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Title:
COMPRESSED FUEL COMPOSED OF RENEWABLE ORGANIC RESIDUES AND/OR RAW MATERIALS AND PRODUCTION THEREOF
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/034437
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a compressed fuel composed of organic residues and/or raw materials having at least one additive for increasing the calorific value and for decreasing slag formation, which fuel consists of a fuel mixture which contains a) 72 to 83% by weight combustible organic residues and/or raw materials having a moisture of 8 to 20%, b) 15 to 25% by weight natural organic oils and/or fats for increasing the calorific value and c) 2 to 3% by weight sodium perborate for increasing the ash melting point and as oxygen supplier. As organic residues and/or raw materials, use is made of comminuted and naturally aged or artificially aged (by UV irradiation or by the addition of 0.1-0.3% by weight of age-promoting UV additives or UV absorbers) cereal straw of all types, sugar cane, bamboo, cotton plants, jute, sisal, hemp, ramie, rice straw, rice husks, Chinese silver grass, elephant grass, flax, coconut, kenaf, or esparto grass, into which, for improving penetrability, the oil and/or fat fraction with admixed surfactant fraction of 1-5% by weight based on the oil/fat fraction is added. In addition, the fuel mixture can contain 0.4-0.6% by weight of hexamethylenetetramine for supporting ignition and burning acceleration and soot reduction, and also 1.0-1.5 lignin for solidification. This fuel has scarcely any tendency to slag formation, has good burn-up behaviour and a calorific value of 6.8 kWh/kg, wherein the exhaust gas is free of fine dust and contains scarcely any measurable pollutants.

Inventors:
NOPPER, Herbert, Georg (Zellerwiesenstrasse 3, Kuppenheim, 76456, DE)
Application Number:
DE2007/001710
Publication Date:
March 27, 2008
Filing Date:
September 21, 2007
Export Citation:
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Assignee:
NOPPER, Herbert, Georg (Zellerwiesenstrasse 3, Kuppenheim, 76456, DE)
International Classes:
C10L5/44
Domestic Patent References:
1986-12-31
2002-06-27
1986-12-31
Foreign References:
US3738819A1973-06-12
US5298040A1994-03-29
US20060143976A12006-07-06
US20040159042A12004-08-19
Attorney, Agent or Firm:
SECKEL, Uwe (Markt 4, Artern, 06556, DE)
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Claims:

Patentansprüche

1. Verpresster Brennstoff aus organischen Reststoffen und/oder Rohstoffen mit mindestens einem Zusatz zur Heizwerterhöhung und zur Verringerung der Schlackebildung, dadurch gekennzeichnet, dass das Brennstoff- gemisch aus

- 72 bis 83 Gew.% verbrennungsfähigen organischen Reststoffen und/oder Rohstoffen mit einer Feuchte von 8 bis 20%,

- 15 bis 25 Gew.% natürlichen organischen ölen und/ oder Fetten zur Heizwerterhöhung und

- 2 bis 3 Gew.% Natriumperborat zur Erhöhung des Ascheschmelzpunktes und als Sauerstofflieferant besteht.

2. Verpresster Brennstoff nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Brennstoffgemiseh bezogen auf die Gesamtmasse 0,4 bis 0,6 Hexamenthylentetramin enthält.

3. Verpresster Brennstoff nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Brennstoffgemisch bezogen auf die Gesamtmasse 1,0 bis 1,5% Lignin enthält.

4. Verpresster Brennstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Brennetoffgemiseh bezogen auf die Gesamtmasse bis zu 3% einen weiteren pulverförmigen Zusatz oder einen in Wasser gelösten Zusatz mit einem pH-Wert ≥ 7 zur Anhebung des Ascheerweichungspunktes enthält.

5. Verpresster Brennstoff nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatz Borax oder Natriummetasilikat oder Trinatriumoctaborat oder Zinkborat oder Trinatriumphosphat oder Ammoniumsulfat ist.

6. Verpresster Brennstoff nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die organischen Reststoffe und/ oder Rohstoffe Getreidestroh aller Art, Zuckerrohr, Bambus, Baumwollstauden, Jute, Sisal, Hanf, Ramie, Reisstroh, Reisschalen, Chinaschilf, Elefantengras, Flachs, Kokos, Kenaf oder Alfagras sind.

7. Verpresster Brennstoff nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennstoffgemischanteil der organischen Reststoffe und/oder Rohstoffe 50 — 58 Gew.% organische Reststoffe und/oder Rohstoffe und

22 - 25 Gew.% Rapskuchen enthält.

8. Verpresster Brennstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennstoffgemisch- anteil an natürlichen organischen ölen und/oder Fetten 3 - 21 Gew.% aus natürlichen organischen ölen und/oder Fetten und 2 - 4 Gew.% Fuselöl enthält.

9. Verpresster Brennstoff nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Fuselöl Homologe des äthylalkohols oder höhere Alkohole, wie Amylalkohol sind.

10. Verpresster Brennstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Brennstoffgemisch bezogen auf den ölanteil 1,5 bis 3 Gew.% einen Geruchsverbesserer enthält.

11. Verpresster Brennstoff nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Geruchsverbesserer ein in öl lösliches ätherisches öl ist.

12. Verpresster Brennstoff nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das ätherische öl ein Fichtennadel- oder Nelken- oder Citrus- oder Waldduftöl ist.

13. Verpresster Brennstoff, nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Brennstoffgemisch bezogen auf die Gesamtmasse des Brennstoffge- mischs 1,5 bis 3 Gew.% einen Luftporenbildner enthält.

14. Verpresster Brennstoff nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftporenbildner ein pulver- förmiges Natriumlaurylsulfat oder Sodiumdodecylsulfat oder ein in Wasser gelöstes Natriumlaurylsulfat oder Sodiumdodecylsulfat mit einem PH-Wert ≥ 7 ist.

15. Verpresster Brennstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die organischen Reststoffe und/oder Rohstoffe natürlich gealterte und anwendungsgerecht abgelagerte Neurohstoffe oder Altrohstoffe sind, wie beispielsweise graues Stroh.

16. Verpresster Brennstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die organischen Rest- und/oder Rohstoffe künstlich anwendungsgerecht gealtert sind.

