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Title:
CONTINUOUSLY OPERABLE PRODUCTION PLANT AND METHOD FOR OPERATING THE PRODUCTION PLANT WHEN THERE IS A FAULT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/041661
Kind Code:
A1
Abstract:
In the case of a production plant which comprises in series a thin-slab continuous casting plant (1), which is arranged upstream of a roller hearth furnace (2), the roller hearth furnace (2) and a rolling mill (3), which is arranged downstream of the roller hearth furnace (2) and has an assigned reeling plant (21), wherein the continuous casting plant (1) and the rolling mill (3) can be operated in a continuous operating mode, the intention is to provide a solution that allows a slab buffer capacity to be provided for a continuously operated thin slab continuous casting plant when there is a fault causing a standstill in the transport of the slab or strip. This is achieved by the production plant having four slab or strip cutting devices (10, 14, 17, 24), which are arranged upstream and downstream of the roller hearth furnace (2), in a section along the length of the roller hearth furnace (2) and on the outlet side of a first separate roll line (12) of the rolling mill (3).

Inventors:
KLEIN, Christoph (Kirbergstraße 28, Kreuztal, 57223, DE)
Application Number:
EP2017/071087
Publication Date:
March 08, 2018
Filing Date:
August 22, 2017
Export Citation:
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Assignee:
SMS GROUP GMBH (Eduard-Schloemann-Str. 4, Düsseldorf, 40237, DE)
International Classes:
B21B1/46; B21B15/00
Domestic Patent References:
WO2002068138A12002-09-06
Foreign References:
EP2399683A12011-12-28
JPH0441048A1992-02-12
DE102008020412A12009-02-26
DE102008020412A12009-02-26
EP2957359A12015-12-23
Attorney, Agent or Firm:
KLÜPPEL, Walter (Hammerstr.2, Siegen, 57072, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 . Produktionsanlage, die in Reihe eine einem Rollenherdofen (2) vorgeschaltete Dünnbrammenstranggießanlage (1 ), den den Gießstrang (1 a) oder mindestens eine davon abgetrennte Teillänge des Gießstrangs (1 a) aufnehmenden Rollenherdofen (2) und eine den in dem Rollenherdofen (2) erwärmten oder warmgehaltenen Gießstrang (1 a) oder die mindestens eine davon abgetrennte Teillänge auswalzende, dem Rollenherdofen (2) nachgeschaltete Walzstraße (3) mit zugeordneter Haspelanlage (21 ) umfasst, wobei die Stranggießanlage (1 ) und die Walzstraße (3) in einem Endlos-Betriebsmodus betreibbar sind, und wobei der Auslaufseite des Rollenherdofens (2) ein seitlich zum Rollenherdofen (2) angeordnetes Ofenfährensystem (15) zugeordnet und die Walzstraße (3) eine erste Gerüstgruppe (12) und eine dazu beabstandete zweite Gerüstgruppe (13) mit einer zwischen erster und zweiter Gerüstgruppe (12, 13) angeordneten Heizeinrichtung (18), insbesondere Induktionsheizung, aufweist und wobei weiterhin in Brammeneinlaufrichtung einlaufseitig vor dem Rollenherdofen (2) eine erste Brammen- oder Bandtrenneinrichtung (10), insbesondere eine Bandschere, vorzugsweise eine Pendelschere, angeordnet und in Brammenauslaufrichtung auslaufseitig nach dem Rollenherdofen (2) und vor der ersten Gerüstgruppe (12) der Walzstraße (3) eine zweite Brammen- oder Bandtrenneinrichtung (14) angeordnet ist, wobei die zweite Brammen- oder Bandtrenneinrichtung (14) als Brennschneidvorrichtung ausgebildet ist und wobei im auslaufseitigen Bereich des Rollenherdofens (2) vor einem, vorzugsweise zumindest in etwa, der Längserstreckung einer Ofenfähre (16) des Ofenfährensystems (15) entsprechenden Längenabschnitt des Rollenherdofens (2) eine als Brennschneidvorrichtung ausgebildete dritte Brammen- oder Bandtrenneinrichtung (17) angeordnet und dass in Bandlaufrichtung auslaufseitig der ersten Gerüstgruppe (12) der Walzstraße (3) vor dem Einlauf in die Heizeinrichtung (18) eine vierte Brammen- oder Bandtrenneinrichtung (24), insbesondere eine Bandschere, vorzugsweise eine Trommelschere, angeordnet ist.

