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Title:
DECORATIVE DECOR ELEMENT AND METHOD FOR PRODUCING SAID DECORATIVE DECOR ELEMENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/069447
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a plastic decorative décor element (10) such as for example a pillar décor or a furniture handle. The decorative decor element (10) is characterized in that it is produced of a composite material including a cured polymer binder (16) and a particulate filler (18) incorporated thereinto, and in that the decorative décor element (10) has a closed seamless outer peripheral surface (14). The invention also relates to a method for producing a decorative décor element (10).

Inventors:
PATERNOSTER, Rudolf (Lindenstrasse 41, Rinchnach, 94269, DE)
PLEDL, Xaver (Dr. Scholl-Strasse 13, Zwiesel, 94227, DE)
Application Number:
EP2009/008264
Publication Date:
June 24, 2010
Filing Date:
November 20, 2009
Export Citation:
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Assignee:
SCHOCK GMBH (Hofbauerstrasse 1, Regen, 94209, DE)
PATERNOSTER, Rudolf (Lindenstrasse 41, Rinchnach, 94269, DE)
PLEDL, Xaver (Dr. Scholl-Strasse 13, Zwiesel, 94227, DE)
International Classes:
B29C70/64; A47B95/02; B29C41/18; E04C3/36
Attorney, Agent or Firm:
BARTELS UND PARTNER (Lange Strasse 51, Stuttgart, 70174, DE)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e

1. Einrichtungsdekorelement (10) wie beispielsweise Säulendekor oder Möbelgriff, wobei das Einrichtungsdekorelement (10) aus einem

Kunststoff hergestellt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Einrichtungsdekorelement (10) aus einem Kompositwerkstoff mit einem ausgehärteten polymeren Bindemittel (16) und einem darin eingelagerten partikelförmigen Füllstoff (18) hergestellt ist, und dass das Einrichtungsdekorelement (10) eine geschlossene fugenfreien

Außenumfangsfläche (14) aufweist.

2. Einrichtungsdekorelement (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Einrichtungsdekorelement (10) mindestens einen vorzugsweise eine Sichtseite aufweisenden hülsenförmigen

Abschnitt aus dem Kompositwerkstoff aufweist.

3. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des partikelförmigen Füllstoffes (18) zwischen 50 und 95 Gew.% , vorzugsweise zwischen 60 und 80 Gew.%, bezogen auf die Masse des Kompositwerkstoffes, beträgt.

4. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens 95 Gew.% des

Füllstoffes (18) eine Partikelgröße zwischen 0,001 und 5 mm aufweisen.

5. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens 95% des Füllstoffes (18) eine Partikelgröße aufweisen, die kleiner ist als 50% einer Wandstärke oder eines Durchmessers des Einrichtungsdekorelements (10)

6. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel (16) mindestens teilweise ein ausgehärtetes Acrylharz ist.

7. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil des Füllstoffes (18) eine größere Härte aufweist als das Bindemittel (16).

8. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorangehenden

Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil des Füllstoffes (18) eine Mohshärte von mindestens 5 aufweist, insbesondere mindestens 7.

9. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorangehenden

Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil des Füllstoffes (18) eine von der Farbe des Bindemittels (16) abweichende Farbe aufweist.

10. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorangehenden

Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil des Füllstoffes (18) an seiner Oberfläche eine Farbbeschichtung aufweist.

1 1. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Einrichtungsdekorelement (10) einen hülsenförmigen Abschnitt aufweist, der als Gießteil hergestellt ist, und dass die Oberfläche (20) des Einrichtungsdekorelements (10) mindestens teilweise durch eine durch das ausgehärtete Bindemittel (16) gebildete Gießhaut (22) gebildet ist.

12. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das ausgehärtete

Bindemittel (16) zwischen den Füllstoffpartikeln (18) kleine Vertiefungen bildet.

13. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (20) des

Einrichtungsdekorelements (10) mindestens teilweise durch den partikelförmigen Füllstoff (18) gebildet ist.

14. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewichtsanteil des

Füllstoffes (18) im Kompositwerkstoff in Umfangsrichtung in Achtelsegmenten um weniger als 10 % variiert, vorzugsweise um weniger als 5% und insbesondere um weniger als 3 %.

15. Einrichtungsdekorelement (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil von Füllstoffpartikeln in der radial äußeren Hülsenhälfte um mehr als 2 %, insbesondere um mehr als 4 %, höher liegen als in der radial inneren Hülsenhälfte.

16. Verfahren zur Herstellung eines Einrichtungsdekorelement (10) wie beispielsweise eines Säulendekors oder eines Möbelgriffs, wobei das Einrichtungsdekorelement (10) aus einem Kunststoff hergestellt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Einrichtungsdekorelement (10) aus einem Kompositwerkstoff durch Aushärten eines polymeren Bindemittels (16) mit einem darin eingelagerten partikelförmigen Füllstoff (18) derart hergestellt wird, dass das Einrichtungsdekorelement (10) mindestens abschnittsweise eine geschlossene fugenfreien Außenumfangsfläche (14) aufweist.

17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Einrichtungsdekorelement (10) durch Gießformen hergestellt wird.

Description:
Einrichtungsdekorelement und Verfahren zur Herstellung eines Einrichtungsdekorelements

Die Erfindung betrifft ein Einrichtungsdekorelement für den Innen- oder Außenbereich, wie beispielsweise ein Säulendekor oder ein Möbelgriffteil, das aus einem hochgefüllten Kunststoff hergestellt ist, sowie ein Verfahren zur Herstellung eines Einrichtungsdekorelements.

Aus der DE 299 10 428 U1 ist ein Dekorprofilstab, insbesondere für Möbel, bekannt mit einem durchgehenden Kern aus einem Metall- oder Kunststoff röhr, auf den mehrere Hohlprofilsegmente aufgeschoben sind, die aus einem Kunststoff durch Extrusion hergestellt sind.

Aus der DE 602 10 105 12 ist eine dekoratives Oberflächenmaterial mit einer dekorativen Musterung und Verfahren zur Herstellung desselben bekannt. Das dekorative Oberflächenmaterial ist aus einer Vielzahl von Bereichen einer wärmeaushärtbaren Gießformulierung zusammengesetzt. Diese Bereiche weisen eine Grenzfläche zwischen benachbarten Bereichen auf, wobei mindestens einige der Bereiche orientierte Partikel enthalten, welche ein Aspektverhältnis von mindestens 3 aufweisen und entlang der durch die Grenzflächen der benachbarten Bereiche gebildeten Linien orientiert sind. Das Beschichtungsmaterial weist ein dekoratives Muster mit Schattenvariationen in den Bereichen entlang der Grenzflächen auf. Weiterhin ist bekannt, Naturstein in Platten- oder Säulenform als Dekorelement einzusetzen, beispielsweise für Böden oder Wände, um eine edle und hochwertige Raumoptik zu erzielen.

Nachteilig ist bei den bekannten Einrichtungsdekorelementen, dass ein Kompromiss zwischen hochwertiger Optik, Formenfreiheit und erreichbaren Gebrauchseigenschaften eingegangen werden muss. So kann mit Naturstein zwar eine hochwertige Optik erreicht werden, allerdings ist die Formenfreiheit eingeschränkt und auch die Gebrauchseigenschaften sind nicht für alle Anwendungsfälle optimal. Insbesondere die Anwendung von Naturstein als säulen- oder stabartige Dekorelemente ist auf verhältnismäßig große Durchmesser beschränkt, da andernfalls die Sprödigkeit von Naturstein zu schnellem Bruch des Dekorelements führt. Aufgrund der großen Durchmesser weisen säulenartige

Natursteindekorelemente ein großes Eigengewicht auf, die sie für viele Anwendungsbereiche uninteressant macht. Dagegen ist bei Dekorelementen aus Kunststoff eine große Formenfreiheit erreichbar, aber das optische Erscheinungsbild ist von eingeschränkter Qualität und auch die Gebrauchseigenschaften sind nicht für alle Anwendungsfälle optimal.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Einrichtungsdekorelement bereitzustellen, welches bei hoher ästhetischer Qualität eine große Formenfreiheit ermöglicht und außerdem sehr gute Gebrauchseigenschaften aufweist, sowie ein zugehöriges Herstellverfahren bereitzustellen, das derartige Einrichtungsdekorelemente hervorbringt.

