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Title:
COMPOSITIONS CONTAINING A RUTHENIUM(III) COMPLEX AND A HETEROCYCLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2002/059135
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to compositions containing a ruthenium (III) complex and a heterocycle, a method for the production thereof, a pharmaceutical containing said compositions and a kit. The invention also relates to a composition (A) which can be obtained by reacting a compound of general formula (I) M¿3-n-p-2pr?[RuX¿6-n-p-2r?B¿n?(H¿2?O)¿p?(OH)¿q?(O)¿r?]¿2r+1? (I) with a compound of general formula (II) B'(HX')¿s? (II). The invention further relates to a composition (B) which can be obtained by mixing a compound of general formula (III) (B'H)¿3-n-p-2pr?[RuX¿6-n-p-2r?B¿n?(H¿2?O)¿p?(OH)¿q?(O)¿r?]¿2r+1? (III) with a compound of general formula (IV) MX' (IV). Fig.1. A. living cells B. concentration ($g(m)M) Indazol = indazole

Inventors:
KEPPLER BERNHARD (DE)
Application Number:
PCT/EP2002/000863
Publication Date:
August 01, 2002
Filing Date:
January 28, 2002
Export Citation:
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Assignee:
FAUSTUS FORSCHUNGS CIE (DE)
KEPPLER BERNHARD (DE)
International Classes:
C07D231/56; A61K9/08; A61K31/416; A61K33/24; A61K45/06; A61K47/02; A61P35/00; A61P35/04; C07F15/00; (IPC1-7): C07F15/00; A61K33/24; A61P35/04
Domestic Patent References:
WO1997036595A21997-10-09
Foreign References:
US4843069A1989-06-27
Other References:
GARZON, F. T. ET AL: "Comparative antitumor activity of ruthenium derivatives with 5'-deoxy-5-fluorouridine in chemically induced colorectal tumors in SD rats", CANCER CHEMOTHER. PHARMACOL. (1987), 19(4), 347-9, XP008004452
KEPPLER, B. K. ET AL: "New ruthenium complexes for the treatment of cancer", PROG. CLIN. BIOCHEM. MED. (1989), 10(RUTHENIUM OTHER NON-PLATINUM MET. COMPLEXES CANCER CHEMOTHER.), 41-69, XP000944026
PACOR, S. ET AL: "Antitumor action of mer-trichlorobis(dimethyl sulfoxide)aminoruthenium(III) (BBR2382) in mice bearing Lewis lung carcinoma", MET. IONS BIOL. MED., PROC. INT. SYMP., 1ST (1990), 482-4. EDITOR(S): COLLERY, PHILIPPE. PUBLISHER: LIBBEY, PARIS, FR., XP008004453
KREUSER, ERNST D. ET AL: "Synergistic antitumor interactions between newly synthesized ruthenium complexes and cytokines in human colon carcinoma cell lines", SEMIN. ONCOL. (1992), 19(2, SUPPL. 3), 73-81, XP008004454
GALEANO, A. ET AL: "Antitumor activity of some ruthenium derivatives in human colon cancer cell lines in vitro", ARZNEIM.-FORSCH. (1992), 42(6), 821-4, XP001073936
KRATZ, F. ET AL: "Protein-binding properties of two antitumor Ru(III) complexes to human apotransferrin and apolactoferrin", MET.-BASED DRUGS (1994), 1(2-3), 169-73, XP008004457
KRATZ, F. ET AL: "Comparison of the antiproliferative activity of two antitumor ruthenium(III) complexes with their apotransferrin and transferrin-bound forms in a human colon cancer cell line", MET.-BASED DRUGS (1996), 3(1), 15-23, XP008004458
GOPAL, Y. N. VASHISHT ET AL: "Topoisomerase II poisoning by indazole and imidazole complexes of ruthenium", JOURNAL OF BIOSCIENCES (BANGALORE, INDIA) (2001), 26(2), 271-276, XP008004459
DEPENBROCK, H. ET AL: "Preclinical activity of trans-indazolium [tetrachlorobisindazoleruthenate (III)] (NSC 666158;IndCR; KP 1019) against tumor colony-forming units and hematopoietic progenitor cells", EUROPEAN JOURNAL OF CANCER (1997), 33(14), 2404-2410, XP004284604
Attorney, Agent or Firm:
GRÜNECKER, KINKELDEY, STOCKMAIR & SCHWANHÄUSSER (Maximilianstrasse 58 München, DE)
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Claims:
Patentansprüche
1. Zusammensetzung (A), erhältlich durch Umsetzen einer Komplexverbindung der allgemeinen Formel (I) M3np2pr[RuX6npq2rBn(H2O)p(OH)q(O)r]2r+1 worin M ein Alkalimetalikation oder Ammonium, B ein einoder mehrkerniger basischer Heterocyclus mit einem oder mehreren Stickstoffatomen, X ein Halogenid, Pseudohalogenid, HCO3, oder RCOO, worin R ein substituiertes oder unsubstituiertes C1C6Alkyl oder C2C6Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, n = 1 oder 2, p, q = 0 oder 1 oder (falls r = 0,5) 0 oder 0,5, und r = 0 oder 0,5 ist, mit einer Verbindung der Formel (II) B' (HX') s (II) worin B'ein einoder mehrkemiger basischer Heterocylus mit einem oder mehreren Stickstoffatomen, X'ein Halogenid, Pseudohalogenid, HCOsoder RCOO, worin R Wasserstoff oder ein substituiertes oder unsubstituiertes C,C6Alkyl oder C2C6Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, Phosphat, Sulfat, Acetat, und s eine ganze Zahl von 1 oder mehr ist.
2. Zusammensetzung (B), erhältlich durch Mischen einer Komplexverbindung der allgemeinen Formel (III) (B'H)3np2pr[RuX6npq2rBn(H2O)p(OH)q(O)r]2r+1 worin B, B'ein einoder mehrkerniger basischer Heterocyclus mit einem oder mehreren Stickstoffatomen, X ein Halogenid, Pseudohalogenid, HCO3, oder RCOO, worin R ein substituiertes oder unsubstituiertes C1C6Alkyl oder C2CsAlkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, n = 1 oder 2, p, q = 0 oder 1 oder (falls r = 0,5) 0 oder 0,5, und r = 0 oder 0,5 ist, mit einer Verbindung der Formel (IV) MX' (IV) worin M ein Alkalimetallkation oder Ammonium, X'ein Halogenid, Pseudohalogenid, HCO3oder RCOO, worin R Wasserstoff oder ein substituiertes oder unsubstituiertes C1C6Alkyl oder C2C6Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, Phosphat, Sulfat oder Acetat ist.
3. Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, worin B und/oder B'in den Formeln (I), (II) oder (III) Imidazol, Pyrazol, Triazol oder Indazol sind.
4. Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, worin M in der Formel (I) oder (IV) Lithium, Natrium oder Kalium ist.
5. Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, worin X in der Formel (I), (II), (III) oder (IV) Chlor oder Brom ist.
6. Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 3 bis 5, wobei das molare Verhältnis der Verbindung der Formel (I) zur Verbindung der Formel (II) < 1 ist.
7. Zusammensetzung nach Anspruch 6, wobei das molare Verhältnis der Verbindung der Formel (I) zur Verbindung der Formel (II) zwischen 1 : 2 und 1 : 5 liegt.
8. Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 5, wobei das molare Verhältnis der Verbindung der Formel (III) zur Verbindung der Formel (IV) zwischen 1 : 2 und 1 : 30 liegt.
9. Zusammensetzung nach Anspruch 8, wobei das molare Verhältnis der Verbindung der Formel (III) zur Verbindung der Formel (IV) zwischen 1 : 5 und 1 : 15 liegt.
10. Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 3 bis 7, wobei die Verbindung der Formel (I) Natriumtrans[tetrachlorobis (1 H indazol)ruthenat (III)] ist.
11. Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 1,3 bis 7 und 10, wobei die Verbindung der Formel (II) IndazoliumHydrochlorid ist.
12. Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 5,8 und 9, wobei die Verbindung der Formel (III) Indazoliumtrans [tetrachlorobis (1H indazol)ruthenat (III)] ist.
13. Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 5,8,9 und 12, wobei die Verbindung der Formel (IV) Natriumchlorid ist.
14. Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 13 in Form einer wässrigen Lösung.
15. Arzneimittel, enthaltend eine Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 14.
16. Verwendung einer Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 14 zur Herstellung eines Arzneimittels zur Prophylaxe und/oder Behandlung von Krebserkrankungen.
17. Verfahren zur Herstellung einer Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 1,3 bis 7,10,11 und 14, wobei eine Komplexverbindung der Forme) (t) mit einer Verbindung der Formel (II) umgesetzt wird.
18. Verfahren nach Anspruch 17, wobei die Umsetzung in wässriger Lösung erfolgt.
19. Verfahren zur Herstellung einer Zusammensetzung nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 5,8,9 und 12 bis 14, wobei eine Komplexverbindung der Formel (III) mit einer Verbindung der Formel (IV) vermischt wird.
20. Kit (A), enthaltend ein Behältnis mit einer Verbindung der Formel (I) M3np2pr[RuX6npq2rBn(H2O)p(OH)q(O)r]2r+1 (I) worin M ein Alkalimetallkation oder Ammonium, B ein einoder mehrkemiger basischer Heterocyclus mit einem oder mehreren Stickstoffatomen, X ein Halogenid, Pseudohalogenid, HC03, oder RCOO, worin R ein substituiertes oder unsubstituiertes C,C6Alkyl oder C2C6Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, n = 1 oder2, p, q = 0 oder 1 oder (falls r = 0,5) 0 oder 0,5, und r = 0 oder 0,5 ist, sowie ein Behältnis mit einer Verbindung der Formel (II) B'(HX') s (II) worin B'ein einoder mehrkerniger basischer Heterocyclus mit einem oder mehreren Stickstoffatomen, X'ein Halogenid, Pseudohalogenid, HCO3 oder RCOO, worin R Wasserstoff oder ein substituiertes oder unsubstituiertes C1C6Alkyl oder C2C6Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, Phosphat, Sulfat, Acetat, und s eine ganze Zahl von 1 oder mehr ist.
21. Kit (B), enthaltend ein Behältnis mit einer Verbindung der Formel (III) (B'H)3np2pr[RuX6npq2rBn(H2O)p(OH)q(O)r]2r+1 (III) worin B, B'ein einoder mehrkerniger basischer Heterocyclus mit einem oder mehreren Stickstoffatomen, X ein Halogenid, Pseudohalogenid, HCO3, oder RCOO, worin R ein substituiertes oder unsubstituiertes C,C6Alkyl oder C2CsAlkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, n = 1 oder 2, p, q = 0 oder 1 oder (falls r = 0,5) 0 oder 0,5, und r = 0 oder 0,5 ist, sowie ein Behältnis mit einer Verbindung der Formel (IV) MX' (IV) worin M ein Alkalimetallkation oder Ammonium, X'ein Halogenid, Pseudohalogenid, HCO3oder RCOO, worin R Wasserstoff oder ein substituiertes oder unsubstituiertes C1C6Alkyl oder C2C6Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, Phosphat, Sulfat oder Acetat ist.
Description:
Zusammensetzungen, enthaltend einen Ruthenium (111)-komplex und einen Heterocyclus Die vorliegende Erfindung betrifft Zusammensetzungen, die einen Ruthenium (111)-komplex und einen Heterocyclus umfassen, sowie deren Verwendung als Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen.

