Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
CONCEPT FOR MONITORING NETWORK TRAFFIC COMING INTO A SIGNAL BOX
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/063259
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device for monitoring network traffic coming into a signal box of a railway operating system via a communication network, comprising: a network TAP for reading the network traffic coming into the signal box via the communication network and outputting the read incoming network traffic to a processor in order to check the read incoming network traffic, and a network separating device for separating the signal box from the communication network, wherein the processor is designed to actuate the network separating device on the basis of the result of the check of the read incoming network traffic such that the network separating device separates the signal box from the communication network. The invention additionally relates to a corresponding method and to a computer program.

Inventors:
AUST, Frank (Gut 100, Salzgitter, 38239, DE)
SEIFERT, Matthias (Celler Str. 44, Braunschweig, 38114, DE)
Application Number:
EP2018/073989
Publication Date:
April 04, 2019
Filing Date:
September 06, 2018
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
SIEMENS MOBILITY GMBH (Otto-Hahn-Ring 6, München, 80333, DE)
International Classes:
B61L27/00
Domestic Patent References:
WO2016119946A12016-08-04
Other References:
KENDELBACHER D ET AL: "Ein Kommunikationsbasissystem für ETCS (Teil 1)", SIGNAL + DRAHT, DVV, no. 94, 1 June 2002 (2002-06-01), pages 6 - 11, XP002495555, ISSN: 0037-4997
None
Attorney, Agent or Firm:
MAIER, Daniel (Siemens Mobility GmbH, Postfach 22 16 34, München, 80506, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1. Vorrichtung (101, 201, 301) zum Überwachen eines an ein Stellwerk (109) einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommu- nikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs, umfassend: einen Netzwerk-TAP (103) zum Mitlesen des über das Kommunikationsnetzwerk (113) an das Stellwerk (109) eingehenden Netzwerkverkehrs und zum Ausgeben des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs an einen Prozessor (105) zum Prüfen des mit- gelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs,

eine Netztrenneinrichtung (107) zum Trennen des Stellwerks (109) von dem Kommunikationsnetzwerk (113),

wobei der Prozessor (105) ausgebildet ist, basierend auf ei¬ nem Ergebnis des Prüfens des mitgelesenen eingehenden Netz- Werkverkehrs die Netztrenneinrichtung (107) derart anzusteu¬ ern, dass die Netztrenneinrichtung (107) das Stellwerk (109) von dem Kommunikationsnetzwerk (113) trennt.

2. Vorrichtung (101, 201, 301) nach Anspruch 1, wobei der Prozessor (105) zum Prüfen des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs ausgebildet ist, einen vom mitgelesenen einge¬ henden Netzwerkverkehr umfassten Kommandostrom auf unerlaubte Kommandos zu überprüfen und bei einem Erkennen eines unerlaubten Kommandos die Netztrenneinrichtung (107) derart anzu- steuern, dass die Netztrenneinrichtung (107) das Stellwerk (109) von dem Kommunikationsnetzwerk (113) trennt.

3. Vorrichtung (101, 201, 301) nach Anspruch 2, wobei der Prozessor (105) zum Überprüfen des Kommandostroms ausgebildet ist, Kommandos des Kommandostroms mit Referenzkommandos einer Negativkommandoliste zu vergleichen, um unerlaubte Kommandos zu erkennen.

4. Vorrichtung (101, 201, 301) nach einem der vorherigen An- Sprüche, umfassend eine Protokolleinrichtung (205) zum Proto¬ kollieren des mitgelesenen Netzwerkverkehrs.

5. Vorrichtung (101, 201, 301) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Netztrenneinrichtung (107) ausgebildet ist, das Stellwerk (109) von dem Kommunikationsnetzwerk (113) physisch zu trennen.

6. Vorrichtung (101, 201, 301) nach einem der vorherigen Ansprüche, umfassend eine Kommandoeinspeiseeinrichtung (303) zum Einspeisen eines Testkommandos in den eingehenden Netzwerkverkehr, um den Prozessor (105) zu testen, wobei der Pro- zessor (105) ausgebildet ist, bei Erkennung des Testkommandos im Rahmen des Prüfens des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs keine Ansteuerung der Netztrenneinrichtung (107) derart durchzuführen, dass die Netztrenneinrichtung (107) das Stellwerk (109) von dem Kommunikationsnetzwerk (113) trennt.

7. Vorrichtung (101, 201, 301) nach Anspruch 6, wobei der Prozessor (105) ausgebildet ist, bei Erkennung des Testkom¬ mandos im Rahmen des Prüfens des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs eine Erfolgsnachricht an die Kommandoein- Speiseeinrichtung (303) zu senden, dass das Testkommando er¬ kannt wurde, wobei die Kommandoeinspeiseeinrichtung (303) ausgebildet ist, bei Ausbleiben einer Erfolgsnachricht nach Einspeisen des Testkommandos die Netztrenneinrichtung (107) derart anzusteuern, dass die Netztrenneinrichtung (107) das Stellwerk (109) von dem Kommunikationsnetzwerk (113) trennt.

8. Verfahren zum Überwachen eines an ein Stellwerk (109) einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk (113) eingehenden Netzwerkverkehrs, umfassend die folgenden Schritte:

Mitlesen (401) des über das Kommunikationsnetzwerk (113) an das Stellwerk (109) eingehenden Netzwerkverkehrs,

Prüfen (403) des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs, Trennen (405) des Stellwerks (109) von dem Kommunikations- netzwerk (113) basierend auf einem Ergebnis des Prüfens des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs.