Produktionsanlage nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass dem Ofenfährensystem (15) ein Rollengang (22) mit nachfolgender Stapeleinrichtung (23) zugeordnet ist.

Verfahren zum Betrieb der Produktionsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei Stillstand des Brammen- oder Bandtransportes während eines Störfalls in der Produktionsanlage alle der ersten bis vierten Brammen- oder Bandtrenneinrichtungen (10, 14, 17, 24) aktiviert und die Dünnbramme oder die mindestens eine davon abgetrennte Teillänge und das Band an den Positionen der ersten bis vierten Brammenoder Bandtrenneinrichtung (10, 14, 17, 24) getrennt werden.

Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mit der ersten und vierten Brammen- oder Bandtrenneinrichtung (10, 24) Schrottstücke geschnitten und diese aus der Produktionslinie der Produktionsanlage entfernt werden.

Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der zweiten und dritten Brammen- oder Bandtrenneinrichtung (14, 17) Stücke einer solchen Länge aus der Dünnbramme oder der mindestens einen davon abgetrennten Teillänge oder dem Band herausgeschnitten werden, dass die jeweils verbleibenden Teillängen der Dünnbramme während der Dauer des Störfalls im Rollenherdofen (2) oszillierend hin und her gefahren werden können.

Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei Überschreiten einer maximal zulässigen Brammeneinliegezeit die geschnittenen Teillängen mittels des Ofenfährensystems (15) seitlich aus dem Rollenherdofen (2) ausgetragen und über den zugeordneten Rollengang (22) der nachfolgenden Stapeleinrichtung (23) zugeführt werden.

Description:
Im Endlosbetrieb betreibbare Produktionsanlage und Verfahren zum Betrieb der Produktionsanlage im Störfall

Die Erfindung richtet sich auf eine Produktionsanlage, die in Reihe eine einem Rollenherdofen vorgeschaltete Dünnbrammenstranggießanlage, den den Gießstrang oder mindestens eine davon abgetrennte Teillänge des Gießstrangs aufnehmenden Rollenherdofen und eine den in dem Rollenherdofen erwärmten oder warmgehaltenen Gießstrang oder die mindestens eine davon abgetrennte Teillänge auswalzende, dem Rollenherdofen nachgeschaltete Walzstraße mit zugeordneter Haspelanlage umfasst.

Weiterhin richtet sich die Erfindung auf ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Produktionsanlage.

Produktionsanlagen, die in ihrer Produktionslinie in Reihe eine Dünnbrammenstranggießanlage und einen Rollenherdofen und eine nachfolgende Walzstraße mit zugeordneter Haspelanlage umfassen, sind als Dünnbrammen- Dünnband-Gießwalzanlagen unter der Bezeichnung CSP-Anlagen oder auch unter der Bezeichnung CEM (Compact Endless Cast & Rolling Mill) bekannt. Derartige Anlagen können im Endlosbetrieb, bei welchem eine kontinuierliche Herstellung des gewalzten Metallbandes erfolgt, betrieben werden. Bei diesem Endlosbetrieb wird dann auch die gegossene Dünnbramme kontinuierlich dem Rollenherdofen und der Walzstraße zugeführt. Problematisch bei dem Endlosbetrieb ist, dass dadurch eine „starre" Verbindung zwischen Stranggießanlage und Walzstraße besteht, wobei die Temperatur in der Gesamtanlage, insbesondere in dem Fertigwalzwerk im Endlosverfahren je nach Gießgeschwindigkeit nicht immer auf dem notwendigen Niveau gehalten werden kann. Derartige Anlagen sind daher auch dahingehend weiterentwickelt worden, dass mit ihnen ein Batch-Betrieb möglich ist, bei welchem durch Trennung der gegossenen Dünnbramme eine Entkopplung zwischen der Gießanlage/Gießmaschine und der Walzstraße erfolgt und dadurch eine diskontinuierliche Herstellung des Metallbandes möglich ist.