17. Verpresster Brennstoff nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass zur künstlichen Alterung der organischen Rest- und/oder Rohstoffe ein UV-Absorber oder ein die Alterung förderndes UV-Additiv von 0,1 bis 0,3 Gew.% bezogen auf die Masse der organischen Rest- und/oder Rohstoffe zugesetzt sind.

18. Verpresster Brennstoff nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass zur künstlichen Alterung die eingesetzten organischen Rest- und/oder Rohstoffe mit einer UV-Bestrahlung vorbehandelt sind.

19. Verpresster Brennstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der zerkleinerte und entstaubte Rest- und/oder Rohstoffanteil mit zudosiertem öl- und /oder Fettanteil vakuumimprägniert wurde oder das fertige gemischte Brennstoffgemisch vor der Pelletierung einer Vakuumimprägnierung unterworfen wurde .

20. Verpresster Brennstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Brennstoffge- misch bezogen auf den ölanteil einen Zusatz von 1 - 5 Gew.% Tensiden mit einem ph-Wert ≥ 7 enthält.

21. Verpresster Brennstoff nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die beigemischten Tenside aus der

Gruppe der ampholytisehen oder amphoteren Tenside sind.

22. Verpresster Brennstoff nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass als ampholytisehe oder amphotere Tenside bevorzugt eine Fettsäurebasis aus Cocosöl oder Palmenöl oder Jatrophaöl ist.

23. Verpresster Brennstoff nach einem der Ansprüche 1 bis

22, dadurch gekennzeichnet, dass der zugesetzte öl- und/oder Fettanteil eine Temperatur ≥ 60 0 C aufweist.

24. Verpresster Brennstoff nach einem der Ansprüche 1 bis

23, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennstoff vorzugsweise mit einem Pressdruck zwischen 200 bis 250 bar zu Brennstoffkörpern verpresst ist.

25. Verpresster Brennstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass alle Additive im alkalischen Bereich (ph-Wert ≥ 7) liegen, nicht toxisch und biologisch abbaubar sind.

26. Verfahren zur Herstellung eines verpressten Brennstoffs aus organischen Rest- und Rohstoffen nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass

- die organischen Rest- und Rohstoffe für sich oder im Gemisch mit einer Feuchte von 8- bis 20% von Fremdkörpern, Staub und Abfall gereinigt und zerkleinert werden,

- die zerkleinerten Rest- und Rohstoffe über einen Abluftfilter entstaubt und einer Misch- und Do-

siereinrichtung in einem vorbestimmten prozentualen Verhältnis zu den Anteilen der anderen bei- zu mischenden Substanzen zudosiert werden,

- dem zur Misch- und Dosiereinrichtung zudosierten Anteil der Rest- und Rohstoffe der öl- und/oder Fettanteil bei einer Temperatur von ≥ 60° sowie die flüssigen Anteile der Luftporenbildner und/oder Fuselöle und/oder den AscheSchmelzpunkt erhöhende Substanzen in wässriger Lösung für sich oder gemischt mit dem öl- und Fettanteil zudosiert werden

- anschließend die pulver- und/oder granulatförmigen Anteile des Natriumperborats und/oder Hexamethylen- tetramins und/oder Lignins und/oder Ascheschmelzpunkt erhöhende Substanzen und/oder Luftporenbildner in Pulverform für sich oder einer vorgemischten Charge zudosiert werden und

- dass danach die Brennstoffkomponenten in der Misch- und Dosiereinrichtung zu einem homogenen Brennstoffgemisch gemischt werden und das homogene Brennstoffgemisch dosiert einer Pelletrierpresse zugeführt wird, wo es bevorzugt mit einem Press- druck von 200 bis 250 bar zu Brennstoffkörpern verpresst wird.

27. Verfahren nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass die zerkleinerten und entstaubten Rest und/oder Rohstoffe in einem Dosiersilo zwischengelagert und dosiert der Misch- und Dosiereinheit zugeführt werden.

28. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung des Brennstoffs natürlich gealterte organische Rest- und/oder Rohstoffe verwendet werden.

29. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass die zerkleinerten organischen Rest- und/oder Rohstoffe nach der Entstaubung mit einer UV-Bestrahlung bestrahlt werden und anschlies- send für die Alterungsdauer in einem Silo verweilen oder alternativ, dass die zerkleinerten organischen Rest- und/oder Rohstoffe nach der Entstaubung mit einem die Alterung fördernden UV-Additiv oder ein UV- Absorber von 0,1 -0,3 Gew.% bezogen auf die Masse des Rest- und/oder Rohstoffs versetzt werden und anschließend für die Alterungsdauer in einem Silo verweilen.

30. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 bis 29, dadurch gekennzeichnet, dass für die künstliche Alterungsdauer das Dosiersilo genutzt wird und das Dosiersilo mit einer Speicherkapazität ausgelegt ist, die bei Einhaltung der Alterungsdauer eine kontinuierliche Verfahrensdurchführung erlaubt.

31. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass der öl- und/oder Fettanteil mit einem eingemischten Anteil von 1-5 Gew.% Tensiden bezogen auf den öl- und/oder Fettanteil der Misch- und Dosiereinrichtung zugeführt wird.

32. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass die zerkleinerten Rest- und/oder Rohstoffe mit dem zudosierten öl- und/oder Fettanteil vakuumimprägniert werden oder die homogen gemischte Brennstoffmischung vor der Pelletierung vakuumimprägniert wird.

33. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 bis 32, dadurch gekennzeichnet, dass der Lufttransport des zerkleinerten Rest- und/oder Rohstoffs zum Abluftfilter mit einer erwärmten Luft zum Feuchteausgleiσh durchgeführt wird.

34. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 bis 33, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einhaltung der prozentualen Zusammensetzung der Brennstoffmischungen die zudosierenden Mengeneinheiten der flüssigen und der pul- ver- oder granulatförmigen Substanzen zur Misch- und Dosiereinheit in Abhängigkeit der zudosierten Masse der Rest- und/oder Rohstoffe zur Misch- und Dosiereinrichtung volumetrisch oder gravimetrisch geregelt werden.