Die mögliche Verwendbarkeit von Rutheniumkomplexen zur Behandlung von Krebserkrankungen wurde von M. J. Clarke, ACS Symp. Ser. 140 (1980) 157- 180 diskutiert.

Komplexverbindungen des dreiwertigen Rutheniums mit Pyrazol und Imidazol wurden von F. Kralik et al., Collection Czeckoslov. Chem. Commun. 26 (1961) 1298 und von B. K. Keppler et al., Inorg. Chem., 26 (1987) 4366-4370 beschrieben.

Ferner wurden Ruthenium (111)-Komplexe mit Indazol und Dimethylsulfoxid von B. K. Keppler et al., Anticancer Res., 9 (1989) 761-766, G. Mestroni et al., J. Am. Chem. Soc. 111 (1989) 7068-7071 und G. Mestroni et al., Inorg. Chem., 34 (1995) 4722-4734 untersucht.

Die tumorhemmenden Eigenschaften von Ruthenium (111)-Komplexen mit einem basischen Heterocyclus, wie Indazol, werden ferner in Eur. J. Inorg. Chem.

1999,9, S. 1551-1555, Met.-Based Drugs 1994,1 (2-3), S. 145-150, und J.

CancerRes. Clin. Oncol. 1992,118 (3), S. 195-200, beschrieben.

In der US-PS 4,843,069 werden Arzneimittel beschrieben, die Ruthenium (fi)- Komplexe mit einem ein-oder mehrkernigen basischen Heterocyklus enthalten.

Die Komplexe sind zur Krebstherapie geeignet, jedoch schwer wasserlöslich und daher nicht lyophilisierbar.

Um diesen Nachteil zu vermeiden, offenbart die W097/36595 Ruthenium (lit)- Komplexe mit einem Alkalimetallkation oder mit Ammonium, die gut

wasserlöslich und ebenfalls wirksam zur Behandlung von Krebserkrankungen sind. Diese Verbindungen haben jedoch den Nachteil, dass sie eine geringere Wirksamkeit als Rutheniumkomplexe nach der US-PS 4,843,069 aufweisen.

Daher liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, die vorstehend genannten Nachteile zu vermeiden und eine Zusammensetzung zur Verfügung zu stellen, die gut wasserlöslich ist und eine hohe Wirksamkeit zur Behandlung von Krebserkrankungen aufweist.

Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Zusammensetzung (A), erhältlich durch Umsetzen einer Komplexverbindung der allgemeinen Formel (I) M3-n-p-2pr[RuX6-n-p-q-2rBn(H2O)p(OH)q(O)r]2r+1 (I) worin M ein Alkalimetallkation oder Ammonium, B ein ein-oder mehrkerniger basischer Heterocyclus mit einem oder mehreren Stickstoffatomen, X ein Halogenid, Pseudohalogenid, HC03, oder RCOO-, worin R ein substituiertes oder unsubstituiertes C,-C6-Alkyl oder C2-C6-Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, n = 1 oder 2, p, q = 0 oder 1 oder (falls r = 0,5) 0 oder 0,5, und r = 0 oder 0,5 ist, mit einer Verbindung der Formel (II) B'(HX')s (II) worin B'ein ein-oder mehrkerniger basischer Heterocyclus mit einem oder mehreren Stickstoffatomen, X'ein Halogenid, Pseudohalogenid, HC03-oder RC00-, worin R

Wasserstoff oder ein substituiertes oder unsubstituiertes C1-C6-Alkyl oder C2-C6-Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, Phosphat, Sulfat und/oder Acetat, und s eine ganze Zahl von 1 oder mehr ist.

Weiterhin wird die Aufgabe gelöst durch eine Zusammensetzung (B), erhältlich durch Mischen einer Komplexverbindung der allgemeinen Formel (III) (B'H)3-n-p-2pr[RuX6-n-p-q-2rBn(H2O)p(OH)q(O)r]2r+1 worin B, B'ein ein-oder mehrkerniger basischer Heterocyclus mit einem oder mehreren Stickstoffatomen, X ein Halogenid, Pseudohalogenid, HC03-, oder RCOO-, worin R ein substituiertes oder unsubstituiertes C,-C6-Alkyl oder C2-C6-Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, n = 1 oder 2, p, q = 0 oder 1 oder (falls r = 0,5) 0 oder 0,5, und r = 0 oder 0,5 ist, mit einer Verbindung der Formel (IV) MX' (IV) worin M ein Alkalimetallkation oder Ammonium und X'ein Halogenid, Pseudohalogenid, HCOs-oder RC00-, worin R Wasserstoff oder ein substituiertes oder unsubstituiertes C1-C6-Alkyl oder C2-C6-Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, Phosphat, Sulfat oder Acetat ist.

