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Title:
CONTROL FOR A SLIDING TABLE SAW
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/133606
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a control device for a sliding table saw, comprising a graphical output unit for displaying operating data to a user, an interface for inputting workpiece dimensions, and a control computer which is coupled to the graphical output unit and the interface by means of signals for controlling operating data of the sliding table saw. According to the invention, the control computer is designed to calculate based on the workpiece dimensions received from the interface in which position and/or orientation the workpiece (10) has to be placed on a support surface (40) of a sliding table saw and to transmit data which characterize said position or orientation to the graphical output unit, said graphical output unit being designed to display said position or orientation to a user.

Inventors:
ALTENDORF, Wilfried (Wettiner Allee 43/45, Minden, 32429, DE)
Application Number:
EP2010/056834
Publication Date:
November 25, 2010
Filing Date:
May 18, 2010
Export Citation:
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Assignee:
WILHELM ALTENDORF GMBH & CO. KG (Wettiner Allee 43/45, Minden, 32429, DE)
ALTENDORF, Wilfried (Wettiner Allee 43/45, Minden, 32429, DE)
International Classes:
B27B5/065
Attorney, Agent or Firm:
EISENFÜHR SPEISER & PARTNER (Johannes-Brahms-Platz 1, Hamburg, 20355, DE)
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Claims:
ANSPRÜCHE

1. Steuerungsvorrichtung für eine Formatkreissäge, umfassend:

- eine graphische Ausgabeeinheit zur Anzeige von Betriebsdaten an einen

Benutzer,

- eine Schnittstelle zur Eingabe von Werkstückabmessungen,

- einen mit der graphischen Ausgabeeinheit und der Schnittstelle signaltechnisch gekoppelten Steuerungsrechner zur Steuerung von Betriebsdaten der Formatkreissäge, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist,

- um aus den von der Schnittstelle erhaltenen Werkstückabmessungen zu berechnen, in welcher Position und/oder Ausrichtung das Werkstück auf eine Auflagefläche einer Formatkreissäge aufgelegt werden muss und

- um Daten, welche diese Position bzw. Ausrichtung charakterisieren, an die graphische Anzeige zu übermitteln und dass die graphische Ausgabeeinheit ausgebildet ist, um einem Benutzer diese Position bzw. Ausrichtung anzuzeigen.

2. Steuerungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnittstelle zur Eingabe von Werkstückabmessungen eine Benutzerschnittstelle umfasst, mittels derer ein Benutzer Werkstückabmessungen digital eingeben kann und/oder eine Datenschnittstelle umfasst, mittels derer Werkstückabmessungen von einer externen Datenquelle, insbesondere einem CAD-CAM-Pianungsrechner eingelesen werden können.

3. Steuerungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um Position und/oder Ausrichtung für die aufeinanderfolgende Durchführung mehrerer Sägeschnitte an einem Werkstück zu berechnen und nach jedem durchgeführten Sägeschnitt Daten, welche die Position bzw. Ausrichtung des Werkstücks für den darauf folgenden Sägeschnitt charakterisieren, an die graphische Anzeige zu übermitteln und/oder ausgebildet ist, um eine für die Ausführung eines nachfolgenden Sägeschnittes einzustellende Position einer beweglichen Anschlagklappe zu berechnen und über die graphische Ausgabeeinheit auszuge- ben und/oder einen Aktuator zum Bewegen der Anschlagklappe so anzusteuern, dass dieser Aktuator die Anschlagklappe auf die Position bewegt.

4. Steuerungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um in einem ersten Bearbeitunggang die für die Ausführung aufeinanderfolgender parallel Hegender Sägeschnitt erforderliche Position und/oder Ausrichtung, des Werkstücks zu berechnen und über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben und in einem zweiten Arbeitsgang die für die Ausführung aufeinanderfolgender parallel liegender Sägeschnitte an den im ersten Arbeitsgang hergestellten Werkstückabschnitten erforderliche Position und/oder Ausrichtung, des jeweiligen Werkstückabschnitts zu berechnen und über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben.

5. Steuerungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um

a. in einem ersten Bearbeitungsgang die für die Ausführung eines ersten Trennsägeschnitt zur Abtrennung eines ersten Werkstückabschnitts erforderliche Position und/oder Ausrichtung, des Werkstücks zu berechnen und über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben , b. in einem zweiten Bearbeitungsgang die für die Ausführung zumindest eines an diesem ersten Werkstückabschnitt unter einem Winkel zum ersten Trennsägeschnitt an dem im ersten Bearbeϊtungsgang hergestellten Werkstückabschnitt durchzuführende Sägeschnitte erforderliche Position und/oder Ausrichtung, des ersten Werkstückabschnitts zu berechnen und über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben, c. in einem n-ten Bearbeitungsgang die für die Ausführung eines weiteren Trennsägeschnitt zur Abtrennung eines weiteren Werkstückabschnitts erforderliche Position und/oder Ausrichtung, des Werkstücks zu berechnen und über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben , d. in einem n+1-ten Bearbeitungsgang die für die Ausführung zumindest eines an diesem weiteren Werkstückabschnitt unter einem Winkel zum weiteren Trennsägeschnitt an an dem im n-teπ Bearbeitungsgang hergestellten weiteren Werkstückabschnitt durchzuführende Sägeschnitte erforderliche Position und/oder Ausrichtung, des weiteren Werkstückabschnitts zu berechnen und über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben, e. die Schritte c. und d. solange zu weiderholen, bis alle aus dem Werkstück herzustellenden Werkstückabschnitte zugeschnitten sind.

6. Steuerungsvorrichtung nach den vorhergehenden Ansprüchen 4 und 5, gekennzeichnet durch eine Benutzerschnittstelle, welche mit dem Steuerungsrechner signaltechnisch gekoppelt ist und über die ein Benutzer eine Auswahl treffen kann, ob der Steuerungsrechner die Bearbeitung eines Werkstücks anhand der in Anspruch 7 definierten Bearbeltungsfolge oder anhand der in Anspruch 8 definierten Bearbeitungsfolge durchführen soll.

7. Steuerungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um jedem durch die Ausführung der Sägeschnitte entstehenden Werkstückabschnitte eine Kennzeichnung zuzuordnen und diese Kennzeichnung zusammen mit der Position bzw. Ausrichtung des jeweiligen Werkstückabschnitts über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben.

8. Steuerungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche oder dem Oberbegriff von Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerungsrechner mit einem Aktuator zur Steuerung der Vorschubgeschwindigkeit zwischen dem Kreissägeblatt und dem Werkstück signaltechnisch verbunden ist und ausgebildet ist, um die Position des Eintritts und/oder des Austritts des Kreissägeblatts in das bzw. aus dem Werkstück zu berechnen und die Vorschubgeschwindigkeit beim Eintritt des Kreissägeblatts in das Werkstück und/oder beim Austritts des Kreissägeblatts aus dem Werkstück gegenüber der Vorschubgeschwindigkeit zwischen Ein- und Austritt zu verringern.

9. Steuerungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um aus Werkstückmaßen, welche einen Winkel- oder Gehrungsschnitt erforderlich machen, Sollpositionen einer Anschlagklappe und/oder einer Anschlagschiene zu berechnen und dem Benutzer über die graphische Ausgabeeinheit anzuzeigen.

10. Steuerungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die graphische Ausgabeeinheit einen Bildschirm um- fasst, der beweglich ist, insbesondere um eine Schwenkachse schwenkbar gelagert ist und dass der Steuerungsrechner mit einem Sensor, insbesondere einem Winkelsensor signaltechnisch verbunden ist, welcher die Position des Bildschirms bzw. die Schwenkposition des Bildschirms um die Schwenkachse erfasst und dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um die Position und/oder Ausrichtung des Werkstücks auf der Werkstückablagefläche über die graphische Ausgabeeinheit entsprechend eines solchen Blickwinkels auszugeben, der dem Blickwinkel eines Benutzers entspricht, der vor dem Bildschirm in der erfassten Position bzw. Schwenkstellung steht.

11. Steuerungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine mit dem Steuerungsrechner signaltechnisch verbundene Etikettierungsvorrichtung, welche ausgebildet ist, um ein Werkstück oder Werk- stückabschnitte mit einem alls Kennzeichnung dienenden Etikett zu versehen, wobei der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um die Kennzeichnung über die graphische Ausgabeeinheit auszugeben und dem jeweiligen Werkstück/Werkstückabschnitt zuzuordnen.

12. Formatkreissäge mit einer Werkstückauflagefiäche und einem Kreissägeblatt, welches relativ zu der Werkstückauflagefiäche bewegbar ist, gekennzeichnet durch eine Steuerungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.

13. Verfahren zur Steuerung einer Formatkreissäge, mit den Schritten: a. Eingeben der Werkstückmaße über eine BenutzerschniUstelie in einen Steuerungsrechner, b. Berechnen der Lage und Ausrichtung der durchzuführenden Sägeschnitte mittels des Steuerungsrechners, c. Anzeigen der Lage und/oder Ausrichtung des Werkstücks auf einer Werkstückauflagefiäche über eine graphische Benutzerschnittstelle, d. Durchführen eines SägeschniHes, gegebenfalls nach Regisitrierung eines Signals, welches die korrekte Positionierung und Lage des Werkstücks signalisiert, e. Gegebenfalls Wiederholen der Schritte c) und d) bis alle erforderlichen Sägeschnitte ausgeführt sind.

14, Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,

- dass entweder in einem ersten Arbeitsgang eine Mehrzahl von parallelen

Sägeschnitten ausgeführt wird, die hierbei entstehenden Werkstückabschnitte zwischengelagert werden und in einem zweiten Arbeitsgang mittels einem oder mehreren Sägeschnitten, die schräg, insbesondere senkrecht zu den parallelen Sägeschnitten liegen, zugeschnitten werden oder

- dass in einem ersten Arbeitsgang ein Werkstückabschnitt vom Werkstück abgetrennt und in einem hierauf unmittelbar folgenden zweiten Arbeitsgang dieser Werkstückabschnitt mittels einem oder mehreren Sägeschnitten, die schräg, insbesondere senkrecht zu dem Sägeschnitt des ersten Arbeitsganges liegen, zugeschnitten wird, und gegebenfalls dieser erste und zweite Arbeitsgang in Folge mehrfach wiederholt wird, bis alle Werkstückabschnitte hergestellt sind, wobei vorzugsweise nach Wahl des Benutzers die eine oder die andere Bearbeitungsreihenfolge ausgeführt wird.

15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass dem Benutzer ein für die Durchführung eines Sägeschnittes einzustellendes Einstellmaß einer Anschlagklappe angezeigt und/oder eine Anschlagklappe auf ein solches Einstellmafl verfahren wird.

Description:
Hamburg, 18. Mai 2010

Unser Zeichen: AH 326-02WO LBI/aku

Durchwahl: 040/309 744 25

Anmelder/Inhaber: WILHELM ALTENDORF GMBH & CO. KG

Amtsaktenzeichen: Neuanmβldung

Wilhelm Altendorf GmbH & Co. KG Wettiner Allee 43/45, 32429 Minden

Steuerung für eine Formatkreissäge

Die Erfindung betrifft Steuerungsvorrichtung für eine Formatkreissäge, umfassend eine graphische Ausgabeeinheit zur Anzeige von Betriebsdaten an einen Benutzer, eine Schnittsteiie zur Eingabe von Werkstückabmessungen, einen mit der graphischen Ausgabeeinheit und der Schnittstelle signaltechnisch verbundenen Steuerungsrechner zur Steuerung von Betriebsdaten der Formatkreissäge. Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist eine Formatkreissäge mit einer solchen Steuerungsvorrichtung und ein Verfahren zur Steuerung einer Formatkreissäge.

Formatkreissägen werden dazu eingesetzt, um großformatige Werkstückplatten, insbesondere aus Hoizwerkstoffen, Massivholz, Kunststoff oder Leichtmetall, zu zerteilen, um hierdurch mehrere Werkstückabschnitte definierter Abmessung herzustellen. Formatkreissägen sind in unterschiedlichen Bauweisen bekannt. Grundsätzlich wird zwischen Formatkreissägen unterschieden, bei denen das Werkstück auf einem Laufwagen entlang eines rotierenden, in der Achse feststehenden Sägeblatts entlanggeführt wird und solchen Formatkreissägen, bei denen das Werkstück fixiert gehalten wird und das Kreissägeblatt beweglich geführt ist und zur Durchführung des Sägeschnitts am Werkstück entlanggeführt wird. Letztere Formatkreissägen werden auch als Plattensägen bezeichnet und sind als Ausführungen bekannt, bei denen das Sägeblatt an einem Porta! oberhalb der Werkstückauflage geführt ist und als Ausführungen bei denen das Sägeblatt unterhalb der Werkstückauflage geführt ist. Grundsätzlich kann mit Formatkreissägen ein sehr hohes Maß an Genauigkeit bei der Ausführung eines Schnitts erzielt werden. Den Benutzer unterstützen hierbei bei vielen Ausführungsformen eine Anschlagschiene oder andere Referenzpunkte, an denen das Werkstück angelegt werden kann, um eine exakte Winkeldefinition zu erreichen und ggf. darüberhinaus Anschlagklappen, welche ein definiertes Maß in Bezug auf die Sägeblattebene festlegen. Um die gewünschte Genauigkeit zu erreichen, muss der Benutzer oftmals zuvor die Anschlagschiene und Anschlagklappe auf das gewünschte Maß einstellen und das Werkstück in der gewünschten Weise positionieren und ausrichten, damit hiernach der Sägeschnitt in der gewünscht präzisen Weise ausgeführt werden kann.

