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Title:
COOLING BAR AND COOLING PROCESS WITH VARIABLE COOLING RATE FOR STEEL SHEETS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/101486
Kind Code:
A1
Abstract:
1. A cooling device (28) with a variable cooling rate for treating metal materials, in particular for cooling steel sheets (22) in plate mills, hot strip mills or thermal treatment lines, by means of a spray nozzle cooling system. 1.1 The cooling device consists of at least two cooling bars (16, 16a, 17, 17a), one of each two cooling bars being situated on the lower side and the other on the upper side transversely to the sheet travel direction (21) of the sheet (22) and centrally between two roller table rollers (12, 13, 14), and each cooling bar comprising a spray nozzle cooling system with which a large number of full jet nozzles and a large number of full cone nozzles are associated, the full jet nozzles being arranged symmetrically with respect to the full cone nozzles (20). 2. A method for operating the cooling device according to the invention.

Inventors:
GROSSE LORDEMANN, Frederik (Borkumstraße 35, HEILIGENHAUS, 42579, DE)
SCHMIDT, Dirk (Am Krumbach 9B, METTMANN, 40822, DE)
DEHMEL, Roman (Am Sodbach 12, GREVENBROICH, 41515, DE)
Application Number:
EP2018/079856
Publication Date:
May 31, 2019
Filing Date:
October 31, 2018
Export Citation:
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Assignee:
SMS GROUP GMBH (Eduard-Schloemann-Str. 4, DÜSSELDORF, 40237, DE)
International Classes:
B21B37/76; B21B45/02
Domestic Patent References:
WO2015113832A12015-08-06
WO2001047648A22001-07-05
Foreign References:
EP0864847A21998-09-16
EP2361699A12011-08-31
EP1764423A12007-03-21
EP2415536A12012-02-08
EP2047921A12009-04-15
JPS5123737B21976-07-19
Attorney, Agent or Firm:
MEISSNER, Peter E. (Hohenzollerndamm 89, BERLIN, 14199, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Kühleinrichtung (28) mit variabler Abkühl rate zur Behandlung von Stahl - Werkstoffen, insbesondere zum Abkühlen von Stahlblechen (22) in Grob- blechwalzwerken, Warmbandstraßen oder Wärmebehandlungslinien mit- tels Spritzdüsenkühlung, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühleinrich- tung aus mindestens zwei Kühlbalken (16, 17, 16a, 17a) besteht, die je- weils sowohl auf der Unterseite als auch auf der Oberseite quer zur Blechlaufrichtung (21 ) des Bleches (22) und mittig zwischen zwei Roll- gangsrollen (12, 13, 14) angeordnet sind und eine Spritzdüsenkühlung umfasst, der jeweils eine Vielzahl von Vollstrahldüsen (19, 19a) und eine Vielzahl Voll kegeldüsen (20) zugeordnet sind, wobei die Vollstrahldüsen (19, 19a) symmetrisch zu den Vollkegeldüsen (20) angeordnet sind.

2. Kühleinrichtung mit variabler Abkühlrate nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Vollstrahldüsen(19, 19a) derart mit einem Kühl- medium (29) beaufschlagbar sind, sodass hierdurch das zu walzende Blech (22) mit einer hohen Abkühlrate von 5 bis 150 K/s, vorzugsweise von 50 K/s, abkühlbar ist.

3. Kühleinrichtung mit variabler Abkühlrate nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Voll kegeldüsen (20) derart mit einem Kühlmedi- um (29) beaufschlagbar sind, sodass hierdurch das zu walzende Band (22) mit einer niedrigen Abkühlrate von unterhalb 1 K/s bis 19 K/s abkühl- bar ist.

4. Kühleinrichtung mit variabler Abkühlrate nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass nicht nur Vollstrahldü- sen und Vollkegeldüsen kombinierbar sind, sondern jegliche Art von be- kannten Düsen bzw. Beaufschlagungsformen wie Flachstrahl-, Hohlkegel- düsen und U-Rohre in die Kühlbalken (16, 17, 16a, 17a) einsetzbar sind.

5. Kühleinrichtung mit variabler Abkühlrate nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb eines Kühlbalkens (16,16a, 17, 17a) be- darfsorientiert und stufenlos zwischen einer hohen Abkühlrate mittels Voll - Strahldüse (19, 19a) und einer niedrigen Abkühlrate mittels Vollkegeldüse (20) umschaltbar ist, sodass hierdurch eine lückenlose Überlappung von Abkühlraten einstellbar ist.