9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei nach einem Trennen des Stellwerks (109) von dem Kommunikationsnetzwerk (113) das Stellwerk (109) nach Ablauf einer weiteren vorbestimmten Zeitdauer wieder mit dem Kommunikationsnetzwerk (113) verbun- den wird.

10. Computerprogramm, umfassend Programmcode zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 8 oder 9, wenn das Computerpro¬ gramm auf einem Computer ausgeführt wird.

Description:
Beschreibung

Konzept zum Überwachen eines an ein Stellwerk eingehenden NetzWerkverkehrs

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs. Die Erfindung betrifft ferner ein Computerprogramm.

In einem Kontrollzentrum einer Eisenbahnbetriebsanlage werden üblicherweise Computer-Workstations zur Einstellung von Fahr ¬ straßen und zur Überwachung eines Eisenbahnverkehrs einge ¬ setzt .

Bedienhandlungen, die beispielsweise mittels der Computer- Workstations vorgenommen werden und die sich beispielsweise auf einen Zustand eines Eisenbahnabschnittes auswirken, wer ¬ den in der Regel durch ein Stellwerk der Eisenbahnbetriebsan- läge, das für die Sicherheit die Verantwortung übernimmt, überwacht, bevor eine Änderung an Signalen, Fahrstraßen oder Fahrtfreigaben stattfindet.

Da in der Regel die Computer-Workstations und das Stellwerk an verschiedenen Orten sind, sind diese üblicherweise über ein Kommunikationsnetzwerk miteinander verbunden.

Das heißt also, dass das Stellwerk beispielsweise über ein Kommunikationsnetzwerk erreichbar ist.

Es besteht insofern ein Bedarf dafür, das Stellwerk vor einem über das Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehr zu schützen, welcher eine Sicherheit eines Betriebs der Ei ¬ senbahnbetriebsanlage gefährden könnte.

Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe ist daher darin zu sehen, ein effizientes Konzept zum effizienten Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs bereitzustellen .

Diese Aufgabe wird mittels des jeweiligen Gegenstands der un- abhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand von jeweils abhängigen Unteransprü ¬ chen .

Nach einem Aspekt wird eine Vorrichtung zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs bereitgestellt, umfassend:

einen Netzwerk-TAP zum Mitlesen des über das Kommunikationsnetzwerk an das Stellwerk eingehenden Netzwerkverkehrs und zum Ausgeben des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs an einen Prozessor zum Prüfen des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs,

eine Netztrenneinrichtung zum Trennen des Stellwerks von dem Kommunikationsnetzwerk,

wobei der Prozessor ausgebildet ist, basierend auf einem Er ¬ gebnis des Prüfens des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs die Netztrenneinrichtung derart anzusteuern, dass die Netztrenneinrichtung das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk trennt.

Nach einem anderen Aspekt wird ein Verfahren zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs bereitgestellt, umfassend die folgenden Schritte:

Mitlesen des über das Kommunikationsnetzwerk an das Stellwerk eingehenden Netzwerkverkehrs,

Prüfen des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs,

Trennen des Stellwerks von dem Kommunikationsnetzwerk basierend auf einem Ergebnis des Prüfens des mitgelesenen einge- henden Netzwerkverkehrs.

Nach einem weiteren Aspekt wird ein Computerprogramm bereitgestellt, welches Programmcode zur Durchführung des Verfah- rens zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs umfasst, wenn das Computerprogramm auf einem Computer, beispielsweise auf der Vorrichtung zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs, ausgeführt wird.

Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass die obige Auf- gäbe dadurch gelöst wird, dass ein Netzwerk-TAP den eingehenden Netzwerkverkehr mitliest und an einen Prozessor zwecks Prüfen des eingehenden Netzwerkverkehrs ausgibt. Abhängig von einem Ergebnis des Prüfens wird dann das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk getrennt oder nicht.

Die Verwendung des Netzwerk-TAPs bietet insbesondere den technischen Vorteil, dass dieser im Kommunikationsnetzwerk unsichtbar ist und somit auch von keinem Angreifer erkannt und angegriffen werden kann.

Weiter weist die Verwendung eines Netzwerk-TAPs den techni ¬ schen Vorteil auf, dass ein Mitlesen und insofern ein entsprechendes Prüfen des eingehenden Netzwerkverkehrs fast in Echtzeit ohne erhebliche zeitliche Verzögerung durchgeführt werden kann verglichen mit einem sogenannten "application le- vel gateway (ALG) " . Ein solches application level gateway kann zwar auch einen Netzwerkverkehr überprüfen, erzeugt hierbei aber stets einen erheblichen zeitlichen Versatz und verändert üblicherweise ein ursprünglich vorgesehenes Zeit- verhalten. Der Zeitvorteil hängt beispielsweise vom Umfang der Prüfung ab, die durchgeführt wird. Dies kann bei ALGs oh ¬ ne weiteres im Bereich mehrerer Millisekunden bis zu 500 ms liegen, was für eine Forderung nach verzögerungsfreier Übertragung nicht tolerierbar wäre. In einem ALG müssen Daten mehrfach hin- und her kopiert werden und durch den Prozessor geschleust werden, was an sich schon Zeitverluste einbringt. Dann kommt noch die eigentliche „Processing-Time" , also die Verarbeitungszeit durch den Prozessor, hinzu. ALGs sind des ¬ halb nicht besonders vorteilhaft.