Diese Aufgabe ist durch das im Anspruch 1 bestimmte Einrichtungsdekorelement und das im nebengeordneten Anspruch bestimmte Herstellverfahren gelöst. Besondere Ausführungsarten der Erfindung sind in den Unteransprüchen bestimmt.

Das erfindungsgemäße Einrichtungsdekorelement ist zumindest an einem Teil der sichtbaren Oberfläche aus einem Kompositwerkstoff hergestellt. Der Kompositwerkstoff weist ein ausgehärtetes polymeres Bindemittel, beispielsweise aus der Gruppe der Polyester, Poly(meth-)acrylate, Polyurethane oder Epoxide, mit einem darin eingelagerten partikelförmigen Füllstoff auf. Das Einrichtungsdekorelement kann mehrere Abschnitte aufweisen, insbesondere einen oder mehrere hülsenförmige Abschnitte aufweisen, die hintereinander oder in Schrägstellung zueinander auf einem Trägerelement angeordnet sein können. In einer Ausführungsart ist das Einrichtungsdekorelement allein durch einen hülsenförmigen Abschnitt gebildet.

Das Einrichtungsdekorelement weist mindestens abschnittsweise, vorzugsweise in einem hülsenförmigen Abschnitt, eine spalt- und fugenfreie Außenumfangsfläche auf. Die Außenumfangsfläche ist vorzugsweise eine zylindrische und insbesondere kreiszylindrische Mantelfläche. Das Einrichtungsdekorelement kann beispielsweise eine Säulenverkleidung, ein Möbelgriff, ein Handlauf oder ein Treppengeländer mit einem vorzugsweise natursteinartigen Erscheinungsbild auf der Außenumfangsfläche sein. Im Gegensatz zu Einrichtungsdekorelementen aus Naturstein weist das erfindungsgemäße Einrichtungsdekorelement aufgrund des Bindemittelanteils eine größere Flexibilität auf, ist daher weniger spröde, und kann aufgrund des Füllstoffes dennoch nicht nur eine Steinoptik und/oder Steinhaptik aufweisen, sondern auch eine widerstandsfähige Oberfläche und damit gute Gebrauchseigenschaften. Zusätzlich kann das erfindungsgemäße Einrichtungsdekorelement in vorgebbarem Umfang thermisch verformbar sein. So kann der Werkstoff des Einrichtungsdekorelements in Plattenform bis zu einem minimalen Biegeradius, der gleich der doppelten Plattenstärke ist, thermoplastisch verformbar sein. Die Oberflächenbearbeitung des erfindungsgemäßen Einrichtungsdekorelements ist mit den aus dem Naturstein bekannten Standardverfahren möglich.

Der partikelförmige Füllstoff kann im Wesentlichen gleichverteilt in dem polymeren Bindemittel eingelagert sein. In einer Ausführungsart kann jedenfalls im Bereich des hülsenförmigen Abschnitts auf einer Außenseite, die im Gebrauchszustand eine Sichtseite bildet, der partikelförmige Füllstoff in gleicher oder höherer Konzentration eingelagert sein als auf einer inneren Mantelfläche, die im Gebrauchszustand eine in der Regel nicht sichtbare Rückseite bildet. Dadurch ist gewährleistet, dass auf der Sichtseite sowohl der ästhetische Eindruck als auch die Gebrauchseigenschaften des hülsenförmigen Abschnitts maßgeblich durch den partikelförmigen Füllstoff bestimmt sind. In einer Ausführungsart ist die Wandstärke des hülsenförmigen Abschnitts größer oder gleich 1 mm, vorzugsweise größer oder gleich 2 mm. In einer Ausführungsart beträgt die Wandstärke des Einrichtungsdekorelements, insbesondere eines hülsenförmigen Abschnitts, zwischen 1 und 10 mm, insbesondere zwischen 2 und 10 mm und vorzugsweise zwischen 2 und 4 mm.

