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Title:
CONTROL DEVICE AND METHOD FOR CONTROLLING THE OPERATION OF AN INTERNAL COMBUSTION ENGINE AND OF AN ELECTRICAL MACHINE IN A HYBRID VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/134903
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a control device (10) for controlling the operation of an internal combustion engine (20) and of an electrical machine (30) in a hybrid drive assembly (1) of a vehicle, which hybrid drive assembly permits a mechanical coupling (2) of said engine (20) and said machine (30) in a drive train, the control device comprising: an engine control part (11) for controlling the internal combustion engine (20); an electrical machine control part (12) for controlling the electrical machine (30); a monitoring part (13), which is designed to monitor proper operation of the engine control part (11) and of the electrical machine control part (12) and, in the event of a malfunction, to take over at least one control function of the engine control part (11) and/or of the electrical machine control part (12) within a reaction time span. According to the invention, an engine false-start prevention part (15) is designed to detect a transition of the internal combustion engine (20) from stopped to running and, in the event of such a transition, to check if a proper start of the internal combustion engine (20) was requested within a predefined past time span in order to prevent a fuel supply release and/or an ignition release for a predefined engine interruption duration in the case that such a start was not requested, the engine interruption duration being at least as long as the reaction time span.

Inventors:
JEHLE, Martin (Schillerstr. 53, Lappersdorf, 93138, DE)
BECKETT, Andrew G (Erikaweg 57b, Regensburg, 93053, DE)
Application Number:
EP2019/050014
Publication Date:
July 11, 2019
Filing Date:
January 02, 2019
Export Citation:
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Assignee:
CPT GROUP GMBH (Vahrenwalder Straße 9, Hannover, 30165, DE)
International Classes:
B60W10/06; B60L3/00; B60W10/08; B60W20/50; B60W50/029; F02N11/10
Foreign References:
DE102013214091A12015-01-22
DE102012209191A12013-12-05
US20160257302A12016-09-08
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
WALDMANN, Alexander (Postfach 22 16 39, München, 80506, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Steuereinrichtung (10) zum Steuern des Betriebs einer

Brennkraftmaschine (20) und einer elektrischen Maschine (30) in einer eine mechanische Kopplung (2) dieser beiden Ma schinen (20, 30) in einem Antriebsstrang vorsehenden oder erlaubenden Hybridantriebsanordnung (1) eines Fahrzeuges, aufweisend :

- einen Motorsteuerteil (11) zur Steuerung der Brenn kraftmaschine (20), beinhaltend zumindest eine Steuerung einer Kraftstoffzufuhrfreigabe und gegebenenfalls einer Zündfreigabe der Brennkraftmaschine (20),

- einen E-Maschinensteuerteil (12) zur Steuerung der elektrischen Maschine (30), beinhaltend zumindest eine Steuerung einer Bestromung der elektrischen Maschine (30) ,

- einen Überwachungsteil (13), der dazu ausgebildet ist, einen ordnungsgemäßen Betrieb des Motorsteuerteils (11) und des E-Maschinensteuerteils (12) zu überwachen und im Falle einer erfassten Fehlfunktion binnen einer Reak tionszeitspanne wenigstens eine Steuerfunktion des Mo torsteuerteils (11) und/oder des E-Maschinensteuerteils (12) zu übernehmen, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Steuereinrichtung (10) ferner aufweist:

- einen Motorfehlstartverhinderungsteil (15), der dazu ausgebildet ist, einen Übergang von stehender zu laufender Brennkraftmaschine (20) zu erkennen, und im Falle eines erkannten solchen Übergangs zu prüfen, ob innerhalb einer vorbestimmten zurückliegenden Zeitspanne ein ordnungs- gemäßer Start der Brennkraftmaschine (20) angefordert wurde, um im Falle einer Nichtanforderung eines solchen Starts die Kraftstoffzufuhrfreigabe und/oder die Zünd freigabe für eine vorbestimmte Motorunterbrechungsdauer zu unterbinden, wobei die Motorunterbrechungsdauer mindestens so groß wie die Reaktionszeitspanne ist.

2. Steuereinrichtung (10) nach Anspruch 1, wobei die Reak tionszeitspanne in einem Bereich von 10 ms bis 600 ms liegt.

3. Steuereinrichtung (10) nach einem der vorangehenden An sprüche, wobei der Motorfehlstartverhinderungsteil (15) ferner dazu ausgebildet ist, den Übergang von stehender zu laufender Brennkraftmaschine (20) anhand einer Auswertung eines gespeicherten und fortlaufend aktualisierten Zu standswerts betreffend eine Drehgeschwindigkeit der

Brennkraftmaschine (20) zu erkennen.

4. Steuereinrichtung (10) nach einem der vorangehenden An sprüche, wobei der Motorfehlstartverhinderungsteil (15) ferner dazu ausgebildet ist, das Prüfen, ob innerhalb einer vorbestimmten zurückliegenden Zeitspanne ein ordnungsge mäßer Start der Brennkraftmaschine (20) angefordert wurde, mit Hilfe eines Auslesens aus einem Speicher durchzuführen, in welchem Anforderungen eines ordnungsgemäßen Starts der Brennkraftmaschine (20) temporär für mindestens die vor bestimmte Zeitspanne gespeichert werden.

5. Steuereinrichtung (10) nach einem der vorangehenden An sprüche, wobei der Motorfehlstartverhinderungsteil (15) ferner dazu ausgebildet ist, im Falle einer Brennkraft maschine (20) mit Kraftstoffeinspritzung eine Einspritz freigabe während der Motorunterbrechungsdauer zu unter binden .

6. Steuereinrichtung (10) nach einem der vorangehenden An sprüche, wobei der Motorfehlstartverhinderungsteil (15) ferner dazu ausgebildet ist, im Falle einer Brennkraft maschine (20) mit Fremdzündung eine Zündfreigabe während der Motorunterbrechungsdauer zu unterbinden.

7. Steuereinrichtung (10) nach einem der vorangehenden An sprüche, wobei die Motorunterbrechungsdauer im Bereich des 1,2-fachen bis 20-fachen der Reaktionszeitspanne liegt.

8. Steuereinrichtung (10) nach einem der vorangehenden An sprüche, wobei die Motorunterbrechungsdauer mindestens 0,5 s, insbesondere mindestens 1 s beträgt und/oder höchstens 5 s, insbesondere höchstens 3 s, beträgt.

9. Steuereinrichtung (10) nach einem der vorangehenden An sprüche, soweit auf Anspruch 3 rückbezogen, wobei der Motorfehlstartverhinderungsteil (15) ferner dazu ausge bildet ist, den Zustandswert betreffend die Drehge schwindigkeit der Brennkraftmaschine (20) aus einem

Warm-Reset-festen Speicherbereich der Steuereinrichtung (10) auszulesen.

