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Title:
COOLING TOOL FOR AN EXTRUDER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/158605
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a cooling tool (1) for a food or animal feed extruder (E), the cooling tool having i) an inlet end (3), which can be fixed to a food or animal feed extruder (E) and at which extrudate (4) can be led into the cooling tool (1); ii) an outlet end (5), at which the cooled extrudate can be discharged; iii) an extrudate flow channel (6), which substantially extends from the inlet end to the outlet end; iv) at least one coolant flow channel (7a, 7b, 7b'), to which the extrudate flow channel (6) is connected in a heat-transmitting manner; wherein in the cross section (X-X) to the primary flow direction (8); v) the extrudate flow channel (6) is substantially formed as a ring section, particularly as a circular ring section; and vi) the outer wall (9) of the extrudate flow channel (6) is formed at least from a first segment (10) and a second segment (11), the first segment and the second segment being connected to each other by mechanical connection elements (12). According to the invention, the cooling tool (1) is particularly suitable for wet texturing of food and animal feed.

Inventors:
KLEIN, Frieder (Oberstrasse 51, 8274 Tägerwilen, 8274, CH)
MAUCHLE, Markus (Florastrasse 4, 9220 Bischofszell, 9220, CH)
STRÄSSLE, Stefan (Wald 3817, 9534 Gähwil, 9534, CH)
WEINBERGER, Michael (Sternackerstrasse 16, 5200 Brugg, 5200, CH)
Application Number:
EP2019/053589
Publication Date:
August 22, 2019
Filing Date:
February 13, 2019
Export Citation:
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Assignee:
BÜHLER AG (Gupfenstrasse 5, 9240 Uzwil, 9240, CH)
International Classes:
A23J3/26; A21C11/16; A23K40/25; A23L13/60; A23P30/20; B29C48/09; B29C48/695; B29C48/90; A23N17/00
Domestic Patent References:
WO1996036242A11996-11-21
WO1999013735A11999-03-25
Foreign References:
JPH0662821A1994-03-08
EP2277396A12011-01-26
US20090079278A12009-03-26
DE1136030B1962-09-06
CN203072864U2013-07-24
US20170258125A12017-09-14
DE2406146A11975-02-27
US3925566A1975-12-09
US4910040A1990-03-20
EP1059040A12000-12-13
Other References:
ANONYMOUS: "Protein Texturization Technology", June 2017 (2017-06-01), pages 1 - 4, XP002783549, Retrieved from the Internet [retrieved on 20180802]
Attorney, Agent or Firm:
WENGER, René et al. (Hepp Wenger Ryffel AG, Friedtalweg 5, 9500 Wil, 9500, CH)
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE

1. Kühlwerkzeug (1 ) für einen Nahrungs- bzw. Futtermittelextruder (E), mit

i) einem Einlassende (3), das an einem Nahrungs- bzw. Futtermittelextruder (E) befestigbar ist und an dem Extrudat in das Kühlwerkzeug (1 ) hinein- führbar ist;

ii) einem Auslassende (5), an dem gekühltes Extrudat abführbar ist;

iii) einem Extrudatströmungskanal (6), der sich im Wesentlichen von dem Einlassende zu dem Auslassende erstreckt;

iv) mindestens einem Kühlmittelströmungskanal (7), mit dem der Extrudat- strömungskanal (6) in Wärmeübertragungsverbindung steht; wobei im Querschnitt (X-X) zur Hauptströmungsrichtung (8)

v) der Extrudatströmungskanal (6) im Wesentlichen als Ringausschnitt, ins- besondere als Kreisringausschnitt, ausgebildet ist; und

vi) eine Aussenwand (9) des Extrudatströmungskanals (6) mindestens aus einem ersten Segment (10) und einem zweiten Segment (11 ) ausgebildet ist, wobei das erste Segment und das zweite Segment über mechanische Verbindungselemente (12) miteinander verbunden sind.

2. Kühlwerkzeug (1 ) gemäss Anspruch 1 , wobei der Extrudatströmungskanal (6) im Querschnitt (X-X) zur Hauptströmungsrichtung (8) im Wesentlichen als Ringausschnitt, insbesondere als Kreisringausschnitt, von mindestens 300°, vorzugsweise von mindestens 325°, besonders bevorzugt von mindestens 350° ausgebildet ist.

3. Kühlwerkzeug (1 ) gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei im Bereich des Querschnitts (X-X), der nicht vom Ringausschnitt des Extrudatströmungskanals (6) abgedeckt ist, eine sich im Wesentlichen über die gesamte Länge des Kühlwerkzeugs (1 ) erstreckende Stützstruktur (13) für eine Innenwand (14) des Extrudatströmungskanals (6) angeordnet ist.

4. Kühlwerkzeug (1 ) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei eine Innenwand (14) des Extrudatströmungskanals (6) im Wesentlichen zylindrisch, insbesonde- re hohlzylindrisch, ausgebildet ist.

5. Kühlwerkzeug (1 ) gemäss Anspruch 4, wobei die Innenwand (14) des Extrudat- strömungskanals (6) einstückig ausgebildet ist.

6. Kühlwerkzeug (1 ) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Aussenwand (9) des Extrudatströmungskanals (6) im Betriebszustand zylindrisch, insbeson- dere hohlzylindrisch, ausgebildet ist.

7. Kühlwerkzeug (1 ) gemäss einem der Ansprüche 3 bis 6, wobei das erste Seg- ment (10) und das zweite Segment (11 ) der Aussenwand (9) des Extrudatströ- mungskanals (6) an der Stützstruktur (13) mit mechanischen Verbindungsele- menten (12) befestigt ist.

8. Kühlwerkszeug (1 ) gemäss Anspruch 7, wobei die das erste Segment (10) und das zweite Segment (11 ) der Aussenswand (9) des Extrudatströmungskanals (6) an der Stützstruktur (13) angelenkt und/oder verschwenkbar befestigt ist.

