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Title:
DEHYDRATABLE HYGIENE ARTICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/014972
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention concerns dehydratable hygiene articles comprising: i) a lower layer impermeable to aqueous fluids, ii) an upper layer permeable to aqueous fluids, iii) an absorbent core for aqueous fluids disposed between the lower and upper layers, and also iv) a trigger system comprising a superabsorbent material (a) capable of absorbing aqueous fluids by forming a hydrogel, wherein after the trigger system has been triggered, the superabsorbent material (a), when present as hydrogel, is capable of releasing at least a portion of the absorbed, aqueous fluid, wherein the hygiene article comprises not more than 50% by weight of a further superabsorbent material (b), based on the total weight of superabsorbent material (a) and superabsorbent material (b), capable, after the trigger system (iv) has been triggered, of absorbing the at least partially released aqueous fluid, if appropriate after a further trigger system other than trigger system (iv) has been triggered, by at least partially forming a hydrogel, or the hygiene article has a compressibility factor, determined in accordance with the test method described herein, of at least 1.1. The invention also concerns a process for dehydrating a hygiene article, a device for dehydrating a dehydratable hygiene article comprising a superabsorbent material, the use of a device for dehydrating hygiene articles and also kits.

Inventors:
SCHMIDT, Harald (Hoteser Weg 48, Tönisvorst, 47918, DE)
Application Number:
EP2007/006760
Publication Date:
February 07, 2008
Filing Date:
July 31, 2007
Export Citation:
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Assignee:
STOCKHAUSEN GMBH (Bäkerpfad 25, Krefeld, 47805, DE)
SCHMIDT, Harald (Hoteser Weg 48, Tönisvorst, 47918, DE)
International Classes:
A61F13/15; A61F13/84
Attorney, Agent or Firm:
HAKVOORT, Ansgar (Kahlhöfer Neumann Herzog FiesserKarlstrasse 76, Düsseldorf, 40210, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Dehydrierbarer Hygieneartikel umfassend:

i) eine für wässrige Flüssigkeiten impermeable untere Schicht, ii) eine für wässrige Flüssigkeiten permeable obere Schicht, iii) einen zwischen der unteren und der oberen Schicht angeordneten, wässrige Flüssigkeiten absorbierenden Kern, sowie iv) ein Triggersystem umfassend ein superabsorbierendes Material (a), welches in der Lage ist, unter Bildung eines Hydrogels wässrige Flüssigkeiten zu absorbieren, wobei nach Auslösen des Triggersystems aus dem superabsorbierenden Material (a), wenn dieses als Hydrogel vorliegt, zumindest ein Teil der absorbierten, wässrigen Flüssigkeit freigesetzt werden kann,

wobei der Hygieneartikel höchstens 50 Gew.-% eines weiteren superabsorbierenden Materials (b), bezogen auf das Gesamtgewicht aus superabsorbierendem Material (a) und superabsorbierendem Material (b), um- fasst, welches in der Lage wäre, nach Auslösen des Triggersystems (iv) die zumindest teilweise freigesetzte wässrige Flüssigkeit, gegebenenfalls erst nach Auslösen eines weiteren, vom Triggersystem (iv) verschiedenen Triggersystems, zumindest teilweise unter Bildung eines Hydrogels zu absorbieren.

2. Dehydrierbarer Hygieneartikel umfassend:

i) eine für wässrige Flüssigkeiten impermeable untere Schicht, ii) eine für wässrige Flüssigkeiten permeable obere Schicht, iii) einen zwischen der unteren und der oberen Schicht angeordneten wässrige Flüssigkeiten absorbierenden Kern, sowie

iv) ein Triggersystem umfassend ein superabsorbierendes Material (a), welches in der Lage ist, unter Bildung eines Hydrogels wässrige Flüssigkeiten zu absorbieren, wobei nach Auslösen des Triggersystems aus dem superabsorbierenden Material (a), wenn dieses als Hydrogel vorliegt, zumindest ein Teil der absorbierten, wässrigen

Flüssigkeit freigesetzt werden kann,

wobei der Hygieneartikel einen gemäß der hierin beschriebenen Testmethode bestimmten Kompressibilitätsfaktor von mindestens 1,1 aufweist.

3. Dehydrierbarer Hygieneartikel nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Hygieneartikel eine Windel ist.

4. Dehydrierbarer Hygieneartikel nach einem der vorhergehenden Ansprü- che, wobei das Triggersystem (iv) ein anionisches superabsorbierendes

Material (a), dessen Absorptionseigenschaften vom pH- Wert abhängig sind, sowie ein von dem superabsorbierenden Material (a) räumlich getrennt vorliegendes saueres Material (c) umfasst und wobei das Auslösen dadurch erfolgt, dass es dem sauren Material (c) ermöglicht wird, mit dem Hydrogel in Kontakt zu treten.

5. Dehydrierbarer Hygieneartikel nach Anspruch 4, wobei das superabsorbierende Material (a) ein vernetztes, teilneutralisiertes Polyacrylat und das sauere Material (c) Zitronensäure ist.

6. Dehydrierbare Windel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Triggersystem (iv) ein kationisches superabsorbierendes Material (a), dessen Absorptionseigenschaften vom pH- Wert abhängig sind, sowie ein von dem superabsorbierenden Material (a) räumlich getrennt vorliegen- des basisches Material (d) umfasst und wobei das Auslösen dadurch er-

folgt, dass es dem basischen Material (d) ermöglicht wird, mit dem Hydrogel in Kontakt zu treten.

7. Dehydrierbarer Hygieneartikel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Triggersystem neben dem superabsorbierenden Material (a) ein von dem superabsorbierenden Material (a) räumlich getrennt vorliegendes neutrales Salz (e) oder eine von dem superabsorbierenden Material (a) räumlich getrennt vorliegenden neutrale Salzlösung (f) umfasst und wobei das Auslösen dadurch erfolgt, dass es dem Salz (e) beziehungsweise der Salzlösung (f) ermöglicht wird, mit dem Hydrogel in Kontakt zu treten.

8. Dehydrierbarer Hygieneartikel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die für wässrige Flüssigkeiten impermeable untere Schicht (i) und/oder die für wässrige Flüssigkeiten permeable obere Schicht (ii) einen verschlossenen Auslas aufweist, der geöffnet werden kann und über den nach dem öffnen die nach Auslösen des Triggersystems (iv) zumindest teilweise freigesetzte wässrige Flüssigkeit aus dem Hygieneartikel entfernt werden kann.

9. Verfahren zum Dehydrieren eines Hygieneartikels umfassend die Verfahrensschritte:

a. Auslösen des Triggersystems (iv) in einem dehydrierbaren Hygie- neartikel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, welcher wässrige Flüssigkeit absorbiert hat,

b. Entfernen zumindest eines Teils der nach Auslösen des Triggersystems (iv) zumindest teilweise freigesetzten absorbierten wässrigen Flüssigkeit aus dem Hygieneartikel.

10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das Entfernen durch das Komprimieren des Hygieneartikels erfolgt.

11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei das Komprimieren durch die Beau- schlagung des Hygieneartikels mit einem Druck, der größer ist als der den Hygieneartikel umgebende Luftdruck, oder durch Auswringen des Hygieneartikels erfolgt.

12. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das Entfernen durch das Einwirken einer Zentrifugalkraft erfolgt.

13. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das Entfernen durch das Verdampfen zumindest eines Teils der freigesetzten Flüssigkeit erfolgt.

14. Vorrichtung zum Dehydrieren eines ein superabsorbierendes Material (a) beinhaltenden, dehydrierbaren Hygieneartikels umfassend die Vorrichtungsbestandteile:

A) einen Behälter aufweisend

Al) eine erste öffnung, über die ein dehydrierbarer Hygienearti- kel, welcher wässrige Flüssigkeiten absorbiert hat, in den Behälter A) eingebracht wird,

A2) einen Vorrichtungsbestandteil zum Austreiben von freigesetzter wässriger Flüssigkeit aus dem Hygieneartikel, A3) eine im unteren Drittel der Vorrichtung angebrachte ver- schließbare zweite öffnung, über die freigesetzte wässrige

Flüssigkeiten aus dem Behälter A) austreten kann,

B) gegebenenfalls ein Triggerelement, das es ermöglicht, nach dessen Auslösen aus dem superabsorbierenden Material (a), wenn dieses als Hydrogel vorliegt, zumindest einen Teil der absorbierten wäss- rigen Flüssigkeit freizusetzen, sowie

C) gegebenenfalls einen Vorrichtungsbestandteil, mit dem eine öffnung in den Hygieneartikel eingebracht werden kann.

15. Vorrichtung nach Anspruch 14, wobei der Vorrichtungsbestandteil (A2) zum Austreiben von freigesetzter wässriger Flüssigkeit eine Presse oder eine Zentrifuge ist.

16. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15, wobei das Triggerelement (B) eine Quelle für elektromagnetische Strahlung ist.

17. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16 zum Dehydrieren von Hygieneartikeln.

18. Verwendung nach Anspruch 17, wobei die zweite öffnung (A3) fluidlei- tend mit einer Abwasserleitung verbunden ist.

19. Kit umfassend eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16 sowie einen dehydrierbaren Hygieneartikel nach einem der Ansprüche 1

' bis 8.

20. Kit umfassend einen dehydrierbaren Hygieneartikel nach einem der Ansprüche 1 bis 8 sowie, getrennt von dem Hygieneartikel vorliegend, eine Triggerkomponente.

21. Kit umfassend eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16 sowie eine Triggerkomponente.

22. Kit umfassend eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16, einen dehydrierbaren Hygieneartikel nach einem der Ansprüche 1 bis 8 sowie, getrennt von dem Hygieneartikel vorliegend, eine Triggerkomponente.

3. Kit nach einem der Ansprüche 20 bis 22, wobei die Triggerkomponente (iv) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus einem saueren Material (c), einem basischen Material (d), einem Salz (e) oder einer Salzlösung (f).

Description:

Dehydrierbarer Hygieneartikel

Die Erfindung betrifft dehydrierbare Hygieneartikel, ein Verfahren zum Dehydrie- ren eines Hygieneartikels, eine Vorrichtung zum Dehydrieren eines ein wasserabsorbierendes Material beinhaltenden, dehydrierbaren Hygieneartikels, die Verwendung einer Vorrichtung zum Dehydrieren von Hygieneartikeln sowie Kits.

Hygieneartikel, wie beispielsweise Windeln oder Damenbinden, enthalten soge- nannte Superabsorber als flüssigkeitsabsorbierende Materialien. Diese Superab- sorber sind wasserunlösliche, vernetzte Polymere, die in der Lage sind, unter Quellung und Ausbildung von Hydrogelen große Mengen an wässrigen Flüssigkeiten, insbesondere Körperflüssigkeiten, vorzugsweise Urin oder Blut, aufzunehmen und unter einem bestimmten Druck zurückzuhalten.

In der Regel handelt es sich bei diesen Hygieneartikeln um wegwerfbare Produkte. Durch die Absorption von Körperflüssigkeiten durch die Superabsorber quellen diese Hygieneartikel jedoch stark an, so dass es zu einer signifikanten Volumenvergrößerung des Hygieneartikels kommt. Diese Volumenvergrößerung des Hygieneartikels ist jedoch nachteilig, da insbesondere bei Haushalten mit mehrerer Hygieneartikelträgern, beispielsweise bei Familien mit mehreren windeltragenden Kleinkindern, der Volumenanteil der Windeln am gesamten Restmüllaufkommen sehr groß ist.

La der Literatur werden verschiedene Ansätze beschrieben, wie die Probleme, die mit dem großen, durch benutzte Hygieneartikel hervorgerufenen Müllvolumen verbunden sind, gelöst werden können.

So beschreibt GB-A-2284820 abspülbare Produkte, die eine für ihre bestim- mungsgemäße Verwendung ausreichende Nassfestigkeit, insbesondere bei lang anhaltender oder ausgedehnter Verwendung, in Gegenwart von Körperflüssigkei-

ten und bei Temperaturen von oberhalb von 25°C aurweisen, die jedoch in Gegenwart von gewöhnlichem Leitungswasser zerfallen und sich fein verteilen. Der Nachteil des in diesem Stand der Technik beschriebenen Verfahrens der Verminderung des durch gequollene Hygieneartikel hervorgerufenen Müllvolumens be- steht jedoch darin, dass die einzelnen Komponenten des Hygieneartikels nicht der Müllentsorgung zugeführt und somit recycelt werden können, sondern statt dessen im Leitungswasser aufgelöst und in diesem aufgelösten Zustand über die Abwasserleitungen entsorgt werden. Diese Art und Weise der Müllbeseitigung ist jedoch bedenklich, da die einzelnen Komponenten der Hygieneartikel die Qualität des Grundwassers nachteilig beeinflussen können.

DE 296 07480 Ul offenbart eine Windelmüllpresse mit einem Hohlraum, wenigstens zwei flächigen Elementen, die zueinander bewegbar ausgebildet sind, wobei die beiden flächigen Elemente mit einem Verbindungselement miteinander verbunden und den Hohlraum bildend übereinander angeordnet sind und wobei in einem flächigen Element eine öffnung ausgebildet ist. Durch diese öffnung wird eine mit Wegwerfwindeln gefüllte Mülltüte gelegt. Durch das Zusammenpressen der beiden flächigen Elemente wird ein Großteil der im Windelmüll enthaltenen Luft ausgetrieben. Der Nachteil des in diesem Stand der Technik beschriebenen Verfahrens besteht darin, dass eine wirklich effiziente Verminderung des Müllvolumens nicht erreicht werden kann.

Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, die sich aus dem Stand der Technik ergebenden Nachteile zu überwinden.

Insbesondere lag der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, Hygieneartikel bereitzustellen, die, nachdem sie benutzt worden sind, zu einem im Vergleich zu herkömmlichen Hygieneartikeln geringeren Müllvolumen führen.

Auch lag der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, Hygieneartikel bereitzustellen, die sich bei verhältnismäßig geringem Müllvolumen einfach und

umweltfreundlich über den Restmüll entsorgen lassen. Dabei sollte die Entsorgung der Hygieneartikel möglichst nicht zu einer Belastung des Grundwassers fuhren.