10. Verfahren zum Steuern des Betriebs einer Brennkraftmaschine (20) und einer elektrischen Maschine (30) in einer eine mechanische Kopplung (2) dieser beiden Maschinen (20, 30) in einem Antriebsstrang vorsehenden oder erlaubenden Hyb ridantriebsanordnung (1) eines Fahrzeuges, aufweisend die Schritte :

- Steuern der Brennkraftmaschine (20), beinhaltend zu mindest ein Steuern einer KraftstoffZufuhrfreigabe und gegebenenfalls einer Zündfreigabe der Brennkraftmaschine (20) , - Steuern der elektrischen Maschine (30), beinhaltend zumindest ein Steuern einer Bestromung der elektrischen Maschine,

- Überwachen eines ordnungsgemäßen Steuerns der Brenn kraftmaschine (20) und eines ordnungsgemäßen Steuerns der elektrischen Maschine (30), und im Falle einer Erfassung einer Fehlfunktion Übernehmen wenigstens einer Steuer funktion des Steuerns der Brennkraftmaschine (20) und/oder des Steuerns der elektrischen Maschine (30) binnen einer Reaktions Zeitspanne, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass das Verfahren ferner aufweist:

- Erkennen eines Übergangs von stehender zu laufender

Brennkraftmaschine (20),

- im Falle eines erkannten solchen Übergangs, Prüfen, ob innerhalb einer vorbestimmten zurückliegenden Zeitspanne ein ordnungsgemäßer Start der Brennkraftmaschine (20) angefordert wurde, und

- im Falle einer Nichtanforderung eines solchen Starts, Unterbinden der KraftstoffZufuhrfreigabe und/oder der Zündfreigabe für eine vorbestimmte Motorunterbre chungsdauer, die mindestens so groß wie die Reaktions zeitspanne ist.

11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei das Erkennen des Übergangs von stehender zu laufender Brennkraftmaschine (20) durch Auswerten eines gespeicherten und fortlaufend aktuali sierten Zustandswerts betreffend eine Drehgeschwindigkeit der Brennkraftmaschine (20) erfolgt, und wobei der Zu standswert betreffend die Drehgeschwindigkeit der Brenn kraftmaschine hierfür aus einem Warm-Reset-festen Spei cherbereich einer zur Durchführung des Verfahrens ver- wendeten Steuereinrichtung (10) ausgelesen wird.

12. Computerprogrammprodukt umfassend einen Programmcode, der auf einer Datenverarbeitungseinrichtung ausgeführt ein Verfahren nach Anspruch 10 oder Anspruch 11 durchführt.

Description:
Beschreibung

Steuereinrichtung und Verfahren zum Steuern des Betriebs einer Brennkraftmaschine und einer elektrischen Maschine in einem Hybridfahrzeug

Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein den Bereich von Hybridfahrzeugen, bei denen in einem Antriebsstrang eine Brennkraftmaschine und eine elektrische Maschine permanent mechanisch gekoppelt oder zumindest zeitweise mechanisch koppelbar sind. Im Besonderen betrifft die Erfindung eine Steuereinrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Steuerverfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 10.

Eine derartige Steuereinrichtung zum Steuern des Betriebs einer Brennkraftmaschine und einer elektrischen Maschine in einer eine mechanische Kopplung dieser beiden Maschinen in einem An triebsstrang vorsehenden oder erlaubenden Hybridantriebsan ordnung eines Fahrzeuges weist auf:

- einen Motorsteuerteil zur Steuerung der Brennkraftmaschine, beinhaltend zumindest eine Steuerung einer Kraftstoffzu- fuhrfreigabe und gegebenenfalls einer Zündfreigabe der Brennkraftmaschine,

- einen E-Maschinensteuerteil zur Steuerung der elektrischen Maschine, beinhaltend zumindest eine Steuerung einer

Bestromung der elektrischen Maschine,

- einen Überwachungsteil , der dazu ausgebildet ist, einen ordnungsgemäßen Betrieb des Motorsteuerteils und des

E-Maschinensteuerteils zu überwachen und im Falle einer erfassten Fehlfunktion binnen einer Reaktionszeitspanne wenigstens eine Steuerfunktion des Motorsteuerteils und/oder des E-Maschinensteuerteils zu übernehmen.

Bei einer derartigen Hybridantriebsanordnung ist prinzipiell und vorteilhaft ein Start der Brennkraftmaschine (z. B. Ottomotor oder Dieselmotor) mittels der elektrischen Maschine möglich. Ein solcher Motorstartvorgang wird typischerweise durch den Mo torsteuerteil (oder z. B. durch einen dem Motorsteuerteil und dem E-Maschinensteuerteil übergeordneten Antriebsstrangsteuerteil) angefordert, wobei der betreffende Steuerteil an den

E-Maschinensteuerteil z. B. einen entsprechenden Momenten- sollwert oder ein Startkommando überträgt.

Problematisch ist jedoch, dass es in der Praxis aufgrund einer Fehlfunktion des E-Maschinensteuerteils und/oder z. B. eines zur Bestromung der elektrischen Maschine eingesetzten Wechsel richters (Inverter) auch ohne vorangegangene Startanforderung (eines ordnungsgemäßen Starts der Brennkraftmaschine) kurz zeitig zu einer (nicht angeforderten, fehlerhaften) Momen- tenproduktion durch die elektrische Maschine kommen kann, was bei bestehender mechanischer Kopplung die Brennkraftmaschine in Rotation versetzen kann, was wiederum zu einem "unautorisierten Start und Weiterlaufen der Brennkraftmaschine" auch dann führen kann, wenn der Überwachungsteil anschließend (binnen der Re aktionszeitspanne) die fehlerhafte Momentenproduktion der elektrischen Maschine stoppt.

Ein unautorisiertes Starten und Weiterlaufen der Brennkraft maschine ist nachteiligerweise ein Sicherheitsrisiko, da sich z. B. in geschlossenen Räumen gesundheitsgefährdende Abgase an sammeln können.

Zu bedenken ist hier zum Einen, dass das Eingreifen des

Überwachungsteils aufgrund der endlichen Reaktionszeitspanne in der Regel "zu spät" erfolgt, um das Starten und Weiterlaufen der Brennkraftmaschine noch zu verhindern, und zum Anderen, dass bei Hybridantriebssystemen der hier interessierenden Art der Mo torsteuerteil in der Regel vorsieht, dass zumindest bei

"eingeschalteter Zündung" (Stromversorgung bzw. Betriebsbe reitschaft des Hybridantriebssystems) ab einer vorbestimmten Mindestdrehgeschwindigkeit der Brennkraftmaschine eine

Kraftstoffzufuhrfreigabe und gegebenenfalls (bei fremdgezün deter Brennkraftmaschine) auch Zündfreigabe erfolgt.

