T�pfer, Hans-joachim (Silberpappelweg 26/1 Backnang, 71522, DE)
Ritscher, Frank (Parkstrasse 2/1 Weinstadt, 71384, DE)
Franke, Siegfried (Weinh�blerstrasse 10 G�rlitz, 02827, DE)
T�pfer, Hans-joachim (Silberpappelweg 26/1 Backnang, 71522, DE)
Ritscher, Frank (Parkstrasse 2/1 Weinstadt, 71384, DE)
| 1. | Dekontaminations-Zusammensetzung mit einem aktiven Wirkstoff, einem Neutralsalz, einem Lösemittel, welches eine oder mehrere natürliche Fett- säuren und/oder deren Derivate umfaßt, einem Co-Lösemittel, welches ausgewählt ist aus Kohlenwasserstoffen, Halogenkohlenwasserstoffen, Al- koholen und Estern niederer Carbonsäuren, und einem Emulgator. |
| 2. | Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Lö- semittel ein Derivat in Esterform umfaßt. |
| 3. | Zusammensetzung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das De- rivat ein Pflanzenölester ist. |
| 4. | Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß das Lösemittel gesättigte Fettsäuren und/oder deren Derivate umfaßt. |
| 5. | Zusammensetzung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Jodzahl der gesättigten Fettsäuren bzw. deren Derivate < 1 g 12/100 g be- trägt. |
| 6. | Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn- zeichnet, daß sie einen Verdicker umfaßt. |
| 7. | Zusammensetzung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdicker ausgewählt ist aus natürlichen oder synthetischen Schichtsilika- ten, Cellulose-Derivaten oder Polyethylenglykolen. |
| 8. | Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Wirkstoff ausgewählt ist aus starken Basen, Hypochlorit- Verbindungen und organischen Chlor-Stickstoffverbindungen. |
| 9. | Zusammensetzung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Wirkstoff ausgewählt ist aus Chlorisocyanurverbindungen, Chloraminen, chlorierten Hydantoinen, chlorierten Glycolurilen, chlorierten aliphatischen Sulfamiden oder aromatischen Sulfamiden, chlorierten Triazolen, chlorierten Imiden, N-Chlor-2-substituierten Imidazolinen und/oder N-Chlorsaccharin. |
| 10. | Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekenn- zeichnet, daß diese auf 10 Gewichtsteile der Feststoffkomponenten Wirk- stoff, Neutralsalz und Verdicker 7 bis 30 Gewichtsteile der organischen Flüssigkomponenten Lösemittel, gegebenenfalls Co-Lösemittel und Emul- gator, umfaßt. |
| 11. | Zusammensetzung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Feststoffkomponenten in folgenden Anteilen vorliegen : 25 bis 75 Gew. % Wirkstoff, 20 bis 60 Gew. % Neutralsalz und 5 bis 30 Gew. % Verdicker. |
| 12. | Zusammensetzung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die organischen Flüssigkomponenten in folgenden Anteilen vorliegen : 70 bis 90 Gew. % natürliche Fettsäuren und/oder deren Derivate sowie ge- gebenenfalls Co-Lösemittel und 10 bis 30 Gew. % Emulgator. |
| 13. | Zusammensetzung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die organischen Flüssigkomponenten das Co-Lösemittel mit einem Anteil von 20 bis 60 Gew. % umfassen. |
| 14. | Gebrauchsfertige Dekontaminations-Emulsion mit 10 bis 60 Gew. % der Zu- sammensetzung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13 und Rest Wasser. |
| 15. | Emulsion nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion eine Wasser-in-Öl-Emulsion ist. |
| 16. | Emulsion nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Leitfähigkeit der Emulsion im Bereich von 0,1 bis 20 slS/cm liegt. |
| 17. | Emulsion nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zu- sammensetzung durch den Gehalt an Verdicker thixotrop eingestellt ist. |
| 18. | Verfahren zur Dekontamination von Oberflächen, dadurch gekennzeichnet, daß in einem ersten Schritt eine Emulsion gemäß einem der Ansprüche 14 bis 16 auf die zu dekontaminierende Oberfläche ausgebracht wird und in ei- nem zweiten Schritt mit Wasser, Heißdampf oder einer wässerigen Tensid- lösung nachgewaschen wird. |
| 19. | Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausbringen der Emulsion durch Niederdruckaufsprühen mit einem Strahidruck von 1 bis 10 bar durchgeführt wird. |
Dekontaminations-Zusammensetzungen der vorgenannten Art sind beispielsweise aus der DE-OS 36 38 625 bekannt, welche bislang vielfältig zum Schutz gegen chemische Kampfstoffe als Entgif- tungsmittel eingesetzt werden. Diese Zusammensetzungen kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn Giftstoffe, die Gebäude, Material, Geräte und Personen verseucht haben, unschädlich ge- macht werden sollen. Unter Entgiftung versteht man die chemi- sche Umsetzung chemischer Kampfstoffe zu ungiftigen oder weni- ger giftigen Produkten, auch als unverdickte und verdickte For- mulierungen.
