Heiseck, Ralf (Hausener Weg 66, Bad Dürkheim, 67098, DE)
Endres, Claus (Carl-Bosch-Ring 20, Frankenthal, 67227, DE)
Heiseck, Ralf (Hausener Weg 66, Bad Dürkheim, 67098, DE)
| 1. | Anschlussstutzen für Messgeräte zur Untersuchung eines in einer Rohrleitung strömenden Fluids, mit einem scheibenförmigen Einbauring (11), der zwei im we sentlichen planare Stirnflächen (12,12'), eine äußere Mantelfläche (13) und eine, eine axiale Durchgangsöffnung (15) definierende innere Mantelfläche (14) um fasst, wobei der Einbauring (11) wenigstens eine in die äußere Mantelfläche mündende radiale Bohrung (16) aufweist, an die ein Messgerät anschließbar ist. |
| 2. | Anschlussstutzen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser der axialen Durchgangsöffnung (15) des Einbaurings (11) im we sentlichen dem Innendurchmesser der Rohrleitung entspricht. |
| 3. | Anschlussstutzen gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeich net, dass der Einbauring (11) einen Außendurchmesser aufweist, der kleiner ist als der Außendurchmesser der beiden Verbindungsflansche der aneinander grenzenden Rohrleitungssegmente, zwischen denen der Einbauring (11) monier bar ist. |
| 4. | Anschlussstutzen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die radiale Bohrung (16) an der äußeren Mantelfläche (13) des Einbaurings (11) in ein Verbindungsrohr (17) übergeht. |
| 5. | Anschlussstutzen gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Mess gerät an das Verbindungsrohr (11) anschließbar ist. |
| 6. | Anschlussstutzen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die radiale Bohrung (16) in die innere Mantelfläche (14) des Einbaurings (11) mündet. |
| 7. | Anschlussstutzen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die radiale Bohrung (16) in einen von der inneren Mantelfläche (14) des Einbaurings (11) ausgehenden, in die axiale Durchgangsöffnung (15) ragenden Vorsprung (31) mündet. |
| 8. | Anschlussstutzen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Länge (L) des Einbaurings weniger als 20 mm, bevorzugt weniger als 15 mm und besonders bevorzugt weniger als 10 mm beträgt. |
| 9. | Messsonde mit einem Messgerät, das an einen Anschlussstutzen nach einem der Ansprüche 1 bis 8 angeschlossen ist. |
| 10. | Messsonde nach Anspruch 9, wobei das Messgerät ein Druckmesser oder ein Temperaturmesser. |
| 11. | Verwendung der Messsonde nach einem der Ansprüche 8 oder 9 in einem Ver fahren zur Herstellung von (Meth) acrylsäurealkylestern durch Umsetzung von (Meth) acrylsäure mit Alkanolen. |
In zahlreichen industriellen Prozessen, wie beispielsweise in der chemischen Industrie, in der Lebensmittelindustrie oder in der Umwelttechnik, werden Fluide, wie Flüssigkei- ten oder Gase, durch häufig sehr komplexe Rohrleitungssysteme gefördert. An vielen Stellen dieser Rohrleitungssysteme ist es beispielsweise aus Gründen der Prozess- überwachung oder-steuerung erforderlich, physikalische oder elektrochemische Pa- rameter der in den Rohrleitungen strömenden Fluide zu bestimmen. Beispielhaft seien die Messung von Temperatur, Druck, Strömungsgeschwindigkeit, pH-Wert oder spekt- roskopische Untersuchungen genannt.
