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Title:
CONTROL SYSTEM FOR SAFELY OPERATING AT LEAST ONE FUNCTIONAL COMPONENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/127996
Kind Code:
A1
Abstract:
A control system for safely operating at least one functional component is described, comprising at least one functional control unit for actuating the functional component(s), at least one sensor, a data bus, which transmits at least one processed signal to the functional control unit(s), wherein based on one or more sensor signals an operating mode for the functional control units is established in which the functional components can be operated safely, wherein an apparatus evaluates the quality of the sensor signals and generates an evaluation variable representing the safety quality of the sensor signals and outputs same to the data bus, and wherein the functional control units control the functional component(s) depending on the currently received value of a processes sensor signal and the value of the related evaluation variable.

Inventors:
EDEL, Jan (Horringhausen 23, Lüdenscheid, 58513, DE)
Application Number:
EP2010/055864
Publication Date:
November 11, 2010
Filing Date:
April 29, 2010
Export Citation:
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Assignee:
LEOPOLD KOSTAL GMBH & CO KG (An der Bellmerei 10, Lüdenscheid, 58513, DE)
EDEL, Jan (Horringhausen 23, Lüdenscheid, 58513, DE)
International Classes:
G05B9/02
Attorney, Agent or Firm:
KERKMANN, Detlef (An der Bellmerei 10, Lüdenscheid, 58513, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Steuersystem zum sicheren Betreiben von mindestens einer Funktionskomponente (FK-A, FK-A', FK-B, FK-C),

mit wenigstens einer Funktionssteuereinheit (A, B, C) zur Ansteuerung der Funktionskomponente(n) (FK-A, FK-A', FK-B, FK-C),

mit mindestens einem Sensor (S, KS),

mit einem Datenbus (DB), der wenigstens ein aufbereitetes Sensorsignal (S_Aus_Sig) an die Funktionssteuereinheit(en) (A, B, C) überträgt,

wobei aus einem oder mehreren Sensorsignalen (S_Sig, K_Sig) ein

Betriebsmodus für die Funktionssteuereinheiten (A, B, C) festgelegt wird, in dem die Funktionskomponenten (FK-A, FK-A', FK-B, FK-C) sicher betrieben werden können,

dadurch gekennzeichnet,

dass eine Vorrichtung (DVK) die Qualität der Sensorsignale (S_Sig) bewertet und eine die Sicherheitsqualität der Sensorsignale (S_Sig) repräsentierende Bewertungsgröße (SQ) erzeugt und diese auf den Datenbus (DB) gibt,

und dass die Funktionssteuereinheiten (A, B, C) die Funktionskomponente(n) (FK-A, FK-A', FK-B, FK-C) in Abhängigkeit vom aktuell empfangenen Wert eines aufbereiteten Sensorsignals (S_Sig) und dem Wert der zugehörigen Bewertungsgröße (SQ) steuern.

2. Steuersystem nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Wert der Bewertungsgröße (SQ) jeweils von den Funktionssteuereinheiten (A, B, C) als ein normgerechter Sicherheitsintegritätslevel (SIL/ASIL, SIL2/ASILB, SIL3/ASILD) interpretierbar ist.

3. Steuersystem nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass ein Kontrollsensor (KS) ein Kontrollsensorsignal (K_Sig) erzeugt und die Vorrichtung (DVK) die Bewertungsgröße (SQ) aufgrund eines Vergleichs des Sensoreingangssignals (S_Sig) mit dem

Kontrollsensorssignal (K_Sig) erzeugt.

4. Steuersystem nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (DVK) die Bewertungsgröße (SQ) aufgrund von Plausibilitätsvergleichen von Sensorsignalen (S_Sig) oder aufbereiteten

Sensorsignalen (S_Aus_Sig) mit bekannten Daten erzeugt.

5. Steuersystem nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionssteuereinheiten (A, B, C) durch mehrere Steuergeräte realisiert sind, die alle mit dem Datenbus (DB) verbunden sind.

6. Steuersystem nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass Funktionssteuereinheiten (A, B, C) als interne Funktionen eines einzigen Steuergeräts realisiert sind.

7. Steuersystem nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionssteuereinheiten (A, B, C) mehrere Funktionskomponenten (FK-A, FK-A', FK-B, FK-C) eines Kraftfahrzeugs steuern.

