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Title:
COUNTERFLOW HEAT EXCHANGER FOR DUST-LADEN EXHAUST GAS OF METALLURGICAL INSTALLATIONS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2015/144651
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a method for cooling dust-laden exhaust gas from a metallurgical installation. The problem addressed by the invention is that of creating a method and a device for cooling dust-laden hot exhaust gas from a metallurgical installation by means of indirect heat transfer. The problem is solved by means of a method in which the exhaust gas is cooled by a cooling gas by means of indirect heat transfer and the exhaust gas is fed to the cooling process at a temperature above 650°C. The flow direction of the cooling gas is changed at least once. Preferably, the flow direction is reversed. The exhaust gas is cooled in accordance with the counterflow principle.

Inventors:
SCHMIEDBERGER MANFRED (AT)
STEINER DIETMAR (AT)
Application Number:
EP2015/056171
Publication Date:
October 01, 2015
Filing Date:
March 24, 2015
Export Citation:
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Assignee:
PRIMETALS TECHNOLOGIES AUSTRIA GMBH (AT)
International Classes:
F28D7/00
Foreign References:
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
HEDENETZ, Alexander (DE)
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Claims:
Ansprüche

1 ) Verfahren zur Kühlung von staubbeladenem Abgas aus einer metallurgischen Anlage, wobei das Abgas durch ein Kühlgas mittels indirekter Wärmeübertragung gekühlt wird, dadurch gekennzeichnet, dass

das Abgas der Kühlung mit einer Temperatur über 650°C, bevorzugt über 680°C, besonders bevorzugt über 700°C zugeführt wird, und für das Kühlgas die

Strömungsrichtung zumindest einmal geändert, vorzugsweise umgekehrt, wird, und das Abgas im Gegenstromprinzip gekühlt wird.

2) Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlgas nach der Kühlung des Abgases einer Nutzung seines Wärmeinhaltes zugeführt wird.

3) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass auch für das Abgas die Strömungsrichtung zumindest einmal geändert, vorzugsweise umgekehrt, wird.

4) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Abgas zur Kühlung durch Flachtaschen eines Gegenstrom-Abgaskanals strömt, wobei Taschenflächen der Flachtaschen in Schwingung versetzt werden.

5) Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwingung der Taschenflächen Ablösung von Staubbelag auf den Taschenflächen hervorruft.

6) Vorrichtungzur Kühlung von staubbeladenem Abgas aus einer metallurgischen Anlage, mit

zumindest einer Abgaszufuhrleitung,

zumindest einer Abgasabfuhrleitung,

zumindest einer Kühlgaszufuhrleitung,

wobei die Kühlgaszufuhrleitung in zumindest einen Gegenstrom-Kühlgaskanal einmündet,

die Abgaszufuhrleitung in zumindest einen Gegenstrom-Abgaskanal einmündet, und der Gegenstrom-Abgaskanal in die Abgasabfuhrleitung einmündet,

wobei Gegenstrom-Kühlgaskanal und Gegenstrom-Abgaskanal zur gegenseitigen indirekten Gegenstrom-Gas-Gas Wärmeübertragung ausgeführt sind,

und der Gegenstrom-Kühlgaskanal zumindest zwei Abschnitte mit verschiedenen orientierten Längsrichtungen aufweist, die vorzugsweise parallel stehen,

dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenstrom-Abgaskanal zumindest einen, vorzugsweise zumindest zwei, flachtaschenformigen Abschnitt mit zumindest einer Einlassöffnung und zumindest einer Auslassöffnung für das Abgas aufweist, der durch Blechplatten begrenzt wird, wobei zwischen einem Paar einander gegenüberliegender Blechplatten einer Flachtasche Versteifungselemente vorhanden sind,

und wobei

- bei zumindest zwei flachtaschenförmige Abschnitten, die mit ihren Taschenflächen nebeneinander, bevorzugt weitgehend parallel, liegen, wobei ein Zwischenraum zwischen ihnen besteht, an zumindest einer der beiden Taschenflächen angebrachte Klopfelemente in diesen Zwischenraum hineinragen, und/oder

- bei zumindest einem flachtaschenformigen Abschnitt an einer Taschenfläche, die direkt benachbart zu einer Außenwand des Gegenstrom-Kühlgaskanals liegt, bevorzugt weitgehend parallel, wobei ein Zwischenraum zwischen der Taschenfläche und der Außenwand besteht, an der Taschenfläche und/oder an der Außenwand angebrachte Klopfelemente in diesen Zwischenraum hineinragen. 7) Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass fluchtend angeordnet sind:

- Klopfelemente an direkt benachbarten Taschenflächen verschiedener Flachtaschen, und/oder

- Klopfelemente an direkt benachbarten Taschenflächen und Außenwänden.

8) Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei Abschnitte des Gegenstrom-Kühlgaskanals (5) mit verschiedenen orientierten Längsrichtungen weitgehend vertikal stehen.

9) Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenstrom-Kühlgaskanal (5) in eine Kühlgasabfuhrleitung (1 1 ) mündet.

10) Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass auch der Gegenstrom-Abgaskanal (6) zumindest zwei Abschnitte mit verschieden orientierten Längsrichtungen auf weist, die vorzugsweise parallel stehen.

1 1 ) Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei Abschnitte des Gegenstrom-Abgaskanals (6) mit verschieden orientierten

Längsrichtungen weitgehend vertikal stehen.

12) Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Staubaustragvorrichtung umfasst.

13) Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein

Übergangsabschnitt (9) zwischen den zumindest zwei Abschnitten des Gegenstrom- Abgaskanals (6) mit verschiedenen orientierten Längsrichtungen vorhanden ist, der die Staubaustragsvorrichtung (10) umfasst. 14) Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Versteifungselement ein Mitglied ist aus der Gruppe bestehend aus:

- Rahmen,

- Noppen und/oder Rippen im Metallblech, - Abstandhalter, bevorzugt Stab.

15) Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Versteifungselement und zumindest ein Klopfelement aus einem einzigen Werkstück besteht.

Description:
Beschreibung

Bezeichnung der Erfindung

Gegenstrom Wärmetauscher für staubbeladenes Abgas metallurgischer Anlagen

Gebiet der Technik

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kühlung von staubbeladenem Abgas aus einer metallurgischen Anlage, wobei das Abgas durch ein Kühlgas mittels indirekter

Wärmeübertragung gekühlt wird, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des

Verfahrens.