Rohrleitungssysteme sind üblicherweise aus kürzeren Rohrsegmenten zusammenge- setzt, die über Flanschverbindungen, beispielsweise mittels sogenannter Vorschweiß- flansche, miteinander verbunden sind. Häufig ist es wegen Änderung der Prozesse, Modernisierung der Prozesssteuerung oder-überwachung oder wegen geänderter Umweltschutzauflagen erforderlich, in vorhandenen Rohrleitungssystemen neue Mess- stellen zu integrieren. Da die Geometrie des Rohrleitungssystems häufig nicht verän- dert werden soll, wird üblicherweise ein vorhandenes Rohsegment entfernt und durch ein neues Rohrsegment ersetzt, das im eigentlichen Leitungsverlauf zwar dem ur- sprünglichen Rohrsegment entspricht, aber darüber hinaus ein kurzes T-förmig ab- zweigendes Rohrstück aufweist, an dessen Abschlussflansch das jeweils erforderliche Messgerät, beispielsweise eine Temperatursonde oder ein Manometer, angeordnet ist.
Mit einem solchen Austausch des ursprünglichen Rohrsegmentes durch ein speziell angefertigtes Messrohrsegment sind nicht nur hohe Herstellungskosten, sondern auch messtechnische Nachteile verbunden. Das abzweigende Rohrstück für den Anschluss eines Messgerätes hat nämlich stets gewisses Totvolumen, was je nach untersuchter Messgröße zu einem entsprechend verzögerten Ansprechverhalten des Messgerätes führen kann. Eine optimierte Prozessüberwachung und-steuerung wird dadurch er- schwert.
Der Erfindung liegt daher das technische Problem zu Grunde, eine Messanordnung zur Bestimmung von physikalischen und elektrochemischen Parametern eines in einer Rohrleitung strömenden Fluids bereitzustellen, das kostengünstig herstellbar ist und mit geringem Arbeitsaufwand ohne Änderung der existierenden Konstruktion in bereits vorhandene Rohrleitungssysteme eingebaut werden kann. Dabei soll das neuartige Messsystem ein schnelles Ansprechen der Messgeräte auf Änderungen der untersuch- ten Fluidparameter gewährleisten.
Gelöst wird dieses technische Problem durch Bereitstellung eines neuartigen An- schlussstutzens für Messgeräte, der sich dadurch auszeichnet, dass er zwischen die Verbindungsflansche zweier aneinandergrenzenden Rohrsegmente eines Rohrlei- tungssystems eingebaut werden kann.
Gegenstand der Erfindung ist daher ein Anschlussstutzen für Messgeräte zur Untersu- chung eines in einer Rohrleitung strömenden Fluids, wobei der Messstutzen einen möglichst dünn ausgebildeten scheibenförmigen Einbauring aufweist, der zwei im We- sentlichen planare Stirnflächen, eine äußere Mantelfläche und eine innere Mantelfläche umfasst, wobei die innere Mantelfläche eine axiale Durchgangsöffnung des Einbau- rings definiert, die im eingebauten Zustand im wesentlichen kolinear mit den Durch- gangsöffnungen der Verbindungsflansche der angrenzenden Rohrsegmente ausgebil- det ist. Der Einbauring des erfindungsgemäßen Anschlussstutzens weist außerdem wenigstens eine in die äußere Mantelfläche mündende radiale Bohrung auf, an die von außen ein Messgerät anschließbar ist.
Der erfindungsgemäße Anschlussstutzen kann auf Grund seines flachen scheibenför- migen Einbaurings zwischen beliebige Verbindungsflansche eines Rohrleitungssys- tems integriert werden. Die Geometrie des Rohrleitungssystems ändert sich dabei praktisch nicht. Durch seinen einfachen konstruktiven Aufbau ist der Anschlussstutzen sehr kostengünstig herstellbar und es müssen keine vorhandenen Rohrleitungsseg- mente ausgetauscht werden. Der Montageaufwand ist nicht höher als bei einem Wechsel der Dichtungen zwischen den Verbindungsflanschen der Rohrsegmente.