Dadurch, dass das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk getrennt wird, wird insbesondere der technische Vorteil be ¬ wirkt, dass das Stellwerk dann nicht mehr über das Kommunika ¬ tionsnetzwerk erreicht werden kann. Angreifer können somit das Stellwerk nicht mehr weiter über das Kommunikationsnetzwerk angreifen. Somit ist das Stellwerk in vorteilhafter Wei- se gegen Angriffe über das Kommunikationsnetzwerk effizient geschützt .

Somit wird also weiter insbesondere der technische Vorteil bewirkt, dass der an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsan- läge über ein Kommunikationsnetzwerk eingehende Netzwerkverkehr effizient überwacht werden kann.

Ein Netzwerk-TAP im Sinne der Beschreibung stellt einen passiven Zugriffspunkt zu einer Netzwerkverbindung her, womit die über die Netzwerkverbindung übertragenen Datensignale

(also beispielsweise der eingehende Netzwerkverkehr) zu Ana ¬ lysezwecken mitgelesen und ausgewertet werden können. Ein Netzwerk-TAP wird im Englischen als "network-TAP" bezeichnet. Die Abkürzung "TAP" steht für "test access port".

Ein Netzwerk-TAP im Sinne der Beschreibung arbeitet auf dem OSI layer 1 (OSI-Schicht 1) und besitzt keine MAC-Adresse. Der Netzwerk-TAP ist somit im Kommunikationsnetzwerk unsicht- bar.

Der Netzwerk-TAP kann insofern auch als ein passiver Netzwerk-TAP bezeichnet werden, insofern er den vorstehend beschriebenen passiven Zugriffspunkt herstellt.

Der Netzwerk-TAP kann beispielsweise auch als ein Ethernet- TAP bezeichnet werden. Gemäß einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Prozessor zum Prüfen des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs ausgebildet ist, einen vom mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehr umfassten Kommandostrom auf unerlaubte Kommandos zu überprüfen und bei einem Erkennen eines unerlaubten Kommandos die Netztrenneinrichtung derart anzusteuern, dass die

Netztrenneinrichtung das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk trennt.

Dadurch wird insbesondere der technische Vorteil bewirkt, dass unerlaubte Kommandos effizient erkannt werden können. Insbesondere wird dadurch der technische Vorteil bewirkt, dass ein effizienter Schutz des Stellwerks vor unerlaubten Kommandos bewirkt werden kann

In einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Prozessor zum Überprüfen des Kommandostroms ausgebildet ist, Kommandos des Kommandostroms mit Referenzkommandos einer Ne ¬ gativkommandoliste zu vergleichen, um unerlaubte Kommandos zu erkennen .

Dadurch wird zum Beispiel der technische Vorteil bewirkt, dass die unerlaubten Kommandos effizient erkannt werden kön ¬ nen. Die Negativkommandoliste bildet also eine sogenannte "black list". Kommandos, die von der Negativkommandoliste um- fasst sind, sind also unerlaubte Kommandos.

Durch Anpassen der Negativkommandoliste ist es somit in vor ¬ teilhafter Weise ermöglicht, flexibel auf unterschiedliche Bedrohungsszenarien zu reagieren.

Nach einer anderen Ausführungsform ist eine Protokolleinri tung zum Protokollieren des mitgelesenen Netzwerkverkehrs vorgesehen .

Dadurch wird zum Beispiel der technische Vorteil bewirkt, dass zu einem späteren Zeitpunkt effizient nachgewiesen werden kann, dass beispielsweise unerlaubte Kommandos an das Stellwerk gesendet wurden respektive dass den unerlaubten Kommandos entsprechende unerlaubte Bedienhandlungen erfolg ¬ reich verhindert werden konnten. Das heißt also insbesondere, dass die Protokolleinrichtung den mitgelesenen Netzwerkverkehr aufzeichnet, also speichert.

Nach einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Netzwerk- TAP ausgebildet ist, den mitgelesenen eingehenden Netzwerk- verkehr an die Protokolleinrichtung auszugeben.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Prozessor ausgebildet ist, den mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehr an die Protokolleinrichtung auszugeben.

In einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Netztrenneinrichtung ausgebildet ist, das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk physisch zu trennen. Dadurch wird zum Beispiel der technische Vorteil bewirkt, dass eine effiziente und sichere Trennung des Stellwerks von dem Kommunikationsnetzwerk bewirkt ist.

Das physische Trennen umfasst beispielsweise ein physisches Trennen einer Kommunikationsverbindung zwischen dem Netzwerk- TAP und dem Stellwerk.

Beispielsweise umfasst das physische Trennen ein Öffnen eines Schalters, der in einer Kommunikationsverbindung zwischen dem Kommunikationsnetzwerk und dem Stellwerk, beispielsweise zwischen dem Netzwerk-TAP und dem Stellwerk, geschaltet ist.

In einer anderen Ausführungsform ist eine Kommandoeinspeiseeinrichtung zum Einspeisen eines Testkommandos in den einge- henden Netzwerkverkehr vorgesehen, um den Prozessor zu testen, wobei der Prozessor ausgebildet ist, bei Erkennung des Testkommandos im Rahmen des Prüfens des mitgelesenen einge ¬ henden Netzwerkverkehrs keine Ansteuerung der Netztrennein- richtung derart durchzuführen, dass die Netztrenneinrichtung das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk trennt.

Dadurch wird insbesondere der technische Vorteil bewirkt, dass ein effizientes Testen des Prozessors ermöglicht ist.