Die Kraftstoffzufuhrfreigabe (z. B. Einspritzfreigabe) und gegebenenfalls Zündfreigabe, auch ohne eine z. B. durch einen Fahrer ausgelöste Anforderung eines ordnungsgemäßen Starts der Brennkraftmaschine, sondern infolge einer Überschreitung der genannten Motor-Mindestdrehgeschwindigkeit ist darin begründet, dass bei einem Anschleppen oder Anschieben des Fahrzeuges mit geschlossenem Antriebsstrang ein Starten der Brennkraftmaschine möglich sein soll.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, bei einer Steuereinrichtung bzw. einem Steuerverfahren der eingangs genannten Art das vorerwähnte Sicherheitsrisiko zu beseitigen.

Gemäß eines ersten Aspekts der Erfindung wird diese Aufgabe bei einer Steuereinrichtung der eingangs erwähnten Art gelöst durch einen Motorfehlstartverhinderungsteil, der dazu ausgebildet ist, einen Übergang von stehender zu laufender Brennkraftma schine zu erkennen, und im Falle eines erkannten solchen Übergangs zu prüfen, ob innerhalb einer vorbestimmten zu rückliegenden Zeitspanne ein ordnungsgemäßer Start der

Brennkraftmaschine angefordert wurde, um im Falle einer

Nichtanforderung eines solchen Starts die Kraftstoffzufuhr freigabe und/oder die Zündfreigabe für eine vorbestimmte Mo torunterbrechungsdauer zu unterbinden, wobei die Motorunter brechungsdauer mindestens so groß wie die Reaktionszeitspanne ist .

Wenn bei Einsatz einer erfindungsgemäßen Steuereinrichtung der Motorfehlstartverhinderungsteil einen Übergang von stehender zu laufender (rotierender) Brennkraftmaschine erkennt, ohne dass innerhalb der vorbestimmten zurückliegenden Zeitspanne ein Start der Brennkraftmaschine angefordert wurde (z. B. ein ange steuerter Start unter Einsatz der elektrischen Maschine, oder aber z. B. unter Einsatz eines eigens zu diesem Zweck vorgesehenen "Anlassers" (d. h. weitere elektrische Maschine wie z. B. ein "Ritzelstarter"), so wird die Kraftstoffzufuhr (z. B. Ein spritzung) und/oder die (je nach Konstruktion der Brenn kraftmaschine erforderliche) Kraftstoffzündung für eine vor bestimmte Zeitdauer (Motorunterbrechungsdauer) unterbunden, so dass die Brennkraftmaschine während dieser Zeitdauer zwar rotieren, jedoch nicht "anspringen" kann.

Da die Motorunterbrechungsdauer mindestens so groß wie die Reaktionszeitspanne ist, kann der Überwachungsteil dann rechtzeitig in die fehlerhafte Steuerung des

E-Maschinensteuerteils bzw. Invertersteuerung eingreifen und die Momentenproduktion der elektrischen Maschine unterbinden, so dass die Brennkraftmaschine wieder zum Stillstand kommt bzw. z. B. zuverlässig eine Drehzahl unterschreitet, unterhalb derer der Motorsteuerteil z. B. ohnehin keine KraftstoffZufuhrfreigabe mehr vorsieht.

Vorteilhaft kann bei der genannten Fehlfunktion zwar aufgrund der nicht autorisierten Momentenproduktion der elektrischen Ma schine die Brennkraftmaschine kurzzeitig in Rotation versetzt werden, aber nicht unkontrolliert weiterlaufen, was das be schriebene Sicherheitsrisiko somit beseitigt.

Ein subtiler Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die Funktion des Motorfehlstartverhinderungsteils einem gewollten Starten der Brennkraftmaschine durch Anschleppen oder Anschieben des Fahrzeuges keineswegs entgegensteht, da nach Ablauf der Motorunterbrechungsdauer, die im Vergleich zur typischen Dauer eines Anschlepp- bzw. Anschiebvorgangs relativ kurz gewählt sein kann, ein Start und Weiterlaufen der Brennkraftmaschine möglich ist. Die in der Praxis relativ kurze Zeitdauer (Motorunter brechungsdauer) ohne Kraftstoffzufuhr und/oder gegebenenfalls Zündung stellt in diesem Anwendungsfall dann kein Problem dar.

Die Erfindung kann für Hybridfahrzeuge unterschiedlichster Art eingesetzt werden, sofern deren Hybridantriebsanordnung die erwähnte mechanische Kopplung oder zumindest eine mechanische Koppelbarkeit (in bestimmten Betriebszuständen) zwischen Brennkraftmaschine und elektrischer Maschine vorsieht.

Bei dem Fahrzeug kann es sich insofern insbesondere um ein so genanntes Parallelhybridfahrzeug handeln, z. B. mit "Mild- hybrid-Architektur" , z. B. "P0-Hybrid" oder z. B. "Pl-Hybrid", mit permanenter oder (über eine Trennkupplung) schaltbarer (Dreh-) Kopplung zwischen Brennkraftmaschine und elektrischer Maschine. Eine solche, zum Einsatz der Erfindung geeignete Hybridantriebsanordnung kann darüber hinaus bei so genannten "leistungsverzweigten Hybriden" gegeben sein.

In einer Ausführungsform ist die Brennkraftmaschine ein Ot tomotor (z. B. Benzinmotor), insbesondere ein Ottomotor mit Kraftstoffdirekteinspritzung .

In einer anderen Ausführungsform ist die Brennkraftmaschine ein Dieselmotor .

In einer Ausführungsform ist die elektrische Maschine eine Drehstrommaschine, die bevorzugt über einen bidirektionalen Stromrichter (Inverter) sowohl in einem Antriebsmodus zur Erzeugung eines Antriebsmoments im Antriebsstrang des Fahrzeuges als auch in einem Generatormodus zur Rekuperation mechanischer Energie betrieben werden kann. Hierbei kann der Stromrichter im Antriebsmodus der elektrischen Maschine als Wechselrichter und im Generatormodus als Gleichrichter verwendet werden, um den elektrischen Antrieb mit Energie aus einer Gleichspannungsquelle (z. B. Lithium-Ionen-Batterie oder dergleichen) zu versorgen, und um die Rekuperation zurück in die Gleichspannungsquelle zu bewerkstelligen .

In einer Ausführungsform ist die Steuereinrichtung eine elektronische programmgesteuerte Steuereinrichtung. In diesem Fall weist die Steuereinrichtung mindestens eine Rechnereinheit (z. B. Mikrocontroller) mitsamt zugeordnetem Speicher zur Speicherung eines den Betrieb der Rechnereinheit steuernden Programms auf.

Insofern kann es sich bei der Steuereinrichtung im Sinne der Erfindung z. B. um eine (beispielsweise ohnehin auch für andere Aufgaben vorgesehene) zentrale programmgesteuerte elektronische Steuereinrichtung (z. B. "ECU") des betreffenden Fahrzeuges handeln .

Bei einer derartigen Steuereinrichtung kann demnach der Mo torsteuerteil, der E-Maschinensteuerteil , der Überwachungsteil und/oder der Motorfehlstartverhinderungsteil jeweils mittels Software implementiert seinbzw. jeweils eine Teilfunktionalität eines auf der Steuereinrichtung ablaufenden Programms dar stellen .

