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Patent Searching and Data


Title:
CONTROL UNIT, INFORMATION PROCESSING UNIT AND CONTROLLING METHOD
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/197355
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a control unit for controlling the amount of network energy supplied indirectly or directly by an energy supplier, to an information processing unit for processing input information of an end consumer and to a method for controlling the amount of network energy supplied indirectly or directly by an energy supplier.

Inventors:
SCHMIDT-WACHHOLZ, Ralf (Haupstr. 1, Gräfenhainichen, 06772, DE)
SCHMIDT, René (Ackerstr. 16, Gräfenhainichen, 06773, DE)
SCHMIDT, Sylvia (Jösigkstr. 32, Gräfenhainichen, 06773, DE)
Application Number:
EP2019/058848
Publication Date:
October 17, 2019
Filing Date:
April 08, 2019
Export Citation:
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Assignee:
RS UTILITY SERVICE UG (HAFTUNGSBESCHRÄNKT) (Hauptstr. 1, Gräfenhainichen, 06772, DE)
International Classes:
G06Q50/06
Foreign References:
US20100138363A12010-06-03
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
GRADOLPH, Christian (Ritter-Honius-Str. 19, Rohrbach, 76865, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Steuerungseinheit (10) zur Steuerung der durch einen Energieversorger (12) mittelbar oder unmittelbar eingespeisten Menge an Netzenergie in ein durch einen Netzbetreiber (14) betriebenes Energienetz, welches mittelbar oder unmittelbar einen Endverbraucher (16) mit Netzenergie versorgt, wobei die Steuerungseinheit (10) eine Informationsschnittstelle (18) zur Ausgabe von Energieinformationen und einen Zugang zu einem Informationsspeicher (20), auf dem

Bilanzinformationen von einem Endkundenbilanzkreis (22) abgelegt sind, der das Energiemengenkonto an Netzenergie des Endverbrauchers (16) abbildet und der dem Endverbraucher (16) unabhängig von dem Energieversorger (14) fest zugeordnet ist, aufweist, wobei die Steuerungseinheit (10) die Energieinformationen abhängig von den Bilanzinformationen ausgibt und die Menge an durch den Energieversorger (14) eingespeister Netzenergie steuert.

2. Steuerungseinheit (10) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Energieinformationen an den Energieversorger (12) und/oder an den

Netzbetreiber (14) ausgegeben werden und Informationen über die abgeschätzte und/oder tatsächliche entnommene und/oder eingespeiste Menge an Netzenergie, den Empfänger und/oder den Lieferanten der Netzenergie, die Art der Netzenergie (Energieträger) und/oder deren Aufteilung

(Energiemix),

Rahmenbedingungen eines Liefervertrags zwischen Energieversorger (12) und dem Endverbraucher (16) und/oder den Preis der Netzenergie enthalten.

3. Steuerungseinheit (10) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch

gekennzeichnet, dass die Energieinformationen abhängig von

Vorgabeinformationen des Endverbrauchers (16) sind, wobei die

Vorgabeinformationen eine, insbesondere zeitlich abhängige, Bevorzugung des Endverbrauchers (16) bestimmter Energieträger und/oder

Energieversorger (12) enthalten.

4. Steuerungseinheit (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Energieinformation zeitabhängig ausgegeben werden, insbesondere mehrmals am Tag, besonders bevorzugt innerhalb weniger Stunden, besonders bevorzugt innerhalb einer Stunde oder weniger als einer Stunde, besonders bevorzugt alle 15 Minuten.

5. Steuerungseinheit (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Energieinformation durch den Endverbraucher (16), den Netzbetreiber (14) und/oder den Energieversorger (12) bereitgestellt werden.

6. Steuerungseinheit (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bilanzinformation den Differenzwert aus

abgeschätzter und/oder tatsächlich entnommener Menge an Netzenergie und abgeschätzter und/oder tatsächlich eingespeister Menge an Netzenergie enthält.

7. Steuerungseinheit (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Endverbraucher durch wenigstens zwei

Energieversorger (12) mit Netzenergie versorgt wird und die

Steuerungseinheit (10) die Energieinformationen an die wenigstens zwei Energieversorger (12) ausgibt.

