QUINGER, Matthias (Ferdinand-Sauerbruch-Strasse 9, Altrip, 67122, DE)
| Patentansprüche:
1. Kompressionsstrumpf (1) oder -manschette zum Anlegen an eine Körper- extremität, mit einem an die Körperextremität angepaßten Kompressionskör- per (2), dadurch gekennzeichnet, daß dem Kompressionskörper (2) eine Muskelstimulationseinrichtung (7) zur Muskelstimulation der Körperextremität zugeordnet ist.
2. Kompressionsstrumpf oder -manschette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kompressionskörper (2) unterschiedlich ansteuerbare Stimulationsbereiche aufweist.
3. Kompressionsstrumpf oder -manschette nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Muskelstimulationseinrichtung (7) zur elektrischen Muskelstimulation ausgebildet ist und daß die Muskelstimulationseinrichtung (7) wenigstens ein Elektrodenpaar in jedem Stimulationsbereich aufweist.
4. Kompressionsstrumpf oder -manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Stimulationsbereich wenigstens zwei Elektrodenpaare vorgesehen sind und daß die unterschiedlichen Elektrodenpaare in den Stimulationsbereich separat ansteuerbar sind.
5. Kompressionsstrumpf oder -manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Stimulationsbereiche am Kompressionskörper (2) ein Oberschenkelbereich (3), ein Unterschenkelbereich (5) und/oder ein Fußbereich (6), vorgesehen sind.
6. Kompressionsstrumpf oder -manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden (8 bis 13) am Kompressionskörper (2) zur unmittelbaren Auflage auf der Haut der Körperextremität angebracht sind.
7. Kompressionsstrumpf oder -manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Elektrode (6a, 6b, 8, 10, 12) des Elektrodenpaars im Bereich des körperfernen Endes eines Muskels und die andere Elektrode (9, 1 1, 13) des Elektrodenpaars im Bereich des körpernahen Endes des Muskels und/oder daß eine Elektrode (6a, 8, 10, 12) im Bereich eines Endes eines Stimulationsbereichs und die andere Elektrode (6b, 9, 1 1, 13) im Bereich des anderen Endes des Stimulationsbereichs vorgesehen ist.
8. Kompressionsstrumpf oder -manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Muskelstimulationseinrichtung (7) eine Steuereinheit (14) zur Ansteuerung der Elektrodenpaare aufweist.
9. Kompressionsstrumpf oder -manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (14) auf der Außenseite (16) des Kompressionskörpers (2) vorgesehen ist und daß, vorzugsweise, die Steuereinheit (14) im Bereich des körperfernen Endes des Kom- pressionskörpers (2) vorgesehen ist.
10. Kompressionsstrumpf oder -manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (14) mittels einer Fernsteuerung ( 19) fernsteuerbar ist und/oder daß die Elektroden (6a, 6b, 8 bis 13) über eine Kabelverbindung (25) mit der Steuereinheit (14) verbunden sind.
11. Kompressionsstrumpf oder -manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fernsteuerung (19) zur Ansteue- rung einer Mehrzahl von Steuereinheiten (14) mehrerer Kompressionsstrümpfe oder -manschetten ausgebildet ist.
12. Kompressionsstrumpf oder -manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der zwischen der Steuer- einheit (14) und den Elektroden (8 bis 13) vorgesehenen Verkabelung (15) größer ist als der Abstand zwischen der Steuereinrichtung (14) und der jeweiligen Elektrode (8 bis 13).
13. Kompressionsstrumpf oder -manschette nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkabelung (15) auf der Außenseite des Kompressionskörpers (2) vorgesehen ist und daß, vorzugsweise, außenseitig eine geschlossene Kabelaufhahme (13) vorgesehen ist, in der die Verkabelung (15) relativ zum Kompressionskörper (2) bewegbar aufgenommen ist. |
Kompressionsstrumpf oder -manschette
Die Erfindung betrifft einen Kompressionsstrumpf oder eine Kompressionsmanschette zum Anlegen an eine Körperextremität, mit einem an die Körper- extremität angepaßten Kompressionskörper.