6. Kühleinrichtung mit variabler Abkühlrate nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Kühlbalken (16, 16a, 17, 17a) sowohl die Vollkegeldüsen (20) als auch die Vollstrahldüsen (19, 19a) zeitgleich oder zeitversetzt und unabhängig voneinander mit einem Kühlmittel (29) beauf- schlagbar und betreibbar sind.

7. Kühleinrichtung mit variabler Abkühlrate nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlmittelmenge und der Kühlmittelstoßdruck für jede Vollstrahldüse (19, 19a) und Vollkegeldüse (20) im Kühlbalken (16, 16a, 17, 17a) individuell und online regelbar ist.

8. Kühleinrichtung mit variabler Abkühlrate nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkühlung für das zu walzende Blech (22) durch Spritzkühlung mit dem Kühlmittel (29) erfolgt, wobei die Abkühlrate und/oder die jeweils erforderliche Endtemperatur durch die Flüssigkeits menge und/oder die Anzahl der jeweils eingeschalteten Vollstrahldüsen (19, 19a) und Voll kegeldüsen (20) (Spritzdüsen) regelbar ist.

9. Verfahren zum Betreiben der Kühleinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das zu walzende Blech in Ab- hängigkeit von der gewünschten Güte mit einer daraufhin eingestellten Ab- kühlrate, mittels eines Kühlmediums, das in zwei Kühlbalken geleitet wird, die jeweils sowohl auf der Unterseite als auch auf der Oberseite des Ble- ches und quer zur Blechlaufrichtung und mittig zwischen mindestens zwei Rollgangsrollen angeordnet sind, abgekühlt wird und das Kühlmedium da- bei über eine den Kühlbalken zugeordnete Vielzahl von Vollstrahldüsen und Vollkegeldüsen oder Flachstrahl- und Hohlkegeldüsen oder U-Rohre auf das zu kühlende Blech aufgespritzt wird, wobei in den Kühlbalken die Vollstrahldüsen oder Flachstrahldüsen symmetrisch zu den Vollkegeldüsen oder den Hohlkegeldüsen oder den U-Rohren angeordnet sind.

10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb ei- nes Kühlbalkens bedarfsorientiert und stufenlos zwischen einer hohen Ab- kühlrate mittels Vollstrahldüse und einer niedrigen Abkühlrate mittels Voll - kegeldüse umgeschaltet wird oder die Vollstrahldüsen und die Vollkegeldü- sen miteinander kombiniert werden und hierdurch eine lückenlose Über- lappung von Abkühlraten eingestellt wird.

11. Verfahren nach einem der Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlmittelmenge und der Kühlmittelstoßdruck für jede Vollstrahldüse (19, 19a) und Vollkegeldüse (20) im Kühlbalken individuell online geregelt werden.

12. Verfahren nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, dass zur Rege- lung der Abkühlrate mindestens ein Regel parameter gemessen wird, wo- bei der Regelparameter die mechanische Eigenschaft wie Härte oder Mi- krostrukturparameter, wie Phasenverteilung und Korngröße im Blech ist.

13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Regel- parameter des Weiteren mit Informationen über die Abmessung und die Materialgüte und/oder mit den Solleigenschaften wie Härte und Festigkeit des zu walzenden Bandes kombiniert wird.

14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass Prozess- sensoren Informationen über die Bandtemperatur, Ist-Ebenheit vor und hinter der Kühleinrichtung sammeln und die Ist-Werte mit Soll-Werten ver- glichen werden, sodass aus diesen Werteinformationen ein Model-Compu- ter die für die Abkühlung erforderliche Kühlart, Kühldauer und Kühlmittel - menge in Abhängigkeit von der gewünschten Materialgüte des Bandes on- line berechnet.

Description:
Kühlbalken und Kühlprozess mit variabler Abkühlrate für Stahlbleche

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kühleinrichtung mit variabler Abkühlrate in Grobblechwalzwerken, Warmbandstraßen oder Wärmebehandlungslinien zur Behandlung von metallischen Werkstoffen. Die Erfindung betrifft des Weiteren einen Kühlprozess mit einer derartigen Kühleinrichtung.