Description:
Steuersystem zum sicheren Betreiben von mindestens einer

Funktionskomponente

Die Erfindung betrifft ein Steuersystem zum sicheren Betreiben von mindestens einer Funktionskomponente, mit wenigstens einer

Funktionssteuereinheit zur Ansteuerung der Funktionskomponente(n), mit mindestens einem Sensor, mit einem Datenbus, der wenigstens ein aufbereitetes Sensorsignal an die Funktionssteuereinheit(en) überträgt, wobei aus einem oder mehreren Sensorsignalen ein Betriebsmodus für die Funktionssteuereinheiten festgelegt wird, in dem die Funktionskomponenten sicher betrieben werden können.

Ein derartiges Steuersystem ist in der deutschen Offenlegungsschrift

DE 10 2004 036 087 A1 beschrieben. Das vorbekannte Steuersystem sieht verschiedene Betriebsmodi vor, die eine spezifische Anpassung der Funktionskomponenten an jeweils eine erkannte Betriebssituation ermöglichen. Vorgesehene Betriebsmodi sind beispielsweise ein Schlechtwettermodus, ein Geländemodus, ein Bergmodus oder ein Autobahnmodus. Vorgeschlagen wird insbesondere die Übermittlung eines gültigen Betriebsmodus über ein Datenbusprotokoll ohne eine direkte Adressierung eines Empfängers. Dadurch sind die Betriebsmodi von der Konfiguration unterschiedlicher Fahrzeugmodelle unabhängig. Die Komponente, die den Betriebsmodus sendet, muss dazu nicht die Anzahl und Art der Empfängerkomponenten kennen. Die zu jedem Betriebsmodus zugehörigen Einstellungen für die Funktionskomponenten sind vorzugsweise in deren Steuereinheiten hinterlegt. Das Steuersystem ermöglicht somit eine Anpassung der Funktionalität an äußere Bedingungen, die von den Sensoren erfasst werden und durch Sensordaten repräsentiert sind. Problematisch dabei ist, dass die Erfassung von Sensordaten fehlerhaft sein kann. Die DE 10 2004 036 087 A1 beschäftigt sich allerdings nicht mit der Erkennung von fehlerhaften Sensordaten oder sonstigen Systemfehlern und auch nicht damit, wie das Steuersystem auf auftretende Fehler reagieren soll.

Zur Beurteilung der Zuverlässigkeit von Sicherheitsfunktionen elektrischer, elektronischer oder programmierbar elektronischer Systeme definiert der Standard IEC 61508 so genannte Sicherheitsanforderungsstufen, die auch als Sicherheitsintegritätslevel, abgekürzt SIL, bezeichnet werden. Abgeleitete Normen wie die ISO 26262 für die Automobilbranche verwenden dafür die Abkürzung ASIL. Der Sicherheitsintegritätslevel stellt ein Maß für die funktionale Sicherheit des Systems in Abhängigkeit von dem Risiko und der Gefährdung dar, die von der Systemfunktion für Leib und Leben ausgehen können. Funktionen oder Prozesse mit einer geringeren Gefährdung werden prinzipiell durch einen Sicherheitskreis mit einem geringeren

Sicherheitsintegritätslevel aufgebaut als Prozesse mit höherer Gefährdung.

Zu den üblichen Sicherheitskonzepten gehört im Falle eines kritischen Fehlers oder Ausfalls, die Gesamtfunktion durch Abschalten in einen sicheren Zustand zu überführen. Für Sensoren bedeutet dies, dass auch weniger oder gar nicht sicherheitskritische Empfänger der Sensordaten ihre gesamte Funktion verlieren. Nachteilig ist dabei ein fehlendes Degradationskonzept, um im Falle einer nicht mehr ausreichenden funktionalen Sicherheit für den einen bestimmten Datenempfänger nicht gleich sämtliche mit dem Sensor in Zusammenhang stehenden Funktionen und/oder Empfänger abschalten zu müssen.

Bisher wurde in Sicherheitskonzepten elektronischer Sensoren im Falle eines detektierten Fehlers, der zur Verletzung des höchsten, für eine Gesamtfunktion spezifizierten Sicherheitsintegritätslevel führt, stets die

Verwertbarkeit der Sensorinformation unterbunden, beispielsweise durch eine radikale Abschaltung des Sensors. Auf diese Weise können andere Funktionen, die von derselben Sensorinformation abhängig sind, ebenfalls nicht weiter funktionieren, denn es fehlt eine Information über den verbleibenden Level der Sicherheitsintegrität der gelieferten Sensorinformation. Ohne diese Information reduziert sich der normgerecht nachgewiesene Sicherheitsintegritätslevel zu Null und zumindest teilweise sicherheitskritische Anwendungen müssen ihre Funktion einstellen. Hierdurch geht wertvolle Verfügbarkeit verloren.