In einer Ausführungsform ist die programmgesteuerte elektro nische Steuereinrichtung jedoch aus mehreren separaten, jedoch im Fahrzeug z. B. über ein digitales Kommunikationsbussystem (z. B. CAN-Bus, LIN-Bus oder dergleichen) kommunikativ miteinander verbundenen Steuereinheiten ("Steuermodulen") gebildet. In diesem Fall weist jede solche Steuereinheit eine eigene

Rechnereinheit auf, bevorzugt mitsamt eigener Speichereinheit zur Speicherung eines den Betrieb der jeweiligen Rechnereinheit steuernden Programms.

Hierbei kann insbesondere z. B. vorgesehen sein, dass der Motorsteuerteil und der E-Maschinensteuerteil mittels separater Steuereinheiten implementiert sind, wobei diese beiden Steu ereinheiten z. B. miteinander kommunizieren können und/oder z. B. jeweils mit einer übergeordneten Antriebsstrangsteuereinheit kommunizieren können.

Alternativ zu einer separaten Antriebsstrangsteuereinheit kann z. B. auch eine Zusammenfassung des Motorsteuerteils und eines Antriebsstrangsteuerteils in einer gemeinsamen Steuereinheit vorgesehen sein.

In vergleichbarer Weise kann der Überwachungsteil z. B. durch eine eigens hierfür vorgesehene Steuereinheit implementiert sein, welche in Kommunikationsverbindung mit den zu überwa chenden anderen Steuerteilen steht. Alternativ kann der

Überwachungsteil jedoch auch "verteilt" implementiert sein, etwa als jeweilige Teilfunktionalitäten derjenigen Steuerteile bzw. Steuereinheit (en) , deren ordnungsgemäßer Betrieb zu überwachen ist .

Der Überwachungsteil stellt gewissermaßen eine redundante Überwachungsebene (Monitoring) zumindest für den Motorsteu erteil und den E-Maschinensteuerteil dar, um einen sicheren Betrieb des Gesamtsystems auch bei einer Fehlfunktion (z. B. aufgrund eines RAM- oder ROM-Fehlers in einer Steuereinheit) einer entsprechenden "normalen Funktionsebene" sicherzustellen. Bevorzugt wird durch den Überwachungsteil auch ein ordnungs gemäßer Betrieb eines (falls vorhanden) übergeordneten An triebsstrangsteuerteils kontrolliert.

Die Ausführung entsprechender Befehle in dieser Überwa chungsebene (Überwachungsteil ) kann durch spezielle Sicher- heitsmechanismen sichergestellt werden, zu deren konkreter Implementierung vorteilhaft auf diesbezüglichen Stand der Technik (z. B. so genannte "Watchdog"-Komponenten bzw.

-Konzepte) zurückgegriffen werden kann.

Für die bedarfsweise Übernahme einer Steuerfunktion des Mo torsteuerteils und/oder des E-Maschinensteuerteils durch den Überwachungsteil nach Erfassung einer Fehlfunktion gibt es typischerweise Reaktionszeiten, die oftmals in der Größenordnung von mehreren 100 ms liegen.

Im Hinblick darauf, dass im konkreten Fehlerfall die Reakti onszeit, nach der ein Eingreifen der Überwachungsebene si chergestellt ist, variieren kann, ist gemäß einer Ausfüh rungsform der Erfindung vorgesehen, dass als die "Reaktions zeitspanne" eine für die betreffenden bzw. relevanten Fehl funktionen maximal erwartbare Reaktionszeit gewählt wird.

In einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Reaktionszeitspanne in einem Bereich von 10 ms bis 600 ms liegt.

In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass eine Verringerung der Reaktionszeitspanne mit mehr oder weniger großem Aufwand bzw. Kostenaufwand verbunden ist, der jedoch bei Einsatz der Erfindung vorteilhaft insofern entbehrlich ist, als die Funktion der Erfindung quasi unabhängig von dem konkreten Wert der Reak tionszeitspanne ist. Insofern trägt die Erfindung auch vor teilhaft zur Kostenreduzierung bei. In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Motorfehl startverhinderungsteil ferner dazu ausgebildet ist, den Übergang von stehender zu laufender Brennkraftmaschine anhand einer Auswertung eines gespeicherten und fortlaufend aktualisierten Zustandswerts betreffend eine Drehgeschwindigkeit der Brenn kraftmaschine zu erkennen.

Von seiner Funktion her kann der Motorfehlstartverhinderungsteil als ein spezieller Bestandteil des Motorsteuerteils betrachtet werden und dementsprechend zusammen mit den weiteren Funkti onalitäten des Motorsteuerteils zweckmäßigerweise in ein und derselben Steuereinheit implementiert sein.

Es soll jedoch nicht ausgeschlossen sein, dass der Mo

torfehlstartverhinderungsteil nicht als Bestandteil des Mo torsteuerteils und/oder nicht auf der normalen Funktionsebene der Steuereinrichtung implementiert ist, sondern z. B. als Teilfunktionalität des Überwachungsteils (redundante Überwa chungsebene) .

In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Motorfehlstartverhinderungsteil sowohl in der normalen Funktionsebene als auch redundant in der Überwachungsebene vorhanden ist. So kann eine lückenlose Absicherung durch die Überwachungsebene sichergestellt werden (z. B. bei Ausfall des Motorfehlstartverhinderungsteils in der normalen Funktionse bene) .

Die Steuereinrichtung selbst, insbesondere z. B. eine Steu ereinheit, mittels welcher der Motorsteuerteil implementiert ist, kann eine Speichereinrichtung aufweisen, in welcher der vorerwähnte Zustandswert betreffend die Drehgeschwindigkeit der Brennkraftmaschine gespeichert und fortlaufend aktualisiert wird. Alternativ ist diese Speichereinrichtung separat von der Steuereinrichtung, jedoch über das erwähnte digitale Kommu nikationsbussystem abrufbar vorgesehen.

Bevorzugt ist die Steuereinrichtung bzw. z. B. speziell der Motorsteuerteil dazu ausgebildet, eine Vielzahl von Zu standswerten betreffend einen Betrieb der Brennkraftmaschine zu speichern und fortlaufend zu aktualisieren (darunter z. B. der erwähnte Zustandswert betreffend die Drehgeschwindigkeit der Brennkraftmaschine) .

In einer Ausführungsform ist der Motorfehlstartverhinde rungsteil ferner dazu ausgebildet, das Prüfen, ob innerhalb einer vorbestimmten zurückliegenden Zeitspanne ein ordnungsgemäßer Start der Brennkraftmaschine angefordert wurde, mit Hilfe eines Auslesens aus einem Speicher durchzuführen, in welchem An forderungen eines ordnungsgemäßen Starts der Brennkraftmaschine temporär für mindestens diese vorbestimmte Zeitspanne ge speichert werden.