B und/oder B'in den Formeln (I), (II) oder (III) können Purin, Adenin, Guanin, Cytosin, Indazol, Imidazol, Pyrazol, Pyridin, Pyrimidin, Pyridazin, Pyrrol,

Tetrazol, und/oder Triazin sein, die substituiert sein können durch einen oder mehrere Substituenten, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus : Hydroxyl, Amino, Halogen, C1-C4-Alkyl, C2-C4-Alkenyl, C,-C4-Alkylmercapto, Formyl-, C1-C4-Alkoxycarbonyl, C1-C4-Alkoxycarbonyl-C1-C4-alkylen, Di-C1-C4- alkyl-amino, Di-C1-C4-alkylamino-C1-C4-alkylen, Di-C1-C4-alkylaminocarbonyl, Di-C,-C4-alkylaminocarbonyl-Ci-C4-alkylen, Hydroxyiminomethin, Phenyl, Benzyl, Benzoyl, Pyrrolidino, Piperidino, Pyrrol-1-yl und Pyrrol-1-yl-Ci-C4- alkylen oder einen Ring worin -R1' Wasserstoff, Natrium, C1-C4-Alkyl oder Phenyl ist, und -R2'Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, Amino, oder Phenyl ist, oder R1'und R2' zusammen eine Gruppe-(CH2) s~ darstellen, worin s eine gerade Zahl von 4 bis 8 ist, -W ein Stickstoff oder CR3', worin R3'ein Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, Amino oder Phenyl, vorzugsweise Wasserstoff oder Methyl, ist, -Y Stickstoff oder CR4'ist, worin R4'ein Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, Amino oder Phenyl, vorzugsweise Wasserstoff oder Methyl, ist, und - Z Stickstoff oder CR5', worin R5'ein Wasserstoff, C1-C4-Alkyl, Amino oder Phenyl, vorzugsweise Wasserstoff oder Methyl, ist, wobei der Ring über mindestens einen der Substituenten R1'und R2'an den basischen Heterocyclus B oder B'gebunden ist.

Vorzugsweise ist wenigstens eine der Gruppen R3', R4'oder R5'ein

Wasserstoff.

Bevorzugt ist der wenigstens eine Substitutent ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Chlor, Diethylamino, Dimethylamino und Pyrrol-1-yl-methyl.

In einer bevorzugten Ausführungsform können B und/oder B'in den Formeln (I), (II) oder (III) 1-Methylimidazol, 4-Methylimidazol, 4-Methylpyrazol, 1- Natriumpyrazol, 1-Phenyltetrazol oder 5-Phenyltetrazol sein, die substituiert sein können, vorzugsweise in der 4-Position, durch einen oder mehrere Substituenten, wie vorstehend definiert.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind B und/oder B'in den Formeln (I), (II) oder (III) Imidazol, Pyrazol, Triazol oder Indazol, besonders bevorzugt Imidazol, Triazol oder Indazol, noch stärker bevorzugt Triazol oder Indazol, insbesondere Indazol.

B'und B können gleich sein, d. h. den gleichen Heterocyclus darstellen.

Weiterhin ist M in den Formel (I) und (IV) bevorzugt Lithium, Natrium oder Kalium, insbesondere Natrium.

In bevorzugten Ausführungsformen sind X und/oder X'in den Formeln (I), (II), (III) oder (IV) Chlor oder Brom, insbesondere Chlor. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform entspricht X'in der Zusammensetzung (A) oder (B)X.

Das molare Verhältnis der Verbindung der Formel (I) zur Verbindung der Formel (II) in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung (A) ist vorzugsweise <1, besonders bevorzugt ist ein Verhältnis zwischen 1 : 1.1 und 1 : 10, insbesondere 1 : 2 und 1 : 5.

Das molare Verhältnis der Verbindung der Formel (III) zur Verbindung der Formel (IV) in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung (B) ist vorzugsweise

ein Verhältnis zwischen 1 : 2 und 1 : 30, besonders bevorzugt 1 : 5 und 1 : 15, insbesondere 1 : 10.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Verbindung der Formel (I) Natrium-trans-tetrachlorobis (1 H-indazol)-ruthenat () !)).

Die Verbindung der Formel (II) ist vorzugsweise Indazolium-Hydrochlorid.

Die Verbindung der Formel (III) ist vorzugsweise Indazolium-trans- [tetrachlorobis- (indazol) ruthenat (III)].

Die Verbindung der Formel (IV) ist vorzugsweise Natriumchlorid.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung (A) oder (B) kann in Form einer wässrigen Lösung vorliegen.

Die Zusammensetzung (B) kann durch Verreiben einer Verbindung der Formel (III) mit einer Verbindung der Formel (IV) im Mörser oder in Mühlen, wie Luftstrahl-oder Kugelmühlen, erhalten werden.

Überraschend wurde gefunden, dass die Verfügbarkeit einer Verbindung der allgemeinen Formel (111) in wässriger Lösung durch Mischen mit einer Verbindung der allgemeinen Formel (IV) unter Erhalt der Zusammensetzung (B) verbessert werden kann.

Überraschend wurde ferner gefunden, dass eine Verbindung der allgemeinen Formel (I), die leicht wasserlöslich und lyophilisierbar ist, geeignete Formulierungsmöglichkeiten bietet durch Umsetzen mit einer Verbindung der allgemeinen Formel (II) zu einer zur Behandlung von Krebserkrankungen geeigneten erfindungsgemäßen Zusammensetzung (A) (siehe Beispiele 1-3 und Figuren 1-4).