Von Bedeutung bei der Entgiftung ist, daß Rücksicht auf das De- kontaminationspersonal bzw. die zu dekontaminierenden Materia- lien und deren Beschaffenheit genommen wird. Dies schränkt die Auswahl der in Betracht zu ziehenden Chemikalien hierfür ein.
Weiterhin soll das Entgiftungsmittel bzw. die Dekontaminations- Zusammensetzung universell einsetzbar und möglichst gegen ein breites Spektrum von Kampfstoffen, wenn nicht gar alle, wirksam sein.
Häufig dringen chemischen Kampfstoffe in die Oberfläche von Ma- terialien wie z. B. Lacke, Gummi und Plastik ein. Hier genügt dann nicht allein die Dekontamination der Oberfläche, sondern die Entgiftungsmittel müssen zugleich auf der Oberfläche in der Form eines dünnen Films haften und dabei gleichzeitig in die Oberfläche eindringen, um den/die Kampfstoff (e) abzubauen bzw. herauszulösen. Der eingedrungene Kampfstoff würde bei einer Entgiftung nur der Oberfläche zurück zur Oberfläche diffundie- ren und somit die Gefahr einer praktisch sekundären Vergiftung mit sich bringen.
Die aus der DE-OS 36 38 625 bekannte Entgiftungszusammensetzung erfüllt viele der vorgenannten Voraussetzungen, hat jedoch den Nachteil, daß als Lösemittel chlorierte Kohlenwasserstoffe zum Einsatz gelangen, die bekanntlich toxisch nicht unbedenklich sind.
Bei einer Weiterentwicklung dieser Entgiftungszusammensetzung, wie sie Ausdruck in der DE 38 15 753 Cl gefunden hat, treten an die Stelle der chlorierten Kohlenwasserstoffe aliphatische und/ oder aromatische Kohlenwasserstoffe, die jedoch das Problem ei- nes niedrigen Flammpunktes mit sich bringen.
Ferner weisen diese Dekontaminations-Zusammensetzungen das Pro- blem auf, daß die zur Dekontamination aufgebrachte Schicht auf den zu entgiftenden Oberflächen zu schnell aufreißt und dann keine geschlossene Bedeckung der zu dekontaminierenden Oberflä- che mehr bildet, so daß flächenweise nur eine unzureichende De- kontamination erzielt wird.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die bei den bekann- ten Zusammensetzungen auftretenden Probleme zurückzudrängen oder gar zu vermeiden.
Diese Aufgabe wird bei der eingangs genannten Dekontaminations- Zusammensetzung erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Löse- mittel eine oder mehrere natürliche Fettsäuren und/oder deren Derivate umfaßt.
Es eignen sich natürliche Fettsäuren und deren Derivate als Lö- semittel in Dekontaminations-Zusammensetzungen, obwohl diese in der Regel höhere Viskositäten aufweisen als die im Stand der Technik gemeinhin verwendeten Xylolisomerengemische. Trotzdem erzielt man mit den erfindungsgemäßen Dekontaminations-Zusam- mensetzungen auch Dekontaminationswirkungen in den Farbanstri- chen u. a. kampfstoffaufnehmender Materialien, wie das z. B. mit den Xylole enthaltenden Dekontaminationsmitteln der Fall ist. Die erfindungsgemäßen Dekontaminations-Zusammensetzungen weisen einen Flammpunkt weit oberhalb von 100 °C auf, gegenüber einem Flammpunkt von < 21 °C der auf technischen Xylolisomeren- gemische basierenden Zusammensetzungen.
