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Title:
COOLING FOR A METALLURGICAL VESSEL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/144702
Kind Code:
A1
Abstract:
1. Cooling for a metallurgical vessel, in particular an electric arc furnace. 2.1. The invention relates to cooling for a metallurgical vessel, in particular an electric arc furnace, the components of which can be entirely or partially cooled by a liquid coolant flowing through them, wherein the coolant can be fed to a heat recovery or energy transformation plant after leaving the components. 2.2. In this case, the coolant flows through the components of the metallurgical vessel and the heat recovery or energy transformation plant in a closed cycle, wherein the coolant used takes the form of a medium which has a boiling point lying above the boiling point of water, and wherein the flow of the coolant in the cycle can be monitored by a control circuit and can be set to an optimum temperature level, preferably between 200 and 400°C, during the treatment process in the metallurgical vessel.

Inventors:
SEIDEL, Jürgen (Feuerdornweg 8, Kreuztal, 57223, DE)
FALKENRECK, Udo (Rotteland 23a, Bochum, 44797, DE)
SUDAU, Peter (Wilhelm-Münker-Straße 8, Hilchenbach, 57271, DE)
Application Number:
EP2011/058167
Publication Date:
November 24, 2011
Filing Date:
May 19, 2011
Export Citation:
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Assignee:
SMS SIEMAG AG (Eduard-Schloemann-Straße 4, Düsseldorf, 40237, DE)
SEIDEL, Jürgen (Feuerdornweg 8, Kreuztal, 57223, DE)
FALKENRECK, Udo (Rotteland 23a, Bochum, 44797, DE)
SUDAU, Peter (Wilhelm-Münker-Straße 8, Hilchenbach, 57271, DE)
International Classes:
F27B3/24; C21B7/10; F27D1/12; F27D9/00
Attorney, Agent or Firm:
KLÜPPEL, Walter (Hammerstr.2, Siegen, 57072, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 . Kühlung für ein metallurgisches Gefäß, insbesondere einen Elektrolicht- bogenofen, dessen Bauteile ganz oder teilweise durch ein diese durchströmendes flüssiges Kühlmittel kühlbar sind, wobei das Kühlmittel nach dem Austritt aus den Bauteilen einer Wärmerückgewinnungs - oder Energieumwandlungs- anläge zuführbar ist,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Bauteile des metallurgischen Gefäßes und die Wärmerückgewinnungs - oder Energieumwandlungsanlage von dem Kühlmittel in einem geschlossenen Kreislauf durchströmt werden und dass als Kühlmittel ein Mittel eingesetzt wird, das einen über dem Siedepunkt von Wasser liegenden Siedepunkt aufweist, wobei die Strömung des Kühlmittels im Kreislauf durch einen Regelkreis überwachbar sowie während des Behandlungsprozesses im metallurgischen Gefäß auf ein optimales Temperaturniveau , vorzugsweise zwischen 200 bis 400°C, einstellbar ist.

2. Kühlung für ein metallurgisches Gefäß nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Kühlmittel ein Thermoöl ist. 3. Kühlung für ein metallurgisches Gefäß nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass durch zuschaltbare Pumpen entweder die Fließgeschwindigkeit und/oder die Kühlmittelmenge im Kreislauf entsprechend dem Energieanfall steuerbar ist.

4. Kühlung für ein metallurgisches Gefäß nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass in den geschlossenen Kreislauf ein Kühlmittelerhitzer eingebunden ist, der als Standby-Zusatzheizung dient.

5. Kühlung für ein metallurgisches Gefäß nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass Energieumwandlungsanlage eine Stromerzeugungsanlage vorgesehen ist, wie eine ORC- oder Kalina-Anlage..

6. Kühlung für ein metallurgisches Gefäß nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die zurück gewonnene Energie im Rahmen eines Prozesswärmemanagementsystems weiterverwendet wird.

7. Kühlung für ein metallurgisches Gefäß nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Prozeßwärme in einer Anlagen für die Entsalzung von Meerwasser, einer Trocknungsanlage, zur Zwischenspeicherung in Wärmetanks zur Überbrückung kurzzeitiger Wärmeunterbrechungen und Speicherung von überschüssiger Wärmeenergie, in Fernheizsysteme oder zur Verstromung mit Ein- speisung ins Energienetz eingesetzt wird.

