| 1. | : Mehrteilige Backform zur Herstellung eines Backerzeugnis¬ ses aus Waffelteig od.dgl., wie einer eßbaren Eistüte oder eines Eisbechers mit mindestens einem den Waffelteig auf¬ nehmenden FormUnterteil mit der Außenkontur des Backer¬ zeugnisses, in den ein im wesentlichen kegelförmiger Form¬ kern eines oberen Formteiles mit der Innenkontur des Back¬ erzeugnisses einschiebbar ist und mit Dampfauslassen zum Abführen des beim Backvorgang entstehenden Dampfes, dadurch gekennzeichnet, daß ein ringförmiger Formteil (6, 15) vor¬ gesehen ist, der den Formkern (2, 13) in einem als Führungs¬ zylinder (3, 14) ausgebildeten zylindrischen, an den kegel¬ förmigen Bereich des Formkernes (2, 13) fußseitig im Über¬ gang zu einer Formplatte (1, 12) anschließenden Teil um¬ gibt und der relativ zum Formkern (2, 13) verschiebbar ge¬ lagert und gegen den FormUnterteil (5, 17) durch eine Kraft, insbesondere durch Druckfedern (7, 16), die sich ei¬ nerseits an der Formplatte ( 1, 12) des oberen Formteiles (8), welche den Formkern (2, 13) trägt und anderseits an Schultern des ringförmigen Formteiles(6 , 15) abstützen, vorgespannt ist. |
| 2. | Mehrteilige Backform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich¬ net, daß der ringförmige Formteil (6, 15) stirnseitig, dem FormUnterteil (5, 17) zugewandt, an seinem Umfang die Außenkontur des Randes des Backerzeugnisses, beispielswei¬ se des Öffnungsrandes einer Eistüte trägt und den Form Unterteil ( 5 , 17 ) bei aneinander angenäherten oberem Form¬ teil (8) und FormUnterteil (5, 17) sowie bei geschlosse¬ ner Backform, insbesondere unter Beibehaltung mindestens eines Dampfauslasses (10, 19) abschließt. |
| 3. | Mehrteilige Backform nach den Ansprüchen 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet, daß in mindestens einem Formteil (5, 6, 8, 15, 17) außerhalb einer Teilungsflache mindestens ein Dampf¬ auslaß (20) vorgesehen ist, der insbesondere zeitverscho¬ ben gegenüber dem Schließen der Form verschließbar aus¬ gebildet ist. |
| 4. | Mehrteilige Backform nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da¬ durch gekennzeichnet, daß der FormUnterteil (17) axial geteilt und mit einer Ausnehmung (4, 18) gemäß der Außen¬ kontur eines unteren Eistütenbereichs einschließlich der Unterkontur eines tellerförmig zwischen dem FormUnterteil (17) und dem oberen Formteil ausladenden Tropfenfängers der Eistüte im Bereich der Teilu.ngsfläche ausgebildet ist, und daß der ringförmige Formteil (15) eine stirnseitige Außen¬ kontur entsprechend der Oberseite des tellerförmigen Tropfenfängers der Eistüte und eine Innenkontur der Ring¬ fläche entsprechend der Außenkontur des oberen Tütenteiles aufweist. (Fig. 5). |
| 5. | Mehrteilige Backform nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich¬ net, daß im ringförmigen Formteil (15) mindestens ein ver¬ schließbarer Dampfauslaß (20), insbesondere eine scharfkan¬ tig ausmündende kegelige Bohrung im Bereich der Aufnahme¬ öffnung der Eistüte vorgesehen ist und daß im starr an der Formplatte (12) angeordneten Formkern (13), in dem die Auf nahmeöffnung der Tüte ausformenden oder an diesen anschlie¬ ßenden Führungszylinder (14), eine Fläche ausgebildet ist, die an der Innenfläche des ringförmigen Formteiles ( 15 ) an¬ liegt und beim Verdichten der geschlossenen Form und voll¬ ständigem Einschieben des Formkernes (13) gegen die Kraft der den ringförmigen Formteil ( 15 ) abstützenden Federn ( 16 ) über die innere Öffnung des Dampfauslasses (20) schiebbar ist. (Fig. 7). |