8. Informationsverarbeitungseinheit (26) zur Verarbeitung von

Vorgabeinformationen eines Endverbrauchers (16), aufweisend eine Eingabeschnittstelle (28) zur Aufnahme von Vorgabeinformationen des Endverbrauchers (16) und eine Informationsschnittstelle (30) zu der

Steuerungseinheit (10) nach Anspruch 1 , wobei die

Informationsverarbeitungseinheit (26) Vorgabeinformationen des

Endverbrauchers (16) an die Steuerungseinheit (10) übermitteln kann und die Steuerungseinheit (10) die Energieinformationen abhängig von den

Vorgabeinformationen ausgibt.

9. Informationsverarbeitungseinheit (26) nach Anspruch 8, dadurch

gekennzeichnet, dass die Informationsverarbeitungseinheit (26) auf Seite des Endverbrauchers (12) angeordnet ist.

10. Verfahren zur Steuerung (32) der durch einen Energieversorger mittelbar oder unmittelbar eingespeisten Menge an Netzenergie in ein durch einen

Netzbetreiber betriebenes Energienetz, welches mittelbar oder unmittelbar einen Endverbraucher (16) mit Netzenergie versorgt, wobei auf einen Informationsspeicher (20), auf dem Bilanzinformationen von einem Endkundenbilanzkreis (22) abgelegt sind, der das Energiemengenkonto an Netzenergie des Endverbrauchers (16) abbildet und der dem Endverbraucher (16) unabhängig von dem Energieversorger fest zugeordnet ist, zugegriffen wird (34) und die Bilanzinformationen verarbeitet werden (36) und abhängig davon

Energieinformationen ausgegeben werden (38), wodurch die Menge an durch den Energieversorger eingespeister Netzenergie gesteuert wird (40), wobei der Netzbetreiber die eingespeiste Netzenergie aus dem

Endkundenbilanzkreis (22) unabhängig davon, welcher Energieversorger diese Netzenergie bereitgestellt hat, entnimmt und an den Endverbraucher (16) weitergibt (42).

Description:
Steuerungseinheit, Informationsverarbeitungseinheit und Verfahren zur

Steuerung

Beschreibungseinleitung

Die Erfindung betrifft eine Steuerungseinheit nach Anspruch 1 , eine

Informationsverarbeitungseinheit nach Anspruch 8 und ein Verfahren zur Steuerung der durch einen Energieversorger eingespeisten Menge an Netzenergie nach Anspruch 10.

Es ist bekannt, dass ein Energieversorger von einem Energieerzeuger,

beispielsweise einem Betreiber eines Kraftwerks oder einem Gasimporteur, kommende Netzenergie, beispielsweise Strom oder Gas, in ein leitungsgebundenes Energienetz einspeist und der das Energienetz betreibende Netzbetreiber diese Netzenergie physikalisch an den Endverbraucher weitergibt. Hierfür ist der

Endverbraucher an das Energienetz angeschlossen.

Die Menge der von dem Energieversorger in das Energienetz eingespeisten

Netzenergie sollte so gross wie die aus dem Energienetz entnommene Menge an Netzenergie sein. Die Aufrechterhaltung dieses Gleichgewichts wird über den Bilanzkreis ermöglicht, der das virtuelle Energiemengenkonto an Netzenergie darstellt und die Schnittstelle zwischen virtuellem Strom- oder Gashandel und physischer Lieferung an Netzenergie ist. Die Bilanz für jeden Bilanzkreis sollte Null ergeben, was bedeutet, dass die Entnahme und Einspeisung an Netzenergie ausgeglichen ist.

Dabei sind die Energiefahrpläne die Grundlage zur Beibehaltung des

Energiegleichgewichts. Diese enthalten Energieinformationen über die Menge aus eingespeister und entnommener Netzenergie und Angaben über den Lieferanten der eingespeisten Netzenergie und den Empfänger der entnommenen Netzenergie.

Der Bilanzkreis wird üblicherweise für den Bilanzkreisverantwortlichen bei dem

Übertragungsnetzbetreiber, beispielsweise dem überregionalen Netzbetreiber, dem

Bilanzkreisnetzbetreiber und/oder dem Energieversorger geführt. Der

Bilanzkreisverantwortliche ist zuständig für die Bewirtschaftung des Bilanzkreises.

