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Patent Searching and Data


Title:
DATA-MED BOX
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/124461
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a personal stand-alone medical data storage device for storing personal medical data of a patient, having a data store, a communication connection for connecting the stand-alone medical data storage device to a public data network, and software for administering and transferring the patient data. A secure connection authorized by the patient can be established from a computer to the stand-alone medical data storage device via the public data network, so that patient data saved in the data store can be queried by the computer and/or patient data can be saved in the data store.

Inventors:
PÖSL, Hans (Nördliche Münchner Straße 29, Grünwald, 82031, DE)
FRANK, Lothar (Dorfstraße 2, Moringen, 37186, DE)
Application Number:
EP2011/054228
Publication Date:
October 13, 2011
Filing Date:
March 21, 2011
Export Citation:
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Assignee:
PÖSL, Hans (Nördliche Münchner Straße 29, Grünwald, 82031, DE)
FRANK, Lothar (Dorfstraße 2, Moringen, 37186, DE)
International Classes:
G06F19/00
Foreign References:
US20090164253A12009-06-25
US6421650B12002-07-16
US20040122294A12004-06-24
US20070170239A12007-07-26
US20070265884A12007-11-15
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
LESKE, Thomas (Frohwitter, Possartstrasse 20, München, 81679, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 . Personenbezogene Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung zum Speichern von per- sönlichen medizinischen Daten eines Patienten aufweisend:

einen Datenspeicher,

- einen Kommunikationsanschluss zum Verbinden der Stand-Alone- Medizindatenspeichervorrichtung mit einem öffentlichen Datennetz,

eine Software zum Verwalten und Übertragen der Patientendaten,

wobei von einem Computer aus über das öffentliche Datennetz eine durch den Patienten autorisierte gesicherte Verbindung zur Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung aufbaubar ist, sodass auf dem Datenspeicher gespeicherte Patientendaten von dem Computer abfragbar sind und/oder Patientendaten auf dem Datenspeicher speicherbar sind. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die gesicherte Verbindung über eine auf einem mobilen Datenspeicher gespeicherte Identifikation initiierbar ist.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Patientendaten über einen zweiten Kommunikationsanschluss an einem Ausgabegerät ausgebbar sind.

4. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass über einen dritten Kommunikationsanschluss Daten von medizinischen Messegräten empfang- und speicherbar sind. 5. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die gesicherte Verbindung vorzugsweise eine VPN-Verbindung ist.

Description:
DATA-MED BOX

Die Erfindung betrifft einen personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspeicher zum Speichern von persönlichen medizinischen Daten, welche beispielsweise bei einem Patienten zu Hause aufbewahrbar ist. Im Bereich des Gesundheitswesens sind aus dem Stand der Technik dezentrale Computernetzwerke zum Speichern und Austauschen von Patientendaten bekannt. Bei solchen dezentralen Computernetzen werden verschiedene Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäuser, Apotheken oder Labore miteinander verbunden. Diese Einrichtungen weisen jeweils einen Server zur Speicherung der Patientendaten auf, die in dieser Einrichtung generiert wurden. Über eine entsprechende Vernetzung dieser Server können diese Daten eines Patienten in allen vernetzten Einrichtungen aufgesucht und ausgetauscht werden.

Die Vernetzung solcher, im Gesundheitsbereich tätigen Einrichtungen wird vom Gesetzgeber, insbesondere durch eine Novellierung des Sozialgesetzbuches, vorangetrieben, um durch die Vermeidung von unnötigen doppelten Diagnosen Kosten einzusparen.