| 6. | Mehrteilige Backform nach einem der Ansprüche 4 oder.5, dadurch gekennzeichnet, daß der zwischen der Formplatte (1, 12) und dem kegeligen Formkern (2, 13) vorgesehene Führungszylinder (3, 14) mit seiner Mantelfläche über die inneren Ausmündungen der Dampfauslasse (20), diese ver¬ schließend, schiebbar ist. |
| 7. | Mehrteilige Backform nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der ringförmige Formteil (6, 15) und der Formkern (2, 13) mit dem Führungszylinder (3, 14) aus unterschiedlichen Materialien, beispielsweise Messing und Stahl, bestehen. |
| 8. | Mehrteilige Backform nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der ringförmige Formteil (6, 15) als Niederhalter zum zeitweiligen Festhalten der fertigen Eistüte im FormUnterteil (5, 17) beim stufenweisen Entfor men während des Herausziehens des Formkernes (2, 13) vor¬ gesehen ist. |
| 9. | Verfahren zur Herstellung eines Backerzeubnisses aus Waf¬ felteig wie beispielsweise einer eßbaren Eistüte, eines Eisbechers od.dgl. mit einer mehrteiligen Backform nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß nach Befüllen des FormUnterteiles mit Waffelteig der obe¬ re Formteil und der FormUnterteil einander so weit ange¬ nähert werden, bis der ringförmige Formteil auf der Öffnung des FormUnterteiles unter Vorspannung aufliegt und die Öffnung abschließt, daß dann gegebenenfalls nach einem Vor¬ backen von beispielsweise lö Sekunden der Formkern durch den ringförmigen Formteil hindurch in den FormUnterteil bis etwa in eine Position im Spaltabstand entsprechend der endgültigen Wandstärke des fertigen Backerzeugnisses vor¬ zugsweise auf die Dauer von 1 bis 4 Sekunden stoßartig vor¬ geschoben wird, daß der Formkern dann in eine Position ent¬ sprechend etwa der doppelten bis dreifachen Wandstärke des fertigen Backerzeugnisses zurückgezogen und in dieser Po¬ sition der Backvorgang bei einer Eistüte etwa 100 Sekunden durchgeführt wird, daß dann der Formkern in die Position der endgültigen Wandstärke vorgeschoben, das Backerzeugnis verdichtet und das Ausbacken beispielsweise für 60 Sekun¬ den durchgeführt wird und schließlich der obere Formteil vom FormUnterteil getrennt wird, wobei der ringförmige Formteil das Backerzeugnis während des Öffnens der Form im FormUnterteil festhält, bis der Abstand des oberen Form teils vom FormUnterteil größer ist als der Verschiebungs¬ weg des ringförmigen Formteils längs des Formkernes und sodann der FormUnterteil längs einer Symmetrieebene ge¬ teilt und das Backerzeugnis entnommen bzw. ausgestoßen wird. |
Die Erfindung betrifft eine mehrteilige Backform zur Her¬ stellung eines Backerzeugnisses aus Waffelteig od.dgl., wie einer eßbaren Eistüte oder eines Eisbechers, mit mindestens ei¬ nem Waffelteig aufnehmenden Form-Unterteil mit der Außenkon¬ tur des Backerzeugnisses , in den ein im wesentlichen kegelför¬ miger Formkern eines oberen Formteiles mit der Innenkontur des Backerzeugnisses einschiebbar ist und mit Dampfauslassen zum Abführen des beim Backvorgang entstehenden Dampfes sowie ein Verfahren zur Herstellung eines Backerzeugnisses aus Waffel- teig.