9. Kühlwerkzeug (1 ) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei im Bereich des Einlassendes (3) ein insbesondere austauschbarer Verteiler (15) angeordnet ist, welcher derart ausgebildet ist, dass Extrudat von einem Austrittskanal eines Nahrungs- bzw. Futtermittelextruders (E) über einen einzigen Verteilkanal (17) dem als Ringausschnitt ausgebildeten Extrudatströmungskanal (6) zuführbar ist.

10. Kühlwerkzeug (1 ) gemäss Anspruch 9, wobei der Verteiler (15) ein Verteilele- ment (15a) umfasst, das als Kegel, insbesondere Kreiskegel; Kegelstumpf, ins- besondere Kreiskegelstumpf, ausgebildet ist.

11. Kühlwerkzeug (1 ) gemäss einem der Ansprüche 9 oder 10, wobei im Bereich des Verteilers, insbesondere in einem Bereich des dem Extruder abgewandten Endes und/oder in einem Bereich des dem Extruder zugewandten Ende des Verteilers (15) eine Blende (18,18‘) anordenbar bzw. angeordnet ist, mit wel- cher Blende (18,18‘) der Verteilkanal (17) verengbar bzw. verengt ist.

12. Kühlwerkzeug (1 ) gemäss einem der Ansprüche 9 bis 11 , wobei der Verteiler (15) mit einem oder mehreren Kühlkanälen (19) zur Kühlung des Verteilkanals (17) von aussen und/oder innen ausgebildet ist.

13. Kühlwerkzeug (1 ) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei mindestens ein Kühlmittelströmungskanal (7a,7b,7b‘), welcher mit dem Extrudatströmungskanal (6) in Wärmeübertragungsverbindung steht,

- auf der Innenseite des Extrudatströmungskanals (6); und/oder

- auf der Aussenseite des Extrudatströmungskanals (6)

vorhanden ist.

14. Kühlwerkzeug (1 ) gemäss Anspruch 3 und 13, wobei der mindestens eine

Kühlmittelströmungskanal (7a,7b,7b‘) auf der Innenseite des Extrudatströ- mungskanals über die Stützstruktur (13) mit Kühlmittel versorgbar ist.

15. Kühlwerkzeug (1 ) insbesondere gemäss einem der Ansprüche 11 bis 14, mit einer Blende im Bereich eines Verteilkanals, wobei die Blende den Verteilkanal verengt und insbesondere als Lochblende oder als Blende mit segmentierten Schlitzen, die als Kreissegmente ausgebildet sind, ausgebildet ist.

16. Kühlwerkzeug gemäss einem der Ansprüche 10 bis 15, wobei das Verteilele- ment (15a) im Wesentlichen parallel zur Hauptströmungsrichtung (8) verstellbar ausgebildet ist.

17. Kühlwerkzeug gemäss Anspruch 16, wobei das Verteilelement (15a) derart ver- stellbar ausgebildet ist, dass es in verschiedenen Abständen vom Einlassende (3) positioniert werden kann.

18. Kühlwerkzeug gemäss Anspruch 17, wobei das Verteilelement (15a) mit einer Gewindestange wirkverbunden ist, mit welcher das Verteilelement (15a) positi- oniert werden kann.

Description:
KÜHLWERKZEUG FÜR EINEN EXTRUDER

Die Erfindung betrifft das technische Gebiet der Extrusion von Nahrungsmitteln und Fut- termitteln für Tiere.

Bei der Extrusion von Nahrungsmitteln und/oder der Extrusion von Futtermitteln für Tie- re erfolgt häufig eine sogenannte Nasstexturierung, bei der sich faserartige Strukturen ausbilden. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Produkte extrudiert werden, die tierische oder pflanzliche Proteine enthalten. Eine faserartige Struktur ist nicht immer einfach zu erreichen, da ein Extrudat am Ausgang des Extruders typischerweise ex- pandiert, was einer dichten, kompakten, faserartigen Produktstruktur abträglich ist. Da- her werden für solche Zwecke im Stand der Technik Kühldüsen verwendet, die am Ausgang des Extruders angeordnet sind und welche die Expansion des Extrudats redu- zieren oder, falls gewünscht, auch weitestgehend vollständig unterdrücken sollen. Bei der konstruktiven Ausgestaltung solcher Kühldüsen besteht jedoch noch erheblicher Verbesserungsbedarf. So ist bspw. die Kühlung häufig unzureichend und ungleichmäs- sig, der Aufbau zu komplex und die Reinigbarkeit unbefriedigend.

Im Stand der Technik sind verschiedenste Ausführungen von Kühlwerkzeugen bekannt, die alle mit Nachteilen behaftet sind.

Zum einen sind Ausbildungen mit durchgehend ringförmigem Extrudatströmungskanal bekannt, bspw. aus DE 24 06 146 und US 3,925,566. Hierbei ist die Befestigung des Innenmantels problematisch. Sie wird beispielsweise durch Stege realisiert, die aber den Produktfluss stören. Selbst wenn die Stege noch im Eingangsbereich des Kühl werkzeugs, beispielsweise im Verteiler, angeordnet sind, werden einmal getrennte Stränge von insbesondere proteinhaltigem Extrudat nicht wieder homogen verbunden, was das Erscheinungsbild und die Textur negativ beeinflusst. Auch Stege im Endbe- reich des Kühlwerkzeugs sind nachteilig, da sie aus Festigkeitsgründen voluminös aus- geführt werden müssen, damit aber den Querschnitt des Produktkanals wesentlich ver- engen und das Erscheinungsbild und die Textur des Produkt ebenfalls negativ beein- flussen. Zum anderen sind flach ausgebildete Kühlwerkzeuge bekannt, bspw. aus US 4,910,040, WO 96/36242, WO 99/13735 und EP 1 059 040. Vor allem bei hohem Durchsatz müssen solche flach ausgebildeten Kühlwerkzeuge aber recht breit ausge- führt werden, wesentlich breiter als die Austrittsöffnung(en) des Extruders. Das wirkt sich nachteilig auf die Homogenität der Fliessgeschwindigkeit in dem Kühlwerkzeug aus, was sich wiederum negativ auf das Erscheinungsbild und die Textur des Produkts auswirkt. Zudem sind solche Kühlwerkzeuge konstruktiv nachteilig, da die aus dem Produktdruck resultierende Kraft auf die ebene Wand ein Biegemoment erzeugt, was einen massiveren Aufbau der Wand nötig macht.