Bei den aus dem Stand der Technik bekannten Netzen mit Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen werden die Patientendaten zentral oder dezentral auf Servern der entsprechenden Einrichtungen gespeichert. Der jeweilige Patient hat weder einen Einfluss auf die Speicherung der Daten, noch kennt er die Umfange der über ihn gespeicherten medizinischen Daten. Hinzu kommt, dass nicht alle Einrichtungen miteinander vernetzt sind, sodass diese Daten für die übrigen Einrichtungen nicht verfügbar sind. Ferner ist es dem Patienten unmöglich, die über ihn gespeicherten Daten selbst einzusehen. Demzufolge besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, dem jeweiligen Patienten die Möglichkeit zu verschaffen, seine eigenen Gesundheitsdaten in einfacher Art und Weise einem Arzt zur Verfügung zu stellen und auf einfache Art und Weise einzusehen. Die Aufgabe wird durch einen personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspeicher gemäß Anspruch 1 gelöst. Weitere bevorzugte Ausführungsformen sind aus den Unteransprüchen ersichtlich. Als personenbezogener Stand-Alone-Medizindatenspeicher wird in diesem Zusammenhang eine persönliche mobile Datenspeichervorrichtung angesehen, welche auch als Individualspei- chervorrichtung bezeichnet wird. Vorzugsweise ist in einem Gehäuse, ähnlich dem einer Netzwerkfestplatte oder eines TV-Satelliten-Receivers, ein Datenspeicher angeordnet. Alternativ ist eine erfindungsgemäße Speichervorrichtung auch in einen DSL- oder UMTS-Router oder der- gleichen integrierbar. In dem Gehäuse der Medizindatenspeichervorrichtung sind zudem Elemente, welche zum Betrieb der Medizindatenspeichervorrichtung notwendig sind, wie beispielsweise ein Prozessor, eine Stromversorgung und/oder Kommunikationsanschlüsse angeordnet. Somit ist die Medizindatenspeichervorrichtung ohne weitere Zusatzgeräte wie beispielsweise ein PC als Stand-Alone-Einheit verwendbar.

Eine solche Medizindatenspeichervorrichtung ist vorzugsweise bei ihrem Besitzer, einem Patienten, zu Hause oder in seinem (persönlichen) Umfeld angeordnet. Aufgrund der mobilen Ausführungsform der Medizindatenspeichervorrichtung besteht jedoch auch die Möglichkeit, den Standort der Vorrichtung zu verändern oder die Vorrichtung und somit die darin gespeicherten Daten beispielsweise zu einem Arztbesuch mitzunehmen, um ein Versenden von großen Datenmengen über das Internet zu vermeiden.

Auf dem Datenspeicher der Medizindatenspeichervorrichtung sind medizinische Daten eines Patienten speicherbar. Zu diesen persönlichen medizinischen Daten des Patienten zählen bei- spielsweise Laborergebnisse, Befunde von ärztlichen Untersuchungen, EKG-Aufzeichnungen oder auch Bilder von Röntgen- oder Kernspinuntersuchungen. Vorzugsweise ist pro Person bzw. Patient eine Medizindatenspeichereinheit zugeordnet bzw. verwendbar. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Medizindatenspeichervorrichtung für mehrere Patienten, beispielsweise verschiedene Familienmitglieder, zu verwenden. Bei einer Verwendung der Speichervor- richtung für mehrere Patienten muss zur Gewährleistung der Datensicherheit (Datenschutz) eine strikte Trennung der Daten sowie eines Zugriffs auf die Daten vorgenommen werden.

Die Medizindatenspeichervorrichtung weist neben dem Datenspeicher einen Kommunikations- anschluss zum Verbinden der Medizindatenspeichervorrichtung mit einem öffentlichen Daten- netz auf. Als öffentliches Datennetz wird in diesem Zusammenhang jedes drahtlose oder drahtgebundene Netz verstanden, über welches eine Verbindung mit dem Internet aufbaubar ist. Beispielhaft für solche Kommunikationsmodule sind Netzwerkschnittstellen, WLAN- oder UMTS- Module. Somit ist beispielsweise über UMTS, DSL oder einem ähnlichen Standard eine Verbindung mit dem Internet aufbaubar. Zum Aufbau einer Verbindung mit dem Internet sind auch mehrere Übertragungsnetze wie beispielsweise eine WLAN-Verbindung zum DSL-Router und von diesem eine DSL-Verbindung kombinierbar.