Kompressionsstrümpfe oder -manschetten, die nachfolgend der Einfachheit halber lediglich als Kompressionsstrumpf bezeichnet werden, sind aus der Praxis seit langem bekannt und werden häufig auch als Thrombo- se(prophylaxe)strümpfe bezeichnet. Bei derartigen Strümpfen handelt es sich um in der Regel individuell angepaßte, aber auch in Standardgrößen angebotene, stützende und komprimierende Strümpfe zur Verhinderung von Bein- und Beckenvenen-Thrombosen, die aber auch in gleicher Weise im Armbereich eingesetzt werden können. Der Einsatz derartiger Strümpfe erfolgt im Krankenhausbereich häufig bei durch Bettlägerigkeit verursachter Bewegungsunfähigkeit nach Operationen, da die zur Blutförderung aus den Beinen erforderliche Muskelaktivität nicht gegeben ist. Des weiteren werden Kompressionsstrümpfe häufig auch bei langen Reisen mit eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit verwendet, um der Thrombosegefahr zu begegnen.
Die bekannten Kompressionsstrümpfe berücksichtigen zwar den Aspekt der Kompression im Bereich der Beine, um einen Blutstaü zu verhindern, vernachlässigen aber den Aspekt, daß es zur hinreichenden Blutförderung aus den Beinen erforderlich ist, eine ausreichende Muskelaktivität zu gewährleisten.
Zur Verminderung des Thromboserisikos wegen mangelnder Bewegung gerade bei langen Reisen in sitzender Körperposition ist es aus der DE - U - 21 19 068 bekannt, eine Sandalette bzw. Socke zur Thrombosenprophylaxe zu verwenden, wobei die Sandalette bzw. Socke eine Keilform im mittleren Sohlenbereich aufweist. Hierdurch soll sich eine Kippelbewegung von vorne nach hinten ergeben, wodurch die Muskulatur insgesamt aktiviert werden soll, wodurch sich wiederum eine Kompression der Fußsohle und damit ein vermehrter Rücktransport des Blutes zum Herzen ergeben soll.
Von Nachteil bei der bekannten Sandalette oder Socke zur Thrombosenprophylaxe ist es, daß die notwendige Kippelbewegung aktiv vom Nutzer vorgenommen werden muß, um eine Aktivierung der Muskulatur zu bewirken. Insbesondere bei mehrstündigen Interkontinentalflügen ist dies problematisch, wenn der Nutzer der Sandalette bzw. Socke einschläft und damit die Muskulatur nicht mehr bewußt aktivieren kann.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, einen Kompressionsstrumpf der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, der auch bei längerem Tragen eine sichere Thrombosenprophylaxe gewährleistet.
Die vorgenannte Aufgabe ist erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch gelöst, daß dem Kompressionskörper eine Muskelstimulationseinrichtung zur äußeren und aktiven Muskelstimulation der Körperextremität zugeordnet ist. Bei der Muskelstimulationseinrichtung handelt es sich letztlich um eine Einrichtung, die direkt auf einen oder eine Mehrzahl von Muskeln der Körperextremität einwirkt, und zwar unabhängig davon, ob vom Nutzer des Kompressionsstrumpfes aktive Reize zur Muskelstimulation gegeben werden oder nicht. Dabei ist die Muskelstimulationseinrichtung unmittelbar mit dem Kom- pressionskörper gekoppelt, so daß eine direkte Muskelstimulation der Körperextremität von außen her erfolgen kann.
Von besonderem Vorteil ist es, daß der Kompressionskörper unterschiedlich oder separat ansteuerbare Stimulationsbereiche aufweist. Die Stimulationsbe- reiche liegen dabei in Längsrichtung der Körperextremität hintereinander. Auf diese Weise kann der Nutzer ganz bewußt steuern, welche Stellen oder Bereiche der Körperextremität stimuliert werden sollen. Letztlich erstreckt sich also bei einer Muskelstimulation diese nicht auf den Gesamtkompressionskörper, sondern lediglich auf Teilbereiche und damit auf Teilbereiche der Körperex- tremität.