Stand der Technik

Abgas aus industriellen Prozessen trägt oft eine Menge Staub mit sich, der entfernt werden muss, um das Abgas Behandlungsschritten unterwerfen zu können oder um Bestimmungen des Umweltschutzes zu erfüllen. Staubbeladenes Abgas aus industriellen Prozessen weist häufig eine hohe Temperatur auf. Für die Gasreinigung werden oft Filteranlagen eingesetzt, die nur eine begrenzte Temperaturbeständigkeit haben. Aus diesem Grund werden Abgasströme, deren Temperatur über der von den Filteranlagen maximal aushaltbaren Temperatur liegt, in Kühlaggregaten abgekühlt, bevor sie den Filteranlagen zugeführt werden. Bekannt ist dazu beispielsweise bei

Stahlwerksentstaubung der Einsatz von Kühlverfahren, bei denen mittels direkter Wärmeübertragung in einem Verdampfungskühler - auch genannt Quenching tower -, oder mittels indirekter Wärmeübertragung in einem Naturzugkühler - auch genannt Hairpin cooler - oder in einem Röhren- oder Plattenwärmetauscher - auch genannt Forced draught cooler - mit Kreuzstromprinzip gekühlt wird. Problematisch sind bei solchen Kühlagreggaten unter anderem Platzbedarf, Lärmentwicklung, sowie

eingeschränkte Möglichkeit zur weiteren Nutzung der bei der Kühlung entzogenen Wärme. Ein weiterer ungünstiger Aspekt sind aufgrund von Wärmespannungen im Material des Kühlaggregates bestehende Beschränkungen hinsichtlich der Temperatur des Abgases beim Eintritt in das Kühlaggregat, was unter Umständen einen vorgeschalteten Kühlschritt notwendig macht. Beispielsweise sind gängige Plattenwärmetauschern, bei denen Umgebungsluft als Kühlmedium genutzt wird, nur bis etwa 650°C Abgastemperatur beim Eintritt des Abgases einsetzbar.

Die Staubfracht des Abgases kann sich an den Kühlflächen von mit indirekter

Wärmeübertragung arbeitenden Kühlaggregaten ablagern. Derartige Ablagerungen behindern den Wärmeübergang zwischen dem Abgas und dem Kühlmedium sowie den Gasfluss, und müssen daher zur Aufrechterhaltung einer zufriedenstellenden Kühlleistung und eines ungehinderten Gasflusses immer wieder entfernt werden. Das geschieht beispielsweise dadurch, dass man Schaber vorsieht, die Staubbelag abschaben; oder indem man die Teile, an denen der Staub sich ablagert, in Schwingung versetzt - beispielsweise durch einen Stoß mittels eines Stoßmechanismus -, so dass die

Staubablagerung sich löst.

Die Bereitstellung von Vorrichtungen zur Entfernung des Staubes von den Kühlflächen verursacht Kosten und Wartungsaufwand, was die Kühlung des staubbeladenen Abgases aufwendiger macht.

Zusammenfassung der Erfindung Technische Aufgabe

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zur Kühlung von staubbeladenem Abgas aus einer metallurgischen Anlage bereitzustellen, welche die genannten Probleme vermindert beziehungsweise löst.

Technische Lösung

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein

Verfahren zur Kühlung von staubbeladenem Abgas aus einer metallurgischen Anlage, wobei das Abgas durch ein Kühlgas mittels indirekter Wärmeübertragung gekühlt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Abgas der Kühlung mit einer Temperatur über 650°C, bevorzugt über 680°C, besonders bevorzugt über 700°C zugeführt wird, und für das Kühlgas die Strömungsrichtung zumindest einmal geändert, vorzugsweise umgekehrt, wird,

und das Abgas im Gegenstromprinzip gekühlt wird. Vorteilhafte Wirkungen der Erfindung

Das staubbeladene Abgas stammt aus einer metallurgischen Anlage. Metallurgische Anlagen wie beispielsweise Konverter, Elektrolichtbogenofen EAF, AOD, Pfannenofen, Sinterband, Hochofen und andere Reduktionsaggregate. Es kann auch aus

Kombinationen beziehungsweise aus mehreren solchen metallurgischen Anlagen stammen. Bevorzugt stammt es aus einem Stahlwerk.

Bei solchen Quellen für das Abgas hat das Abgas eine hohe Temperatur und

Staubbeladung, die die Kühlung aufwendig und schwierig macht.

Unter dem Begriff staubbeladenes Abgas ist im Rahmen dieser Anmeldung ein Abgas zu verstehen, das durchschnittlich mehr als 20 mg/Nm 3 Feststoffe als Staub mit sich trägt. Der Durchschnitt ist zeitlich - integrierte Staubkonzentration dividiert durch Zeit - während der Betriebsdauer der Emissionsquelle für das staubbeladene Abgas, beispielsweise werden in der Praxis hierfür Halbstunden-Mittelwerte während der Betriebsdauer eines EAF angegeben. Da bei der indirekten Wärmeübertragung die bei der Kühlung entzogene Wärme auf das Kühlmedium übertragen wird, welches nicht mit dem Abgas vermischt ist, ist ihre weitere Nutzung durch Verarbeitung des Kühlmediums grundsätzlich einfacher als bei einer Kühlung mittels direkter Wärmeübertragung.

Unter Umkehrung der Strömungsrichtung ist zu verstehen, dass das Kühlgas nach der Umkehrung in die entgegengesetzte Richtung strömt im Vergleich zu seiner

Strömungsrichtung vor der Umkehrung. Beispielsweise kann das Kühlgas zuerst von oben nach unten strömen und nach der Umkehrung von unten nach oben.

Durch die Änderung der Strömungsrichtung ist es möglich, die Vorrichtung zur

Durchführung des Verfahrens - auch genannt Kühlaggregat - kompakter zu bauen, ohne die Austauschfläche zwischen Abgas und Kühlgas zu vermindern. Besonders ausgeprägt ist der platzsparende Effekt, wenn eine Umkehrung der Strömungsrichtung stattfindet.

Bei der Kühlung im Gegenstromprinzip trifft das heißeste - also das in das Kühlaggregat eintretende - Abgas auf durch bereits erfolgte indirekte Wärmeübertragung maximal vorgewärmtes Kühlgas. Im Vergleich zu einer Kühlung, bei dem das heißeste Abgas beim Eintritt in das Kühlaggregat auf wenig beziehungsweise nicht vorgewärmtes Kühlgas trifft, sind erfindungsgemäß die Temperaturunterschiede, denen das Material des

Kühlaggregates beim Eintritt des Abgases ausgesetzt ist, vermindert. Dadurch sind erfindungsgemäß betriebene Kühlaggregate für höhere Abgastemperaturen einsetzbar als bisher für staubbeladenes Abgas metallurgischer Anlagen eingesetzte Wärmetauscher mit Kreuzstrom des Kühlgases oder Naturzugkühler mit indirekter Wärmeübertragung. Während solche gängigen Wärmetauscher mit Kreuzstrom beispielsweise nur bis etwa 650°C einsetzbar sind, erlaubt die erfindungsgemäße Verfahrensführung sicheren Betrieb bei Eintrittstemperaturen von bis zu etwa 750°C.

