Reiter, Ulrich (Rehmstrasse 55, Osnabrück, 49074, DE)
Geyer, Christoph (Zelterstrasse 11, Osnabrück, 49076, DE)
Triquet, Christian (Feldstrasse 22, Bissendorf, 49143, DE)
Konczalla, Matthias (Wilhelm-Kelch-Strasse 83, Osnabrück, 49090, DE)
Melcher, Walter (Tulpenweg 11, Tecklenburg, 49545, DE)
Reiter, Ulrich (Rehmstrasse 55, Osnabrück, 49074, DE)
Geyer, Christoph (Zelterstrasse 11, Osnabrück, 49076, DE)
Triquet, Christian (Feldstrasse 22, Bissendorf, 49143, DE)
Konczalla, Matthias (Wilhelm-Kelch-Strasse 83, Osnabrück, 49090, DE)
| 1. | Leitungsrohr zum Transport von Medien, das aus einem metallischen Kernrohr (2) und einer Ummantelung (5) aus einem thermoplastischen Kunststoff besteht, dadurch gekennzeichnet, dass die Ummantelung (5) aus einem Kunststoff aus der Gruppe der Polyolefine mit funktionalen Gruppen gebildet ist, wobei das Verhältnis der Dicke (D1) der Wand (6) der Ummantelung (5) zur Dicke (D) der Wand (4) des Kernrohrs (2) 2:1 bis 14:1 und das Verhältnis der Dicke (D) der Wand (4) des Kernrohrs (2) zu seinem Innendurchmesser (ID) 0,01 bis 0,05 beträgt. |
| 2. | Leitungsrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeicnnet, dass das Verhältnis der Dicke (D1) der Wand (6) der Ummantelung (5) zur Dicke (D) der Wand (4) des Kernrohrs (2) 3:1 bis 7:1 beträgt. |
| 3. | Leitungsrohr nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kernrohr (2) aus Kupfer oder einer Kupferlegierung besteht. |
| 4. | Leitungsrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kernrohr (2) aus Kupfer oder einer Kupfer¬ legierung auf seiner äußeren Oberfläche (3) verzinnt ist. |
| 5. | Leitungsrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kernrohr (2) aus Metall auf seiner äußeren Oberfläche (3) mit die Ankoppelung an die Metalloberfläche verbessernden Reagenzien vorbehandelt ist. |
| 6. | Leitungsrohr nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Basis der Reagenzien Benzotriazol ist. |
| 7. | Leitungsrohr nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kernrohr (2) aus Edelstahl besteht. |
| 8. | Leitungsrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 3, d ad u rch g e ke n n ¬ zeichnet, dass das Kernrohr (2) auf seiner inneren Oberfläche verzinnt ist. |
| 9. | Leitungsrohr nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeich net, dass das Kernrohr (2) iängsgeschweißt ist. |
| 10. | Leitungsrohr nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Kernrohr (2) längsgeschweißt ist. |
Die Erfindung betrifft ein Leitungsrohr zum Transport von Medien gemäß den Merk¬ malen im Oberbegriff des Anspruchs 1.
Ein solches Leitungsrohr zählt durch die EP 0 762 041 B1 zum Stand der Technik. Das metallische Kernrohr besteht hierbei aus Kupfer. Die Ummantelung wird aus einem thermoplastischen Kunststoff wie Polyethylen gebildet. Die Wanddicke des Kernrohrs beträgt bei einem im Bereich von 10 mm bis 22 mm liegenden Außen¬ durchmesser 0,5 mm bis 1 mm. Die Wanddicke der Ummantelung kann zwischen 0,3 mm und 1 ,5 mm liegen.
Das bekannte Leitungsrohr wird insbesondere für Fußbodenheizungssysteme einge¬ setzt.