Bei dem Speicher kann es sich insbesondere um die vorerwähnte Speichereinrichtung handeln, in der auch ein oder mehrere Zustandswerte betreffend den Betrieb der Brennkraftmaschine gespeichert und fortlaufend aktualisiert werden.

In einer Ausführungsform ist der Motorfehlstartverhinde rungsteil ferner dazu ausgebildet, im Falle einer Brenn kraftmaschine mit Kraftstoffeinspritzung eine Einspritzfreigabe während der Motorunterbrechungsdauer zu unterbinden.

In einer Ausführungsform ist der Motorfehlstartverhinde rungsteil ferner dazu ausgebildet, im Falle einer Brenn kraftmaschine mit Fremdzündung eine Zündfreigabe während der Motorunterbrechungsdauer zu unterbinden. In einer Ausführungsform ist die Motorunterbrechungsdauer im Bereich des 1,2-fachen bis 20-fachen der Reaktionszeitspanne, insbesondere im Bereich des 2-fachen bis 10-fachen der Reak tionszeitspanne gewählt.

Damit ist zuverlässig sichergestellt, dass noch vor dem Ende der Motorunterbrechungsdauer der Überwachungsteil eine betreffende Steuerfunktion des Motorsteuerteils und/oder des

E-Maschinensteuerteils (zur Beseitigung der Fehlfunktion) übernehmen kann.

In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Motorun terbrechungsdauer mindestens 0,5 s, insbesondere mindestens 1 s beträgt .

Vor allem im Hinblick auf eine vorteilhafte Beibehaltung der Möglichkeit, die Brennkraftmaschine durch ein Anschleppen oder Anschieben des Fahrzeuges starten zu können, ist eine Aus führungsform vorteilhaft, bei der die Motorunterbrechungsdauer höchstens 5 s, insbesondere höchstens 3 s, beträgt.

Wie bereits erwähnt sind der Motorsteuerteil, der

E-Maschinensteuerteil , der Überwachungsteil und der Mo torfehlstartverhinderungsteil bevorzugt durch Software im plementiert, die in einer oder alternativ in mehreren miteinander kommunizierenden Steuereinheiten abläuft, wobei diese Steu ereinheiten jeweils eine Rechnereinheit mitsamt zugeordneter Speichereinheit aufweisen. Eine oder mehrere derartiger

Speichereinheiten können hierbei die erwähnte Speicherein richtung darstellen, in der Zustandswerte betreffend den Betrieb der Brennkraftmaschine wie z. B. der Zustandswert betreffend die Drehgeschwindigkeit der Brennkraftmaschine gespeichert und aktualisiert werden. Bei derartigen programmgesteuerten elektronischen Steuerein heiten ist es in der Praxis zweckmäßig, in vorbestimmten Ausnahmefällen bzw. Fehlerfällen (z. B. Fehlfunktion durch elektromagnetische Einstrahlung) einen so genannten

"Warm-Reset" durchzuführen, bei welchem die betreffende

Steuereinheit zwar nicht vollständig in einen definierten Ausgangszustand zurückversetzt und neu gestartet wird, jedoch zumindest Teile des Systems zurückgesetzt, hierbei Daten ge löscht, und dann weiterbetrieben werden.

Im Rahmen der Erfindung kann sich in diesem Zusammenhang das Problem ergeben, dass die von dem Motorfehlstartverhinde rungsteil zu bewerkstelligende Erkennung eines Übergangs von stehender zu laufender Brennkraftmaschine anhand einer Aus wertung des Zustandswerts betreffend eine Drehgeschwindigkeit der Brennkraftmaschine den Fall eines tatsächlichen solchen Übergangs nicht unterscheiden kann von dem Fall eines

"scheinbaren" solchen Übergangs während eines normalen Betriebs der Brennkraftmaschine, jedoch "bei vorangegangenem Warm-Reset " mit Löschung des Zustandswerts betreffend die Drehgeschwin digkeit der Brennkraftmaschine.

In einer Weiterentwicklung der Erfindung sind daher Maßnahmen vorgesehen, welche bei einem Warm-Reset der Steuereinrichtung bzw. zumindest einer den Motorfehlstartverhinderungsteil im plementierenden programmgesteuerten elektronischen Steuer einheit in einer Situation mit normalem Betrieb der Brenn kraftmaschine die Kraftstoffzufuhr und gegebenenfalls Zünd freigabe sicherstellen, um ein (in diesem Fall unerwünschtes) Ausgehen der Brennkraftmaschine zu verhindern.

In einer solchen Weiterbildung ist vorgesehen, dass der Mo torfehlstartverhinderungsteil ferner dazu ausgebildet ist, den Zustandswert betreffend die Drehgeschwindigkeit der Brenn- kraftmaschine aus einem "Warm-Reset-festen" Speicherbereich auszulesen, sei es ein in der Steuereinrichtung selbst im plementierter oder kommunikativ daran angebundener Speicher bereich (z. B. eines anderen Teils einer Fahrzeugelektronik).

Vorteilhaft, da der Zustand einer laufenden Brennkraftmaschine mittels des Zustandswerts betreffend die Drehgeschwindigkeit der Brennkraftmaschine in einem resetfesten Speicherbereich ab gelegt ist, welcher bei einem Warm-Reset nicht gelöscht wird, ist ein Weiterlaufen der Brennkraftmaschine auch nach einem

Warm-Reset ermöglicht. Nämlich kann der Motorfehlstartver hinderungsteil dann auch nach Auftreten eines Warm-Resets korrekt erkennen, dass die Brennkraftmaschine unmittelbar vor der Auslösung des Warm-Resets bereits lief.

Gemäß eines weiteren Aspekts der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Steuern des Betriebs einer Brennkraftmaschine und einer elektrischen Maschine in einer eine mechanische Kopplung dieser beiden Maschinen in einem Antriebsstrang vorsehenden oder erlaubenden Hybridantriebsanordnung eines Fahrzeuges vorge schlagen, aufweisend die Schritte:

- Steuern der Brennkraftmaschine, beinhaltend zumindest ein Steuern einer KraftstoffZufuhrfreigabe und gegebenenfalls einer Zündfreigabe der Brennkraftmaschine,

- Steuern der elektrischen Maschine, beinhaltend zumindest ein Steuern einer Bestromung der elektrischen Maschine,

- Überwachen eines ordnungsgemäßen Steuerns der Brennkraft maschine und eines ordnungsgemäßen Steuerns der elektrischen Maschine, und im Falle einer Erfassung einer Fehlfunktion Übernehmen wenigstens einer Steuerfunktion des Steuerns der Brennkraftmaschine und/oder des Steuerns der elektrischen Maschinen binnen einer Reaktionszeitspanne, wobei das Verfahren erfindungsgemäß ferner aufweist:

- Erkennen eines Übergangs von stehender zu laufender Brenn kraftmaschine,

- im Falle eines erkannten solchen Übergangs, Prüfen, ob in nerhalb einer vorbestimmten zurückliegenden Zeitspanne ein ordnungsgemäßer Start der Brennkraftmaschine angefordert wurde, und

- im Falle einer Nichtanforderung eines solchen Starts, Un terbinden der Kraftstoffzufuhrfreigabe und/oder der Zünd freigabe für eine vorbestimmte Motorunterbrechungsdauer, die mindestens so groß wie die Reaktionszeitspanne ist.

