegierungen auszunutzen. Dieser Effekt kann ebenfalls durch die geeignete Kombination zweiter

Formgedächtnislegierung mit unterschiedlicher

Aktivierungstemperatur erzielt werden. Dabei wird der geformte Bereich beispielsweise auf eine besonders niedrige Temperatur gebracht, so dass die Aktivierung bei niedrigen Temperaturen erfolgt oder aber der Aktivierungszustand rückgängig gemacht werden kann. In diesem Fall lässt sich eine noch flexiblere Einstellung der Größe des

Öffnungsbereichs erreichen.

Im Weiteren soll die Erfindung anhand von

Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert werden. Die Zeichnung zeigt in Fig. la eine perspektivische Ansicht einer Karosserie mit Schottblechen;

Fig. lb eine vergrößerte perspektivische Ansicht eines

Schottblechs aus Fig. la;

Fig. 2a, b Querschnittsansichten eines ersten

Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Karosseriebauteils vor und nach der Aktivierung; Fig. 3a, b Querschnittsansichten eines zweiten

Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Karosseriebauteils vor und nach der Aktivierung; Fig. 4a, b Querschnittsansichten eines dritten

Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Karosseriebauteils vor und nach der Aktivierung;

Fig. 5a-c Querschnittsansichten eines vierten, fünften und sechsten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Karosseriebauteils ; Fig. 6a Aufsicht eines siebten Ausführungsbeispiels

eines erfindungsgemäßen Karosseriebauteils;

Fig. 6b eine Vergrößerung des geformten Bereichs des

Konstruktionselements des Karosseriebauteils aus Fig. 6a;

Fig. 7a, b eine Querschnittsansicht entlang Linie VII aus

Fig. 6b vor und nach Aktivierung. Fig. la zeigt eine perspektivische Ansicht einer Karosserie 1 mit als Verstärkung vorgesehenen Konstruktionselementen in Form von Schottblechen 2 gemäß dem Stand der Technik, welche in einem als Hohlprofil ausgestalteten Längsträger bzw.

Schweller 4 angeordnet sind. Die Schottbleche 2 sind als separate Teile vom Längsträger 4 ausgestaltet und miteinander gefügt. Grundsätzlich ist möglich, die Schottbleche 2 auch in anderen Strukturen der Karosserie 1 vorzusehen,

beispielsweise in den vorderen Längsträgern 6 oder auch in Querträgern oder Vertikalstreben.

Fig. lb zeigt eine vergrößerte perspektivische Ansicht eines der Schottbleche 2 aus Fig. la. Das Schottblech 2 ist als im Wesentlichen flaches, mehreckiges Blech bzw. in beliebiger Form ausgebildet und weist an seinen Kanten jeweils im

Wesentlichen rechtwinkelig umgebogene Bereiche zur Bildung von Flanschbereichen 2a aus, welche zur Anbindung des

Schottblechs 2 an den Längsträger 4 dienen.

Das Schottblech 2 weist einen hier als rundes Loch

beispielsweise durch Stanzen ausgebildeten Öffnungsbereich 8 auf. Der Öffnungsbereich 8 ist während der Produktion

notwendig, um Durchläufe bei der Tauchlackierung,

Positionierungslöcher, Aufnahmen und/oder

Zugangsmöglichkeiten für Werkzeuge zur Verfügung stellen zu können. Nachteilig können diese Öffnungsbereiche 8 allerdings in Bezug auf akustische, optische oder strukturelle

Eigenschaften sein.