Die Medizindatenspeichervorrichtung weist zum Betrieb als Stand-Alone-Vorrichtung ein Betriebssystem auf. Über das Betriebssystem oder zusätzliche Software werden ferner die auf dem Datenspeicher gespeicherten medizinischen Daten verwaltet und der Verbindungsaufbau sowie ein Datenaustausch organisiert und freigegeben bzw. gesperrt.

Über die Kommunikationsschnittstelle der Stand-Alone-Vorrichtung ist von jedem intemetfähi- gen Computer eine gesicherte und vorzugsweise direkte Verbindung mit der Medizindatenspeichervorrichtung aufbaubar. Sind der Computer und die Vorrichtung im selben, lokalen Netzwerk angeordnet, kann eine Verbindung über das Internet bzw. öffentliche Datennetz vermieden wer- den. Zur Wahrung der Datensicherheit sowohl auf der Medizindatenspeichervorrichtung als auch bei der Datenübertragung sind geeignete Methoden beispielsweise zur Identifizierung/Authentifizierung oder zur Datenverschlüsselung zu verwenden. Die gesicherte Verbindung wird vorzugsweise über einen mobilen Datenspeicher wie beispielsweise einen USB-Stick oder den Chip einer elektronischen Krankenkassenkarte initiiert. Auf einem solchen mobilen Daten- Speicher sind vorzugsweise die Adresse der Medizindatenspeichervorrichtung in Form einer IP- Adresse oder einer Domain sowie eine eindeutige Kennung des Patienten gespeichert. Besitzt die Medizindatenspeichervorrichtung keine statische IP-Adresse, so kann über einen sogenannten dynamischen DNS-Service, also eine Datenbank, an welche die Medizindatenspeichervorrichtung die jeweils aktuelle IP-Adresse sendet, diese vor Aufbau der Verbindung abge- fragt werden. Dadurch kann beispielsweise über das Verbinden des USB-Sticks mit den Verbindungsdaten mit einem internetfähigen Computer, beispielweise in der medizinischen Einrichtung einer Praxis eines behandelnden Arztes, eine gesicherte Verbindung mit der Medizindatenspeichervorrichtung des Patienten aufgebaut. Bei der gesicherten Verbindung handelt es sich vorzugsweise um eine getunnelte Verbindung, beispielsweise in Form eines Virtual Private Net- works (VPN). Für die Datenverbindung zwischen dem internetfähigen PC und der Medizindatenspeichervorrichtung sind jedoch verschiedenste Verbindungsarten sowie Verbindungsprotokolle verwendbar, welche eine entsprechende Sicherheit der Daten ermöglichen.

Um Zugriff auf die Datenbox zu erhalten, wird vorzugsweise zusätzlich ein Passwort abgefragt, oder der Patient, also der Besitzer bzw. Eigentümer der Daten, wird über biometrische Merkmale eindeutig identifiziert. Über verschiedene Passwörter sind beispielsweise auch unterschiedliche Zugänge, beispielweise mit unterschiedlichen Benutzerrechten, vergebbar. Nach dem Anmelden an dem Patientendatenspeicher sind die auf dem Datenspeicher gespeicherten Patientendaten wie beispielsweise frühere Untersuchungsergebnisse abfragbar. Diese abgefragten Daten werden vorzugsweise über einen in der Vorrichtung integrierten Webserver derart aufbereitet, dass sie in einem Internetbrowser darstellbar sind. Ein solcher Datenaustausch bzw. eine Darstellung der Daten ist auch über eine spezielle Software realisierbar, welche beispielsweise vom mobilen Datenspeicher wie dem USB-Stick gestartet wird. Wird in der medizinischen Einrichtung eine neue Diagnose gestellt oder eine Untersuchung durchgeführt, so sind diese neuen Daten auf der Medizindatenspeichervorrichtung speicherbar. Dadurch wird erreicht, dass auf der Medizindatenspeichervorrichtung eine umfassende Sammlung der Patientendaten ge- pflegt und eine wiederholte Diagnose von bereits erhobenen Daten unnötig wird. Vorzugsweise identifiziert sich die medizinische Einrichtung bzw. das medizinische Personal beispielsweise mit seiner Kennung und gegebenenfalls einem Passwort für den Schreibzugriff auf die Vorrichtung. Eine Verifizierung dieser Merkmale erfolgt beispielsweise von der Medizindatenspeichervorrichtung selbst, welche eine entsprechende Liste von medizinischem Personal bzw. Einrichtun- gen beinhaltet, oder von einem Server beispielsweise des Ärztebundes oder ähnlichen Einrichtungen.