Die für die erfindungsgemäße Steuereinrichtung hier be schriebenen Ausführungsformen und besonderen Ausgestaltungen können, einzeln oder in beliebiger Kombination, in analoger Weise auch als Ausführungsformen bzw. besondere Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Steuerverfahrens vorgesehen sein.

Beispielsweise kann bei dem Steuerverfahren vorgesehen sein, dass das Erkennen des Übergangs von stehender zu laufender Brennkraftmaschine durch Auswerten eines gespeicherten und fortlaufend aktualisierten Zustandswerts betreffend eine Drehgeschwindigkeit der Brennkraftmaschine erfolgt, und dass der Zustandswert betreffend die Drehgeschwindigkeit der Brenn kraftmaschine hierfür z. B. aus einem Warm-Reset-festen

Speicherbereich ausgelesen wird, insbesondere z. B. einem Speicherbereich einer zur Durchführung des Verfahrens ver wendeten Steuereinrichtung ausgelesen wird. Gemäß eines weiteren Aspekts der Erfindung wird ein Fahrzeug mit einer Hybridantriebsanordnung vorgeschlagen, bei welcher eine Brennkraftmaschine und eine elektrische Maschine in einem Antriebsstrang mechanisch gekoppelt oder mechanisch koppelbar sind, wobei das Steuern des Betriebs der Brennkraftmaschine und der elektrischen Maschine unter Verwendung einer Steuerein richtung und/oder eines Steuerverfahrens der hier beschriebenen Art vorgesehen ist.

Gemäß eines weiteren Aspekts der Erfindung wird ein Compu terprogrammprodukt vorgeschlagen, umfassend einen Programmcode, der auf einer Datenverarbeitungseinrichtung (z. B. programm gesteuerte elektronische Steuereinrichtung eines Fahrzeuges) ausgeführt ein Steuerverfahren der hier beschriebenen Art durchführt .

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen weiter beschrieben. Es stellen jeweils schematisch dar:

Fig. 1 eine Hybridantriebsanordnung eines Fahrzeuges gemäß eines Ausführungsbeispiels, und

Fig. 2 eine detailliertere Darstellung einer in der

Hybridantriebsanordnung von Fig. 1 verwendeten Steuereinrichtung .

Fig. 1 zeigt eine Hybridantriebsanordnung 1 eines Fahrzeuges, das im dargestellten Beispiel mit zwei Vorderrädern Wl, W2 und zwei Hinterrädern W3, W4 ausgestattet ist, wobei die Hybridan triebsanordnung 1 eine Brennkraftmaschine 20 und eine elekt rische Maschine 30 aufweist, die in diesem Beispiel über eine Drehwelle 2 permanent miteinander gekoppelt in einem An triebsstrang angeordnet sind, der zu den Vorderrädern Wl, W2 des Fahrzeuges führt. Der Antriebsstrang umfasst wie dargestellt noch eine Kupplung 3, ein Getriebe (z. B. Schaltgetriebe) 4 und ein Differenzialgetriebe 5.

Bei der Brennkraftmaschine 20 handelt es sich im Beispiel um einen mit Benzin als Kraftstoff betreibbaren Ottomotor mit Kraft stoffeinspritzung .

Die elektrische Maschine 30 ist hier eine Drehstrommaschine, die über eine Stromrichtereinrichtung 32 mit elektrischem Strom aus einer Batterie 34 (z. B. Lithium-Ionen-Akkumulator) versorgt werden kann.

Die Stromrichtereinrichtung 32 weist einen bidirektionalen DC/AC-Wandler 36 auf, über den eine Bestromung der elektrischen Maschine 30 erfolgt, sei es in einem Antriebsmodus zur Erzeugung eines Antriebsmoments im Antriebsstrang oder in einem Gene ratormodus zur Rekuperation mechanischer Energie aus dem An triebsstrang (z. B. beim Bremsen des Fahrzeuges) .

Im dargestellten Beispiel weist die Stromrichtereinrichtung 32 ferner einen bidirektionalen DC/DC-Wandler 38 auf, über den eine weitere Batterie 40 (mit anderer Nennspannung als diejenige der Batterie 34) in das elektrische Bordnetz des Fahrzeuges ein bezogen ist, so dass damit ein "weiteres elektrisches Bordnetz" zur Versorgung weiterer Verbraucher (mit anderer Nennspannung) geschaffen ist.

Zum Steuern des Betriebs der Brennkraftmaschine 20 und der elektrischen Maschine 30 ist eine Steuereinrichtung 10 vor gesehen, die als programmgesteuerte elektronische Steuerein richtung ausgebildet ist, und wie in Fig. 1 symbolisiert über Kommunikationsverbindungen 11' und 12' mit der Brennkraftma- schine 20 und der Stromrichtereinrichtung 32 in Wirkverbindung steht, um diese Steueraufgaben zu erfüllen.

Über die Kommunikationsverbindungen 11' und 12' (z. B. im plementiert als Teil eines digitalen Kommunikationsbussystems) können z. B. im Bereich der Brennkraftmaschine 20 bzw. der elektrischen Maschine 30 (mitsamt DC/AC-Wandler 36) sensorisch erfasste Zustandswerte an die Steuereinrichtung 10 und Steu erbefehle von der Steuereinrichtung 10 an die gesteuerten Komponenten 20, 30 übermittelt werden.

Der Steuereinrichtung 10 führt die Steuerung basierend auf Vorgaben durch, die sich aus Bedienbefehlen bzw. Bedienhand lungen eines Fahrers des Fahrzeuges ergeben (z. B. Einschalten einer Zündung/Stromversorgung, Fahrpedalbetätigung etc.), oder im Falle eines autonomen Fahrzeuges von einem Navigationssystem bereitgestellt werden, was in Fig. 1 durch ein der Steuer einrichtung 10 zugeführtes "Bedie- nungs/Navigations-Vorgabesignal" s symbolisiert ist.

Wenn beispielsweise aufgrund einer solchen Vorgabe mittels des Signals s ein bestimmtes Antriebsmoment des Antriebsstranges befehligt wird, so für die Steuereinrichtung gemäß einer Hybridantriebsstrategie hierfür geeignete Steuervorgänge aus.

Dies beeinhaltet insbesondere z. B. ein ordnungsgemäßes Starten der Brennkraftmaschine 20, indem die elektrische Maschine bestromt wird, um die Brennkraftmaschine 20 zum Laufen zu bringen .