Weiterhin wird die Aufgabe der vorliegenden Erfindung durch ein Arzneimittel

gelöst, das die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen (A) und/oder (B) enthält.

Die Zusammensetzungen (A) und/oder (B) können weiterhin zur Herstellung eines Arzneimittels zur Prophylaxe und/oder Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden.

Im folgenden wird das erfindungsgemäße Arzneimittel genauer beschrieben.

Die erfindungsgemäßen Arzneimittel werden vor allem intravenös, aber auch intramuskulär, intraperitoneal, subkutan oder peroral verabreicht. Auch eine äußerliche Applikation ist möglich. Bevorzugt ist die Verabreichung durch intravenöse Injektion oder intravenöse Infusion.

Die Arzneimittelzubereitungen werden nach an sich bekannten Verfahren hergestellt, wobei die erfindungsgemäße Zusammensetzung als solche oder gegebenenfalls in Kombination mit geeigneten pharmazeutischen Trägerstoffen eingesetzt wird. Enthalten die Arzneimittelzubereitungen neben dem Wirkstoff pharmazeutische Trägerstoffe, beträgt der Wirkstoffgehalt dieser Mischungen 0,1 bis 99,5, vorzugsweise 0,5 bis 95 Gew.-% der Gesamtmischung.

Der Wirkstoff kann in jeder geeigneten Formulierung angewandt werden unter der Voraussetzung, dass die Ausbildung bzw. Aufrechterhaltung von ausreichenden Wirkstoffpegeln gewährleistet ist. Das kann beispielsweise durch orale oder parenterale Gabe in geeigneten Dosen erreicht werden.

Vorteilhafterweise liegt die pharmazeutische Zubereitung des Wirkstoffs in Form von Einheitsdosen vor, die auf die gewünschte Verabreichung abgestimmt sind.

Eine Einheitsdosis kann zum Beispiel eine Tablette, ein Dragee, eine Kapsel, ein Suppositorium oder eine gemessene Volumenmenge eines Pulvers, eines Granulates, einer Lösung, einer Emulsion oder einer Suspension sein.

Unter"Einheitsdosis"im Sinne der vorliegenden Erfindung wird eine physikalisch bestimmte Einheit verstanden, die eine individuelle Menge des

aktiven Bestandteils in Kombination mit einem pharmazeutischen Trägerstoff enthält und deren Wirkstoffgehalt einem Bruchteil oder Vielfachen einer therapeutischen Einzeldosis entspricht. Eine Einzeldosis enthält vorzugsweise die Menge Wirkstoff, die bei einer Applikation verabreicht wird und die gewöhnlich einer ganzen, einer halben, einer drittel oder einer viertel Tagesdosis entspricht. Wenn für eine einzelne therapeutische Verabreichung nur ein Bruchteil, wie die Hälfte oder ein Viertel, der Einheitsdosis benötigt wird, ist die Einheitsdosis vorteilhafterweise teilbar, z. B. in Form einer Tablette mit Bruchkerbe.

Die erfindungsgemäßen Arzneimittel können, wenn sie in Einheitsdosen vorliegen und für Applikationen z. B. am Menschen bestimmt sind, etwa 0,1 bis 500 mg, bevorzugt 10 bis 200 mg und insbesondere 50 bis 150 mg Wirkstoff enthalten.

Im allgemeinen werden in der Humanmedizin der oder die Wirkstoffe in einer Tagesdosis von 0,1 bis 5, vorzugsweise 1 bis 3 mg/kg Körpergewicht, gegebenenfalls in Form mehrerer, vorzugsweise 1 bis 3 Einzelgaben zur Erzielung der gewünschten Ergebnisse verabreicht. Eine Einzelgabe enthält den oder die Wirkstoffe in Mengen von 0,1 bis 5, vorzugsweise 1 bis 3 mg/kg Körpergewicht. Bei einer oralen Behandlung können ähnliche Dosierungen zur Anwendung kommen.

Die therapeutische Verabreichung der pharmazeutischen Zubereitung kann 1 bis 4 mal am Tage zu festgelegten oder variierenden Zeitpunkten erfolgen, z. B. jeweils vor den Mahlzeiten und/oder am Abend. Es kann jedoch erforderlich sein, von den genannten Dosierungen abzuweichen, und zwar in Abhängigkeit von der Art, dem Körpergewicht und dem Alter der zu behandelnden Individuen, der Art und Schwere der Erkrankung, der Art der Zubereitung und der Applikation der Arzneimittelzubereitungen sowie dem Zeitraum bzw. Intervall, innerhalb welchem die Verabreichung erfolgt. So kann es in einigen Fällen ausreichend sein, mit weniger als der oben genannten Menge Wirkstoff auszukommen, während in anderen Fällen die oben angeführte Wirkstoffmenge

überschritten werden muss. Es kann sich auch als zweckmäßig erweisen, die Arzneimittelzubereitungen nur einmalig oder im Abstand von mehreren Tagen zu verabreichen.

Die Festlegung der erforderlichen optimalen Dosierung und Applikationsart der Wirkstoffe kann durch jeden Fachmann aufgrund seines Fachwissens erfolgen.