Grundsätzlich ist es möglich, daß die Muskelstimulationseinrichtung mechanisch in Art einer Massage auf die betreffende Muskelpartie wirkt. So könnte beispielsweise wenigstens eine Exzentereinrichtung vorgesehen sein, wobei der Exzenter dann rhythmisch oder arhythmisch auf die Muskulatur einwirkt. Besonderes bevorzugt ist es jedoch, daß die Muskelstimulationseinrichtung
zur elektrischen Muskelstimulation ausgebildet ist. Bei der elektrischen Muskelstimulation werden von außen durch die Haut wirkende Strom- oder Reizimpulse verwendet, um diejenigen Nerven zu stimulieren, die bestimmte Muskelgruppen versorgen. Diese Nerven übertragen die Reizinformation zum Muskel und dieser reagiert entsprechend der ankommenden Information. Der Muskel unterscheidet dabei nicht zwischen einem vom Gehirn kommenden Reiz und einem äußeren elektrischen Reiz, so daß die Muskelstimulation auch während einer Schlafphase des Nutzers erfolgen kann.
Zur elektrischen Muskelstimulation weist die Muskelstimulationseinrichtung wenigstens ein Elektrodenpaar in jedem Stimulationsbereich auf. Dabei ist jedes Elektrodenpaar dann für sich separat ansteuerbar. Bevorzugt kann in wenigstens einem Stimulationsbereich auch wenigstens ein weiteres Elektrodenpaar vorgesehen sein, wobei auch die beiden Elektrodenpaare in dem betref- fenden Stimulationsbereich dann separat ansteuerbar sind. Hierzu sind dann, wie auch bei der separaten Ansteuerung der einzelnen Stimulationsbereiche, entsprechende Steuerkanäle oder -leitungen vorgesehen.
Zur Umsetzung der vorliegenden Erfindung sind am Kompressionskörper zu- mindest zwei unterschiedlich bzw. separat ansteuerbare Stimulationsbereiche vorgesehen. Bevorzugt sind als Stimulationsbereiche ein Oberschenkelbereich, ein Unterschenkelbereich und ein Fußbereich vorgesehen, wobei im Fußbereich insbesondere der Bereich der Fußsohle stimuliert werden sollte. Im übrigen versteht es sich, daß auch die vorgenannten Bereiche weiter bzw. feiner aufgeteilt werden können. So kann beispielsweise der Oberschenkelbereich weiter in einen oberen und einen unteren Oberschenkelbereich aufgeteilt werden. Gleiches gilt für den Unterschenkel- und auch den Fußbereich.
Bevorzugt sind die Elektroden am Kompressionskörper auf der der Körperex- tremität zugewandten Innenseite befestigt und liegen damit unmittelbar auf der Haut der Körperextremität bei angelegtem Kompressionsstrumpf auf. Dabei sollten die Elektroden vorzugsweise relativ flach sein und entweder mit der Innenseite des Kompressionskörpers ausgefluchtet sein oder allenfalls geringfügig überstehen, um zu starke Druckstellen auf der Haut zu vermeiden.
Um die gewünschte Muskelaktivität zu erzeugen, ist eine Elektrode des Elektrodenpaars im Bereich des körperfernen Endes des Muskels am Kompressionskörper befestigt, während die andere Elektrode des Elektrodenpaars im Bereich des körpernahen Endes des Muskels am Kompressionskörper vorgese- hen ist. Es versteht sich, daß es natürlich grundsätzlich auch möglich ist, eine Mehrzahl von Elektroden einerseits im Bereich des körperfernen Endes und andererseits im Bereich des körpernahen Endes des jeweiligen Muskels vorzusehen. Auch kann es sich für bestimmte Anwendungen anbieten, die Elektroden auf gegenüberliegenden Seiten, etwa in einer horizontalen Ebene am Kompressionskörper anzuordnen. Die vorgenannte Art der Anordnung der Elektroden gilt im übrigen in gleicher Weise für die einzelnen Stimulationsbereiche. Auch dort können die Elektroden in Längsrichtung der Körperextremi- tät am einen und am anderen Ende des jeweiligen Stimulationsbereichs oder aber auch in Querrichtung dazu auf gegenüberliegenden Seiten angeordnet sein.
Um keine zu hohe Stromdichte zu erzielen, was Hautreizungen verursachen könnte, sollten die Elektroden jeweils eine Fläche von mehr als 5 cm 2 , insbesondere mehr als 10 cm 2 , haben. Hierdurch ist eine hinreichende flächige An- läge der Elektroden auf der Haut und keine zu hohe Stromdichte gewährleistet. Im übrigen sollten die Elektroden nicht nur aus einem elektrisch gut leitenden, sondern insbesondere auch aus einem elastischen Material bestehen,, um entsprechend der jeweiligen Anatomie des Trägers stets eine hinreichend flächige Anlage auf der Haut des Nutzers zu gewährleisten.