Eine solche Produktionsanlage ist aus der DE 10 2008 020 412 A1 bekannt. Neben den in Reihe angeordneten Produktionsanlagenteilen Gießmaschine, Rollenherdofen und Walzstraße weist diese Anlage auch bereits zwei Brammen- oder Bandtrenneinrichtungen sowie ein Ofenfährensystem auf. In der Produktionslinie wird der Dünnbrammengießstrang zunächst einem ersten Walzgerüst der Walzstraße zugeführt, dem dann eine erste Brammen- oder Bandtrenneinrichtung nachgeschaltet ist. Die Aufgabe des Ofens besteht darin, die Bramme nach dem Schnitt aufzuheizen und die Temperatur der Bramme zu vergleichmäßigen. Danach wird die Bramme mit höherer Geschwindigkeit als die Gießgeschwindigkeit in das Walzwerk eingezogen. Es folgt dann ein Ofenfährensystem gefolgt von einem Rollenherdofen mit einer nachgeschalteten zweiten Brammen- oder Bandtrenneinrichtung, die einlaufseitig zu einer zweiten Gerüstgruppe der Walzstraße angeordnet ist. Mit dieser Produktionsanlage ist es möglich, Brammen aus der Linie herauszufahren, zu speichern oder zwischenzulagern. Bei einem Endlosbetrieb ist eine solche Handhabung der Dünnbrammen aber nicht möglich. Diese führt dazu, dass bei Störfällen, bei denen es zu einem Stillstand des Dünnbrammentransportes kommt, eine Beschickung der Ofenfähren des Ofenfährensystems nicht möglich ist, da sich dann bereits ein zu langes Brammenteilstück im Rollenherdofen befindet.

Eine derartige Produktionsanlage ohne Ofenfährensystem ist aus der EP 2 957 359 A1 bekannt. Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine Lösung zu schaffen, die es ermöglicht, bei einer im Endlosbetrieb betreibbaren Dünnbrammenstranggießanlage im Falle eines einen Stillstand des Brammenoder Bandtransportes verursachenden Störfalls eine Brammenpufferkapazität bereitzustellen. Diese Aufgabe wird durch eine Produktionsanlage gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren gemäß Anspruch 3 gelöst.

Erfindungsgemäß wird eine Produktionsanlage vorgeschlagen, die in Reihe eine einem Rollenherdofen vorgeschaltete Dünnbrammenstranggießanlage, den den Gießstrang oder mindestens eine davon abgetrennte Teillänge des Gießstrangs aufnehmenden Rollenherdofen und eine den in dem Rollenherdofen erwärmten oder warmgehaltenen Gießstrang oder die mindestens eine davon abgetrennte Teillänge auswalzende, dem Rollenherdofen nachgeschaltete Walzstraße mit zugeordneter Haspelanlage umfasst, wobei die Stranggießanlage und die Walzstraße in einem Endlos-Betriebsmodus betreibbar sind, und wobei der Auslaufseite des Rollenherdofens ein seitlich zum Rollenherdofen angeordnetes Ofenfährensystem zugeordnet und die Walzstraße eine erste Gerüstgruppe und eine dazu beabstandete zweite Gerüstgruppe mit einer zwischen erster und zweiter Gerüstgruppe angeordneten Heizeinrichtung, insbesondere Induktionsheizung, aufweist und wobei weiterhin in Brammeneinlaufrichtung einlaufseitig vor dem Rollenherdofen eine erste Brammen- oder Bandtrenneinrichtung, insbesondere eine Bandschere, vorzugsweise eine Pendelschere, angeordnet und in Brammenauslaufrichtung auslaufseitig nach dem Rollenherdofen und vor der ersten Gerüstgruppe der Walzstraße eine zweite Brammen- oder Bandtrenneinrichtung angeordnet ist, wobei die zweite Brammenoder Bandtrenneinrichtung als Brennschneidvorrichtung ausgebildet ist und wobei im auslaufseitigen Bereich des Rollenherdofens vor einem, vorzugsweise zumindest in etwa, der Längserstreckung einer Ofenfähre des Ofenfährensystems entsprechenden Längenabschnitt des Rollenherdofens eine als Brennschneidvorrichtung ausgebildete dritte Brammen- oder Bandtrenneinrichtung angeordnet und dass in Bandlaufrichtung auslaufseitig der ersten Gerüstgruppe der Walzstraße vor dem Einlauf in die Heizeinrichtung eine vierte Brammen- oder Bandtrenneinrichtung, insbesondere eine Bandschere, vorzugsweise eine Trommelschere, angeordnet ist. Bezüglich des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betrieb der Produktionsanlage wird vorgeschlagen, dass bei Stillstand des Brammen- oder Bandtransportes während eines Störfalls in der Produktionsanlage alle der ersten bis vierten Brammen- oder Bandtrenneinrichtungen aktiviert und die Dünnbramme oder die mindestens eine davon abgetrennte Teillänge und das Band an den Positionen der ersten bis vierten Brammen- oder Bandtrenneinrichtung getrennt werden.