Das heißt also insbesondere, dass eine Erkennung des Testkom ¬ mandos in dem eingehenden Netzwerkverkehr keine Trennung des Stellwerks von dem Kommunikationsnetzwerk zur Folge hat. In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Kommandoeinspeiseeinrichtung ausgebildet ist, das Testkommando in vorbestimmten Zeitintervallen einzuspeisen.

Dadurch wird zum Beispiel der technische Vorteil bewirkt, dass der Prozessor effizient auch über einen längeren Zeitraum getestet werden kann.

Ein solch vorbestimmtes Zeitintervall wird beispielsweise in Abhängigkeit der Anforderungen der Applikation gewählt. Bei- spielsweise ist vorgesehen, dass das Testkommando ein Mal pro Sekunde oder ein Mal pro Minute oder ein Mal pro Stunde ein ¬ gespeist wird. Beispielsweise wird das Zeitintervall von ei ¬ nem offiziellen Prüfer vorgegeben. In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Prozessor ausgebildet ist, bei Erkennung des Testkommandos im Rahmen des Prüfens des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs ei ¬ ne Erfolgsnachricht an die Kommandoeinspeiseeinrichtung zu senden, dass das Testkommando erkannt wurde, wobei die Kom- mandoeinspeiseeinrichtung ausgebildet ist, bei Ausbleiben einer Erfolgsnachricht nach Einspeisen des Testkommandos die Netztrenneinrichtung derart anzusteuern, dass die

Netztrenneinrichtung das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk trennt.

Dadurch wird zum Beispiel der technische Vorteil bewirkt, dass ein Fehler in dem Prozessor, der zu einem Nicht-Erkennen des Testkommandos führt, keine sicherheitskritischen Auswir- kungen auf einen Betrieb des Stellwerks hat. Dies deshalb, da in einem solchen Fall, also wenn eine Erfolgsnachricht aus ¬ bleibt, das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk getrennt wird .

Dadurch, dass gemäß dieser Ausführungsform die Netztrenneinrichtung mittels der Kommandoeinspeiseeinrichtung entsprechend angesteuert wird, um das Stellwerk von dem Kommunikati ¬ onsnetzwerk zu trennen, wird insbesondere der technische Vor- teil bewirkt, dass bei einem Fehler im Prozessor das Stell ¬ werk dennoch von dem Kommunikationsnetzwerk getrennt werden kann .

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Vorrichtung zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehende Netzwerkverkehrs ausgebildet ist, das Verfahren zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs aus- oder durchzuführen.

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Verfahren zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs mittels der Vorrichtung zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs aus- oder durchgeführt wird. Nach einem weiteren Aspekt ist eine Eisenbahnbetriebsanlage bereitgestellt, welche das Stellwerk und die Vorrichtung zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs umfasst.

Technische Funktionalitäten der Vorrichtung ergeben sich analog aus entsprechenden technischen Funktionalitäten des Verfahrens und umgekehrt. Das heißt also beispielsweise, dass sich Vorrichtungsmerkmal aus entsprechenden Verfahrensmerkmalen und umgekehrt ergeben

Nach einer Ausführungsform umfasst das Verfahren, dass das Mitlesen des über das Kommunikationsnetzwerk an das Stellwer eingehenden Netzwerkverkehrs mittels des Netzwerk-TAPs durch geführt wird.

Gemäß einer Ausführungsform des Verfahrens ist vorgesehen, dass der mitgelesene eingehende Netzwerkverkehr an den Pro ¬ zessor ausgegeben wird, beispielsweise mittels des Netzwerk- TAPs .

Nach einer Ausführungsform des Verfahrens ist zum Prüfen des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs vorgesehen, einen vom mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehr umfassten Kommandostrom auf unerlaubte Kommandos zu überprüfen und bei ei nem Erkennen eines unerlaubten Kommandos die Netztrenneinrichtung derart anzusteuern, dass die Netztrenneinrichtung das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk trennt.

In einer Ausführungsform des Verfahrens ist zum Überprüfen des Kommandostroms vorgesehen, dass Kommandos des Kommando ¬ stroms mit Referenzkommandos einer Negativkommandoliste ver ¬ glichen werden, um unerlaubte Kommandos zu erkennen.

In einer Ausführungsform des Verfahrens ist ein Protokollie ¬ ren des mitgelesenen Netzwerkverkehrs vorgesehen.

In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens ist vorgese hen, dass das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk physisch getrennt wird.

In einer Ausführungsform des Verfahrens ist vorgesehen, dass das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk mittels der Netztrenneinrichtung physisch getrennt wird. Gemäß einer Ausführungsform des Verfahrens ist ein Einspeisen eines Testkommandos in den eingehenden Netzwerkverkehr vorgesehen, um den Prozessor zu testen, wobei bei Erkennung des Testkommandos mittels des Prozessors im Rahmen des Prüfens des mitgelesenen eingehenden Netzwerkstroms der Prozessor keine Ansteuerung der Netztrenneinrichtung derart durchführt, dass die Netztrenneinrichtung das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk trennt. In einer Ausführungsform des Verfahrens ist vorgesehen, dass der Prozessor bei Erkennung des Testkommandos im Rahmen des Prüfens des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs eine Erfolgsnachricht an die Kommandoeinspeiseeinrichtung sendet, dass das Testkommando erkannt wurde, wobei die Kommandoein- Speiseeinrichtung bei Ausbleiben einer Erfolgsnachricht nach Einspeisen des Testkommandos die Netztrenneinrichtung derart ansteuert, dass die Netztrenneinrichtung das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk trennt. In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Kommandoeinspeiseeinrichtung ausgebildet ist, bei Ausbleiben der Erfolgsnachricht nach Einspeisen des Testkommandos nach Ablauf einer vorbestimmten Zeitdauer die Netztrenneinrichtung derart anzusteuern, dass die Netztrenneinrichtung das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk trennt.