Zur industriellen Herstellung von Eistüten oder Eisbechern aus Waffelteig oder einer ähnlichen Backmischung sind Backfor¬ men bekannt, bei welchen eine Vielzahl von kegelförmigen Form¬ kernen, die von einer Formplatte eines oberen Formteiles vor¬ springen, in kegelförmige Ausnehmungen eines unteren Formtei¬ les eintauchen. Nach Befüllen der kegelförmigen Ausnehmungen mit flüssigem Waffelteig erfolgt ein mehrfaches Schließen und wieder Öffnen der geheizten Form, wobei Dampf und Teigreste entweichen und die Form in dieser Phase des Backvorganges nicht zur Gänze gefüllt ist, sodaß sich am Endprodukt im äußeren Er¬ scheinungsbild Farbunterschiede erkennen lassen. Schließlich wird die Form endgültig geschlossen und das Produkt, also z.B. eine Eistüte, ausgebacken..Um ein festes Endprodukt zu erzie¬ len, wird meist der Zuckergehalt des Teiges erhöht. Dadurch neigt das Produkt jedoch zum Verkleben mit der Form. Es kann zu Problemen beim Ausformen kommen. Die Reinigung der Backform ist aufwendig, da vor dem endgültigen Verschließen der Form relativ viel Teig aus der Form austritt bzw. beim wiederholten Öffnen und Schließen derselben herausspritzt.
Die Erfindung zielt darauf ab, eine mehrteilige Backform der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, die leicht befüll- bar ist, praktisch keinen Abfall durch aus der Form austretenden Teig produziert und eine sofortige Verteilung des Teiges über den gesamten Hohlkörper der Form ermöglicht, wobei auch dichte,
feste Backergebnisse bei einheitlicher Färbung ohne der Nachteile eines erhöhten Zuckergehaltes erreichbar sein sollen. Dies wird mit der ge¬ nannten Backform dadurch erreicht, daß ein ringförmiger Formteil vor¬ gesehen ist, der den Formkern in einem als Führungszylinder ausgebildeten zylindrischen, an den kegelförmigen Bereich des Formkernes fußseitig im Übergang zu einer Formplatte anschlie¬ ßenden Teil umgibt und der relativ zum Formkern verschiebbar gelagert und gegen den Form-Unterteil durch eine Kraft, insbe¬ sondere durch Druckfedern, die sich einerseits an der Form¬ platte des oberen Formteiles, welche den Formkern trägt und anderseits an Schultern des ringförmigen Formteiles abstützen, vorgespannt ist. Der am Formkern unter Federkraft vorgescho¬ bene ringförmige Formteil schließt die Form deckelartig ab, noch bevor der Formkern seine Endposition im Form-Unterteil erreicht hat. Damit ergeben sich ideale Voraussetzungen für eine homogene Masseverteilung, ein wirksamer Schutz vor einem unkontrollierten Entweichen von Teigmasse und ein Beibehalten kurzer Entlüftungskanäle bzw. Dampfauslasse in der Teilungs¬ ebene zwischen dem ringförmigen Formteil bzw. dessen Stirnsei¬ te und dem Form-Unterteil. Es ist zweckmäßig, wenn der ring¬ förmige Formteil stirnseitig, dem Form-Unterteil zugewandt, an seinem Umfang die Außenkontur des Randes des Backerzeugnisses , beispielsweise des Öffnungsrandes einer Eistüte trägt und den Form-Unterteil bei aneinander angenäherten oberem Formteil und Form-Unter¬ teil sowie bei geschlossener Backform, insbesondere unter Bei¬ behaltung mindestens eines Dampfauslasses abschließt. Der ring¬ förmige Formteil bildet den oberen Abschluß der Backform und trägt das Abbild der Berandung der Eistüte oder eines ähnli¬ chen Backerzeugnisses an seiner Stirnseite. Dieser Bereich wird durch den beim Schließen der Form verdrängten Waffelteig besonders hart verdichtet, was sich für den ohnehin am stärk¬ sten beanspruchten Rand einer Eistüte sehr günstig auswirkt. Um ein Eindringen von Waffelteig in Dampfauslässe zu vermei¬ den / ist es zweckmäßig, wenn in mindestens einem Formteil außerhalb einer Teilungsfläche mindestens ein Dampfauslaß vor¬ gesehen ist, der - insbesondere zeitverschoben gegenüber dem Schließen der Form - verschließbar ausgebildet ist. Kurz vor