Die erfindungsgemäße Produktionsanlage ist also durch die Anordnung und Positionierung von vier Brammen- oder Bandtrenneinrichtungen gekennzeichnet, die vor dem Rollenherdofen, im Rollenherdofen, nach dem Rollenherdofen und vor dem ersten Gerüst der Walzstraße sowie nach dem ersten Gerüst der Walzstraße und vor dem zweiten Gerüst der Walzstraße angeordnet sind. Damit ist es im Falle eines Störfalles, bei welchem der Dünnbrammen- oder Bandtransport zum Stillstand kommt, möglich, die Bramme bzw. das Band an diesen Positionen zu trennen. Hierbei sind zwei der vier Brammen- oder Bandtrenneinrichtungen, nämlich die erste und die vierte Brammen- und Bandtrenneinrichtung als Bandscheren ausgebildet, so dass hier zu entsorgende Schrottteile geschnitten werden können. Die beiden anderen, nämlich die zweite und die dritte Brammenoder Bandtrenneinrichtung sind hingegen als Brennschneidvorrichtungen ausgebildet, so dass hier zwischen den verbleibenden Brammenstücken eine Lücke geschnitten wird, die es dann ermöglicht, die verbleibenden Brammenteillängen während der Störfallzeit oszillierend im Rollenherdofen hin und her zu fahren.

Erfindungsgemäß wichtig ist also zunächst die Anordnung der vier Brammen- oder Bandtrenneinrichtungen an definierten Positionen und deren Aktivierung bei Stillstand des Brannnnen- oder Bandtransportes während eines Störfalls in der Produktionsanlage.

In vorteilhafter Ergänzung und Weiterbildung der Produktionsanlage sieht die Erfindung vor, dass dem Ofenfährensystem ein Rollengang mit nachfolgender Stapeleinrichtung zugeordnet ist. Dies ermöglicht es, in den Fällen, in denen die Störfallzeiten so lang werden, dass maximal zulässige Brammeneinliegezeiten überschritten würden, die geschnittenen Teillängen mittels einer oder mehrerer Ofenfähre(n) des Ofenfährensystems aus dem Rollenherdofen ausgetragen und über den zugeordneten Rollengang der nachfolgenden Stapeleinrichtung zugeführt werden. Insofern sieht das erfindungsgemäße Verfahren in Ausgestaltung vor, dass bei Überschreiten einer maximal zulässigen Brammeneinliegezeit die geschnittenen Teillängen mittels des Ofenfährensystems seitlich aus dem Rollenherdofen ausgetragen und über den zugeordneten Rollengang der nachfolgenden Stapeleinrichtung zugeführt werden.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass mit der ersten und vierten Brammen- oder Bandtrenneinrichtung Schrottstücke geschnitten und diese aus der Produktionslinie der Produktionsanlage entfernt werden.

Schließlich zeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren auch dadurch aus, dass mittels der zweiten und dritten Brammen- oder Bandtrenneinrichtung Stücke einer solchen Länge aus der Dünnbramme oder der mindestens einen davon abgetrennten Teillänge oder dem Band herausgeschnitten werden, dass die jeweils verbleibenden Teillängen der Dünnbramme während der Dauer des Störfalls im Rollenherdofen oszillierend hin und her gefahren werden können.

Die Erfindung ist nachstehend anhand der einzigen Figur beispielhaft näher erläutert. Diese Figur zeigt in schematischer Darstellung die Anordnung verschiedener Produktionsanlagenteile in der Produktionslinie der erfindungsgemäßen Produktionsanlage. Die Fig. zeigt in schematischer Seitenansicht eine als Gießwalzanlage ausgebildete Produktionsanlage, die eine Dünnbrammen-Stranggießanlage oder Dünnbrammen-Stranggießmaschine 1 , in der ein Gießstrang 1 a erzeugt wird, einen Rollenherdofen 2 und eine Walzstraße 3 mit zugehörigen Nebeneinrichtungen umfasst. Diese Einrichtungen der Dünnbrammen- Stranggießanlage oder Dünnbrammen-Stranggießmaschine 1 sind in Reihe hintereinander angeordnet und bilden die Produktionslinie der Dünnbrammen- Stranggießanlage oder -maschine 1 aus.