Wenngleich es grundsätzlich möglich ist, die Muskelstimulationseinrichtung mit nur einem vorgegebenen Programm zu betreiben, bietet es sich an, der Muskelstimulationseinrichtung eine Steuereinheit zuzuordnen, mittels der unterschiedlichste Programme und Stimulationsmöglichkeiten einstellbar sind, um den erfindungsgemäßen Kompressionsstrumpf an die Bedürfnisse und/oder die Anatomie des jeweiligen Trägers anzupassen. Insbesondere dient die Steuereinheit auch dazu, nach entsprechender Einstellung durch den Nutzer die einzelnen Stimulationsbereiche entsprechend anzusteuern. Dabei ist die Steuereinheit vorzugsweise derart ausgebildet, daß beispielsweise in dem einen Stimulationsbereich eine intensive Muskelstimulation stattfindet, wäh-
rend in einem anderen Stimulationsbereich eine schwache und in einem dritten Stimulationsbereich überhaupt keine Muskelstimulation stattfindet.
Bevorzugt ist die Steuereinheit auf der Außenseite des Kompressionskörpers vorgesehen und befestigt. Die Anordnung der Steuereinheit sollte dabei derart sein, daß im angelegten Zustand des Kompressionsstrumpfes der Kompressionskörper nicht auf die Steuereinheit drückt, was der Träger als unangenehm empfinden könnte. Im übrigen bietet es sich an, die Steuereinheit im Bereich des körperfernen Endes des Kompressionskörpers vorzusehen, so daß es für den Nutzer bedarfs weise möglich ist, die Steuereinheit im angelegten Zustand des Kompressionsstrumpfes zu bedienen.
Da es gerade für ältere und schwergewichtige Nutzer schwierig sein kann, den unteren Bereich eines Kompressionsstrumpfes zu erreichen und über eine dort befindliche Steuereinheit Einstellungen vorzunehmen, bietet es sich an, wenn die Steuereinheit über eine entsprechende Fernsteuerung fernsteuerbar ist. Die Fernsteuerung kann dabei drahtlos, beispielsweise über Bluetooth, und/oder über eine Drahtverbindung mit der Steuereinheit koppelbar sein. über die Fernsteuerung lassen sich dann alle notwendigen Einstellungen problemlos vornehmen.
Grundsätzlich ist es auch möglich, daß die Elektroden über eine Kabelverbindung mit der Steuereinheit verbunden sind. In diesem Falle stellt die Steuereinheit ein über die Kabelverbindung mit dem Kompressionskörper verbunde- nes, externes Bediengerät dar, das beispielsweise am Gürtel des Nutzers getragen werden kann. Die Länge der Kabelverbindung ist entsprechend anzupassen.
Bei jeder drahtverbundenen Lösung bietet es sich an, daß am Kompressions- körper ein entsprechender Steckanschluß für eine lösbare Kabelverbindung vorgesehen ist, so daß das Verbindungskabel auch abgezogen werden kann. Desweiteren kann bedarfsweise auch an der Steuereinheit oder aber, sofern diese am Kompressionskörper befestigt ist, an der Fernsteuerung ein entsprechender Kabelanschluß vorgesehen sein, so daß die Kabelverbindung auch von dem betreffenden Handgerät, also entweder der Fernsteuerung oder aber der Steuereinheit selbst, abgezogen werden kann.
Bevorzugt kann die Frequenz der Reizimpulse zur Muskelstimulation mittels der Steuereinheit bzw. der Fernbedienung eingestellt werden. Grundsätzlich kann eine insbesondere stufenlose Einstellbarkeit bei einer Frequenz zwischen 1 und 150 Hz vorgesehen werden. Bevorzugt sollte die Frequenz zwischen 1 und 50 Hz und insbesondere zwischen 1 und 20 Hz einstellbar sein. Gerade die niedrigen Frequenzen zwischen 1 und 20 Hz und insbesondere zwischen 1 und 10 Hz, bei langen Impulszeiten, die im Bereich zwischen 200 und 300 μs liegen sollten, bewirken eine verbesserte Durchblutung im stimulierten Mus- kel, während gleichzeitig die Sauerstoffversorgung verbessert wird.