Verfügt die medizinische Einrichtung an dem internetfähigen PC über eine Software mit entsprechender lokaler Datenbank, sind vorzugsweise Daten zwischen der Medizindatenspeicher- Vorrichtung und der Software über eine entsprechende Schnittstelle abgleich- und austauschbar. Somit kann eine zeitaufwendige Eingabe der Daten beispielweise in eine Maske im Internetbrowser vermieden werden. Die Daten können beispielsweise im .xml- oder .xdt-Format ausgetauscht werden, oder es erfolgt ein Datenaustausch per HL7-Standard. Einen Schreibzugriff auf die Vorrichtung erhalten vorzugsweise nur medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Arztpraxen, Apotheken, Labore oder gegebenenfalls Versicherungen sowie medizinisches Personal wie beispielsweise Ärzte, Pfleger, Apotheker oder Laboranten.

Vorzugsweise kann beispielsweise bei einem Notfall allein durch den mobilen Speicher mit Seiner Kennung und ggf. durch Identifikation des Arztes auf bestimmte Notfalldaten zugegriffen werden, ohne dass der Patient sich über sein Passwort identifiziert.

Vorzugsweise besteht auch eine lokale Zugriffsmöglichkeit auf die Medizindatenspeichervorrichtung. Hierzu ist die Vorrichtung mit einem Ausgabegerät, beispielsweise einem Fernsehgerät, verbunden. Der Zugriff wird vorzugsweise über eine Identifizierung durch ein Passwort frei- gegeben. Weiter vorzugsweise wird der mobile Datenträger mit der Vorrichtung verbunden. Nach Eingabe der oben beschriebenen Authentifizierungsmerkmale wie beispielsweise dem Passwort über beispielsweise die Fernbedienung des Fernsehgeräts kann auf die medizini- sehen Daten des entsprechenden Patienten, welche auf dem Datenspeicher gespeichert sind, über ein vorzugsweise graphisch aufbereitetes Menü zugegriffen werden. Ferner besteht die Möglichkeit, die Patientendaten zu editieren. Inwiefern die Daten editierbar sind, lässt sich bei unterschiedlichen Ausführungen unterschiedlich gestalten. So kann beispielsweise ein Editieren des Inhalts der einzelnen Einträge untersagt oder erlaubt sein, oder es sind beispielsweise Zugriffsrechte auf einzelne Einträge nur für bestimmte Benutzergruppen vergebar. Weitere Zugriffsrechte sind beispielsweise in Bezug auf das Bearbeiten, Löschen oder Anlegen neuer Einträge vergebbar.

Vorzugsweise sind über entsprechende Schnittstellen wie beispielsweise CD- oder DVD-Laufwerke, Kartenleser, USB-Anschlüsse oder Bluetooth Patientendaten im- und exportierbar. Bei diesen Daten kann es sich um Daten von Ärzten wie beispielsweise Röntgenbilder oder um vom Patient selbst aufgenommene Daten wie beispielsweise Blutdruck, Blutzuckerwerte oder ein (Dauer-)EKG handeln. Diese Daten sind beispielsweise diskontinuierlich oder kontinuierlich, insbesondere bei Datenerhebungen über medizinische Messgeräte, welche über einen längeren Zeitraum dauern, übertragbar. Die Daten sind beispielsweise über eines der oben beschriebenen Datenformate bzw. Schnittstellen austauschbar. Über ein entsprechendes Plugin für das jeweilige Messgerät sind die jeweiligen Datensätze kompatibel mit der Medizindatenspeichervorrichtung sowie der darin befindlichen Datenbank.