Aus DE3406904A1 ist eine Kreissägevorrichtung bekannt, welche mittels einer Laser-Markiervorrichtung den Verlauf des Sägeschnittes auf eine Oberfläche eines Werkstücks projiziert. Diese Vorrichtung ermöglicht es, den Verlauf eines auszuführenden Sägeschnitts auf dem Werkstück darzustellen und dient dazu, um Fehlstellen wie Astlöcher oder dergleichen vor der Ausführung des Schnitts zu berücksichtigen. Sie bietet dem Benutzer jedoch keine Hilfe dabei, die Lage und Ausrichtung von Werkstückplatten gemäß eines vorbestimmten Zuschneideplans zu signalisieren, um beispielsweise zu erreichen, dass der Benutzer das Werkstück mit einer bestimmten, nach dem Zuschneideplan vorgesehenen Kante an eine Anschlagschiene anzulegen.

Aus EP1362677B1 ist eine Kreissägevorrichtung bekannt, welche über Dateneingabemittel, eine Speicher- und Recheneinheit und eine Displayeinheit verfügt und dazu ausgebildet ist, um auf der Displayeinheit einen Zahlenwert auszugeben, der aus anderen eingelesenen Zahlenwerten berechnet wurde und die Einstellung einer verschiebbaren Anschiagleiste für die Ausführung eines Schrägschnitts angibt. Diese Vorrichtung zielt darauf ab, dem Benutzer manuelle Rechenschritte im Zusammenhang mit Schrägschnitten abzunehmen. Die Vorrichtung stellt jedoch keine Verbesserung hinsichtlich der Arbeitsabläufe dar, die zur richtigen Ausrichtung einer Platte auf der Sägetischauflage notwendig sind.

In vielen Anwendungen wird aus einem großformatigen Werkstück, beispielsweise einem Ausgangshalbzeug mit den Standardmaßen von ca. 3x2m, eine Vielzahl von Werkstückabschnitten hergestellt. In einem solchen Fall ist es wünschenswert, die einzelnen Werkstückabschnitte solcher Art innerhalb des Werkstücks aufzuteiien, dass möglichst wenig Verschnitt entsteht und somit das Ausgangs-Werkstück in idealer Weise genutzt wird.

Es ist bekannt, zu diesem Zweck vom Benutzer die Maße der gewünschten Werkstückabschnitte eingeben zu lassen und hierauf folgend in einem Optimierungspro- zess die Werkstückplatte solcher Art aufzuteilen, dass die gewünschten Werkstückabschnitte unter größtmöglicher Vermeidung von Verschnitt aus dem Werkstück geschnitten werden können. Bei dieser Art des Zuschnitts entsteht in der Regel ein vorgegebenes und einzuhaltendes Muster an Sägeschnitten, die häufig parallel zu den Außenkanten, gegebenenfalls aber auch unter schrägen Winkeln hierzu und zueinander durch das Werkstück laufen. Diese Sägeschnitte sind aufeinanderfolgend auszuführen, um die gewünschten Werkstückabschnitte zu erhalten.

Das Berechnen, Positionieren, Ausrichten und entsprechendes Anlegen dieser Werkstücke und Werkslückabschnitte auf der Werkstückauflagefläche und an der Anschlagschiene und gfs. Anschiagkfappe erfordert regelmäßig eine gewisse Zeit und verzögert daher insgesamt den Arbeitsablauf. Zudem sind diese Vorgänge fehlerträchtig, da durch Verwechslung von Werkstückabschnitten oder falsches Anlegen oder Positionieren von Werkstückabschnitten ein fehlerhafter Schnitt ausgeführt werden könnte.

Es ist das Ziel der Erfindung, diese Arbeitsabläufe sowohl hinsichtlich der Bediensi- cherheϊt als auch der Arbeitsgeschwindigkeit zu verbessern.

Dieses Ziel wird erfindungsgemäß erreicht, indem der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um aus den von der Schnittstelle erhaltenen Werkstückabmessungen zu berechnen, in welcher Position und/oder Ausrichtung das Werkstück auf eine Auflagefläche einer Formatkreissäge aufgelegt werden muss und um Daten, welche diese Position bzw. Ausrichtung charakterisieren, an die graphische Anzeige zu übermitteln und dass die graphische Anzeige ausgebildet ist, um einem Benutzer diese Position bzw. Ausrichtung anzuzeigen.

Mit der erfindungsgemäßen Steuerungsvorrichtung wird es möglich, dem Benutzer einer Formatkreissäge die Position bzw. Ausrichtung eines Werkstücks oder Werkstückabschnitts in einfach nachvollziehbarer Weise auf einer graphischen Ausgabeeinheit anzuzeigen, bevor der Sägeschnitt an diesem Werkstück bzw, Werkstückab- schπitt ausgeführt wird. Unter einem Werkstück soll in diesem Zusammenhang ein nichtzugeschnittenes Halbzeugmaterial, üblicherweise eine großformatige Platte in handelsüblicher Abmessung, verstanden werden.

Unter einem Werkstückabschnitt soll in diesem Zusammenhang ein von einem solchen Werkstück mittels zumindest eines Sägeschnitts abgetrennter Teil verstanden werden, der bereits in seinen endgültigen Fertigmaßen vorliegen kann oder der durch einen oder mehrere nachfolgende Sägeschnitte weiter unterteilt werden muss, um in Werkstückabschnitte mit ihren endgültigem Fertigmaßen zugeschnitten zu werden.

Unter der Position eines Werkstücks bzw. Werkstückabschnitts soll erfindungsgemäß der Ort verstanden werden, an dem ein Werkstück bzw. Werkstückabschnitt auf der Werkstückauflage in Bezug auf das Kreissägeblatt angeordnet sein muss, um mit dem Sägeschnitt das gewünschte Maß herzustellen.

Unter einer Ausrichtung soll erfindungsgemäß die Verschwenkungslage eines Werkstücks oder Werkstückabschnitts um eine senkrecht zu seiner Fläche liegende Achse verstanden werden. Insbesondere ist unter Ausrichtung zu verstehen die Definition derjenigen seitlichen Kante eines Werkstücks oder Werkstückabschnitts, welche an einer Anschiagschiene angelegt werden soll, um den nachfolgenden Sägeschnitt mit dem gewünschten Maß ausführen zu können.