Weiterhin lag der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung bereitzustellen, mittels derer das Volumen von benutzten Hygieneartikeln im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen möglichst effizient vermindert werden kann.

Einen Beitrag zur Lösung der eingangs genannten Aufgaben leistet ein dehydri erbarer Hygieneartikel umfassend:

i) eine für wässrige Flüssigkeiten impermeable untere Schicht, ii) eine für wässrige Flüssigkeiten permeable obere Schicht, iii) einen zwischen der unteren und der oberen Schicht angeordneten, wässrige

Flüssigkeiten absorbierenden Kern, sowie iv) ein Triggersystem umfassend ein superabsorbierendes Material (a), welches in der Lage ist, unter Bildung eines Hydrogels wässrige Flüssigkeiten zu absorbieren, wobei nach Auslösen des Triggersystems aus dem superabsorbie- renden Material (a), wenn dieses als Hydrogel vorliegt, zumindest ein Teil der absorbierten, wässrigen Flüssigkeit freigesetzt werden kann,

wobei der Hygieneartikel höchstens 50 Gew.-%, bevorzugt höchstens 25 Gew.-%, darüber hinaus bevorzugt höchstens 10 Gew.-%, noch mehr bevorzugt höchstens 5 Gew.-%, darüber hinaus noch mehr bevorzugt höchstens 1 Gew.-% eines weiteren superabsorbierenden Materials (b), jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht aus superabsorbierendem Material (a) und superabsorbierendem Material (b), am meisten bevorzugt jedoch kein weiteres superabsorbierendes Material (b) umfasst, welches in der Lage wäre, nach Auslösen des Triggersystems (iv) die zumindest teilweise freigesetzte wässrige Flüssigkeit, gegebenenfalls erst nach Auslösen

eines weiteren, vom Triggersystem (iv) verschiedenen Triggersystems, zumindest teilweise unter Bildung eines Hydrogels zu absorbieren.

Gemäß einer besonderen Ausführungsfoπn dieses erfindungsgemäßen Hygienear- tikels ist dieser durch einen gemäß der hierin beschriebenen Testmethode bestimmten Kompressibilitätsfaktor von mindestens 1,1, vorzugsweise mindestens 1,5, besonders bevorzugt mindestens 2, darüber hinaus bevorzugt mindestens 3, noch mehr bevorzugt mindestens 4 und am meisten bevorzugt mindestens 5 gekennzeichnet.

Einen Beitrag zur Lösung der eingangs genannten Aufgaben leistet auch ein de- hydrierbarer Hygieneartikel umfassend:

i) eine für wässrige Flüssigkeiten impermeable untere Schicht, ii) eine für wässrige Flüssigkeiten permeable obere Schicht, iii) einen zwischen der unteren und der oberen Schicht angeordneten, wässrige

Flüssigkeiten absorbierenden Kern, sowie iv) ein Triggersystem umfassend ein superabsorbierendes Material (a), welches in der Lage ist, unter Bildung eines Hydrogels wässrige Flüssigkeiten zu ab- sorbieren, wobei nach Auslösen des Triggersystems aus dem superabsorbierenden Material (a), wenn dieses als Hydrogel vorliegt, zumindest ein Teil der absorbierten, wässrigen Flüssigkeit freigesetzt werden kann,

wobei der Hygieneartikel einen gemäß der hierin beschriebenen Testmethode be- stimmten Kompressibilitätsfaktor von mindestens 1,1, vorzugsweise mindestens 1,5, noch mehr bevorzugt mindestens 2, darüber hinaus bevorzugt mindestens 3, noch mehr bevorzugt mindestens 4 und am meisten bevorzugt mindestens 5 aufweist.

Als Hygieneartikel sind Windeln, Damenbinden, Slipeinlagen, Betteinlagen oder Inkontinenzkissen bevorzugt, wobei Windeln und Damenbinden besonders bevor-

zugt und Windeln am meisten bevorzugte Hygieneartikel sind. Die Bezeichnung „Windel" bezieht sich dabei ganz allgemein auf ein absorbierendes Kleidungs ¬ stück, das sowohl von Kleinkindern zur Flüssigkeitsaufhahme als auch von Personen mit Inkontinenzproblemen getragen wird.

Die Bezeichnung „superabsorbierend" für ein bestimmtes Material gibt an, dass dieses Material bei einem Kontakt mit 0,9 gew.-%iger wässriger NaCl-Lösung in der Lage ist, mindestens das 25fache, vorzugsweise mindestens das 30fache, noch mehr bevorzugt mindestens das 40fache und am meisten bevorzugt das 50 bis 60fache des eigenen Gewichtes an dieser wässrigen NaCl-Lösung gemäß dem Testverfahren nach ERT 441.2-02 zurückzuhalten.

Hygieneartikel mit den Komponenten i) bis iv) sind grundsätzlich aus der US 6,696,618 bekannt. Die in der US 6,696,618 beschriebenen Hygieneartikel enthalten jedoch stets neben dem dehydrierbaren, superabsorbierenden Material stets weiteres superabsorbierendes Material, welches die beim Dehydrieren freigesetzten Flüssigkeiten zu absorbieren Vermag, so dass insgesamt ein Hygieneartikel vorliegt, der ein möglichst vorteilhaftes Leakage- Verhalten zeigt. Ein Dehydrieren der Hygieneartikel, welches mit einer Volumenverminderung verbunden wäre, ist mit den in der US 6,696,618 beschriebenen Hygieneartikeln jedoch nicht möglich.

Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Hygieneartikels am Beispiel einer erfindungsgemäßen Windel näher erläutert. Im Hinblick auf die Art der eingesetzten Materialien gelten diese Ausführungen jedoch auch für andere Hygieneartikel, wie beispielsweise Damenbinden.

Als für wässrige Flüssigkeiten impermeable untere Schicht (i) werden vorzugsweise Materialien eingesetzt, wie sie in der DE 695 21 888 T2 als „flüssigkeitsun- durchlässige Außenlage" beschrieben werden. Die Offenbarung der DE 695 21 888 T2 hinsichtlich der einzelnen Komponenten eines Hygieneartikels,

insbesondere einer Windel, wird hiermit als Referenz eingeführt und bildet einen Teil der Offenbarung der vorliegenden Erfindung. Vorzugsweise besteht die impermeable untere Schicht (i) aus einem flexiblen, gewobenen oder nicht gewobenen Material. Gemäß einer besonders bevorzugten Ausfuhrungsform der erfin- dungsgemäßen dehydrierbaren Windel ist die impermeable untere Schicht (i) ein Polyethylenfilm mit einer Dicke in einem Bereich von 0,005 bis 0,1 mm, besonders bevorzugt in einem Bereich von 0,01 bis 0,05 mm. Weiterhin kann die impermeable untere Schicht (i) geprägt oder mit einem mit einem Filz versehen sein, um der Windel den Eindruck eines Kleidungsstückes zu verleihen. Gemäß einer besonderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen dehydrierbaren Windel handelt es sich bei der impermeablen unteren Schicht (i) um ein atmungsaktives Material, welches zwar für wässrige Flüssigkeiten, nicht jedoch für Wasserdampf impermeable ist. In diesem Zusammenhang ist es bevorzugt, dass der Hygieneartikel als weitere Komponente einen zwischen der impermeablen unteren Schicht (i) und dem absorbierenden Kern (iii) lokalisierte hydrophoben Sperrstoff aufweist, wie dies in der DE 697 19 217 T2 beschrieben ist, die hiermit ebenfalls als Referenz eingeführt wird und deren Offenbarung hinsichtlich des strukturellen Aufbaus eines Hygieneartikels einen Teil der Offenbarung der vorliegenden Erfindung bildet. Bevorzugte, für Wasserdampf permeable, jedoch für Wasser in flüssiger Form impermeable Schichten sowie bevorzugte hydrophobe Sperrstoffe sind diejenigen Materialien, die in der DE 697 19217 T2 als für die „atmungsfähige, flüssigkeitsundurchlässige, äußere Abdeckung" bzw. für den „hydrophoben Sperrstoff' bevorzugte Materialien genannt werden.