Es stellte sich die Aufgabe, ein Steuersystem zu schaffen, welches die vorgenannten Nachteile vermeidet und dadurch eine höhere und breitere Verfügbarkeit von Funktionskomponenten und ganzen Funktionsgruppen gewährleistet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass eine Vorrichtung die Qualität der Sensorsignale bewertet und eine die Sicherheitsqualität der Sensorsignale repräsentierende Bewertungsgröße erzeugt und diese auf den Datenbus gibt, und dass die Funktionssteuereinheiten die Funktionskomponente(n) in Abhängigkeit vom aktuell empfangenen Wert eines aufbereiteten Sensorsignals und dem Wert der zugehörigen Bewertungsgröße steuern.

Der Gegenstand der Erfindung ist die Einführung einer Bewertungsgröße als einer genügend selbst abgesicherten Begleitinformation, mit deren Hilfe der Empfänger einer Sensorinformation den im Normalfall gegebenen oder den im bestimmten Fehlerfall verbleibenden Sicherheitsintegritätslevel einer Sensorinformation erkennen kann. Mit dieser Bewertungsgröße ist der Empfänger dann durch Vergleich mit eigenen Sicherheitsansprüchen in der Lage, über eine sicherheitstechnisch vertretbare Fortführung seiner Funktion zu entscheiden. Die Wahrscheinlichkeit der Verfügbarkeit der Gesamtfunktion steigt dadurch deutlich an. Auf der Sensorseite muss für den Fehlerfall natürlich der entsprechend verbliebene Sicherheitsintegritätslevel nachgewiesen worden sein, der sich unter Aussparung der fehlerhaften Komponente noch ergibt.

Die Bewertungsgröße kann vorteilhaft aus einem 8 oder 16 Bit breiten digitalem Datenwort bestehen, für das ein zwischen Sensor und Empfänger vereinbarter Wert einen bestimmten Sicherheitsintegritätslevel bedeutet.

Im folgenden soll die Erfindung anhand der Zeichnung beispielhaft dargestellt und erläutert werden. Es zeigen:

Figur 1 eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen

Steuersystems, Figur 2 ein Anwendungsbeispiel eines Steuersystems.

Die Figur 1 zeigt in einer schematischen Darstellung ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Steuersystems. Das Steuersystem weist einen ersten Sensor S auf, welcher eine Sensorgröße erfasst und entsprechende Sensorsignale S_Sig erzeugt. Durch eine sensorinterne Sensorsignalaufbereitung S_Auf werden die Sensorsignale S_Sig zu digitalen Sensorsignalen S_Aus_Sig weiterverarbeitet und durch eine Sensorsignalausgabe S_Aus auf einen Datenbus DB gegeben.

Das Steuersystem weist zudem einen zweiten Sensor auf, der zu Kontrollzwecken die gleiche Sensorgröße wie der Sensor S erfasst und daher als Kontrollsensor KS bezeichnet ist. Kontrollsensorsignale K_Sig gelangen zu einer Diagnose-, Vergleichs- und Kontrolleinheit DVK, welche die Kontrollsensorsignale K_Sig verarbeitet und mit den aufbereiteten Sensorsignalen des ersten Sensors S vergleicht. Außerdem bewertet die Diagnose-, Vergleichs- und Kontrolleinheit DVK die Signale des Sensors S und des Kontrollsensors KS hinsichtlich ihrer Plausibilität und generiert eine Bewertungsgröße SQ, welche eine Aussage über die Qualität und Vertrauenswürdigkeit der auf den Datenbus gegebenen aufbereiteten Sensorsignale S_Aus_Sig macht.

Die Generierung der Bewertungsgröße SQ anhand von Signalen eines Kontrollsensors KS ist natürlich rein beispielhaft. Im Sinne der Erfindung können auch andere Verfahrensweisen zur Generierung einer Bewertungsgröße SQ vorgesehen werden, etwa durch Plausibilitätsüberprüfungen innerhalb eines einzigen Sensors oder anhand von gemeinsamen Auswertungen mehrerer unterschiedlicher Sensorgrößen. Die Auswertungen können anhand von hardwaretechnischen oder vorzugsweise auch in Kombination von hardware- und softwaretechnischen Mitteln erfolgen, wobei diese Mittel einem oder mehreren Sensoren zugeordnet oder auch durch eine eigenständige Rechnerhardware realisiert sein können.

Wesentlich ist, dass zu jedem Sensorsignal S_Aus_Sig eine diesem Sensorsignal S_Aus_Sig zugeordnete Bewertungsgröße SQ, welche die sicherheitsnormgerechte Qualität des jeweiligen Sensorsignals S_Aus_Sig charakterisiert, erzeugt und auf den Datenbus DB gegeben wird.