Herstellungs-und Montagekosten des erfindungsgemäßen Anschlussstutzens betra- gen typischerweise weniger als ein Viertel der Herstellungs-und Montagekosten des herkömmlichen Austauschrohrsegmentes mit Messabzweigung. Die Montage des er- findungsgemäßen Anschlussstutzens ist sehr schnell möglich, da nur noch ein Teilast der Anlage kurzfristig überbrückt oder abgestellt werden muss und im Gegensatz zum früheren System keine vollständige Abstellung der gesamten Anlage mehr erforderlich ist. Der erfindungsgemäße Anschlussstutzen kann nämlich innerhalb weniger Minuten ohne Schweißarbeiten und ohne umfangreiche Umbauten installiert werden. Im Ge- gensatz zur früheren Technologie kann daher kein Funkenflug auftreten, so dass auch keine besonderen Maßnahmen zum Explosionsschutz getroffen werden müssen. We- gen des lokal eng begrenzten Eingriffs in die Konstruktion der Anlage kann der Einbau des neuen Anschlussstutzens üblicherweise auch ohne Gerüst und ohne umfangreiche Arbeiten an dem typischerweise vorhandenen Isolationssystem der Rohrleitungen er- folgen.
Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist außerdem darin zu sehen, dass die Messson- de nicht an ein vorhandenes Rohrsegment angeschweißt wird. Im Betrieb können näm- lich aufgrund von plötzlichen Laständerungen, Temperatur-und Druckschwankungen und ähnlichen Einflüssen Rohrschwingungen entstehen, die aufgrund der Hebelwir- kung des Messstutzens zu einer starken Belastung solcher Schweißverbindungen, bis hin zum Reißen von Scheißnähten, führen würden. Demgegenüber ist der erfindungs- gemäß vorgesehene Einbau des Anschlussstutzens mittels Flanschverbindungen ge- genüber dem Auftreten von Rohrschwingungen unkritisch, so dass die Betriebssicher- heit der Anlage erhöht ist.
Vorzugsweise entspricht der Durchmesser der axialen Durchgangsöffnung des Einbau- rings im Wesentlichen dem Innendurchmesser der Rohrleitung, wobei je nach Anwen- dungsfall beispielsweise auch geringfügig größere Durchmesser der Durchgangsöff- nung des Einbaurings bevorzugt sein können. So kann beispielsweise bei einem Nenndurchmesser (DN) des Rohrs von 25 mm ein Durchmesser der axialen Durch- gangsöffnung des Einbaurings von 29 mm gewählt werden, während beispielsweise bei einem DN 50-Rohr ein Durchmesser der Durchgangsöffnung von 56 mm bevorzugt sein kann.
Der Einbauring des erfindungsgemäßen Anschlussstutzens kann beispielsweise einen Außendurchmesser aufweisen, der im Wesentlichen dem Außendurchmesser der Ver- bindungsflansche der benachbarten Rohrsegmente entspricht. In diesem Fall sind in dem Einbauring Bohrung vorgesehen, die eine Durchführung der Verbindungsschrau- ben der Flansche der Rohrsegmente ermöglichen. Besonders bevorzugt weist der Ein- bauring aber einen Außendurchmesser auf, der kleiner ist als der Außendurchmesser von zwei aneinandergrenzenden Verbindungsflanschen der Rohrleitung, zwischen de- nen er eingebaut werden soll, so dass der Einbauring als Vollring ausgebildet sein kann, ohne die Schraubverbindung der Flansche zu stören.
Der Einbauring des Anschlussstutzens kann aus verschiedensten Materialien beste- hen, insbesondere aus solchen Materialien, die gegenüber den in der Rohrleitung ge- führten Fluiden beständig sind. Bevorzugt besteht der Einbauring des Anschlussstut- zens aus einem Edelstahl, wie beispielsweise dem Werkstoff 1.4571 nach DIN 17440 (V4A-Stahl). Der Einbauring kann aber auch aus einem weniger beständigen Material bestehen und auf seiner inneren Mantelfläche mit einer beständigen Schutzschicht, beispielsweise einer Keramikschicht oder einer Emailschicht versehen sein.