Die Endqualität von gewalzten Blechen wird maßgeblich durch die ersten Um- formschritte und eine entsprechenden Kühlung bestimmt. Fehler, die bereits im Anfangsstadium der Herstellung des Bleches vorgekommen sind, können nur schwer oder gar nicht in den nachfolgenden Linien behoben werden und haben damit einen gravierenden negativen Einfluss auf die Qualität des Endproduktes.

Beispielsweise nimmt beim Grobblechwalzen von Stahl der Temperatur-Umfor- mungs-Weg, den das Walzgut durchläuft, maßgeblich Einfluss auf die am Ende des Walzprozesses vorliegenden mechanischen Eigenschaften des Walzguts. Dies bedeutet, die mechanischen Eigenschaften des Walzzwischenprodukts bzw. Endprodukts sind abhängig davon, bei welchen Temperaturen das Walz- gut bei dem jeweiligen Walzstich gewalzt wurde.

Beim sogenannten thermomechanischen Walzen von Walzgut erfolgt der Walz- prozess derart, dass das Walzgut nur in bestimmten zulässigen Temperatur- fenstern gewalzt wird. Dies bedeutet, dass sich Walzstiche und gezielte Kühl - Phasen abwechseln müssen.

Auch das Härten und anschließende Anlassen von Stahlbauteilen in Wärmebe- handlungslinien ist gängige Praxis. Damit wird erreicht, dass eine gewünschte Kombination von Festigkeit und Zähigkeit des Werkstoffs gezielt eingestellt wer- den kann. Diese Technologie wird prinzipiell auch bei der Herstellung höherfes- ter Stahlbleche in Blechanlagen eingesetzt, wie dies beispielsweise in der EP 1 764423 A1 offenbart ist. Hier wird nach dem Erwärmen der Bramme und dem Herunterwalzen auf die Enddicke auf dem Grobblechgerüst in mehreren Rever- sierstichen das Blech mit hoher Geschwindigkeit beispielsweise bis auf Raum- temperatur abgekühlt, d. h. es wird der Härtevorgang vollzogen. Im Anschluss daran folgt der Anlassprozess, d. h. die Wiedererwärmung des Bandes auf bei spielsweise 600°C, woran sich ein erneutes Abkühlen anschließt. Damit können Bleche mit verschiedenen Eigenschaften flexibel in kleinen Losgrößen herge- stellt werden.

Des Weiteren ist es wünschenswert, wenn sich hohe und niedrige Kühlraten des Walzgutes in einer Warm band Straße oder in einem Grobblechwalzwerk ein- stellen lassen. Hierzu sind beispielsweise aus der EP 2 415 536, EP 2 047 921 oder der JP 5 123 737 Kühleinrichtungen bekannt, bei denen sich hohe Kühlra- ten mit einer Wasser-Düsenkühlung und niedrige Kühlraten durch eine Luft- Ventilatorkühlung (Zwangskonvektion) realisieren lassen.

Bei herkömmlichen Düsenkühlungen wird ein Wasserstrahl zylindrisch auf das zu kühlende Walzgut geführt. Diese Art der Kühlung erzielt bereichsweise sehr gute Abkühlwerte. Es hat sich allerdings gezeigt, dass neben dem Kühlstrahl di- rekt benachbarte Bereiche unter Umständen nicht oder nicht in ausreichendem Maße gekühlt werden. Im Allgemeinen arbeitet eine derartige Wasserkühlung gut bei einem großen Wassermengendurchsatz der Kühldüsen. Bei vergleichs- weise geringen Wassermengen werden allerdings nicht genug Düsen in ausrei- chendem Maße durchströmt. Die Abkühlung des Walzgutes erfolgt ungleichmä- ßig, es entstehen unweigerlich innere Spannungen, die in der Folge zu Uneben- heiten im Material führen, was wiederum die Qualität des Endprodukts negativ beeinflusst. Eine Luftkühlung kann nur für Kühlungen mit Kühlraten bis ca. 1 K/s bei mittleren Materialdicken eingesetzt werden. Für rissempfindliche Stahlgüten werden Kühlraten von 1 bis 2 K/s verlangt.

Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung für eine Kühleinrichtung zu schaffen, mit der sowohl niedrigste als auch sehr hohe Kühl - raten möglich sind und eine maximale Gleichmäßigkeit der Abkühlung quer zur Bandlaufrichtung erzeugt werden kann. Eine weitere Aufgabe besteht darin, ein Verfahren zum Betreiben der erfindungsgemäßen Vorrichtung anzugeben.