Erreichen der Endposition des Formkernes in den Form-Unter ¬ teil schließt der Dampfauslaß, damit der Waffelteig nicht in den Dampfauslaßkanal gedrückt wird und der obere Bereich der Form auch vollständig mit Teig gefüllt wird. Dies ist insbesondere dann von großer Bedeutung, wenn ein Dampfauslaß außerhalb der Teilungsfläche der Form liegt, da dort ein Reinigen problema¬ tisch ist und nicht ohne weiteres automatisiert werden kann. Es kann das Schließen der Dampfauslasse auf den Verlauf des Backvorganges abgestimmt werden. Neben den üblichen konischen Eistüten oder Eisbechern wurden neuerdings solche entwickelt, die einen kragenartigen, tellerähnlichen Tropfenfänger im Ab¬ stand unterhalb der Aufnahmeöffnung für das Eis aufweisen. Für solche spezielle Ausbildungen eines Backerzeugnisses eignet sich die erfindungsgemäße Backform ganz besonders. Sie ist in diesem Fall dadurch gekennzeichnet, daß der Form-Unterteil axial geteilt und mit einer Ausnehmung gemäß der Außenkontur eines unteren Eistütenbereiches einschließlich der Unterkontur eines tellerförmig zwischen dem Form-Unterteil und dem oberen Formteil ausladenden Tropfenfängers der Eistüte im Bereich der Teilungsfläche ausgebildet ist und daß der ringförmige Form¬ teil eine stirnseitige Außenkontur entsprechend der Oberseite des tellerförmigen Tropfenfängers der Eistüte und eine Innen¬ kontur der Ringfläche entsprechend der Außenkontur des oberen Tütenteiles aufweist. Dabei ist es zweckmäßig, wenn im ring¬ förmigen Formteil mindestens ein verschließbarer Dampfauslaß, insbesondere eine scharfkantig ausmündende kegelige Bohrung im Bereich der Aufnahmeöffnung der Eistüte vorgesehen ist und wenn im starr an der Formplatte angeordneten Formkern, in dem die Aufnahmeöffnung der Tüte ausformenden oder an diesen an¬ schließenden Führungszylinder, eine Fläche ausgebildet ist, die an der Innenfläche des ringförmigen Formteiles anliegt und beim Verdichten der geschlossenen Form und vollständigem Ein¬ schieben des Formkernes gegen die Kraft der den ringförmigen Formteil abstützenden Federn über die innere Öffnung des Dampf- auslasses schiebbar ist. Insbesondere ist der zwischen der Formplatte und dem kegeligen Formkern vorgesehene Führungszy¬ linder mit seiner Mantelfläche über die inneren Ausmündungen der Dampfauslasse, diese verschließend, schiebbar. Somit kann
in die Kanäle der Dampf auslasse ke in Waf felteig eindringen , wobei die Form vollständig mit Teig gefüllt wird , weil der Teig die in der Form befindliche Luft durch diese Dampfauslässe hinaus¬ drückt . Zur Vermeidung des Festfressens der aufeinander gleitenden Formteile ist es zweckmäßig , wenn der ringförmige Formteil und der Formkern mit dem Führungszylinder aus unterschiedli¬ chen Materialien , beispielsweise Mess ing und Stahl , bestehen .
Wenn der Backvorgang beendet ist , dann wird wie üblich der obere Formteil angehoben , also der Formkern ausgehoben und der Form-Unterteil zur Entnahme des Fertigproduktes geteilt . Dabei ist es zweckmäßig , wenn der ringförmige Formteil als Niederhalter zum zeitweiligen Festahlten der fertigen Eistüte im Form-Unterteil beim stufenweisen Entformen während des Herausziehens des Formkernes vorgesehen ist . Es wird dadurch verhindert , daß das Fertigprodukt am Formkern haften bleibt und mit diesem aus der Form ausgehoben wird .
