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Title:
CONTACT PIN FOR AN ELECTRIC SWITCH, ELECTRIC SWITCH WITH SAID TYPE OF CONTACT PIN AND METHOD FOR PRODUCING SAID TYPE OF CONTACT PIN
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/130382
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a contact pin for an electric switch wherein the contact pin is designed as a composite support.

Inventors:
AICHER, Michael (Am Ludwigschacht 7, Amberg, 92224, DE)
KUPKA, Daniel (Godlewskystr. 3A, Amberg, 92224, DE)
Application Number:
EP2017/083322
Publication Date:
July 19, 2018
Filing Date:
December 18, 2017
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Werner-von-Siemens-Straße 1, München, 80333, DE)
International Classes:
H01H1/021; H01H11/04; B22F7/00
Foreign References:
US3069757A1962-12-25
DE3528890A11987-02-19
US20150083558A12015-03-26
EP1264908A12002-12-11
DE68906445T21993-11-25
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Claims:
Patentansprüche

1. Kontaktstück (100, 110, 120; 200, 210, 220) für einen

elektrischen Schalter (500),

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Kontaktstück (100, 110, 120; 200, 210, 220) als

Kompositauflage ausgebildet ist.

2. Kontaktstück (100, 110, 120; 200, 210, 220) gemäß An- spruch 1, welches als Kompositauflage mit mindestens ei¬ ner ersten Zone (101; 201) aus einem ersten Material und einer zweiten Zone (102; 201) aus einem zweiten Material unterschiedlich zum ersten Material ausgebildet ist. 3. Kontaktstück (100, 110, 120; 200, 210, 220) gemäß An¬ spruch 2, wobei eine dritte Zone (103) zwischen der ers¬ ten Zone (101) und der zweiten Zone (102) angeordnet ist und in dieser dritten Zone (103) das Material räumlich vom ersten Material graduell in das zweite Material über- geht.

4. Kontaktstück (100, 110, 120; 200, 210, 220) gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei das erste Material ein Kontaktmaterial, beispielsweise eine Silber-Graphit- Legierung umfaßt.

5. Kontaktstück (100, 110, 120; 200, 210, 220) gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei das zweite Material ein Opfermaterial, beispielsweise ein Wolfram-Kupfer-Gemisch umfaßt.

6. Elektrischer Schalter (500) umfassend mindestens einen feststehenden Kontakt (200, 210, 220) und einen Kontakt¬ arm (150) mit mindestens einem Kontaktstück (100, 110, 120) gemäß einem der vorherigen Ansprüche,

wobei der Kontaktarm (150) drehbar zwischen zwei Stellungen gelagert ist,

wobei sich in der ersten Stellung des Kontaktarms (150) der mindestens eine feststehende Kontakt (200, 210, 220) in mechanischem Kontakt mit dem mindestens einen Kontaktstück (100, 110, 120) des Kontaktarms (150) zum Schließen des Stromkreises befindet, und

wobei in der zweiten Stellung der mindestens eine feststehende Kontakt (200, 210, 220) mechanisch von dem mindestens einen Kontaktstück (100, 110, 120) des Kon¬ taktarms (150) getrennt ist.

Elektrischer Schalter (500) gemäß Anspruch 6,

mit einem ersten feststehenden Kontakt (210) und einem zweiten feststehenden Kontakt (220),

bei dem der Kontaktarm (150) ein erstes Kontakt¬ stück (110) und ein zweites Kontaktstück (120) umfaßt, bei dem sich der erste feststehende Kontakt (210) in mechanischem Kontakt mit dem ersten Kontaktstück (110) des Kontaktarms (150) zum Schließen des Stromkreises be¬ findet, und

bei dem sich der zweite feststehende Kontakt (220) in mechanischem Kontakt mit dem zweiten Kontaktstück (120) des Kontaktarms (150) zum Schließen des Stromkrei¬ ses befindet.

Elektrischer Schalter (500) gemäß Anspruch 6 oder 7, bei dem der erste feststehende Kontakt (210) auf einem ersten Träger (250) und der zweite feststehende Kontakt (220) auf einem zweiten Träger (251) angeordnet sind.

