Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
CONTROL DEVICE AND CONTROL METHOD FOR CONTROLLING A MACHINE TOOL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/153408
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a control device for controlling a machine tool, wherein the machine tool and the control device are configured in such a way that a tool and/or workpiece arranged on the machine tool is movable with at least a first speed as well as with at least a second speed. When changing from a movement with the first speed (1) to a movement with the second speed (2), the tool or workpiece is first stopped prior to performing the movement with the second speed (2) when the second speed is greater by at least a predetermined factor than the first speed. The control device comprises an input device for triggering the movement with the second speed (2), and the subsequent execution of the movement with the second speed (2) is triggered by an operator input at the input device. The invention further relates to a corresponding control method for controlling a machine tool.

Inventors:
KORMANN, Benjamin (Sebastianspark 19, Mindelheim, 87719, DE)
Application Number:
DE2018/100149
Publication Date:
August 30, 2018
Filing Date:
February 21, 2018
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
GROB-WERKE GMBH & CO. KG (Industriestrasse 4, Mindelheim, 87719, DE)
International Classes:
G05B19/416; B23Q15/22; G05B19/409; G05B19/425
Foreign References:
DE102012106616A12014-01-23
US6263553B12001-07-24
US20070124904A12007-06-07
US6243857B12001-06-05
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
KASTEL PATENTANWÄLTE et al. (St.-Cajetan-Str. 41, München, 81669, DE)
Download PDF:
Claims:
PATENTANSPRÜCHE

1 . Steuerungsvorrichtung zum Steuern einer Werkzeugmaschine,

wobei die Werkzeugmaschine und die Steuerungsvorichtung so gestaltet sind, dass ein an der Werkzeugmaschine angeordnetes Werkzeug und/oder Werkstück mit wenigstens einer ersten Geschwindigkeit (1 ) sowie mit wenigstens einer zweiten Geschwindigkeit (2) bewegbar ist,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Steuerungsvorrichtung des Weiteren so gestaltet ist, dass beim Wechsel von einer Bewegung mit der ersten Geschwindigkeit (1 ) auf eine Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit (2) das Werkzeug oder das Werkstück vor dem Ausführen der Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit (2) zunächst angehalten (3) wird, wenn die zweite Geschwindigkeit (2) mindestens um einen vorgegebenen Faktor größer als die erste Geschwindigkeit (1 ) ist,

die Steuerungsvorrichtung eine Eingabevorrichtung zum Auslösen der

Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit (2) aufweist, und

das nachfolgende Ausführen der Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit (2) durch eine Bedienereingabe an der Eingabevorrichtung ausgelöst wird. 2. Steuerungsvorrichtung nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Eingabevorrichtung eine Freigabetaste, ein Freigabe-Kippschalter, ein Freigabe-Drehschalter oder ein Potentiometer mit Zug- bzw.

Druckschalterfunktion ist.

3. Steuerungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Steuerungsvorrichtung eine weitere Eingabevorrichtung zum

Beeinflussen der Geschwindigkeit der Bewegung mit der zweiten

Geschwindigkeit (2) aufweist.

4. Steuerungsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Bewegung mit der ersten Geschwindigkeit (1 ) eine Vorschubbewegung und die Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit (2) eine Eilgangbewegung ist.

5. Steuerungsverfahren zum Steuern einer Werkzeugmaschine mit den Schritten:

- Starten eines Programmablaufs durch einen Bediener, wobei der

Programmablauf eine Abfolge von Bewegungen eines Werkzeugs und/oder eines Werkstücks mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten (1 , 2) aufweist,

- Anhalten des Programmablaufs durch eine Steuerungsvorrichtung der

Werkzeugmaschine beim Wechsel von einer Bewegung mit einer ersten

Geschwindigkeit (1 ) in eine nachfolgende Bewegung mit einer zweiten

Geschwindigkeit (2), bevor die Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit (2) ausgeführt wird, wenn die zweite Geschwindigkeit (2) mindestens um einen vorgegebenen Faktor größer als die erste Geschwindigkeit (1 ) ist,

- Auslösen des Ausführens der zweiten Bewegung (2) durch eine

Bedienereingabe an einer an der Steuerungsvorrichtung der Werkzeugmaschine vorgesehenen Eingabevorrichtung.