Ohne erhebliche Verschlechterung des Flammpunktes lassen sich erstaunlicherweise Kohlenwasserstoffe, beispielsweise auch Xy- lolisomerengemische, als Co-Lösemittel einsetzen, wodurch die lösende Wirkung der Dekontaminations-Zusammensetzung für mili- tärisch relevante Giftstoffe noch erhöht wird.
Aus den erfindungsgemäßen Dekontaminations-Zusammensetzungen lassen sich darüber hinaus stabile Emulsionen bilden, die sich vor allem durch eine lange Verweilzeit auf den zu reinigenden Flächen, selbst wenn diese senkrecht sind, auszeichnen, so daB eine ausreichende Kontaktzeit von Dekontaminationsmittel und zu reinigender Oberfläche sichergestellt ist.
Darüber hinaus lassen sich die erfindungsgemäßen Dekontaminati- ons-Zusammensetzungen bzw. die daraus gebildeten Emulsionen in einfacher Weise mit Wasser, Heißdampf oder wäßrigen Tensidlö- sungen abwaschen.
Aufgrund der Verwendung von natürlichen Fettsäuren und/oder de- ren Derivaten steht ein überaus umweltverträgliches Dekontami- nationsmittel zur Verfügung, das im Hinblick darauf, daß die Dekontaminations-Zusammensetzungen ganz überwiegend im freien Feld verwendet werden, den Vorteil aufweist, daß von den De- kontaminations-Zusammensetzungen selbst keine nennenswerte Um- weltgefährdung ausgeht. Insbesondere werden die natürlichen Fettsäuren und deren Derivate in der Natur, vor allem im Erd- reich, relativ schnell abgebaut.
In die für das Lösemittel geeigneten natürlichen Fettsäuren sind selbstverständlich auch synthetisch hergestellte Fettsäu- ren und deren Derivate einzubeziehen.
Das Löse-und Aufweichvermögen gegenüber Farbanstrichen von un- terschiedlicher Grundformulierung ist gering.
Bevorzugt werden als Lösemittel Esterderivate von Fettsäuren, besonders Pflanzenölester.
Um die Lagerfähigkeit der Dekontaminations-Zusammensetzungen zu verbessern, wird das Lösemittel vorzugsweise gesättigte Fett- säuren und/oder deren Derivate umfassen.
Insbesondere geeignet sind gesättigte Fettsäuren bzw. deren De- rivate, bei denen die Jodzahl weniger als 1 g In/100 g beträgt.
Die viskos-elastischen Eigenschaften und insbesondere auch die Einwirkzeit des ausgebrachten Dekontaminationsmittels beim Ent- giftungseinsatz lassen sich durch den Zusatz eines Verdickers noch verbessern bzw. steuern.
Der Verdicker wird vorzugsweise ausgewählt aus natürlichen oder synthetischen Schichtsilikaten, aus Cellulosederivaten oder Po- lyethylenglykolen.
Als Beispiele für natürliche Schichtsilikate sind zu nennen : -Talkum -Kaolin (Kaolinit) -Bentonite (Bleicherden) -Hectorite und -Montmorillonite.
Beispiele für synthetische Schichtsilikate sind : -Natronwasserglas -Tetraerdalkalialuminohydrate, wie z. B. Tetracalciumalumi- niohydrat, -Zeolithe -Permutite.
Als Cellulosederivate empfehlen sich insbesondere Acetyl-, Me- thyl-und Carboxylmethylcellulose.
Die zuvor schon angesprochenen Co-Lösemittel werden vorzugswei- se ausgewählt aus Kohlenwasserstoffen (aliphatischen und aroma- tischen), Halogenkohlenwasserstoffen, Alkoholen und Estern niedriger Carbonsäuren.
Spezifische Beispiele für Co-Lösemittel sind im Falle von Koh- lenwasserstoffen : -iso-Hexan -Cycloheptan -Xylole -Toluol -n-und iso-Propylbenzol ; im Falle von Halogenkohlenwasserstoffen : -Dichlorethane -Tetrachlorethan ; im Falle von Alkoholen : -Octanole -Glykole -Cyclohexanol -Benzylalkohol.
Als Beispiel für einen Ester niedriger Carbonsäuren sei n-Bu- tylacetat genannt.