Das anzuschließende Messgerät kann an der Öffnung an der äußeren Mantelfläche des Einbaurings montiert werden, an der die radiale Bohrung in die äußere Mantelflä- che mündet. Da der Einbauring aber vorzugsweise einen geringeren Außendurchmes- ser als die Außendurchmesser der angrenzenden Flansche aufweist, geht die radiale Bohrung an der äußeren Mantelfläche des Einbaurings vorzugsweise in ein Verbin- dungsrohr über, das beispielsweise radial nach außen über den Rand der angrenzen- den Anschlussflansche hinausführt. Vorzugsweise ist das Messgerät an dieses Verbin- dungsrohr anschließbar. Zu diesem Zweck kann das Anschlussrohr an seinem freien Ende beispielsweise einen Gewindeanschluss oder in einen Schneidringanschluss ausweisen. Der Einbauring kann dann besonders schmal ausgeführt werden, so dass praktisch keine Beeinträchtigung der Geometrie des Rohrleitungssystems durch den Einbau des erfindungsgemäßen Anschlussstutzens gegeben ist. Vorzugsweise beträgt die axiale Länge des Einbaurings, also die Länge in Strömungsrichtung des Fluids, weniger als 20 mm, besonders bevorzugt weniger als 15 mm und ganz besonders be- vorzugt weniger als 10 mm.
Die Ausgestaltung der radialen Bohrung des Einbaurings wird bevorzugt in Abhängig- keit von der zu messenden Größe gewählt. Für Druckmessungen sieht man vorteilhaft vor, dass die radiale Bohrung in die innere Mantelfläche des Einbaurings mündet, so dass die Bohrung unmittelbar mit der axialen Durchgangsöffnung kommuniziert, die im eingebauten Zustand des Anschlussstutzens von dem zu untersuchenden Fluid durch- strömt wird. Für optische Untersuchungen kann die Mündung der radialen Bohrung in die innere Mantelfläche aber beispielsweise auch durch ein transparentes Fenster, beispielsweise ein Quarzfenster verschlossen sein. Die Bohrung kann auch so ausges- taltet sein, dass ein in die Bohrung eingesetzter Messkopf des Messgerätes bündig mit der inneren Mantelfläche des Einbaurings abschließt.
Gemäß einer anderen Variante des erfindungsgemäßen Anschlussstutzens kommuni- ziert die radiale Bohrung nicht mit der axialen Durchgangsöffnung. Beispielsweise kann man vorsehen, dass die radiale Bohrung in einen von der inneren Mantelfläche des Einbaurings ausgehenden, in die axiale Durchgangsöffnung ragenden Vorsprung mün- det. Dieser Vorsprung wird dann im Betrieb von dem zu untersuchenden Fluid um- strömt, so dass sich eine solche Ausführungsform beispielsweise zur Temperaturmes- sung besonders eignet. Dazu wird eine Temperatursonde in die radiale Bohrung ein- gesetzt und bis in den Vorsprung geführt. Die Temperatursonde steht in diesem Fall lediglich mit dem beispielsweise aus Edelstahl bestehenden Vorsprung in Kontakt und muss selbst nicht aus einem gegenüber dem zu untersuchenden Fluid beständigen Material bestehen.
Die Flansche des Einbaurings sind vorzugsweise gemäß den in DIN EN 1092-1 be- schriebenen Dichtformen ausgelegt. Besonders bevorzugt ist hier die"Dichtleiste Form C"der Norm. In den planaren Stirnflächen des Einbaurings, die im eingebauten Zu- stand mit den Verbindungsflanschen der aneinandergrenzenden Rohrsegmente in Kontakt stehen, können aber auch kreisförmige Nuten ausgespart sein, die einen oder mehrere Dichtungsringe enthalten.