Um ein exakt der Form entsprechendes , gleichmäßig in der Färbung und homogen im Inneren anfallendes Backerzeugnis mit festem Körper zu erhalten , wird ein Verfahren zur Herstellung unter Zuhilfenahme obiger mehrteiliger Backform vorgeschlagen , das durch gekennzeichnet ist , daß nach Befüllen des Form-Un¬ terteiles mit Waffelteig der obere Formteil und der Form-Un¬ terteil einander so weit angenähert werden , bis der ringför¬ mige Formteil auf der Öffnung des Form-Unterteils unter Vor¬ spannung aufliegt und die Öffnung abschließt , daß dann gege¬ benenfalls nach einem Vorbacken von beispielsweise 10 Sekun¬ den der Formkern durch den ringförmigen Formteil hindurch in den Form-Unterteil bis etwa in eine Position im Spaltabstand entsprechend der endgültigen Wandstärke des fertigen Backer¬ zeugnisses vorzugsweise auf die Dauer von 1 bis 4 Sekunden stoßartig vor¬ geschoben wird, daß der Formkern dann in eine Position entsprechend etwa der doppelten bis dreifachen Wandstärke des fertigen Backerzeugnisses zu¬ rückgezogen und in dieser Position der Backvorgang bei einer Eistüte etwa 100 Sekunden durchgeführt wird , daß dann der Form¬ kern in die Position der endgültigen Wandstärke vorgeschoben, das Backer¬ zeugnis verdichtet und das Ausbacken beispielsweise für 60 Sekunden durch¬ geführt wird und schließlich der obere Formteil vom Form-Unterteil ge¬ trennt wird, wobei der ringförmige Formteil das Backerzeugnis während des Öffnens der Form im Form-Unterteil festhält , bis der Ab-
stand des oberen Formteils vom Form-Unterteil größer ist als der Verschiebungsweg des ringförmigen Formteils längs des Formkerns und sodann der Form-Unterteil längs einer Symme¬ trieebene geteilt und das Backerzeugnis entnommen bzw. ausge¬ stoßen wird. Nach dem Verschließen der Backform durch den ringförmigen Formteil wird durch ein blitzartiges Eintauchen des Kernes bis zu seiner Endstellung iru Form-Unterteil der Waffelteig bis in die letzte Ecke der Form zuverlässig ver¬ teilt und durch einen nachfolgenden ersten Backvorgang bei zurückgezogenem Formkern und einer noch zu großen Wandstärke stabilisiert. Der Formkern wird unter Verdichtung des Back¬ werkes wieder in die Endlage geschoben und das endgültige Ausbacken erfolgt. Durch Wahl der Verdichtungsverhältnisse und durch Abstimmung der Backzeiten vor und nach dem Endver¬ dichten kann die Festigkeit des Endproduktes sehr gut beein¬ flußt werden. Daher ist das Verfahren auch zur Herstellung von biologisch abbaubaren Behältern und sogenannten "eßbarer" Verpackung geeignet.
Ausführungsbeispiele von mehrteiligen Backformen mit Hin¬ weisen auf den Verfahrensablauf zur Herstellung eines Back¬ erzeugnisses sind in den Zeichnungen dargestellt. Die Figuren zeigen Backformen zur Herstellung von Eistüten mit einem obe¬ ren Formteil, teilweise im Schnitt und einen geöffneten Form- Unterteil. Fig. 1 zeigt die Backform geöffnet, Fig. 2a ge¬ schlossen, mit nicht vollständig eingeschobenen Formkern, Fig. 2b dieselbe Form mit zur Gänze eintauchendem Formkern, Fig. 3 die Form mit zurückgezogenem Formkern und Fig. 4 die Form mit gänzlich eingeschobenem Formkern, Fig. 5 eine andere Form in geöffnetem Zustand, Fig. 6, die Form nach Fig. 5 ge¬ schlossen, bei noch nicht vollständig eintauchendem Formkern und geöffnetem Dampfauslaß außerhalb der Teilungsebene und Fig.7 die Form nach den Fig.5 und 6 mit vollständig einge¬ schobenem Formkern.
" Eine mehrteilige Backform nach den Fig. 1 bis 4 zur Her¬ stellung einer einfachen Eistüte umfaßt eine Formplatte 1, auf der ein im wesentlichen kegelförmiger Formkern 2 , der in einen Führungszylinder 3 übergeht, starr befestigt ist. Der Form¬ kern 2, der die Innenkontur einer Eistüte trägt, taucht in
eine kegelfärmige Ausnehmung 4 eines Form-Unterteiles 5 , welcher axial in zwei Hälften teilbar ist. -Die kegelförmige Ausnehmung 4 formt die Außenfläche bzw. Außenkontur der Eis¬ tüte.