Das Abgas wird der Kühlung erfindungsgemäß mit einer Temperatur über 650°C, bevorzugt über 680°C, besonders bevorzugt über 700°C zugeführt. Derzeit werden bei Wärmetauschern mit Kreuzstrom Temperaturen von bis zu 600°C angewendet. Man würde dort erwarten, dass man mit einer Temperatur über 650°C, bevorzugt über 680°C, besonders bevorzugt über 700°C, aufgrund auftretender Temperaturspannungen nicht langfristig sicher arbeiten kann. Erfindungsgemäß sind Temperaturen bis zu 750°C langfristig sicher beherrschbar. Somit lässt sich beispielsweise ein bei Kreuzstrom- Kühlung üblicher Temperaturbereich für die Eintrittstemperatur von zu kühlendem Abgas von 300 bis 600°C auf 300 bis 750°C ausdehnen.

Die Temperaturdifferenz zwischen zwei Medien bestimmt die Effizienz des

Wärmeübergangs zwischen ihnen. Bei der Kühlung im Gegenstromprinzip ist der Betrag der Temperaturdifferenz über eine lange Strecke günstig für einen effizienten

Wärmeübergang. Entsprechend kann mit dem Gegenstromprinzip effizienter gekühlt werden als beispielsweise bei einem Wärmetauscher mit Kreuzstrom des Kühlgases. Entsprechend kann die für eine bestimmte Wärmeabfuhr benötigte Austauschfläche zwischen Abgas und Kühlgas vermindert werden. Verminderung der Austauschfläche bedeutet Material- und Gewichtseinsparung und kann den Flächenbedarf des

Kühlaggregates vermindern.

Im Vergleich zu einer Kühlung mit Kreuzstrom kommt die erfindungsgemäße Kühlung mit weniger Kühlgas aus. Dieses ist beim Austritt heißer als bei Kreuzstrom-Kühlung. Da weniger aber heißeres Kühlgas anfällt, ist das Kühlgas auch besser anderweitig nutzbar.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform wird das Kühlgas nach der Kühlung des Abgases einer Nutzung seines Wärmeinhaltes zugeführt.

Da für die indirekte Kühlung im Gegenstromprinzip mit Änderung, vorzugsweise

Umkehrung, der Strömungsrichtung Leitungen zur Führung von Abgas und Kühlgas notwendig sind, kann das Kühlgas nach der Kühlung des Abgases - also in erwärmtem Zustand - einfach einer Nutzung seines Wärmeinhaltes zugeleitet werden. Das hat den Vorteil, dass die dem Abgas entzogene Wärme nicht wie beispielsweise bei

Naturzugkühlern oder Kreuzstromwärmetauschern an die Umwelt verloren geht.

Wie bereits erwähnt kommt die erfindungsgemäße Kühlung im Vergleich zu einer Kühlung mit Kreuzstrom mit weniger Kühlgas aus. Dieses ist beim Austritt heißer als bei

Kreuzstrom-Kühlung. Da weniger aber heißeres Kühlgas anfällt, ist das Kühlgas auch besser anderweitig zur Nutzung seines Wärmeinhaltes nutzbar.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Zufuhr von Kühlgas stetig geregelt.

Gegenüber einer diskreten Regelung - nur mit den Zuständen Ein und Aus - kann die Zufuhr des Kühlgases feiner auf die tatsächlichen Bedürfnisse nach Kühlgas angepasst werden. Das vermindert den Verbrauch von Kühlgas und den Verbrauch von Energie zur Zufuhr von Kühlgas, beispielsweise gegenüber einer bei Plattenwärmetauscher mit Kreuzstrom des Kühlgases gebräuchlicher diskreter Regelung - insgesamt wird das Verfahren effizienter.

Selbstverständlich muss die Zufuhr von Kühlgas nicht permanent erfolgen. Sie erfolgt vorzugsweise nur, wenn Kühlbedarf besteht.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Kühlgas Luft. Luft ist mit brauchbaren Temperaturen ohne Aufwand leicht billig verfügbar.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird auch für das Abgas die

Strömungsrichtung zumindest einmal geändert, vorzugsweise umgekehrtDamit kann das Abgas der Änderung, bevorzugt Umkehrung, der Strömungsrichtung des Kühlgases gut folgen und eine große Fläche zur Wärmeübertragung sicherstellen, was die Kühlwirkung verbessert.

Leitbleche im Gegenstrom-Kühlgaskanal erhöhen außerdem die Wärmeaustauschfläche und tragen dadurch zu verbesserter Kühlung bei. Außerdem reduzieren sie den

Druckverlust beim Durchströmen der Kanäle. Vorzugsweise strömt das Abgas zur

Kühlung durch Flachtaschen eines Gegenstrom-Abgaskanals, wobei Taschenflächen der Flachtaschen in Schwingung versetzt werden durch die Ströme von Abgas und Kühlgas. Vorzugsweise ruft die Schwingung der Taschenflächen Ablösung von Staubbelag auf den Taschenflächen hervor.