Seine Aufgabe ist es, die Energiefahrpläne zu erstellen und an den

Übertragungsnetzbetreiber, den Bilanzkreisnetzbetreiber und/oder den Energieversorger zu liefern. Der Bilanzkreisverantwortliche ist die Schnittstelle zwischen dem Energieversorger und dem Übertragungsnetzbetreiber und/oder dem Bilanzkreisnetzbetreiber.

Der Übertragungsnetzbetreiber und/oder der Bilanzkreisnetzbetreiber stellen die physische Netzenergie zur Abnahme durch den Endverbraucher oder durch weitere Bilanzkreise bereit.

Dabei ist der Endverbraucher einem bestimmten Bilanzkreis eines Energieversorgers zugeordnet. Bei einem Wechsel des Energieversorgers durch den Endverbraucher wird der Endverbraucher einem anderen Bilanzkreis des neuen Energieversorgers zugeordnet. Diese Änderung bedarf der Zustimmung und Bestätigung durch den Netzbetreiber. Dabei muss eine Kündigungsfrist von 10 Werktagen eingehalten werden. Der Wechsel muss mindestens 10 Tage vorher bei dem Netzbetreiber angemeldet werden. Auf Seite des Energieversorgers sind für die Durchführung der Kündigung des Endverbrauchers 14 Verfahrensschritte mit in der Regel vier eingebundenen Personen erforderlich.

Ein kurzfristiger Wechsel des Energieversorgers ist nicht möglich. Insbesondere kann der Energieversorger nicht innerhalb eines Tages oder innerhalb weniger Stunden oder Minuten gewechselt werden. Auch ist es derzeit für den Endverbraucher nur möglich, einen Energieversorger zur Belieferung mit Netzenergie zu haben.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, das Energienetz stabil zu betreiben und Schäden oder Beeinträchtigungen an dem Energienetz zu vermeiden. Eine weitere Aufgabe liegt darin, die Belieferung des Endverbrauchers mit

Netzenergie zu verbessern. Weiterhin soll eine automatische Steuerung der Bilanz in dem Bilanzkreis ermöglicht werden.

Wenigstens eine dieser Aufgaben wird durch eine Steuerungseinheit mit den

Merkmalen nach Anspruch 1 gelöst. Entsprechend wird eine Steuerungseinheit zur Steuerung der durch einen Energieversorger mittelbar oder unmittelbar

eingespeisten Menge an Netzenergie in ein durch einen Netzbetreiber betriebenes Energienetz, welches mittelbar oder unmittelbar einen Endverbraucher mit

Netzenergie versorgt, vorgeschlagen, wobei die Steuerungseinheit eine

Informationsschnittstelle zur Ausgabe von Energieinformationen und einen Zugang zu einem Informationsspeicher, auf dem Bilanzinformationen von einem Endkundenbilanzkreis abgelegt sind, der das Energiemengenkonto an Netzenergie des Endverbrauchers abbildet und der dem Endverbraucher unabhängig von dem Energieversorger fest zugeordnet ist, aufweist, wobei die Steuerungseinheit die Energieinformationen abhängig von den Bilanzinformationen ausgibt und die Menge an durch den Energieversorger eingespeister Netzenergie steuert. Die

Steuerungseinheit ist bevorzugt eingerichtet, die bei einem Endverbraucher an das Energienetz angeschlossenen und die Netzenergie beziehenden Endgeräte zu steuern. Insbesondere umfasst die Steuerung eine Veränderung eines

Leistungsverbrauchs an Netzenergie der jeweiligen Endgeräte. Die Veränderung des Leistungsverbrauchs kann auch eine Zu- oder Abschaltung der jeweiligen Endgeräte umfassen.

Dadurch kann eine automatische Steuerung der Bilanz in dem Bilanzkreis ermöglicht werden. Das Energienetz kann stabil betrieben und Schäden oder

Beeinträchtigungen an dem Energienetz vermieden werden. Die Stromversorgung von wichtigen Einrichtungen, beispielsweise von Krankenhäusern, kann

zuverlässiger erfolgen.

Weiterhin können die durch Umwelteinflüsse auf das Energienetz einwirkenden Beeinträchtigungen oder Störungen verringert werden. Beispielsweise kann das Energienetz auch bei von Umwelteinflüssen abhängiger Energieerzeugung, insbesondere bei Ausnutzung regenerativer Energiequellen, stabil und ausfallsicher betrieben werden. Außerdem ist eine umfangreichere Nutzung regenerativer

Energiequellen möglich.