Description:
Kühlung für ein metallurgisches Gefäß

Die Erfindung betrifft die Kühlung für ein metallurgisches Gefäß, insbesondere einen Elektrolichtbogenofen, dessen Bauteile durch ein diese durchströmendes flüssiges Kühlmittel kühlbar sind, wobei das Kühlmedium nach dem Austritt aus den Bauteilen einer Wärmerückgewinnungs- oder Energieumwandlungsanlage zuführbar ist.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde durch die Ausstattung von Schmelzö- fen mit immer leistungsfähigeren Transformatoren und die Weiterentwicklung der Prozesstechnologie im Lichtbogenofen (LBO) das Einschmelzen von Stahl im Zyklus der anderen Stahlwerksprozesse (Sekundärmetallurgie, Stranggießanlagen) möglich. Neben der Anwendung von Schaumschlacke zur Abdeckung des Lichtbogens insbesondere in der Feinungsperiode, konnte die beim Licht- bogenofen vorhandene gesamte elektrische und chemische Leistung durch die Ausstattung des LBO mit wassergekühlten Wandpanelen ganz oder zumindest zum großen Teil eingesetzt werden.

Darüber hinaus ist üblicherweise auch die Abgasstrecke mit einer Wasserküh- lung ausgestattet, um den Temperaturen von teilweise > 1500°C zu widerstehen.

Die zur Kühlung notwendigen Wassermengen wurden in den überwiegenden Fällen im Regelfall so großzügig ausgelegt, dass ein Überschuss an Kühlpoten- tial vorhanden ist und die Notabschaltung wegen Erreichung eines vorgewählten Grenzwertes nur selten anspricht. Das bedeutete gleichzeitig, dass sich aufgrund der großen Wassermenge auch nur eine sehr moderate Temperaturdifferenz im Panel zwischen Einlauf und Auslauf von bis zu 25°C einstellt. Wegen der geringen Temperaturüberhöhung zwischen Einlauf und Auslauf wird die Wiedergewinnung dieser Prozesswärme andererseits erschwert. Eine Rückgewinnung oder Verwendung von Wärme- bzw. Abgasenergie und Umwandlung der thermischen Energie in elektrische Energie mit z. B. dem ORC-Verfahren ist von anderen Anwendungsgebieten z. B. Verteuerung von Biomasse bekannt. Die Höhe der Energieabfuhr aus den Quellen wie Schlacke, Metallbad oder Lichtbogen über die wassergekühlten Bauteile des LBO wird durch die angewandte Prozesstechnik und über die Verweilzeit einer Schmelze im Schmelzaggregat bestimmt. Da in den verschiedenen Phasen des Schmelzprozesses im LBO die Wärmebelastung der gekühlten Bauteile variiert, ändert sich analog auch der Temperaturgradient der üblicherweise ungeregelten Kühlwassermenge.

Bei einem reinen Schrotteinsatz für den LBO liegen die Energieverluste über die Schmelzperiode gerechnet in der Größenordnung von mindestens 15%. Das entspricht einer spezifischen Verlustleistung von > 90 kWh/t Rohstahl, die über entsprechende Kühler in die Umwelt abgegeben werden.

Bei der Substitution von Schrott durch direkt reduziertes Eisenerz (DRI oder HBI) liegt der spezifische Gesamtenergiebedarf eines LBO um ca. 300 kWh/t Rohstahl höher. Damit steigen auch die Verluste über das Kühlmedium ent- sprechend an.

Da in naher Zukunft die Energiepreise steigen werden und zusätzliche Einschränkungen durch Maßnahmen gegen die globale Erderwärmung getroffen werden müssen, sollen Lösungen aufgezeigt werden, einen Teil der Wärmever- luste wieder nutzbringend zurückzuführen und in elektrische Energie umzuwandeln, die Prozesswärme bei anderen Wärmeverbrauchern zu nutzen und auf diese Weise Gesamtemissionen zu mindern bzw. durch Energiegutschriften die Umwandlungskosten zu reduzieren. Aus der Vergangenheit sind Prozesse bekannt, mit deren Hilfe Energie auch auf einem niedrigen Temperaturniveau wieder umgewandelt werden kann (Mucciardi, Razavinia: The Capture and Conversation of low Grade Waste Heat in pyrometallurgical Operations, 47th Annual Conference of Metaliurgists of CIM, Winipeg, Manitoba/Canada).

Diese Rankine-, Sterling- oder Heat Pipe - Lösungen haben im Regelfall den Nachteil, dass sie bei niedrigem ΔΤ mit einem schlechten Wirkungsgrad arbeiten. Dabei wird die Effizienz der Energierückgewinnung von der Höhe der erreichbaren Endtemperatur der Kühlflüssigkeit mitbestimmt.

Diese liegt je nach Ausführung der LBO Kühlung bei Wasser als Kühlmittel im Regelfall <100°C. Es besteht weiterhin bei hohen Wassertemperaturen als Funktion des Wasserdruckes die Gefahr der Wasserdampfbildung und damit verbundener unratierlicher Wärmeabfuhr in den Kühlelementen sowie Druckanstieg im Wärmetauscher.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Rückgewinnung von Ver- lustenergie bei metallurgischen Gefäßen insbesondere solchen, die für die Stahlherstellung eingesetzt werden, zu erreichen bzw. die bisherigen Maßnahmen, die hierzu dienten, zu verbessern.

Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit einer Kühlung für ein metallur- gisches Gefäß, insbesondere einen Elektrolichtbogenofen, dessen Bauteile ganz oder teilweise durch ein diese durchströmendes flüssiges Kühlmittel kühlbar sind, wobei das Kühlmittel nach dem Austritt aus den Bauteilen einer Wär- merückgewinnungs - oder Energieumwandlungsanlage zuführbar ist, die dadurch gekennzeichnet ist,

dass die Bauteile des metallurgischen Gefäßes und die Wärmerückgewin- nungs - oder Energieumwandlungsanlage von dem Kühlmittel in einem geschlossenen Kreislauf durchströmt werden und dass als Kühlmittel ein Mittel eingesetzt wird, das einen über dem Siedepunkt von Wasser liegenden Siedepunkt aufweist. Außerdem wird zur Erreichung eines besseren Wirkungsgrades die Differenztemperatur des Kühlmittels zwischen dem Einlauf in das und dem Auslauf aus dem metallurgischen Gefäß auf einem möglichst hohen Niveau gehalten, wozu die strömende Kühlmittelmenge je Zeiteinheit geregelt und somit optimal im Hinblick auf eine Wärmerückgewinnung angepasst wird.

Der Kerngedanke der Erfindung besteht darin, die spezifische Art und Menge des eingesetzten Kühlmittels so zu steuern, dass auf der einen Seite die ge- kühlten Bauteile nicht beschädigt werden und auf der anderen Seite durch sein hohes ΔΤ eine hohe Quote bei der Wärmerückgewinnung aus der im Kühlmittel gespeicherten Energie möglich wird.

Erfindungsgemäß wird somit vorgeschlagen, an Stelle einer Wasserkühlung ein anderes Kühlmittel bzw. Wärmetauschermittel, vorzugsweise Thermoöl, zu nutzen, das eine höhere Siedetemperatur besitzt und bei niedrigem Anlagendruck höhere Wärmetransporttemperaturen zu einer nachgeschalteten Anlage, wie einer Stromerzeugungsanlage, ermöglicht.

Ein niedrigerer Anlagendruck wirkt sich direkt auf die Ausgestaltung der Anlage aus, d. h., wenn mit einem niedrigeren Anlagendruck gearbeitet werden kann, wird die Anlage insgesamt einfacher und damit natürlich kostengünstiger.

Durch die Anwendung von Kühlflüssigkeiten mit höheren Siedetemperaturen erhöht sich das abgebbare oder umwandelbare Energiepotential, so dass damit der Wirkungsgrad, beispielsweise bei der Erzeugung von elektrischer Energie steigt.

Als Stromerzeugungsanlage bietet sich z. B. eine ORC- oder Kalina-Anlage an. Eine weitere Verbesserung wird dadurch erreicht, dass eine genauere Überwachung der Temperaturen in den einzelnen Regelkreisen erfolgt, damit das Kühlmittel während des Schmelzprozesses auf optimalem Temperaturniveau (z. B. 200 bis 400°C) eingestellt werden kann. Die genauere Überwachung und Einstellung der Temperatur des Kühlmittels oder Wärmetauschermittels kann durch zuschaltbare Pumpen erreicht werden, die entweder die Fließgeschwindigkeit und/oder die Kühlmittelmenge entsprechend dem Energieanfall in den Wandelementen verändern, um auf diese Weise bei nicht gleich bleibenden Wärmestrom die Temperatur des Kühlmittels auf möglichst hohem Niveau halten zu können. Diese Maßnahmen erhöhen dann den Wirkungsgrad der Rückgewinnungsprozesse erheblich.

Die zurück gewonnene Energie kann im Rahmen eines Prozesswärmemanagementsystems weiterverwendet werden.

Die Weiterverwendung kann regional durchaus unterschiedlich sein. Dazu eig- nen sich z. B. Anlagen für die Entsalzung von Meerwasser, Trocknungsanlagen, Zwischenspeicherung in Wärmetanks zur Überbrückung kurzzeitiger Wärmeunterbrechungen und Speicherung von überschüssiger Wärmeenergie, Fernheizsysteme oder auch Verstromung mit Einspeisung ins Energienetz. Soll die elektrische Versorgungssicherheit gewährleistet werden, so ist vorgesehen, einen z.B. Thermoölerhitzer zu installieren, der mit der ORC-Anlage verbunden ist und der als Standby-Zusatzheizung dient. Hierin kann z.B. überschüssiges Gas (Hochofengas) verheizt werden.