In einer Ausführungsart ist das Bindemittel mindestens teilweise ein ausgehärtetes Acrylharz, insbesondere Polymethylmethacrylat (PMMA). Durch die Verwendung von Acrylharz sind sehr gute Gebrauchseigenschaften realisierbar, insbesondere eine für Bindemittel verhältnismäßig harte und kratzfeste Oberfläche mit hoher UV-Beständigkeit, und darüber hinaus ist eine hohe Gestaltungsfreiheit hinsichtlich der ästhetischen Farberscheinung erreichbar.

Der Anteil von PMMA am Bindemittel kann mindestens 50 % betragen. In einer Ausführungsart besteht das Bindemittel zu mindestens 90 % aus PMMA. Das Bindemittel kann im ausgehärteten Zustand farblos und transparent sein. In einer Ausführungsart sind dem Bindemittel Farb- und/oder Effektpigmente zugesetzt, so dass das ausgehärtete Bindemittel unabhängig von dem partikelförmigen Füllstoff eine Eigenfarbe oder einen vorgebbaren optischen Effekt aufweist, beispielsweise einen Metalliceffekt.

In einer Ausführungsart weist mindestens ein Teil des Füllstoffes eine größere Härte auf als das Bindemittel. Als Füllstoff können insbesondere mineralische Partikel eingesetzt werden. Bei den Partikeln kann es sich mindestens zum Teil, insbesondere mit einem Anteil von mindestens 50 Gew.%, um ungebrochene Füllstoffkörner handeln, wie sie beispielsweise aus natürlichen Vorkommen stammen. Die Füllstoffe sind vorzugsweise anorganisch und weisen eine Mohshärte von mindestens 5 auf, wie beispielsweise Aluminiumtrihydroxid, oder sogar eine Mohshärte von mindestens 7, wie beispielsweise Quarz oder allgemeiner Siliciumdioxyd (Siθ2).

In einer Ausführungsart beträgt der Anteil des Füllstoffes zwischen 50 und 95 Gew.%, bezogen auf die Masse des hülsenförmigen Abschnitts oder des Einrichtungsdekorelements, vorzugsweise zwischen 60 und 80 Gew.%. In einer Ausführungsart weisen mindestens 95 Gew.% des Füllstoffes, bezogen auf die Masse des gesamten Füllstoffes, eine Partikelgröße zwischen 0,001 und 5 mm auf, insbesondere weisen mindestens 80 Gew.% eine Partikelgröße zwischen 0,01 und 1 mm. In einer Ausführungsart weisen mindestens 80 %, vorzugsweise mindestens 90 %, eine Partikelgröße von maximal 0,8 mm auf. Dadurch lässt sich auch in vergleichsweise dünnwandigen hülsenförmigen Abschnitten noch eine homogene Verteilung der Fül Istoffpartikel gewährleisten.

In einer Ausführungsart, die beispielsweise dickwandige oder massive Einrichtungsdekorelemente zum Ziel hat, können die Füllstoffe auch größere Partikelgrößen aufweisen, wobei die größten Partikel eine Größe von weniger als 60%, insbesondere weniger als 50% der Wandstärke, oder bei massiven Einrichtungsdekorelementen des Durchmessers, aufweisen.

In einer Ausführungsart weist mindestens ein Teil des Füllstoffes eine von der Farbe des Bindemittels abweichende Farbe auf. Dabei kann es sich um eine Eigenfarbe der Füllstoffpartikel handeln und/oder mindestens ein Teil des Füllstoffes kann an der Oberfläche eine Farbbeschichtung aufweisen. Durch die Kombination des farblosen oder farbigen Bindemittels mit einem ebenfalls eine Eigenfarbe aufweisenden partikelförmigen Füllstoff kann eine ungleichmäßige und dadurch schmutzunempfindliche Farberscheinung jedenfalls auf der Außenseite des erfindungsgemäßen Einrichtungsdekorelements bereitgestellt werden. Durch den gegenüber dem Bindemittel eine höhere Härte aufweisenden partikelförmigen Füllstoff kann darüber hinaus die Widerstandsfähigkeit der sichtbaren Oberfläche erhöht werden, insbesondere die Kratzfestigkeit und die Abriebfestigkeit.