Die Notwendigkeit an Stromspeichern in dem Energienetz kann entfallen. Zumindest kann die die Anzahl an notwendigen Stromspeichern verringert werden. Die

Bereitstellung vorzuhaltender aufwendiger Regelenergie durch den Netzbetreiber in dem Energienetz wird entbehrlich. Das Energienetz mit einem vermehrten Anteil an regenerativer Energie kann kostengünstiger betrieben werden. Eine von der

Energiebilanz abhängige bedarfsweise Abschaltung regenerativer Energiequellen kann entfallen. Der Energiebeitrag regenerativer Energieträger kann erhöht werden.

Bei einem Wechsel des Energieversorgers muss der Netzbetreiber den

Endverbraucher nicht mehr einem neuen Bilanzkreis zuordnen. Der Netzbetreiber ist von dem Wechsel nicht mehr betroffen, er muss den Wechsel nicht mehr bestätigen oder diesem zustimmen. Der Netzbetreiber muss nicht jeweilige Bilanzkreise für die verschiedenen Energieversorger betreuen, sondern nur noch einen

Endkundenbilanzkreis. Der Netzbetreiber muss in den Wechsel des

Energieversorgers nicht mehr einbezogen werden.

Das Energienetz kann Energieerzeugungsanlagen, Übertragungsleitungen und Netzenergie verarbeitende Endgeräte bei einem oder mehreren Endverbrauchern umfassen.

Der Endkundenbilanzkreis kann einem Endverbraucher einmalig und dauerhaft zugeordnet werden. Der Netzbetreiber, insbesondere der regionale Netzbetreiber, kann Netzenergie für den Endverbraucher aus dem Endkundenbilanzkreis

entnehmen.

Der Endkundenbilanzkreis kann unabhängig von dem Energieversorger und/oder dem Netzbetreiber betrieben werden. Der Endkundenbilanzkreis kann von einem Bilanzkreisverantwortlichen verwaltet werden. Der Bilanzkreisverantwortliche kann ein Händler, ein Energieversorger, ein Unternehmen und/oder ein Energieerzeuger sein. Der Bilanzkreisverantwortliche kann den Informationsspeicher verwalten. Der Bilanzkreisverantwortliche kann eine Handelsplattform betreiben, über die der Endverbraucher einen Energieversorger auswählen kann. Der

Bilanzkreisverantwortliche kann die Steuerungseinheit verwalten und/oder betreiben.

Die Energieinformationen können von der Informationsschnittstelle ausgegeben, aber auch aufgenommen werden.

In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung enthalten die Energieinformationen Informationen über die abgeschätzte und/oder tatsächliche entnommene und/oder eingespeiste Menge an Netzenergie, den Empfänger und/oder den Lieferanten der Netzenergie, die Art der Netzenergie (Energieträger) und/oder deren Aufteilung (Energiemix), Rahmenbedingungen zu einem Liefervertrag zwischen dem

Energieversorger und dem Endverbraucher und/oder den Preis der Netzenergie. Die Energieinformationen können weiterhin physikalische und/oder technische

Messgrössen, beispielsweise die Windstärke, die Sonneneinstrahlung, einen

Wasserstand in einem Speicherkraftwerk, bevorzugt lokal, regional, überregional, national oder international kennzeichnen.

Der Endverbraucher kann mit dem jeweiligen Energieversorger einen Liefervertrag über die Belieferung mit Netzenergie abschliessen. Die Steuerungseinheit kann anhand der Energieinformationen, die die Information über den Liefervertrag und/oder über Rahmenbedingungen zu dem Liefervertrag einschliesst, diesen Energieversorger, insbesondere auch kurzfristig, zur Einspeisung an Netzenergie anweisen.

Die Energieinformationen können auch Bestimmungen der Bundesnetzagentur einschliessen und berücksichtigen.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Energieinformationen abhängig von Vorgabeinformationen eines Endverbrauchers, wobei die

Vorgabeinformationen eine, insbesondere zeitlich abhängige, Bevorzugung des Endverbrauchers bestimmter Energieträger und/oder Energieversorger enthalten.