Als graphische Ausgabeeinheit kann erfindungsgemäß insbesondere ein Bildschirm dienen, der an der Steuerungsvorrichtung befestigt, mit dieser verbunden oder gekoppelt ist. Insbesondere kann der Bildschirm auch an einer Kreissäge, welche mit der erfindungsgemäßen Steuerungseinheit ausgerüstet ist, angeordnet und befestigt sein.

Die erfindungsgemäße Steuerungsvorrichtung kann somit nicht nur die ideale Aufteilung eines Werkstücks in mehrere Werkstückabschnitte berechnen, sondern erleichtert darüber hinaus insbesondere auch die zeitlich effizienteste Durchführung der Abfolge von Sägeschnitten, die für diese Aufteilung des Werkstücks erforderlich sind und zeigt dem Benutzer hierzu jeweils an, wie er das Werkstück oder die daraus abgeteilten Werkstückabschnitte zu positionieren und auszurichten hat, um die Sägeschnitte nacheinander durchzuführen. Dabei ist zu verstehen, dass der Steuerungsrechner insbesondere auf ein Signal des Benutzers hin erst den Sägeschnitt freigibt oder startet, welches die korrekte Positionierung und Ausrichtung des Werk- stücksΛΛ/erkstückabschnitts signalisiert. Insbesondere kann die graphische Ausgabeinheit dabei solcher Art ausgestaltet sein, dass sie eine schematische oder realistische Darstellung der Werkstückauflagefläche und der Anschlagkante darstellt und das Werkstück in seiner Abmessung auf dieser Werkstückaufiagefläche In der erforderlichen Positionierung und Ausrichtung darstellt. Dabei kann insbesondere auch die Lage des Kreissägeblatts bzw. eines Sägeschlitzes angezeigt werden, der durchzuführende Sägeschnitt virtuell eingeblendet werden und ggf. darüber hinaus auch die weiteren nachfolgend auszuführenden oder bereits ausgeführten Säge- schnitte angezeigt werden. Insbesondere kann mittels der graphischen Ausgabeeinheit eine schematische oder realistische Darstellung der gesamten Formatkreissäge oder eines Ausschnitts der Formatkreissäge gemeinsam mit dem Werkstück oder Werlkstückabschnitt in der angestrebten Positionierung und/oder Ausrichtung ausgegeben werden.

Gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Schnittstelle zur Eingabe von Werkstückabmessungen eine Benutzerschnittstelle umfasst, mittels derer ein Benutzer Werkstückabmessungen digital eingeben kann. Mit dieser Fortbiidungsform wird es in einfacher möglich, gewünschte Werkstückmaße unmittelbar über eine an der Steuerungsvorrichtung ausgebildete Benutzerschnittstelle einzugeben und dem Steuerungsrechner auf diese Weise die aus einem Werkstück oder Werkstückabschnitt herzustellenden einzelnen Platten einzugeben. Die Benutzerschnittstelle kann hierbei eine numerische Tastatur oder dergleichen sein oder sie kann in Baueinheit mit der graphischen Ausgabeeinheit als berührungsempfindlicher Bildschirm ausgeführt sein, was insbesondere in der staubbelasteten Umgebung eines holzverarbeitenden Unternehmens eine hohe Ausfallsicherheit und Bedienungssicherheit bereitstellt.

Alternativ oder ergänzend zu dieser Fortbildungsform ist vorzugsweise vorgesehen dass, die Schnittstelle zur Eingabe von Werkstückabmessungen eine Datenschnittstelle umfasst, mittels derer Werkstückabmessungen von einer externen Datenquelle, insbesondere einem CAD-CAM-Planungsrechner eingelesen werden können. Mit dieser Ausbildung wird eine vorzugsweise genormte Datenschnittstelle bereitgestellt, mittels welcher die erfindungsgemäße Steuerungsvorrichtung mit einem separaten Planungsrechner für eine Computer-unterstüizte Planung und Herstellung verbunden werden kann. Aus dem Planungsrechner können auf diese Weise wie zuvor in dem Planungsvorgang die Maße und Daten für ein zu herzustellendes Bauteil, beispielsweise einem Schrank, Tisch oder dergleichen, in den Steuerungsrechner ein- geiesen und darin umgesetzt werden, um die hierfür benötigten Positionierung und Ausrichtung der Werkstücke/Werkstückabschnitte zu berechnen.

Gemäß einer noch weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um Position und/oder Ausrichtung für die aufeinanderfolgende Durchführung mehrerer Sägeschnitte an einem Werkstück zu berechnen und nach jedem durchgeführten Sägeschnitt Daten, welche die Position bzw. Ausrichtung des Werkstücks für den darauf folgenden Sägeschnitt charakterisieren, an die graphische Anzeige zu übermitteln. Mit dieser Fortbildungsform wird eine schnelle Arbeitsfoige an einer Formatkreissäge ermöglicht, indem mehrere Sägeschnitte nacheinander durchgeführt werden und nach jedem Sägeschnitt dem Benutzer die für den folgenden Sägeschnitt erforderliche Positionierung und Ausrichtung des Werkstückabschnitts signalisiert wird. Die Anzeige kann hierbei, wie zuvor erläutert, insbesondere über die graphische Ausgabeeinheit in Form einer realistischen oder schematischen Visualisierung der Werkstückauflagefiäche und des darauf angeordneten Werkstücks erfolgen.

Noch weiter ist es bevorzugt, dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um eine für die Ausführung eines nachfolgenden Sägeschnittes einzustellende Position einer beweglichen Anschlagklappe zu berechnen und über die graphische Ausgabeeinheit auszugeben und/oder einen Aktuator zum Bewegen der Anschlagklappe so anzusteuern, dass dieser Aktuator die Anschlagklappe auf diese Position bewegt. Mit dieser Fortbildungsform wird über die Berechnung und Anzeige der Positionierung und Ausrichtung dem Benutzer auch die Einsteilung einer Anschlagklappe erleichtert, indem ihm unmittelbar das einzustellende Maß für den nachfolgenden Sägeschnitt angezeigt wird oder, sofern die Anschlagklappe mittels Aktuators verfahrbar ist, dieser Aktuator so weit angesteuert wird, dass er auf das erforderliche Anschlagklappenmaß verfährt. Als Anschtagklappe ist hierbei insbesondere eine an einer Anschlagschiene angeordnete, entlang der Anschlagschiene verschiebliche Längsan- schlagkiappe zu verstehen, die eine Anlagefläche aufweist, die senkrecht zur Anlagefläche an der Anschlagschiene liegt.