Zusätzlich ist noch ein ringförmiger Formteil 6 vorge¬ sehen, der den Führungszylinder 3 des Formkernes 2 umgibt und in axialer Richtung gegen die Kraft von Federn 7 ver¬ schiebbar ist. Die Formplatte 1 mit dem Formkern 2, dem Füh¬ rungszylinder 3 und dem ringförmigen Formteil 6 bilden den oberen Formteil 8.
Beim Schließen der Form, also der Annäherung des oberen Formteiles 8 an den Form-Unterteil 5 bis zur Stellung nach Fig. 4, berührt die kegelige Stirnfläche 9 des ringförmigen Formkörpers 6 vorerst den Rand der Ausnehmung 4 und legt sich dort an. Schlitze 10 in der Stirnfläche 9 sorgen für eine Be¬ lüftung bzw. wirken als Dampfauslaß der nun verschlossenen Form. Fig. 2a zeigt die Form in dieser Zwischenstellung. Bei weiterem Schließen der Form gemäß Fig. 2b taucht der Formkern tief in die Ausnehmung 4 ein, bis die Formplatte 1 am ringför¬ migen Formteil 6 ansteht und die Federn 7 zur Gänze zusammen¬ gedrückt sind. Der Spalt zwischen dem Formkern 2 und der Wand der Ausnehmung 4 definiert die Wandstärke des Endprodukts.
Die Herstellung einer Eistüte kann nun dadurch erfolgen, daß die Ausnehmung 4 des Form-Unterteiles 5 mit flüssigem Waf¬ felteig in entsprechender Menge in der Position nach Fig. 1 gefüllt wird und daß dann die geheizte Form gemäß Fig. 2a ge¬ schlossen, der Formkörper gebacken und die Form währenddessen in die verdichtende Endstellung nach Fig. 2b gebracht wird. Das Endprodukt kann nach Zurückziehen des oberen Formteiles 8 und Öffnen des Form-Unterteiles 5 entnommen werden, wobei dem ringförmigen Formteil 6 die Funktion eines Abstreifers zu¬ kommt, sobald der Formkern 2 aus dem Fertigprodukt herausge¬ zogen wird.
Ein besonderes Verfahren zur Herstellung einer eßbaren Eis¬ tüte aus Waffelteig ist in den Fig. 1 bis 4 dargestellt. Es wird, so wie oben für das einfache Herstellungsverfahren der Form-Unterteil 5 gemäß Fig. 1 mit der entsprechenden Menge an Waffelteig gefüllt. Dann wird der obere Formteil 8 so weit
an den Form-Unterteil 5 angenähert, bis der ringförmige Form¬ teil 6 mit seiner konischen Stirnfläche 9 auf dem Rand der Ausnehmung 4 aufsitzt und somit die Form - bis auf die Schlitze 10 - abschließt. In dieser Position, die in Fig. 2a dargestellt ist, erfolgt ein Backvorgang von beispielsweise 10 Sekunden. Sodann wird der Formkern 2 stoßartig in seine Endstellung gebracht (Fig. 2b) und sofort (nach 1 bis 4 Sekun¬ den) wieder in eine Position nach Fig. 3 zurückgezogen. Kurz¬ zeitig wurde damit das bereits leicht angebackene Produkt in die Endform gebracht, wobei alle Hohlräume der Form zwangs¬ läufig ausgefüllt wurden. Durch das anschließende Zurückzie¬ hen des Formkörpers in die Position nach Fig. 2b, in der die Spaltbreite zwischen Form-Unterteil 5 und Formkern 2 etwa der doppelten bis dreifachen Wandstärke des Endproduktes ent¬ spricht, kann sich der eigentliche Backvorgang im Ausmaß von beispielsweise 100 Sekunden entfalten, worauf der Formkern 2 schließlich in die Endposition gemäß Fig. 4 vorgeschoben und das Produkt verdichtet wird und das Ausbacken für etwa 60 Se¬ kunden anschließt. Wie den Fig. 2 bis 4 zu entnehmen ist, bleibt die Form während des Vorbackens (Fig. 2a), Blitztauchens des Form¬ kernes 2 (Fig. 2b) und während des eigentlichen Backens (Fig.3) sowie des Ausbackens (Fig. 4) geschlossen, da der ringförmige Formteil 6 die Form abschließt, sodaß allenfalls Dampf durch die Schlitze 10, nicht aber Teig austreten oder etwa beim "Blitztauchen" des Formkernes 2 herausquellen oder spritzen kann.