Darüber hinaus sollte auch die Intensität der Reizimpulse zur Muskelstimulation mittels der Steuereinheit einstellbar sein. Hierzu sollte die Stromstärke zwischen 0 und 150 mA und bevorzugt kleiner 100 mA liegen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung läßt sich auch die Dauer einer Muskelstimulationsphase und/oder die Dauer einer Pause zwischen zwei Muskelstimulationsphasen mittels der Steuereinheit einstellen. So kann beispielsweise zunächst eine dreistündige Stimulationsphase mit einer halbstündigen Pausenphase eingestellt werden, an die sich wiederum eine dreistündige oder aber auch eine längere oder kürzer Stimulationsphase anschließen kann.
Weiterhin kann es von Vorteil sein, wenn unterschiedliche Impulstypen ein- stellbar sind. So können grundsätzlich gleichmäßige Reizimpulse oder aber auch sich ändernde Reizimpulse eingestellt werden. Es kann beispielsweise gerade für längere Reisen mit langen "Sitzphasen" eine sich kontinuierlich steigernde bzw. stärker werdende Impulsanwendung mit zunehmender Impulsintensität vorgesehen sein. Auch eine ungleichmäßige Impulsanwendung, die eine Bewegung simuliert, die einem Wechsel zwischen langsamem und schnellem Gehen entspricht, kann vorgesehen werden.
Des weiteren kann es sich anbieten, daß der erfindungsgemäße Kompressionsstrumpf zwei oder mehr als zwei Elektrodenpaare aufweist, die zur Anregung einer Muskelgruppe oder aber zur Anregung unterschiedlicher Muskelgruppen vorgesehen sein können. Dabei können die jeweiligen Elektrodenpaare durch
einen Kanal oder aber auch durch unterschiedliche Kanäle zur separaten Ansteuerung mit unterschiedlichen Impulsen vorgesehen sein. Werden beispielsweise zwei Elektrodenpaare in der Umgebung der gleichen Körperstellung vorgesehen und unterschiedliche Impulse (Frequenzen und/oder Intensi- 5 tat) für jedes Elektrodenpaar gewählt, können Kreuzmodulationen entstehen, die einem Gewöhnungseffekt, der bei längerer Anwendung auftreten kann, entgegenwirken .
Da häufig nicht nur ein Kompressionsstrumpf sondern meist zwei Strümpfe l o getragen werden, bietet es sich an, daß die Fernsteuerung zur Ansteuerung der Steuereinheiten beider Kompressionsstrümpfe vorgesehen ist.
Zur elektrischen Versorgung der Muskelstimulationseinrichtung dient bevorzugt wenigstens eine Batterie, wozu eine entsprechende Batterieaufhahme am 15 Kompressionskörper bzw. in der Steuereinheit vorgesehen ist. Dabei sollte die Batterieaufhahme auch außenseitig am Kompressionskörper und insbesondere im Bereich des körperfernen Endes des Kompressionskörpers vorgesehen sein, so daß ein Batterieaustausch auch bei angelegtem Kompressionsstrumpf in einfacher Weise möglich ist. 0
Zur elektrischen Versorgung der Elektroden befindet sich zwischen der Batterieaufnahme/Steuereinheit und den Elektroden jeweils eine Verkabelung. Aufgrund der Elastizität des Materials des Kompressionskörpers ist die Länge der Verkabelung größer als der Abstand zwischen der Batterieaufnah- 5 me/Steuereinheit und der jeweiligen Elektrode. Damit die Verkabelung etwaige Bewegungen des Kompressionskörpers mitmachen kann, bietet sich eine wellen- oder meanderformige Anordnung der Verkabelung an, um einen hinreichenden Kabelspeicher zu haben. 0 Damit die Verkabelung nicht unbeabsichtigt auf die Haut des Nutzers beim Tragen des Kompressionsstrumpfes gedrückt wird, bietet es sich an, die Verkabelung auf der Außenseite des Kompressionskörpers vorzusehen, wobei zweckmäßigerweise eine außenseitig geschlossene Kabelaumahme vorgesehen sein sollte, in der die Verkabelung dann aufgenommen und relativ zum5 Kompressionskörper darin bewegbar ist. Auf diese Weise ergibt sich letztlich eine Art Kabelschacht für die Verkabelung.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausfuhrungsbeispiels anhand der Zeichnung erläutert. Dabei wird darauf hingewiesen, daß es sich bei der dargestellten Ausfuhrungsform lediglich um ein konkretes Ausführungsbei- spiel handelt, wobei die Erfindung nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt ist.
Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Ausfuhrungsform eines erfindungsgemäßen Kompressionsstrumpfes und
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer weiteren Ausfuhrungsform eines erfindungsgemäßen Kompressionsstrumpfes.
Fig. 1 zeigt schematisch einen Kompressionsstrumpf I 5 der zum Anlegen an ein Bein als Körperextremität vorgesehen ist. Der Kompressionsstrumpf 1 weist einen an die Beinform eines Nutzers angepaßten Kompressionskörper 2 auf. Der Kompressionskörper 2 selbst besteht aus einem elastischen Material, das im Tragezustand gedehnt ist. Der Kompressionskörper 2 und damit der Kompressionsstrumpf 1 hat aufgrund des gewählten Materials im übrigen eine stützende und komprimierende Funktion. Da die Körperextremitäten von Nutzer zu Nutzer unterschiedlich sind, ist der Kompressionsstrumpf 1 in der Regel individuell angepaßt, wobei es sich versteht, daß die Erfindung hierauf nicht beschränkt ist. So können auch grundsätzlich standardisierte Durchschnittsgrößen vorgesehen sein.
Im in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel weist der Kompressionskörper 2 einen Oberschenkelbereich 3, einen Kniebereich 4, einen Unterschenkelbe- reich 5 und einen Fußbereich 6 auf. Dabei versteht es sich, daß die vorliegende Erfindung nicht auf die dargestellte Ausführungsform eines Kompressionsstrumpfes 1 beschränkt ist So kann der Oberschenkelbereich 3 auch wesentlich kürzer sein oder gänzlich entfallen. Gleiches gilt auch für den Kniebereich 4 und den Fußbereich 6. Insbesondere ist es, gerade in Verbindung mit der vorliegenden Erfindung, möglich, daß der Kompressionsstrumpf 1 ledig-
lich einen Unterschenkelbereich 5 und gegebenenfalls noch einen Fußbereich 6 aufweist.
Im übrigen versteht es sich, daß ein für einen Arm ausgebildeter Kompressi- onsstrumpf 1 eine der Armform angepaßte Ausbildung hat. Hierauf wird jedoch nicht näher eingegangen. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich in gleicher Weise auf einen Arm-Kompressionsstrumpf.
Wesentlich ist nun, daß der Kompressionsstrumpf 1 eine Muskelstimulations- einrichtung 7 aufweist, die dem Kompressionskörper 2 zur aktiven bzw. unmittelbaren Muskelstimulation der Körperextremität direkt zugeordnet und an diesem befestigt ist, so daß die Muskelstimulationseinrichtung unmittelbar von außen den Muskel der Körperextremität stimuliert. Dabei ist es vorliegend so, daß am Kompressionskörper 2 eine Mehrzahl unterschiedlich ansteu- erbarer Stimulationsbereiche vorgesehen sind. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind dies der Oberschenkelbereich 3, der Unterschenkelbereich 5 und der Fußbereich 6. Der Kniebereich 4 und der Fußbereich 6 sind bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform nicht stimulierbar. Es versteht sich allerdings, daß auch der Kniebereich 4 und der Fußbereich 6 grundsätzlich stimu- liert werden können. Im übrigen ist darauf hinzuweisen, daß auch eine andere Aufteilung des Kompressionskörpers 2 in Längsrichtung der Extremität möglich wäre. Statt der vorgesehenen vier einzelnen Bereiche können auch fünf oder erheblich mehr Bereiche oder auch weniger Bereiche vorgesehen sein.