Der Endverbraucher kann die Zusammensetzung der von ihm bezogenen

Netzenergie in dem Endkundenbilanzkreis vorgeben. Der Endverbraucher kann eine, insbesondere zeitgesteuerte, Auswahl zwischen wenigstens zwei Energieversorgern zur Belieferung mit Netzenergie vorgeben. Der Endverbraucher kann Prioritäten zur Belieferung mit Netzenergie zwischen wenigstens zwei Energieversorgern vorgeben.

Die Steuerungseinheit kann eine Eingabeschnittstelle aufweisen, über die die

Vorgabeinformationen empfangen werden können. Die Informationsschnittstelle kann die Eingabeschnittstelle umfassen oder getrennt von dieser ausgeführt sein. Die Steuerungseinheit kann ein Verarbeitungsmodul aufweisen, durch das die

Energieinformationen abhängig von den Vorgabeinformationen berechnet werden. Die Steuerung der Menge an eingespeister Netzenergie kann abhängig von diesen über die Informationsschnittstelle ausgegebenen Energieinformationen sein.

Bevorzugt können die Energieinformation zeitabhängig ausgegeben werden, insbesondere mehrmals am Tag, besonders bevorzugt innerhalb weniger Stunden, besonders bevorzugt innerhalb einer Stunde oder weniger als einer Stunde, besonders bevorzugt alle 15 Minuten.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden die Energieinformationen durch den Endverbraucher, den Netzbetreiber, den Bilanzkreisverantwortlichen und/oder den Energieversorger bereitgestellt. Die Energieinformationen können von dem Bilanzkreisverantwortlichen an den Energieversorger erfolgen.

In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausführung der Erfindung enthält die Bilanzinformation den Differenzwert aus abgeschätzter und/oder tatsächlich entnommener Menge an Netzenergie und abgeschätzter und/oder tatsächlich eingespeister Menge an Netzenergie.

Die Steuerungseinheit kann die Energieinformationen an die Energieversorger ausgeben, wodurch zusätzliche Netzenergie in das Energienetz eingespeist werden kann, wenn die Energieinformationen ergeben, dass zusätzliche Netzenergie benötigt wird. Dadurch kann eine ausreichende Versorgung mit Netzenergie umgesetzt werden.

Die Steuerungseinheit kann die Energieinformationen an Endgeräte bei einem oder mehreren Endverbrauchern ausgeben, wodurch die bei einem Endverbraucher oder bei mehreren Endverbrauchern an das Energienetz angeschlossenen und die

Netzenergie beziehenden Endgeräte steuerbar sind. Insbesondere ist die

Steuerungseinheit eingerichtet, eine Veränderung eines Leistungsverbrauchs an Netzenergie der jeweiligen Endgeräte zu steuern. Die Veränderung des

Leistungsverbrauchs kann auch eine Zu- oder Abschaltung der jeweiligen Endgeräte umfassen.

In einer weiteren speziellen Ausführungsform der Erfindung wird der Endverbraucher durch wenigstens zwei Energieversorger mit Netzenergie versorgt, wobei die

Steuerungseinheit die Energieinformationen an die wenigstens zwei

Energieversorger ausgibt.

Weiterhin wird zur Lösung wenigstens einer der vorstehend genannten Aufgaben eine Informationsverarbeitungseinheit zur Verarbeitung von Vorgabeinformationen des Endverbrauchers vorgeschlagen, aufweisend eine Eingabeschnittstelle zur Aufnahme von Vorgabeinformationen des Endverbrauchers und eine

Informationsschnittstelle zu der Steuerungseinheit, wobei die

Informationsverarbeitungseinheit Vorgabeinformationen des Endverbrauchers an die Steuerungseinheit übermitteln kann und die Steuerungseinheit die

Energieinformationen abhängig von den Vorgabeinformationen ausgibt.

Bevorzugt kann die Informationsverarbeitungseinheit auf Seite des Endverbrauchers angeordnet sein.