Des Weiteren sind Ausbildungen mit mehreren diskreten Extrudatströmungskanälen bekannt. Derartige Konstruktionen sind vom Aufbau her sehr komplex, und auch die Kühlung mehrerer diskreter Extrudatströmungskanäle ist aufwändig und bei Wartung und Betrieb fehleranfällig.

Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, die vorgenannten Nachteile zu überwinden und insbesondere ein Kühlwerkzeug bereitzustellen, das hervorragende Kühleigen- schaften gewährleisten kann und dabei einfach aufgebaut und leicht reinigbar ist.

Die Aufgabe wird gelöst durch ein erfindungsgemässes Kühlwerkzeug gemäss dem unabhängigen Anspruch 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unter- ansprüchen zu entnehmen.

Unter einem Kühlwerkzeug wird im Rahmen der Erfindung insbesondere eine Extruder- kühldüse zum Kühlen des Extrudats eines Nahrungs- bzw. Futtermittelextruders ver- standen. Ein erfindungsgemässes Kühlwerkzeug für einen Nahrungs- bzw. Futtermitte- lextruder weist ein Einlassende auf, das an einem Nahrungs- bzw. Futtermittelextruder (2) befestigbar ist und an dem Extrudat in das Kühlwerkzeug hineinführbar ist. Die Be- festigung ist dabei vorzugsweise lösbar ausgestaltet, sodass das Kühlwerkzeug leicht ausgetauscht oder für Wartungs- bzw. Reinigungszwecke demontiert werden kann. Die Befestigung erfolgt vorzugsweise mit Schrauben (beispielsweise Sechskantschrauben), Klemmhebeln oder Spannverschlüssen, mit denen in an sich üblicher Art und Weise eine definierte Anpresskraft erzielbar ist. Das Kühlwerkzeug weist ferner ein Auslassende auf, an dem gekühltes Extrudat abführbar ist. Im Bereich des Auslassendes kann eine Konfektionierung des gekühlten Extrudats erfolgen, wie nachfolgend noch erläutert wird.

Im Wesentlichen zwischen dem Einlassende und dem Auslassende des Kühlwerkzeugs erstreckt sich ein, insbesondere ein einziger, Extrudatströmungskanal. Der Extrudat- strömungskanal ist dabei im Wesentlichen als Ringausschnitt ausgebildet. Im Rahmen der Erfindung kann der Ring des Ringausschnitts insbesondere kreisförmig, oval, poly- gonal, als Spline-Kurve oder auch aus Kombinationen davon gebildet sein. Bevorzugt ist eine Ausbildung des Ringausschnitts als Kreisringausschnitt.

Ferner weist das Kühlwerkzeug mindestens einen Kühlmittelströmungskanal auf, mit dem der Extrudatströmungskanal (6) in Wärmeübertragungsverbindung steht. Die Wärmeübertragung findet vorzugsweise als Wärmeübergang durch Konvektion statt.

In einem Querschnitt zur Hauptströmungsrichtung ist der Extrudatströmungskanal im Wesentlichen als Ringausschnitt ausgebildet, vorzugsweise als Kreisringausschnitt. Durch die Ausbildung als Ringausschnitt kann eine besonders gleichmässige Produkt- verteilung, gleichmässige Fliessgeschwindigkeit und gleichmässige Kühlung realisiert werden. Zudem hat sich herausgestellt, dass dünnwandigere Konstruktionen als im Stand der Technik möglich sind, da aus dem Produktdruck im Wesentlichen nur Zug- kräfte, jedoch nur praktisch vernachlässigbare Biegekräfte entstehen.

Ferner ist in einem Querschnitt zur Hauptströmungsrichtung die Aussenwand des Extrudatströmungskanals mindestens aus einem ersten Segment und einem zweiten Segment ausgebildet. Besonders bevorzugt sind zwei Segmente, aber auch ein Aufbau aus drei, vier oder mehr Segmenten ist möglich. Die Segmente sind dabei vorzugswei- se über mechanische Verbindungselemente miteinander verbunden sind. Als mechani- sche Verbindungsmittel sind wiederum Schrauben (beispielsweise Sechskantschrau- ben), Klemmhebel oder Spannverschlüsse geeignet; besonders bevorzugt sind

Schraubverbindungen. Durch den Aufbau der Aussenwand aus demontierbaren Seg- menten ergibt sich eine besonders einfache und zuverlässige Reinigbarkeit des Extru- datströmungskanals und des gesamten Kühlwerkzeugs.

Mit einem derartigen Kühlwerkzeug können Kapazitäten im Bereich von 125 bis 2Ό00 kg/h (insbesondere 175 bis 1‘500 kg/h, weitere insbesondere 225 bis 1 Ό00 kg/h) Extru- dat bei nur geringer Baugrösse des Kühlwerkzeugs mit einer typischen Länge von 0.5 bis 2.5 m (insbesondere 0.75 bis 2.25 m, weitere insbesondere 1 bis 2m) und einem Durchmesser von 100 bis 800 mm (insbesondere 200 bis 600 mm, weiter insbesondere 300 bis 400 mm) realisiert werden.

Das Kühlwerkzeug ist in den Bereichen, die mit dem Nahrungs- bzw. Futtermittel in Kontakt kommen, also insbesondere der Extrudatströmungskanal, aus rostfreiem Edel- stahl (bspw. Sortennummern 1 43xx oder 1 44xx gemäss EN 10088) ausgebildet. Diese Materialien zeichnen sich durch hochgradige Lebensmittelechtheit aus. Die Rauigkeit bevorzugter Materialien liegt im Bereich von R a 1.6 bis R a 0.8 (gemäss DIN EN ISO 4287:1998).