Gemäß einer noch weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um in einem ersten Bearbeitungsgang die für die Ausführung aufeinanderfolgender parallel liegender Sägeschnitte erforderliche Position und/oder Ausrichtung, des Werkstücks zu berechnen und über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben und in einem zweiten Arbeitsgang die für die Ausfüh- rung aufeinanderfolgender parallel liegender Sägeschnitte an den im ersten Arbeitsgang hergestellten Werkstückabschnitten erforderliche Position und/oder Ausrichtung, des jeweiligen Werkstückabschnitts zu berechnen und über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben. Mit dieser Ausgestaltung wird vom Steuerungsrechner eine für viele Anwendungen besonders schnelle Arbeitsweise berechnet, bei der das Werkstück vom Benutzer verhältnismäßig wenig bewegt werden muss, indem die Reihenfolge der Sägeschnitte solcher Art gewählt wird, dass parallel zueinander liegende Sägeschnitte in einem ersten Arbeitsgang ausgeführt werden und hierauf folgend die durch diese parallel liegenden Sägeschnilte hergestellten Werkstückabschnitte nachträglich unterteilt werden.

Alternativ oder zusätzlich kann hierzu in einer anderen bevorzugten Ausführungsform vorgesehen sein, dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um

a. in einem ersten Bearbeitungsgang die für die Ausführung eines ersten Trennsägeschnitt zur Abtrennung eines ersten WerkstückabschntUs erforderliche Position und/oder Ausrichtung, des Werkstücks zu berechnen und über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben ,

b. in einem zweiten Bearbeitungsgang die für die Ausführung zumindest eines an diesem ersten Werkstückabschnitt unter einem Winkel zum ersten Trennsägeschnitt an dem im ersten Bearbeitungsgang hergestellten Werkstückabschnitt durchzuführende Sägeschnitte erforderliche Position und/oder Ausrichtung, des ersten Werkstückabschnitts zu berechnen und über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben,

c. in einem n-ten Bearbeitungsgang die für die Ausführung eines weiteren Trennsägeschnitt zur Abtrennung eines weiteren Werkstückabschnitts erforderliche Position und/oder Ausrichtung, des Werkstücks zu berechnen und über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben ,

d. in einem n+1-ten Bearbeitungsgang die für die Ausführung zumindest eines an diesem weiteren Werkstückabschnitt unter einem Winkel zum weiteren Trennsägeschnitt an an dem im n-ten Bearbeitungsgang hergestellten weiteren Werkstückabschnitt durchzuführende Sägeschnitte erforderliche Position und/oder Ausrichtung, des weiteren Werkstückabschnitts zu berechnen und über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben,

e. die Schritte c. und d. solange zu wiederholen, bis alle aus dem Werkstück herzustellenden Werkstückabschnitte zugeschnitten sind.

Diese Ausgestaltung vermeidet den Nachteil, dass eine Vielzahl von Werkstückab- schnilten zwischengelagert werden muss, um einer nachfolgenden Schnittbearbeitung wieder zugeführt werden zu können. Stattdessen wird bei dieser Ausgestaltung eine Vorgehensweise eingeschlagen, bei der in mögiichst direkter Weise aus dem Werkstück die endgültigen Maße der Werkstückabschnitte hergestellt werden. Hierbei wird in Kauf genommen, dass ein mehrmaliges Positionieren und Verschwenken von Werkstückabschnitten erforderlich ist und damit der Vorteil erzielt, dass insgesamt weniger Gefahr für eine Kantenbeschädigung der Werkstückabschnitte entsteht, da diese auf direktem Wege auf ihr Fertigmafi zugeschnitten werden und dann von der Werkstückauflagefläche entfernt werden können.

Dabei ist es, wenn der Steuerungsrechner zur Ausführung beider zuvor erläuterter Arbeitsweisen ausgebildet ist, insbesondere bevorzugt, dass durch eine Benutzerschnittstelle, welche mit dem Steuerungsrechner signaltechnisch gekoppelt ist und über die ein Benutzer eine Auswahl treffen kann, ob der Steuerungsrechner die Bearbeitung eines Werkstücks anhand der ersten definierten Bearbeitungsfolge oder anhand der zweiten definierten Bearbeitungsfolge durchführen soll. Durch diese Fortbitdung wird es dem Benutzer möglich, je nach der Anordnung und Anzahl der Sägeschnitte und ggf. auch des Gewichts und der Empfindlichkeit des zu bearbeitenden Werkstücks zwischen der einen oder der anderen Vorgehensweise zu wählen und hierdurch die für den jeweiligen Zweck ideale Vorgehensweise einzuschlagen. Dabei ist zu verstehen, dass diese Wahl insbesondere über eine separate Be- nutzerschnittstefle oder über die zuvor bereits erläuterte Benutzerschnittstelle zur Eingabe von Bearbeitungsparametern und Werkstückmaßen erfolgen kann.

Noch weiter ist es bevorzugt, dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um jedem durch die Ausführung der Sägeschnitte entstehenden Werkstückabschnitte eine Kennzeichnung zuzuordnen und diese Kennzeichnung zusammen mit der Position bzw. Ausrichtung des jeweiligen Werkstückabschnitts über die graphische Anzeigeeinheit auszugeben. Zwar ist es grundsätzlich bevorzugt, die Identifizierung der Werkstückabschnitte durch graphische Darstellung ihrer dem Bearbeitungsschritt entsprechenden Gestalt zu ermöglichen. Mit dieser Fortbildungsform wird darüberhi- naus eine insoweit verwechslungssichere Kennzeichnung bereits zugeschnittener Werkstückabschnitte erreicht, indem jedem Werkstückabschnitt eine Kennzeichnung, beispielsweise eine Zahl oder ein Buchstabe oder eine Kombination hieraus, zugewiesen wird und diese in der graphischen Ausgabeeinheit zu dem Werkstückabschnitt angezeigt wird. Die Kennzeichnung kann auch in einem oder mehreren Kantenmaßen des Werkstücks/Werkstückabschnitts bestehen. Dies kann in besonders übersichtlicher Weise solcher Art erfolgen, dass die Kennzeichnung unmittelbar in das virtuell dargestellte Werkstück eingeblendet wird. Hierbei kann die Darstellung insbesondere dadurch in bedienungsfreundlicher Weise fortgebildet werden, dass sämtliche bereits zugeschnittenen Werkstückabschnitte dargestellt werden, ggf. in einem virtuellen Lagerraum abseits der Werkstückauflagefläche, und entsprechend mit ihrer Kennzeichnung dargestellt werden, um dem Benutzer jederzeit einen Überbück über die zugeschnittenen Werkstückabschnitte zu erlauben.