Obgleich das bekannte Leitungsrohr Eingang in die Praxis gefunden hat, haftet ihm die Eigenschaft an, dass das Kernrohr eine vergleichsweise große Wanddicke auf¬ weisen muss, damit es ohne quer einzuknicken mit den gewünschten Radien gebo¬ gen werden kann. Die zulässigen Biegeradien hängen im Wesentlichen von dem Verhältnis der Wanddicke des Kernrohrs zu seinem Außendurchmesser ab. Die Wanddicke des Kernrohrs bedingt dann z.B. bei einem Fußbodenheizungssystem einen großen Anteil an edlem Kupfer, wodurch nicht nur die Materialkosten, sondern auch das Gewicht eines zu handhabenden, insbesondere als Coil bereit gestellten, Leitungsrohrs merklich erhöht werden. Das Handling eines solchen Coils ist schwie¬ rig und das Biegen des Leitungsrohrs erfordert außerdem hohe Biegekräfte. Als weitere Eigenart des bekannten Leitungsrohrs ist anzumerken, dass die thermo¬ plastische Ummantelung das Kernrohr lediglich umhüllt und mit diesem nicht anhaf¬ tend verbunden ist. Wenn die Enden zweier Leitungsrohre verbunden werden müs¬ sen, ist es erforderlich, hier die Ummantelung zu entfernen. Insbesondere bei erd¬ verlegten Leitungsrohren kann dann außerdem im Verbindungsbereich Feuchtigkeit zwischen das Kernrohr und die Ummantelung gelangen und dadurch Korrosionen herbeiführen.
Der Erfindung liegt - ausgehend vom Stand der Technik - die Aufgabe zugrunde, ein Leitungsrohr zum Transport von Medien zu schaffen, bei welchem der Einsatz an Kupfer deutlich reduziert und die Handhabbarkeit bei seiner Verlegung erleichtert werden kann.
Diese Aufgabe wird mit den im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
Ein wesentliches Konstruktionsmerkmal besteht darin, dass nunmehr zur Bildung der Ummantelung gezielt ein Kunststoff aus der Gruppe der Polyolefine mit funktionalen Gruppen verwendet wird. Unpolare Werkstoffe, wie Polyolefine, gehen keine adhe- sive Verbindungen mit anderen Werkstoffen, wie z.B. Metallen, ein. Durch die Ein¬ bindung geeigneter funktionaler Gruppen, die bei erhöhten Temperaturen mit der, polaren Oberflächen reagieren und hohe chemische Bindungskräfte bilden, wird er¬ reicht, dass die Ummantelung eine adhesive Verbindung mit der Oberfläche des Kemrohrs eingeht. Durch den kraftschlüssigen Verbund der Ummantelung mit dem Kernrohr wird ein Leitungsrohr mit großer Widerstandskraft gegenüber äußerer me¬ chanischer Einwirkung und mit besonders guter Biegbarkeit geschaffen. Außerdem werden hierdurch ein guter Wärmeübergang sowie eine hohe Korrosionsbeständig¬ keit gewährleistet Durch die gezielte Wanddickenbemessung der Ummantelung und des Kernrohrs so¬ wie durch die Einstellung des Verhältnisses der Dicke der Wand des Kernrohrs zu seinem Innendurchmesser wird ein gutes Biegeverhalten erreicht, weil das plastische und elastische Verhalten der verwendeten Werkstoffe in ein bestimmtes Verhältnis gebracht werden kann. Die äußerst geringe Dicke der Wand des Kernrohrs zwischen 0,15 mm und 0,5 mm führt zu einer deutlichen Verringerung des Gesamtgewichts, wodurch große Coillängen handhabbar sind. Größere Coillängen bedeuten, z.B. bei der Verlegung von Fußbodenheizungssystemen, weniger Verbindungsstellen und damit auch weniger Restlängen. Das Leitungsrohr kann problemlos, und zwar ohne zusätzliche Hilfsmittel, von Hand von einem Coil abgewickelt werden. Die Biegefä¬ higkeit ist exzellent mit nur geringen Rückstellkräften.
Die adhesive Verbindung der Ummantelung mit dem dünnwandigen Kernrohr ermög¬ licht es darüber hinaus, ein Leitungsrohr auf einfache Weise mit einer Trennzange oder einer Trennschere spanlos abzuteilen. Ein Verquetschen mit Veränderung des Querschnitts wird sicher unterbunden.
Es gelangen bevorzugt Kernrohre mit einem Außendurchmesser zwischen 10 mm und 22 mm und einer Wanddicke zwischen 0,15 mm und 0,5 mm zum Einsatz. Die Ummantelung kann hierbei eine Wanddicke zwischen 1 ,0 mm und 2,5 mm aufwei¬ sen.
Schließlich wäre noch anzuführen, dass das erfindungsgemäße Leitungsrohr recyclefähig ist, weil kein vernetztes Polyolefin zum Einsatz gelangt.