Auf diese Weise werden Staubablagerungen mit geringem Aufwand entfernt und behindern den Wärmeübergang nicht.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist eine

Vorrichtung zur Kühlung von staubbeladenem Abgas aus einer metallurgischen Anlage, mit zumindest einer Abgaszufuhrleitung,

zumindest einer Abgasabfuhrleitung,

zumindest einer Kühlgaszufuhrleitung,

wobei die Kühlgaszufuhrleitung in zumindest einen Gegenstrom-Kühlgaskanal einmündet,

die Abgaszufuhrleitung in zumindest einen Gegenstrom-Abgaskanal einmündet, und der Gegenstrom-Abgaskanal in die Abgasabfuhrleitung einmündet,

wobei Gegenstrom-Kühlgaskanal und Gegenstrom-Abgaskanal zur gegenseitigen indirekten Gegenstrom-Gas-Gas Wärmeübertragung ausgeführt sind,

und der Gegenstrom-Kühlgaskanal zumindest zwei Abschnitte mit verschiedenen orientierten Längsrichtungen aufweist, die vorzugsweise parallel stehen, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenstrom-Abgaskanal zumindest einen, vorzugsweise zumindest zwei, flachtaschenformigen Abschnitt mit zumindest einer Einlassöffnung und zumindest einer Auslassöffnung für das Abgas aufweist, der durch Blechplatten begrenzt wird, wobei zwischen einem Paar einander gegenüberliegender Blechplatten einer Flachtasche Versteifungselemente vorhanden sind, und wobei

- bei zumindest zwei flachtaschenförmige Abschnitten, die mit ihren Taschenflächen nebeneinander, bevorzugt weitgehend parallel, liegen, wobei ein Zwischenraum zwischen ihnen besteht, an zumindest einer der beiden Taschenflächen angebrachte Klopfelemente in diesen Zwischenraum hineinragen, und/oder

- bei zumindest einem flachtaschenformigen Abschnitt an einer Taschenfläche, die direkt benachbart zu einer Außenwand des Gegenstrom-Kühlgaskanals liegt, bevorzugt weitgehend parallel, wobei ein Zwischenraum zwischen der Taschenfläche und der Außenwand besteht, an der Taschenfläche und/oder an der Außenwand angebrachte Klopfelemente in diesen Zwischenraum hineinragen.

Unter dem Begriff direkt benachbart ist zu verstehen, dass sich zwischen den beiden direkt benachbarten Partnern nur ein Zwischenraum befindet. Unter Längsrichtung ist die Richtung zu verstehen, in der das Kühlgas im Betrieb durch diese beiden Abschnitte des Gegenstrom-Kühlgaskanals strömt, also von der

Kühlgaszufuhrleitung entlang des Gegenstrom-Kühlgaskanals aus gesehen. Zwei Abschnitte eines geraden Rohres, in dem das Kühlgas strömt, hätten beispielsweise keine verschieden orientierten Längsrichtungen. Zwei Abschnitte eines Rohres, das um 180° gebogen ist, so dass die beiden Abschnitte parallel stehen, haben verschieden orientierte Längsrichtungen; ebenso zwei Abschnitte eines anders gebogenen Rohres.

Vorteile ergeben sich analog zur Diskussion der Vorteile beim Verfahrens-Hauptanspruch.

Unter dem Begriff„flachtaschenförmiger Abschnitt" ist im Rahmen dieser Anmeldung ein Abschnitt zu verstehen, dessen Ausdehnung in 2 Dimensionen deutlich größer ist als in der dritten Dimension, wobei diese dritte Dimension im Wesentlichen senkrecht auf der Längsrichtung des Gegenstrom-Abgaskanals steht. Dabei ist unter Längsrichtung die Richtung zu verstehen, in der das Abgas im Betrieb durch den flachtaschenförmigen Abschnitt des Gegenstrom-Abgaskanals strömt, also von der Einlassöffnung in Richtung Auslassöffnung. Der flachtaschenförmige Abschnitt ist auf zwei einander

gegenüberliegenden Seiten in den erstgenannten 2 Dimensionen, die im Verhältnis zur Dicke der Flachtaschen in der dritten Dimension deutlich größer sind, von Blechplatten aus Metall begrenzt. Der flachtaschenförmige Abschnitt ist also in seiner Länge und seiner Breite deutlich größer dimensioniert als in seiner Dicke. Die Ausdehnung in Länge und Breite wird in der Folge auch Taschenfläche genannt.

Insgesamt entspricht die Außenkontur einer Flachtasche im Wesentlichen einer Platte, deren Dicke im Vergleich zur Länge und Breite deutlich kleiner ist.

Zumindest der flachtaschenförmige Abschnitt, bevorzugt der gesamte Gegenstrom- Abgaskanal, ist aus Metall gefertigt, um guten indirekten Wärmeaustausch zu

gewährleisten. Der flachtaschenförmige Abschnitt wird durch Blechplatten - aus Metall - begrenzt.

Die Blechplatten, welche die beiden Taschenflächen einer Flachtasche bilden, liegen einander gegenüber und sind erfindungsgemäß durch Versteifungselemente verbunden. Wenn zwischen Kühlgas und Abgas ein Druckunterschied herrscht, besteht die Gefahr, dass die die Taschenflächen bildenden Blechplatten sich in Richtung des geringeren Druckes einbeulen beziehungsweise vom Bereich des höheren Druckes aus gesehen ausbeulen. Sich ändernde Druckbedingungen würden von Veränderungen des Ausmaßes der Ein- beziehungsweise Ausbeulungen begleitet werden. Das beansprucht das Material und verändert die Strömungsbedingungen gegebenenfalls ungünstig. Um derartige Nachteile zu vermeiden, sind Versteifungselemente vorhanden zwischen einem Paar einander gegenüberliegender Blechplatten einer Flachtasche.

Versteifungselemente können mit beiden Blechplatten verbunden sein oder nur mit einer. Durch die Versteifungselemente werden die Blechplatten daran gehindert, sich ein- beziehungsweise auszubeulen - die Flachtaschen werden also versteift.

In der Regel wird das Abgas durchgesaugt und das Kühlgas durchgeblasen. In der Regel besteht also im Gegenstrom-Kühlgaskanal ein größerer Druck als im Gegenstrom- Abgaskanal.

Ein Kühlgasgebläse, das Kühlgas in die erfindungsgemäße Vorrichtung bläst, baut in der Regel einen Überdruck von circa 300 Pascal. Abgas einer metallurgischen Anlage wird in der Regel mit einem Unterdruck von etwa 500 Pascal der erfindungsgemäßen Vorrichtung zugeführt. Beim Durchlaufen der erfindungsgemäßen Vorrichtung kommt in der Regel ein Druckverlust von etwa 700 Pascal hinzu. Insgesamt besteht somit eine Druckdifferenz von etwa 1500 Pascal zwischen Gegenstrom-Kühlgaskanal und Gegenstrom-Abgaskanal. Das entspricht einem Druck von etwa 150 kg/m 2 auf die Blechplatten der Taschenflächen in Richtung Abgas.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird bevorzugt mit einer Druckdifferenz zwischen Abgas im Gegenstrom-Abgaskanal und Kühlgas im Gegenstrom-Kühlgaskanal in einem Bereich zwischen 500 und 3000 Pascal durchgeführt. Bei höheren Druckdifferenzen wird das Material so sehr beansprucht, dass mittelfristig ein Versagen zu erwarten ist.