Weiterhin wird zur Lösung wenigstens einer der vorstehend genannten Aufgaben ein Verfahren zur Steuerung der durch einen Energieversorger mittelbar oder unmittelbar eingespeisten Menge an Netzenergie in ein durch einen Netzbetreiber betriebenes Energienetz, welches mittelbar oder unmittelbar einen Endverbraucher mit

Netzenergie versorgt, vorgeschlagen, wobei auf einen Informationsspeicher, auf dem Bilanzinformationen von einem Endkundenbilanzkreis abgelegt sind, der das

Energiemengenkonto an Netzenergie des Endverbrauchers abbildet und der dem Endverbraucher unabhängig von dem Energieversorger fest zugeordnet ist, zugegriffen wird und die Bilanzinformationen verarbeitet werden und abhängig davon Energieinformationen an den Energieversorger und an den Netzbetreiber

ausgegeben werden, wodurch die Menge an durch den Energieversorger

eingespeister Netzenergie gesteuert wird, wobei der Netzbetreiber die eingespeiste Netzenergie aus dem Endkundenbilanzkreis unabhängig davon, welcher

Energieversorger diese Netzenergie bereitgestellt hat, entnimmt und an den

Endverbraucher weitergibt.

Die Energieinformationen können alternativ oder zusätzlich an Endgeräte bei einem oder mehreren Endverbrauchern ausgegeben werden, wodurch die bei einem Endverbraucher oder bei mehreren Endverbrauchern an das Energienetz

angeschlossenen und die Netzenergie beziehenden Endgeräte steuerbar sind.

Insbesondere kann der Leistungsverbrauch an Netzenergie der jeweiligen Endgeräte steuerbar sein. Die Steuerung des Leistungsverbrauchs kann auch eine Zu- oder Abschaltung der jeweiligen Endgeräte umfassen.

Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Figurenbeschreibung und den Abbildungen.

Figurenbeschreibung

Die Erfindung wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Abbildungen ausführlich beschrieben. Es zeigen im Einzelnen:

Figur 1 : Eine Anordnung einer Steuerungseinheit in einer speziellen

Ausführungsform der Erfindung.

Figur 2: Eine Anordnung einer Informationsverarbeitungseinheit in einer

speziellen Ausführungsform der Erfindung.

Figur 3: Ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zur Steuerung der durch einen

Energieversorger mittelbar oder unmittelbar eingespeisten Menge an Netzenergie nach einer speziellen Ausführungsform der Erfindung. Figur 1 zeigt eine Anordnung einer Steuerungseinheit 10 in einer speziellen

Ausführungsform der Erfindung. Die Steuerungseinheit 10 dient der Steuerung der durch einen Energieversorger 12 mittelbar oder unmittelbar eingespeisten Menge an Netzenergie in ein durch einen Netzbetreiber 14 betriebenes Energienetz. Das Energienetz versorgt einen Endverbraucher 16 mittelbar oder unmittelbar mit Netzenergie. Dabei kann der Endverbraucher 16 auch durch mehrere

Energieversorger 12 mit Netzenergie versorgt werden.

Die Steuerungseinheit 10 weist eine Informationsschnittstelle 18 oder mehrere Informationsschnittstellen 18 zur Ausgabe von Energieinformationen auf. Die Energieinformationen können durch den Endverbraucher 16, den Netzbetreiber 14, den Bilanzkreisverantwortlichen 24 und/oder den Energieversorger 12 bereitgestellt werden.

Weiterhin umfasst die Steuerungseinheit 10 einen Zugang zu einem

Informationsspeicher 20, auf dem Bilanzinformationen von einem

Endkundenbilanzkreis 22 abgelegt sind. Die Bilanzinformationen können den Differenzwert aus abgeschätzter und/oder tatsächlich entnommener Menge an Netzenergie und abgeschätzter und/oder tatsächlich eingespeiste Menge an

Netzenergie enthalten.

Der Endkundenbilanzkreis 22 bildet das Energiemengenkonto an Netzenergie des Endverbrauchers 16 ab. Dabei ist der Endkundenbilanzkreis 22 unabhängig von dem Energieversorger 12 dem Endverbraucher 16 fest, einmalig und dauerhaft zugeordnet.

Die Steuerungseinheit 10 ist in der Lage, die Energieinformationen über die

Informationsschnittstellen 18 abhängig von den Bilanzinformationen aufzunehmen und auszugeben, wodurch die Menge an durch den Energieversorger 12

eingespeister Netzenergie gesteuert wird.