In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Extrudatströmungskanal im Querschnitt zur Hauptströmungsrichtung im Wesentlichen als Ringausschnitt, insbesondere als Kreisringausschnitt, ausgebildet, wobei der Ausschnitt mindestens 300°, vorzugsweise von mindestens 325°, besonders bevorzugt von mindestens 350° überstreicht.

Bevorzugt ist in dem Bereich des Querschnitts, der nicht vom Ringausschnitt des Extrudatströmungskanals abgedeckt ist, eine sich im Wesentlichen über die gesamte Länge des Kühlwerkzeugs erstreckende Stützstruktur für die Innenwand des Extrudat- strömungskanals angeordnet. Bei der Stützstruktur handelt es sich bevorzugt um ein Profilelement.

In bevorzugten Ausführungsformen des Kühlwerkzeugs ist die Innenwand des

Extrudatströmungskanals im Wesentlichen zylindrisch, insbesondere hohlzylindrisch, ausgebildet. Derartige Ausbildungen sind fertigungstechnisch besonders einfach her- stellbar. Ganz besonders bevorzugt ist die Innenwand des Extrudatströmungskanals einstückig ausgebildet. Hierdurch sind eine einfache Fertigung und gute Reinigbarkeit gewährleis- tet.

In bevorzugten Ausführungsformen ist die Aussenwand des Extrudatströmungskanals im Betriebszustand zylindrisch, insbesondere hohlzylindrisch, ausgebildet. Die Aussen- wand des Extrudatströmungskanals ist hierbei aus Segmenten zusammengesetzt, wie vorstehend beschrieben.

In bevorzugten Ausführungsformen sind das erste Segment und das zweite Segment der Aussenwand des Extrudatströmungskanals (und ggf. auch weitere Segmente) an der vorstehend beschriebenen Stützstruktur mit mechanischen Verbindungselementen befestigt. Die Befestigung kann beispielsweise mit Schrauben (beispielsweise Sechs- kantschrauben), Klemmhebeln oder Spannverschlüssen realisiert sein. Die Segmente sind zudem an einer weiteren Position in Umfangsrichtung miteinander verbunden, vor- zugsweise auf der der Stützstruktur gegenüberliegenden Seite. Die Verbindung kann auch in dieser Position mit mechanischen Verbindungsmitteln realisiert sein wie vorste- hend beschrieben. Die Dichtung ist vorzugsweise durch Presskontakt der Segmente, rein metallisch dichtend ausgeführt. In alternativen Ausführungsformen kann die Dich- tung durch eine insbesondere in eine Vertiefung eingelegte Elastomerdichtung bewirkt bzw. unterstützt sein.

In weiteren bevorzugten Ausführungsformen sind das erste Segment und das zweite Segment der Aussenwand des Extrudatströmungskanals (und ggf. auch weitere Seg- mente) an der Stützstruktur angelenkt und/oder verschwenkbar befestigt, beispielswei- se mittels Scharnieren. Durch eine solche Anlenkung bzw. Verschwenkbarkeit kann eine besonders einfache Reinigbarkeit des Extrudatströmungskanals bei minimalem Demontageaufwand realisiert werden. Die Dichtung kann hierbei wiederum wie vorste- hend ausgeführt ausgebildet sein.

In bevorzugten Ausbildungen des Kühlwerkzeugs ist im Bereich des Einlassendes ein insbesondere austauschbarer Verteiler angeordnet. Der Verteiler ist derart ausgebildet, dass Extrudat vom (typischerweise nicht ringförmig oder als Ringausschnitt ausgebilde- ten) Austrittskanal eines Nahrungs- bzw. Futtermittelextruders über einen einzigen Ver- teilkanal dem als Ringausschnitt ausgebildeten Extrudatströmungskanal zuführbar ist.

Es hat sich hierbei als vorteilhaft erwiesen, wenn der Verteilkanal über mindestens 50%, vorzugsweise mindestens 70%, besonders bevorzugt mindestens 90% der Länge (vom Austritt des Extruders bis zum Eintritt in den Extrudatströmungskanal) eine kon- stante Querschnittsfläche aufweist. So kann eine gleichmässige Fliessgeschwindigkeit erzielt werden, was sich als vorteilhaft erwiesen hat.

Im Unterschied zu bekannten Fingerverteilern, die typischerweise eine Länge von 10 cm und mehr (insbesondere 20 cm und mehr, häufig sogar 40 cm und mehr) aufweisen, werden mit einem derart ausgestalteten Verteiler keine unvorteilhaften Erscheinungen im Produktbild und der Textur beobachtet, die im Stand der Technik wohl auf im Finger- verteiler getrennte und auf der Kühlstrecke nicht mehr wieder homogen verbundenen Extrudatsträngen basieren. Auch die Demontierbarkeit und Reinigbarkeit ist gegenüber Fingerverteilern signifikant verbessert.

Besonders bevorzugt ist der Verteiler austauschbar ausgebildet, bspw. aufschraubbar.

Durch Austausch des Verteilers können Produkteigenschaften gezielt beeinflusst werden. Es hat sich herausgestellt, dass insbesondere durch Engstellen, die eine inne- re Scherung des Produkts bewirken, wodurch ein Energieeintrag ins Produkt erfolgt, eine gewisse Faserigkeit im Produkt erzielbar ist.

Bevorzugterweise umfasst der Verteiler ein vorzugsweise als Kegel ausgebildetes Verteilelement. Die Ausbildung als Kreiskegel ist besonders vorteilhaft. Auch die Aus- bildung als Kegelstumpf, insbesondere als Kreiskegelstumpf ist selbstverständlich mög- lich. Bei kegel- bzw. kreiskegelförmiger Ausbildung kann der Verteiler auch mit kugel- abschnittsförmiger Spitze realisiert sein, wodurch sich das Strömungsverhalten gezielt beeinflussen und an das Extrudat anpassen lässt. Der Rückstaudruck in den Extruder kann beeinflusst und das Ausmass der Scherung des Produkts beeinflusst werden. Das Verteilelement ist vorzugsweise in einer Vertiefung eingesteckt und wird in dieser Ver- tiefung durch den Druck des gegen das Verteilelement strömenden Produkts in Position gehalten; die Austauschbarkeit ist auf diese Art und Weise besonders einfach realisiert.