Wie erwähnt , hält der ringförmige Formteil 6 das fertige Backerzeugnis nach Herausziehen des Formkernes 2 im Form-Unter¬ teil 5 vorerst fest, sodaß das Backerzeugnis nicht am Form¬ kern 2 kleben bleibt. Der Form-Unterteil 5 wird dann axial ge¬ teilt und das fertige Backerzeugnis fällt heraus oder kann entnommen werden. Bei dem Herstellungsverfahren kann das er¬ wähnte Vorbacken entfallen und der Waffelteig nach dem Ein¬ füllen in die Ausnehmung 4 des heißen Form-Unterteiles 5 durch stoßartiges Eintauchen ("Blitztauchen") des Formkernes 2 bei geschlossener Form bis in die letzte Ecke der Form verteilt werden.
Nachfolgend wird als komplexe Alternative die Backform für eine Eistüte mit ringförmigen Kragen als Tropfrand un¬ terhalb der Aufnahmeöffnung der Eistüte beschrieben.
Eine Backform gemäß Fig. 5 bis 7 für eine Eistüte, die über einen tassenartig ausladenden Tropfrand etwa im zweiten Drittel der Gesamthöhe der Eistüte verfügt, umfaßt ebenfalls eine Formplatte 12 auf der ein Formkern 13 mit Führungszy¬ linder 14 starr befestigt ist. Auf dem Führungszylinder 14 gleitet ein ringförmiger Formteil 15. Federn 16 drücken den ringförmigen Formteil 15 in eine von der Formplatte 12 distanzierte Lage. Anschläge, die ein Herausfallen des ringförmigen Form¬ teiles 15 verhindern, sind in den Fig. 1 bis 7 zur Verein¬ fachung der Darstellung nicht gezeichnet. Die Formplatte 12 ist gegen einen axial zweigeteilten Form-Unterteil 17 beweg¬ lich, dessen Ausnehmung 18 die Außenkontur der konischen Eis¬ tüte und bei erwünschtem Tropfrand dessen Unterseite ausformt. Die Fig. 5 bis 7 zeigen den Form-Unterteil 17 in seiner verti¬ kalen Teilungsebene mit Paßstiften. Der Form-Unterteil 17 trägt oben eine Ausformung für den tellerförmig ausladenden Tropfrand der Eistüte. Auf dem ringförmigen Formteil 15 ist stirnseitig das Negativ der Oberseite des Tropfrandes der Eis¬ tüte ausgebildet. Die zylindrische oder leicht konische Innenfläche des ringförmigen Formteiles 15 formt die Außensei¬ te des oberen Teiles der Eistüte nächst der Aufnahmeöffnung. Der Formkern 13 umfaßt die gesamte Innenkontur der Eistüte, die einen kegeligen unteren Teil und einen etwa zylindrischen oberen Teil mit Innenrippen umfaßt.
Stirnseitig am ringförmigen Formteil 15 sind ein oder meh¬ rere Schlitze 19 ausgebildet (z.B. sechs Schlitze, jeweils um 60° zueinander versetzt), die radial verlaufen und einen Ka¬ nal bilden ,der die Dichtfläche zwischen dem Form-Unterteil 17 und dem ringförmigen Formteil 15 überbrückt, sodaß bei geschlos¬ sener Form (Fig. 6, 7) dort Dampf entweichen kann. Diese Schlitze" 19 könnten auch im Form-Uliterteil 17 in der Dicht¬ fläche ausgebildet sein. Im ringförmigen Formteil 15 sind fer¬ ner ein oder mehrere Dampfauslasse 20 (z.B. zwei Bohrungen, jeweils um 180° zueinander versetzt) vorgesehen. Diesen liegt
innen der Führungszylinder 14 gegenüber, der in eine Verschlu߬ position für die Dampfauslasse 20 verschiebbar ist (Fig. 7).