Bei der für wässrige Flüssigkeiten permeablen oberen Schicht (ii) handelt es sich vorzugsweise um Schichten, die in der DE 695 21 888 T2 als „Decklage" bezeichnet werden. Vorzugsweise handelt es sich bei der für wässrige Flüssigkeiten permeablen oberen Schicht (ii) um gewobene oder nicht gewobene Materialien, um Polymermaterialien, wie mit öffnungen ausgebildeten thermoplastischen FiI- men, poröse Schäume, netzförmige Schäume, netzförmige thermoplastische Filme oder dergleichen. Die gewobenen oder nicht gewobenen Materialien können aus

natürlichen Fasern, wie beispielsweise Zellstofffasern oder Baumwollfasern, aus synthetischen Fasern, wie beispielsweise Polyetherfasern, Polypropylenfasern oder Polyethylenfasern, oder einer Mischung aus natürlichen oder synthetischen Fasern bestehen.

Als zwischen der unteren und der oberen Schicht (i) bzw. (ii) angeordneten, wäss- rige Flüssigkeiten absorbierenden Kern (iii) werden vorzugsweise absorbierende Kerne verwendet, welche ein superabsorbierendes Material und ein vorzugsweise nicht superabsorbierendes Fasermaterial als Substrat umfassen, wobei es sich bei dem superabsorbierenden Material im absorbierenden Kern vorzugsweise um das superabsorbierende Material (a) handelt, welches Bestandteil des Triggersystems (iv) ist. Unter „nicht superabsorbierend" wird dabei vorzugsweise ein Material verstanden, welches weniger als 10 g/g, besonders bevorzugt weniger als 5 g/g an 0,9 gew.-%iger NaCl-Lösung gemäß dem Testverfahren nach ERT 441.2-02 zurückzuhalten vermag.

Erfindungsgemäß bevorzugte superabsorbierende Materialien sind vorzugsweise synthetische Polymerfasern, Polymerschäume oder Polymerteilchen, wobei Fasern und Teilchen bevorzugt und Teilchen besonders bevorzugt sind.

Erfindungsgemäß bevorzugte superabsorbierende Polymerfasem sind so dimensioniert, dass sie in oder als Garne für Textilien und auch direkt in Textilien eingearbeitet werden können. Es ist erfindungsgemäß bevorzugt, dass die superabsorbierenden Polymerfasern eine Länge im Bereich von 1 bis 500 mm, bevorzugt 2 bis 500 mm und besonders bevorzugt 5 bis 100 mm und einen Durchmesser im Bereich von 1 bis 200 Denier, bevorzugt 3 bis 100 Denier und besonders bevorzugt 5 bis 60 Denier besitzen.

Erfindungsgemäß besonders bevorzugte superabsorbierende Polymerteilchen sind so dimensioniert, dass sie eine mittlere Teilchengröße gemäß ERT 420.2-02

(ERT = Edana Recommended Test Method) im Bereich von 10 bis 3000 μm, vor-

zugsweise 20 bis 2000 μm und besonders bevorzugt 150 bis 850 μm aufweisen. Weiterhin ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass die superabsorbierenden Polymerteilchen zu mindestens 25 Gew.-%, vorzugsweise zu mindestens 50 Gew.-% und am meisten bevorzugt zu mindestens 75 Gew.-% auf Partikeln mit einer Par- tikelgröße in einem Bereich von 300 bis 600 μm basieren.

Weiterhin ist es bevorzugt, dass das superabsorbierende Material im absorbierenden Kern (iii) mindestens eine der, vorzugsweise alle folgenden Eigenschaften aufweist: (A) maximale Aufnahme von 0,9 Gew.-%er NaCl-Lösung gemäß ERT 440.2-02 in einem Bereich von mindestens 10 bis 1000 g/g, bevorzugt von 15 bis 500 g/g und besonders bevorzugt von 40 bis 150 g/g (im Falle von Partikeln bestimmt für die gesamte Partikelfraktion),

(B) der mit 0,9 Gew.-%er wässriger NaCl-Lösung extrahierbare Anteil gemäß ERT 470.2-02 beträgt weniger als 30 Gew.-%, bevorzugt weniger als

20 Gew.-% und besonders bevorzugt weniger als 15 Gew.-%,

(C) die Schüttdichte gemäß ERT 460.2-02 liegt im Bereich von 300 bis 1000 g/l, bevorzugt 310 bis 800 g/l und besonders bevorzugt 320 bis (D) die Retentionskapazität nach ERT 441.2-02 liegt im Bereich von 10 bis

100 g/g, bevorzugt 15 bis 80 g/g und besonders bevorzugt 20 bis 60 g/g (im

Falle von Partikeln bestimmt für die gesamte Partikelfraktion),

(E) der AAP-Wert gemäß ERT 442.2-02 bei einem Druck von 0,3 psi liegt im

Bereich von 10 bis 60 g/g, bevorzugt 15 bis 50 g/g und besonders bevorzugt 20 bis 45 g/g (im Falle von Partikeln bestimmt für die gesamte Partikelfraktion).

Fasernmaterialien, die als Substrat im absorbierenden Kern (iii) enthalten sein können, umfassen natürlich vorkommende Fasern (modifiziert oder nicht modifi- ziert) als auch synthetische Fasern. Beispiele geeigneter nicht modifizierter und modifizierter natürlich vorkommender Fasern umfassen Baumwolle, Espartogras,

Zuckerrohr, Grannenhaar, Flachs, Seide, Wolle, Zellstoff, chemisch modifizierter Zellstoff, Jute, Reyon, Ethylzellulose und Zelluloseacetat, Geeignete synthetische Fasern können aus Polyvinylchlorid, Polyvinylfluorid, Polytetrafluorethylen, Po- lyvinylidenchlorid, Polyacrylat wie Orion ® , Polyvinylacetat, Polyethylvinylacetat, nicht löslichem oder löslichem Polyvinylalkohol, Polyolefinen, wie Polyethylen (beispielsweise PULPEX ® ) und Polypropylenen, Polyamiden, wie Nylon, Polyes- tern wie DACRON ® oder Kodel ® , Polyurethanen, Polystyrenen und dergleichen hergestellt werden. Die verwendeten Fasern können nur natürlich vorkommende Fasern, nur synthetische Fasern oder irgendeine kompatible Kombination aus na- türlich vorkommenden und synthetischen Fasern umfassen.