Das Verteilelement kann jedoch auch im Wesentlichen parallel zur Hauptströmungsrich- tung verstellbar ausgebildet sein. Auf diese Art und Weise kann der Rückstau in den Extruder gezielt beeinflusst werden. Das Verteilelement kann beispielsweise derart ver- stellbar ausgebildet sein, dass es in verschiedenen Abständen vom Einlassende positi- oniert werden kann. Je näher das Verteilelement am Einlassende positioniert wird, um- so grösser ist der durch die Verengung des Kanals bewirkte Rückstau in den Extruder. Die Positionierung des Verteilelements kann besonders einfach mit einer Gewindestan- ge erfolgen, die mit dem Verteilelement wirkverbunden ist und welche durch die Kühl düse vom Auslassende her manipuliert werden kann, um die Position des Verteilele- ments zu ändern.

In weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist im Bereich des dem Extruder

abgewandten und/oder des dem Extruder zugewandten Endes des Verteilers eine Blende anordenbar bzw. angeordnet, mit welcher der Verteil kanal verengbar bzw. ver- engt ist. Mit derartigen Blenden können wiederum gezielt Produkteigenschaften, insbe- sondere die Faserigkeit, beeinflusst werden; Langfasrigkeit und Kurzfasrigkeit kann er- wirkt werden, aber auch amorphe bzw. homogene Strukturen. Die Dicke der Blenden in Hauptströmungsrichtung liegt im Bereich von 0.1 bis 1.0 cm, vorzugsweise von 0.15 bis 0.9 cm, besonders bevorzugt von 0.2 bis 0.8 cm. Die von Fingerverteilern bekannten Nachteile werden bei Blenden(verengungen) von so geringer Länge nicht beobachtet.

In bevorzugten Ausführungsformen des Verteilers ist dieser mit einem oder mehreren Kühlkanälen zur Kühlung des Verteilkanals von aussen und/oder innen ausgebildet. Durch die Kühlung des Verteilkanals kann eine lokale Überhitzung in diesem Bereich verhindert werden. Es hat sich gezeigt, dass gerade in diesem Bereich des Verteilers das Extrudat einer höheren Erwärmung ausgesetzt sein kann als in anderen Bereichen. Dem kann mit einer gezielten Kühlung effektiv entgegengewirkt werden. Zur Ermittlung der Temperatur des Extrudats im Bereich des Verteilers kann ein Temperaturfühler vor- gesehen sein, der vorzugsweise in die Wandung derart eingelassen ist, dass er den Fluss des Extrudats im Wesentlichen nicht behindert. Je nach gemessener Temperatur kann die Kühlung gesteuert und/oder geregelt werden, bspw. durch die Anpassung der Kühlmitteltemperatur und/oder die Fliessgeschwindigkeit des Kühlmittels.

Bevorzugt ist mindestens ein Kühlmittelströmungskanal, welcher mit dem Extrudatströ- mungskanal in Wärmeübertragungsverbindung steht, auf der Innenseite des Extrudat- strömungskanals; und/oder auf der Aussenseite des Extrudatströmungskanals vorhan- den. Auf der Innenseite des Extrudatströmungskanals ist der Kühlmittelströmungskanal vorzugsweise spiralförmig vollständig umlaufend ausgebildet. Auf der Aussenseite des Extrudatströmungskanals sind die Kühlmittelströmungskanäle in beiden Segmenten jeweils mäanderförmig in ausgebildet. Der bzw. die Kühlmittelströmungskanäle sind vorzugsweise komplett geschlossen, vorzugsweise verschweisst, und auch bei der De- montage zu Austausch- oder Wartungszwecken nur über die Ein- und Ausgänge für das Kühlmittel zugänglich. Hierdurch können Produktkontaminierungen konstruktiv einfach vermieden werden. Die Ein- und Ausgänge können vorzugsweise als Stutzen ausgebil- det sein und das Kühlmittel wird stromaufwärts, entgegen der Hauptströmungsrichtung des Produkts, geführt.

Besonders bevorzugt ist der mindestens eine Kühlmittelströmungskanal auf der Innen- seite des Extrudatströmungskanals über die Stützstruktur mit Kühlmittel versorgbar. Hierdurch kann eine besonders zuverlässige Versorgung gewährleistet werden, die auch bei der Demontage bspw. zu Reinigungszwecken des Extrudatströmungskanals nicht geöffnet oder entfernt werden muss.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind am Auslassende des Kühlwerk- zeugs im Bereich des Extrudatströmungskanals Schneidstege angeordnet, sodass das gekühlte Extrudat unmittelbar beim Austritt in Stränge geteilt werden kann. Die

Schneidstege können auf einer Schneidplatte angeordnet sein, die am Auslassende des Kühlwerkzeugs vor dem Extrudatströmungskanal montiert ist. Ferner kann den Schneidstegen nachgeordnet auch noch eine Schneidvorrichtung vorgesehen sein, welche die Stränge der Länge nach teilt. Das kann beispielsweise durch ein rotierendes Messer realisiert sein. In bevorzugten Ausführungsformen eines Kühlwerkzeugs (nicht nur wie vorstehend und im Rahmen der Ausführungsbeispiele beschrieben, sondern grundsätzlich jedes Kühl- werkzeugs für einen Nahrungs- bzw. Futtermittelextruder) ist eine Blende im Bereich eines Verteilkanals angeordnet, wobei die Blende den Verteilkanal verengt und vor- zugsweise als Lochblende oder als Blende mit Schlitzen, die als Kreissegmente ausge- bildet sind, ausgebildet ist. Hierbei können die Kreis- bzw. Ringsegment als Segmente eines einzigen Kreises bzw. Ringes oder als Segmente verschiedener Kreise bzw. Rin- ge ausgebildet sein, wie nachstehend im Rahmen der Ausführungsbeispiele noch ge- nauer beschrieben wird.