Die Muskelstimulationseinrichtung 7 ist vorliegend zur elektrischen Muskelstimulation aufgebildet und weist zu diesem Zweck wenigstens ein Elektrodenpaar mit zwei Elektroden 8, 9 auf. Im in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein erstes Elektrodenpaar mit Elektroden 8, 9 im Unterschenkelbereich 5, ein zweites Elektrodenpaar mit Elektroden 10, 11 im Oberschenkelbe- reich 3 und ein drittes Elektrodenpaar mit Elektroden 12, 13 ebenfalls im Oberschenkelbereich 3 vorgesehen. Anders als bei der in Fig. 1 dargestellten Ausfiihrungsforrn ist es bei der in Fig. 2 dargestellten Ausfuhrungsform so ä daß auch im Fußbereich 6 ein Elektrodenpaar mit zwei Elektroden 6a und 6b vorgesehen ist. Diese befinden sich im Bereich der Fußsohle. Im übrigen ver- steht es sich, daß bei einem Kompressionsstrumpf 1, der den Oberschenkel- und Kniebereich nicht aufweist, auch die Elektroden 10 bis 13 nicht vorgese-
hen sind. In diesem Fall sind dann lediglich zwei oder mehrere Elektroden im Unterschenkelbereich 5 und Fußbereich 6 vorgesehen.
Nicht im einzelnen dargestellt ist, daß die Elektroden derart am Kompressi- onskörper 2 befestigt sind, daß die Kontaktflächen der Elektroden unmittelbar auf der Haut des Beins des Nutzers im angelegten Zustand des Kompressionsstrumpfes 1 aufliegen. Die Elektroden 6a, 6b sowie 8 bis 13, jedenfalls aber die Anlageflächen der Elektroden, befinden sich also innenseitig des Kompressionskörpers 2. Der Kompressionskörper 2 kann im Bereich der Elektro- den 6a, 6b sowie 8 bis 13 nach außen hin geschlossen sein oder aber Ausnehmungen aufweisen, in denen die Elektroden 6a, 6b sowie 8 bis 13 angeordnet und gehalten sind. Jedenfalls sollten die Elektroden möglichst flach sein und nicht oder nur geringfügig über die Innenseite des Kompressionskörpers 2 überstehen, um zu starke Druckstellen auf der Haut des Nutzers zu vermeiden.
Die Anordnung der Elektroden 8, 9 des ersten Elektrodenpaars ist derart gewählt, daß hier eine Stimulierung der Wadenmuskulatur möglich ist. Zu diesem Zweck befindet sich die Elektrode 8 im unteren Bereich des Unterschenkelbereichs 5, während die Elektrode 9 am oberen Ende des Unterschenkelbe- reichs 5 vorgesehen ist. Damit wirkt die Elektrode 8 auf das körperferne Ende der Wadenmuskulatur, während die Elektrode 9 auf das körpernahe Ende der Wadenmuskulatur wirkt. In gleicher Weise sind die Elektroden 10, 11 des zweiten Elektrodenpaars und 12, 13 des dritten Elektrodenpaars angeordnet, wobei die Elektroden 10, 11 auf das obere und untere Ende der hinteren Ober- Schenkelmuskulatur wirken, während die Elektroden 12, 13 auf die betreffenden Enden der vorderen Oberschenkelmuskulatur wirken.
Es versteht sich, daß es für die vorliegende Erfindung ausreichend ist, lediglich ein einziges Elektrodenpaar pro Stimulationsbereich vorzusehen. Im übri- gen ist es ohne weiteres möglich, in den einzelnen Stimulationsbereichen mehr als ein Elektrodenpaar vorzusehen, so daß auf die jeweilige Muskelpartie nicht nur ein, sondern zwei oder mehrere Elektrodenpaare wirken. Des weiteren ist es grundsätzlich auch möglich, die Muskulatur nicht, wie dargestellt, in vertikaler Richtung durch entsprechend vertikale Anordnung der Elektroden zu stimulieren, sondern auch oder alternativ nur in horizontaler Richtung.
Die Elektroden selbst sind, wenngleich dies aufgrund der gewählten Ansicht nicht deutlich erkennbar ist, rund, insbesondere kreisrund. Dabei haben die Elektroden eine Anlagefläche von jeweils etwa 10 cm 2 und bestehen aus ei- nem flexiblen flachen Material.