Verfahren (800) zur Herstellung eines Kontakts mit einem Kontaktstück (100, 110, 120; 200, 210, 220) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 und einem Träger (150; 250, 251) mit den Schritten:

- Befüllen (801) einer Kavität mit dem ersten Material und dem zweiten Material, wobei das erste Material und das zweite Material jeweils pulverförmig ausgebildet sind;

- Verpressen (802) des ersten Materials und des zweiten Materials in der Kavität zur Bildung eines Grün- körpers ;

- Aufbringen (803) des Grünkörpers auf den Träger (150; 250, 251);

- Kontaktieren (804) des Grünkörpers mit einer Formelektrode und des Trägers (150; 250, 251) mit einer Elektrode; und

- Zuführen (805) eines Stromes durch den Grünkörper und den Träger (150; 250, 251) zur Verbindung des Grünkörpers mit dem Träger (150; 250, 251) .

10. Verfahren gemäß Anspruch 9, wobei beim Befüllen (801) der Kavität das erste Material vom zweiten Material mittels einer Barriere voneinander getrennt wird, so daß die ers¬ te Zone (101; 201) mit dem ersten Material und die zweite Zone (102;202) mit dem zweiten Material entstehen, wobei vor dem Verpressen (802) die Barriere entfernt wird.

11. Verfahren gemäß Anspruch 9 oder 10, wobei beim Befüllen (801) der Kavität das erste Material in mehreren Zwi¬ schenschichten mit sich verändernder Zusammensetzung eingebracht wird.

Description:
Beschreibung

Kontaktstück für einen elektrischen Schalter, elektrischer Schalter mit solch einem Kontaktstück und Verfahren zum Her- stellen eines solchen Kontaktstückes

Die Erfindung betrifft ein Kontaktstück für einen elektrischen Schalter, einen elektrischen Schalter mit solch einem Kontaktstück und ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Kontaktstückes .

Durch die kompakte Bauweise moderner Niederspannungs-Lei- stungsschalter treten an den Kontaktstellen hohe Lichtbogen- belastungen auf. Diese Belastungen verursachen Abbrand an den Kontaktauflagen beziehungsweise Kontaktstücken durch Verdampfung, mechanisches Verspritzen oder Verspratzen von Silber sowie durch thermomechanische Spannungen. Daher müssen die Werkstoffe der Kontaktstücke sicherstellen, dass der Leis- tungsschalter auch nach diesen Belastungen die Schalt- und Schutzfunktionen ordnungsgemäß erfüllt.

Durch die Verwendung abbrandfester Kontaktwerkstoffe, wie beispielsweise Silber-Wolfram-Kontaktwerkstoffe, kann der Ab- brand der Kontakte minimiert werden.

Geeignete konstruktive Maßnahmen am Schaltgerät wie bei ¬ spielsweise kurze Reaktions- oder Auslösezeiten und Löschble ¬ che dienen dazu, die Verweilzeit des Lichtbogens auf dem Kon- taktstück gering zu halten. Selbstinduzierte Magnetfelder zwingen den Lichtbogen von den Kontaktstücken herunter und minimieren so die Verweilzeit auf den Kontaktstücken und somit deren Belastung und eventuelle Beschädigung. Die Verweilzeit des Lichtbogens auf dem Kontaktstück kann zu ¬ sätzlich reduziert werden, indem sogenannten Lichtbogenableitbleche („arc runner") in der Nähe der Kontaktauflage in der gewünschten Laufrichtung des Lichtbogens aufgebracht wer- den. Diese Lichtbogenableitbleche bestehen meist aus ferro- magnetischen Bestandteilen wie Eisen oder Stahl und unterstützen die Lichtbogenbewegung vom Kontaktstück herunter, indem sie verhindern, daß der Lichtbogenfußpunkt auf der Kante des Kontaktstückes stehenbleibt.

In der DE 689 06 445 T2 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Verbundkörpers für beispielsweise einen elektrischen Kon ¬ takt offenbart. Das Verfahren zur Herstellung eines Verbund- kontaktstückes aus einem Träger und einem Plättchen umfaßt die Arbeitsschritte

- Vorbereiten eines Blocks aus vorverdichtetem, agglomeriertem oder gesintertem Pulver des genannten Materials,

- Vorformung des Trägers zur Erzeugung einer Vertiefung an der für die Aufnahme des Kontaktbleches vorgesehenen Stel ¬ le,

- Einsetzen des Blocks in die Vertiefung,

- Einsetzen des Trägers in einen Widerstands- Schweißautomaten, und

- Zuführung eines geeigneten Stromes und Verdichtung des

Pulverblocks .