Der Netzbetreiber 14, insbesondere der regionale Netzbetreiber 14, kann die Netzenergie für den Endverbraucher 16 aus dem Endkundenbilanzkreis 22 entnehmen. Der Endkundenbilanzkreis 22 ist dabei unabhängig von dem

Energieversorger 12 und dem Netzbetreiber 14. Der Endkundenbilanzkreis 22 wird von einem Bilanzkreisverantwortlichen 24 verwaltet. Der Bilanzkreisverantwortliche 24 kann ein Händler, ein Energieversorger 12, ein Unternehmen und/oder ein Energieerzeuger sein. Der Bilanzkreisverantwortliche 24 verwaltet auch den

Informationsspeicher 20. Weiterhin kann der Bilanzkreisverantwortliche 24 eine Handelsplattform 25 betreiben, über die der Endverbraucher 16 einen

Energieversorger 12 oder ein Lieferangebot des Energieversorgers 12 auswählen kann. Auch können die Energieversorger 12 Lieferangebote an die Handelsplattform

25 senden. Außerdem kann der Bilanzkreisverantwortliche 24 die Steuerungseinheit 10 verwalten und/oder betreiben.

Der Endverbraucher 16 kann Vorgaben machen, die als Vorgabeinformationen als Teil der Energieinformationen der Steuerungseinheit 10 zukommen können. Die Vorgabeinformationen können eine, insbesondere zeitlich abhängige, Bevorzugung des Endverbrauchers 16 bestimmter Energieträger und/oder Energieversorger 12 enthalten. Der Endverbraucher 16 kann die Zusammensetzung der von ihm bezogenen Netzenergie in dem Endkundenbilanzkreis 22 vorgeben. Auch kann der Endverbraucher 16 eine, insbesondere zeitgesteuerte, Auswahl zwischen

wenigstens zwei Energieversorgern 12 zur Belieferung mit Netzenergie vorgeben. Auch kann der Endverbraucher 16 Prioritäten zur Belieferung mit Netzenergie zwischen wenigstens zwei Energieversorgern 12 vorgeben.

Beispielsweise gibt die Steuerungseinheit 10 Energieinformationen an die

Energieversorger 12 aus, damit diese zusätzliche Netzenergie in das Energienetz einspeisen, wenn die Energieinformationen des Endkundenbilanzkreis 22 ergeben, dass zusätzliche Netzenergie benötigt wird.

Beispielsweise verbraucht ein Endverbraucher 16 zeitlich abhängig und abgeschätzt folgende Mengen an Netzenergie, beispielsweise an Strom:

Zeitraum Menge

12:00 - 12:15 14 kW

12:15 - 12:30 20 kW

12:30 - 12:45 10 kW

12:45 - 13:00 14 kW

Diese Informationen sind als Energieinformationen der Steuerungseinheit 10 zugänglich. Diese benötigte Menge an Netzenergie wird vom regionalen Netzbetreiber 14 aus dem Endkundenbilanzkreis 22 zur physischen Belieferung des Endverbrauchers 16 mit Netzenergie entnommen. Dabei ist es für den regionalen Netzbetreiber 14 unbedeutend, welche Energieversorger 12 diese Mengen an Netzenergie tatsächlich bereitstellen.

Zwischen dem Bilanzkreisverantwortlichen 24 des Endkundenbilanzkreises 22 und den beteiligten Energieversorgern 12 wird unabhängig von dem regionalen

Netzbetreiber 14 vereinbart, dass beispielsweise folgende Mengen an Netzenergie im Endkundenbilanzkreis 22 von den jeweiligen beiden Energieversorgern 12, mit denen der Endverbraucher 16 einen Liefervertrag abgeschlossen hat, bereitgestellt werden:

Zeitraum Menge erster Energieversorger zweiter Energieversorger 12:00 - 12:15 14 kW 14 kW 0 kW

12:15 - 12:30 20 kW 11 kW 9 kW

12:30 - 12:45 10 kW 5 kW 5 kW

12:45 - 13:00 14 kW 7 kW 7 kW

Diese Möglichkeit ist insbesondere für Endverbraucher 16 interessant, welche einen Teil ihrer bezogenen Netzenergie nur dann von Wind- oder Photovoltaikanlagen beziehen wollen, wenn die Wetterbedingungen dies ermöglichen.

Möglich ist in diesem Sinne auch eine Prioritätenlösung anhand von

Vorgabeinformationen des Endverbrauchers 16:

- der erste Energieversorger 12 stellt Strom aus Wasserkraft, beispielsweise über ein Pumpspeicherwerk, zur Verfügung

- der zweite Energieversorger 12 stellt Strom aus Wind- oder Photovoltaikanlagen zur Verfügung

Die Vorgabeinformationen geben vor, dass wenn die Wetterbedingungen es zulassen, Strom von dem ersten Energieversorger 12 aus Wind- oder Photovoltaikanlagen, ansonsten von dem zweiten Energieversorger 12 aus

Wasserkraft bezogen werden soll.