Diese Aufgabe wird ausgehend vom Oberbegriff in Verbindung mit den kenn- zeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 und des Anspruchs 8 gelöst. Vorteil- hafte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung sind Gegenstand von Unter- ansprüchen.

Nach der Lehre der Erfindung wird zum Erzielen sowohl einer niedrigen als auch einer sehr hohen Abkühlrate unter Beachtung einer maximalen Gleichmä- ßigkeit der Abkühlung quer zur Blechlaufrichtung vorgeschlagen, dass die Küh- leinrichtung aus mindestens zwei Kühlbalken besteht, die jeweils sowohl auf der Unterseite als auch auf der Oberseite quer zur Blechlaufrichtung und mittig zwi- schen zwei Rollgangsrollen angeordnet sind und eine Spritzdüsenkühlung um- fasst, der jeweils eine Vielzahl von Vollstrahldüsen und eine Vielzahl Vollkegel- düsen zugeordnet sind, wobei die Vollstrahldüsen symmetrisch zu den Vollke- geldüsen angeordnet sind.

Hierdurch können in vorteilhafter Weise zwei Kühlsysteme zu einer Baueinheit in einem Kühlbalken kombiniert werden. Dadurch kann der einzelne Kühlbalken sehr kompakt und platzsparend ausgebildet werden. Ein Nachrüsten einer be- reits bestehenden Walzanlage mit einer Blechkühlung ist ohne Weiteres durch- führbar, da die Kühlung erfindungsgemäß zwischen zwei Rollgängen installiert werden kann, ohne dass hierdurch an den Rollgängen wesentliche Anpas- sungsarbeiten nötig werden. Durch die symmetrische Anordnung der Vollstrahl- düsen und der Vollkegeldüsen in den einzelnen Kühlbalken kann die Beauf- schlagung der einzelnen Spritzdüsen mit einem Kühlmedium ebenfalls symme- trisch zwischen zwei Rollgangsrollen erfolgen.

An dieser Stelle sei vermerkt, dass die Düsenart nicht notwendigerweise nur auf Vollstrahl- oder Voll kegeldüsen beschränkt sein soll. Denkbar sind auch andere Spritzdüsenarten bzw. Beaufschlagungsformen wie beispielsweise Hohlkegel- düsen, Flachstrahldüsen, U-Rohre usw., die auch in Kombinationen in die Kühl- balken eingebaut werden können.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kühlein- richtung können die Vollstrahldüsen derart mit einem Kühlmedium beaufschlagt werden, sodass hierdurch das zu walzende Blech mit einer hohen Abkühlrate von 5 bis 150 K/s, vorzugsweise von 50 K/s, abgekühlt werden kann. Ferner ist vorgesehen, dass die Vollkegeldüsen derart mit einem Kühlmedium beauf- schlagt werden können, sodass hierdurch das zu walzende Blech mit einer niedrigen Abkühlrate von unterhalb 1 K/s bis 19 K/s abkühlt werden kann.

Des Weiteren kann innerhalb eines Kühlbalkens bedarfsorientiert und stufenlos zwischen einer hohen Abkühlrate mittels Vollstrahldüse und einer niedrigen Ab- kühlrate mittels Vollkegeldüse umgeschaltet werden, sodass hierdurch eine lückenlose Überlappung von Abkühlraten eingestellt werden kann.

Dies hat den Vorteil, dass die Eigenschaften des zu walzenden Bleches auch über die Kühlung sehr genau eingestellt werden können. Für eine Umstellung sind sehr kleine Reaktionszeiten realisierbar, sodass bedarfsorientiert die vom Kunden gewünschten Materialeigenschaften schon beim Walzen über die ge- steuerte Kühlung eingestellt bzw. voreingestellt werden können.

Um die Abkühlrate noch genauer und so sensibel wie möglich anpassen zu können, ist es vorgesehen, dass in dem Kühlbalken sowohl die Vollkegeldüsen als auch die Vollstrahldüsen zeitgleich oder zeitversetzt und unabhängig von- einander mit dem Kühlmittel beaufschlagt und betrieben werden können.

Dabei ist es von Vorteil, wenn die Kühlmittelmenge und der Kühlmittelstoßdruck für jede Spritzdüse im Kühlbalken individuell und online geregelt werden.