Gemäß einer noch weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Steuerungsrechner mit einem Aktuator zur Steuerung der Vorschubgeschwindigkeit zwischen dem Kreissägeblatt und dem Werkstück signaltechnisch verbunden ist und ausgebildet ist, um die Position des Eintritts und/oder des Austritts des Kreissägeblatts in das bzw. aus dem Werkstück zu berechnen und die Vorschubgeschwindigkeit beim Eintritt des Kreissägeblatts in das Werkstück und/oder beim Austritts des Kreissägeblatts aus dem Werkstück gegenüber der Vorschubgeschwindigkeit zwischen Ein- und Austritt zu verringern. Diese Fortbildung ermöglicht es einerseits, dass der Steuerungsrechner, ggf. nach Detektion oder Signalisierung der korrekten Position und Ausrichtung des Werkstücks/Werkstückabschnitts, den Sägevorgang startt und hierbei die Vorschubgeschwiπdigkeit regelt. Die spezifische Ausgestaltung mit geschwindigkeitsreduziertem Eintauchen und Austauchen in das bzw. aus dem Werkstück bewirkt eine verbesserte Schnittqualität im Bereich des Ein- und Austritts des Sägeblatts und vermeidet Ausbrüche aus dem Werkstück an diesen Stellen. Dabei ist insbesondere als bevorzugt anzusehen, dass die erfindungsgemäße Steuerungsvorrichtung zur genauen Erfassung der Lage der Werkstückkanten, an denen das Sägeblatt in das Werkstück eintritt bzw. aus diesem austritt, nicht einer aufwendigen Seπsorik bedarf, sondern die Lage dieser Kanten in Bezug auf den ver- fahrweg des Kreissägeblatts bereits rechnerisch ermittelt hat, indem die Abfolge der Sägeschnitte und die Positionierung und Ausrichtung der Werkstückabschnitte in de- finierter Abfolge vom Steuerungsrechner vorgegeben und in entsprechender Weise nachfolgend ausgeführt werden.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um aus Werkstückmaßen, welche einen Winkei- oder Gehrungsschnitt erforderlich machen, Soilpositionen einer Anschlagklappe und/oder einer Anschlagschiene zu berechnen und dem Benutzer über die graphische Ausgabeeinheit anzuzeigen. Diese Fortbildungsform adressiert eine spezifisch problematische Schnittaufgabe, weiche üblicherweise eine exakte Berechnung des die Formatkreissäge bedienenden Benutzers erfordert. Gehrungs- oder Winkelschnitte sind Schnitte, die mit einem um eine horizontale Achse verschwenkten Sägeblatt durchgeführt werden oder Schnitte, die in einer nicht senkrecht zu einer Anlagekante bzw. Werkstückkante liegenden Richtung ausgeführt werden oder Kombinationen hieraus. Diese Art von Schnitten erfordert regelmäßig eine Berücksichtigung mehrerer geometrischer Winkel und Abmessungen, um die korrekten Werkstückabmessung und daraus folgenden Schnittmaße zu ermitteln.

Erfindungsgemäß wird dem Benutzer der Formatkreissäge diese Arbeit erleichtert, indem er gewünschte Winkel und Gehrungen unmittelbar eingeben kann und hierauf folgend vom Steuerungsrechner über die Ausgabeeinheit Positionierungswerte für eine Anschfagklappe oder Winkelausrichtungen für eine Anschlagschiene angezeigt bekommt, die für diesen Gehrungs- oder Winkelschnitt einzustellen sind. Dabei ist zu verstehen, dass in gleicher Weise, wie zuvor bezüglich der Anschlagklappe erläutert, die entsprechenden Werte und Winkel auch vom Steuerungsrechner automatisiert mittels eines Aktuators angefahren werden können, sofern eine entsprechend aktuatorbetätigte Bewegung des Anschlags/der Anschlagschiene vorgesehen ist.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die graphische Ausgabeeinheit einen Bildschirm umfasst, der beweglich ist, insbesondere um eine Schwenkachse schwenkbar gelagert ist und dass der Steuerungsrechner mit einem Sensor, insbesondere einem Winkelsensor signaltechnisch verbunden ist, welcher die Position des Bildschirms bzw. die Schwenkposition des Bildschirms um die Schwenkachse erfasst und dass der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um die Position und/oder Ausrichtung des Werkstücks auf der Werkstückablagefläche über die graphische Ausgabeeinheit entsprechend eines solchen Blickwinkels auszugeben, der dem Blickwinkel eines Benutzers entspricht, der vor dem Bildschirm in der erfassten Position bzw. Schwenkstellung steht. In vielen Anwendungsfällen ist es wünschenswert, dem Benutzer mehrere unterschiedliche Arbeitspositionen an der oder um die Formatkreissäge herum zu ermöglichen. Um von jeder dieser Arbeltspositionen einen Blick auf die graphische Ausgabeeinheit zu erlauben, kann diese insbesondere einen schwenkbaren Bildschirm umfassen, der dann jeweils so geschwenkt werden kann, dass seine Bildschirmfläche etwa senkrecht zur Blickrichtung des Benutzers auf den Bildschirm aus der jeweiligen Arbeitsposition ausgerichtet ist. Der Bildschirm kann insbesondere auch höhenverstellbar und verschiebbar in Bezug auf die Werkstückablagefläche sein, um hierdurch dem Benutzer eine für jede Bearbeitungssituation passende Anordnung und Ausrichtung des Bildschirms zu ermöglichen. Zu diesem Zweck kann der Bildschirm entsprechend in Bezug auf die Werkstückauflagefläche gelagert sein, beispielsweise an entsprechenden Führungen, Schienen, Gelenkarmen oder dergleichen.

Um auch bei einer solchen Ausgestaltung eine für den Benutzer leicht verständliche Darstellung zu erreichen, wird bei dieser Fortbildungsform eine Darstellung errechnet und ausgegeben, welche dem Blickwinkel des Benutzers auf die Werkstückauflagefläche bzw. die Formatkreissäge von der Arbeitsposition entspricht, welche aus der Position und dem Verschwenkungswinkel des Bildschirms berechnet werden kann. So wird auch dann, wenn der Bildschirm, der zur Ausgabe dient, zwischen mehreren solchen Positionen bewegt, verschoben und/oder verschwenkt wird, eine leicht nachvollziehbare Bildschirmanzeige der einzurichtenden Ausrichtung und/oder Positionierung des Werkstücks auf der Werkstückauflagefläche erreicht.