6. Steuerungsverfahren nach Anspruch 5,

wobei die Geschwindigkeit der Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit (2) durch eine weitere Bedienereingabe vorgegeben wird.

Description:
BESCHREIBUNG

Steuerungsvorrichtung und Steuerungsverfahren zum Steuern einer

Werkzeugmaschine

Die Erfindung betrifft eine Steuerungsvorrichtung zum Steuern einer

Werkzeugmaschine, wobei die Werkzeugmaschine und die Steuerungsvorichtung so gestaltet sind, dass ein an der Werkzeugmaschine angeordnetes Werkzeug und/oder ein an der Werkzeugmaschine angeordnetes Werkstück mit wenigstens einer ersten Geschwindigkeit sowie mit wenigstens einer zweiten Geschwindigkeit bewegbar ist. Die Erfindung betrifft ferner ein Steuerungsverfahren zum Steuern einer Werkzeugmaschine

Beim Einfahren einer computergesteuerten Werkzeugmaschine (CNC-Maschine) wird ein Computerprogramm (NC-Programm), in dem unter anderem die durch die

Werkzeugmaschine an einem Werkstück durchzuführenden Bearbeitungsschritte festgelegt sind, durch einen Bediener schrittweise durchgeführt, um das Programm bezüglich seiner Korrektheit und Ausführbarkeit für den gewünschten

Bearbeitungsvorgang zu überprüfen. Dadurch können beispielsweise fehlerhafte Bearbeitungsschritte erkannt oder Kollisionen zwischen Werkzeug und Werkstück e bei einer Vorschub- oder Positionierbewegung verhindert werden.

Hierzu bieten die Steuerungen von Werkzeugmaschinen in der Regel die Möglichkeit, das NC-Programm in einem Einzelsatzmodus ablaufen zu lassen. Hierbei wird der Programmablauf nach jedem einzelnen Programmschritt angehalten, und die

Fortführung des Programms, d.h. das Ausführen des nachfolgenden Programmschritts, wird durch eine Bedienereingabe ausgelöst.

Nachteilig ist hier, dass eine Bedienereingabe zum Ausführen des nachfolgenden Programmschritts nach jedem einzelnen Programmschritt erforderlich ist. Um das gesamte NC-Programm in allen Enzelschritten zu testen, ist daher ein erheblicher Umfang an Bedienereingaben erforderlich. Dies verlängert den Zeitbedarf zum

Einfahren erheblich.

Oftmals ist es jedoch nicht erforderlich, alle Schritte einzeln auszuführen. Eine Vielzahl von Schritten kann auch zusammenhängend ausgeführt werden, und nur bei bestimmten Schritten, z.B. schnellen Eilgang- bzw. Positionierbewegungen, ist es erforderlich, vor der Ausführung des Programms anzuhalten und den entsprechenden Schritt durch eine gesonderte Bedienereingabe auszulösen. Besonders kritische Situationen sind dabei Stellen im Programm, bei denen der Folgesatz, d.h. die

Bewegung im nachfolgenden Programmschritt, erheblich schneller ist als der vorhergehende Satz. Bei derartigen Situationen hat der Bediener kaum die Möglichkeit, auf eine fehlerhafte Bewegung zu reagieren.

Beim Einfahren eines NC-Programms möchte der Bediener häufig eine Reihe von Vorschubbewegungen, die in aufeinanderfolgenden Programmschritten festgelegt sind, zusammenhängend durchführen, ohne jedoch von einer anschließend folgenden Eilgangbewegung mit hoher Geschwindigkeit überrascht zu werden. Vielmehr möchte er die anschließende Eilgangbewegung kontrolliert durchführen und ggf. durch eine gesonderte Bedienereingabe auslösen, um beispielsweise zu vermeiden, dass das Werkzeug mit hoher Geschwindigkeit mit dem Werkstück kollidiert.