Das Spektrum der möglichen Wirkstoffe im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung ist relativ breit, jedoch werden vor- zugsweise nucleophil und/oder elektrophil wirksame Reagenzien wie z. B. starke Basen, insbesondere Alkoholate, Hypochlorit- Verbindungen oder organische Chlorstickstoffverbindungen einge- setzt.
Im Falle, daß als Wirkstoff starke Basen verwendet werden, emp- fiehlt es sich, bei der Bildung der Dekontaminations-Emulsion Emulsionen aus nicht wäßrigen Systemen zu bilden, z. B. auf Al- koholbasis.
Besonders geeignete Wirkstoffe sind Chlorisocyanurverbindungen, Chloramine, chlorierte Hydantoine, chlorierte Glykourile, chlo- rierte aliphatische Sulfamide oder chlorierte aromatische Sul- famide, chlorierte Triazole, chlorierte Imide, N-Chlor-2-sub- stitierte Imidazoline und/oder N-Chlor-Saccharin.
Spezifische Beispiele für die Wirkstoffe sind im Falle von a) Chlorisocyanurverbindungen -Trichlorisocyanursaure (1, 3, 5-Trichlor-1, 3, 5-triazin- 2, 4, 5-trion) -Dichlorisocyanursäure und ihre Salze, wie Natrium-/ Kaliumdichlorisocyanurat, auch als Hydrate b) Chloraminen -Monochloramin B und T (N-Chlorbenzolsulfamid, Natrium- salz und N-Chlortoluol-4-sulfonamid, Natriumsalz) auch als Hydrate -Dichloramin B und T (N, N-Dichlorbenzolsulfamid und N, N-Dichlortoluolsulfamid) -Hexachloramin (Hexachlormelamin) c) chlorierten Hydantoinen -1, 3-Dichlor-5, 5-dimethylhydantoin (DANC) d) chlorierten Glycolurilen -1, 3, 4, 6-Tetrachlor-7, 8-diphenyl-2, 5-diiminoglycoluril (auch 1, 3, 4, 6-Tetrachlor-7, 8-diphenylglycoluril) -1, 3, 4, 6-Tetrachlor-1, 3, 4, 6-tetrazobicyclo-octa-2, 5- dion e) chlorierten aliphatischen Sulfamiden -Methansulfonsauredichloramid (N-Dichlor-methylsulfona- mid gleich Methansulfamiddichlorid) -Isohexylsulfonsäurechloramid (Isohexylsulfamidchlorid) f) chlorierten aromatischen Sulfamiden -N, N-Dichlor-4-Sulfonamid-benzoesäure und-phthalsäure g) chlorierten Triazolen -1, 3-Dichlor-1, 2, 4-triazol u. a. h) chlorierten Imiden -N-Chlorsuccinimid (N-Chlorpyrrolidin-2, 5-dion gleich Succinchlorimid) -2, 6-Dichlorchinon-4-chlorimid i) N-Chlor-2-substituierte Imidazoline j) N-Chlorsaccharin.
Auch mit der Rezeptur der Dekontaminations-Zusammensetzung kön- nen weite Bereiche realisiert werden. Bevorzugt jedoch werden auf 10 Gewichtsteile der Feststoffkomponenten der Zusammenset- zung, nämlich Wirkstoff, Neutralsalz und Verdicker, 7 bis 30 Gew. teile der organischen Komponente, nämlich Lösemittel, gegebenenfalls Co-Lösemittel und Emulgator, eingesetzt.
Rezepturen, die sich an diese Grenzen halten, lassen sich be- sonders leicht zu viskos-elastischen Emulsionen verarbeiten, die darüber hinaus lagerstabil sind und eine ausgezeichnete Be- netzung der zu reinigenden Flächen ergeben.
Die Anteile der Feststoffkomponenten untereinander werden be- vorzugt wie folgt gewählt : 20-25 Gew. % Wirkstoff 20-60 Gew. % Neutralsalz und 7-30 Gew. % Verdicker.
Die Anteile der organischen Flüssigkeitskomponenten untereinan- der werden bevorzugt wie folgt gewählt : 70-90 Gew. % der natürlichen Fettsäuren und/oder deren Deri- vate sowie gegebenenfalls Co-Lösemittel und 10-30 Gew. % Emulgator.