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kontakt für ei ¬ nen elektrischen Schalter zur Verfügung zu stellen, der sich aus so wenigen Teilen wie möglich zusammensetzt und mittels eines Verfahrens direkt hergestellt werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Kontaktstück für einen elektrischen Schalter gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteil- hafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Kontaktstücks sind in den Unteransprüchen 2 bis 5 angegeben. Die Aufgabe wird ebenso erfindungsgemäß durch den elektrischen Schalter gemäß Anspruch 6 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des er ¬ findungsgemäßen Schalters sind in den Unteransprüchen 7 und 8 angegeben. Die Aufgabe wird ebenso durch das Verfahren zur

Herstellung eines Kontaktes gemäß Anspruch 9 gelöst. Vorteil ¬ hafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den Unteransprüchen 10 und 11 angegeben. Das Kontaktstück für einen elektrischen Schalter gemäß Anspruch 1 ist als Kompositauflage ausgebildet. Vorteilhaft hierbei ist, daß die Herstellung von Kontakten mit angefügten Lichtbogenableitblechen in einem Direktsinter- Prozeß ermöglicht wird. Ebenso ist eine Herstellung in einem Schritt möglich, das nachträgliche Aufschweißen für das

Lichtbogenableitblech entfällt. Neben der Einsparung des Pro- zeß-Schritts werden thermomechanische Spannungen vermieden, die zu einem beschleunigten Beschädigungsfortschritt der Kon ¬ taktauflage beziehungsweise des Kontaktstücks führen können. Das Kontaktstück geht nahtlos in das Material des Lichtbogen ¬ ableitblechs über, wodurch die Konzentration des elektrischen Feldes an der Kante des Kontaktstücks vermieden wird und so eine beschleunigte Lichtbogenableitung ermöglicht wird.

In einer Ausgestaltung ist das Kontaktstück als Kompositauflage mit mindestens einer ersten Zone aus einem ersten Mate ¬ rial und einer zweiten Zone aus einem zweiten Material unter schiedlich zum ersten Material ausgebildet.

In einer weiteren Ausgestaltung ist eine dritte Zone zwischen der ersten Zone und der zweiten Zone angeordnet und in dieser dritten Zone geht das Material räumlich vom ersten Material graduell in das zweite Material über.

In einer Ausgestaltung ist das erste Material ein Kontakt ¬ werkstoff, beispielsweise eine Silber-Graphit-Legierung.

In einer weiteren Ausgestaltung umfaßt das zweite Material ein Opferwerkstoff, beispielsweise ein Wolfram-Kupfer- Gemisch . Der erfindungsgemäße elektrische Schalter gemäß Anspruch 6 umfaßt einen feststehenden Kontakt und einen Kontaktarm mit mindestens einem erfindungsgemäßen Kontaktstück, wobei der Kontaktarm drehbar zwischen zwei Stellungen gelagert ist, wo- bei sich in der ersten Stellung des Kontaktarms der mindestens eine feststehende Kontakt in mechanischem Kontakt mit dem mindestens einen Kontaktstück des Kontaktarms zum Schlie ¬ ßen des Stromkreises befindet, und wobei in der zweiten Stel ¬ lung der mindestens eine feststehende Kontakt mechanisch von dem mindestens einen Kontaktstück des Kontaktarmes getrennt ist .

In einer Ausgestaltung des elektrischen Schalters umfaßt dieser einen ersten feststehenden Kontakt und einen zweiten feststehenden Kontakt, wobei der Kontaktarm ein erstes Kontaktstück und ein zweites Kontaktstück umfaßt, bei dem sich der erste feststehende Kontakt in mechanischem Kontakt mit dem ersten Kontaktstück des Kontaktarmes zum Schließen des Stromkreises befindet, und bei dem sich der zweite festste ¬ hende Kontakt in mechanischem Kontakt mit dem zweiten Kontakt des Stromarmes zum Schließen des Stromkreises befindet.