Die Fasern des Fasermaterials können hydrophil oder hydrophob sein, oder sie können aus einer Kombination aus hydrophilen und hydrophoben Fasern bestehen. Der Ausdruck "hydrophil", wie er hier verwendet wird, beschreibt Fasern oder Oberflächen von Fasern, die durch wässrige Flüssigkeiten (beispielsweise wässrige Körperflüssigkeiten), die auf diesen Fasern abgesetzt sind, benetzbar sind. Hydrophilie und Benetzbarkeit werden typischerweise in Ausdrücken des Kontaktwinkels und der Oberflächenspannung der beteiligten Flüssigkeiten und Feststoffe definiert. Dies wird im Detail in einer Veröffentlichung der American Chemical Society mit dem Titel "Contact Angle, Wettability and Adhesion", herausgegeben von Robert F. Gould (Copyright 1964) diskutiert. Eine Faser oder die Oberfläche einer Faser wird durch eine Flüssigkeit benetzt (das heißt sie ist hydrophil), wenn entweder der Kontaktwinkel zwischen der Flüssigkeit und der Faser oder dessen Oberfläche weniger als 90° beträgt, oder wenn die Flüssigkeit dazu neigt, sich spontan über der Oberfläche zu verteilen, wobei beide Bedingungen normalerweise gleichzeitig vorliegen. Umgekehrt wird eine Faser oder die Oberfläche einer Faser als hydrophob betrachtet, wenn der Kontaktwinkel größer als 90° ist und die Flüssigkeit sich nicht spontan auf der Oberfläche der Faser ausbreitet.

Erfindungsgemäß bevorzugte Fasern sind hydrophile Fasern. Geeignete hydrophi-

Ie Fasern umfassen Zellulosefasern, modifizierte Zellulosefasern, Reyon, Polyes ¬ terfasern, wie Polyethylenterephthalat (beispielsweise DACRON ® ), hydrophiles Nylon (HYDROFIL ® ) und dergleichen. Geeignete hydrophile Fasern können auch durch das Hydrophilieren hydrophober Fasern, wie mit einem oberflächenaktiven Stoff behandelten oder mit Silica behandelten thermoplastischen Fasern, die beispielsweise aus Polyolefinen abgeleitet sind, wie Polyethylen oder Polypropylen, Polyacrylen, Polyamiden, Polystyrene, Polyurethane und dergleichen, erhalten werden. Aus Gründen der Verfügbarkeit und der Kosten sind Zellulosefasern, insbesondere Zellstoffasern, als Fasermaterial im absorbierenden Kern (iii) bevor- zugt. Weiterhin bevorzugte hydrophile Fasern zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung sind chemisch versteifte Zellulosefasern. Der Ausdruck „chemisch verstreifte Zellulosefasern" bezeichnet dabei Zellulosefasern, die mittels chemischer Mittel versteift werden, um die Steifheit der Fasern sowohl unter trockenen als auch unter wässrigen Bedingungen zu erhöhen. Solche Mittel können das hin- zufügen eines chemischen Versteifungsmittels, das beispielsweise die Fasern bedeckt und/oder imprägniert, umfassen. Ein solches Mittel kann auch das Versteifen der Fasern durch das ändern der chemischen Struktur, beispielsweise durch das Vernetzen von Polymerketten, umfassen. Polymerversteifungsmittel, die die Zellulosefasern bedecken oder imprägnieren können, umfassen: kationische Stär- ken, die Stickstoff enthaltende Gruppen (beispielsweise Aminogruppen) aufweisen, wie sie von der National Starch and Chemical Corp., Bridgewater, NJ, USA erhältlich sind, Latexe, nassfeste Harze, wie Polyamidepichlorhydrinharz (beispielsweise Kymene ® ) 557H, Hercules, Inc., Wilmington, Delaware, USA), PoIy- acrylamidharze, wie sie beispielsweise in US 3,556,932 beschrieben sind, kom- merziell erhältliche Polyacrylamide wie Parez ® 631 NZ der American Cyanamid Co., Stanfort, CT, USA, Harnstofformaldehyde sowie Melaminformaldehydharze. Fasern, die durch Vernetzungsbindungen in individuellen Formen versteift wurden (das heißt die einzelnen versteiften Fasern als auch die Verfahren für ihre Herstellung) sind beispielsweise beschrieben in US 3,224,926, US 3,440,135, US 3,932,209 sowie in US 4,035,147. Bevorzugte Vernetzungsmittel sind Glutaralde- hyd, Glyoxal, Formaldehyd, Glyoxalsäure, Oxydisuccinicsäure und Zitronensäu-

re. Die durch Vernetzung oder Beschichtung, Imprägnierung oder Vernetzung erhaltenen versteiften Zellulosefasern können verdreht oder gekräuselt sein, vorzugsweise sind die Fasern verdreht und zusätzlich gekräuselt.

Weiterhin können als Fasermaterial all die Fasern eingesetzt werden, die in der DE 695 21 888 T2 auf der Seite 59ff. als thermoplastische Fasern genannt werden. Gemäß einer besonderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen dehyd- rierbaren Hygieneartikel umfasst der absorbierende Kern neben dem superabsorbierenden Material Zellulosefasern sowie Zweikomponentenfasern, insbesondere sogenannte Hüllen-Kern-Fasern aus Polyethylen und Polypropylen, Polyethylvi- nylacetat und Polypropylen, Polyethylen und Polyester, Polypropylen und Polyester oder Copolyester und Polyester. Besonders bevorzugt Zweikomponentenfasern sind wiederum diejenigen Zweikomponentenfasern, die in der DE 695 21 888 T2 als Zweikomponentenfasern genannt werden.

In einer besonderen Ausführungsform des absorbierenden Kerns (iii) umfasst dieser neben dem Substrat und dem superabsorbierenden Material weitere, pulver- förmige Substanzen, wie zum Beispiel geruchsbindende Substanzen, wie Cyclo- dextrine, Zeolithe, anorganische oder organische Salze und ähnliche Materialien. Weiterhin ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass der absorbierende Kern (iii) mindestens einen Bereich aufweist, in dem die Menge an superabsorbierendem Material in einem Bereich von 10 bis 100 Gew.-%, bevorzugt in einem Bereich von 20 bis 95 Gew.-% und besonders bevorzugt in einem Bereich von 50 bis 90 Gew.-%, bezogen auf den Bereich, liegt, wobei dieser Bereich vorzugsweise eine Größe von mindestens 0,001 mm 3 , besonders bevorzugt von mindestens 0,01 mm 3 , darüber hinaus bevorzugt von mindestens 0,1 mm 3 und am meisten bevorzugt von mindestens 0,3 mm aufweist.

Der Aufbau sowie die weiteren, gegebenenfalls im absorbierenden Kern (iii) ent- haltenen Komponenten entspricht dem Aufbau bzw. entsprechen den Komponenten, der bzw. die in der DE 695 21 888 T2 im Zusammenhang mit den dort be-

schriebenen „absorbierenden Kernen" offenbart wird bzw. werden. Der Offenbarungsgehalt der DE 695 21 888 T2 hinsichtlich des Aufbaus der „absorbierenden Elemente" wird hiermit als Referenz eingeführt und bildet einen Teil der Offenbarung der vorliegenden Erfindung.