Der Anteil an einem Co-Lösemittel kann 20 bis 60 Gew. % ausma- chen, besonders dann, wenn Kohlenwasserstoffe (aliphatische und/oder aromatische) verwendet werden und durch ihren Anteil der Vorteil eines relativ hohen Flammpunktes nicht aufgegeben werden muß.
Die Erfindung betrifft, wie eingangs erwähnt, ebenfalls ge- brauchsfertige Dekontaminationsemulsionen, die sich aus den vorbeschriebenen Dekontaminationszusammensetzungen durch Zugabe einer flüssigen Phase, beispielsweise Wasser oder Alkohol, bil- den lassen.
Eine bevorzugte gebrauchsfertige Dekontaminationsemulsion bein- haltet 10 bis 60 Gew. der erfindungsgemäßen Dekontaminations- zusammensetzung und Rest Wasser.
Bevorzugt wird die Emulsion als eine Wasser-in-Öl-Emulsion aus- gebildet, so daß die Ölphase die wirksamste Phase ist und leicht die Benetzung der zu reinigenden Oberflächen bewirkt und dabei die chemischen Kampfstoffe aufnehmen kann.
Die Destabilisierung der erfindungsgemäßen Emulsionen läuft sehr langsam ab, so daß die chemischen Reaktionen zum Abbau der Kampfstoffe auch noch beim Abspülen der Oberflächen weiterlau- fen können. So erzielt man eine im wesentlichen vollständige Umsetzung der Dekontaminationsrückstände und vermeidet eine Se- kundärkontamination durch Kampfstoffe an kritischen Handlungs- standorten.
Atmosphärische Einflüsse schließlich fuhren danach relativ schnell zu einer Selbstzersetzung der Emulsion.
Bevorzugt liegt bei solchen Wasser-in-Öl-Emulsionen die elek- trische Leitfähigkeit der Emulsion im Bereich von 0, 1 bis 20 uS/cm.
Der Gehalt an Verdicker in der Dekontaminations-Zusammensetzung läßt sich dazu verwenden, die daraus gebildete Emulsion thixo- trop einzustellen. Thixotrop oder viskos-elastisch eingestellte Emulsionen haben den Vorteil, daß sie sich einerseits leicht aufbringen lassen, andererseits dann ohne weitere Einflüsse auf der Oberfläche in ausgebrachter Form relativ zähflüssig werden und so lange Verweilzeiten auf den zu reinigenden Oberflächen aufweisen.
Die erfindungsgemäße Dekontaminations-Zusammensetzung erlaubt darüber hinaus das einfache Angleichen des viskos-elastischen Verhaltens der Emulsionen an feldmäßige Bedingungen und Gege- benheiten, beispielsweise durch Ändern der Wasserkonzentration.
Die gegebene Variationsmöglichkeit ermöglicht auch Anwendungen unter ungünstigen metereologischen und klimatischen Bedingun- gen, wie etwa bei Regen oder stürmischem Wetter.
Die erfindungsgemäße Emulsion eignet sich auch sehr gut zur De- kontamination stark verschmutzter, auch stark verölter oder verfetteter Oberflächen.
Die erfindungsgemäße Emulsion haftet sehr lange an Oberflächen und trocknet nur langsam aus. Das Austrocknen kann einfach da- durch weiter verlangsamt werden, daß Wasser auf die mit der er- findungsgemäßen Emulsion beschichtete Oberfläche gesprüht wird.
Die chemische Aktivität der Emulsion wird dadurch nicht nen- nenswert gemindert.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Dekontamination von Oberflächen, die mit chemischen Kampfstoffen vergiftet sind, welches sich dadurch auszeichnet, daß in einem ersten Schritt eine Emulsion einer erfindungsgemäßen Dekontaminations- Zusammensetzung auf die zu dekontaminierende Oberfläche ausge- bracht wird und in einem zweiten Schritt mit Wasser, Heißdampf oder einer wäßrigen Tensidlösung abgewaschen wird.
Bevorzugt wird das Ausbringen der erfindungsgemäßen Emulsion durch Niederdruckaufsprühen mit einem Strahldruck von 1 bis 10 bar durchgeführt.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Beispielen noch näher erläutert.