In einer weiteren Ausgestaltung sind der erste feststehende Kontakt auf einem ersten Träger und der zweite feststehende Kontakt auf einem zweiten Träger angeordnet.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Kontakts mit einem erfindungsgemäßen Kontaktstück umfaßt die Schritte:

- Befüllen einer Kavität mit dem ersten Material und dem zweiten Material, wobei das erste Material und das zwei ¬ te Material jeweils pulverförmig ausgebildet sind;

- Verpressen des ersten Materials und des zweiten Materials in der Kavität zur Bildung eines Grünkörpers;

- Aufbringen des Grünkörpers auf den Träger;

- Kontaktieren des Grünkörpers mit einer Formelektrode und des Trägers mit einer Elektrode; und

- Zuführen eines Stromes durch den Grünkörper und den Träger zur Verbindung des Grünkörpers mit dem Träger.

In einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird beim Befüllen der Kavität das erste Material vom zweiten Ma- terial mittels einer Barriere voneinander getrennt, so daß die erste Zone mit dem ersten Material und die zweite Zone mit dem zweiten Material entstehen, wobei vor dem Verpressen die Barriere entfernt wird.

In einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird beim Befüllen der Kavität das erste Material in mehreren Zwischenschichten mit sich verändernder Zusammensetzung eingebracht .

Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie sie erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbei- spiele, welche in Zusammenhang mit den Figuren näher erläutert werden.

Dabei zeigen: Figur 1 Kontaktarm eines elektrischen Schalters mit Kontaktstück sowie feststehendem Kontakt in der Stellung zum Schließen des Stromkreises;

Figur 2 Kontaktarm eines elektrischen Schalters mit Kon- taktstück sowie feststehendem Kontakt in der Stellung zum Öffnen des Stromkreises;

Figur 3 Kontaktarm mit zwei Kontaktstücken und zwei feststehenden Kontakten in der Stellung zum Schließen des Stromkreises;

Figur 4 Kontaktträger mit zwei Kontaktstücken und zwei

feststehenden Kontakten in der Stellung zum Öffnen des Stromkreises;

Figur 5A

und 5B Kontaktstück als Kompositauflage und herkömmliches

Kontaktstück mit Lichtbogenableitblech; Kontaktstück als Kompositauflage mit einer ersten und einer zweiten Zone und Kontaktstück als Kompositauflage mit einer dritten Zone zwischen der ersten Zone und der zweiten Zone;

Kontaktstück als Kompositauflage mit einer ersten Zone und einer zweiten Zone;

Verfahren zum Herstellen eines Kontaktstücks; und

Figur 9 Elektrischer Schalter mit einem Kontaktarm mit Kontaktstücken und feststehenden Kontakten.

In Figur 1 ist ein Kontaktarm 150 eines elektrischen Schalters 500 zum Öffnen oder Schließen eines Stromkreises darge ¬ stellt. Der Kontaktarm 150 umfaßt ein Kontaktstück 100. Der Kontaktarm 150 ist um einen Drehpunkt D schwenkbar zwischen einer Stellung zum Öffnen des Stromkreises und einer Stellung zum Schließen des Stromkreises. Der Kontaktarm 150 mit dem Kontaktstück 100 kann mit einem feststehenden Kontakt 200 zusammenwirken. Der feststehende Kontakt 200 kann auf einem Träger 250 angeordnet sein. In der Stellung zum Schließen des Stromkreises sind der feststehende Kontakt 200 auf dem Träger 250 in mechanischem Kontakt mit dem Kontaktstück 100 des Kontaktarms 150. Figur 1 zeigt diese Stellung zum Schließen des Stromkreises von Kontaktarm 150 und feststehendem Kontakt 200.

Das Kontaktstück 100 beziehungsweise der feststehende Kontakt 200 ist als Kompositauflage ausgebildet.

In Figur 2 ist der Kontaktarm 150 eines elektrischen Schalters 500 mit dem Kontaktstück 100 und der feststehende Kon ¬ takt 200 auf dem Träger 250 in einer Stellung zum Öffnen des Stromkreises dargestellt. Dazu wird der Kontaktträger 150 zu sammen mit dem mindestens einen Kontaktstück 100 um den Dreh punkt D geschwenkt in eine Stellung zum Öffnen des Stromkrei ¬ ses. In der Stellung zum Öffnen des Stromkreises ist das Kontaktstück 100 des Kontaktarms 150 mechanisch vom feststehenden Kontakt 200 auf dem Träger 250 getrennt. Beim Schwenken des Kontaktarmes 150 in die Stellung zum Öffnen des Strom ¬ kreises beschreibt das Kontaktstück 100 den Teil einer kreis ¬ förmigen Bahn.