Mit den bisher bekannten Kühlwerkzeugen lassen sich primär hühnerbrustartige Textu- ren erzielen, d.h. eine überwiegend langfaserige Struktur. Mit Blenden kann hingegen insbesondere mit erfindungsgemässen Kühlwerkzeugen eine Verbreiterung des Fa- serstrukturspektrums erzielt werden, so dass auch andere muskuläre Strukturen tieri scher Natur imitiert werden können, beispielsweise Rind, Schwein, Lamm und Fisch, Schalen- und Krustentiere, etc. So können beispielsweise mit Lochblenden Strukturen erzeugt werden, die Rindfleisch ähneln. Mit Schlitzblenden können hingegen Strukturen erzeugt werden, die Fisch oder Huhn ähneln. Es wird vermutet, dass sich erste Fasern im Extruder ausbilden, welche sich im Kühlwerkzeug orientieren. Die Einflussnahme auf die Faserung erfolgt vorteilhafterweise durch Blenden im Bereich des Verteilers zwi- schen Extruder und eigentlichem Extrudatströmungskanal des Kühlwerkzeugs.

Die Blenden können als Metallringe oder -scheiben ausgebildet sein, welche ein defi niertes Loch- bzw. Schlitzbild aufweisen, und sie können entweder eingangs oder aus- gangs des Verteilers platziert werden. Das Loch- bzw. Schlitzbild kann symmetrisch oder asymmetrisch sein und grundsätzlich in vielen Geometrien geformt sein. Bevorzugt sind gerade und gebogene Schlitze sowie Löcher, möglich sind aber auch Sternformen, Kreuze, sowie ornamentale Formen. Gebogene Schlitze, insbesondere wie in den Aus- führungsbeispielen ausgeführt, führen zu sehr langen Faserstrukturen mit hoher Wider- standskraft, während gerade Schlitze die Quervernetzung des Produkts fördern. Löcher wiederum trennen das Produkt in feinfaserige Filamente. Das Produkt erreicht die Blende in der Regel in einem vortexturiertem Zustand, d.h. ers- te Fasern und Filamente wurden ausgebildet. Die Blende sorgt für eine kurzzeitige Be- schleunigung des Flusses, anschliessender Abbremsung beim Verlassen der Blende und damit verbundener Reorientierung der Fasern bzw. Filamente.

Der Vorteil vorstehend beschriebener Blenden liegt insbesondere in der Prozessvariabi- lität. Neben der allseits beliebten Flühnchenbrustfiletstruktur lassen sich mit Blenden ohne grossen Aufwand auch andere Texturen wie Schwein, Rind, Lamm und Fisch, usw. erschliessen.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen Nahrungs- bzw. Futtermittelextruder, ausgestattet mit mindestens einem Kühlwerkzeug wie vorstehend beschrieben.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Extrudieren eines nasstex- turierten Produkts, umfassend den Schritt des Hindurchleitens eines proteinhaltigen Extrudats durch ein am Auslass eines Nahrungs- bzw. Futtermittelextruders angeordne- tes Kühlwerkzeug wie vorstehend beschrieben.

Weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich nachfolgend aus der nachfol- genden Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Figuren. In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche Elemente. Es zeigen:

Fig .1 Anordnung eines Kühlwerkzeugs an einem Nahrungs- bzw. Futtermitte- lextruder (schematisch);

Fig. 2 Querschnitt durch ein Kühlwerkzeug entlang der Ebene X-X in Fig. 3;

Fig. 3 Längsschnitt durch ein erfindungsgemässes Kühlwerkzeug entlang der

Ebene Y-Y in Fig. 2;

Fig. 4a/b Kühlwerkzeug mit abgeklappten bzw. zusammengeführten Segmenten der

Aussenwand; Fig. 5 Verteiler und Einlassbereich des Kühlwerkzeugs im Längsschnitt;

Fig. 6a/b Lochblende und damit texturiertes Produkt;

Fig. 7a/b Schlitzblende und damit texturiertes Produkt;

Fig. 8 Schlitzblende, wobei die Schlitze als gegeneinander versetzte Ringab- schnitte ausgebildet sind;

Fig. 9 schematische Darstellung eines verstellbaren Verteilelements;

Figur 10 schematische, perspektivische Darstellung eines verstellbaren Verteilele- ments.

In Fig. 1 ist schematisch ein Extruder E gezeigt, der aus Segmenten (1-7) aufgebaut ist. Ein Rohstoff V wird über die gravimetrische Dosierung B zugeführt. Über eine Zufüh- rung S wird Wasser oder Dampf hinzugeführt. Das Kühlwerkzeug ist mit 1 gekenn- zeichnet. Das Kühlmedium wird bevorzugt an der stromabwärtigen Seite des Kühlwerk- zeugs zugeführt und an der stromaufwärtigen Seite des Kühlwerkzeugs abgeführt. Die Strömungsrichtung des Kühlmediums ist somit der Fliessrichtung des Extrudats entge- gengesetzt. Die Temperierung des Kühlmediums kann über eine Temperaturregelung justiert (gesteuert oder geregelt) werden; das ist durch den Controller C illustriert. Be- sonders bevorzugt ist die Temperaturregelung derart ausgebildet, dass die Expansion des gekühlten Extrudats kontrolliert, vorzugsweise im Wesentlichen vollständig unter- bunden werden kann. Für bestimmte Produkte kann es jedoch auch sinnvoll und er- möglicht sein, eine gewisse Expansion des gekühlten Extrudats zuzulassen. So kann das bspw. bei später zu marinierenden Produkten gewünscht sein, da die Marinade so besser anhaftet. Auch die sensorischen Eigenschaften können beeinflusst werden, so- dass bspw eine Textur wie bei .pulled pork‘ oder dergleichen resultiert. Auch dies kann durch die Temperaturregelung gesteuert oder geregelt ermöglicht sein.