In der dem Rollenherdofen 2 vorgeschalteten Dünnbrammen-Stranggießmaschine 1 wird aus einer Gießpfanne 1 1 ein Verteilergefäß 4 gespeist, dem eine Stranggießkokille 5, ein Stützrollengerüst 6 mit eine Biegeeinheit 7 und eine Richtmaschine nachgeordnet sind. Am Ausgang 9 der Dünnbrammen- Stranggießanlage oder Dünnbrammen-Stranggießmaschine 1 ist in Brammenlaufrichtung einlaufseitig vor dem Rollenherdofen 2 eine erste Brammen- oder Bandtrenneinrichtung 10 angeordnet. Diese hinter der Gießmaschine 1 und vor dem Rollenherdofen 2 angeordnete erste Brammen- oder Bandtrenneinrichtung 10 ist als Pendelschere ausgebildet.

Die Walzstraße 3 beginnt nach einer zweiten Brammen- oder Bandtrenneinrichtung 14, die in Brammenlaufrichtung auslaufseitig nach dem Rollenherdofen 2 und vor einer ersten Gerüstgruppe 12 der Walzstraße 3 angeordnet und als Brennschneideinrichtung oder Brennschneidvorrichtung ausgebildet ist. Darauf folgt die erste Gerüstgruppe 12 der Walzstraße 3, die zudem eine zur ersten Gerüstgruppe 12 beabstandete zweite Gerüstgruppe 13 und eine zwischen erster und zweiter Gerüstgruppe 12,13 angeordnete Heizeinrichtung 18, insbesondere Induktionsheizung, sowie hinter den Walzgerüsten der zweiten Gerüstgruppe 13 in üblicher Weise angeordnet eine Trenneinrichtung 19, eine Kühlstrecke 20 und zwei Haspelanlagen 21 aufweist. In der dem Rollenherdofen 2 nachgeschalteten Walzstraße 3 wird der in dem Rollenherdofen 2 erwärmte oder warmgehaltene Gießstrang 1 a oder eine mittels der ersten Brammen- oder Bandtrenneinrichtung 10 davon abgetrennte Teillänge ausgewalzt.

Der den Gießstrang 1 a oder mindestens eine davon abgetrennte Teillänge aufnehmenden Rollenherdofen 2 ist in drei gleichlange Teilbereiche 2a, 2b und 2c aufgeteilt und für die Aufnahme einer gewünschten Dünnbrammenlänge oder einer davon abgetrennten Teillänge des Gießstrangs 1 a ausgelegt. Der Auslaufseite des Rollenherdofens 2 ist ein seitlich zu diesem angeordnetes Ofenfährsystem 15 zugeordnet, das im Bereich des letzten Drittels des Länge des Rollenherdofens 2 eine Ofenfähre 16 umfasst, mittels welcher im Rollenherdofen 2 abgetrennte Teillängen einer Dünnbramme seitlich aus dem Rollenherdofen 2 ausgetragen werden können. Um derartige Teillängen schneiden zu können, ist im Auslaufbereich des Rollenherdofens 2 vor einem, vorzugsweise zumindest in etwa, der Längenerstreckung der Ofenfähre 16 entsprechenden Längenabschnitt des Rollenherdofens 2 eine dritte Brammen- oder Bandtrenneinrichtung 17 angeordnet. Diese dritte Brammen- oder Bandtrenneinrichtung 17 ist ebenfalls als Brennschneideinrichtung oder Brennschneidvorrichtung ausgebildet und im in der Transportrichtung des Rollenherdofens 2 bzw. Brammen- oder Bandlaufrichtung betrachtet hinteren Bereich des Rollenherdofens 2 vor der Ofenfähre 16 angeordnet.

Dem Ofenfährsystem 15 ist ein Rollengang 22 mit nachfolgender Stapeleinrichtung 23 zugeordnet.

Eine vierte Brammen- oder Bandtrenneinrichtung 24 ist in Bandlaufrichtung auslaufseitig der ersten Gerüstgruppe 12 der Walzstraße 3 vor dem Einlauf in die Heizeinrichtung 18 angeordnet. Diese vierte Brannnnen- oder Bandtrenneinrichtung 24 ist als Trommelschere ausgebildet.