Bevorzugte generelle Formulierung der erfindungsgemäßen Dekon- taminations-Emulsionen 1-10 Gew. % Wirkstoff, z. B. Cl-N-Verbindung mit einem Min- destgehalt von 30 Gew. % an verfügbarem Chlor 1-10 Gew. % natürliche Fettsäuren und/oder deren Derivate 0-5 Gew. % Co-Lösemittel 1-10 Gew. % Emulgator 1-8 Gew. % Verdicker 2-10 Gew. % Neutralsalz Rest Wasser, auch Oberflächen-oder Meerwasser Beispiel 1 Als sehr wirksame Dekontaminations-Emulsion mit guten Anwen- dungseigenschaften erwies sich folgende Rezeptur : 5, 0 % Natriumdichlorisocyananurat 4, 5 % natürliche gesättigte Derivate des Kokosöls (Estisol 242 der Firma Haltermann) 3, 0 % Xylol-Isomerengemisch als Co-Lösungsmittel 2, 0 % Polyoxyethylen-glycerol-Oleoricinate (Tagat V 20 der Firma Th. Goldschmidt AG) 2, 0 % Talkum als Verdicker 4, 0 % Natriumchlorid als Neutralsalz Rest Wasser.
Die erhaltene Emulsion besteht aus einer Wasser-in-Öl-Emulsion mit einer elektrischen Leitfähigkeit von 1 uS/cm und einem pH- Wert von 7, 5 bis 7, 8 mit einer verfügbaren Menge an freiem Chlor um 2, 9 bis 3, 0 Gew. % und einer Viskosität zwischen ca. 500 und 800 mPa-s (bei 20 °C), im Verlauf einer Stunde an- steigend auf 2500 mPa-s und einer pH-Absenkung auf 7, 0 ohne ei- nen Verlust an freiem Chlor. Die Emulsion hat viskos-elastische Eigenschaften, d. h. sie verhält sich thixotrop.
Beispiel 2 Um eine für das Reaktionsmedium in der erfindungsgemäßen Emul- sion optimal wirksame Konzentration an frei verfügbarem Chlor zu erhalten, bedarf es ausgewogener Verhältnisse bei den orga- nischen Lösemitteln. Zu große Anteile der pflanzlichen Esteröle können einen Konzentrationsabfall bewirken wie die folgenden Formulierungen einer wäßrigen Emulsion zeigen. Komponenten Gehalt in Gewichtsprozent Na-dichlorisocyanurat 5 5 5 5 5 NaCI 4 4 4 4 4 Talkum 2 2 2 2 1, 75 Emulgator 2 2 2 2 1, 75 Pflanzenölester 6, 75 6, 0 4, 5 4, 0 4, 5 Co-Lösemittel (Xylol) 0, 75 1, 5 3, 0 3, 0 3, 0 Parameter pH 7, 72 7, 82 7, 70 7, 71 7, 90 Leitfähigkeit in pS/cm 3 3 1 1 1 Viskosität in mPa s 940 800 655 665 560 verfügb. Chlor in Gew. % 2, 73 2, 77 2, 96 2, 94 2, 89 Oberflächenbenetzung ++ ++ +++ +++ +++ (visuell) Beispiel 3 Ohne ein geeignetes Co-Lösemittel steht nach dem Ansatz der er- findungsgemäßen Emulsion eine weit geringere Menge an verfügba- rem Chlor zur Verfügung oder es entsteht kein viskos-elasti- sches System. Komponenten Gehalt in Gewichtsprozent Na-dichlorisocyanurat 5 5 5 5 NaCI 4 4 4 4 Talkum 2 2 2 2 Emulgator Pflanzenölester 7, 5 7, 5 6, 25 5, 0 Co-Lösemittel (i-PrOH) 0, 75 2, 5 5, 0 Parameter entrahmt pH 7, 7 7, 6 Leitfähigkeit in NS/cm 6 6 uber 10. 000 ++ Viskosität in mPa s 8700 6000 verfügb. Chlor in Gew. % 0,87+ 1,75+ Oberflächenbenetzung (visuell) + nach mehreren Stunden Zunahme des Gehaltes maximal auf 2, 8 % "Öl-in-Wasser-Emulsionen Die in den Beispielen 2 und 3 verwendeten Pflanzenölester und Emulgatoren entsprechen denen von Beispiel 1.
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