Zur Einstellung verschiedener Programme zur Muskelstimulation und insbesondere zur separaten Ansteuerung der einzelnen Elektrodenpaare in den jeweiligen Stimulationsbereichen weist der Kompressionsstrumpf 1 eine Steu- ereinheit 14 auf. Die Steuereinheit 14 ist über eine entsprechende Verdrahtung 15 mit den einzelnen Elektroden 8 bis 13 verbunden. Die Steuereinheit 14 befindet sich im übrigen auf der Außenseite 16 des Kompressionskörpers 2 und ist mit diesem unverlierbar verbunden. Im übrigen befindet sich die Steuereinheit 14 am unteren Ende des Unterschenkelbereichs 5 und kann von dieser Stelle aus bedient werden. Die Steuereinheit 14 als solche weist ein Display 17 und Schalter 18 zur Einstellung der Muskelstimulation auf.
Im übrigen ist der Steuereinheit 14 bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform eine drahtlose Fernsteuerung 19 zugeordnet, über die die Steuer- einheit 14 bedienbar ist. Die Fernsteuerung 19 weist ebenfalls ein Display 20 und Schalter 21 auf. Die Einstellung der Muskelstimulationseinrichtung 7 kann also letztlich unmittelbar an der Steuereinheit 14 oder aber über die Fernsteuerung 19 erfolgen.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform befindet sich am Kompressionskörper 2 lediglich ein elektrischer Anschluß 24 für eine Kabelverbindung 25. Der elektrische Anschluß 24 befindet sich im oberen Bereich des Kompressionskörpers 2 auf dessen Außenseite. Die Kabelverbindung 25 ist mit ihrem einen Ende in den elektrischen Anschluß 24 einsteckbar. Mit ihrem ande- ren Ende ist die Kabelverbindung 25 mit der Steuereinheit 14 verbunden, die entweder direkt oder über ein Tragemittel beispielsweise am Gürtel des Nutzers befestigt und damit getragen werden kann. Die Kabelverbindung 25 kann dabei in die Steuereinheit 14 einsteckbar oder aber fest mit dieser verbunden sein.
In der dargestellten Ausführungsform ist die Frequenz der einzelnen Impulse zwischen 1 und 20 Hz einstellbar. Die Impulsdauer liegt vorliegend bei 250 μs. Die Intensität und damit die Stromstärke kann zwischen 0 und 100 mA eingestellt werden. Die Ausgangsspannung liegt zwischen 0 und 70 V. Im übrigen ist es in der dargestellten Ausfuhrungsform so, daß für jedes Elektrodenpaar ein separater Kanal vorgesehen ist. Dies bedeutet, daß alle Elektrodenpaare separat angesteuert werden können, so daß sich unterschiedliche Muskelstimulationen ergeben können. Allerdings kann auch nur ein einziger Kanal für alle Elektrodenpaare vorgesehen sein.
Die Muskelstimulationseinrichtung 7 selbst ist batteriebetrieben und weist hierzu eine Batterieaufnahme 22 auf, die sich an der Steuereinheit 14 befindet.
Im übrigen befindet sich die Verkabelung 15 auf der Außenseite 16 des Kom- pressionskörpers 2, so daß die Verkabelung 15 nicht an die Haut des Nutzers gedrückt wird und sich auch keine diesbezüglichen Druckstellen ergeben. Zur Abdeckung der Verkabelung 15 nach außen hin ist eine Kabelaufnahme 23 vorgesehen, die eine Art Kabelschacht bildet. Die Kabelaufnahme 23 sollte aus dem gleichen Material wie der Kompressionskörper 2 bestehen. In der Kabelaufnahme 23 ist die Verkabelung aufgenommen und frei darin bewegbar, wobei die Verkabelung wellen- oder meanderförmig verlegt ist, um etwaige Dehnbewegungen des Kompressionskörpers 2 beim Tragen ausgleichen zu können.
Bezugszeichenliste
1 Kompressionsstrumpf
2 Kompressionskörper
3 Oberschenkelbereich
4 Kniebereich
5 Unterschenkelbereich
6 Fußbereich
6a Elektrode
6b Elektrode
7 Muskelstimulationseinrichtung
8 Elektrode
9 Elektrode
10 Elektrode
1 1 Elektrode
12 Elektrode
13 Elektrode
14 Steuereinheit
15 Verkabelung
16 Außenseite
17 Display
18 Schalter
19 Fernsteuerung
20 Display
21 Schalter
22 Batterieaufhahme
23 Kabelaufhahme
24 Anschluß
25 Kabelverbindung