Zur Erfassung der Position und Ausrichtung des Bildschirms ist ein Sensor bzw. Winkelsensor vorgesehen. Dieser Sensor kann als abtastendes, zwischen den Bildschirm und ein feststehendes Maschinenteil gekoppeltes mechanisches Element, ausgeführt sein, beispielsweise als mit einem Drehpotentiometer arbeitender Winkelsensor und/oder als linearer Weggeber oder dergleichen ausgeführt sein. Alternativ oder zusätzlich kann der Sensor bzw. Winkelsensor auch als Bilderfassungseinheit ausgebildet sein, beispielsweise als digitale Videokamera, und mit einer Bildauswertungseinheit signaltechnisch verbunden sein, um die Lage und Ausrichtung des Bildschirms anhand eines Bildes, welches die Maschine oder Teile davon und den Bildschirm erfasst, zu ermitteln, Schüeßlich ist es gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass eine mit dem Steuerungsrechner signaitechnisch verbundene Etikettierungs- vorrichtung vorhanden ist, welche ausgebildet ist, um ein Werkstück oder Werkstückabschnitte mit einem aus Kennzeichnung dienenden Etikett zu versehen, wobei der Steuerungsrechner ausgebildet ist, um die Kennzeichnung über die graphische Ausgabeeinheit auszugeben und dem jeweiligen Werkstück/Werkstückabschnitt zuzuordnen. Diese Etikettierungsvorrichtung kann insbesondere individuell beweg- iich/verfahrbar sein.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist eine Formatkreissäge mit einer Werkstückauflagefläche und einem Kreissägeblatt, das relativ zu der Werkstückauflagefläche bewegbar ist, die durch eine Steuerungsvorrichtung der zuvor beschriebenen Art fortgebildet ist.

Schließlich ist ein weiterer Aspekt der Erfindung ein Verfahren zur Steuerung einer Formatkreissäge, mit den Schritten:

a) Eingeben der Werkstückmaße über eine Benutzerschnittstelle in einen Steuerungsrechner, b) Berechnen der Lage und Ausrichtung der durchzuführenden Sägeschnitte mittels des Steuerungsrechners, c) Anzeigen der Lage und/oder Ausrichtung des Werkstücks auf einer Werkstückauflagefläche über eine graphische Benutzerschnittstelle, d) Durchführen eines Sägeschnittes, gegebenenfalls nach Registrierung eines Signais, welches die korrekte Positionierung und Lage des Werkstücks signalisiert, e) Gegebenfalls Wiederholen der Schritte c) und d) bis alle erforderlichen Sägeschnitte ausgeführt sind.

Das Verfahren kann fortgebildet werden, indem entweder in einem ersten Arbeitsgang eine Mehrzahl von parallelen Sägeschnitten ausgeführt wird, die hierbei entstehenden Werkstückabschnitte zwischengelagert werden und in einem zweiten Arbeitsgang mittels einem oder mehreren Sägeschnitten, die schräg, insbesondere senkrecht zu den parallelen Sägeschπitten liegen, zugeschnitten werden oder indem in einem ersten Arbeitsgang ein Werkstückabschnitt vom Werkstück abgetrennt und in einem hierauf unmittelbar folgenden zweiten Arbeitsgang dieser Werkstückabschnitt mittels einem oder mehreren Sägeschnitten, die schräg, insbesondere senk- recht zu dem Sägeschnitt des ersten Arbeitsganges liegen, zugeschnitten wird, und gegebenenfalls dieser erste und zweite Arbeitsgang in Folge mehrfach wiederholt wird, bis alle Werkstückabschnitte hergestellt sind, wobei vorzugsweise nach Wahl des Benutzers die eine oder die andere Bearbeitungsreihenfolge ausgeführt wird.

Schließlich kann das Verfahren weiter fortgebildet werden, indem dem Benutzer ein für die Durchführung eines Sägeschnittes einzustellendes Einstellmaß einer An- schiagklappe angezeigt und/oder eine Anschlagklappe auf ein solches Einstellmaß verfahren wird.

Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird anhand der beiliegenden Figuren beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 - 8 eine Abfolge einer Visualisierung eines Bearbeitungsvorgangs einer Werkstückplatte,

Fig. 9 - 13 eine Abfolge einer Visualisierung einer Plattenaufteilung nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung,

Fig. 14 - 18 eine Abfolge einer Visualisierung einer Plattenaufteilung nach einer zweiten Ausführungsform, und

Fig. 19 - 21 eine Abfolge einer Visualisierung des Zuschnitts mit Winkelschnitten.

Fig. 1 zeigt einen Monitor beim Arbeitsgang "Formatieren". Dargestellt ist eine Platte 10 mit einem Plattenrohmaß von 3.000x2.000 mm, aus der ein Werkstückabschnitt 20 von 1.500x1.400 mm zugeschnitten werden soll. Die Maße sind entlang der Kanten des Werkstücks visualisiert, ebenso sind die durchzuführenden Sägeschnitte mittels feiner Linien 31-34 im Werkstück visualisiert.

Um eine saubere allseitige Kante am späteren Werkstück zu erhalten, sind Besäum- schnitte 31, 33 visuaiäsiert, mit denen jeweils ein schmaler Streifen mit einer Be- säumschnittstreifenbreite an den Kanten des Werkstücks abgeschnitten wird, dessen Breite gerade so ausgelegt ist, dass der abgeschnittene Streifen nicht durch den Sägeschlitz Jn die Formatkreissäge fallen kann. Sobald der Bediener die Schaltfläche "Start" betätigt, erscheint das Monitorbild gemäß Fig, 2, In Fig. 2 wird dem Bediener die Formatkreissäge mit einem Sägeschlitz 40, einer Werkstückauflagefläche 50 und einer Anschlagschiene 60 visualisiert. Die Anlegesituation des Werkstücks 10 in der Positionierung und Ausrichtung, welche für die Durchführung des zuerst durchzuführendem Besäumschnittes 31 erforderlich ist, wird auf der Werkstückauflagefläche 40 und an der Anschiagschiene 60 visualisiert.

Wie in Fig. 3 zu erkennen ist, wird nachfolgend eine Visualisierung ausgegeben, die signalisiert, dass die Platte durch entsprechende Zustellbewegung in Richtung A auf den Sägeschlitz solcher Art positioniert wird soll, dass der Besäumschnitt dann durch Verfahren eines Kreissägeblatts 70 durchgeführt werden kann.

Hierauf folgend wird, wie in Fig, 4 zu erkennen ist, eine Visualisierung ausgegeben, die signalisiert, dass das Werkstück weiter in Zustellbewegung A nach rechts verschoben damit der erste Formatschnitt 32 durchgeführt werden kann.