Beim Öffnen des Stromkreises, also dem Schwenken des Kontakt- armes 150 entsprechen der Darstellung der Figur 2 gegen die Uhrzeigerrichtung unter Stromfluß, entsteht ein Lichtbogen 700. Dieser Lichtbogen führt zu einer Belastung des Kontaktstücks 100 und des feststehenden Kontakts 200 durch Abbrand wie Verdampfen, mechanischen Verspritzens oder Verspratzens von Silber sowie durch thermomechanische Spannungen.

Figur 3 stellt einen Kontaktarm 150 mit einem ersten Kontaktstück 110 und einem zweiten Kontaktstück 120 dar. Zusätzlich sind ein erster feststehender Kontakt 210 auf einem ersten Träger 250 und ein zweiter feststehender Kontakt 220 auf einem zweiten Träger 251 angeordnet. Der Kontaktarm 150 gemäß Figur 3 wird auch Doppelunterbrecher genannt, da pro Kontaktarm 150 zwei Kontaktstücke 110, 120 existieren, die mit zwei feststehenden Kontakten 210, 220 zusammenwirken zum Öffnen oder Schließen eines Stromkreises. Der Kontaktträger 150 ist schwenkbar um einen Drehpunkt D zwischen einer Stellung zum Öffnen des Stromkreises und einer Stellung zum Schließen des Stromkreises . Entsprechend der Darstellung der Figur 3 ist der Kontaktarm 150 in der Stellung zum Schließen des Stromkreises. Dazu be ¬ findet sich der erste feststehende Kontakt 210 in mechani ¬ schem Kontakt mit dem ersten Kontaktstück 110 des Kontaktarmes 150 und der zweite feststehende Kontakt 220 in mechani- schem Kontakt mit dem zweiten Kontaktstück 120 des Kontaktarms 150. Figur 4 stellt den Kontaktarm 150 und die beiden feststehenden Kontakte 210, 220 in einer Stellung zum Öffnen des Stromkreises dar. Dazu ist der Kontaktarm 150 um den Drehpunkt D geschwenkt in eine Stellung zum Öffnen des Stromkreises. Der Stromkreis wird dadurch geöffnet, daß die Kontaktstücke 110, 120 des Kontaktarms 150 mechanisch von den feststehenden Kontakten 210, 220 getrennt werden. Die Kontaktstücke 110, 120 beschreiben beim Schwenken den Teil einer kreisförmigen Bahn. Geschieht das Verschwenken unter Stromfluß, so entstehen Lichtbögen 700, 701 zwischen den feststehenden Kontakten 210, 220 und den Kontaktstücken 110, 120.

In der Figur 5A ist ein erfindungsgemäßes Kontaktstück 200 auf einem Träger 250 dargestellt. Das erfindungsgemäße Kon ¬ taktstück 200, welches als Kompositauflage ausgebildet ist, umfaßt eine erste Zone 201 aus einem ersten Material und eine zweite Zone 202 aus einem zweiten Material unterschiedlich zum ersten Material. Beispielsweise kann das erste Material eine Silber-Graphit-Legierung umfassen und dazu dienen, in elektrischem Kontakt mit dem Kontaktstück 100 eines Kontaktarms 150 zusammenzuwirken zum Öffnen oder Schließen eines Stromkreises. Die zweite Zone 202 mit dem zweiten Material kann beispielsweise ein Wolfram-Kupfer-Gemisch sein. Diese Zone kann dazu dienen, als Lichtbogenableitblech zu dienen.

In Figur 5B ist ein herkömmliches Kontaktstück 900 auf einem Träger 950 mit einem Lichtbogenableitblech 901 dargestellt. Hierbei müssen auf dem Träger 950 zwei Bauteile aufgebracht werden, nämlich das herkömmliche Kontaktstück 900 und das Lichtbogenableitblech 901.