Die pharmazeutischen Zubereitungen bestehen in der Regel aus der erfindungsgemäßen Zusammensetzung und nichttoxischen, pharmazeutisch verträglichen Arzneimittelträgern, die als Zumischung oder Verdünnungsmittel, beispielsweise in fester, halbfester oder flüssiger Form oder als Umhüllungsmittel, beispielsweise in Form einer Kapsel, eines Tablettenüberzugs, eines Beutels oder eines anderen Behältnisses für den therapeutisch aktiven Bestandteil in Anwendung kommen. Ein Trägerstoff kann z. B. als Vermittler für die Arzneimittelaufnahme durch den Körper, als Formulierungshilfsmittel, als Süßungsmittel, als Geschmackskorrigens, als Farbstoff oder als Konservierungsmittel dienen.

Zur oralen Anwendung können z. B. Tabletten, Dragees, harte und weiche Kapseln, z. B. aus Gelatine, dispergierbare Pulver, Granulate, wässrige und ölige Suspensionen, Emulsionen, Lösungen oder Sirupe kommen.

Tabletten können inerte Verdünnungsmittel, z. B. Calciumcarbonat, Calciumphosphat, Natriumphosphat oder Lactose ; Granulierungs-und Verteilungsmittel, z. B. Maisstärke oder Alginate ; Bindemitte, z. B. Stärke, Gelatine oder Akaziengummi ; und Gleitmittel, z. B. Aluminium-oder Magnesiumstearat, Talkum oder Silikonöl, enthalten. Sie können zusätzlich mit einem Überzug versehen sein, der auch so beschaffen sein kann, dass er eine verzögerte Auflösung und Resorption der Arzneimittelzubereitung im Gastrointestinaltrakt bewirkt, so dass z. B. eine bessere Verträglichkeit, Protahierung oder Retardierung erreicht wird. Gelatinekapseln können den Arzneistoff vermischt mit einem festen, z. B. Calciumcarbonat oder Kaolin, oder einem öligen, z. B. Oliven-, Erdnuss-, oder Paraffinöl, Verdünnungsmittel

enthalten.

Wässrige Suspensionen können Suspendiermittel, z. B.

Natriumcarboxymethylcellulose, Methylcellulose, Hydroxypropylcellulose, Natriumalginat, Polyvinylpyrrolidon, Traganthgummi oder Akaziengummi ; Dispergier-und Benetzungsmittel, z. B. Polyoxyethylenstearat, Heptadecaethylenoxycatanol, Polyoxyethylensorbitolmonooleat oder Lecithin ; Konservierungsmittel, z. B. Methyl-oder Propylhydroxybenzoate ; Geschmacksmittel ; Süßungsmittel, z. B. Saccharose, Lactose, Natriumcyclamat, Dextrose, Invertzuckersirup, enthalten.

Ölige Suspensionen können z. B. Erdnuss-, Oliven-, Sesam-, Kokos-oder Paraffinöl und Verdickungsmittel, wie z. B. Bienenwachs, Hartparaffin oder Cetylalkohol, enthalten ; ferner Süßungsmittel, Geschmacksmittel und Antioxidantien.

In Wasser dispergierbare Pulver und Granulate können die erfindungsgemäße Zusammensetzung in Mischung mit Dispergier-, Benetzungs-und Suspendiermitteln, z. B. den oben genannten, sowie mit Süßungsmitteln, Geschmacksmitteln und Farbstoffen enthalten.

Emulsionen können z. B. Oliven-, Erdnuss-, oder Paraffinöl neben Emulgiermitteln, wie z. B. Akaziengummi, Traganthgummi, Phosphatiden, Sorbitanmonooleat, Polyoxyethylensorbitanmonooleat, und Süßungs-und Geschmacksmittel enthalten.

Wässrige Lösungen können Konservierungsmittel, z. B. Methyl-oder Propylhydroxybenzoate ; Verdickungsmittel ; Geschmacksmittel ; Süßungsmittel, z. B. Saccharose, Lactose, Natriumcyclamat, Dextrose, Invertzuckersirup, sowie Geschmacksmittel und Farbstoffe enthalten.

Zur parenteralen Anwendung der Arzneistoffe dienen steril injizierbare, wässrige Lösungen, isotonische Salzlösungen oder sonstige Lösungen.

Als Lösemittel zur Infusion kann jede geeignete Lösung eingesetzt werden.

Bevorzugt sind Wasser und Haemaccel@.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung der Zusammensetzung (A) umfasst die Umsetzung einer Komplexverbindung der Formel (I) mit einer Verbindung der Formel (II). Die Umsetzung erfolgt vorzugsweise in wässriger Lösung.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung der Zusammensetzung (B) umfasst das Mischen einer Komplexverbindung der Formel (III) mit einer Verbindung der Formel (IV). Dabei wird eine Verbindung der Formel (III) mit einer Verbindung der Formel (IV) z. B. im Mörser oder in Kugelmühlen verrieben.

Weiterhin wird ein Kit (A) zur Verfügung gestellt, der ein Behältnis mit einer Verbindung der Formel (I) M3-n-p-2pr[RuX6-n-p-q-2rBn(H2O)P(OH)q(O)r]2r+1 worin M ein Alkalimetalikation oder Ammonium, B ein ein-oder mehrkemiger basischer Heterocyclus mit einem oder mehreren Stickstoffatomen, X ein Halogenid, Pseudohalogenid, HC03-oder RCOO-, worin R ein substituiertes oder unsubstituiertes C,-C6-Alkyl oderC2-C6-Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, n = 1 oder 2, p, q = 0 oder 1 oder (falls r = 0,5) 0 oder 0,5, und r = 0 oder 0,5 ist, sowie ein Behältnis mit einer Verbindung der Formel (il)

B' (HX'), ())) worin B'ein ein-oder mehrkemiger basischer Heterocyclus mit einem oder mehreren Stickstoffatomen, X'ein Halogenid, Pseudohalogenid, HCOs-oder RCOO-, worin R Wasserstoff oder ein substituiertes oder unsubstituiertes C,-C6-Alkyl oder C2-C6-Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, Phosphat, Sulfat, Acetat, und s eine ganze Zahl von 1 oder mehr ist, umfasst.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist X'im Kit (A) der gleiche Rest wie X und B der gleiche Rest wie B'.