In einer Ausführungsart weist das Einrichtungsdekorelement an der

Sichtseite eine Oberflächenstruktur auf, indem das ausgehärtete Bindemittel zwischen den mineralischen Füllstoffpartikeln kleine Vertiefungen bildet. Das Verhältnis des Abstandes zweier, beispielsweise durch Füllstoffpartikel gebildeter benachbarter lokaler Maxima oder Wellenberge der Oberfläche zur Tiefe der sich zwischen zwei lokalen Maxima oder Wellenbergen erstreckenden Vertiefung beträgt zwischen 50:1 und 2:1.

Der Kompositwerkstoff weist einen geringeren Wärmedurchgang als Naturstein auf, insbesondere einen geringeren Wärmedurchgang als Naturgranit. Das Einrichtungsdekorelement wirkt wärmeisolierend, insbesondere fühlt sich das Einrichtungsdekorelement bei Hautkontakt warm an, was zu einer angenehmen Haptik führt.

In einer Ausführungsart ist die Oberfläche des Einrichtungsdekorelements durch den Kompositwerkstoff gebildet. Durch die Verwendung von unterschiedlichen Farben für das Bindemittel einerseits und den Füllstoff andererseits, gegebenenfalls auch durch unterschiedlich farbige Füllstoffe, kann die Farberscheinung des Einrichtungsdekorelements nahezu beliebig eingestellt werden, ohne dass es einer Oberflächenbeschichtung oder Lackierung bedarf. Dadurch sind die Gebrauchseigenschaften verbessert, weil insbesondere ein Verkratzen einer Lackierung oder einer Verchromung nicht auftreten kann. In einer Ausführungsart ist das Einrichtungsdekorelement, insbesondere ein hülsenförmiger Abschnitt davon, deckschichtenfrei. Das Einrichtungsdekorelement weist keine nach dem Herstellvorgang, insbesondere nach einem Gießformvorgang, aufgebrachte Deckschicht auf.

In einer Ausführungsart ist das Einrichtungsdekorelement als Gießteil hergestellt. Insbesondere kann hierfür ein Reaktionsgussverfahren eingesetzt werden, beispielsweise mit einer Polymerisation eines im Ausgangszustand als Monomer oder Monomer/Polymer-Gemisch vorliegenden Bindemittels. In einer Ausführungsart ist die Oberfläche des Einrichtungsdekorelements mindestens teilweise, vorzugsweise ganzflächig auf der Außenseite, durch eine durch das ausgehärtete Bindemittel gebildete Gießhaut gebildet. Dadurch ergibt sich eine glatte und leicht zu reinigende Oberfläche.

In einer Ausführungsart ist die Oberfläche des Einrichtungsdekorelements mindestens teilweise durch den partikelförmigen Füllstoff gebildet. Die Füllstoffpartikel treten aus dem Bindemittel bis an die Oberfläche hervor. In einer Ausführungsart können mehr als 20 %, vorzugsweise mehr als 30 % und insbesondere mehr als 40 % der Oberfläche des Teils des Einrichtungsdekorelements, das aus dem Kompositwerkstoff besteht, insbesondere der zylindrischen Außenmantelfläche, durch den partikelförmigen Füllstoff gebildet sein. Auf diese Weise kann die Härte und damit die mechanische Widerstandsfähigkeit der Oberfläche erhöht werden.

In einer Ausführungsart ist der Gewichtsanteil des Füllstoffes im

Einrichtungsdekorelement in Umfangsrichtung annähernd konstant, insbesondere variiert er von einem ersten Achtelsegment zu einem in Umfangsrichtung benachbarten zweiten Achtelsegment um weniger als 10 %, vorzugsweise um weniger als 5 % und insbesondere um weniger als 3 %. In Radialrichtung kann es eine signifikante Variation des

Füllstoffanteils geben, insbesondere dahingehend, dass auf der Außenseite der Füllstoffanteil höher ist als auf der innen liegenden Seite des hülsenförmigen Abschnitts. Beispielsweise kann der Anteil von Füllstoffpartikeln in der radial äußeren Hülsenhälfte um mehr als 2 %, insbesondere um mehr als 4 %, höher liegen als in der radial inneren Hülsenhälfte.

Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines vorstehend beschriebenen Einrichtungsdekorelements, wie beispielsweise eines Säulendekors oder eines Möbelgriffs, wobei das Einrichtungsdekorelement aus einem Kunststoff hergestellt wird. Das Einrichtungsdekorelement wird aus einem Kompositwerkstoff durch Aushärten eines polymeren Bindemittels mit einem darin eingelagerten partikelförmigen Füllstoff derart hergestellt, dass das Einrichtungsdekorelement mindestens abschnittsweise eine geschlossene fugenfreien Außenumfangsfläche aufweist.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel im

Einzelnen beschrieben ist. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein.

Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Einrichtungsdekorelements.

Die Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Einrichtungsdekorelements 10, das durch einen hülsenförmigen Abschnitt gebildet ist. Das Einrichtungsdekorelement 10 ist aus einem

Kompositwerkstoff hergestellt mit einem ausgehärteten polymeren Bindemittel 16 und einem darin eingelagerten partikelförmigen Füllstoff 18. Das Einrichtungsdekorelement 10 weist eine Hülsenform auf mit einer geschlossenen fugenfreien und spaltfreien Außenumfangsfläche 14, insbesondere hat das Einrichtungsdekorelement 10 eine hohlzylindrische Form mit einer Längsachse 12 und einer kreisringförmigen Querschnittskontur. Die Außenumfangsfläche 14 ist unbearbeitet, so wie sie durch den Herstell Vorgang gebildet ist. An der Stirnseite ist erkennbar, dass die Oberfläche 20 durch eine durch das ausgehärtete Bindemittel 16 gebildete Gießhaut 22 gebildet ist. Die partikelförmigen Füllstoffe 18 sind demgegenüber von der Oberfläche 20 beabstandet. In einem alternativen Ausführungsbeispiel können die Partikel des Füllstoffs 18 mindestens einen Teil der Oberfläche 20 der Außenumfangsfläche 28 bilden.

Das Einrichtungsdekorelement 10 kann unterschiedliche Füllstoffe 18 aufweisen, die sich hinsichtlich des Werkstoffes, der Größe, der Form und/oder der Farbe unterscheiden können. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die partikelförmigen Füllstoffe 18 zwar übereinstimmend hinsichtlich ihres Werkstoffes, unterscheiden sich aber insbesondere hinsichtlich ihrer Größe und/oder Farbe, so dass das Einrichtungsdekorelement 10 beispielsweise eine Granitoptik aufweist.

Eine bevorzugte Zusammensetzung des Einrichtungsdekorelements 10 besteht aus 60 bis 80 Gew.% kristallinen Quarzsandes, wobei 80 % des Füllstoffes 18 eine Partikelgröße zwischen 0,05 und 1 ,2 mm aufweisen, und 20 bis 40 % einer Lösung aus Polymethylmethacrylat in Methylmethacrylat als Bindemittel 16, wobei der Anteil des Polymethylmethacrylat an dieser Lösung zwischen 10 und 30 % beträgt. Grundsätzlich eignen sich als Füllstoff 18 alle Mineralien. Soweit durch den Füllstoff 18 die Härte des Einrichtungsdekorelements 10 erhöht werden soll, sind Füllstoffe 18 vorzuziehen, deren Härte größer ist als die des Bindemittels 16.

Weiterhin kann noch ein peroxydischer Katalysator in einer Menge zwischen 0,5 und 2 Gew.%, bezogen auf das Bindemittel harz, zugesetzt werden sowie 0,1 bis 1 % eines Haftvermittlers, der auch schon als Beschichtung auf dem Füllstoff 18 vorhanden sein kann. Weiterhin kann ein Quervemetzungsmittel zugesetzt werden.




 
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