Fig. 2 zeigt etwas detaillierter den Aufbau der Steuereinrichtung 10. Diese weist auf:

- einen Motorsteuerteil 11 zur Steuerung der Brennkraftmaschine 20, beinhaltend zumindest eine Steuerung einer Kraftstoff zufuhrfreigabe und gegebenenfalls einer Zündfreigabe der Brennkraftmaschine 20,

- einen E-Maschinensteuerteil 12 zur Steuerung der elektrischen Maschine 30, beinhaltend zumindest eine Steuerung einer Bestromung der elektrischen Maschine 30,

- einen Überwachungsteil 13, der dazu ausgebildet ist, einen ordnungsgemäßen Betrieb des Motorsteuerteils 11 und des E-Maschinensteuerteils 12 zu überwachen und im Falle einer erfassten Fehlfunktion binnen einer Reaktionszeitspanne wenigstens eine Steuerfunktion des Motorsteuerteils 11 und/oder des E-Maschinensteuerteils 12 zu übernehmen.

Im dargestellten Beispiel können der Motorsteuerteil 11 und der E-Maschinensteuerteil 12 als einem Antriebsstrangsteuerteil 14 untergeordnet bzw. als Komponenten dieses Antriebsstrang steuerteils 14 betrachtet werden, dessen Aufgabe darin besteht, im zugeführten Vorgabesignal s enthaltene Bedienbefehle des Fahrers (oder alternativ im Falle eines autonomen Fahrzeuges, Navigationsbefehle) entgegenzunehmen und darauf basierend gemäß der Hybridantriebsstrategie Steuerbefehle für sämtliche an steuerbaren Komponenten im Antriebsstrang zu erzeugen, also insbesondere die Brennkraftmaschine 20 und die elektrische Maschine 30 (wozu aber auch z. B. die Kupplung 3, das Getriebe 4 und/oder weitere nicht dargestellte Antriebsstrangkomponenten gehören können) .

Den Betrieb der Brennkraftmaschine 20 betreffende Steuerbefehle werden hierbei vom Motorsteuerteil 11 verarbeitet, um konkretere Steuerbefehle wie hier betreffend eine Einspritzfreigabe und eine Zündfreigabe über die Kommunikationsverbindung 11' an die Brennkraftmaschine 20 auszugeben (an eine Schnittstellenein- richtung Brennkraftmaschine 20, die mit betreffenden Aktoren oder Sensoren verbunden ist) .

Den Betrieb der elektrischen Maschine 30 betreffende Steuer befehle werden vom E-Maschinensteuerteil 12 verarbeitet, um konkretere Steuerbefehle für die elektrische Maschine 30 bzw. deren zugeordneten DC/AC-Wandler 36 zu erzeugen und über die Kommunikationsverbindung 12' auszugeben.

Im Rahmen der vom Antriebsstrangsteuerteil 14 durchgeführten Steuerung des Antriebsstranges (z. B. durch Vorgabe eines Beschleunigungs- oder Verzögerungsmoments im Antriebsstrang) kann auch eine direkte Kommunikation zwischen dem Motorsteu erteil 11 und dem E-Maschinensteuerteil 12 vorgesehen sein, etwa eine vom Motorsteuerteil 11 ausgehende Vorgabe von Moment sollwerten an den E-Maschinensteuerteil 12, welche den Betrieb der elektrischen Maschine 30 steuert.

Der Motorsteuerteil 11, der E-Maschinensteuerteil 12 und der Antriebsstrangsteuerteil 14 insgesamt stellen gewissermaßen eine "normale Funktionsebene" dar, wohingegen der Überwa chungsteil 13 eine (durch besondere Sicherheitsmechanismen geschützte) redundante Überwachungsebene darstellt, welche den Motorsteuerteil 11, den E-Maschinensteuerteil 12 und auch den Antriebsstrangsteuerteil 14 überwacht.

Im Falle einer erfassten Fehlfunktion eines der überwachten Teile 11, 12 und 14 übernimmt der Überwachungsteil 13 binnen einer "Reaktionszeitspanne" wenigstens eine Steuerfunktion des Mo torsteuerteils 11 und/oder des E-Maschinensteuerteils 12.

Eine Besonderheit der Steuereinrichtung 10 besteht darin, dass diese einen Motorfehlstartverhinderungsteil 15 aufweist, der dazu ausgebildet ist, einen Übergang von stehender zu laufender Brennkraftmaschine 20 zu erkennen, und im Falle eines erkannten solchen Übergangs zu prüfen, ob innerhalb einer vorbestimmten zurückliegenden Zeitspanne ein ordnungsgemäßer Start der Brennkraftmaschine 20 angefordert wurde, um im Falle einer Nichtanforderung eines solchen Starts die Kraftstoffzufuhr- freigabe und/oder die Zündfreigabe für eine vorbestimmte "Motorunterbrechungsdauer" zu unterbinden, wobei die Mo torunterbrechungsdauer mindestens so groß wie die vorerwähnte Reaktionszeitspanne ist.

Damit kann vorteilhaft ein "unautorisierter Start" der

Brennkraftmaschine 20 beispielsweise aufgrund einer Fehl funktion des E-Maschinensteuerteils 12 und/oder des zugehörigen DC/AC-Wandlers 36 verhindert werden.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel liegen die Reaktionszeiten (bis zur Abstellung der Fehlfunktion) des Überwachungsteils 13 im Bereich von etwa 100 ms bis 300 ms, und dementsprechend sieht der Motorfehlstartverhinderungsteil 15 eine "Reaktions zeitspanne" von z. B. 300 ms vor.

Die "Motorunterbrechungsdauer" ist in diesem Beispiel mit 2 s so gewählt, dass mit der Motorunterbrechungsdauer sehr zuverlässig derjenige Zeitraum gewissermaßen überbrückt wird, bis zu dem die Brennkraftmaschine 20 "anspringen" könnte, wenn nicht die KraftstoffZufuhrfreigabe und/oder zu Zündfreigabe unterbunden wäre. Im dargestellten Beispiel wird die Einspritzfreigabe und die Zündfreigabe an der Brennkraftmaschine 20 unterbunden. In der Motorunterbrechungsdauer für die Unterbindung der Freigabe bzw. Sperrung von Zündung/Einspritzung ist insbesondere die Zeit spanne beinhaltet, nach welcher die Motordrehzahl nach Un terbindung der Momentenerzeugung der elektrischen Maschine 30 wieder zuverlässig ausreichend gefallen ist, so dass Zün- dung/Einspritzung ohnehin abgeschaltet wären (z. B. bei einer Drehzahl < 50 UpM) .

Der Motorfehlstartverhinderungsteil 15 erkennt einen Übergang von stehender zu laufender Brennkraftmaschine 20 anhand einer Auswertung eines gespeicherten und fortlaufend aktualisierten Zustandswerts betreffend eine Drehgeschwindigkeit (z. B.