Ferner wird ein Kit (B) zur Verfügung gestellt, der ein Behältnis mit einer Verbindung der Formel (III) (B'H) 3-.-zur [RuX6-n-p-q-2rBn(H2O)p(OH)q(O)r]2r+1 worin B, B'ein ein-oder mehrkerniger basischer Heterocyclus mit einem oder mehreren Stickstoffatomen, X ein Halogenid, Pseudohalogenid, HC03-, oder RCOO-, worin R ein substituiertes oder unsubstituiertes C-C6-Alkyl oder C2-C6-Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, n = 1 oder 2, p, q = 0 oder 1 oder (falls r = 0,5) 0 oder 0,5, und r = 0 oder 0,5 ist, sowie ein Behältnis mit einer Verbindung der Formel (IV) MX' (IV)

worin M ein Alkalimetallkation oder Ammonium, X'ein Halogenid, Pseudohalogenid, HCOs-oder RCOO-, worin R Wasserstoff oder ein substituiertes oder unsubstituiertes C1-C6-Alkyl oder C2-C6-Alkenyl oder ein substituiertes oder unsubstituiertes Aryl ist, Phosphat, Sulfat oder Acetat ist, umfasst.

Für die Reste X, X', B und B'gilt dasselbe, wie vorstehend für Kit (A).

Im folgenden wird der erfindungsgemäße Kit (A) genauer erläutert.

In der Klinik kann die Anwendung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung (A) am Patienten durch Bereitstellung eines Kits erfolgen, der eine Ampulle mit einer Verbindung der Formel (I), vorzugsweise als Natriumsalz, sowie getrennt davon eine Infusionslösung enthält, die eine äquimolare oder auch eine höhere Konzentration einer Verbindung der Formel (II), vorzugsweise als Hydrochlorid, enthält. Vor der Anwendung am Patienten kann der in Wasser aufgelöste Inhalt der Ampulle in die Infusionsflasche eingespritzt werden. Dadurch wird die erfindungsgemäße Zusammensetzung (A) gebildet, die sofort am Patienten angewandt werden kann.

Im folgenden wir der erfindungsgemäße Kit (B) genauer erläutert.

In der Klinik kann die Anwendung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung (B) am Patienten durch Bereitstellung eines Kits erfolgen, der eine Ampulle (1) mit einer Verbindung der Formel (III), vorzugsweise als Indazoliumsalz, sowie getrennt davon eine Ampulle (2) mit einer Verbindung der Formel (IV), z. B.

Natriumchlorid, sowie ein Lösemittel zur Infusion. Vor der Anwendung am Patienten wird der Inhalt der Ampulle (1) z. B. in einem Mörser mit dem Inhalt der Ampulle (2) unter Erhalt der erfindungsgemäßen Zusammensetzung (B) verrieben. Anschließend kann die im Lösemittel zur Infusion aufgelöste Zusammensetzung (B) in die Infusionsflasche eingespritzt und sofort am Patienten angewandt werden kann.

Fig. 1 zeigt einen Vergleich der zytotoxischen Effekte von KP 1019, des korrespondierenden Natriumsalzes KP 1339, Indazol sowie der äquimolaren Mischung von KP 1339 und Indazol (verabreicht als Lösung in konventionellem Zellkulturmedium MEM, supplementiert mit 10 % fetalem Rinderserum, ohne Zugabe von organischen Lösungsmitteln oder Lösevermittlern) an der humanen Tumorzellinie SW480 (Kolonkarzinom) im MTT-Assay bei kontinuierlicher 96stündiger Wirkstoffexposition.

Fig. 2 zeigt einen Vergleich der zytotoxischen Effekte von KP 1019, des korrespondierenden Natriumsalzes KP 1339, Indazol sowie der äquimolaren Mischung von KP 1339 und Indazol (verabreicht als Lösung in konventionellem Zellkulturmedium MEM, supplementiert mit 10% fetalem Rinderserum, ohne Zugabe von organischen Lösungsmitteln oder Lösevermittlern) an der humanen Tumorzellinie CH1 (Ovarialkarzinom) im MTT-Assay bei kontinuierlicher 96stündiger Wirkstoffexposition.

Fig. 3 zeigt einen Vergleich der zytotoxischen Effekte von KP 1019, Indazol sowie von Mischungen von KP 1339 und Indazol in den molaren Verhältnissen 1 : 1 bzw. 1 : 5 (verabreicht als Lösung in konventionellem Zellkulturmedium MEM, supplementiert mit 10 % fetalem Rinderserum, ohne Zugabe von organischen Lösungsmitteln oder Lösevermittlern) an der humanen Tumorzellinie SW480 (Kolonkarzinom) im MTT-Assay bei kontinuierlicher 96stündiger Wirkstoffexposition.