Flierzu ist es vorgesehen, dass die Abkühlung für das zu walzende Blech durch Spritzkühlung mit einem Kühlmittel erfolgt, wobei die Abkühlrate und/oder die je- weils erforderliche Endtemperatur durch die Flüssigkeitsmenge und/oder die Anzahl der jeweils eingeschalteten Vollstrahldüsen und Kegeldüsen (Spritzdü- sen) geregelt wird.

Verfahrensgemäß wird das zu walzende Blech in Abhängigkeit von der gewünschten Güte mit einer daraufhin eingestellten Abkühlrate, mittels eines Kühlmediums, das in zwei Kühlbalken geleitet wird, die jeweils sowohl auf der Unterseite als auch auf der Oberseite des Bleches und quer zur Blechlaufrich- tung und mittig zwischen mindestens zwei Rollgangsrollen angeordnet sind, ab- gekühlt und das Kühlmedium wird dabei über eine den Kühlbalken zugeordnete Vielzahl von Vollstrahldüsen und Vollkegeldüsen auf das zu kühlende Blech auf- gespritzt, wobei in den Kühlbalken die Vollstrahldüsen symmetrisch zu den Voll - kegeldüsen angeordnet sind.

Ferner soll innerhalb eines Kühlbalkens bedarfsorientiert und stufenlos zwi- schen einer hohen Abkühlrate mittels Vollstrahldüse und einer niedrigen Abkühl - rate mittels Vollkegeldüse umgeschaltet werden, um hierdurch eine lückenlose Überlappung von Abkühlraten einzustellen. Flierzu sollen die Kühlmittelmenge und der Kühlmittelstoßdruck für jede Spritzdüse (Vollstrahldüse und Vollkegel- düse) im Kühlbalken individuell online geregelt werden. Zur Regelung der Ab- kühlrate wird hierzu mindestens ein Regelparameter gemessen, wobei der Regel parameter die Endtemperatur des gewalzten Bleches sein kann.

Prozesssensoren liefern Informationen über die Blechtemperatur und die Ist- Ebenheit; diese werden vor und hinter der Kühleinrichtung gesammelt und die Ist-Werte mit Soll-Werten verglichen. Aus diesen Werteinformationen berechnet ein Model-Computer online die für die Abkühlung erforderliche Kühlart,

Kühldauer und die benötigte Kühlmittelmenge in Abhängigkeit von der gewünschten Materialgüte des Bandes.

Der ermittelte Regelparameter (erhalten/ermittelt von den Prozesssensoren) kann des Weiteren mit Informationen über die Abmessung und die Materialgüte und/oder mit den Solleigenschaften wie Härte und Festigkeit des zu walzenden Bleches kombiniert werden.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer beispielhaften Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Die Figu- ren zeigen: Fig. 1 die Seitenansicht auf die erfindungs- gemäße Kühleinrichtung in einer sche- matischen Schnittdarstellung, wobei die

Kühleinrichtung zwischen zwei Rollen- gängen einer Walzlinie angeordnet ist;

Fig. 2 die schematische Seitenansicht eines

die Kühleinrichtung ausbildenden Kühl

balkens im Schnitt;

Fig. 3 die graphische Darstellung einer Küh- leinrichtung, die als Grundlage zur

Durchführung des erfindungsgemäßen

Verfahrens dienen soll;

Fig. 4 eine graphische Detailansicht der Inter

aktion zwischen dem rechnergestützten

Kühlmodel und der erfindungsgemäßen

Kühleinrichtung in Fig. 3.

Wie in der Fig. 1 dargestellt, besteht die Vorrichtung 10 im Wesentlichen aus zwei sich gegenüberliegenden, zwischen zwei Rollgangsrollen 12, 13, 14 ange- ordneten Kühlbalken 16, 16a und 17, 17a. Die Kühlbalken 16, 16a und 17, 17a sind in einer sehr kompakten Bauweise ausgeführt. Flierzu sind im Grunde ge- nommen zwei Kühlsysteme 16 und 17 sowie 17a und 17a zu einer Kühleinheit 18 und 18a zusammengefasst worden.

Es ist vorgesehen, dass die Kühleinheiten 18, 18a untereinander vernetzt und synchronisiert betrieben werden können. Die Kühlbalken 16, 16a sind dabei der Blechoberseite und die Kühlbalken 17, 17a der Blechunterseite zugeordnet.

Figur 2 zeigt eine vergrößerte Darstellung des unteren Kühlbalkens 17 nach Fi- gur 1 , wobei die Kühlbalken 16, 16a und 17a in gleicher Weise aufgebaut sind.