Zur Erhöhung der Datensicherheit sind vorzugsweise redundante Datenträger verwendbar. Dies wird vorzugsweise über gespiegelte Festplatten realisiert. Es besteht ferner die Möglichkeit, die Patientendaten auf einem (externen) Server oder einem (lokalen) Datenträger wie beispielsweise einer DVD über das lokale DVD-Laufwerk zu sichern. Eine solche Sicherungskopie ist kontinuierlich oder auf Befehl erstellbar.

Vorzugsweise verfügt die Medizindatenspeichervorrichtung zur Erhöhung der Datensicherheit über ein Ortungsmodul. Hierbei handelt es sich beispielsweise um ein GPS-Modul. Um die Ortung in Gebäuden zu ermöglichen, kann die Medizindatenspeichervorrichtung ferner über ein GSM-Modul verfügen. Anhand der Funkzellen sowie durch Triagulation von Signalen verschiedener Mobilfunkmasten ist so eine präzise Ortung der Vorrichtung möglich. Das Positionssignal wird vorzugsweise in regelmäßigen Abständen mit einem Sollwert verglichen. Dieser Sollwert muss bei jeder neuen Platzierung der Vorrichtung über eine Installationsroutine definiert werden. Ein solcher Vergleich wird vorzugsweise in regelmäßigen Abständen von der Vorrichtung selbst oder von einem Dienstleister, mit welchem die Vorrichtung über das öffentliche Datennetz verbindbar ist, vorgenommen. Stimmen Ist- und Sollwert der Position nicht überein oder befinden diese sich innerhalb einer vordefinierten Toleranz, wird beispielsweise der Besitzer der Da- ten über SMS oder E-Mail informiert oder ein Alarm bei dem Dienstleister ausgelöst, der weitere Schritte einleitet. Verfügt die Vorrichtung über einen mobilen Internetzugang, sind beispielsweise bei einem Diebstahl kontinuierlich Positionsdaten der Vorrichtung übertragbar, was das Wiedererlangen erleichtert.

Ein Vorteil der Medizindatenspeichervorrichtung in Bezug auf die Datensicherheit besteht darin, dass der Patient selbst darüber bestimmen kann, wann welche Informationen ggf. für wen verfügbar sind. Zum einen sind verschiedene Zugriffsrechte für verschiedene Benutzer beispielsweise in Form von Standardbenutzerkonten und Musterbenutzerkonten vergebar. Zum anderen sind keine der Daten online verfügbar und somit sind diese auch vor Hackerangriffen geschützt, wenn die Vorrichtung ausgeschaltet oder vom Netz getrennt ist.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Vorrichtung mit den verschiedensten, auf dem Markt befindlichen Systemen kompatibel ist, unabhängig davon, ob es sich dabei um Einzelplatzrech- ner oder Rechner des Gesundheitsnetzwerkes handelt sowie deren Betriebsystem bzw. spezielle Softwarelösungen. Die Medizindatenspeichervorrichtung kann somit als optionaler Zusatzspeicher und somit als Datenquelle für persönliche medizinische Daten angesehen werden, welche jeder Patient zur Verbesserung seiner eigenen medizinischen Versorgung nutzen kann. Dies kann zu einer Kosten- sowie Zeitersparnis sowohl für die Ärzte als auch für den Patienten beispielsweise aufgrund der Vermeidung von Doppeluntersuchungen führen.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Figuren. Dabei zeigt: Figur 1 : einen schematischen Aufbau eines Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrich- tung und

Figur 2: die Einbindung einer personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspeichervor- richtung in ein bestehendes System zur Patientendatenerfassung.