Die Produktionsanlage dient dem Endlos-Walzen oder Batch-Walzen durch Gießen von flüssigem Metall, insbesondere von flüssigem Stahl, zu dem Gießstrang 1 a, der nach seinem Erstarren in der ersten Brammen- oder Bandtrenneinrichtung 10 in Gießstrang-Teillängen aufgeteilt und in den Rollenherdofen 2 befördert wird. Die jeweilige Gießstrang-Teillänge wird im Rollenherdofen 2 aufgeheizt, in der Temperatur vergleichmäßigt und auf Walztemperatur zum Auswalzen in der Walzstraße 3 gebracht. Während dieser Zeit wird das Stranggießen ohne Unterbrechung weitergeführt.

Falls es nun zu einem Störfall kommt, bei welchem es zu einem Stillstand des Brammen- oder Bandtransports kommt, stehen die erste bis vierte Brammen- oder Bandtrenneinrichtung 10, 14, 17, 24 zur Verfügung und ermöglichen in ihrem Zusammenwirken die Nutzung des Rollenherdofens 2 als Brammenpufferkapazität. Wenn im Störfall die als Teillänge von dem Gießstrang 1 a abgetrennte Dünnbramme zum Stillstand kommt, werden alle vier (erste bis vierte) Brammen- oder Bandtrenneinrichtungen 10, 14, 17 und 24 aktiviert und wird die Dünnbramme an vier, jeweils der Position einer Brammen- oder Bandtrenneinrichtung entsprechenden Positionen getrennt. Hierbei schneiden die erste und vierte, jeweils als Bandschere ausgebildete Brammen- oder Bandtrenneinrichtung 10, 24 jeweils ein Schrottstück, welches dann über die Schrottabfuhr entsorgt wird. Weiterhin entsteht an den Schnittstellen der jeweils als Brennschneidvorrichtung ausgebildeten zweiten und dritten Brammen- oder Bandtrenneinrichtung 14, 17 eine Lücke zwischen dem jeweiligen Kopf und Ende der Brammenstücke, so dass diese Brammenstücke eine Zeit lang im Rollenherdofen 2 oszillierend hin und her gefahren werden können. Kann die Störung nicht innerhalb einer Zeitspanne, welche als maximale Brammeneinliegezeit oder Brammenliegezeit im Ofen definiert ist oder wird, beseitigt werden, so dass es noch möglich wäre, die im Rollenherdofen 2 verweilenden Brammenstücke in der Walzstraße 3 zu walzen, dann werden diese Brammenstücke über die Ofenfähre 16 seitlich aus dem Rollenherdofen 2 ausgetragen und über den Rollengang 22 der nachfolgenden Stapeleinrichtung 23 zugeführt und auf diese Weise entsorgt.

Mithilfe der zweiten, als Brennschneidvorrichtung ausgebildeten Brammen- oder Bandtrenneinrichtung 14 wird in jedem Fall vermieden, dass ein Brammenstück größer einer einfachen Brammenlänge der Walzstraße 3 zugeführt werden muss. Es ist notwendig dies zu vermeiden, da die vor dem Haspel bzw. der Haspelanlage 21 angeordnete Hochgeschwindigkeitsschere (Trenneinrichtung 19) für den Endlosbetrieb mit Banddicken < 4,0 mm ausgelegt ist. Im Falle der Entsorgung einer überlangen Bramme aus dem Rollenherdofen 2 würde diese Schere zur Ablängung auf Coillänge aktiviert werden müssen. Die Begrenzung auf eine maximal Banddicke von 4,0 mm kann nach einem Störfall nicht garantiert werden.

Bezugszeichenliste

1 Dünnbramnnengießanlage

1 a Gießstrang

2 Rollenherdofen

3 Walzstraße

10 Brammen- oder Bandtrenneinrichtung

12 erste Gerüstgruppe

13 zweite Gerüstgruppe

14 Brammen- oder Bandtrenneinrichtung

15 Ofenfährensystem

16 Ofenfähre

17 Brammen- oder Bandtrenneinrichtung

18 Heizeinrichtung

21 Haspelanlage

22 Rollengang

23 Stapeleinrichtung

24 Brammen- oder Bandtrenneinrichtung