Fig. 4 zeigt einen Vergleich der zytotoxischen Effekte von KP 1019, Indazol sowie von Mischungen von KP 1339 und Indazol in den molaren Verhältnissen 1 : 1 bzw. 1 : 5 (verabreicht als Lösung in konventionellem Zellkulturmedium MEM, supplementiert mit 10 % fetalem Rinderserum, ohne Zugabe von organischen Lösungsmitteln oder Lösevermittlern) an der humanen Tumorzellinie CH1 (Ovarialkarzinom) im MTT-Assay bei kontinuierlicher 96stündiger Wirkstoffexposition.

Allgemeine Herstellungsvorschrift Die Herstellung der Verbindungen der allgemeinen Formel (I) kann nach der in der WO 97/36595 beschriebenen Vorschrift erfolgen. Ferner kann die Herstellung der Verbindungen der allgemeinen Formel (III) wie in J. Cancer Res. Clin. Oncol. 1992,118 (3), S. 195-200, dargestellt, erfolgen. Die Herstellung der Verbindungen der Formeln (II) und (IV) erfolgt nach bekannten Verfahren.

Im folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen erläutert.

Beispiel 1 Die Verbindung Natrium trans- [RuCl4 (ind) 2], KP 1339, die leicht wasserlöslich und lyophilisierbar ist, wurde mit Indazoliumhydrochlorid zu einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung (A), enthaltend Indazolium trans- [tetrachlorobis (1 H-indazol) ruthenat (III)] (KP 1019) und Natriumchlorid umgesetzt (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1 : Bildung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung (A), enthaltend Indazolium trans-[tetrachlorobis (1H-indazol) ruthenat (III)] (KP 1019) und Natriumchlorid, durch Umsetzen von KP 1339 und Indazoliumhydrochlorid.

Beispiel 2 Es wurden Zytotoxizitätsstudien der gemäß Beispiel 1 erhaltenen Zusammensetzung durchgeführt. Die Zusammensetzung wurde durch Umsetzen des Natriumsalzes KP 1339, das eine mehr als dreißigfach höhere Wasserlöslichkeit als KP 1019 aufweist, mit Indazoliumhydrochlorid in der Infusionslösung unmittelbar vor der Verabreichung erhalten.

Da Experimente an Stammzellen humaner solider Tumoren, welche als Nacktmaus-Xenografts weitergezüchtet wurden, sowie an kontinuierlichen humanen Tumorzellinien übereinstimmend gezeigt haben, dass KP 1339 in vitro eine deutlich schwächere antiproliferative Wirksamkeit aufweist als KP 1019, wurde in weiteren Versuchen abgeklärt, inwieweit die stärkere Aktivität von KP 1019 durch Zugabe von Indazol zu Lösungen von KP 1339 wiederhergestellt werden kann.

Die tumorhemmende Aktivität der äquimolaren Mischung aus KP 1339 und Indazol erwies sich als identisch zu jener des ursprünglichen KP 1019 (siehe Figuren 1 und 2), während reines KP 1339 drei-bis viermal weniger wirksam war als KP 1019. Dies wurde an zwei Tumorzellinien (SW480, CH1) bestätigt und viermal reproduziert. In diesen Experimenten wurde die geringere Wirksamkeit von KP 1339 im Vergleich zu KP 1019 bestätigt.

Beispiel 3 In den ersten Experimenten mit Zusammensetzungen, die durch Umsetzen von KP 1339 mit Indazoliumhydrochlorid im molaren Verhältnis 1 : 1 erhalten wurden, konnte gezeigt werden, dass hierdurch die zytotoxische Aktivität des ursprünglichen KP 1019 erreicht wird. Weitere Experimente gaben Aufschluß darüber, in welcher Weise sich ein Überschuss von Indazol auf die Zytotoxizität auswirkt.

Die zytotoxischen Effekte von KP 1019 sowie Kombinationen von KP 1339 und Indazol in unterschiedlichen molaren Verhältnissen (verabreicht als Lösung in konventionellem Zellkulturmedium MEM, supplementiert mit 10 % fetalem Rinderserum, ohne Zugabe von organischen Lösungsmitteln oder Lösevermittlern) wurden an den humanen Tumorzellinien SW480 (Kolonkarzinom) und CH1 (Ovarialkarzinom) im MTT-Assay unter Verwendung einer kontinuierlichen 96stündigen Wirkstoffexposition vergleichend untersucht.

Es zeigte sich überrraschend, dass die tumorhemmende Aktivität durch Zugabe eines Überschusses von Indazol weiter gesteigert werden kann. Eine Mischung von KP 1339 und Indazol im molaren Verhältnis von 1 : 5 ergab eine zwei-bis fünffache Steigerung der Zytotoxizität verglichen mit KP 1019 (siehe Figuren 3 und 4). Ein molares Verhältnis von 1 : 2 ist bereits ausreichend, um die Wirksamkeit des ursprünglichen KP 1019 zu übertreffen. Indazol selbst übt erst in weit höherer Konzentration (> 1 mM) eine zytotoxische Wirkung aus. Die Steigerung der tumorhemmenden Aktivität der Lösungen, die Indazol im Überschuss enthalten, kann daher nicht durch eine rein additive Wirkung der Komponenten erklärt werden, sondern ist entweder auf eine synergistische Wirkung, einen positiven Effekt des freien Indazol auf die Stäbilität des Komplexes oder auf einen unbekannten Mechanismus zurückzuführen. Der diskontinuierliche Verlauf der Dosis-Wirkungs-Kurve an der Zellinie SW480, der sich in fünf unabhängigen Versuchsdurchführungen als strikt reproduzierbar erwies, deutet auf eine komplexe Interaktion zwischen KP 1339 und Indazol hin.