Die Vorrichtung kann so ausgeführt sein, dass zumindest zwei flachtaschenförmige Abschnitte mit ihren Taschenflächen nebeneinander liegen, bevorzugt weitgehend parallel, wobei ein Zwischenraum zwischen den beiden direkt benachbarten

Taschenflächen der verschiedenen flachtaschenförmigen Abschnitte besteht.

Durch diesen Zwischenraum strömt im Betrieb Kühlgas im Gegenstrom zum Abgas in den flachtaschenförmigen Abschnitten, er ist also Teil des Gegenstrom-Kühlgaskanals.

An zumindest einer der Taschenflächen - beziehungsweise der sie bildenden

Blechplatten - angebrachte Klopfelemente ragen in den Zwischenraum hinein.

Die Vorrichtung kann auch so ausgeführt sein, dass bei zumindest einem

flachtaschenförmigen Abschnitt an einer Taschenfläche, die direkt benachbart zu einer Außenwand des Gegenstrom-Kühlgaskanals liegt, bevorzugt weitgehend parallel, wobei ein Zwischenraum zwischen der Taschenfläche und der Außenwand besteht. Durch diesen Zwischenraum strömt im Betrieb Kühlgas im Gegenstrom zum Abgas in den flachtaschenförmigen Abschnitten, er ist also Teil des Gegenstrom-Kühlgaskanals. Die Außenwand des Gegenstrom-Kühlgaskanals ist eine Wand, die den Gegenstrom- Kühlgaskanal gegen die Außenatmosphäre abgrenzt.

An der Taschenfläche und/oder an der Außenwand angebrachte Klopfelemente ragen in den Zwischenraum hinein.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform sind fluchtend angeordnet:

- Klopfelemente an direkt benachbarten Taschenflächen verschiedener Flachtaschen, und/oder

- Klopfelemente an direkt benachbarten Taschenflächen und Außenwänden.

Klopfelemente an direkt benachbarten Taschenflächen beziehungsweise an direkt benachbarter Taschenfläche und Außenwand sind also bevorzugt derart angeordnet, dass sie im Fall einer genügend großen Bewegung einer Taschenfläche in Richtung der direkt benachbarten Taschenfläche beziehungsweise in Richtung Außenwand ein

Klopfelement dieser Taschenfläche beziehungsweise der Außenwand berühren können. Eine derartige Anordnung wird im Rahmen dieser Anmeldung als fluchtend bezeichnet. Zwischen fluchtenden Klopfelementen besteht ein Spalt; üblicherweise in der

Größenordnung mehrerer Millimeter. Die Größe des Spaltes ist so gewählt, dass fluchtende Klopfelemente beim Betrieb der Vorrichtung aneinanderstoßen.

Beim Betrieb der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden die Taschenflächen zwar durch die Versteifungselemente weitgehend an einer Ausbeulung beziehungsweise Einbeulung gehindert, jedoch können die Blechplatten der Taschenflächen durch die Gasströme von Kühlgas und Abgas in Schwingungen versetzt werden - speziell durch Schwankungen in der Druckdifferenz zwischen Abgas und Kühlgas. Durch die Schwingungen werden die Klopfelemente einer Taschenfläche in Richtung der Klopfelemente der direkt

benachbarten Taschenfläche bewegt. Bei entsprechend großer Bewegung der

Blechplatten - und damit eines Klopfelementes - stoßen fluchtende Klopfelemente aufeinander beziehungsweise stoßen Klopfelemente an direkt benachbarte

Taschenflächen oder Außenwände. Dieser Stoß pflanzt sich in die Flachtaschen fort und führt durch Erschütterung zur Loslösung von Staubbelag. Die erfindungsgemäße

Vorrichtung ermöglicht also eine Selbstreinigung des Gegenstrom-Abgaskanals im Betrieb. Die einfache Konstruktion zur Ermöglichung dieses Selbstreinigungseffektes gewährleistet einen weitgehend gleichbleibend guten Wärmeübergang und Gasfluss bei minimiertem Wartungs- und Investitionsaufwand.

Der losgelöste Staub wird vorzugsweise zumindest zum Teil in eine von der

erfindungsgemäßen Vorrichtung umfassten Staubaustragsvorrichtung überführt - in die er beispielsweise hineinfällt - und dort aus der erfindungsgemäßen Vorrichtung

ausgetragen.

Erfindungsgemäß umfasst der Gegenstrom-Abgaskanal einen oder mehrere

flachtaschenformige Abschnitte mit zumindest einer Einlassöffnung und zumindest einer Auslassöffnung für Abgas - auch Flachtaschen genannt -, wobei eine Flachtasche also ein metallischer Blechkanal ist, durch den das Abgas hindurchgeleitet wird. Bevorzugt umfasst eine Flachtasche zumindest parallele Flachtaschenflächen. Nach einer

Ausführungsform sind alle Begrenzungsflächen einer Flachtasche paarweise parallel. Es können aber auch nicht parallele Begrenzungsflächen vorhanden sein, beispielsweise Begrenzungsflächen, welche die Dicke der Flachtasche ausmachen - auch

Längsseitenflächen genannt. Beispielsweise können solche Längsseitenflächen gekantet ausgeführt sein.

Bevorzugt sind die Wände der Flachtaschen aus Dünnblech mit Dicken von 2mm bis 5mm - als bevorzugte Dicke hat sich 3mm herausgestellt. Diese Dicken gewährleisten, dass eine wirtschaftliche Fertigung, Montage und eine wartungsarme Betriebsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung gewährleistet ist und die notwendigen Eigenschaften - guter Wärmeübergang, ausreichende Steifigkeit, möglichst geringes Gewicht und ausreichende Abrasionsbeständigkeit im Abgaskanal - der Flachtaschen gegeben sind. Eine typische Flachtasche ist 3,6,9 oder 12 m lang, und 1 , eineinhalb, 2 oder 3 m breit, und 50 bis 150 mm dick.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform stehen die zumindest zwei Abschnitte des Gegenstrom-Kühlgaskanals mit verschiedenen orientierten Längsrichtungen weitgehend vertikal. Auf diese Weise kann die Einsparung von benötigter Grundfläche maximiert werden. Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform mündet der Gegenstrom- Kühlgaskanal in eine Kühlgasabfuhrleitung. Dadurch ist es einfach möglich, das erwärmte Kühlgas zur Nutzung seines Wärmeinhaltes anderer Nutzung zuzuführen.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Kühlgaszufuhrleitung Vorrichtungen zur stetigen Regelung des Kühlgasflusses.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind mehrere, horizontal

nebeneinander angeordnete, Gegenstrom-Kühlgaskanäle vorhanden, und sind mehrere Kühlgaszufuhrleitungen vorhanden,

die jeweils in einen eigenen Gegenstrom-Kühlgaskanal einmünden.

Eine solche mehrzügige Bauweise reduziert die für eine bestimmte Austauschfläche benötigte Bauhöhe.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Vorrichtung auf einem Boden stehend errichtet, wobei die Kühlgaszufuhrleitung zumindest ein Gebläse, bevorzugt nur ein Gebläse, aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Gebläse auf dem Niveau des Bodens angebracht ist. Im Vergleich zu Wärmetauscher mit Kreuzstrom des Kühlgases, bei denen die Gebläse seitlich auf Höhe der Kühlpakete angebracht unterstützt werden müssen, ist der Bauaufwand an Stahlkonstruktion geringer, wodurch die Vorrichtung resourcenschonender errichtet und wirtschaftlicher betrieben werden kann.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist auch der Gegenstrom- Abgaskanal zumindest zwei Abschnitte mit verschieden orientierten Längsrichtungen auf, die vorzugsweise parallel stehen.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform stehen die zumindest zwei Abschnitte des Gegenstrom-Abgaskanals mit verschieden orientierten Längsrichtungen weitgehend vertikal. Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Vorrichtung eine

Staubaustragvorrichtung.

Die Staubaustragsvorrichtung kann beispielsweise eine Zellradschleuse oder eine Schnecke oder ein Kettenförderer sein.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist ein Übergangsabschnitt zwischen den zumindest zwei Abschnitte des Gegenstrom-Abgaskanals mit verschiedenen orientierten Längsrichtungen vorhanden, der die Staubaustragsvorrichtung umfasst.

Staub im Abgas, beispielsweise im Abgas mitgeführte Grobteilchen, wird sich bevorzugt in Bereichen des Gegenstrom-Abgaskanals ablagern, in deren Umfeld eine Änderung der Strömungsrichtung erfolgt. Das Vorsehen von Staubaustragsvorrichtungen an solchen Stellen erleichtert die Entfernung dieses Staubes aus dem Gegenstrom-Abgaskanal; bevorzugt liegen solche Staubaustragsvorrichtungen am tiefsten Punkt des Gegenstrom- Abgaskanals, beispielsweise dort, wo eine Umkehrung der Strömungsrichtung erfolgt. Günstigerweise werden in Bereichen des Gegenstrom-Abgaskanals, in deren Umfeld eine Änderung der Strömungsrichtung erfolgt, auch vom Abgas mitgeführte Funken

abgeschieden.

Von den Flachtaschen durch die Klopfelemente abgelöster Staub kann auch in solchen Staubaustragsvorrichtungen aufgefangen und aus der Vorrichtung ausgetragen werden. Das ist besonders ausgeprägt, wenn eine Umkehrung der Strömungsrichtung ausgehend von oben nach unten strömend zu von unten nach oben strömend stattfindet; besonders dann kann infolge der unten liegenden Umkehrung der dortige Bereich des Gegenstrom- Abgaskanals als Grobteilchenabscheider wirken.

Bei Abgasquellen mit hoher Staubbeladung, beispielsweise Abgas einer metallurgischen Anlage, ist eine solche Grobteilchenabscheidung - also Abscheidung von Teilchen größer 100 μηη besonders vorteilhaft, weshalb die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren für derartige Abgase besonders gut geeignet ist.

Ein erfindungsgemäßer forced-draught-Kühler kann somit auch als Funkenabscheider betrachtet werden. Zur Optimierung der Betriebsparameter und der Effizienz der Kühlung können im Gegenstrom-Kühlgaskanal Leitbleche vorgesehen sein.

Je nach anfallender Menge von Abgas können mehrere erfindungsgemäße Vorrichtungen vorhanden sein. Es werden dann beispielsweise zwei, drei oder mehr solche Vorrichtungen parallel von Abgas durchströmt, wobei es bevorzugt ist, sie beispielsweise über eine gemeinsame Abgasleitung mit Abgas zu versorgen. Von dieser Abgasleitung können dann die jeweiligen Abgaszufuhrleitungen der einzelnen Vorrichtungen ausgehen. Entsprechend ist es auch bevorzugt, in so einem Fall die Abgasabfuhrleitungen der einzelnen Vorrichtungen in eine Ableitung münden zu lassen. Das reduziert den baulichen Aufwand.

Die Verwendung erfindungsgemäßer Vorrichtungen ist besonders vorteilhaft im Umfeld von Stahlwerken und Hüttenwerken, da dort Abgase mit hoher Temperatur auftreten. Mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung lassen sich bei solcher Verwendung gegenüber herkömmlichen Kühlaggregaten Energieeinsparungen von etwa 20% realisieren.

Ein Versteifungselement kann beispielsweise ein Rahmen sein, oder nicht ebene

Metallbleche wie beispielsweise Trapezbleche, oder Rippen, oder miteinander

verbundene Noppen in den die Taschenflächen bildenden Blechplatten, oder

Abstandhalter. Abstandhalter sind beispielsweise als Stäbe ausgeführt. Es können auch mehrere Arten von Versteifungselementen in einer Flachtasche vorhanden sein, beispielsweise Stäbe zwischen den Taschenflächen, und Trapezbleche als Verbindung der Bleche der Taschenflächen.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform bestehen zumindest ein Versteifungselement und zumindest ein Klopfelemente aus einem einzigen Werkstück; beispielsweise aus einem Stab, der zumindest eine Blechplatte einer Taschenfläche durchsetzt und mit ihr verbunden ist. Er ragt auf zumindest einer Seite in den Zwischenraum hinein und dient dort als Klopfelement. Zwischen den Taschenflächen der Flachtasche dient er als

Versteifungselement.

Durch diese Ausführungsform ist der Fertigungsaufwand für die erfindungsgemäße

Vorrichtung reduziert und Ausbreitung von durch Klopfen hervorgerufenen Schwingungen verbessert.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung anhand schematischer Figuren beispielhaft beschrieben.

Figur 1 zeigt schematisch einen erfindungsgemäßen Verfahrensablauf. Figur 2 zeigt schematisch eine von außen erfolgende räumliche Gesamtansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.

Figur 3 zeigt schematisch eine erfindungsgemäße Vorrichtung in Schrägansicht.

Figur 4 zeigt eine Schrägansicht eines flachtaschenförmigen Abschnitts, genannt Flachtasche. Figur 5a/b zeigt schematisch, fluchtend angeordnete Klopfelemente.