Description:

Verpresster Brennstoff aus nachwachsenden organischen Rest- und/oder Rohstoffen und Verfahren zu dessen Herstellung

Die Erfindung betrifft einen verpressten Brennstoff aus organischen Rest- und/oder Rohstoffen mit mindestens einem Zusatz zur Heizwerterhöhung und zur Verringerung der Schlackebildung und ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Brennstoffs.

Brennstoffe aus verpressten nachwachsenden organischen Rohstoffen, wie beispielsweise Stroh als Nebenprodukt des Getreide- oder Rapsanbaus und anderer Samenpflanzen aber auch Holzabfälle, Rapskuchen als Abfallprodukt bei der ölgewinnung aus Raps u. ä. organische Roh- und Reststoffe gewinnen für die Energieerzeugung, insbesondere von Wärmeenergie, sowohl in industriellen als auch in privaten Bereichen immer mehr an Bedeutung.

Aus der DE 103 34 645 Al ist ein verpresster Brennstoff bekannt, der aus einem Gemisch von Holz in zerkleinerter Form und aus weiteren organischen Nebenprodukten und Reststoffen besteht, wobei der Holzanteil in zerkleinerter Form zwischen 20 und 80% beträgt und der restliche Anteil aus anderen organischen Bestandteilen nachwachsender Rohstoffe ohne Bindemittel besteht. Dieser Brennstoff wird mit einem Verfahren

hergestellt, nach dem das Gemisch vor dem Verpressen über das Mischungsverhältnis von Holz in zerkleinerter Form und organischen Bestandteilen auf eine Eingangs- und Pressfeuchte zwischen 5% bis 40% eingestellt und verpresst wird. Eine auf diese Weise eingestellte Eingangs- und Pressfeuchte kann aber zu großen Schwankungen der Feuchte im Brennetoffgemiseh führen, die zwar für das bindemittelfreie Verpressen des Gemischs selbst unerheblich sein kann, sich aber u. a. negativ auf die Dichte und das Durchbrandverhalten der Brennstoffkörper und damit auf den Heizwert, der zwischen 4,8 bis 5 kWh/ kg liegen soll, und die Rauchentwicklung beim Verbrennen auswirkt.

Aus der DE 10 2004 042 659 Al ist ein Brennstoffformkörper bekannt, der verfahrensgemäß durch Mischen eines agraren Abfallstoffs, eines ersten Zusatzstoffs zur Erhöhung des Heizwertes und eines zweiten Zusatzstoffs zur Verringerung von Schlackebildung zu einem Stoffgemisch und anschließenden Formen des Stoffgemisches zu einem Formkörper hergestellt wird. Dabei werden als agrare Abfallstoffe primäre Abfälle der Getreideernte und als erster Zusatzstoff Restprodukte der Getreideverarbeitung und als zweiter Zusatzstoff zur Verringerung der Schlackebildung Kalk genutzt.

Diese Zusammensetzung der Brennstoffkörper besteht im wesentlichen aus Stroh und Restprodukten der Getreideverarbeitung, so dass ähnlich wie bei der reinen Strohverbrennung der Verbrennungsvorgang in vier Phasen erfolgt, nämlich 1. dem Verdampfen der Feuchtigkeit, 2. der Vergasung, bei der ein brennbares Gas mit einem gewissen Gehalt an Kohlenstoff, Wasserstoff, Methan und anderen Kohlenwasserstoffen entsteht, 3. der Gasverbrennung, 4. dem Verbrennen der Koksreste. Bei diesem Verbrennungsvorgang ist stets eine ausreichende Sauerstoff-

zufuhr zu sichern, um eine vollständige Verbrennung zu gewährleisten und zu verhindern, dass sich anstelle von Kohlendioxid ein größerer Anteil an Kohlenmonoxid bildet, das mit dem Rauchgas an die Atmosphäre abgegeben wird. Die ausreichende Sauerstoffzufuhr wird, wie bekannt, durch einen so genannten Luftüberschuss erreicht, der über der theoretisch erforderlichen Verbrennungsluft liegt. Folglich erhöht dieser Luftüberschuss die in die Atmosphäre abzuführende Rauchgasmenge, die bei diesem Verbrennungsverfahren u. a. auch mit kleinen Aschepartikeln, Feinstaub und Alkalisalzen behaftet ist, die die Umwelt zusätzlich belasten. Der erforderliche Luftüberschuss führt aber auch dazu, dass diese Brennstoffe nur in Feuerungsanlagen eingesetzt werden können, die einen zusätzlichen Luftüberschuss gewährleisten.

Aber auch der Heizwert wird mit diesen Brennstoffkörpern gegenüber vergleichbaren Brennstoffen nicht wesentlich verbessert und soll annähernd in der Nähe von Holz also bei ca. 5,0 kWh/kg liegen.

Des weiteren ist die Asche von Brennstoffen aus agraren Rohstoffen infolge der mineralischen Anteile, wie beispielsweise Silikate, die bekanntlich einen niedrigen Schmelzpunkt haben, nicht ohne Probleme. So hat sich gezeigt, dass bereits bei Temperaturen von ≤ 600° C die Asche klebrig werden kann, was zur Schlackebildung und zum Verkleben der Feuerroste führt, was insbesondere für kleinere Kessel sehr nachteilig ist. Die Schlackebildung kann zwar durch den vorgeschlagenen Zusatzstoff Kalk verringert aber nicht dauerhaft verhindert werden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher die eingangs genannten Brennstoffe aus nachwachsenden organischen Rest- und/oder Rohstoffen dadurch zu verbessern, dass der Brennstoff in jeder Feuerungsanlage nutzbar ist, ein verbessertes

Durchbrandverhalten und einen höheren Heizwert bei geringerer Rauchbildung aufweist und der bei der Verbrennung annähernd rußfrei und emissionsfrei ist und einen Ascheerweichungspunkt aufweist, der eine Schlackebildung und damit ein Verkleben der Feuerroste dauerhaft verhindert, sowie ein Verfahren zur Herstellung vorzuschlagen, das bei einer kontinuierlichen Durchführung energiereduziert ist und eine gleich bleibende Qualität des Brennstoffs gewährleistet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem verpressten Brennstoff aus nachwachsendem organischen Reststoff und/oder Rohstoffen gelost, bei dem das Brennstoffgemisch aus - 72 bis 83 Gew.% verbrennungsfähigen organischen Reststoffen und/oder Rohstoffen mit einer Feuchte von 8 bis 20%,

- 15 bis 25 Gew.% natürlichen organischen ölen und/oder Fetten

- zur Heizwerterhöhung und

- 2 bis 3 Gew.% Natriumperborat zur Erhöhung des Asσhe- schmelzpunktes und als Sauerstofflieferant besteht.