Um dieses zu ermöglichen, sind Werkzeugmaschinensteuerungen bekannt, deren Bedienelemente über sog. Override-Potentiometer verfügen. Häufig sind dabei zwei getrennte Override-Potentiometer vorhanden. Das erste Override-Potentiometer, auch als Vorschub-Override-Potentiometer bezeichnet, beeinflußt dabei üblicherweise

Geschwindigkeiten von Vorschubbewegungen, d.h. den Bewegungen mit in der Regel niedriger Geschwindigkeit, die das Werkzeug, das Werkstück oder beide relativ zueinander durchführen, wenn das Werkzeug das Werkstück bearbeitet. Durch

Einstellen des ersten Override-Potentiometers kann die Vorschubgeschwindigkeit, die bei Ausführen eines Programmschritts im NC-Programm für den jeweiligen

Bearbeitungsschritt festgelegt wurde, angepaßt, und dabei insbesondere herabgesetzt werden. Das zweite Override-Potentiometer (Eilgang-Override-Potentiometer) beeinflußt Geschwindigkeiten im Eilgang, d.h. den Bewegungen mit im Vergleich zu Vorschubbewegungen in der Regel hoher Geschwindigkeit, die das Werkzeug, das Werkstück oder beide relativ zueinander durchführen, wenn das Werkzeug relativ zum Werkstück positioniert wird. Durch Einstellen des zweiten Override-Potentiometers kann die Eilgang- bzw. Positioniergeschwindigkeit, die bei Ausführen einer

Positionierbewegung durch das NC-Programm vorgegeben wird, angepaßt,

insbesondere herabgesetzt werden.

Um nicht von einer auf eine Abfolge von Vorschubbewegungen folgende

Eilgangbewegung überrascht zu werden, sondern die Eilgangbewegung kontrolliert und mit nicht vom Programm, sondern vom Bediener vorgegebener Geschwindigkeit auszuführen, stellt der Bediener zunächst das Eilgang-Potentiometer auf 0%. Wenn nach einer Abfolge von Programmschritten mit Vorschubbewegung dann ein

Programmschritt mit einer Eilgangbewegung folgt, bleibt die Werkzeugmaschine, d.h. das Werkzeug und/oder das Werkstück, zunächst so lange stehen, bis der Bediener das Eilgang-Potentiometer bewußt aufdreht. Dadurch kann die Eilgangbewegung durch den Bediener kontrolliert ausgelöst werden, und die Ausführungsgeschwindigkeit kann durch den Bediener beeinflußt werden. Die Eilgang-Bewegung startet nicht mit der aktuellen Einstellung des Vorschub-Override-Potentiometers, das in diesem Moment in der Regel sehr schnell eingestellt ist, sondern kann langsam und kontrolliert mit dem separaten Eilgang-Override-Potentiometer gestartet werden.

Nachteilig ist hier einerseits, dass zusätzliche Bauteile in Form von Override- Potentiometern bzw. zumindest ein zweites Override-Potentiometer benötigt werden. Nachteilig ist hier jedoch insbesondere, dass es für den Bediener erforderlich ist, nach Ausführung jeder einzelnen Eilgangbewegung während nachfolgenden