Das Sensorsignal S_Aus_Sig und die jeweils zugeordnete Bewertungsgröße SQ werden über den Datenbus DB mehreren Funktionssteuereinheiten (A, B, C) zur Verfügung gestellt. Die Funktionssteuereinheiten (A, B, C) verwirklichen jeweils eine oder mehrere Funktionen bei der Ansteuerung von

Funktionskomponenten (FK-A, FK-A', FK-B, FK-C) und können beispielsweise durch Funktionsprozeduren in einem Rechnersystem oder auch jeweils durch ein einzelnes Steuergerät realisiert sein.

Die von den Funktionssteuereinheiten (A, B, C) gesteuerten

Funktionskomponenten (FK-A, FK-A', FK-B, FK-C) sind in der Regel Aktuatoren, beispielsweise Stellmotore oder Ventile, die zur Ausführung bestimmter Funktionen vorgesehen sind, können aber auch Anzeigeeinrichtungen sein. Die Funktionskomponenten (FK-A, FK-A', FK-B, FK-C) sind in der Figur 1 durch einfache Blocksymbole dargestellt. In jedem Block ist in Klammern der zur sicheren Ausführung der jeweiligen Funktion erforderliche Sicherheitsintegritätslevel (SIL/ASIL, SIL2/ASILB, SIL3/ASILD) angegeben. So benötigen die von der Funktionssteuereinheit A gesteuerten Funktionskomponenten FK-A und FK-A' zur Ausführung ihrer Funktionen unterschiedliche Sicherheitsintegritätslevel, nämlich SIL2/ASILB bzw. SIL3/ASILD.

Die Funktionskomponente FK-B erfordert einen Sicherheitsintegritätslevel SIL2/ASILB und die Funktionskomponente FK-C kann auch ohne qualifizierten Sicherheitsintegritätslevel SIL/ASIL ihre Funktion ausführen.

Allen Funktionskomponenten (FK-A, FK-A', FK-B, FK-C) werden die Signale des Sensors S als Eingangsgröße zugeführt, welche sie als aufbereitetes Sensorsignal S_Aus_Sig parallel über den Datenbus DB erhalten. Aufgrund der jedem Sensorsignal S_Aus_Sig zugeordneten Bewertungsgröße SQ, die ebenfalls parallel über den Datenbus DB verteilt wird, entscheidet jede Funktionssteuereinheit (A, B, C) sicherheitstechnisch selbständig, ob die zugeordneten Funktionskomponenten (FK-A, FK-A', FK-B, FK-C) unter Verwendung des Sensorsignal S_Aus_Sig angesteuert werden dürfen oder nicht.

Die Bewertungsgröße SQ weist dazu einen Wert auf, der entweder direkt einen Sicherheitsintegritätslevel darstellt oder dem die Funktionssteuereinheiten (A, B, C) ohne nennenswerten Rechenaufwand einen Sicherheitsintegritätslevel zuordnen können. Entspricht beispielsweise die Bewertungsgröße SQ einem Sicherheitsintegritätslevel von SIL2/ASILB, so signalisiert dieses der Funktionssteuereinheit A, dass der Qualität des Sensorsignals S_Aus_Sig zwar für einen sicheren Betrieb der Funktionskomponenten FK-A ausreicht, nicht jedoch zum Betrieb der Funktionskomponente FK-A'. Die

Funktionssteuereinheit A stellt daher den Betrieb der Funktionskomponente FK-A' ein und steuert nur noch die Funktionskomponente FK-A weiter an. Für die Funktionssteuereinheiten B und C ist dieser Wert der Bewertungsgröße SQ ausreichend, um die Funktionskomponenten FK-B und FK-C zu betreiben.

Verringert sich nun Bewertungsgröße SQ auf einen Wert, dem ein Sicherheitslevel kleiner als SIL2/ASILB entspricht, so stellt auch die Funktionssteuereinheit B die Ansteuerung der ihr zugeordneten Funktionskomponente FK-B ein, so dass nun nur noch die Funktionssteuereinheit C die Funktionskomponente FK-C, die aufgrund des ihr zugeordneten Sicherheitsintegritätslevel SIL/ASIL keine besondere Sicherheitsrelevanz aufweist, weiter ansteuert.

Es erfolgt somit eine abgestufte Degradation in Abhängigkeit von einer Qualitätseinstufung der vorliegenden Sensorsignale. Besonders vorteilhaft ist, dass jede Funktionssteuereinheit (A, B, C) für sich über den Betrieb der ihr zugeordneten Funktionskomponenten (FK-A, FK-A', FK-B, FK-C) autonom entscheidet. Die Art und Anzahl der mit dem Datenbus DB verbundenen Funktionssteuereinheiten (A, B, C) braucht daher nicht einer zentralen Instanz bekannt zu sein und kann überdies leicht geändert werden, ohne dass hierdurch die Funktion des Steuersystems beeinträchtigt würde.

Die Figur 2 zeigt als ein Anwendungsbeispiel einen nach einem Noniusprinzip funktionierenden Drehwinkelsensor. Ein derartiger Drehwinkelsensor ist beispielsweise aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 10 2006 023 286 A1 bekannt und dort im Detail beschrieben. Der dargestellte Drehwinkelsensor besteht aus einem Antriebsrad AR, welches mit einer nicht dargestellten Welle, deren Drehposition erfasst werden soll, verbunden ist. Das Antriebsrad AR ist als ein Zahnrad ausgebildet, mit dem zwei kleinere Zahnräder, nachfolgend als Messrad MR und Kontrollrad KR bezeichnet, in Eingriff stehen. Auf der oberen Seite sowohl des Messrades MR als auch des Kontrollrades ist jeweils ein stabförmiger Dauermagnet (M1 , M2) angebracht, dessen Drehstellung von jeweils einem stationär angeordneten Hallsensor (HS1 , HS2) erfasst wird.

Bei einer Drehung der Welle treibt das Antriebsrad AR sowohl das Messrad MR als auch das Kontrollrad KR an. Da das Messrad MR und das Kontrollrad KR unterschiedliche Radien und damit auch eine unterschiedliche Anzahl von Zähnen aufweisen, werden diese beiden Zahnräder (MR, KR) um unterschiedliche Drehwinkel verdreht.

Da die Hallsensoren (HS1 , HS2) die Drehwinkel beider Zahnräder (MR, KR) erfassen, kann geprüft werden, ob der Drehwinkel des Kontrollrades KR in einem plausiblen Verhältnis zum Drehwinkel des Messrades MR steht und damit eine korrekte Funktion der beiden Winkelsensoren und damit eine korrekte Winkelerfassung der Welle angenommen werden können.

Die Erfassung zweier Drehwinkel durch das Messrad MR und das Kontrollrad KR nach dem Noniusprinzip ermöglicht darüber hinaus die Erfassung der Winkelstellung des Antriebsrads AR über mehrere Umdrehungen, allerdings nur sofern die beiden einzelnen erfassten Drehwinkel vertrauenswürdig sind.

Fällt nun im Betrieb die plausible Evaluierung des Kontrollrades KR weg, z. B. durch einen internen Fehler des zugehörigen Hallsensors HS2, so kann mithilfe einer Bewertungsgröße trotzdem ein, wenn auch minderer Sicherheitsintegritätslevel für die errechnete Sensorinformation angegeben werden und damit zumindest noch Funktionen ausgeführt werden, für die relativ erfasste Drehwinkel des Messrades MR ausreichend ist. Bei einer Verwendung dieses Drehwinkelsensors als Lenkwinkelsensor in einem Kraftfahrzeug können so immerhin noch die weniger oder gar nicht sicherheitskritischen Funktionen, die den Lenkwinkel benötigen, zugelassen werden. Sie müssen dann nicht abgeschaltet oder eingeschränkt werden, wie es ohne die Auswertung der Bewertungsgröße SQ notwendig wäre.

Bezugszeichen

Zur Figur 1

A 5 B 5 C Funktionssteuereinheiten

DB Datenbus

DVK Diagnose-, Vergleichs- und Kontrolleinheit

(Vorrichtung)

FK-A, FK-A', FK-B, FK-C Funktionskomponenten

KS Kontrollsensor

K_Sig Kontrollsensorsignale

S Sensor

S_Auf Sensorsignalaufbereitung

S_Aus Sensorsignalausgabe

S_Sig Sensorsignale

S_Aus_Sig (aufbereitete) Sensorsignale

SIL/ASIL, SIL2/ASILB,

SIL3/ASILD Sicherheitsintegritätslevel

SQ Bewertungsgröße (Bewertungsgröße)

SQ_Aus Bewertungsgrößeausgabe

SQ Best Bewertunαsαrößebestimmunα

Zur Figur 2

AR Antriebsrad

HS1 , HS2 Hallsensoren

KR Kontrollrad (Zahnrad)

MR Messrad (Zahnrad)

M1 , M2 Dauermagnete