Beschreibung der Ausführungsformen

Beispiele Figur 1 zeigt schematisch den Ablauf eines erfindungsgemäßen Verfahrens. Zu sehen ist eine Vorrichtung 1 zur Kühlung von staubbeladenem Abgas aus einer metallurgischen Anlage, mit einer Abgaszufuhrleitung 2, einer Abgasabfuhrleitung 3, einer

Kühlgaszufuhrleitung 4. Sie ist dadurch gekennzeichnet ist, dass die Kühlgaszufuhrleitung 4 in einen Gegenstrom-Kühlgaskanal 5 einmündet, die Abgaszufuhrleitung in einen Gegenstrom-Abgaskanal 6 einmündet, und der Gegenstrom-Abgaskanal 6 in die

Abgasabfuhrleitung 3 einmündet. Dabei sind der Gegenstrom-Kühlgaskanal 5 und Gegenstrom-Abgaskanal 6 zur gegenseitigen indirekten Gegenstrom-Gas-Gas

Wärmeübertragung ausgeführt. Der Gegenstrom-Kühlgaskanal 5 weist hier zwei jeweils vertikal und parallel zueinander stehende Abschnitte 7,8 mit verschiedenen orientierten Längsrichtungen auf. Das Abgas, dargestellt durch gewellte Pfeile, wird durch das

Kühlgas - im vorliegenden Fall dient Luft als Kühlgas, also Kühlluft -, dargestellt durch transparente Pfeile, mittels indirekter Wärmeübertragung gekühlt. Dabei wird für das Kühlgas die Strömungsrichtung zwischen den beiden Abschnitten 7,8 umgekehrt. Der Übergang zwischen den Abschnitten 7,8 ist mit strichlierter Begrenzung dargestellt da er in der Darstellung der Figur 1 auf einer Höhe mit einem Teil des Gegenstrom- Abgaskanals 6 verläuft. Ebenso ist der das Kühlgas repräsentierende Pfeil in diesem Übergang strichliert umrandet dargestellt.

Das Abgas stammt aus einer metallurgischen Anlage, beispielsweise aus einem

Konverter oder EAF, und wird der Kühlung mit einer Temperatur bis zu 700°C zugeführt. Das Abgas wird im Gegenstromprinzip gekühlt. Auch der Gegenstrom-Abgaskanal 6 weist zwei vertikale, parallel stehende Abschnitte mit verschiedenen orientierten

Längsrichtungen auf; zwischen diesen wird auch für das Abgas die Strömungsrichtung umgekehrt. Ein Übergangsabschnitt 9 zwischen den beiden vertikalen Abschnitten des Gegenstrom- Abgaskanals 6 umfasst eine Staubaustragsvorrichtung 10, dargestellt eine

Zellradschleuse.

Der Gegenstrom-Kühlgaskanal 5 mündet in eine Kühlgasabfuhrleitung 1 1 . Dadurch ist es einfach möglich, nach Kühlung des Abgases das erwärmte Kühlgas zur Nutzung seines Wärmeinhaltes über die Kühlgasabfuhrleitung 1 1 einer Nutzung seines Wärmeinhaltes zuzuführen, was der Übersichtlichkeit halber nicht extra dargestellt ist.

Die Zufuhr von Kühlgas erfolgt stetig geregelt, wozu die Kühlgaszufuhrleitung 4

Vorrichtungen 12 zur stetigen Regelung des Kühlgasflusses umfasst. Die Kühlluft könnte aber auch diskret, das heißt ein/aus, geregelt werden. In Figur 1 sind im Gegenstrom-Kühlgaskanal 5 Leitbleche angedeutet, mit denen

Änderung der Strömungsrichtung und Kühlwirkung unterstützt werden bei gleichzeitiger Reduzierung des Druckverlustes beim Durchströmen der Kanäle.

Figur 2 zeigt schematisch eine räumliche Gesamtansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, in der nebeneinander drei Leitungszüge von Abgas und Kühlgas durchströmt werden, wobei sie über eine gemeinsame Abgaszufuhrleitung 2 mit zu kühlendem Abgas versorgt werden. Es sind mehrere, horizontal nebeneinander angeordnete, Gegenstrom- Kühlgaskanäle vorhanden, und sind mehrere Kühlgaszufuhrleitungen 13a, 13b, 13c vorhanden, die jeweils in einen eigenen Gegenstrom-Kühlgaskanal einmünden. Die Vorrichtung auf einem Boden 14 stehend errichtet, wobei die Kühlgaszufuhrleitungen 13a, 13b, 13c jeweils ein Gebläse 15a, 15b, 15c aufweisen, die auf dem Niveau des Bodens angebracht sind und stetig oder diskret regelbar sind. Natürlich könnten die 3 Gebläse durch ein einziges größeres ersetzt werden. Dann wird die Kühlluftzufuhr nach diesem Gebläse auf die jeweiligen Gegenstrom-Kühlgaskanäle aufgeteilt. Es ist auch bevorzugt, die Abgasabfuhrleitungen der einzelnen Leitungszüge in eine Ableitung münden zu lassen. Das reduziert den baulichen Aufwand.

Figur 3 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zur Kühlung von staubbeladenem Abgas aus einer metallurgischen Anlage, die analog zu Figur 1 betrieben wird.

Heißes staubbeladenes Abgas 16 tritt rechts in die Vorrichtung ein in die

Abgaszufuhrleitung 2 und links tritt gekühltes staubbeladenes Abgas 17 aus, aus der Abgasabfuhrleitung 3. Kühles Kühlgas 18 tritt links in die Vorrichtung ein in die

Kühlgaszufuhrleitung 4, und erwärmtes Kühlgas 19 tritt rechts aus der Vorrichtung aus, aus der Kühlgasabfuhrleitung 1 1. Die Abgaszufuhrleitung 2 mündet in

flachtaschenförmige Abschnitte 20,20' eines Gegenstrom-Abgaskanals ein - zur besseren Übersichtlichkeit sind nur zwei flachtaschenförmige Abschnitte mit Bezugszeichen versehen. Die Kühlgaszufuhrleitung 4 mündet in einen Gegenstrom-Kühlgaskanal 21 ein, der vom Raum zwischen den flachtaschenförmigen Abschnitten und den Außenwänden 21 gebildet wird - zur besseren Übersichtlichkeit ist nur eine der Außenwände des Kühlgaskanals mit Bezugszeichen 38 versehen. Gegenstrom-Kühlgaskanal und

Gegenstrom-Abgaskanal sind zur gegenseitigen indirekten Gegenstrom-Gas-Gas Wärmeübertragung ausgeführt. Der Gegenstrom-Kühlgaskanal weist hier zwei jeweils vertikal und parallel zueinander stehende Abschnitte 7,8 mit verschiedenen orientierten Längsrichtungen auf. Das Abgas wird durch das Kühlgas - im vorliegenden Fall dient Luft als Kühlgas, also Kühlluft -, mittels indirekter Wärmeübertragung gekühlt. Abgasströmung und Kühlgasströmung sind schematisch dargestellt durch Linien, die die Pfeile 16 und 17 beziehungsweise die Pfeile 18 und 19 verbinden. Dabei wird für das Kühlgas die

Strömungsrichtung zwischen den beiden Abschnitten 7,8 umgekehrt. Der Übergang zwischen den Abschnitten 7,8 erfolgt durch die Öffnung 22. Das Abgas stammt aus einer metallurgischen Anlage, beispielsweise aus einem

Konverter oder EAF, und wird der Kühlung mit einer Temperatur bis zu 700°C zugeführt. Das Abgas wird im Gegenstromprinzip gekühlt. Auch der Gegenstrom-Abgaskanal weist zwei vertikale, parallel stehende Abschnitte mit verschiedenen orientierten

Längsrichtungen auf; zwischen diesen wird auch für das Abgas die Strömungsrichtung umgekehrt.

Ein Übergangsabschnitt 9 zwischen den beiden vertikalen Abschnitten des Gegenstrom- Abgaskanals umfasst eine Staubaustragsvornchtung 10, dargestellt eine Zellradschleuse. Der Gegenstrom-Kühlgaskanal mündet in die Kühlgasabfuhrleitung 1 1. Dadurch ist es einfach möglich, nach Kühlung des Abgases das erwärmte Kühlgas zur Nutzung seines Wärmeinhaltes über die Kühlgasabfuhrleitung 1 1 einer Nutzung seines Wärmeinhaltes zuzuführen, was der Übersichtlichkeit halber nicht extra dargestellt ist. Versteifungselemente und Klopfelemente sind zur besseren Übersichtlichtkeit in Figur 3 nicht dargestellt, sondern werden in den nachfolgenden Figuren erläutert.

Figur 4 zeigt eine Schrägansicht auf einen flachtaschenförmigen Abschnitt, genannt Flachtasche 23. Abgas dargestellt durch einen Pfeil tritt links in die Flachtasche ein und rechts aus. Die Ausdehnung der Flachtasche ist in 2 Dimensionen a,b deutlich größer als in der dritten Dimension c, wobei diese dritte Dimension c im Wesentlichen senkrecht auf der Längsrichtung des Gegenstrom-Abgaskanals steht. Dabei ist unter Längsrichtung die Richtung zu verstehen, in der das Abgas im Betrieb durch den flachtaschenförmigen Abschnitt strömt, also von der Einlassöffnung links in Richtung Auslassöffnung rechts. Der flachtaschenförmige Abschnitt ist auf zwei einander gegenüberliegenden Seiten in den erstgenannten 2 Dimensionen, die im Verhältnis zur Dicke der Flachtaschen in der dritten Dimension c deutlich größer sind, von Blechplatten 24, 25 aus Metall begrenzt. Der flachtaschenförmige Abschnitt ist also in seiner Länge und seiner Breite deutlich größer dimensioniert als in seiner Dicke. Die Ausdehnung in Länge und Breite wird auch

Taschenfläche genannt.

Insgesamt entspricht die Außenkontur der Flachtasche im Wesentlichen einer Platte, deren Dicke im Vergleich zur Länge und Breite deutlich kleiner ist.

Der flachtaschenförmige Abschnitt wird durch Blechplatten - aus Metall - begrenzt; an den Längsseitenflächen 26, 27 durch gekantete Metallbleche.

Dargestellt sind auch als Stäbe ausgeführte Versteifungselemente 28,29 zwischen den Blechplatten 24,25 der Taschenflächen. Sie sind mit beiden Blechplatten 24,25 verbunden. Ebenso sind dargestellt an beiden Taschenflächen angebrachte

Klopfelemente 30,31 ,32. Versteifungselement 28 und Klopfelemente 31 ,32 bestehen aus einem einzigen Werkstück; und zwar aus einem Stab, der beide Blechplatten 24,25 der Taschenflächen durchsetzt und mit ihnen verbunden ist. Wenn sich direkt benachbart zur Flachtasche 23 eine weitere Flachtasche oder eine Außenwand befindet, ragt der Stab in die dazwischen gebildeten Zwischenräume hinein und dient als Klopfelemente. Zwischen den Taschenflächen der Flachtasche dient er als Versteifungselement. Figur 5a zeigt schematisch, wie fluchtend angeordnete Klopfelemente 33,34 - wie in Figur 4 aus einem Stab, der auch als Versteifungselement dient, gebildet - in den

Zwischenraum 35 zwischen zwei Flachtaschen 36,37 hineinragen. Figur 5b zeigt schematisch, wie sie aufeinanderstoßen - dargestellt durch einen Stern -, wenn die beiden Flachtaschen entsprechend aufeinander zu vibrieren.

Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.

Liste der Bezugszeichen

1 Erfindungsgemäße Vorrichtung

2 Abgaszufuhrleitung

3 Abgasabfuhrleitung

4 Kühlgaszufuhrleitung

5 Gegenstrom-Kühlgaskanal

6 Gegenstrom-Abgaskanal

7 Abschnitt Gegenstrom-Kühlgaskanal

8 Abschnitt Gegenstrom-Kühlgaskanal

9 Übergangsabschnitt

10 Staubaustragsvorrichtung

1 1 Kühlgasabfuhrleitung

12 Vorrichtungen zur stetigen Regelung des

Kühlgasflusses

13a, 13b, 13c Kühlgaszufuhrleitungen

14 Boden

15a, 15b, 15c Gebläse

16 Abgasströmung

17 Kühlgasströmung

18 kühles Kühlgas

19 erwärmtes Kühlgas

20, 20' flachtaschenförmige Abschnitte

21 Gegenstrom-Kühlgaskanal

22 Öffnung

23 Flachtasche

24, 25 Blechplatte

26, 27 Längsseitenflächen

28, 29 Versteifungselemente

30, 31 , 32 Klopfelemente

33, 34 fluchtend angeordnete Klopfelemente

35 Zwischenraum

36, 37 Flachtaschen

38 Außenwand des Kühlgaskanals