Dabei kann der zweite Energieversorger 12 der Steuerungseinheit 10 eine

entsprechende Energieinformation zukommen lassen, die Informationen darüber enthält, wann und welche Mengen an Netzenergie zur Verfügung stehen. Die

Steuerungseinheit 10 gibt beispielsweise Energieinformationen an den ersten

Energieversorger 12 aus, welche Menge an Netzenergie zum Ausgleich des

Endkundenbilanzkreiskreises 22 noch erforderlich ist. Auf Grundlage dieser

Energieinformationen kann der erste Energieversorger 12 die bereitzustellende Menge an Netzenergie entsprechend anpassen und die benötigte Menge an

Netzenergie unter Ausschluss einer Beeinflussung durch den Netzbetreiber 14 in den Endkundenbilanzkreis 22 einstellen.

Diese Steuerungsmöglichkeit über die Steuerungseinheit 10 kann auch von E- Autoherstellern oder anderen Herstellern genutzt werden, welche ihren Kunden beispielsweise mit dem Kauf eines E-Autos kostenlose Netzenergie, beispielsweise Strom, zum Laden der Batterie bereitstellen.

In Figur 2 ist eine Anordnung einer Informationsverarbeitungseinheit 26 in einer speziellen Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Die

Informationsverarbeitungseinheit 26 dient der Verarbeitung von

Vorgabeinformationen des Endverbrauchers 16 und kann auf Seite des

Endverbrauchers 16 angeordnet sein, beispielsweise in dessen Gebäude. Die Informationsverarbeitungseinheit 26 weist eine Eingabeschnittstelle 28, zur

Aufnahme der Vorgabeinformationen des Endverbrauchers 16 auf. Weiterhin umfasst die Informationsverarbeitungseinheit 26 eine Informationsschnittstelle 30, mit welcher diese mit der Steuerungseinheit 10 verbunden ist und Vorgabeinformationen des Endverbrauchers 16 an die Steuerungseinheit 10 übermittelt. Die Steuerungseinheit 10 kann die Energieinformationen abhängig von den Vorgabeinformationen des Endverbrauchers 16 über die Informationsschnittstelle 18 ausgeben.

Beispielsweise können die Vorgabeinformationen eine, insbesondere zeitlich abhängige, Bevorzugung des Endverbrauchers 16 bestimmter Energieträger und/oder Energieversorger enthalten. Der Endverbraucher 16 kann die

Zusammensetzung der von ihm bezogenen Netzenergie in dem

Endkundenbilanzkreis vorgeben. Auch kann der Endverbraucher 16 eine, insbesondere zeitgesteuerte, Auswahl zwischen wenigstens zwei Energieversorgern 12 zur Belieferung mit Netzenergie vorgeben. Der Endverbraucher 16 kann

Prioritäten zur Belieferung mit Netzenergie zwischen wenigstens zwei

Energieversorgern 12 vorgeben.

Figur 3 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 32 zur Steuerung der durch einen Energieversorger mittelbar oder unmittelbar eingespeisten Menge an Netzenergie nach einer speziellen Ausführungsform der Erfindung. Die Netzenergie wird in ein durch einen Netzbetreiber betriebenes Energienetz, welches mittelbar oder unmittelbar einen Endverbraucher mit Netzenergie sorgt, eingespeist.

Zunächst wird auf einen Informationsspeicher 20, auf dem Bilanzinformationen von einem Endkundenbilanzkreis abgelegt sind, zugegriffen 34. Dann werden die

Bilanzinformationen, beispielsweise durch eine Steuerungseinheit, verarbeitet 36. Dann werden abhängig von den Bilanzinformationen Energieinformationen an den Energieversorger und an den Netzbetreiber ausgegeben 38, wodurch die Menge an durch den Energieversorger eingespeister Netzenergie gesteuert wird 40. Der Netzbetreiber gibt die Netzenergie aus dem Endkundenbilanzkreis 22 unabhängig davon, welche Energieversorger diese Netzenergie bereitgestellt hat, an den

Endverbraucher 16 weiter 42.