Das heißt also insbesondere, dass nach dieser Ausführungsform vorgesehen ist, dass die Kommandoeinspeiseeinrichtung den Ablauf der vorbestimmten Zeitdauer abwartet nach Einspeisen des Testkommandos, bevor die Netztrenneinrichtung derart ange ¬ steuert wird, dass die Netztrenneinrichtung das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk trennt, wenn die Erfolgsnachricht ausbleibt . Wie lange mit dem Trennen nach dem Ausbleiben der Erfolgsnachricht abgewartet wird, hängt beispielsweise von der Im ¬ plementierung, also vom konkreten Einzelfall, ab. Wenn beispielsweise sichergestellt werden kann, dass innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls (der vorbestimmten Zeitdauer) unter allen möglichen Betriebsbedingungen eine Antwort erfolgen müsste, ist gemäß einer Ausführungsform vorgesehen, dass die Netztrenneinrichtung unmittelbar nach Ablauf des bestimmten Zeitintervalls derart angesteuert wird, dass die

Netztrenneinrichtung das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk trennt, wenn die Erfolgsnachricht ausbleibt

Gemäß einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Stell- werk über einen VPN-Router mit dem Kommunikationsnetzwerk verbunden ist respektive verbindbar ist.

Das heißt also insbesondere, dass gemäß einer Ausführungsform ein VPN-Router für eine Verbindung des Stellwerks mit dem Kommunikationsnetzwerk vorgesehen ist. Das Stellwerkt ist beispielsweise mit dem VPN-Router verbunden.

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Netzwerk- TAP zwischen dem VPN-Router und dem Stellwerk geschaltet ist.

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass ein Computer eines Kontrollzentrums der Eisenbahnbetriebsanlage über das Kommunikationsnetzwerk mit dem Stellwerk verbindbar ist respektive verbunden ist.

Das heißt also beispielsweise, dass gemäß einer Ausführungs ¬ form ein Computer eines Kontrollzentrums der Eisenbahnbe ¬ triebsanlage vorgesehen ist. In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Computer des Kontrollzentrums der Eisenbahnbetriebsanlage über einen weiteren VPN-Router mit dem Kommunikationsnetzwerk verbunden ist respektive verbindbar ist. Das heißt also insbesondere, dass gemäß einer Ausführungsform ein weiterer VPN-Router für eine Verbindung des Computers des Kontrollzentrums mit dem Kommunikationsnetzwerk vorgesehen ist. Der Computer ist beispielsweise mit dem weiteren VPN- Router verbunden.

Das Kommunikationsnetzwerk umfasst gemäß einer Ausführungs- form das Internet.

In einer Ausführungsform umfasst das Kommunikationsnetzwerk ein Mobilfunknetz. Der Computer des Kontrollzentrums ist gemäß einer Ausfüh ¬ rungsform als eine Workstation, beispielsweise als eine Be- dien-Workstation, ausgebildet.

Über den Computer des Kontrollzentrums der Eisenbahnbetriebs- anläge wird beispielsweise oder kann beispielsweise vorgege ¬ ben werden, welchen Zustand die Signale der Eisenbahnbe ¬ triebsanlage aufweisen sollen respektive welchen Zustand res ¬ pektive Position eine Weiche der Eisenbahnbetriebsanlage ha ¬ ben soll respektive wird mittels des Computers eine Fahrt- freigäbe vorgegeben. Zu den möglichen Meldungen eines Stellwerks gehören u.a. Frei- und Belegtmeldungen von Gleisab ¬ schnitten und/oder Flankenschutz von Weichen.

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Kommando- ström in Form von PDS- und/oder SBS-Telegrammen übertragen wird .

Hierbei steht die Abkürzung "PDS" für "Prozess-Daten- Schnittstelle" .

Die Abkürzung "SBS" steht für "Standard-Bedien- Schnittstelle" .

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Kommando- ström ein Kommandostrom eines der folgenden Netzwerkprotokolle ist: SSH, SFTP, SMB . Ein unerlaubtes Kommando im Sinne der Beschreibung ist bei ¬ spielsweise eine Kommandofreigabe. Eine solche Kommandofrei ¬ gabe bewirkt im Stellwerk ein Aufheben von Systemzuständen respektive ein Übersteuern des Stellwerks. Das heißt also insbesondere, dass es mit dem Kommando "Kommandofreigabe" er ¬ möglicht ist, das Stellwerk zu übersteuern, um beispielsweise einen Zugbetrieb mit eingeschränkter Sicherheit fortführen zu können, sofern es beispielsweise eine Störung im Stellwerk gegeben hat, die zu einer Blockade geführt hat.

Ein Beispiel für eine solche Kommandofreigabe ist der Fall, dass, obwohl ein Signal „rot" anzeigt, ein Fahrbefehl an den Zugführer ausgegeben wird oder eine Einfahrt in einen Gleisabschnitt freigegeben wird, obwohl der Gleisabschnitt bereits als besetzt angezeigt wird. Dieser Fahrbefehl entspricht hier der Kommandofreigabe. Es wird also die Sicherheitsüberwachung außer Kraft gesetzt.