Es hat sich überraschend gezeigt, dass mit dieser Brennstoff- zusammensetzung ein verpresster Brennstoff aus organischen Stoffen hergestellt werden kann, der bei einem wesentlich verbesserten Durchbrandverhalten einen Heizwert von ca. 6,8 kWh/kg aufweist, der erheblich höher ist als der Heizwert von Brennstoffen aus verpressten Stroh; Holz; Holz/Stroh und sogar annähernd im Bereich des Heizwertes von Flüssigkeitsgas angesiedelt werden kann.

Mit dem Anteil der natürlichen öle- und/oder Fette, die bekanntlich über ein gutes Adhäsionsverhalten verfügen, konnte auf Zusätze von native oder modifizierte Stärke verzichtet und

die Staubbildung während der Verbrennung unterbunden werden, so dass die abzuleitenden Rauchgase annähernd frei von Feinstaub sind.

Durch den Anteil des Natriumperborats , das wie allgemein bekannt, bei der Erwärmung kontinuierlich seinen Sauerstoffanteil (ca.9, 9%) abgibt, wird der Verbrennungsvorgang auch ohne einen zusätzlichen Luftüberschuss konstant und mit einem ausreichenden Sauerstoffanteil bis zur vollständigen Verbrennung der Brennstoffkörper unterstützt. Folglich sind diese Brennstoffe für alle Feuerstätten geeignet, bei denen kein zusätzlicher Luftüberschuss gewährleistet werden kann. Vielmehr, durch den kontinuierlich und ausreichenden Sauerstoffanteil der bei der Erwärmung des Natriumperborats abgegeben wird, werden Schwelbrände, deren Rauchgas mit einem erhöhten Koh- lenmonoxid belastet sein können, völlig vermieden.

Darüber hinaus geht das Natriumperborat bei der Erwärmung in Oxoborat über und ist wasserfrei, so dass der Ascheerweichungspunkt auf ca. 815°C bis 1098 0 C erhöht werden kann. Bei diesem Ascheerweichungspunkt wird die Asche nicht mehr klebrig, so dass eine Schlackebildung und ein Anbacken derselben an den Feuerrost ausgeschlossen werden kann.

Vorteilhaft ist, wenn dieses Gemisch bezogen auf die Gesamtmasse 0,4 bis 0,6% Hexamethylentetramin enthält. Hexamethylentetramin ist unterstützend für die Zündung des Brennstoffs und begünstigt wesentlich die Abbrandbeschleuni- gung des Brennstoffes und die Rußreduzierung.

Vorteilhaft ist auch, wenn dieses Gemisch bezogen auf die Gesamtmasse 1,0% bis 1,5% Lignin enthält. Lignin fördert die

Verfestigung des verpressten Brennstoffs und hinterlässt nach der Verbrennung annähernd keine oder nur unbedeutende Schadstoffe im Rauchgas bzw. in der Asche.

Um den Ascheerweichungspunkt weiter zu erhöhen, kann dem Gemisch, bezogen auf die Gesamtmasse des Brennstoffgemischs , bis zu 3% einen weiteren pulverförmigen Zusatz oder einen in Wasser gelösten Zusatz mit einem pH-Wert ≥ 7 zur Erhöhung des Ascheerweichungspunktes enthalten.

Diese Zusätze sind bevorzugt Borax oder Natriummetasilikat oder Trinatiumoctaborat oder Zinkborat oder Trinatriumphosphat oder Amoniumsulfate oder ähnliche chemische Substanzen, die geeignet sind, den Ascheerweichungspunkt anzuheben.

Die eingesetzten organischen Reststoffe und/oder Rohstoffe sind bevorzugt Getreidestroh aller Art, Zuckerrohr, Bambus, Baumwollstauden, Jute, Sisal, Hanf, Ramie, Reisstroh, Reisschalen, Chinaschilf, Elefantengras, Flachs, Kokos, Kenaf oder Alfagras. Mit diesen Reststoff- und Rohstoffarten konnten in Verbindung mit der vorgeschlagenen Zusammensetzung des verpressten Brennstoffs annähernd gleiche Heizwerte erreicht aber auch dichte und verpresste Brennstoffe mit guter Dosierbarkeit hergestellt werden.

Der Gemischanteil der organischen Reststoffe und/oder Rohstoffe kann auch aus 50 - 58 Gew.% organischen Reststoffen und/oder Rohstoffen und 22 — 25 Gew.% Rapskuchen bestehen. Dieser Gemischanteil beeinflusst die wirtschaftliche Herstellung des vorgeschlagenen Brennstoffs vorteilhaft, wobei gleichzeitig der Heizwert durch den verbleibenden energiereichen Restölgehalt im Rapskuchen, der in Abhängigkeit des angewandten Verfahrens zur ölgewinnung aus Raps unterschied-

lieh hoch sein kann, kostengünstig weiter erhöht werden kann. Darüber hinaus erfolgt gleichzeitig eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Entsorgung des Rapskuchens, wenn er auf Grund seines hohen Eiweißgehaltes nicht als Tierfutter genutzt werden kann .

Aber auch der Gemischanteil an natürlichen organischen ölen und/oder Fetten kann bei diesem Brennstoff aus 13 - 21 Gew.% natürlichen organischen ölen und/oder Fetten und 2 — 4 Gew.% Fuselöl bestehen .

Vorteilhafterweise sind in diesem Fall die Fuselöle Homologe des äthylalkohols oder höhere Alkohole, wie Amylalkohol. Da, wie bekannt, Fuselöle die Viskosität von ölen und Fetten reduzieren, kann mit einem Gemisch aus öl- und/oder Fett/Fuselöl die Penetration von organischen Rohstoffen begünstigt werden. Folglich können die Kosten des Brennstoffs infolge der kostengünstigeren Fuselöle verbrauchergünstiger gestaltet werden, ohne dass der Verbrennungsvorgang oder der Heizwert des Brennstoffs beeinträchtigt oder das Rauσhgas mit Schadstoffen zusätzlich belastet wird.

Ein Brennstoff allgemein, insbesondere Brennstoffe, die in offenen Feuerstätten, wie beispielsweise im Kamin genutzt werden, kann das Gemisch zum Verpressen des Brennstoffs auch bezogen auf die ölmenge 1,5 bis 3 Gew.% einen Geruchsverbesserer enthalten.

Der Geruchsverbesserer ist bevorzugt ein in öl lösliches ätherisches öl, wie Fichtennadel-, Nelken- oder Citrus- oder WaId- duftöl . Diese Geruchsverbesserer sind mischbar in öl und zeigten bei einem Anteil von 1,5 - 3 Gew.% bezogen auf die ölmenge

keinen negativen Einfluss bei der Verbrennung der Brennstoffe und dem abzuführenden Abgas .

Vorteilhaft ist auch, wenn das Gemisch bezogen auf die Masse des Gesamtgemischs 1,5 bis 3 Gew.% einen Luftporenbildner enthält.

Bevorzugt ist dieser Luftporenbildner ein pulverförmiges Na- triumlaurylsulfat oder Sodiumdodecylsulfat oder ein in Wasser gelöstes Natriumlaurylsulfat oder Sodiumdodecvlsulfat mit einem pH-Wert ≥ 7.

Luftporenbildner mit einem pH-Wert > 7 sind nicht toxisch aber biologisch abbaubar und erhöhen einerseits zusätzlich den Sauerstoffgehalt im Brennstoff, der die Verbrennung vortei- haft begünstigt, und andererseits enthalten sie verkappte Tenside, welche die Penetration der organischen Rest- und/oder Rohstoffe verbessern.

Bevorzugt sind die eingesetzten organischen Rest- und /oder Rohstoffe natürlich gealterte und anwendungsgerecht abgelagerte Neurohstoffe oder Altrohstoffe, wie beispielsweise graues Stroh.

Bei diesen Rohstoffen sind die chemischen und teilweise aggressiven Stoffe, wie Silikat, Chlor, Kalium u.a. , die organische Rest- und/oder Rohstoffe enthalten und eine korrodierende Wirkung auf die Kesselanlage und Rauchgasrohre haben oder den Verbrennungsvorgang oder die Asche beeinträchtigen, durch Verwitterung teilweise abgebaut.

Die eingesetzten organischen Rest- und/oder Rohstoffe können zum Abbau der chemischen und teilweise aggressiven Stoffe auch künstlich anwendungsgerecht gealterte Rest- und/oder Rohstoffe sein.

Zur künstlichen Alterung wird bezogen auf die Masse des organischen Rest- und/oder Rohstoffanteils dem organischen Restund/oder Rohstoff 0,1 bis 0,3 Gew.% eines UV-Absorbers mit einem bevorzugten pH-Wert ≥ 7 oder ein die Alterung förderndes UV-Additiv mit einem bevorzugten pH-Wert ≥ 7 zugesetzt oder die organischen Reststoffe und/oder Rohstoffe werden alternativ mit UV-Strahlen vorbehandelt. Damit kann die Dauer des Alterungsprozesses auf eine sehr kurze Zeit beschränkt werden und auf Lagerflächen zur Langzeitalterung durch Verwitterung verzichtet und der Herstellungsprozess der Brennstoffe wirtschaftlicher durchgeführt werden.

Um eine verbesserte Penetrierung der organischen Rest- und/ oder Rohstoffe zu erreichen, ist es vorteilhaft, wenn das Gemisch von organischen Rest- und/oder Rohstoffen mit dem zudosierten öl- und/oder Fettanteil oder die fertig gemischte Brennstoffmischung einer Vakuumimprägnierung unterworfen wird. Auf diese Weise wird aus den Poren der organischen Rest- und/ oder Rohstoffe das eingelagerte Gas (Luft) entzogen und damit die Aufnahmefähigkeit der Rest- und/oder Rohstoffe für das öl und/oder Fett wesentlich erhöht. Folglich wird der Verpres- sungsvorgang und der Verbrennungsprozess erheblich begünstigt und die verpressten Brennstoffe erhalten eine höhere Dichte und Stabilität.

Zur Verbesserung der Penetrierung hat sich aber besonders vorteilhaft erwiesen, wenn das Brennstoffgemisch bezogen auf den öl- und/oder Fettanteil einen Zusatz von 1 - 5 Gew.% Tenside mit einem pH-Wert ≥ 7 enthält.

Vorteilhafterweise sind die beigemischten Tenside aus der Gruppe der ampholytischen oder amphoteren Tenside, wobei be-

vorzugt ampholytische oder amphotere Tenside eingesetzt werden, die als Basis eine Fettsäure aus Cocosöl oder Palmenöl oder Jatrophaöl haben.

Es hat sich überraschend gezeigt, dass mit Tensiden die Oberflächenspannung der Rest- und/oder Rohstoffe so stark reduziert werden kann, dass organische Reststoffe in hohem Maße penetrierfähig sind, so dass beim Zusatz von Tensiden auf eine zusätzliche Vakuumimprägnierung des Rohstoff-öl-Gemischs oder der Brennstoffmischung verzichtet werden kann. Folglich kann der Herstellungsprozess des Brennstoffs wesentlich wirtschaftlicher ausgestaltet werden.

Darüber hinaus liegen Tenside mit einem pH-Wert ≥ 7 im alkalischen Bereich und sind daher kein Gefahrgut, wobei insbesondere ampholytische oder amphotere Tenside, die als Basis eine Fettsäure von Cocosöl, Palmenöl oder Jatrophaöl enthalten, leicht und schnell biologisch abbaubar sind und die Verbrennung der Brennstoffe begünstigen und die Abgase nicht beeinträchtigen.

Brennversuche haben aber auch gezeigt, dass mit einem Brenn- stoffgemisch, das Tenside enthält, ebenfalls ein Heizwert von ca. 6,8 kWh/kg und größer erreicht werden kann, wobei die Brennstoffe in gleicher Weise ein gutes staubfreies Durch- brandverhalten und rauchfreie Verbrennung zeigten. Vielmehr, Versuchsmessungen haben sogar ergeben, dass bei der Verbrennung dieser Brennstoffe kaum messbare Schadstoffe im Abgas nachweisbar waren.

Weiter vorteilhaft ist, wenn das Brennstoffgemisch vorzugsweise bei einem Pressdruck zwischen 200 und 250 bar zu Formkörpern verpresst ist. Mit diesem Pressdruck wurde eine hohe

Dosierbarkeit der Substanzen sowie eine hohe Dichte und Stabilität erreicht.

Weiter vorteilhaft ist auch, wenn alle eingesetzten Additive im alkalischen Bereich (ph-Wert ≥ 7) liegen und nicht toxisch aber biologisch abbaubar sind. Damit wird gewährleistet, dass der Brennstoff keine korrosiven Bestandteile enthält, die bei der Verbrennung zur Korrosion führen können und die Asche des Brennstoffs kann problemlos umweltfreundlich entsorgt werden.

Erfindungsgemäß wird der verpresste Brennstoff aus organischen Rest- und/oder Rohstoffen mit einem Verfahren hergestellt, nach dem

- die organischen Rest- und/oder Rohstoffe für sich oder im Gemisch mit einer Feuchte von 8- bis 20% von Fremdkörpern, Staub und Abfall gereinigt und zerkleinert werden,

- die zerkleinerten Rest- und/oder Rohstoffe über einen Ab- luftfilter entstaubt und einer Misch- und Dosiereinrichtung in einem vorbestimmten prozentualen Verhältnis zu den Anteilen der anderen beizumischenden Substanzen zudosiert werden,

- der zur Misch- und Dosiereinrichtung zudosierte Anteil der

Rest- und/oder Rohstoffe der öl- und/oder Fettanteil bei einer Temperatur von > 60° sowie die flüssigen Anteile der Luftporenbildner und/oder Fuselöle und/oder den Ascheschmelzpunkt erhöhende Substanzen in wässriger Lösung für sich oder gemischt mit dem öl- und/oder Fettanteil zudosiert werden und

- anschließend die pulver- und/oder granulatförmigen Anteile des Natriumperborats und/oder Hexamethylentetramins und/ oder Lignins und/oder Ascheschmelzpunkt erhöhende Substanzen und/oder Luftporenbildner in Pulverform für sich oder einer vorgemischten Charge zudosiert werden und

- dass danach die Brennstoffkomponenten in der Misch- und Dosiereinrichtung zu einem homogenen Brennstoffgemisch gemischt werden und das homogene Brennstoffgemisch dosiert einer Pelletrierpresse zugeführt wird, wo es bevorzugt mit einem Pressdruck von 200 bis 250 bar zu Brenn- stoffkörpern verpresst wird.

Durch dieses Verfahren wird ermöglicht, dass der Brennstoff im kontinuierlichen Durchlauf aus einem Brennstoffgemisch hergestellt werden kann, das eine gleich bleibende Zusammensetzung der BrennstoffSubstanzen sowie eine kontrollierte konstante Feuchte aufweist und frei von nicht brennbaren Bestandteilen ist.

Mit dem zudosierten öl- und/oder Fettanteil bei einer Temperatur von > 60 0 C verfügt das öl- und/oder Fettanteil über eine Viskosität die eine gute Adhäsion an den organischen Restund/oder Rostoffen gewährleistet. Vielmehr, mit dem Verpressen des Brennstoffsgemischs bei einem bevorzugten Pressdruck von 200 bis 250 bar wird der Brennstoff mit einer sehr hohen Dichte und Stabilität verpresst, die unter anderem auch dazu beiträgt, das das Durchbrandverhalten bis zur vollständigen Verbrennung der Brennstoffkörper gleich bleibend ist.

Die flüssigen und in Wasser gelösten Substanzen können wahlweise sowohl für sich oder untereinander bereits vorgemischt aber auch die pulver- oder granulatförmigen Substanzen können ebenfalls wahlweise für sich oder untereinander vorgemischt dem Rest- und/oder Rohstoffanteil zudosiert werden. Entscheidend ist nur, das erst die flüssigen oder die in Wasser gelösten und dann die pulver- oder granulatförmigen Substanzen zudosiert werden.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens werden die zerkleinerten und entstaubten Rest- und/oder Rohstoffe in einem Dosiersilo zwischengelagert und dosiert der Misch- und Dosiereinheit zugeführt. Damit kann das Verfahren für eine längere Zeit auch dann weiter störungsfrei betrieben werden, wenn nicht auszuschließende Störungen bei der Aufbereitung der Rest- und/oder Rohstoffe oder beim Lufttransport der zerkleinerten Rohstoffe zum Abluftfilter oder bei der Rohstofflieferung auftreten.

Vorteilhaft ist auch, wenn zur Durchführung des Verfahrens natürlich gealterte organische Rest- und/oder Rohstoffe verwendet werden, wie beispielsweise graues Weizenstroh. Diese Rest- und/oder Rohstoffe enthalten, wie bereits ausgeführt, nur noch geringe Bestandteile an chemischen und teilweise aggressiven Stoffen, wie Z.B. Silikat, Chlor, Kalium u. a. , so dass die korrodierende Wirkung auf die Verbrennungsanlage und negativen Wirkungen auf den Verbrennungsprozess und der Rauchgasentwicklung durch diese chemischen Stoffe erheblich reduziert wird.

Nach einer besonders bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens werden die zerkleinerten organischen Rest- und/oder Rohstoffe nach der Entstaubung mit einer UV-Strahlung behandelt, verweilen anschließend für die Alterungsdauer in einem Silo oder alternativ, dass die zerkleinerten organischen Rest- und/oder Rohstoffe nach der Entstaubung mit einem die Alterung fördernden UV-Additiv oder UV-Absorber von 0,1 -0,3 Gew.% bezogen auf die Masse des Rest- und/oder Rohstoffs versetzt werden und verweilen anschließend für die Alterungsdauer in einem Silo. Damit ist die Möglichkeit gegeben, dass die Rest- und/oder Rohstoffe künstlich in kürzester Zeit altern können, so dass

auf eine Langzeitalterung durch Verwitterung verzichtet werden kann und damit keine zusätzliche Lagerfläche für die Verwitterung der organischen Rest- und/oder Rohstoffe notwendig ist. Damit wird aber auch gewährleistet, dass ohne eine zusätzliche Kontrolle des Alterungszustandes stets ein gleichmäßig gealterter Rohstoff für die Herstellung des Brennstoffgemischs zur Verfügung steht. Folglich können QualitätsSchwankungen des Brennstoffes ausgeschlossen werden.

Bevorzugt wird für die künstliche Alterungsdauer das im Verfahrensablauf vorgesehene Dosiersilo für die Rest- und/oder Rohstoffe genutzt, in dem das Dosiersilo mit einer Speicherkapazität ausgelegt ist, die bei Einhaltung der Alterungsdauer eine kontinuierliche Verfahrensdurchführung erlaubt.

Nach einer weiteren besonders vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird der öl- und/oder Fettanteil mit dem eingemischten Anteil von 1-5 Gew.% Tensiden bezogen auf den öl- und/ oder Fettanteil der Misch- und Dosiereinrichtung zugeführt.

Auf diese Weise wird die Oberflächenspannung der organischen Rest- und/oder Rohstoffe verringert und die Penetrierfähig- keit der Rest- und/oder Rohstoffe erheblich verbessert und setzt bereits mit der Zudosierung des öl- und/oder Fettanteils zu den Rest- und/oder Rohstoffen ein. Eine Prüfung der verpressten Brennstoffkörper hat gezeigt, dass nach dem Ver- pressen des Brennstoffgemischs der öl- und/oder Fettanteil im Brennstoffgemisch vollständig homogen gebunden war. Durch die homogene Verteilung der Substanzen im Brennstoffgemisch kann ein gleichmäßiges Durchbrennen der verpressten Brennstoffe gewährleistet werden.

Eine ähnliche Wirkung wird aber auch erreicht, wenn anstelle der Tenside die zerkleinerten Rest- und/oder Rohstoffe mit dem zudosierten öl- und/oder Fettanteil vakuumimprägniert werden oder die homogen gemischte Brennstoffmischung vor der Pelletierung vakuumimprägniert wird.

Vorteilhaft ist auch, wenn bei der Durchführung des Verfahrens der Lufttransport des zerkleinerten Rest- und/oder Rohstoffs zum Abluftfilter mit einer erwärmten Luft zum Feuchteausgleich durchgeführt wird. Damit ist gewährleistet, dass die zur Misch- und Dosiereinheit zudosierten und zerkleinerten organischen Rest- und/oder Rohstoffe stets eine annähernd konstante Feuchte aufweisen.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens werden zur Einhaltung der prozentualen Zusammensetzung der Brennstoffmischungen die zudosierenden Mengeneinheiten der öle- und/oder Fette, der flüssigen und der pulver- oder gra- nulatförmigen Substanzen zur Misch- und Dosiereinheit in Abhängigkeit der zudosierten Masse der Rest- und/oder Rohstoffe zur Misch- und Dosiereinrichtung volumetrisch oder gravime- trisch geregelt. Damit ist sichergestellt, dass bei schwankenden Dosiermassen der Rest- und/oder Rohstoffe stets die vorbestimmten prozentualen Anteile der Substanzen für die Brennstoffmischung gewährleistet sind.

Nachfolgend werden anhand von Beispielen einige mögliche Zusammensetzungen des Brennstoffgemischs zur verfahrensgemäßen Herstellung eines verpressten Brennstoffs nach der Erfindung dargestellt.

Brennstoffgemisch (1) besteht aus einer Rezeptur von

75 % Weizenstroh mit einer Feuchte von ca.12%, das mit einer UV-Strahlung zur künstlichen Alterung vorbehandelt ist,

20,5% Palmöl,

3% Natriumperporat,

1,5% Tensiden aus der Gruppe ampholytischer oder amphoterer Tenside mit einem pH-Wert ≥ 7.

Zur Herstellung dieses Brennstoffgemischs wird ein zerkleinertes UV-bestrahltes Weizenstroh genutzt, das somit künstlich gealtert wurde. Nach der Alterung wird der ≥ 60 0 C erwärmte Palmölanteil mit eingemischten Tensiden sowie der Natriumperboratanteil zudosiert.

Brennstoffgemisch (2) besteht aus einer Rezeptur von

77,8% Bagasse gleich extrahiertes Zuckerrohr,

17,4% Sojaöl,

2% Natriumperborat,

0,5% Hexamethylentetramin als Zündhilfe,

2,1% Tensiden aus der Gruppe ampholytischer oder amphoterer

Tenside mit einem pH-Wert ≥ 7 und 0,2% eines Alterung förderndes UV-Additivs mit einem pH-Wert

≥ 7 oder eines UV-Absorbers mit einem pH-Wert ≥ 7.

Zur Herstellung dieses Brennstoffgemischs wird zerkleinerte Bagasse eingesetzt, die mit dem Anteil des Alterung fördernden UV-Additivs oder des UV-Absorbers versetzt und somit künstlich gealtert wird. Nach der Alterung wird der Bagasse der ≥ 60 0 C erwärmte Sojaölanteil mit dem eingemischten Tensideanteil sowie der Natriumperboratanteil zudosiert.

Brennstoffgemisch (3) besteht aus einer Rezeptur von

49,75% Hanffasern,

25% Rapskuchen nach der ölextraktion,

20,9% Sonnenblumenöl,

2% Natriumperborat,

1,2% Lignin in Pulverform

1,0% Tensiden aus der Gruppe ampholytischer oder amphoterer

Tenside mit einem pH-Wert ≥ 7 und 0,15% eines Alterung förderndes UV-Additivs mit einem pH-Wert

≥ 7 oder eines UV-Absorbers mit einem pH-Wert ≥ 7.

Zur Herstellung dieses Brennstoffgemischs werden zerkleinerte Hanffasern eingesetzt, die mit dem Anteil des Alterung fördernden UV-Additivs oder des UV-Absorbers versetzt und somit künstlich gealtert wird. Nach der Alterung wird den Hanffasern der ≥ 6O 0 C erwärmte Sonnenblumenölanteil mit eingemischten Tensideanteil sowie der Natriumperboratanteil und anschließend der Ligninanteil in Pulverform zudosiert.