Vorschubbewegungen das Eilgangpotentiometer wieder auf die Position 0%

zurückzustellen, damit auch nachfolgende Eilgangbewegungen zunächst wieder angehalten und dann vom Bediener kontrolliert ausgeführt werden können. Vergißt er dies, so wird eine spätere Eilgangbewegung automatisch durch das Programm mit der von diesem vorgegebenen Geschwindigkeit durchgeführt, so dass der Bediener hierüber keine Kontrolle mehr hat und eventuelle Kollisionen zwischen Werkzeug und Werkstück deshalb ggf. nicht mehr vermeiden kann. Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Steuerungsvorrichtung und ein Steuerungsverfahren zum Steuern einer Werkzeugmaschine bereitzustellen, mit denen der Bediener die Ausführung von schnellen Bewegungen von Werkzeug und/oder Werkstück bei jeder derartigen Bewegung kontrolliert auslösen kann, und wobei ein automatisches Anhalten vor der Ausführung von schnellen Bewegungen durch die Werkzeugmaschinensteuerung stets sichergestellt ist.

Diese Aufgabe wird durch eine Steuerungsvorrichtung zum Steuern einer

Werkzeugmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein

Steuerungsverfahren zum Steuern einer Werkzeugmaschine mit den

Verfahrensschritten des Anspruchs 5 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Bei einer erfindungsgemäßen Steuerungsvorrichtung zum Steuern einer

Werkzeugmaschine sind die Werkzeugmaschine und die Steuerungsvorichtung so gestaltet, dass ein an der Werkzeugmaschine angeordnetes Werkzeug und/oder ein an der Werkzeugmaschine angeordnetes Werkzeug mit wenigstens einer ersten

Geschwindigkeit sowie mit wenigstens einer zweiten Geschwindigkeit bewegbar ist. Die Steuerungsvorrichtung ist dabei des Weiteren so gestaltet, dass beim Wechsel von einer Bewegung mit der ersten Geschwindigkeit auf eine Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit das Werkzeug oder das Werkstück vor dem Ausführen der Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit zunächst angehalten wird, wenn die zweite

Geschwindigkeit mindestens um einen vorgegebenen Faktor größer als die erste Geschwindigkeit ist. Die Steuerungsvorrichtung weist eine Eingabevorrichtung zum Auslösen der Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit auf, und das nachfolgende Ausführen der Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit wird durch eine

Bedienereingabe an der Eingabevorrichtung ausgelöst. Liegt die Geschwindigkeit der zweiten, auf die Bewegung mit der ersten

Geschwindigkeit folgenden Bewegung mindestens um einen Faktor höher, d.h. ist die zweite Bewegung mindestens um den vorgegebenen Faktor schneller als die erste Bewegung, dann wird die Ausführung des Programms, d.h. die Durchführung der nachfolgenden Bewegung von Werkzeug und/oder Werkstück, zunächst angehalten. Der Faktor kann beliebige Werte aufweisen, insbesondere Werte größer als 1 . Das Anhalten kann insbesondere dann erfolgen, wenn die Geschwindigkeit bei der

Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit mindestens um den Faktor 2 höher ist als die Geschwindigkeit bei der Bewegung mit der ersten Geschwindigkeit. Jedoch können auch andere Faktoren verwendet werden, beispielsweise der Faktor 10 oder beliebige Faktoren aus dem Intervall zwischen 2 und 10. Der Faktor kann an der

Steuerungsvorrichtung eingegeben werden, beispielsweise durch Tasteneingabe oder ein Potentiometer, oder auch in der Steuerung fest einprogrammiert und/oder durch ein Auswahlmenü oder einen Berührbildschirm auswählbar sein.

Die programmtechnische Umsetzung muss zur Ausführung der Erfindung nicht zwangsläufig programmtechnisch durch Vorsehen eines Faktors eines Faktors zwischen den beiden Geschwindigkeiten erfolgen. Das Kriterium, das Programm vor Ausführen der zweiten Bewegung zu unterbrechen, kann programmtechnisch auch beispielsweise dadurch umgesetzt werden, dass das Programm vor Ausführen der zweiten Bewegung unterbrochen wird, wenn die zweite Geschwindigkeit um einen (beispielsweise additiven) Schwellwert größer als die erste Geschwindigkeit ist. Auch dann liegt im Ergebnis ein Faktor zwischen der ersten und der zweiten Geschwindigkeit vor, so dass dieselbe Wirkung erzeugt wird wie bei der tatsächlichen Implementierung unter Verwendung eines multiplikativen Faktors, so dass auch eine derartige