Die faser- oder partikelförrnigen superabsorbierenden Materialien können homogen in den Fasermaterialien verteilt sein, sie können lagig zwischen dem Fasermaterial eingebracht sein oder die Konzentration der superabsorbierenden Materialien kann innerhalb des Fasermaterials einen Gradienten aufweisen.

Der absorbierende Kern (iii) kann durch konventionelle, dem Fachmann bekannte Verfahren, wie sie vom Fachmann allgemein unter Drumforming mit Hilfe von Formrädern,- taschen und Produktformen und entsprechend angepasste Dosiereinrichtungen für die Rohstoffe zusammengefasst werden. Daneben sind moderne, etablierte Verfahren wie das sogenannte Airlaid- Verfahren (z. B. EP-A-O 850 615, US 4,640,810) mit allen Formen der Dosierung, Ablage der Fasern und Verfestigung wie Hydrogenbonding (z. B. DE-A- 197 50 890), Thermobonding, Latexbonding (z. B. EP-A-O 850 615) und Hybridbonding, das sogenannte Wetlaid- Verfahren (z. B. WO-A-99/49905), Carding-, Meltblown-, Spunblown-Prozesse sowie ähnliche Prozesse zur Herstellung von absorbierenden Non-Wovens (im Sinne der Definition der EDANA, Brüssel) auch in Kombinationen dieser Verfahren mit- und untereinander übliche Methoden zur Herstellung des absorbierenden Kerns (iii). Als weitere Verfahren kommen die Herstellung von Laminaten im weitesten Sinne sowie von extrudierten und coextrudierten, nass- und trocken- sowie nachträglich verfestigten Strukturen in Frage.

In einer weiteren Ausführungsform des absorbierenden Kerns (iii) umfasst dieser neben dem Substrat (= Fasermaterial) und dem in das Substrat eingearbeiteten superabsorbierenden Material, die zusammen als Speicherschicht für die Körper- flüssigkeiten dienen, eine Aufnahmeschicht (v), die vorzugsweise zur schnellen Aufnahme und Verteilung der Flüssigkeit im absorbierenden Kern (iii) dient. Da-

bei kann die Aufhahmeschicht (v) unmittelbar über der Speicherschicht angeord ¬ net sein, ist es jedoch auch möglich, dass die Aufhahmeschicht (v) durch eine vorzugsweise flüssigkeitsstabile Zwischenschicht (vi) von der Speicherschicht getrennt ist. Diese Zwischenschicht (vi) dient dann in erster Linie als Stützsubstrat für die Aufhahmeschicht (v) und die Speicherschicht. Bevorzugte Materialien für diese Zwischenschicht (vi) sind Polyester-Spinnvliese, oder Vliese aus Polypropylen, Polyethylen oder Nylon. In einer Ausfuhrungsform des absorbierenden Kerns (iii) ist die Aufhahmeschicht (v) frei vom superabsorbierenden Material. Die Aufhahmeschicht (v) kann jede geeignete Größe aufweisen und muss sich nicht über die gesamte Länge oder Breite der Speicherschicht erstrecken. Die Aufhahmeschicht (v) kann beispielsweise in Form eines Streifens oder Fleckens ausgebildet sein. Die gesamte Aufhahmeschicht (v) ist vorzugsweise hydrophil, aber sie kann auch hydrophobe Komponenten aufweisen. Die Aufhahmeschicht (v) kann ein gewobenes Material, ein Vliesmaterial oder einen anderen geeigneten Typ eines Materials umfassen. Vorzugsweise basiert die Aufhahmeschicht (v) auf hydrophoben Polyethylen-Terephthalat-Fasern (PET-F asern), chemisch versteiften Zellulosefasern oder aus Mischungen dieser Fasern. Weiter geeignete Materialien sind Polypropylen, Polyethylen, Nylon oder biologische Fasern. Wenn die Aufhahmeschicht (v) ein Vliesmaterial umfasst, so kann sie durch eine Vielzahl unterschiedlicher Verfahren hergestellt werden. Diese umfassen Nassiegen, Aufbringen im Luftstrom, Aufbringen in der Schmelze, Ausbildung als Spinnvlies, Kardieren (dieses umfasst thermisches Verbinden, Verbinden mit Lösungsmitteln oder Verbinden mit dem Schmelzspinnverfahren). Die letztgenannten Prozesse (Ausbildung als Spinnflies und Kardieren) werden bevorzugt, wenn es gewünscht wird, die Fasern in der Aufhahmeschicht (v) auszurichten, da es in solchen Prozessen leichter ist, die Fasern in einer einzigen Richtung auszurichten. Ein besonders bevorzugtes Material für die Aufhahmeschicht (v) ist ein PET-Spinnflies.

Weiterhin ist der absorbierende Kern (iii) vorzugsweise durch ein Flächengewicht von mindestens 0,03 g/cm 2 , vorzugsweise von mindestens 0,06 g/cm 2 , besonders

bevorzugt im Bereich von 0,03 bis 0,12 g/cm 2 und darüber hinaus bevorzugt im Bereich von 0,06 bis 0,12 g/cm 2 gekennzeichnet, wobei der absorbierende Kern (iii) des weiteren eine Dicke von maximal etwa 20 mm, vorzugsweise maximal etwa 15 mm und darüber hinaus bevorzugt maximal etwa 10 mm aufweist. Die Fläche des absorbierenden Kerns (iii) beträgt vorzugsweise maximal etwa 2.500 cm 2 , besonders bevorzugt maximal etwa 1.000 cm 2 und darüber hinaus bevorzugt maximal etwa 500 cm 2 .

Gemäß einer bevorzugten Ausfuhrungsform des erfindungsgemäßen dehydrierba- ren Windel sind die für wässrige Flüssigkeiten impermeable untere Schicht (i), die für wässrige Flüssigkeiten permeable obere Schicht (ii) sowie der absorbierende Kern (iii) so angeordnet, wie dies in der EP-A-O 802 776 in der Figur 1 für das dort beschriebene flüssigkeitsundurchlässige Deckblatt, das flüssigkeitsdurchlässige Deckblatt und den absorbierenden Kern gezeigt ist. Dabei ist die obere Schicht (ii), welche in Kontakt mit der Haut des Windelträgers tritt, entlang des Umfangs der unteren Schicht (i) mit der unteren Schicht (i) verbunden. Der absorbierende Kern (iii), welcher vorzugsweise ebenfalls mit der unteren Schicht (i) verbunden ist, ist zwischen den Schichten (i) und (ii) angeordnet. Durch diese Anordnung der Komponenten entsteht eine Windelunterseite, welche dem Win- delträger abgewandt ist, eine Windeloberseite, welche beim Tragen der Windel in Kontakt mit der Haut des Windelträgers tritt, und, bedingt durch die endliche Dicke des von der oberen Schicht (ii) und der unteren Schicht (i) eingeschlossenen absorbierenden Kerns (iii), eine seitliche Kante, welche sich in Längsrichtung des absorbierenden Kerns (iii) erstreckt. Die Höhe dieser seitlichen Kante nimmt zu, wenn wässrige Flüssigkeiten durch die permeable obere Schicht (ii) in den absorbierenden Kern (iii) eindringen und dessen Quellung bewirken.