In Figur 1 ist eine bevorzugte Ausführungsform einer personenbezogenen Stand-Alone-Medi- zindatenspeichervorrichtung 2 mit einem Gebäude 4 gezeigt. Im Gehäuse 4 sind zwei gespiegelte Festplatten 6 als Datenspeicher angeordnet. Ferner verfügt die personenbezogene Stand- Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 über eine CPU mit Arbeitsspeicher 8. Die personen- bezogene Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 verfügt über ein Linux-Betriebssystem, einen Apache-Server und ein mySQL-Datenbanksysytem zur Verwaltung von Patientendaten. Ein LCD-Display 10 informiert über den momentanen Betriebszustand der personenbe- zogenen Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2. Über eine 230 Volt Wechselstromstelle 12 wird die personenbezogene Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 mit Strom versorgt. Ferner weist die personenbezogene Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 verschiedene Schnittstellen auf. Über ein WLAN-Modul 14 und eine RJ45-Buchse ist die Medizindatenspeichervorrichtung 2 mit einem Router verbindbar, so dass eine Verbindung zum Internet aufbaubar ist. Zudem verfügt die personenbezogene Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 über Multimediaschnittstellen 18, über welche die Medizindatenspeichervorrichtung 2 mit ei- nem Fernsehgerät 20 verbindbar ist. Als Multimediaschnittsstellen 18 weist die personenbezogene Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 eine Scard- eine SVHS-, eine HDMI-, eine SPDF- sowie eine analoge Audio-Buchse auf. Des Weiteren verfügt die Medizindatenspeichervorrichtung 2 zum Datenaustausch über USB-Ports 22, ein Kartenlesegerät 24 für verschiedene Kartenformate, eine Bluetooth-Schnittstelle 26 sowie ein DVD-Laufwerk 28. Zur Posi- tionsbestimmung verfügt die personenbezogene Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 über ein A-GPS Modul 30, eine Kombination aus GPS- und GSM-Modul, um einen Diebstahl der personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 zu erkennen. Die personenbezogene Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 ist über eine infrarote Fernbedienung 32 bedienbar.

In Figur 2 ist die personenbezogene Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 dargestellt, welche im Haushalt 40 des Patienten angeordnet ist. Die personenbezogene Stand- Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 ist über eine WLAN Verbindung mit einem DSL Router 42 verbunden. Dem Router 42 wird dynamisch bei jedem Einwahlvorgang in das Internet eine IP-Adresse zugeordnet. Diese IP-Adresse wird nach jedem Einwahlvorgang an einen dynamischen DNS-Server 44 übermittelt.

In Figur 2 sind mehrere internetfähige Computer 50, 52, 56 gezeigt. Der Computer 52 ist ein einzelner PC eines behandelnden Arztes mit einer eigenen Praxis. Der Computer 52 ist Teil eines Laborsnetzwerks 54, in welchem verschiedene Computer und Server zusammengeschlossen sind. Der Computer 56 ist Bestandteil eines Krankenhaussystems 58, in welchem verschiedene Computer und Server verschiedener Abteilungen des Krankenhauses zusammengeschlossen sind. Das Labometz 54 und das Krankenhaussystem 58 sind über ein aus dem Stand der Technik bekanntes Patientendateninformationssystem vernetzt, so dass Patien- tendaten eines Systems im jeweils anderen System verfügbar sind. Ist ein Patient, welche der Besitzer der personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspei- chervorrichtung 2 ist, zur Behandlung bei einem Arzt mit einem internetfähigen Rechner 50, 52 oder 56, so kann er diesem die auf der personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspei- chervorrichtung 2 gespeicherten Daten zur Verfügung stellen. Hierzu wird ein USB-Stick (mobi- ler datenträger) mit dem internetfähigen Computer 50, 52, 56, verbunden. Dadurch wird die Abfrage der aktuellen IP-Adresse des Routers 42 initiiert und anschließend eine direkte Poor Man's VPN-Verbindung über den Router 42 mit der personenbezogenen Stand-Alone-Medizin- datenspeichervorrichtung 2 aufgebaut. Ist die VPN-Verbindung aufgebaut, erscheint ein Pop- Up-Fenster, in welchem sich der Patient mittels Passwort an der personenbezogenen Stand- Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 identifiziert. Mittels Authentifizierung über ein Master- Passwort wird der Zugriff auf alle gespeicherten Daten freigegeben, wohingegen bei Eingabe eines Standardbenutzerpassworts nur bestimmte, freigegebene Daten einsehbar sind. Nun sind über eine Menüführung, welche vom Apache-Server im Internet Browser bereitgestellt wird, die Patientendaten für den behandelnden Arzt verfügbar. Stellt der Arzt eine Diagnose und erstellt er für den Befund einen Eintrag in seiner lokalen Datenbank, so kann dieser Eintrag über eine der bereits genannten Schnittstellen (xDT, HL7, XML) in die Datenbank der personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 übertragen werden. Ein solcher Export kann auch - je nach Softwaresystem des Arztes - einfach per Drag and Drop in ein entsprechendes Maskenfeld des Internet Explorers erfolgen. Bevor die Daten kopiert werden, muss sich der Arzt als berechtigt für einen Schreibzugriff auf der personenbezogenen Stand-Alone-Medizindaten- speichervorrichtung 2 identifizieren. Eine solche Authentifizierung erfolgt über seine Arztken- nung in Verbindung mit einem Passwort, welches vom einen Server 46 des Ärztebundes verifiziert wird. Wird bei Beendigung des Arztbesuchs der USB-Stick vom Computer getrennt, so wird die VPN-Verbindung zwischen dem internetfähigen Computer 50, 52, 56 und der personenbe- zogenen Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 geschlossen.