Umsetzung unter den beanspruchten Schutzbereich fällt. Dasselbe gilt, wenn als Kriterium für die Programmunterbrechung die zweite Geschwindigkeit lediglich mit einem absoluten schwellwert verglichen wird, ohne hierbei die erste Geschwindigkeit in den Vergleich einzubeziehen. Auch dann liegt trotzdem im Ergebnis zwischen den beiden Geschwindigkeiten stets ein Faktor vor, und wenn die erste Geschwindigkeit kleiner als der Schwellwert ist,dann ist der Faktor, der sich aus dem Quotienten der zweiten Geschwindigkeit bei Programmunterbrechung und der ersten Geschwindigkeit ergibt, stets größer als 1. Durch die an der erfindungsgemäßen Steuerungsvorrichtung vorgesehene

Eingabevorrichtung wird dann die Bewegung mit der zweiten, gegenüber der ersten Geschwindigkeit mindestens um den vorgegebenen Faktor höheren Geschwindigkeit durch den Bediener ausgelöst. Erst durch das Auslösen wird der Programmschritt des NC-Programms, durch den die Bewegung mit der höheren Geschwindigkeit vorgegeben wird, ausgelöst.

Eine im Sinne der Erfindung ausgebildete Steuerungsvorrichtung zum Steuern einer Werkzeugmaschine zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass eine Bewegung mit einer höheren Geschwindigkeit, d.h. eine schnelle Bewegung, jedes Mal automatisch angehalten werden kann, wenn sie auf eine vorangehende Bewegung mit einer niedrigeren Geschwindigkeit, d.h. eine langsamere Bewegung, folgt, ohne dass es hierfür besonderer Eingriffe durch den Bediener bedarf. Dadurch ist sichergestellt, dass die Werkzeugmaschine bzw. das NC-Programm jedes Mal vor dem Durchführen einer schnellen Bewegung zunächst automatisch anhält, so dass ein versehentliches

Ausführen einer schnellen Bewegung, und dadurch ggf. verursachte Kollisionen, sicher verhindert werden können. Das anschließende Ausführen der Bewegung erfordert hierbei stets eine Bestätigung durch den Bediener. Hierfür ist kein zweites

Potentiometer erforderlich, vielmehr genügt hierfür beispielsweise eine der an den Bedieneinrichtungen der Werkzeugmaschinensteuerung vorhandenen Tasten. Dadurch können die Bewegungen mit einem einzigen Bedienelement gesteuert werden, ohne dass die Aufmerksamkeit des Bedieners durch "blindes" Suchen der Bedienelemente abgelenkt wird (der Bediener richtet beim Einfahren seine Aufmerksamkeit überwiegend auf Werkstück und Werkzeug selbst, und nicht auf die Bedienelemente der Steuerung, die er weitgehend blind bedient). Vorteilhaft ist dabei insbesondere, dass bei einer im Sinne der Erfindung ausgebildeten Steuerungsvorrichtung zum Steuern einer Werkzeugmaschine durch den

vorgebbarenFaktor vorgegeben bzw. eingestellt werden kann, bei welchen

Geschwindigkeitsunterschieden zwischen einer ersten, langsameren Bewegung und einer nachfolgenden zweiten, schnelleren Bewegung die Ausführung des Programms und damit die Durchführung der zweiten Bewegung zunächst angehalten und durch eine Bedienereingabe fortgeführt werden kann.