In den Figuren 6A und 6B ist jeweils ein erfindungsgemäßes Kontaktstück 100 auf einem Kontaktarm 150 beziehungsweise ei ¬ nem Träger angeordnet. Entsprechend der Figur 6A umfaßt das Kontaktstück 100 als Kompositauflage eine erste Zone 101 mit einem ersten Material und eine zweite Zone 102 mit einem zweiten Material unterschiedlich zum ersten Material. Beispielsweise kann auch hier das erste Material eine Silber- Graphit-Legierung umfassen und das zweite Material ein Wolfram-Kupfer-Gemisch .

Figur 6B zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel für das er- findungsgemäße Kontaktstück 100. Zwischen der ersten Zone 101 aus einem ersten Material und der zweiten Zone 102 aus einem zweiten Material ist eine dritte Zone 103 angeordnet, deren Material räumlich vom ersten Material graduell in das zweite Material übergeht. Entsprechend der Darstellung der Figur 6B bedeutet dies, daß am linken Rand der dritten Zone 103 das erste Material entsprechend dem Material der ersten Zone 101 vorliegt und am rechten Rand der dritten Zone 103 das zweite Material der zweiten Zone 102. Zwischen diesen beiden Rändern verläuft räumlich graduell ein Gradient vom ersten Material zum zweiten Material.

In Figur 7 ist nochmals ein erfindungsgemäßes Kontaktstück 100 als Kompositauflage mit einer ersten Zone 101 und einer zweiten Zone 102 dargestellt. Das Kontaktstück 100 ist auf einem Träger 150 aufgebracht.

Figur 8 zeigt ein Verfahren 800 zur Herstellung eines Kontaktes mit einem erfindungsgemäßen Kontaktstück 100, 110, 120; 200, 210, 220 und einem Träger 150; 250, 251 mit den Schrit- ten :

- Befüllen 801 einer Kavität mit dem ersten Material und dem zweiten Material, wobei das erste Material und das zweite Material jeweils pulverförmig ausgebildet sind; Verpressen 802 des ersten Materials und des zweiten Materials in der Kavität zur Bildung eines Grünkörpers; Aufbringen 803 des Grünkörpers auf den Träger 150; 250, 251;

Kontaktieren 804 des Grünkörpers mit einer Formelektrode und des Trägers 150; 250, 251 mit einer Elektrode; und Zuführen 805 eines Stromes durch den Grünkörper und den Träger 150; 250, 251 zur Verbindung des Grünkörpers mit dem Träger 150; 250, 251. Durch das Zuführen 805 eines Stromes durch den Grünkörper und den Träger 150; 250, 251 kommt es zu einer Erwärmung von Grünkörper und Träger 150; 250, 251 und damit zu einer Ver- bindung der beiden Werkstücke. Ein Lichtbogenableitblech 901 muß nicht in einem weiteren zusätzlichen Schritt angefügt werden .

Beim Befüllen 801 der Kavität kann das erste Material vom zweiten Material mittels einer Barriere voneinander getrennt werden, so daß die erste Zone 101 mit dem ersten Material und die zweite Zone 102 mit dem zweiten Material entstehen. Vor dem Verpressen 802 muß die Barriere entfernt werden. Der Vorteil eines Kontaktstückes 100, 110, 120; 200, 210, 220 als Kompositauflage sind vielfältig. Beispielsweise kann die ¬ ses direkt in einem Verfahren 800 zur Herstellung eines Kontaktes mit einem Kontaktstück mit angefügtem Lichtbogenableitblech hergestellt werden. Dabei dient die zweite Zone 102; 202 als Lichtbogenableitblech, welches direkt in das

Kontaktstück integriert ist. Das nachträgliche Aufschweißen eines Lichtbogenableitblechs 901, wie bei einem herkömmlichen Kontakt nach Figur 5B notwendig, entfällt. Neben der Einsparung eines Prozeßschrittes werden thermome- chanische Spannungen vermieden, die zu einem beschleunigten Schädigungsprozeß des Kontaktstückes 100, 110, 120; 200, 210, 220 führen können. Die erste Zone 101; 201 des Kontaktstückes geht nahtlos in die zweite Zone 102; 202 oder graduell mit- tels der dritten Zone 103 über, wodurch die Konzentration des elektrischen Feldes an der Kante des Kontaktwerkstoffes ver ¬ mieden und so eine beschleunigte Lichtbogenableitung ermög ¬ licht wird.