Die erfindungsgemäßen dehydrierbaren Hygieneartikel umfassen als weitere Komponente ein Triggersystem (iv) umfassend ein superabsorbierendes Materi- al (a), welches in der Lage ist, unter Bildung eines Hydrogels wässrige Flüssigkeiten zu absorbieren, wobei nach Auslösen des Triggersystems aus dem superabsor-

bierenden Material (a), wenn dieses als Hydrogel vorliegt, zumindest ein Teil der absorbierten, wässrigen Flüssigkeit freigesetzt werden kann. Dabei ist es bevorzugt, dass innerhalb von 120 Minuten, vorzugsweise innerhalb von 60 Minuten und darüber hinaus bevorzugt innerhalb von 30 Minuten nach Auslösen des Trig- gersystems die gemäß ERT 441.2-02 bestimmte „Centrifuge Retention Capacity" (im. Falle eines partikulären superabsorbierenden Materials (a) bestimmt für die gesamte Partikelfraktion) des superabsorbierenden Materials um mindestens 20 %, vorzugsweise um mindestens 40 % und am meisten bevorzugt um mindestens 60 % vermindert wird.

Unter einem „Triggersystem" wird im Sinne der vorliegenden Erfindung vorzugsweise ein System verstanden, welches grundsätzlich in zwei verschiedenen Zuständen vorliegen kann, wobei das System durch eine gezielte, auf das Triggersystem wirkende Maßnahme von dem einen der mindestens zwei verschiedenen Zustände in den anderen der mindestens zwei verschiedenen Zustände überführt werden kann.

Im Zusammenhang mit dem Triggersystem ist es weiterhin bevorzugt, dass innerhalb von 30 Minuten, vorzugsweise innerhalb von 60 Minuten und darüber hinaus bevorzugt innerhalb von 120 Minuten nach Auslösen des Triggersystems der gemäß ERT 470.2-02 bestimmte Gehalt an ,ßxtractables" im superabsorbierenden Material (a) um weniger als 50 %, vorzugsweise weniger als 35 %, darüber hinaus bevorzugt um weniger als 20 Gew.-% und am meisten bevorzugt um weniger als 10 % ansteigt.

Gemäß einer ersten besonderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen dehyd- rierbaren Hygieneartikel umfasst das Triggersystem (iv) ein anionisches superabsorbierendes Material (a), dessen Absorptionseigenschaften vom pH- Wert abhängig sind, sowie ein von dem superabsorbierenden Material (a) räumlich getrennt vorliegendes saueres Material (c), wobei das Auslösen des Triggersystems da-

durch erfolgt, dass es dem sauren Material (c) ermöglicht wird, mit dem Hydrogel in Kontakt zu treten.

Als anionisches superabsorbierendes Material sind Polymere bevorzugt, welche auf

(αl) 20 - 99,999 Gew.-%, bevorzugt 55 - 98,99 Gew.-% und besonders bevorzugt 70 - 98,79 Gew.-% polymerisierten, ethylenisch ungesättigten, säure- gruppenhaltigen Monomeren oder deren Salze oder polymerisierten, ethylenisch ungesättigten, einen protonierten oder quarternierten Stickstoff bein- haltenden Monomeren, oder deren Mischungen, wobei mindestens ethylenisch ungesättigte, säuregruppenhaltige Monomere, vorzugsweise Acrylsäu- re, beinhaltende Mischungen besonders bevorzugt sind,

(α2) 0 - 80 Gew.-%, vorzugsweise 0 - 44,99 Gew.-% und besonders bevorzugt 0,1-44,89 Gew.-% polymerisierten, monoethylenisch ungesättigten, mit (αl) copolymerisierbaren Monomeren,

(α3) 0,001 - 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,01 - 3 Gew.-% und besonders bevorzugt 0,01 - 0,5 Gew.-% eines oder mehrerer Vernetzer,

(α4) 0 - 30 Gew.-%, vorzugsweise 0 — 5 Gew.-% und besonders bevorzugt 0,1 —

5 Gew.-% eines wasserlöslichen Polymeren, (α5) 0 - 20 Gew.-%, vorzugsweise 2,5 - 15 Gew.-% und besonders bevorzugt 3 - 6 Gew.-% Wasser, sowie

(α.6) 0 - 20 Gew.-%, vorzugsweise 0 - 10 Gew.-% und besonders bevorzugt 0,1 - 8 Gew.-% eines oder mehrerer Hilfsmittel basieren, wobei die Summe der Gewichtsmengen (αl) bis (α6) 100 Gew.-% beträgt.

Im Hinblick auf die bevorzugten Komponenten (αl) bis (α6) sowie hinsichtlich der Art und Weise der Herstellung dieser Polymere wird auf die WO-A-

2004/037903 verwiesen, deren Offenbarung hiermit als Referenz eingeführt wird.

Erfindungsgemäß bevorzugte, anionische, superabsorbierende Materialien sind vernetzte Polymere, die zu mindestens 50 Gew.-%, vorzugsweise zu mindestens

70 Gew.-% und darüber hinaus bevorzugt zu mindestens 90 Gew.-% auf carboxy- latgruppenhaltigen Monomeren basieren. Es ist erfindungsgemäß weiterhin bevorzugt, dass das carboxylatgruppenhaltige Monomer zu mindestens 50 Gew.-%, vorzugsweise zu mindestens 70 Gew.-% aus Acrylsäure besteht, die vorzugsweise zu mindestens 20 Mol-%, besonders bevorzugt zu mindestens 50 Mol-% und darüber hinaus bevorzugt in einem Bereich von 60 bis 85 Mol-% neutralisiert ist.

Es ist erfindungsgemäß besonders bevorzugt, dass im Falle dieser ersten besonderen Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen dehydrierbaren Hygieneartikel das anionische superabsorbierende Material (a) ein vernetztes Polyacrylat in partikulärer Form ist, welches durch Polymerisation einer gegebenenfalls bereits teilneutralisierten Acrylsäure in Gegenwart eines der in der WO-A-2004/037903 genannten Vernetzers in wässriger Lösung, beinhaltend die Acrylsäure in einer Menge in einem Bereich von 5 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 70 Gew.-% und beson- ders bevorzugt 20 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der wässrigen Lösung, und anschließendes Zerkleinern des erhaltenen Hydrogels, Trocknen des zerkleinerten Hydrogels auf einen Wassergehalt in einem Bereich von 1 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 2,5 bis 40 Gew.-% und besonders bevorzugt 5 bis 30 Gew.-%, und gegebenenfalls weiteres Zermahlen des getrockneten Hydrogels erhalten wurde.

Neben diesem anionischen superabsorbierenden Material (a) umfasst das Triggersystem in dieser ersten besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hygieneartikels ein von dem superabsorbierenden Material (a) räumlich getrennt vorliegendes saueres Material (c). „Räumlich getrennt vorliegend" bedeutet dabei, dass das saure Material (c) derart im dehydrierbaren Hygieneartikel angeordnet ist, dass es erst nach Auslösen des Triggersystems, beispielsweise durch eine definierte mechanische Einwirkung auf den Hygieneartikel, in Kontakt mit dem anionischen superabsorbierenden Material (a) treten kann.