Gegenstand der Erfindung ist außerdem eine Messsonde, die ein Messgerät umfasst, das an einen erfindungsgemäßen Anschlussstutzen angeschlossen ist. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Messgerät ein Druckmesser, beispielsweise ein Manometer, oder ein Temperaturmesser. Im Fall eines Temperaturmessers kann die axiale Länge des Einbaurings besonders gering sein und weniger als 10 mm, bei- spielsweise ca. 8 mm betragen. Im Fall eine Druckmessers liegt die bevorzugte axiale Länge des Einbaurings im Bereich von 10 bis 12 mm.
Die Erfindung kann in unterschiedlichsten Verfahren der industriellen Chemie einge- setzt werden, beispielsweise zur Herstellung von Weichmachern, Lösemitteln, Kataly- satoren, Aminen, Diolen, Carbonsäuren, Carboxi-und Farbstoffzwischenprodukten, Tensiden, Polymeren, Komplexbildnern, Wachsen, Bioziden, Galvanochemikalien,
Dispergiermitteln, Betonverflüssiger, Kfz-Chemikalien, Kraft-und Schmierstoffadditive, Alkylenoxide, Glykole, Pigmenten, Farben, Lacken und vielen anderen Produkten.
Besonders vorteilhaft wird der erfindungsgemäße Anschlussstutzen und die damit ver- sehene erfindungsgemäße Messsonde aber eingesetzt bei Verfahren zur Herstellung von (Meth) acrylsäurealkylestern durch Umsetzung von (Meth) acrylsäure mit Alkanolen, insbesondere mit 1 bis 8 C-Atomen aufweisenden einwertigen Alkanolen. Der Begriff (Meth) acrylsäure bezeichnet dabei in an sich bekannter Weise Acryl-oder Methacryl- säure. Alkylester der (Meth) acrylsäure sind allgemein bekannt und beispielsweise als Ausgangsmonomere zur Herstellung wässriger Polymerdispersionen von Bedeutung, die z. B. als Klebstoffe Verwendung finden. Ein derartiges Verfahren mit weiteren Nachweisen zum Stand der Technik bei der Herstellung von (Meth) acrylsäurealkylestern ist beispielsweise in dem Patent US 5,883, 288 der Anmel- derin beschrieben. Es handelt sich dabei um typische Gleichgewichtsreaktionen, bei denen der Umsetzungsgrad der (Meth) acrylsäure und des jeweiligen Alkanols zum entsprechenden Ester durch die Gleichgewichtslage begrenzt ist. Dies hat zur Folge, dass für eine wirtschaftliche Verfahrensführung einerseits das Veresterungswasser zur Gleichgewichtsverschiebung zugunsten des gebildeten Esters aus der Reaktionszone entfernt werden muss und andererseits die nicht umgesetzten Ausgangstoffe vom ge- bildeten Ester abgetrennt und in die Reaktionszone zurückgeführt werden müssen. Die Gewinnung des Reinesters aus dem aus der Reaktionszone abgeführten Reaktions- gemisch erfolgt üblicherweise mit Hilfe von mehreren Rektifikationskolonnen und Des- tillationseinheiten. Die gesamte Anlage aus Veresterungsreaktor, Rektifikationskolon- nen, Destillationseinheiten, Verdampfern, Kondensatoren, Phasenscheidern, Pumpen usw. ist über zahlreiche Abzug-, Rücklauf-und Transportleitungen miteinander verbun- den, in denen wichtige Prozessgrößen, wie Druck-und Temperatur kontinuierlich ü- berwacht werden müssen. Da (Meth) acrylsäure und ihre Ester bekanntlich zur Polyme- risation neigen, besteht die Gefahr, dass durch die Anschlussleitungen von Messgerä- ten Toträume gebildet werden, die durch die unerwünschten Polymerisate schnell zu- gesetzt werden. Wegen der Vermeidung von Toträumen in den Leitungssystemen er- weist sich daher der Einsatz des erfindungsgemäßen Anschlussstutzen und die damit versehene Messsonde in solchen Verfahren als ein besonderer Vorteil.
Gegenstand der Erfindung ist daher auch die Verwendung der erfindungsgemäßen Messsonde in einem Verfahren zur Herstellung von (Meth) acrylsäurealkylestern durch Umsetzung von (Meth) acrylsäure mit Alkanolen.