Ursachen für die Notwendigkeit einer solchen Kommandofreigabe sind beispielsweise defekte Gleisfreimeldungen, die von einem Bediener an einer Workstation mittels KF-Kommando (KF = Kommandofreigabe) gesondert kommandiert und im Stellwerk über ¬ steuert werden. Gemäß einer Ausführungsform umfasst eine Vorrichtung zum

Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs das Stellwerk. In einer Ausführungsform umfasst eine Vorrichtung zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs nicht das Stellwerk. In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass nach Ablauf einer weiteren vorbestimmten Zeitdauer das Stellwerk wieder mit dem Kommunikationsnetzwerk verbunden wird. Bei Kommandoströmen gemäß PDS, SBS ist die weitere vorbestimmte Zeitdauer beispielsweise größer als 1 Minute, beispielsweise größer als 2 Minuten. Innerhalb dieser weiteren vorbestimmten Zeitdauer muss gemäß einer Ausführungsform eine KF Handlung abgeschlossen sein, ansonsten wird diese als ungültig erkannt.

Das heißt also beispielsweise, dass die Netztrenneinrichtung ausgebildet ist, nach Ablauf einer weiteren vorbestimmten Zeitdauer das Stellwerk wieder mit dem Kommunikationsnetzwerk zu verbinden.

Das heißt also beispielsweise, dass der Prozessor ausgebildet ist, die Netztrenneinrichtung nach Ablauf einer weiteren vorbestimmten Zeitdauer derart anzusteuern, dass diese das

Stellwerk mit dem Kommunikationsnetzwerk wieder verbindet.

Nach einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die

Netztrenneinrichtung ausgebildet ist, das Stellwerk reversibel von dem Kommunikationsnetzwerk zu trennen. In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die

Netztrenneinrichtung ausgebildet ist, das Stellwerk irreversibel von dem Kommunikationsnetzwerk zu trennen.

Um also beispielsweise bei einer irreversiblen Trennung mit- tels der Netztrenneinrichtung das Stellwerk wieder mit dem

Kommunikationsnetzwerk zu verbinden, muss beispielsweise die Netztrenneinrichtung ausgetauscht werden.

Die Formulierung „respektive" umfasst insbesondere die Formu- lierung „und/oder".

Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusam- menhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert werden, wobei FIG 1 eine erste Vorrichtung zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikati ¬ onsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs, FIG 2 eine zweite Vorrichtung zum Überwachen eines an ein

Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikati ¬ onsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs,

FIG 3 eine dritte Vorrichtung zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikati ¬ onsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs und

FIG 4 ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs zeigen .

Im Folgenden können für gleiche Merkmale gleiche Bezugszei- chen verwendet werden.

FIG 1 zeigt eine erste Vorrichtung 101 zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs.

Die erste Vorrichtung 101 umfasst: einen Netzwerk-TAP 103 zum Mitlesen des über das Kommunikationsnetzwerk an das Stellwerk eingehenden Netzwerkverkehrs und zum Ausgeben des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs an einen Prozessor 105 zum Prüfen des mitgelesenen eingehenden NetzWerkverkehrs ,

eine Netztrenneinrichtung 107 zum Trennen des Stellwerks von dem Kommunikationsnetzwerk,

wobei der Prozessor 105 ausgebildet ist, basierend auf einem Ergebnis des Prüfens des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs die Netztrenneinrichtung 107 derart anzusteuern, dass die Netztrenneinrichtung 107 das Stellwerk von dem Kommunikationsnetzwerk trennt.

FIG 1 zeigt weiter ein Stellwerk 109 einer Eisenbahnbetriebs- anläge (nicht weiter im Detail gezeigt) , welches über einen VPN-Router 111 mit einem Kommunikationsnetzwerk 113 verbunden ist .

Das Kommunikationsnetzwerk 113 ist gemäß einer Ausführungs- form das Internet.

Weiter zeigt die FIG 1 eine Bedien-Workstation 115 eines hier nicht weiter gezeigten Kontrollzentrums der Eisenbahnbe ¬ triebsanlage .

Die Bedien-Workstation 115 ist über einen weiteren VPN-Router 117 mit dem Kommunikationsnetzwerk 113 verbunden.

An dieser Stelle wird angemerkt, dass der weitere VPN-Router 117, das Internet als ein mögliches Kommunikationsnetzwerk

113 und der VPN-Router 111 gemäß einer Ausführungsform nicht zwingend erforderlich sind. Die Vorrichtung 101 ist gemäß ei ¬ ner Ausführungsform im lokalen Netz eines Kunden installiert und muss also beispielsweise nicht zwingend über das Internet und VPN-Router an das Stellwerk 109 angebunden sein.

Der Netzwerk-TAP 103 ist zwischen dem VPN-Router 111 und dem Stellwerk 109 geschaltet. Weiter ist die Netztrenneinrichtung 107 zwischen dem Netzwerk-TAP 103 und dem Stellwerk 109 geschaltet.

Eine beispielhafte Funktionsweise der ersten Vorrichtung 101 wird nachfolgend beschrieben:

Der Netzwerk-TAP 103 liest einen Kommandostrom, der vom VPN- Router 111 an das Stellwerk 109 gesendet wird, mit und gibt den mitgelesenen Kommandostrom an den Prozessor 105 aus. Der Netzwerk-TAP 103 liest also den an das Stellwerk 109 eingehenden Netzwerkverkehr (Kommandostrom) mit.