Fig. 2a und 2b zeigen nun Querschnittsansichten eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen

Karosseriebauteils 10a vor der Aktivierung (Fig. 2a) und nach der Aktivierung (Fig. 2b). Dieses im Folgenden weiterhin dargestellte Prinzip kann auch an einem Profilbauteil, das beispielsweise in der Bautechnik eingesetzt wird, eingesetzt werden . Das Karosseriebauteil 10a ist hier als Hohlprofil ausgebildet und kann beispielsweise der Längsträger 4 oder auch eines der anderen Profile aus Fig. la sein. Das Karosseriebauteil weist ein in diesem Fall quer zum Hohlprofil 10a eingesetztes Konstruktionselement 12a auf, welches hier als Schottblech ausgebildet ist und beispielsweise ähnlich zu dem Schottblech 2 aus Fig. lb ausgebildet sein kann. Zwischen dem Rand 14a des Schottblechs 12a und dem Hohlprofil 10a ist ein Öffnungsbereich 8a ausgebildet. Der Öffnungsbereich 8a weist hier eine bestimmte Größe auf, welche für den entsprechenden Zweck ausreichend ist, sodass der Öffnungsbereich 8a

beispielsweise als Durchlauf verwendet werden kann. Das

Schottblech 12a stellt somit einen Öffnungsbereich 8a

zwischen einem der ersten (linken) Seite des Schottblechs zugewandeten ersten Bereich und einem der zweiten (rechten) Seite des Schottblechs zugewandeten zweiten Bereich des

Karosseriebauteils 10a bereit.

Im Unterschied zum Schottblech aus Fig. 1b ist der

Öffnungsbereich beim Schottblech 12a nicht herausgestanzt, sondern mittels eines geformten Bereichs 16a gebildet, sodas der Öffnungsbereich 8a in dem Karosseriebauteil 10a

bereitgestellt werden kann.

Das Formen des Bereichs 16a des Schottblechs 12a kann

beispielsweise vor oder nach dem Einbau des Schottblechs 12a geschehen .

Weiterhin besteht der geformte Bereich 16a aus einem

Werkstoff mit Formgedächtniseigenschaften. In diesem Fall ist beispielsweise das Schottblech 12a aus einem solchen

Werkstoff hergestellt. In diesem Beispiel ist der Werkstoff eine Formgedächtnislegierung. Dies ist beispielsweise eine Legierung vom Typ Fe-Mn oder vom Typ Fe-Mn-Si oder vom Typ Fe-Mn-Si-Cr oder vom Typ Fe-Mn-Si-Cr-Ni . In diesem Fall wurde eine Formgedächtnislegierung gewählt, welche die folgende Zusammensetzung neben Eisen und unvermeidbaren

Verunreinigungen in Gew.-% enthält: 25 % < Mn < 32 "6 ^

3 % < Si < 8 %

3 % < Cr < 6 %,

Ni < 4 %,

C < 0,07 %, bevorzugt 0, 01 % < C < 0,07 %, und/oder

N < 0,07 %, bevorzugt 0, 01 % < N < 0,07 %,

0,1 < Ti < 1,5 % oder

0,1 0 < Nb < 1,5 % oder

0,1 < W < 1,5 % oder

0,1 < V < 1,5 %.

Die Formgedächtnislegierung bewirkt bei dem durch

Kaltumformung hergestellten geformten Bereich 16a, dass sich dieser bei Aktivierung durch Erwärmen wiederum in die

ursprüngliche, flache Form zurückformt.

Das Ergebnis dieser Formänderung nach Aktivierung ist in Fig. 2b dargestellt. Das Schottblech 12a ist nahezu wieder in seinen ursprünglichen flachen Zustand zurückgekehrt. Dadurch hat sich eine Verringerung der Größe des Öffnungsbereichs 8a eingestellt. In diesem Fall ist der ursprüngliche

Öffnungsbereich 8a durch die Formänderung bei Aktivierung vollständig geschlossen. Das Aktivieren geschieht in diesem Fall durch Erwärmen, beispielsweise in einem speziell für diesen Zweck

vorgesehenen Erwärmungsschritt. Vorteilhaft kann aber auch eine Einbrennbehandlung im Lackierprozess zum Erwärmen genutzt werden. Die Aktivierung des geformten Bereichs 16a des Schottblechs 12a kann als weiteres Beispiel auch über eine induktive Erwärmung erfolgen. Fig. 3a und 3b zeigen Querschnittsansichten eines zweiten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen

Karosseriebauteils vor und nach der Aktivierung. Dieses

Karosseriebauteil 10b ist dem Karosseriebauteil 10a aus Fig. 2 ähnlich, sodass nur auf die Unterschiede eingegangen wird. Es unterscheidet sich dadurch, dass der geformte Bereich 16b des Konstruktionselements 12b in Fig. 3 mehrfach gebogen bzw. gefaltet ist. Durch eine Aktivierung der

Formgedächtnislegierung wird auch hier erreicht, dass sich die in Fig. 3a dargestellte Größe des Öffnungsbereichs 8b, welcher sich hier ebenfalls zwischen dem Rand 14b des

Konstruktionselements 12b und dem Hohlprofil 10b bildet, durch eine Formänderung des geformten Bereichs 16b

verringert, bis der Öffnungsbereich 8b schließlich im

Wesentlichen geschlossen ist, wie in Fig. 3b dargestellt.

Fig. 4a und 4b zeigen Querschnittsansichten eines dritten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen

Karosseriebauteils 10c vor und nach der Aktivierung. Auch das Karosseriebauteil 10c ist den Karossereiteilen 10a und 10b ähnlich, sodass nur auf die Unterschiede eingegangen wird. Das Karosseriebauteil 10c weist ein Konstruktionselement in Form eines Schottblechs 12c auf, wobei der Öffnungsbereich 8c durch den geformten Bereich 16c in diesem Ausführungsbeispiel innerhalb des Konstruktionselements 12c gebildet ist. Der Zustand des Karosseriebauteils nach der Aktivierung ist wiederum in Fig. 4b gezeigt. Der Öffnungsbereich 8c ist im Wesentlichen vollständig geschlossen, sodass vorteilhafte Eigenschaften in Bezug auf Akustik, Optik und/oder Korrosion erreicht werden können. Die in den Fig. 2, 3 und 4 dargestellten

Konstruktionselemente 12a, 12b, 12c können grundsätzlich ähnlich zu dem in Fig. lb gezeigten gestaltet werden.

Insbesondere können auch die Konstruktionselemente 12a, 12b, 12c weitere, nicht dargestellte Geometrien aufweisen, beispielsweise geformte (Anbindungs- ) bereiche, wie etwa die geformten Flanschbereiche 2a.

Hierbei können die weiteren geformten Bereiche im Gegensatz zu den geformten Bereichen 16a, 16b, 16c eine reduzierte oder keine Formänderung bei Aktivierung zeigen. Beispielsweise wird die Formänderung des geformten Bereichs, in dem keine Formänderung gewünscht ist, von außen unterdrückt.

Beispielsweise kann der geformte Bereich, bei dem keine

Formänderung gewünscht ist, im Karosseriebauteil eingespannt sein oder mit dem Karosseriebauteil 10a, 10b, 10c gefügt sein. Andere Alternativen sind ebenfalls möglich, wie

beispielsweise eine Perforation des geformten Bereichs oder eine Vorgehensweise, bei der der geformte Bereich, bei dem keine Formänderung gewünscht ist, als Ausgangszustand eingeprägt bzw. „gelöscht" wird, sodass in diesem Bereich von vorne herein keine Formänderung bei Aktivierung auftritt.

Fig. 5a, 5b, 5c zeigen Querschnittsansichten eines vierten, fünften und sechsten Ausführungsbeispiels eines

erfindungsgemäßen Karosseriebauteils .

Das in Fig. 5a dargestellte Karosseriebauteil lOd ist ähnlich zu dem in Fig. 2 dargestellten. Das Konstruktionselement in Form eines Schottblechs 12d ist im bereits aktivierten

Zustand gezeigt, das heißt der Öffnungsbereich ist bereits im Wesentlichen geschlossen. Im Unterschied zu dem in Fig. 2b gezeigten Schottblech 12a, weist das Schottblech 12d ein Übermaß gegenüber dem eigentlich zu schließenden

Öffnungsbereich auf. Wie zu erkennen ist, kann sich das

Schottblech 12d nicht in dem Maße in seinen flachen Zustand zurückformen, wie in beispielsweise in Fig. 2b gezeigt.

Dadurch kann einer unvollständigen Formänderung des geformten Bereichs 16d bei Aktivierung vorgebeugt werden, da der

Öffnungsbereich geschlossen wird, auch ohne dass eine

vollständige Formänderung in den ursprünglichen flachen

Zustand erfolgen muss.

Das in Fig. 5b dargestellte Karosseriebauteil lOe ist

ebenfalls ähnlich zu dem in Fig. 2 dargestellten. Das

Konstruktionselement in Form eines Schottblechs 12e ist wiederum im bereits aktivierten Zustand gezeigt, das heißt der Öffnungsbereich ist bereits im Wesentlichen geschlossen. Im Unterschied zu dem in Fig. 2b gezeigten Karosseriebauteil 10a in Form eines Hohlprofils weist das Hohlprofil lOe im Öffnungsbereich 8e keine im Wesentlichen flache Innenwand auf, sondern eine strukturelle Modifikation 18e in Form einer in den Öffnungsbereich 8e gerichteten Erhöhung. Die Erhöhung bildet eine Art Anschlag für das Schottblech 12e, sodass bereits bei noch nicht vollständig abgeschlossener

Formänderung bei Aktivierung der Öffnungsbereich 8e im

Wesentlichen geschlossen ist. Es wird also die Geometrie des Karosseriebauteils lOe genutzt, um einem verbleibenden

Öffnungsbereich 8e bei unzureichender Formänderung bei

Aktivierung entgegenzuwirken. Das in Fig. 5c dargestellte Karosseriebauteil lOf verwendet ähnlich zu dem in Fig. 5a dargestellten Konstruktionselement 12d ein Übermaß, um einer unvollständigen Formänderung bei Aktivierung vorzubeugen. Das Konstruktionselement in Form eines Schottblechs 12f ist wiederum im bereits Aktivierten Zustand gezeigt. Das Übermaß wird bei dem Schottblech 12f allerdings durch ein lokales Streckziehen im Bereich 16f erzeugt.

Fig. 6a zeigt eine Aufsicht eines siebten

Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen

Karosseriebauteils 10g. Das Karosseriebauteil 10g ist in diesem Ausführungsbeispiel das Innenblech einer Motorhaube und weist ein Konstruktionselement 12g in Form eines im Wesentlichen flachen Verstärkungsblechs auf. Das Innenblech 10g und das Verstärkungsblech 12g weisen

Positionierungslöcher 20g auf. Die Positionierungslöcher im Verstärkungsblech 12g werden durch einen Öffnungsbereich 8g bereitgestellt, welcher mittels eines geformten Bereichs 16g erzeugt ist.

Fig. 6b zeigt eine Vergrößerung des geformten Bereichs 16g des Konstruktionselements 12g des Karosseriebauteils 10g aus Fig. 6a. Der geformte Bereich 16g des Verstärkungsblechs 12g erzeugt hier einen Öffnungsbereich 8g innerhalb des

Verstärkungsblechs 12g, indem eine Lasche aus dem

Verstärkungsblech 12g getrennt wurde und aus der Blechebene herausgebogen wurde.

Querschnittsansichten entlang Linie VII aus Fig. 6b vor und nach der Aktivierung sind in Fig. 7a und 7b dargestellt. Im in Fig. 7a dargestellten Zustand kann der Öffnungsbereich 8g als Positionierungsloch 20g mit dem darunter befindlichen Positionierungsloch 20g im Innenblech 10g genutzt werden. Durch die Aktivierung wird durch eine Formänderung des geformten Bereichs 16g die Größe des Öffnungsbereichs 8g verringert und in diesem Ausführungsbeispiel der

Öffnungsbereich 8g im Wesentlichen geschlossen. Dieser Vorgang ist durch den Pfeil 22g angedeutet. Dadurch kann beispielsweise die Gefahr verringert werden, dass Wasser eindringt, welches Korrosion fördert.