Die Erfindung wird im Folgenden unter Bezugnahme auf ein in der beigefügten Zeich- nung dargestelltes Ausführungsbeispiel näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen Figur 1 eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Anschlussstutzens mit durchgehender radialer Bohrung ;
Figur 2 eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Anschlussstut- zens mit durch gehender radialer Bohrung ; Figur 3 eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Anschlussstutzens mit einem in die Durchgangsöffnung ragenden Vorsprung ; Figur 4 einen Schnitt durch den Anschlussstutzen der Figur 3 entlang der Linie IV-IV ; Figur 5 einen zwischen zwei Verbindungsflansche zweier benachbarter Rohr- segment eingebauten erfindungsgemäßen Anschlussstutzen ; Figur 6 einen Versuchsaufbau, der eine Messsonde des Standes der Technik und eine erfindungsgemäße Messsonde zeigt ; und Figur 7 eine Schaubild das den mit den Messsonden der Figur 6 gemessenen Temperaturverlauf nach einem Temperatursprung zeigt.
Bezugnehmend auf Figur 1 erkennt man eine erste Ausführungsform des erfindungs- gemäßen Anschlussstutzens für Messgeräte zur Untersuchung eines in einer Rohrlei- tung strömenden Fluids. Der Anschlussstutzen 10 der Figur 1 weist einen scheiben- förmigen Einbauring 11 auf, der eine im Wesentlichen planare Stirnfläche 12 besitzt.
Die in der Aufsicht der Figur 1 nicht erkennbare, der Stirnfläche 12 gegenüberliegende Stirnfläche 12' (siehe Figur 4) ist ebenfalls planar ausgebildet. Der Einbauring 11 weist eine äußere Mantelfläche 13 und eine innere Mantelfläche 14 auf, wobei die innere Mantelfläche 14 eine axiale Durchgangsöffnung 15 begrenzt, in der im eingebauten Zustand das zu untersuchende Fluid strömt. In dem Einbauring 11 ist eine Bohrung 16 ausgespart, welche bei den Varianten der Figuren 1 und 2 in die innere Mantelfläche 14 mündet. Die radiale Bohrung 16 geht an der äußeren Mantelfläche 13 in ein Verbin- dungsrohr 17 über, das mit einem Gewindekopf 18 zum Anschluss eines in Figur 1 nicht dargestellten Messgerätes versehen ist. Die radiale Bohrung 16 stellt damit eine kommunizierende Verbindung von dem am Gewindekopf 18 angeschlossenen Mess- gerät zu der im Betrieb von dem zu untersuchenden Fluid durchströmten axialen Durchgangsöffnung 15 bereit. Je nach Erfordernissen kann, wie bei der in Figur 1 dar- gestellten Ausführungsform, zur Vermeidung statischer Aufladungen an den Einbauring 11 eine metallische Erdungsfahne 19 angeschlossen werden.
Figur 2 zeigt eine Variante des Anschlussstutzens der Figur 1, wobei Bauelemente, welche dieselbe oder eine entsprechende Funktion wie Bauelemente der Variante der Figur 1 erfüllen, mit denselben Bezugsziffern bezeichnet sind. Der in Figur 2 dargestell- te Anschlussstutzen 20 unterscheidet sich von dem in Figur 1 dargestellten Anschluss- stutzen 10 lediglich durch die Ausbildung des Verbindungsrohrs 17, welches in Figur 2 nicht mit einem Gewindekopf sondern lediglich mit einer Einsteckhülse 21 versehen ist.
Auch die Variante der Figur 2 eignet sich insbesondere zum Anschluss eines Druck- messgerätes. In die in die Durchgangsöffnung 15 mündende Bohrung 16 könnte je- doch beispielsweise auch eine faseroptische Sonde eingesetzt werden, deren Mess- fenster im eingebauten Zustand bündig mit der inneren Mantelfläche 14 abschließt.