In der erfindungsemäßen Steuerungsvorrichtung kann die erfindungsgemäße Funktion deaktivierbar gestaltet werden, so dasss der Bediener auswählen kann, ob er die Funktion nutzen möchte, oder ob er die eingangs beschriebene herkömmliche

Einzelgang-Funktion nutzen möchte.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Steuerungsvorrichtung ist die Eingabevorrichtung eine Freigabetaste, ein Freigabe-Kippschalter, ein Freigabe- Drehschalter oder ein Potentiometer mit Zug- oder Druckschalterfunktion. Nach dem Anhalten des Programms vor Beginn der Bewegung mit der zweiten, höheren

Geschwindigkeit kann der Bediener die zweite Bewegung durch Eingabe an der Eingabevorrichtung auslösen. Eine Taste ermöglicht eine einfache Eingabe an einem bereits üblicherweise an einer Werkzeugmaschinensteuerung vorhandenen

Bedienelement, d.h. es kann eine bereits vorhandene Taste entsprechend

umprogrammiert werden. Durch Kipp- oder Drehschalter kann hingegen die Stellung des Eingabeelements überwacht werden. In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen

Steuerungsvorrichtung weist die Steuerungsvorrichtung eine weitere

Eingabevorrichtung zum Beeinflussen der Geschwindigkeit der Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit auf. Durch die weitere Eingabevorrichtung ist es möglich, die Geschwindigkeit der zweiten Bewegung zu beeinflussen und abweichend von der im NC-Programm festgelegten Geschwindigkeit die zweite, schnellere Bewegung beispielsweise mit einer geringeren Geschwindigkeit durchzuführen als im Programm vorgegeben, so dass hierbei beispielsweise Kollisionen zwischen Werkzeug und

Werkstück rechtzeitig erkannt werden können. Das Beeinflussen der Geschwindigkeit der Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit kann beispielsweise durch ein

Potentiometer oder auch durch Tastatureingabe, einen Berührbildschirm oder entsprechende Menüpunkte der Steuerungsvorrichtung der Werkzeugmaschine erfolgen.

Während es grundsätzlich bei der Erfindung nicht zwingend notwendig ist, die

Geschwindigkeit der zweiten Bewegung, beispielsweise einer Eilgang-Bewegung, durch den Bediener manuell beeinflussen zu können, so ist es doch vorteilhaft, wenn dies möglich ist. Zwar entfällt bei der vorliegenden Erfindung ein separates Eilgang- Override-Potentiometer, jedoch wird die Steuerung der Werkzeugmaschine in der Regel weiterhin zumindest über ein Override-Potentiometer, beispielsweise ein Vorschub- Override-Potentiometer verfügen. Dieses kann in der vorstehend beschriebenen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung dann auch dazu genutzt werden, auch die Geschwindigkeit der zweiten, schnelleren Bewegung, beispielsweise einer Eilgang- Bewegung, zu beeinflussen. Die Unterbrechung des Programms beim Wechsel von einer ersten, langsameren Bewegung auf eine zweite, schnellere Bewegung kann dann dazu genutzt werden, das Override-Potentiometer auf 0 zu drehen, bevor die nächste Bewegung gestartet wird. Dann kann nach dem Starten der nächsten Bewegung das Override-Potentiometer (bzw. auch ein beliebiges anderes

geschwindigkeitsbeeinflussendes Bedienelement, beispielsweise Schnell-Langsam- Tasten) langsam hochgedreht werden, um die Geschwindigkeit der Bewegung kontrollieren zu können.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen

Steuerungsvorrichtung ist die Bewegung mit der ersten Geschwindigkeit eine

Vorschubbewegung und die Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit ist eine

Eilgangbewegung. Als Eilgang wird üblicherweise eine schnelle Positionierbewegung bezeichnet, bei der sich ein Werkzeug nicht im Eingriff an einem Werkstück befindet. Die Bewegung während der Bearbeitung eines Werkstücks durch das Werkzeug wird hingegen üblicherweise als Vorschub bezeichnet. Die Eilgangbewegung ist üblicherweise erheblich schneller als die Vorschubbewegung. Während bei einer Vorschubbewegung Fehler durch den Bediener aufgrund der langsamen