Das erfindungsgemäße Leitungsrohr kann als Trinkwasser-, Fußboden- oder Hei¬ zungsrohr bei der Hausinstallation eingesetzt werden. Denkbar ist auch eine Ver¬ wendung für Bewässerungsanlagen. Ferner kann es bei Wärmeaustauschern, Ver¬ dampfern und Verflüssigern eingesetzt werden. Darüber hinaus ist es möglich, das Leitungsrohr für den Transport von Gasen, Wasser, Öl oder Kältemittel einzusetzen. Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht in den Merkmalen des Anspruchs 2. Danach beträgt das Verhältnis der Dicke der Wand der Ummante- lung zur Dicke der Wand des Kernrohrs 3:1 bis 7:1.
Wenn gemäß Anspruch 3 das Kernrohr aus Kupfer oder einer Kupferlegierung be¬ steht, sind durch die Werkstoffpaarung Kupfer und Polyolefin geringe Wärmedurch¬ lasswiderstände gegeben, so dass der Einsatz des Leitungsrohrs zu Wärmeübertra¬ gungszwecken sehr effektiv ist. Das Kernrohr ist bevorzugt nahtlos gezogen.
Eine Weiterbildung sehen die Merkmale des Anspruchs 4 vor. Danach ist ein Kern¬ rohr aus Kupfer oder einer Kupferlegierung auf seiner äußeren Oberfläche verzinnt. Hiermit werden besonders gute Voraussetzungen für fest und dauernd haftende Ver¬ klebungen zwischen der Ummantelung und dem Kernrohr geschaffen.
Die Oberflächenhaftung kann auch dadurch verbessert werden, dass die äußere Oberfläche des Kernrohrs durch Beizen und anschließendes Passivieren vorbehan¬ delt wird (Anspruch 5).
In diesem Zusammenhang gelangen entsprechend Anspruch 6 bevorzugt Reagen¬ zien auf Basis von Benzotriazol zum Einsatz.
Gernäß den Merkmaien des Anspruchs 7 ist es aber auch denkbar, dass das Kem- rohr aus Edelstahl besteht.
Wie in Anspruch 8 vorgesehen, ist auch eine Alternative denkbar, in der das Kernrohr auf seiner inneren Oberfläche verzinnt ist. Dieses auf der inneren Oberfläche verzinnte Rohr, kann nach Anspruch 10 auch längsgeschweißt sein.
Gemäß Anspruch 9 kann auch die nicht innenverzinnte Kernrohrvariante längsgeschweißt ausgestaltet sein.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausfüh¬ rungsbeispiels näher erläutert. Veranschaulicht ist ein Längenabschnitt eines Leitungsrohrs 1 , das zur Installation einer Fußbodenheizung verwendet wird.
Das Leitungsrohr 1 umfasst ein Kernrohr 2 aus einer Kupferlegierung. Die äußere Oberfläche 3 des Kernrohrs 2 ist verzinnt.
Die Dicke D der Wand 4 des Kernrohrs 2 beträgt 0,3 mm. Sein Außendurchmesser AD beläuft sich auf 12 mm, so dass der Innendurchmesser ID 11 ,4 mm beträgt.
Auf das Kemrohr 2 ist eine Ummantelung 5 aufgebracht, die aus einem Kunststoff aus der Gruppe der Polyolefine mit funktionalen Gruppen gebildet ist. Dadurch geht die Ummantelung 5 eine adhäsive Verbindung mit der äußeren Oberfläche 3 des Kernrohrs 2 ein. Die Dicke Di der Wand 6 der Ummantelung 5 beträgt 2 mm.
Aufgrund dieser Abmessungen beträgt das Verhältnis der Dicke Di der Wand 6 der Ummantelung 5 zur Dicke D der Wand 4 des Kernrohrs 2 6,7:1 , während das Ver¬ hältnis der Dicke D der Wand 4 des Kernrohrs 2 zu seinem Innendurchmesser ID 0,03 beträgt. Bezugszeichen:
1 - Leitungsrohr 2 - Kernrohr v. 1 3 - Oberfläche v. 2 4 - Wand v. 2 5 - Ummantelung 6 - Wand v. 5
D - Dicke v. 4 AD - Außendurchmesser v. 2 ID - Innendurchmesser v. 2 D1 - Dicke v. 6
Next Patent: PNEUMATIC SPRING-VIBRATION DAMPER UNIT