Fig. 5 zeigt eine Visualisierung nach dem ersten Formatschnitt 31, die dem Benutzer signalisiert, dass einerseits der linksiiegende abgetrennte Werkstückabschnitt 21 nicht mehr gebraucht wird und nach oben links auf die Werkstückauflage 50 zurückgeschoben werden kann. Darüber hinaus wird dem Benutzer signalisiert, dass die rechtliegende abgeschnittene Platte 22 zurückgeholt und um 90° gedreht werden muss. Dies erfolgt, indem eine entsprechende Abfolge von Verschwenklagen dieses Werkstückabschnitts 22 visualisiert wird.

Wie in der Visualisierung gemäß Fig. 6 zu erkennen ist, wird dem Benutzer anschließend signalisiert, dass der Werkstückabschnitt 22 nun mit einer anderen Kante 23 an die Anschlagschiene angelegt werden muss, um den zweiten Besäumschnitt 33 durchführen zu können. Hierzu wird das Werkstück mittels Vorschubschiitten 80 a-c nach links verschoben, bis die zu besäumende Kante von einem Sensor im Bereich des Sägeschlitzes erfasst wurde und nachfolgend um einen bestimmten Betrag nach rechts verschoben und dann der Besäumschnitt 33 durchgeführt.

Hierauf folgend wird eine Visuallisierung ausgegeben, wonach der Werkstückabschnitt wiederum weiter nach rechts zugestellt und der zweite Formatschnitt 34 ausgeführt, womit das Teil 20 fertig zugeschnitten ist. Fig. 9 zeigt eine Planungsdarstellung für den Zuschnitt mehrerer Werkstückabschnitte aus einer großen Werkstückplatte 110. Im Monitor unten rechts ist ein Pfeii 100a abgebildet, der nach rechts oben zeigt und hierdurch die Wahl des Benutzers für einen Zuschnittsvorgang nach einer ersten Vorgehensweise anzeigt.

Bei dieser ersten Vorgehensweise werden, wie in Fig. 10 zu erkennen ist, ein Besäumschnitt 131 und drei parallel hierzu liegende Schnitte 132-134 im rechten Teil des Werkstücks zuerst durchgeführt und die hierbei entstehenden Streifen 120-122 in einem virtuellen Lager in der Darstellung visualisiert. Die hierfür erforderlichen Arbeitsschritte werden dem Benutzer entsprechend visualisiert und automatisiert durchgeführt, nachdem der Benutzer die der Visualisierung entsprechenden Anlege- uπd Positionierungsvorgänge in Bezug auf die Anlegeschiene 160 ausgeführt hat.

Hierauf folgend wird, wie in Fig. 11 gezeigt, eine Visualisierung ausgegeben, wonach die Platte um 90° gedreht und wiederum an die Anschlagkante 160 angelegt werden muss, um nachfolgend weiter durch entsprechende parallel liegende Schnitte aufgeteilt, wodurch erste fertig bearbeitete Werkstückabschnitte 123, 124 entstehen, die in Fig. 12 in einem endgültigen Lager abgebildet sind.

Dem Benutzer wird erneut eine 90° Drehung des Werkstücks und ein Anlegen an die Anschlagkante signalisiert. Hierauffolgend werden die Sägeschnitte 135a-g durchgeführt, um die hierdurch entstehenden Fertigteile zu erhalten.

Als letzter Vorgang werden die aus dem virtuellen Lager stammenden Streifen 120- 122 wieder auf die Werkstückauf I agef lache aufgelegt und dies dem Bediener in entsprechender Weise durch Visualisierung signalisiert und dann an diesen Streifen die Zuschnitte zur Herstellung der Fertigteile aufgeführt. Die hierfür erforderlichen Ar- beätsschritte werden dem Benutzer wiederum entsprechend visualisiert und automatisiert durchgeführt, nachdem der Benutzer die der Visualisierung entsprechenden Anlege- und Positionierungsvorgänge ausgeführt hat.

Fig. 14 zeigt eine gleiche Aufteilung einer Werkstückplatte nach einer zweiten Ausführungsform, die vom Bediener gewählt ist und durch den unten rechts im Monitor angezeigten, nach links oben weisenden Pfeil 100a signalisiert wird.

Bei dieser zweiten Vorgehensweise wird, wie in Fig. 15 zu erkennen ist, zunächst ein Streifen 120 abgeschnitten, wie dies auch bei der ersten Vorgehensweise erfolgt ist. Hierauf folgend werden jedoch nicht die weiteren parallelen Sägeschnitte durch- geführt, sondern signalisiert, dass das Werkstück 125 unmittelbar nach links oben auf die Werkstückauflagefläche zurückgeführt werden muss und dann, wie in Fig. 16 zu erkennen ist, der erste abgeschnittene Streifen 120 um 90° gedreht angelegt werden muss, was entsprechend visualisiert dargestellt wird, um ihn dann durch entsprechende Vorschubbewegungen in Fertigteile 120a,b aufzuschneiden.

Diese Vorgehensweise wiederholt sich für den zweiten Streifen 121 , wie in Fig. 17 dargestellt und die nachfolgenden Streifen und Werkstückabschnitte, für die jeweils eine Visualisierung für den unmittelbaren Zuschnitt in Fertigteile ausgegeben wird, wie in Fig. 17 und 18 dargestellt.

Fig. 19 zeigt die Herstellung eines dreieckigen Werkstückabschnitts 220. Hierzu wird dieser Werkstückabschnitt zunächst durch entsprechende Winkel und Maße und gegebenfalis weitere Werkstückkennwerte wie Stärke und Materialart vom Bediener beschrieben, indem die Geometrie/Außenkontur eingegeben wird. Hierbei wird dem Benutzer durch eine farbliche Visualisierung signalisiert, falls die Plattenmaße für den gewünschten Werkstückabschnitt zu klein sind.

Nach entsprechender Eingabe der gewünschten Werkstückabmessungen berechnet der Steuerungsrechner die hierfür erforderlichen Einstellungen an der Maschine und gibt diese als Werte 290a, b für das Lineal und die Anschlagklappe an den Benutzer aus. Der Benutzer kann daraufhin das Lineal und die Anschlagktappe auf die angezeigten Werte einstellen und den Winkel in gewünschter Weise schneiden.

Wie man in Fig. 20 erkennt, wird der Benutzer hierbei durch die Visualisierung unterstützt, indem ihm sowohl die Lage einer verschwenkbaren Anschlagschtene 261, die sich bei Einstellen der entsprechenden Werte ergeben muss, als auch die Positionierung und Ausrichtung des Werkstücks 210 an der Anlageschiene visualisiert wird.

Fig. 21 zeigt die Situation zur Durchführung des zweiten Sägeschnitts, mit dem das Teil fertig bearbeitet wird.