Figur 3 zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Anschlussstutzens, die insbesondere für den Einsatz als Temperaturmesssonde geeignet ist. Bauelemente,
die den bereits im Zusammenhang mit der Ausführungsform der Figur 1 beschriebenen Bauelementen entsprechen sind wiederum mit denselben Bezugsziffern wie in Figur 1 bezeichnet. Der Anschlussstutzen 30 der Figur 3 unterscheidet sich von den in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsformen insbesondere dadurch, dass die radiale Bohrung 16 nicht in die innere Mantelfläche 14 des Einbaurings 11 mündet.
Vielmehr ist an der inneren Mantelfläche 14 ein in die axiale Durchgangsöffnung 15 ragender Vorsprung 31 vorgesehen, in den die radiale Bohrung 16 als Blindbohrung mündet. In einer solchen Anordnung wird der Vorsprung 31 im Betrieb von dem die axiale Durchgangsöffnung 15 durchströmenden Fluid umspült und nimmt rasch die Temperatur des Fluids an. Daher eignet sich diese Variante insbesondere zur Tempe- raturmessung, wobei man in die radiale Bohrung 16 eine Temperatursonde einführen kann, die im unteren Bereich 32 der radialen Bohrung 16 mit dem Vorsprung 31 in thermischem Kontakt steht.
Figur 4 zeigt einen Schnitt entlang der Linie IV-IV der Figur 3. Die axiale Länge L des Einbaurings wird so schmal wie möglich gewählt, so dass durch dem Einbau des erfin- dungsgemäßen Anschlussstutzen praktisch keine Veränderung der Geometrie des Rohrleitungssystems stattfindet.
In Figur 5 ist schließlich der Anschlussstutzen 10 der Figur 1 schematisch im eingebau- ten Zustand dargestellt. Man erkennt in Figur 5 zwei aneinandergrenzende Rohrlei- tungssegmente 40,50, die durch Verbindungsflansche 41,51 miteinander verbunden sind. Zwischen die Verbindungsflansche 41,51 ist der erfindungsgemäße Anschluss- stutzen 10 eingebaut. Durch die minimale axiale Ausdehnung des Einbaurings 11 des Anschlussstutzens 10 ändert sich die ursprüngliche Geometrie des Rohrleitungssys- tems durch den Einbau des Anschlussstutzens praktisch nicht.
In Figur 6 ist ein schematischer Versuchsaufbau gezeigt, in welchem die Temperatur eines in einer Rohrleitung strömenden Fluids über Temperatursonden M1 und M2 er- mittelt wird. Die Temperatursonde M1 ist gemäß Stand der Technik an einem T-förmig abzweigenden Messrohr angeflanscht, während die Temperatursonde M2 über einen erfindungsgemäßen Anschlussstutzen (vergleiche Figur 3) zwischen den Flanschen zweier Rohrsegmente montiert ist. Über Zufuhrleitungen kann wahlweise Wasser W mit einer Temperatur von 10 °C oder Wasserdampf D mit einer Temperatur von 100 °C in die Rohrleitung geführt werden. Als Temperatursensoren werden jeweils Kopf- Messumformer von Typ TR01 der Fa. Sensycon eingesetzt, die von Speisegeräten vom Typ CSOC 420 der Fa. Hartmann & Braun versorgt wurden.
Figur 7 zeigt eine Schaubild, in welchem die zeitliche Entwicklung der an den Messstel- len M1 und M2 der Figur 6 gemessenen Temperaturen nach einem Wechsel von Was- ser auf Wasserdampf dargestellt ist. Man erkennt, dass die erfindungsgemäße Anord- nung (Kurve M2) wesentlich schneller auf Temperaturänderungen anspricht, während an der Messstelle M1 nach Stand der Technik aufgrund des Totvolumens in dem zur Messstelle abzweigenden Rohrstück lediglich ein verzögertes Ansprechverhalten re- gistriert wird.