Fig. 2 zeigt den Querschnitt durch ein Kühlwerkzeug 1 entlang der Ebene X-X, die in Fig. 3 (mit Blickrichtung) eingezeichnet ist. Zu erkennen ist der Flansch 21 im Bereich des Einlassendes des Kühlwerkzeugs. In diesem Flansch 21 befinden sich Durchfüh- rungen 22, in denen mechanische Verbindungselemente 12 angeordnet werden kön- nen, zur Montage des (in den Figuren 3 und 5 detailliert gezeigten) Verteilers 15. Im unteren Bereich ist die Stützstruktur 13 gezeigt. An die Stützstruktur grenzt von beiden Seiten der Extrudatströmungskanal 6 an und bildet einen Ringausschnitt, der nur von der Stützstruktur 13 unterbrochen ist. Durch die Stützstruktur 13 hindurch sind ebenfalls mechanische Verbindungselemente 12 angeordnet, mit denen das erste Segment 10 und das zweite Segment 11 der Aussenwand des Extrudatströmungskanals 6 befestigt sind. Die Aussenwand 9 ist als Flohlwand ausgebildet; in ihr befinden sich Kühlmittel- strömungskanäle 7b und 7b‘, die mäanderförmig ausgebildet sind. Die Innenwand 14 ist ebenfalls als Flohlwand ausgebildet; auch in ihr befindet sich ein spiralförmig ausgebil- deter Kühlmittelströmungskanal 7a. Vorzugsweise können die Kühlmittelströmungska- näle 7a der Innenwand 14 und die Kühlmittelkanäle 7b und 7b‘ der Aussenwand 9 un- abhängig voneinander mit Kühlmittel vorsorgt und die Temperaturen der jeweiligen Kühlmittel unabhängig voneinander gesteuert und/oder geregelt werden. Sie können aber auch gemeinsam mit Kühlmittel versorgt werden, besonders bevorzugt über die Stützstruktur 13, wie dies im unteren Bereich der Figur strichliert angedeutet ist.

Fig. 3 zeigt den Längsschnitt durch ein Kühlwerkzeug entlang der Ebene Y-Y, die in Fig. 2 eingezeichnet ist. Ersichtlich sind im unteren Bereich der Einlass 23 und der Auslass 24 für das Kühlmittel. Über den Einlass 23 wird sowohl der innere Kühlmittelströmungs- kanal 7a als auch die äusseren Kühlmittelströmungskanäle 7b und 7b‘ versorgt, sie in Fig. 2 strichliert angedeutet. Im linken Bereich der Figur, dem Einlassende 3 des Kühl- werkzeugs 1 , ist der Verteiler 15 mit dem Verteilelement 15a angeordnet. Aus einem nicht gezeigten Austrittskanal 16 eines Extruders gelangt Extrudat in den Verteiler 15 und wird sodann in den Verteilerkanal 17 geleitet, der im Weiteren in den Extrudatströ- mungskanal 6 des Kühlwerkzeugs 1 übergeht. Die Hauptströmungsrichtung ist mit 8 bezeichnet; das Auslassende 5 des Kühlwerkzeugs ist entsprechend im rechten Be- reich der Figur angeordnet. Im Verteiler 15 sind ferner ein Drucksensor 27 und ein Temperatursensor 26 angeordnet. Die ermittelten Werte von Druck bzw. Temperatur können vorteilhaft für die Steuerung oder Regelung von Betriebsparametern (bspw. des Extruders, und/oder der Kühlmitteltemperatur(en) des Kühlwerkzeugs und/oder des Verteilers) verwendet werden, und/oder auch für die Überwachung des Prozesses und/oder zur Gewährleistung der Reproduzierbarkeit.

Fig. 4a zeigt ein Kühlwerkzeug 1 mit abgeklappten Segmenten 10 und 11 der Aussen- wand; der Einlassbereich 3 ist im hinteren Bildteil, der Auslassbereich im vorderen Bild- teil angeordnet. Der Verteiler 15 mit dem Temperatursensor 26 und dem Drucksensor 27 sind an dem Verteiler erkennbar. Die beiden Segmente 10 und 11 sind mit Scharnie- ren an der Stützstruktur 13 befestigt, sodass sie auf einer geeigneten Unterlage, wie bspw. einem Wartungs- und Transportwagen 25, einfach weggeklappt werden können, nachdem ihre Verbindung miteinander im der Stützstruktur 13 gegenüberliegenden Be- reich des Kühlwerkzeugs 1 vorher gelöst wurde. Der gesamte Extrudatströmungskanal 6 liegt sodann frei und ist für Reinigungszwecke in idealer Art und Weise zugänglich. Die Stützstruktur ist auf dem Transportwagen 25 verschraubt. Die Anordnung auf dem Transportwagen 25 bleibt vorteilhafterweise auch während des Betriebs bestehen. Der Transportwagen 25 hat keinen grossen Platzbedarf und ermöglicht jederzeit unkompli- zierte Anpassungen und Umbauten. In Fig. 4b ist das Kühlwerkzeug 1 mit zusammen- gefügten Segmenten 10 und 11 gezeigt. Die Segmente 10 und 11 sind mit Gasdruck- stossdämpfern gelagert, was einfache Wartung gewährleistet. Bei zusammengefügten Segmenten 10 und 1 1 ist im Auslassbereich der Extrudatströmungskanal 6 im Auslass- bereich 5 erkennbar.