Geschwindigkeit in der Regel rechtzeitig erkannt werden können, ist die Reaktion auf falsche Eilgangbewegung, beispielsweise die Erkennung von Kollisionen, in der Regel nicht möglich. Deshalb ist es für den Bediener erforderlich, vor einer Eilgangbewegung zunächst anzuhalten, soweit vorhanden den Override-Potentiometer auf 0 zu drehen, die Stellung von Werkzeug und Werkstück relativ zueinander, insbesondere ihren Abstand, zu überprüfen, dann im Programm nachzusehen, welcher Weg bei der nachfolgenden Eilgangbewegung zurückgelegt werden soll, anschließend zu beurteilen, ob dieser Weg kollisionsfrei zurückgelegt werden kann, und erst anschließend die Eilgangbewegung auszulösen. Dies wird durch die erfindungsgemäße

Steuerungsvorrichtung ermöglicht. Bei einem erfindungsgemäßen Steuerungsverfahren zum Steuern einer

Werkzeugmaschine wird zunächst ein Programmablauf durch einen Bediener gestartet, wobei der Programmablauf eine Abfolge von Bewegungen eines Werkzeugs und/oder eines Werkstücks mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten aufweist. Der Programmablauf wird dann durch eine Steuerungsvorrichtung der

Werkzeugmaschine beim Wechsel von einer Bewegung mit einer ersten

Geschwindigkeit in eine nachfolgende Bewegung mit einer zweiten Geschwindigkeit angehalten, bevor die Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit ausgeführt wird, wenn die zweite Geschwindigkeit mindestens um einen vorgegebenen Faktor größer als die erste Geschwindigkeit ist.

Ein Auslösen des Ausführens der zweiten Bewegung erfolgt dann durch eine

Bedienereingabe an einer an der Steuerungsvorrichtung der Werkzeugmaschine vorgesehenen Eingabevorrichtung. Bei der Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit ist die Geschwindigkeit somit mindestens um einen vorgegebenen Faktor schneller als bei der Bewegung mit der ersten Geschwindigkeit, wenn das Programm vor Beginn der Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit angehalten wird. Bei der Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit kann es sich beispielsweise um einen Eilgang und bei der Bewegung mit der ersten Geschwindigkeit um eine Vorschubbewegung handeln. Der Faktor, um den sich die Geschwindigkeiten unterscheiden, kann vorzugsweise im Bereich zwischen 2 und 10 liegen In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Steuerungsverfahrens wird die Geschwindigkeit der Bewegung mit der zweiten Geschwindigkeit durch eine weitere Bedienereingabe vorgegeben. Dies kann beispielsweise durch die Vorgabe der Geschwindigkeit mittels eines Potentiometers oder mittels Tastatureingabe erfolgen. Dadurch ist es möglich, die Bewegung mit der höheren Geschwindigkeit nicht nur gezielt auszulösen, sondern die Geschwindigkeit auch so zu beeinflussen, dass während der Durchführung der Bewegung eine Überwachung und Erkennung eventueller Kollisionen durch den Bediener möglich ist und die Bedienung dann rechtzeitig abgebrochen werden kann. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben.

Es zeigen Fig. 1 : eine Abfolge von Vorschub- und Eingangbewegungen und den jeweiligen

Bewegungsunterbrechungen in einem Ablauf gemäß dem Stand der Technik,

Fig. 2: eine Abfolge von Vorschub- und Eingangbewegungen mit

Bewegungsunterbrechungen in einem durch eine erfindungsgemäße Steuerungsvorrichtung gesteuerten Ablauf. Fig. 1 zeigt eine Abfolge von Vorschub- und Eilgangbewegungen und den jeweiligen Bewegungsunterbrechungen in einem Ablauf aufeinanderfolgender Bewegungen gemäß dem Stand der Technik. Nach dem Durchführen eines Programmabschnitts bzw. eines Programmsatzes des NC-Programms, in dem eine langsame, in Fig. 1 und 2 mit durchgezogenen Pfeilen dargestellte Bewegung 1 , beispielsweise eine