Brennstoffgemisch (4) besteht aus einer Rezeptur von

75,75% Reisstroh,

12,9% Rohrapsöl und/oder Tallöl, 2% Natriumperborat, 4% Fuselöl 1,8% Zinkborat 3,3% Tensiden aus der Gruppe ampholytischer oder amphoterer

Tenside mit einem pH-Wert ≥ 7 und

0,25% eines Alterung förderndes UV-Additivs mit einem pH-Wert ≥ 7 oder eines UV-Absorbers mit einem pH-Wert ≥ 7.

Zur Herstellung dieses Brennstoffgemischs wird zerkleinertes Reisstroh eingesetzt, das mit den Anteil des Alterung fördernden UV-Additivs oder des UV-Absorbers versetzt und somit künstlich gealtert wird. Nach der Alterung wird der ≥ 60 0 C erwärmte Rohrrapsölanteil mit eingemischtem Tensideanteil und Fuselölanteil sowie der Natriumperboratanteil und der Zinkboratanteil zudosiert.

Brennstoffgemisch (5) besteht aus einer Rezeptur von

71,6 % Chinaschilf,

20,9% Olivenöl,

3% Natriumperborat mit einer Zugabe von Trinatriumocta- borat (Polybor) , 4,2% Tensiden aus der Gruppe ampholytischer oder amphoterer

Tenside mit einem pH-Wert ≥ 7 und 0,3% eines Alterung förderndes UV-Additivs mit einem pH-Wert

≥ 7 oder eines UV-Absorbers mit einem pH-Wert ≥ 7.

Zur Herstellung dieses Brennstoffgemischs wird zerkleinertes Chinaschilf eingesetzt, dass mit dem Anteil des Alterung fördernden UV-Additivs oder des UV-Absorbers versetzt und somit künstlich gealtert wird. Nach der Alterung wird der ≥ 60 0 C erwärmte Olivenölanteil mit dem eingemischten Tensideanteil sowie dem Natriumperboratanteil zudosiert.

Brennstoffgemisch (6) besteht aus einer Rezeptur aus

80,4% Graues Roggenstroh, 11% Leinöl,

2,5% Natriumperborat mit einer auf die Gesamtmasse bezogenen Zugabe von 2% eines Gemisches, das aus ca. 0,6%

Borax, ca. 0,6% Trinatriumphosphat und 0,8% Ammoniumsulfat besteht,

2,8% Tensiden aus der Gruppe ampholytischer oder amphoterer Tenside mit einem pH-Wert ≥ 7,

1,2% Geruchsverbesserer und

2,1% Luftporenbildner.

Zur Herstellung dieses Brennstoffgemischs wird natürlich gealtertes und zerkleinertes graues Roggenstroh eingesetzt, dem der ≥ 60 0 C erwärmte Leinölanteil mit eingemischtem Tensidean- teil sowie der Natriumperboratanteil mit dem Gemisch von Borax, Trinatriumphosphat und der Anteil des Geruchsverbesserers zudosiert wird.

Der Zusatz von Geruchsverbesserer und/oder Luftporenbildner kann selbstverständlich bei jedem nach der erfinderischen Lehre ausgelegten Brennstoffgemisch enthalten sein und ist nicht an den Einsatz von natürlich gealterten Rest- und/oder Rohstoffen gebunden.

Zu beachten ist, dass beim Zusatz eines Geruchsverbesserers mit einem prozentualen Anteil zwischen 1,5% bis 3% sich der jeweilige öl- und/oder Fettanteil im Brennstoffgemisch prozentual um die zugesetzte Menge des Geruchsverbesserers verringert, wogegen sich beim Zusatz eines Luftporenbildners mit einem prozentualen Anteil zwischen 1,5% bis 3% bevorzugt der jeweilige Anteil an organischen Reststoffen und/oder der Rohstoffe prozentual um die zugesetzte Menge des Luftporenbildners verringert.

Auch kann jedes aufgeführte Brennstoffgemisch 2 bis 6 aber auch andere gewählte Brennstoffgemische mit einem technologischen Verfahren hergestellt werden, bei dem die organi-

sehen Reststoffe und/oder der Rohstoffe durch UV-Strahlung gealtert wurden, wie beispielsweise bei Brennstoffgemisch 1 ausgeführt.

In diesen Fällen kann auf den Einsatz von Alterung fördernden UV-Additiven oder UV-Absorbern verzichtet werden und der prozentuale Anteil der organischen Reststoffe und/oder Rohstoffe erhöht sich um den prozentualen Anteil der Alterung fördernden UV-Additive bzw. UV-Absorber.

Selbstverständlich kann auch beim Beispiel des Brennstoffs 1 anstelle des vorbehandelten Weizenstrohs mit UV-Strahlung ein die Alterung förderndes UV-Additiv mit einem pH-Wert ≥ 7 oder ein UV-Absorber mit einem pH-Wert ≥ 7 genutzt werden, in diesem Fall verringert sich der Weizenstrohanteil um den prozentualen Anteil des UV-Additivs bzw. UV-Absorbers.

Der Einsatz eines Alterung fördernden UV-Additivs oder eines UV-Absorbers ist abhängig vom geografischen Standort der Herstellungsanlagen der Brennstoffe bzw. von den eingesetzten Grundstoffen und ist bei der Aufnahme der Herstellung der Brennstoffe von Fall zu Fall zu entscheiden.

Anstelle der in den Beispielen aufgezeigten künstliche Alterung durch UV-Bestrahlung oder durch Alterung fördernde UV- Additive oder UV-Absorber können auch durch Verwitterung natürlich gealterte Rest- und/oder Rohstoffe eingesetzt werden. In diese Fällen erhöht sich der Rest- und/oder Rohstoffanteil um den Anteil des UV-Additivs bzw. UV-Absorbers.

Die vorstehend dargestellten Zusammensetzungen der Brennstoffgemische sind beispielhafte Zusammensetzungen und können daher in Abhängigkeit der Eigenart der organischen Rest- und/oder Rohstoffe in den Grenzen der prozentualen Anteile verändert

sein. Die prozentuale Zusammensetzung des Brennstoffgemischs und die Auswahl der Zusatzstoffe oder deren Kombination, ausgenommen der Geruchsverbesserer, ist von der Art und Eigenschaft der organischen Reststoffe und/oder Rohstoffe und möglicherweise der Eigenschaften bereits behandelter organischer Reststoffe, die als Abfallprodukt aus anderen Verfahren beigefügt werden sollen, abhängig.