Sollen die auf der personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 abgelegten Patientendaten vom einen Computer 60 abgefragt werden, welcher sich im Haushalt 40 des Patienten im selben lokalen Netzwerk wie die personenbezogene Stand-Alone-Medizinda- tenspeichervorrichtung 2 befindet, so muss keine VPN-Verbindung über das Internet aufgebaut werden. Stattdessen wird eine direkte VPN-Verbindung über den Router 42 aufgebaut. Eine Abfrage der aktuellen IP-Adresse des Routers ist hier überflüssig.

Über ein mit der personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 verbun- denes Fernsehgerät sind die auf der personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspeicher- vorrichtung 2 gespeicherten Patientendaten anzeigbar. Um Zugriff auf die Daten zu erlangen, muss der Patient über die Infrarotfernbedienung 32 der personenbezogenen Stand-Alone-Medi- zindatenspeichervorrichtung 2 ein Passwort eingeben. Nun kann der Patient über eine von der personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 bereitgestellte Graphikoberfläche mit entsprechender Menüführung auf die Daten zugreifen und sich diese auf dem Fernsehgerät 20 anzeigen lassen. Ferner sind über ein entsprechendes Untermenü Daten über eine der oben beschriebenen Schnittsstellen 22, 24, 26, 28 (vgl. Figur 1 ) in die Datenbank importiertbar. Ferner sind Software-Elemente der personenbezogenen Stand-Alone-Medizindaten- speichervorrichtung 2 updatebar und Plugins mit neuen Funktionen installierbar.

Über ein weiteres Untermenü sind die medizinischen Daten, insbesondere einzelne Einträge, insofern editierbar, dass die einzelnen Daten durch einen Zugriff über das Masterpasswort oder das Standardbenutzerpasswort einsehbar sind.

Über die Bluetooth-Schnittsstelle 26 ist ein Langzeit-EKG Gerät 62 als mediziniesches Messgerät mit der personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 verbunden. Das Langzeit-EKG Gerät sendet bei einer bestehenden Bluetooth-Verbindung zwischen dem EKG-Gerät 62 und der personenbezogenen Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 kontinuierlich die momentan aufgenommenen Daten an die personenbezogene Stand-Alone- Medizindatenspeichervorrichtung 2. Die empfangenen Daten werden über ein entsprechendes Plug-in, welches speziell an das Langzeit-EKG Gerät 62 angepasst ist, verarbeitet und in der Datenbank der Stand-Alone-Medizindatenspeichervorrichtung 2 gesichert.