Vorschubbewegung vorgegeben ist, wird zunächst stets eine Programmunterbrechung bzw. eine Bewegungsunterbrechung 3 durchgeführt. Bevor die nachfolgende Bewegung eingeleitet wird, unabhängig davon, ob langsame Vorschubbewegung 1 oder schnelle, in Fig. 1 und 2 mit unterbrochenen Pfeilen dargestellte Eilgangbewegung 2, wird zunächst der Programmablauf und damit der Bewegungsablauf mit einer

Programmunterbrechung bzw. einer Bewegungsunterbrechung 3 angehalten. Die nachfolgende Bewegung muss somit stets durch eine Bedienereingabe ausgelöst werden, beispielsweise durch eine Tasteneingabe.

Somit wird das Programm und die Bewegung nach jedem einzelnen Bewegungsschritt 1 , 2 angehalten, ohne dass der Bediener die Möglichkeit hat, aufeinanderfolgende langsame Bewegungen, beispielsweise unmittelbar aufeinanderfolgende

Vorschubbewegungen, auch zusammenhängend ohne Zwischenunterbrechungen durchzuführen, da bei diesen eine Bewegungsunterbrechung 3 häufig nicht erforderlich ist, sondern der Bediener während der Durchführung der Bewegung beobachten kann, ob es zu Problemen kommen kann, und aufgrund der meist geringeren

Bewegungsgeschwindigkeiten die Bewegung im Fehlerfall noch rechtzeitig anhalten kann.

In der in Fig. 2 dargestellten Abfolge von Vorschub- und Eingangbewegungen 1 , 2 mit Bewegungsunterbrechungen bzw. Programmunterbrechungen 3 in einem durch eine erfindungsgemäße Steuerungsvorrichtung gesteuerten Ablauf erfolgt eine

Unterbrechung 3 des Bewegungsablaufs hingegen nur dann, wenn nach einer langsamen Bewegung 1 , beispielsweise einer Vorschubbewegung, unmittelbar eine schnelle Bewegung 2, beispielsweise eine Eilgangbewegung folgt. Nur bei Geschwindigkeitsunterschieden zwischen aufeinanderfolgenden Bewegungen, bei denen die Geschwindigkeit der nachfolgenden Bewegung um einen vorgegebenen Faktor größer ist als die Geschwindigkeit der vorangegehenden Bewegung, wird die Bewegung solange unterbrochen, bis die nachfolgende Bewegung durch einen Eingriff des Bedieners, beispielsweise durch eine Tasteneingabe, ausgelöst wird. Dadurch ist es möglich, mehrere Programmschritte, bei denen Bewegungen mit niedrigeren Geschwindigkeiten 1 durchgeführt werden, zusammenhängend ohne Unterbrechungen auszuführen, und den Programmablauf lediglich vor Programmschritten zu

unterbrechen, bei denen Bewegungen mit höheren Geschwindigkeiten 2 durchgeführt werden, um dem Bediener hierfür eine Kontrollmöglichkeit zu geben und eine anschließende gesonderte Freigabe der Bewegung zu ermöglichen. Folgt auf eine Bewegung mirt hoher Geschwindigkeit hingegen eine Bewegung mit niedriger

Geschwindigkeit, so wird keine Programmunterbrechung vorgenommen, und die Bewegung mit niedriger Geschwindigkeit 1 erfolgt unterbrechungsfrei unmittelbar im Anschluß an die Bewegung mit hoher Geschwindigkeit 2.

BEZUGSZEICHENLISTE

1 langsame Bewegung, z.B. Vorschubbewegung

2 schnelle Bewegung, z.B. Eilgangbewegung

3 Programmunterbrechung bzw. Bewegungsunterbrechung




 
Previous Patent: HARMONIC DRIVE

Next Patent: CONNECTION ELEMENT