Es wird der Funktionsablauf nachfolgend anhand der Fig. 5 bis 7 erklärt:
Bei offener Form nach Fig. 5 ist die Formplatte 12 so weit von dem Form-Unterteil 17 entfernt, daß in die kegelförmige Ausnehmung 18 Teig eingebracht werden kann. Es wird darauf die Formplatte 12 soweit gegen den Form-Unterteil 17 abgesenkt, bis der ringförmige Formteil 15 stirnseitig auf der oberen Paßfläche des Form-Unterteiles 17 aufliegt (Fig. 6). Durch die Federung des ringförmigen Formteiles 15 ergibt sich eine selbstnachstellende Abdichtung.. Die Form ist damit geschlossen. Der Teig wird durch den eindringenden Formkern i3 und den Dampffluß annähernd in die endgültige Form gebracht, jedoch sind die Wandstärken jeweils noch zu groß. Bei dem Vorbacken in der Position nach Fig. 6 (etwa 20 Sekunden) entweicht der Dampf sowohl durch die Dampfschlitze 19 als auch durch die Dampfauslasse 20. Durch das Vorbacken und den Wasserverlust verfestigt sich der Teig zu einer plastischen Zwischenform.
Es folgt nun ein Komprimieren bzw. Verdichten der Masse da¬ durch, daß die Formplatte 12 in die Endstellung (Fig. 7) ge¬ bracht wird. An der Position des ringförmigen Formteiles 15 gegenüber dem Form-Unterteil 17 ändert sich nichts, jedoch preßt der tiefer eindringende Formkern 13 den vorgebackenen mit Hohlräumen versehenen Teig zusammen, bis die endgültigen Abmessungen erreicht sind. Dabei werden Hohlräume verkleinert und es erfolgt das vollständige Ausbacken des Teiges. Beim vollständigen Absenken der Formplatte 12 schiebt sich die Außenfläche des Führungszylinders 14 des Formkernes 13 vor die inneren scharfkantigen Einmündungen der Dampfauslasse 20 und schließt diese ab. Im oberen Teil des Backgutes erfolgt eine Umkehr der Dampfströmungsrichtung für den eventuell noch vor¬ handenen Restdampf in Richtung auf die Damp schlitze 19, die hier im Ausführungsbeispiel in der horizontalen Teilungsflä¬ che der Form im ringförmigen Formteil 15 zwischen diesen und dem Form-Unterteil 17 liegen.
In der Mantelfläche des Führungszylinders 14 kann ein Dichtring eingelegt sein.
Das Entformen erfolgt in sehr vorteilhafter Weise in Etappen, sodaß die Eistüte auch bei Verarbeitung von klebri¬ gen zuckerhaltigen Teigen nicht zerstört oder verformt wird. Durch Anheben der Formplatte 12 aus der Position nach Fig. 7 in die Position nach Fig. 6 löst sich der Formkern 13 im Inne¬ ren der verfestigten und ausgebackenen Eistüte. Die Eistüte selbst wird durch den ringförmigen Formteil 15 vorerst noch in der Form zurückgehalten. In weiterer Folge hebt die Form¬ platte 12 auch den ringförmigen Formteil 15 von der Eistüte ab (Fig. 5) und schließlich, werden die Hälften des Form-Unter¬ teiles 17 getrennt, sodaß die Eistüte herausfällt. Die Form selbst bleibt insbesondere was den Bereich der Dampfschlitze 19 und der Dampfauslasse 20 betrifft, völlig sauber und neigt nicht zur Verstopfung, weil bezüglich der Dampfschlitze 19 in der Teilungsfläche ein Selbstreinigungseffekt eintritt und die Dampfauslässe 20 nach dem Dampfaustritt beim Komprimieren der Form verschlossen werden, wobei der Abschereffekt durch die scharfen Innenkanten der hier als Kegelbohrungen ausge¬ bildeten Dampfauslasse der Selbstreinigung förderlich sind. Auch bei dieser Ausführung kann das Verfahren, wie es zu Fig. 1 bis 4 erklärt wurde, verwendet werden.
Der im Zusammenhang mit den Fig. 1 bis 7 genannte Führungs¬ zylinder 3 bzw. 14 kann als Kreiszylinder aber auch als ein Körper mit einer Mantelfläche aus zueinander parallelen Er¬ zeugenden ausgebildet sein, die - abgesehen von einem Kreis- einem Oval oder einem Rechteck od.dgl. als Basiskurve fol¬ gen.
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