Der Prozessor 105 überprüft den Kommandostrom, der gemäß ei- ner Ausführungsform in Form von PDS- und/oder SBS-Telegrammen übertragen wird, auf unerlaubte Kommandos respektive uner ¬ laubte Kommandosequenzen respektive unerlaubte Kommandotypen, beispielsweise eine Kommandofreigabe. Erkennt der Prozessor 105 einen solchen Kommandotyp respekti ¬ ve Kommandosequenz respektive ein unerlaubtes Kommando, steu ¬ ert der Prozessor 105 die Netztrenneinrichtung 107 derart an, dass die Netztrenneinrichtung 107 die Netzwerkverbindung zwischen dem Netzwerk-TAP 103 und dem Stellwerk 109 trennt.

Dadurch wird das Stellwerk 109 von dem Kommunikationsnetzwerk 113 getrennt.

Üblicherweise ist es so, dass Bedienhandlungen, die unter Verwendung der Bedien-Workstation 115 vorgenommen werden und sich auf einen Zustand eines Eisenbahnabschnitts (nicht ge ¬ zeigt) der Eisenbahnbetriebsanlage auswirken, durch das

Stellwerk 109, das für die Sicherheit die Verantwortung übernimmt, überwacht werden, bevor eine Änderung an Signalen respektive Fahrstraßen respektive Fahrtfreigaben stattfindet. Dies gilt üblicherweise für alle Kommandos bis auf die, die mit "Kommandofreigabe" bezeichnet werden. Solche Kommandos übersteuern das Stellwerk 109.

Durch das Vorsehen solcher „Kommandofreigaben" soll es im Fall einer Störung möglich sein, einen Zugbetrieb mit eingeschränkter Sicherheit fortzuführen und gegebenenfalls Systemzustände im Stellwerk 109 aufzuheben, die zu einer Blockade geführt haben. Dadurch können allerdings Sicherheitsfunktionen, die im

Stellwerk 109 eingebaut sind, umgangen werden, was eine erhöhte Gefährdung im Fall einer willentlichen oder unbeabsichtigten Fehlbedienung darstellen kann. Dies gilt beispielswei- se vor allem dann, wenn solche Kommandos über eine Fernbedie ¬ nung willentlich oder unwillentlich ausgelöst werden können.

Da jedoch die Fernverbindung, also beispielsweise die Verbin- dung zwischen der Bedien-Workstation 115 und dem Stellwerk

109 lediglich für eine Lageüberwachung eingerichtet respekti ¬ ve ausgebildet wird respektive ist und insbesondere nicht für eine Ausführung von Kommandofreigabebefehlen vorgesehen ist, gilt es zu verhindern, dass Kommandierungen des Typs "Komman- dofreigabe" entweder vollständig respektive mindestens deren Wirkung unterbunden werden. Hierbei ist insbesondere darauf zu achten, dass eine Überwachungseinrichtung nicht außer Funktion gesetzt wird. Im Zuge einer neuen Sicherheitsgesetzgebung werden hier hohe zusätzliche Schutzmaßnahmen und zur gleichen Zeit aber von Kundenseite neue Funktionalitäten eingefordert. Dieser Situa ¬ tion von zwei sich widersprechenden Anforderungen wird mit dem erfindungsgemäßen Konzept Rechnung getragen.

Dies deshalb, da über den Netzwerk-TAP 103 der Kommandostrom, der beispielsweise von der Bedien-Workstation 115 über das Kommunikationsnetzwerk 113 an das Stellwerk 109 gesendet wird, mitgelesen und an den Prozessor 105 zwecks Prüfen aus- gegeben wird. Der Prozessor 105 kann somit in vorteilhafter Weise diesen Kommandostrom auf Kommandos des Typs "Kommando ¬ freigabe" überprüfen und bei einer Erkennung eines solchen Kommandos die Netztrenneinrichtung 107 aktivieren. Dadurch wird also insbesondere der technische Vorteil be ¬ wirkt, dass durch eine entsprechend willentliche oder unbeab ¬ sichtigte Fehlbedienung keine erhöhte Gefährdung stattfindet, zumindest kann ein entsprechendes Risiko reduziert werden. Dadurch, dass der Netzwerk-TAP 103 im Netzwerk nicht sichtbar ist, kann dieser nicht angegriffen werden und gegebenenfalls außer Funktion gesetzt werden. Somit kann das Stellwerk 109 über das Kommunikationsnetzwerk 113 erreichbar sein, was beispielsweise von Kundenseite ein ¬ gefordert wird. Zur gleichen Zeit werden aber auch hier von der neuen Sicherheitsgesetzgebung geforderte zusätzliche Schutzmaßnahmen effizient umgesetzt.

Somit können erfindungsgemäß zwei sich eigentlich widerspre- chende Anforderungen dennoch erfüllt werden.

FIG 2 zeigt eine zweite Vorrichtung 201 zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs.

Die zweite Vorrichtung 201 ist im Wesentlichen analog zur ersten Vorrichtung 101 gemäß FIG 1 ausgebildet.

Zusätzlich zu der Vorrichtung 101 gemäß FIG 1 umfasst die zweite Vorrichtung 201 eine Protokolleinrichtung 205 zum Protokollieren des mitgelesenen Netzwerkverkehrs.

Der Netzwerk-TAP 103 ist insofern ausgebildet, den mitgelese ¬ nen Netzwerkverkehr an die Protokolleinrichtung 205 auszuge- ben.

Die weiteren in FIG 2 gezeigten Elemente und deren Funktions ¬ weise sind identisch zu den in FIG 1 gezeigten Elementen respektive deren Funktionsweisen. Auf die vorstehend gemachten Ausführungen wird zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen .

Mittels der Protokolleinrichtung 205 ist es in vorteilhafter Weise ermöglicht, auch zu einem späteren Zeitpunkt nachweisen zu können, ob der Kommandostrom unerlaubte Kommandos umfass- te . Beispielsweise ist vorgesehen, dass die Protokolleinrichtung 205 ausgebildet ist, eine Trennung des Stellwerks 109 von dem Kommunikationsnetzwerk 113 zu protokollieren. Ein Protokollieren umfasst beispielsweise ein Speichern.

FIG 3 zeigt eine dritte Vorrichtung 301 zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs.

Die dritte Vorrichtung 301 ist im Wesentlichen analog zur zweiten Vorrichtung 201 gemäß FIG 2 ausgebildet.

Zusätzlich zu der in FIG 2 gezeigten zweiten Vorrichtung 201 umfasst die dritte Vorrichtung 301 gemäß FIG 3 noch eine Kom ¬ mandoeinspeiseeinrichtung 303 zum Einspeisen eines Testkommandos in den eingehenden Netzwerkverkehr, um den Prozessor 105 zu testen. Gemäß dieser Ausführungsform ist der Prozessor 105 dann ausgebildet, bei Erkennung des Testkommandos im Rahmen des Prü ¬ fens des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs keine An- steuerung der Netztrenneinrichtung 107 derart durchzuführen, dass die Netztrenneinrichtung 107 das Stellwerk 109 von dem Kommunikationsnetzwerk 113 trennt.

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die dritte Vorrichtung 301 nicht die Protokolleinrichtung 205 umfasst. Gemäß dieser Ausführungsform ist dann die dritte Vorrichtung 301 im Wesentlichen analog zur ersten Vorrichtung 101 gemäß FIG 1 ausgebildet. Gemäß dieser Ausführungsform umfasst dann die dritte Vorrichtung 301 zusätzlich zu der in FIG 1 gezeigten ersten Vorrichtung 101 die Kommandoeinspeiseeinrichtung 303.

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Prozessor 105 ausgebildet ist, bei Erkennung des Testkommandos im Rah ¬ men des Prüfens des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs eine Erfolgsnachricht an die Kommandoeinspeiseeinrichtung 303 zu senden, dass das Testkommando erkannt wurde, wobei die Kommandoeinspeiseeinrichtung 303 ausgebildet ist, bei Ausbleiben einer Erfolgsnachricht nach Einspeisen des Testkom- mandos, insbesondere bei Ausbleiben einer Erfolgsnachricht nach Einspeisen des Testkommandos nach Ablauf einer vorbe ¬ stimmten Zeitdauer, beispielsweise maximal 3 s, die

Netztrenneinrichtung 107 derart anzusteuern, dass die

Netztrenneinrichtung 107 das Stellwerk 109 von dem Kommunika- tionsnetzwerk 113 trennt.

Gemäß einer Ausführungsform umfasst eine Vorrichtung zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkver- kehrs das Stellwerk.

In einer Ausführungsform umfasst eine Vorrichtung zum Überwachen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs nicht das Stellwerk.

FIG 4 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Überwa ¬ chen eines an ein Stellwerk einer Eisenbahnbetriebsanlage über ein Kommunikationsnetzwerk eingehenden Netzwerkverkehrs, umfassend die folgenden Schritte:

Mitlesen 401 des über das Kommunikationsnetzwerk an das

Stellwerk eingehenden Netzwerkverkehrs,

Prüfen 403 des mitgelesenen eingehenden Netzwerkverkehrs, Trennen 405 des Stellwerks von dem Kommunikationsnetzwerk ba- sierend auf einem Ergebnis des Prüfens des mitgelesenen ein ¬ gehenden Netzwerkverkehrs.

Nach einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das in FIG 4 gezeigte und beschriebene Verfahren mittels einer der drei Vorrichtungen 101, 201, 303 durch- oder ausgeführt wird.

Das heißt also beispielsweise, dass das Mitlesen 401 mittels des Netzwerk-TAPs 103 durchgeführt wird. Der Netzwerk-TAP 103 gibt beispielsweise den mitgelesenen Netzwerkverkehr an den Prozessor 105 aus.

Das Prüfen 403 wird beispielsweise mittels des Prozessors 105 durchgeführt .

Das Trennen 405 wird beispielsweise mittels der Netztrennein ¬ richtung 107 durchgeführt. Hierfür steuert der Prozessor 105 die Netztrenneinrichtung 107 entsprechend an.

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass nach Ablauf einer vorbestimmten Zeitdauer das Stellwerk 109 wieder mit dem Kommunikationsnetzwerk 113 verbunden wird.

Das heißt also beispielsweise, dass die Netztrenneinrichtung 107 ausgebildet ist, nach Ablauf einer vorbestimmten Zeitdau ¬ er das Stellwerk 109 wieder mit dem Kommunikationsnetzwerk 113 zu verbinden.

Das heißt also beispielsweise, dass der Prozessor 105 ausge ¬ bildet ist, nach Ablauf einer vorbestimmten Zeitdauer das Stellwerk 109 mit dem Kommunikationsnetzwerk 113 zu verbinden .

Nach einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die

Netztrenneinrichtung 107 ausgebildet ist, das Stellwerk 109 reversibel von dem Kommunikationsnetzwerk 113 zu trennen.

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die

Netztrenneinrichtung 107 ausgebildet ist, das Stellwerk 109 irreversibel von dem Kommunikationsnetzwerk 113 zu trennen.

Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen .