Rofner, Rudolf (Unterdorf 3, Heiterwang, AT-6611, AT)
Venturini, Remus (Roman-Boos-Strasse 8, Rosshaupten, 87672, DE)
Berger, Dietmar (Schiedgasse 7a, Lechaschau, A-6600, AT)
Rofner, Rudolf (Unterdorf 3, Heiterwang, AT-6611, AT)
Venturini, Remus (Roman-Boos-Strasse 8, Rosshaupten, 87672, DE)
| 1. | Schneidwerkzeug zum Drehen und Bohren ins Volle, bestehend aus einem Bohrerschaft (1) und einem Schneidkopf (2) an einem Ende mit einer im wesentlichen etwa quer zur Bohrerachse (3) verlaufenden geraden, stirnseitigen Schneidkante (4) die bis zur Bohrerachse (3) schneidet und mit dieser einen Winkel a von weniger als 90"einschließt und einer daran anschließenden, die Bohrungswandung schneidenden, geraden, seitlichen Schneidkante (5), die mit einer Senkrechten (6) zur Bohrerachse (3) einen Winkel ß von mehr als 90° einschließt und die wiederum in eine gerade, rückseitige Schneidkante (7) übergeht, die etwa parallel zur stirnseitigen Schneidkante (4) verläuft, dadurch gekennzeichnet, dass die seitliche Schneidkante (5) an einem Abschnitt (8) des Schneidkopfes (2) ausgeführt ist, der vom Bohrerschaft (1) mit einer Höhe h im Bereich von mindestens 5 % bis maximal 40 % des Bohrerdurchmessers d vorspringt und der eine Breite b im Bereich von mindestens 5 % bis maximal 40 % des Bohrerdurchmessers d aufweist, wobei das Verhältnis von Höhe h zu Breite b im Bereich von 1 : 0,7 bis 1 : 1,3 liegt und dass die rückseitige Schneidkante (7) mit der Bohrerachse (3) einen Winkel y von weniger als 90° einschließt. |
| 2. | Schneidwerkzeug zum Drehen und Bohren ins Volle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abschnitt (8) vom Bohrerschaft (1) mit einer Höhe h im Bereich von 5 % bis 30 % und mit einer Breite b von 10 % bis 30 % des Bohrerdurchmessers d vorspringt. |
| 3. | Schneidwerkzeug zum Drehen und Bohren ins Volle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die stirnseitige Schneidkante (4) zumindest bis zur Bohrerachse (3) durchgehend gerade verläuft. |
| 4. | Schneidwerkzeug zum Drehen und Bohren ins Volle nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die stirnseitige Schneidkante (4) mit der Bohrerachse (3) einen Winkel a von etwa 89, 5° einschließt. |
| 5. | Schneidwerkzeug zum Drehen und Bohren ins Volle nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, das die seitliche Schneidkante (5) mit einer Senkrechten (6) zur Bohrerachse (3) einen Winkel ß einschließt, der im Bereich von etwa 91° liegt. |
| 6. | Schneidwerkzeug zum Drehen und Bohren ins Volle nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die rückseitige Schneidkante (7) mit der Bohrerachse (3) einen Winkel y von etwa 89° einschließt. |
| 7. | Schneidwerkzeug zum Drehen und Bohren ins Volle nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die stirnseitige Schneidkante (4) über die Bohrerachse (3) hinaus einen Schneidkantenabschnitt (9) aufweist der mit einer Senkrechten (6) zur Bohrerachse (3) einen Winkel 1C von 5° bis 20° einschließt. |
| 8. | Schneidwerkzeug zum Drehen und Bohren ins Volle nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidkopf (2) ein auswechselbarer Schneideinsatz ist. |
| 9. | Schneidwerkzeug zum Drehen und Bohren ins Volle nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der auswechselbare Schneideinsatz (2) als Wendeschneidplatte mit im wesentlichen quadratischer oder rechteckiger Grundform mit zwei spiegelverkehrt gegenüberliegenden, vorspringenden Abschnitten (8,8') ausgeführt ist. |
| 10. | Schneideinsatz zur Verwendung in einem Schneidwerkzeug nach Anspruch 8 oder 9. |
Ein derartiges Schneidwerkzeug bei dem der Schneidkopf durch eine im wesentlichen rhombus-oder rhomboidförmige Wendeschneidplatte gebildet wird, ist beispielsweise in der EP 0 642 859 A1 beschrieben. Ein entsprechendes Schneidwerkzeug ist nicht nur zum Bohren ins Volle geeignet, sondern kann auch verschiedene Drehoperationen wie Längs-, Plan-oder Kopierdrehen ausführen. Was mit einem derartigen Werkzeug nicht ausgeführt werden kann sind Stechbearbeitungen, wie Innen-oder Außenstechen.
Die EP 0 565 907 B1 beschreibt ein Werkzeug mit zylindrischem Schaft und einem austauschbaren Schneidkörper an einem Ende. Der Schneidkörper weist einen seitlich vorspringenden Abschnitt mit einer parallel zur Werkzeugachse verlaufenden Schneidkante auf, mit dem in erster Linie Einstiche, beispielsweise Inneneinstiche in kleineren Bohrungen hergestellt werden. Durch die besondere kraft-und formschlüssige Klemmung des Schneidkörpers lassen sich mit einem derartigen Schneidwerkzeug auch Nuten auskammern und sogar Dreh-und Fräsarbeiten ausführen. Zur Herstellung von Bohrungen ins Volle ist ein derartiges Schneidwerkzeug jedoch nicht geeignet.
Das DE GM 295 01 183 U1 beschreibt ebenfalls ein Innenstech-Drehwerkzeug mit einem auswechselbaren Schneidkörper. Der Schneidkörper ist als runder Schaft mit einseitiger Abflachung zur sicheren Befestigung in einem
Werkzeughalter ausgeführt und weist am Ende einen seitlich vorspringenden Abschnitt zur Durchführung von Stech-und Drehoperationen auf. Aber auch dieses Schneidwerkzeug ist nicht zur Herstellung von Bohrungen ins Volle geeignet.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es ein Schneidwerkzeug zu schaffen, mit dem einerseits ins Volle gebohrt werden kann und mit dem darüber hinaus auch noch Stech-und Drehoperationen durchgeführt werden können.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die seitliche Schneidkante an einem Abschnitt des Schneidkopfes ausgeführt ist, der vom Bohrerschaft mit einer Höhe im Bereich von mindestens 5 % bis maximal 40 % des Bohrerdurchmessers vorspringt und der eine Breite im Bereich von mindestens 5 % bis maximal 40 % des Bohrerdurchmessers aufweist, wobei das Verhältnis von Höhe zu Breite im Bereich von 1 : 0,7 bis 1 : 1,3 liegt und dass die rückseitige Schneidkante mit der Bohrerachse einen Winkel y von weniger als 90° einschließt.
Die Erfindung sieht also vor, bei bisher bekannten Schneidwerkzeugen zum Innenstechen mit vorspringenden, seitlichen Abschnitten auch den stirnseitigen, quer zur Werkzeugachse verlaufenden Abschnitt als Schneidkante auszuführen, wodurch derartige Werkzeuge auch zum Bohren ins Volle geeignet sind. Dabei war es überraschend und nicht ohne weiteres vorhersehbar, dass derartige, vorspringende Abschnitte den großen Belastungen die beim Bohren ins Volle auftreten, ohne vorzeitige Zerstörung des Schneidkopfes widerstehen können. Wichtig dabei ist, dass die Höhe und Breite des vorspringenden Abschnittes in Bezug auf den Bohrerdurchmesser innerhalb der festgelegenen Grenzen liegen. Dadurch dass anschließend an die seitliche Schneidkante eine rückseitige Schneidkante als gerader Schneidkantenabschnitt vorgesehen ist der etwa parallel zur stirnseitigen Schneidkante verläuft, können Einstechnuten beliebig verbreitert und ausgedreht werden. Der Winkel y den dieser Schneidkantenabschnitt mit der
Bohrerachse einschließt muss dabei kleiner als 90° sein. In der Praxis hat sich eine Bereich von etwa 87° bis 89, 5° bewährt.
Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung derartiger Schneidwerkzeuge wird gegenüber bisher bekannten Schneidwerkzeugen die Vielfalt der Bearbeitungsmöglichkeiten erhöht, ohne dass das Werkzeug oder der Werkzeugkopf gewechselt werden muss. Dadurch werden kürzere Rüstzeiten, weniger Programmieraufwand an der Bearbeitungsmaschine und geringere Lagerkosten und damit eine deutliche Steigerung der Produktivität erreicht.
Besonders vorteilhaft ist es wenn der Abschnitt vom Bohrerschaft mit einer Höhe im Bereich von 5 % bis 30 % und mit einer Breite im Bereich von 10 % bis 30 % des Bohrerdurchmessers vorspringt.
Um beim Bohren gut arbeiten zu können und einen möglichst ebenen Bohrungsgrund ohne Zapfenausbildungen im Zentrum zu erzielen ist es vorteilhaft, wenn die stirnseitige Schneidkante durchgehend gerade zumindest bis zur Bohrerachse verläuft. Als Variante kann die durchgehend gerade stirnseitige Schneidkante schon vor der Bohrerachse enden und dort in einen, mit stumpfem Winkel anschließenden Abschnitt übergehen der zumindest bis zur Bohrerachse verläuft. Auf diese Weise wird zwar der besonders bruchgefährdete Zentrumsabschnitt der Schneidkante verstärkt, es wird jedoch im Zentrum des Bohrungsgrundes ein kegelstumpfförmiger Zapfen ausgebildet, der vielfach unerwünscht ist.
Weiters ist es von Vorteil, wenn die stirnseitige Schneidkante mit der Bohrerachse einen Winkel a von etwa 89, 5° einschließt. Damit wird ein nahezu ebener Bohrungsgrund erreicht und es ist trotzdem gewährleistet, dass die für eine Drehbearbeitung, wie Plansdrehen, notwendige Freistellung der Schneidkante in ausreichender Weise vorliegt.
Besonders günstige Schneidwerkzeuge zum Einstechen und zum Innen-und Außenausdrehen erhält man dann, wenn die seitliche Schneidkante als Gerade ausgeführt ist, die mit der Senkrechten zur Bohrerachse einen Winkel ß einschließt, der im Bereich von etwa 91'liegt. Wenn der Winkel ß möglichst
geringfügig größer als 90° ist, ist gewährleistet, dass einerseits die Einstiche einen möglichst ebenen Nutengrund aufweisen und dass andererseits auch noch die für das Ausdrehen notwendige Mindestfreistellung der Schneidkante vorhanden ist. Bei größeren Abweichungen von 90° bis zu einem Winkel ß von 140° ist die seitliche Schneidkante insbesondere zum Freistechen von Gewinden oder zum Formdrehen geeignet.
Eine weitere vorteilhafte Variante des erfindungsgemäßen Schneidwerkzeuges ist es, die stirnseitige Schneidkante mit einem Schneidkantenabschnitt zu versehen, der über die Bohrerachse hinaus verläuft und der mit einer Senkrechten zur Bohrerachse einen Winkel K von 5°-20° einschließt.
Mit einer derartigen Ausgestaltung werden Schneidkantenausbrüche im Zentrum des Schneidwerkzeuges vermieden, ohne dass ein störender Mittelzapfen im Bohrungsgrund zurückbleibt. Darüber hinaus wird bei Verwendung von auswechselbaren Schneideinsätzen für den Schneidkopf eine vergrößerte Auflagefläche für den Schneideinsatz und damit eine größere Stabilität des Schneidwerkzeuges erreicht.
Die Erfindung lässt sich nicht nur an einem Schneidwerkzeug mit einem einstückig mit dem Bohrerschaft ausgebildeten Schneidkopf verwirklichen, sondern besonders vorteilhaft auch bei Schneidwerkzeugen bei denen der Schneidkopf durch einen auswechselbaren Schneideinsatz gebildet wird.
Dabei wird man insbesondere für kleinere Bohrungsdurchmesser im Bereich von etwa 4 bis 8 mm den Schneidkopf des Schneidwerkzeuges einstückig mit dem Bohrerschaft ausbilden, während für größere Bohrungsdurchmesser ab etwa 10 mm der Schneidkopf in der Regel durch eine auswechselbare Wendeschneidplatte gebildet wird, wodurch eine größere Wirtschaftlichkeit des Schneidwerkzeuges erreicht wird.
Bei Schneidwerkzeugen bei denen der Schneidkopf durch einen auswechselbaren Schneideinsatz gebildet wird, haben sich als Schneideinsätze solche mit im wesentlichen quadratischer oder rechteckiger Grundform mit zwei spiegelverkehrt gegenüberliegenden, vorspringenden Abschnitten als
besonders vorteilhaft bewährt. Bei Verwendung derartiger Schneideinsätze kann die Einsatzmöglichkeit des Schneidwerkzeuges durch Verdrehen des Schneideinsatzes und Verwendung einer neuen Schneidkante verdoppelt und damit die Wirtschaftlichkeit weiter verbessert werden.
Im Folgenden wird die Erfindung an Hand von Figuren näher erläutert.
Es zeigen : Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Schneidwerkzeug in Schrägansicht Fig. 2 den vergrößerten Schneidkopf des Schneidwerkzeuges nach Fig. 1 in Draufsicht Fig. 3 die Variante eines erfindungsgemäßen Schneidwerkzeuges in Schrägansicht Fig. 4 den vergrößerten Schneidkopf des Schneidwerkzeuges nach Fig. 3 in Draufsicht In Figur 1 ist ein erfindungsgemäßes Schneidwerkzeug zum Bohren ins Volle dargestellt. In dieser speziellen Ausführung ist der Schneidkopf-2-einstückig mit dem Schaft-1-aus Hartmetall hergestellt. Die spezielle Ausführung des Schneidkopfes-2-ist im Detail aus Figur 2 zu ersehen. Der Schneidkopf-2- weist einen Abschnitt-8-auf, der vom Bohrerschaft-1-, mit einer Höhe h, die 25 % des Bohrerdurchmessers beträgt und einer Breite b, die 25 % des Bohrerdurchmessers beträgt, seitlich vorspringt. Das Verhältnis von Höhe h zu Breite b beträgt 1 : 1.
Das Ende des Schneidkopfes-2-ist als stirnseitige Schneidkante-4- ausgeführt, die bis zur Bohrerachse-3-des Schneidwerkzeuges durchgehend gerade verläuft und mit der Bohrerachse-3-einen Winkel a von 89, 5° einschließt. Über die Bohrerachse-3-hinaus geht die stirnseitige Schneidkante-4-in einen abgewinkelten Schneidkantenabschnitt-9-über, der mit einer Senkrechten-6-zur Bohrerachse-3-einen Winkel K von 20° einschließt. Der vorspringende Abschnitt-8-des Schneidkopfes-2-weist seitlich eine gerade Schneidkante-5-auf, die beim Bohren die Bohrungswandung schneidet. Die seitliche Schneidkante-5-schließt mit der Senkrechten-6-zur Bohrerachse-3-einen Winkel ß von 91'ein. Die seitliche Schneidkante-5-geht in eine gerade, rückseitige Schneidkante-7-über, die
etwa parallel zur stirnseitigen Schneidkate-4-verläuft und mit der Bohrerachse-3-einen Winkel y von 89'einschließt.
Die Figuren 3 und 4 zeigen eine Variante eines erfindungsgemäßen Schneidwerkzeuges bei der der Schneidkopf-2-als Wendeschneidplatte mit etwa quadratischer Grundform und zwei spiegelverkehrt gegenüberliegenden, <BR> <BR> vorspringenden Abschnitte-8-, -8'-ausgeführt ist. Die einzelnen<BR> Schneidkanten-4-, -5-und-7-sind vergleichbar mit den entsprechenden Schneidkanten-4-,-5-und-7-der Ausführungsform nach den Figuren 1 und 2 ausgeführt. Durch Lösen der Befestigungsschraube-10-und Verdrehen der Wendeschneidplatte um 180° wird der zweite vorspringende Abschnitt-8'-zum Einsatz gebracht. In der dargestellten Ausführung weist der zweite Abschnitt-8'-dieselben Schneidkanten-4-,-5-und-7-auf, wie der Abschnitt-8-. Ebenso ist es jedoch denkbar, dass der zweite Abschnitt-8'- anders ausgestaltete Schneidkanten aufweist.
Next Patent: CUTTING TOOL FOR METAL REMOVAL