Wie die Figuren 1 und 2 weiter zeigen, liegt die kompakte Bauweise darin be- gründet, dass mindestens zwei Düsenarten, hier Vollstrahldüsen 19 und Vollke- geldüsen 20 in besonderer Art und Weise in dem Kühlbalken 16, 16a und 17, 17a angeordnet und integriert sind. Es wird eine Düsenkühlung, vorzugsweise mit Vollstrahldüsen 19, 19a für eine hohe Abkühlrate und eine Düsenkühlung vorzugsweise mit Vollkegeldüsen 20 für niedrige Abkühlraten (sanfte Abküh- lung) verbaut, über die ein Kühlmedium 29 auf das Blech 22 gezielt abgegeben werden kann.

Die Vollkegeldüsen 20 sind dabei mittig und die Vollstrahldüsen 19, 19a sind hierzu beabstandet und parallel neben den Vollkegeldüsen 20 im Kühlbalken 16, 16a und 17, 17a angeordnet. Vorzugsweise ist die Düsenkühlung in dem Kühlbalken 16, 16a und 17, 17a quer zur Blechlaufrichtung 20 und über die ge- samte Breite eines zu walzenden Bleches 22 angeordnet.

Die Figur 3 ist eine graphische Darstellung zur Steuerung einer Blechkühlung mit dem erfindungsgemäßen Kühlsystem 16, 16a und 17, 17a nach Fig. 2. Grundsätzlich können zur Regelung der Kühlung Vorab-Informationen, wie Blech-Primärdaten 23, Soll-Blecheigenschaften 24 und Ist-Blecheigenschaften 25 einem Kühlmodel 26 zur Verfügung gestellt werden. Diese Grundlagendaten dienen der Steuerung der Kühleinrichtung 28. Geregelt wird das Kühlmodel 26 über die von Sensoren 27, 27a erfassten Werte. Dabei können die Ist-Eigen- schaften des Bleches 22 vor der Kühlung mit den Soll-Eigenschaften nach der Kühlung des Bleches 22 abgeglichen werden. Werden die Soll-Eigenschaften nicht erreicht, werden diese Informationen dem Kühlmodel übermittelt und die Kühleinrichtung entsprechend nachgeregelt, wie dies in Figur 4 dargestellt ist.

Flierdurch ist ein sicherer und zuverlässiger Prozess gewährleistet. Die Kühlein- richtung kann mit einer maximalen Flexibilität eingesetzt werden. Die manuellen Eingriffe des Bedienpersonals werden durch die automatische Steuerung durch den Model-Computer auf ein Minimum reduziert.

Dabei interagiert das Kühlmodel 26 permanent und quasi online mit der Küh- leinrichtung 28. Somit ist ein Kühlmodel für jeden Abschnitt der Maschine mög- lich. Dabei werden auch Volumenströme und die Ist-Daten permanent abgegli- chen und ggf. nachgeregelt. Dadurch ist es möglich, eine maximale Gleichmäßigkeit der Abkühlung quer und längs zur Bandlaufrichtung zu erzeugen, wobei Kühlraten von niedrigsten bis sehr hohen Werten realisiert werden können.

Durch das Regelkonzept kann beispielsweise ein Grobblechwalzwerk, eine Warmbandstraße oder eine Wärmebehandlungslinie mit einer maximalen Flexi bilität betrieben werden. Das bedeutet, dass die gewünschte Kühlrate zu jedem Zeitpunkt und über die gesamte Länge der Maschine frei eingestellt werden kann. Der das Kühlmodel 26 steuernde Modelcomputer (nicht dargestellt) ent- scheidet selbstständig, welche Kühlapplikation (Kühlrate) für die zu erzielenden Materialeigenschaften notwendig und am wirtschaftlichsten ist.

Bezugszeichenliste

Vorrichtung

Rollgangsrolle

Rollgangsrolle

Rollgangsrolle

, 16a Kühlbalken oben

, 17a Kühlbalken unten

, 18a Kühlbalkenpaar

, 19a Vollstrahldüsen

Voll kegeldüsen

Blechlaufrichtung

Blech

Blech-Primärdaten

Soll-Blech-Eigenschaften

Ist-Blech-Eigenschaften

Kühlmodel

, 27a Sensoren

Kühleinrichtung

Kühlmedium