Fig. 5 zeigt den Verteiler 15 und das Einlassende 3 des Kühlwerkzeugs 1 im Längs- schnitt entlang der Ebene Y-Y, die in Fig. 2 eingezeichnet ist, in einer Vergrösserung. Der Verteiler 15 ist im linken Bildteil angeordnet, mit einem Verteilkegel 15a, dessen Spitze der Flauptströmungsrichtung entgegengerichtet ausgerichtet ist. Dieser Verteil- kegel 15a ist durch eine einfache Steckbefestigung gehalten. An der Spitze des Verteil- kegels 15a ist eine Blende 35 (an einer auch als Position III bezeichneten Stelle) ange- ordnet, die als Schlitzblende ausgebildet ist. Hinter dem Verteilkegel ist eine weitere Blende 32 (an einer auch als Position II bezeichneten Stelle) angeordnet, die als Loch- blende ausgebildet ist. Die Löcher bzw. Schlitze der Blenden 32 und 35 verengen den Verteilkanal 17 und dienen der Texturierung des Produkts. Im Bereich des Übergangs zum zylindrischen Bereich des Kühlwerkzeugs 1 ist eine weitere Blende 33 (an einer auch als Position I bezeichneten Stelle) angeordnet, die hier als Schlitzblende ausgebil- det ist und ebenfalls der Texturierung des Produkts dient. Der Verteiler wird über einen Kühlmittelraum 29 gekühlt; Einlass und Auslass sind mit 30 bzw. 31 bezeichnet, wobei es sich vorteilhafterweise um Schlauchklemmen handelt. Im Verteiler 15 sind, durch den Kühlmittelraum 29 hindurch, ein Drucksensor 27 und ein Temperatursensor 26 an bzw. in den Verteilkanal 17 geführt. Im unteren Bereich ist ein Keil 34 erkennbar. Dieser überführt den ringförmigen Verteilkanal 17 in einen als Ringausschnitt ausgebildeten Extrudatströmungskanal 6. Im unteren Bereich des Kühlwerkzeugs 1 ist der Extrudat- strömungskanal 6 nicht durchgehend ausgebildet (siehe hierzu Fig. 2). Der Kühlmittel auslass 24 ist im unteren Bereich erkennbar; der spiralförmig ausgebildete, innere Kühlmittelströmungskanal 7a ist im rechten Bildteil erkennbar.

In Fig. 6a/b, 7a/b sind verschiedene Geometrien von Blenden und mit derartigen Blen- den texturierten Produkten gezeigt. Es wurde hierbei jeweils wie folgt verfahren:

Die Trockenkomponenten, z.B. Sojaprotein konzentrat, wurden in den Extruder dosiert (40% bei 500 kg/h) und dort mit Wasser (60% bei 500 kg/h) zu einem Teig vermengt.

Die Zugabe anderer Komponenten wie Salze, Färb- und Aromastoffe, Säuren, Laugen, etc. ist möglich, aber nicht zwingend. Im Extruder wird der Rohmaterialmix mittels me- chanischer Energie (Drehung der Extruderschnecke) und thermischer Energie (Tempe- rierung Extrudergehäuse), abhängig von Proteinquelle auf 120 - 160°C, insbesondere auf 135 - 145°C erhitzt. Die Proteinstrukturen falten sich auf, reorientieren sich und bil den neue Faserstrukturen aus. Im Übergang vom Extruder in das Kühlwerkzeug wurde im Bereich des Verteilers jeweils eine Blende installiert; auch das Installieren mehrerer, sequentiell angeordneter Blenden ist im Rahmen der Erfindung jedoch möglich. Das Extrudat wurde in dem Kühlwerkzeug von bspw. ~140°C auf 60 - 120°C, insbesondere 85 - 110°C abgekühlt und kann anschliessend weiterverarbeitet werden.

Fig. 6b zeigt ein solches Produkt, welches durch ein erfindungsgemässes Kühlwerk- zeug mit einer in Fig. 6a ausschnittsweise illustrierten Lochblende (33, angeordnet an Position I; vergl. Fig. 5) im Bereich des Verteilers geleitet wurde. Die Löcher belegen 490 mm 2 , bei einem Produktdurchfluss von 500 kg/h. Die Textur des erhaltenen Pro- dukts zeigt eine Filamentstruktur, die Rinderbraten ähnelt. Fig. 7b zeigt ein solches Produkt, welches durch ein erfindungsgemässes Kühlwerk- zeug mit einer in Fig. 7a gezeigten Schlitzblende (35, angeordnet an Position III; vergl. Fig. 5) im Bereich des Verteilers geleitet wurde. Die Textur des erhaltenen Produkts zeigt eine fein-/kurzfasrige Fischstruktur.

In Fig. 8 ist eine Blende gezeigt, bei welcher die Schlitze als Ringausschnitte ausgebil- det sind, wobei Anfang und Ende der Ringausschnitte (in Umfangsrichtung) in unter- schiedlichem Abstand vom Mittelpunkt der Blende angeordnet sind. Flierdurch können in Umfangsrichtung Bereiche, die keine Schlitze aufweisen, weitestgehend vermieden werden. Mit einer solchen Blende wird eine fischähnliche, fein-/kurzfasrige Struktur er- halten.

In Fig. 9 ist schematisch ein verstellbares Verteilelement 15a dargestellt. Das Verteil- element 15a ist hierbei nicht nur in eine Vertiefung eingesteckt, in welcher es durch den Druck des gegen das Verteilelement strömenden Produkts in Position gehalten wird, wie vorstehend beschrieben. Stattdessen ist das Verteilelement 15a mit einer Gewin- destange G wirkverbunden, die von der Seite des Produktauslasses her manipuliert werden kann. Die Gewindestange G ist in einer Durchführung mit Innengewinde I ge- führt. Durch Drehung der Gewindestange G wird das Verteilement 15a in Richtung auf den Einlass 3 hin- bzw. von dem Einlass 3 wegbewegt. So kann der Rückstau in den Extruder durch Verengung / Aufweitung des Kanals gezielt und in besonders einfacher Art und Weise beeinflusst werden; insbesondere auch bei laufendem Betrieb.

Fig. 10 zeigt, ähnlich wie Fig. 9, einen perspektivischen Schnitt. Das mittels einer Ge- windestange G verstellbare Verteilelement 15a ist wiederum ersichtlich. Die Gewin- destange ist zumindest bereichsweise in einem Innengewinde I geführt.