"Drehzahl") der Brennkraftmaschine 20. Im dargestellten Beispiel wird die Drehzahl der Brennkraftmaschine 20 über die Kommu nikationsverbindung 11' fortlaufend an die Steuereinrichtung 10 kommuniziert, welche diese Drehzahl in einem Warm-Reset-festen Speicherbereich der Steuereinrichtung 10 speichert und fort laufend aktualisiert. Damit ist eine fehlerfreie Erkennung auch nach einem Warm-Reset der den Motorfehlstartverhinderungsteil 15 implementierenden Steuereinheit (z. B. Microcontrollerein- richtung) gewährleistet.

Die vom Motorfehlstartverhinderungsteil 15 erfolgende Aus wertung könnte z. B. darin bestehen, zu prüfen, ob ein Übergang von einer Drehzahl von annähernd Null (z. B. Drehzahl kleiner 50 UpM) auf eine annähernd dem Leerlauf der Brennkraftmaschine entsprechende Drehzahl (oder mehr) stattgefunden hat (z. B. Drehzahl größer 700 UpM, bei Nennleerlaufdrehzahl von 900 UpM) .

Da bei Brennkraftmaschinen in der Regel jedoch Zündung und Kraftstoffeinspritzung bereits bei wesentlich niedrigerer Drehzahl freigegeben sind und eine Brennkraftmaschine, wenn Verbrennung möglich ist, im Anschluss "selbständig" auf

Leerlaufdrehzahl kommen kann, ist es zumeist zweckmäßig, dass als Schwelle für die Erkennung einer laufenden Brennkraftmaschine eine wesentlich kleinere Drehzahl als die Leerlaufdrehzahl verwendet wird (z. B. weniger als 20% oder sogar weniger als 10% der betreffenden Leerlaufdrehzahl ) . Vor diesem Hintergrund besteht im dargestellten Beispiel die Auswertung darin, zu prüfen, ob bei der Brennkraftmaschine 20 ein Übergang von einer Drehzahl von annähernd Null (z. B. Drehzahl kleiner 50 UpM) auf eine Drehzahl von mindestens 50 UpM (oder mehr) stattgefunden hat.

Der Motorfehlstartverhinderungsteil 15 führt die erforderliche Prüfung, ob innerhalb einer vorbestimmten zurückliegenden Zeitspanne ein ordnungsgemäßer Start der Brennkraftmaschine 20 angefordert wurde (z. B. mittels des Vorgabesignals s oder z. B. vom Antriebsstrangsteuerteil 14 oder z. B. vom Motorsteuerteil 11) mit Hilfe eines Auslesens aus einem Speicher, in welchem derartige Anforderungen eines ordnungsgemäßen Starts temporär für mindestens die vorbestimmte Zeitspanne gespeichert werden.

Diese "vorbestimmte Zeitspanne" sollte mindestens so groß gewählt werden, wie diejenige Zeitspanne, welche die Brenn kraftmaschine 20 benötigt, um nach Anforderung eines ord nungsgemäßen Starts vom stehenden Zustand in den laufenden Zustand zu gelangen, bzw. zumindest eine Drehzahl (im Beispiel 50 UpM) erreicht, welche bei der erläuterten Auswertung des Motorfehlstartverhinderungsteils 15 als die Erkennungsschwelle für die Erkennung eines laufenden Zustands der Brennkraftma schine 20 verwendet wird. Im dargestellten Beispiel sei (le diglich beispielhaft) angenommen, dass dies nach typischerweise 150 ms der Fall ist. Die vorbestimmte Zeitspanne ist hier mit einer gewissen Sicherheitsmarge (allgemein z. B. im Bereich des 1,2-fachen bis 3-fachen der typischen Dauer des Startvorganges) auf 250 ms festgelegt.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Überwachungsteil 13 insbesondere auch dazu ausgebildet, einen ordnungsgemäßen Betrieb des Motorfehlstartverhinderungsteils 15 zu überwachen und im speziellen Falle einer erfassten Fehlfunktion des Mo- torfehlstartverhinderungsteils 15 dessen Steuerfunktion zu übernehmen. Der Motorfehlstartverhinderungsteil 15 in der normalen Funktionsebene (als Bestandteil des Motorsteuerteils 11) ist somit vorteilhaft redundant auch in der Überwachungsebene implementiert .

Zusammenfassend wird gemäß des vorstehenden Ausführungsbei spiels eine "temporäre Einspritz- und/oder Zündausblendung" nach beginnendem Motorlaufen ohne vorangehende Startanforderung eingesetzt, um trotz Fehlerreaktionszeit des Überwachungsteils ein unautorisiertes Starten bzw. Weiterlaufen des Motors auszuschließen. Durch das Aufheben der Einspritz- und Zünd ausblendung nach einer vordefinierten Zeitdauer (Motorunter brechungsdauer) bleibt vorteilhaft die Möglichkeit eines Mo torstarts durch Anschleppen oder Anschieben des Fahrzeuges erhalten. Bevorzugt wird die Information über den Zustand eines laufenden Motors in einem resetfesten Speicherbereich ge speichert, um nach einem Warm-Reset den Zustand des zuvor laufenden Motors zu erkennen und in diesem Fall bei Erkennung eines laufenden Motors keine Ausblendung vorzunehmen.

Bei einer nennenswerten Reaktionszeit der Sicherheitsebene z. B. eines Stromrichters (Inverter) zur Bestromungssteuerung der elektrischen Maschine, z. B. in der Größenordnung von etwa 100 bis 300 ms, könnte ohne die erfindungsgemäße Maßnahme im Falle einer Inverter-Fehlfunktion (z. B. mit einem voll angesteuerten Maximalmoment der elektrischen Maschine) der Verbrennungsmotor ohne weiteres eine Drehzahl erreichen, bei welcher normalerweise die Einspritzung aktiviert würde. Mit Hilfe der Erfindung kann jedoch eine sichere Systemfunktion gewährleistet werden, ohne den technischen Aufwand für reduzierte Reaktionszeiten der Sicherheitsebene (insbesondere des Inverters) einzufordern. Dies führt zu einer einer Kostenreduktion (z. B. bei der Re alisierung des Inverters) . Bezugszeichenliste

1 Hybridantriebsanordnung

2 Drehwelle (Kopplung)

3 Kupplung

4 Getriebe

5 Differenzialgetriebe

W1-W4 Fahrzeugräder

s Bedienungs/Navigations-VorgäbeSignal

10 Steuereinrichtung

11 Motorsteuerteil

11' Kommunikationsverbindung

12 E-Maschinensteuerteil

12 ' Kommunikationsverbindung

13 Überwachungsteil

14 Antriebsstrangsteuerteil

15 Motorfehlstartverhinderungsteil

20 Brennkraftmaschine

30 elektrische Maschine

32 Stromrichtereinrichtung

34 Batterie

36 DC/AC-Wandler

38 DC/DC-Wandler

40 weitere Batterie