Als saures Material (c) kann jede dem Fachmann bekannte organische oder anorganische Säure eingesetzt werden. Vorzugsweise wird als saures Material (c) ein organisches, vorzugsweise pulverförmiges Material eingesetzt, beispielsweise ein Material ausgewählt der Gruppe umfassend Milchsäure, Glutarsäure, Asparagin- säure, Malonsäure, Adipinsäure, Aminosäuren, Zitronensäure, Benzoesäure, Fu- marsäure, Maleinsäure, oder Oxalsäure. Anstelle oder auch neben diesen organischen, vorzugsweise pulverförmigen sauren Materialien können auch flüssige saure Materialien wie beispielsweise verdünnte Ameisensäure, verdünnte Essigsäure oder verdünnte Salzsäure eingesetzt werden.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform dieser ersten Variante des erfindungsgemäßen Hygieneartikels handelt es sich bei dem superabsorbierenden Material (a) um ein vernetztes, teilneutralisiertes Polyacrylat und bei dem saueren Material (c) um Zitronensäure.

Die räumliche Trennung des anionischen superabsorbierenden Materials (a) und des sauren Materials (c) im erfindungsgemäßen Hygieneartikel wird vorzugsweise dadurch erreicht, dass das anionische superabsorbierende Material (a) als superabsorbierendes Material in den absorbierenden Kern (iii) in der eingangs beschrie- benen Art und Weise eingearbeitet wird, während das saure Material (c) räumlich getrennt vom absorbierenden Kern (iii) untergebracht wird, wobei die räumliche Trennung dergestalt sein muss, dass das saure Material (c) insbesondere bei einem Kontakt der Windel mit Körperflüssigkeiten nicht ohne weiteres mit dem anionischen superabsorbierenden Material (a) in Kontakt treten kann. Dazu wird das saure Material (c) vorzugsweise in eine Kapsel eingearbeitet und eine oder mehrere dieser Kapseln werden beispielsweise in den absorbierenden Kern (iii) oder in die Aufhahmeschicht (v), sofern es sich bei dem Hygieneartikel um eine Windel handelt, welche eine derartige Aufhahmeschicht aufweist, eingebracht. Weiterhin kann die Kapsel beispielsweise auf die dem absorbierenden Kern (iii) zugewandte Seite der unteren Schicht (i) angeordnet werden. Grundsätzlich kann die Kapsel in jedem denkbaren Bereich des Hygieneartikels angeordnet sein, solange sicherge-

stellt ist, dass die Absorptionseigenschaften des Hygieneartikels durch das Vor ¬ handensein der Kapsel bzw. der Kapseln nicht nennenswert beeinträchtigt wird und dass nach einer Zerstörung der Kapsel das saure Material (c) mit dem anionischen superabsorbierenden Material (a) in Kontakt treten kann.

Bei der Kapsel handelt es sich vorzugsweise um eine Kapsel, welche

al) durch mechanische Einwirkung, a2) durch thermische Einwirkung, a3) durch elektromagnetische Bestrahlung, oder a4) durch chemische Veränderungen,

derart in ihrer Integrität beeinflusst werden kann, dass das saure Material (c) aus der Kapsel freigesetzt werden kann, wobei diese Freisetzung auch zeitlich verzö- gert nach Beginn der Einwirkungen nach al) oder a2) oder nach Beginn einer e- lektromagnetischen Bestrahlung oder einer chemischen Veränderungen gemäß a3) oder a4) erfolgen kann. Bei der Kapsel kann es sich beispielsweise um sphärische Partikel aus einem thermoplastischen Material handeln, um Kapseln aus Kunststoff, die leicht zerbrechlich sind, um Kapseln aus einem gegenüber elektromag- netischer Strahlung, insbesondere gegenüber UV-Strahlung sensitiven Material oder aber auch um hauchdünne Glaskörper handeln. Die Kapseln können außerdem nicht nur eine sphärische Gestalt aufweisen, sondern auch beispielsweise schlauchförmig ausgebildet sein. Weiterhin wäre denkbar, dass das saure Material (c) beispielsweise in einen an einem Ende verschlossenen Kunststoffschlauch eingebracht wird, über den ein zweiter, ebenfalls ein einem Ende verschlossene Kunststoffschlauch gestülpt wird. Das Auslösen des Triggersystems könnte in diesem Falle dadurch erfolgen, dass, wenn der mit dem sauren Material (c) gefüllte Schlauch beispielsweise in Längsrichtung zum absorbierenden Kern (iii) in einer erfindungsgemäßen dehydrierbaren Windel angeordnet ist, die Windel derart in Längsrichtung des absorbierenden Kerns (iii) auseinander gezogen wird, dass die beiden übereinander gestülpten Kunststoffschläuche in entgegen gesetzter

Richtung voneinander weggezogen werden, so dass das saure Material (c) nunmehr mit dem anionischen superabsorbierenden Material (a) im absorbierenden Kern (iii) in Kontakt treten kann.

Neben der Einkapselung des sauren Materials (c) kann dieses auch durch eine einzelne Membran getrennt von dem anionischen superabsorbierenden Material (a) vorliegen, in dem beispielsweise die untere Schicht (i) Vertiefungen aufweist, in welche das saure Material (c) eingebracht ist, wobei diese Vertiefungen anschließend mit einem Material verschlossen werden, welches, wie das vorste- hend beschrieben Kapselmaterial, leicht durch mechanische, thermische oder e- lektromagnetische Einflüsse zerstört werden kann.

Die Menge an saurem Material (c) relativ zur Menge an anionischem superabsorbierenden Material (a) wird vorzugsweise so gewählt, dass sich nach dem Auslö- sen des Triggersystems (iv) der Neutralisationsgrad des superabsorbierenden Materials (a) um mindestens 10 Mol-%, vorzugsweise mindestens 20 Mol-%, noch mehr bevorzugt mindestens 30 Mol-%, darüber hinaus bevorzugt mindestens 40 Mol-% und am meisten bevorzugt um mindestens 50 Mol-% vermindert. Wird also als superabsorbierendes Material (a) ein teilneutralisiertes, vernetztes Polyac- rylat mit einem Neutralisationsgrad von 70 Mol-% eingesetzt, so wird vorzugsweise eine solche Menge an saurem Material (c) bereitgestellt, dass sich nach Auslösen des Triggersystems (iv) der Neutralisationsgrad auf höchstens 60 MoI- %, vorzugsweise höchstens 50 Mol-%, noch mehr bevorzugt höchstens 40 MoI- %, darüber hinaus bevorzugt höchstens 30 Mol-% und am meisten bevorzugt höchstens 20 Mol-% vermindert. Im Falle eines anionischen superabsorbierenden Materials (a) bedeutet ein Neutralisationsgrad von X MoI-%, dass X Mol-% der im superabsorbierenden Material (a) vorliegenden Säure-Gruppen in Form der korrespondierenden Base vorliegen.

Gemäß einer zweiten besonderen Ausfuhrungsform der erfϊndungsgemäßen de- hydrierbaren Hygieneartikel umfasst das Triggersystem (iv) ein kationisches su-

perabsorbierendes Material (a), dessen Absorptionseigenschaften vom pH-Wert abhängig sind, sowie ein von dem superabsorbierenden Material (a) räumlich ge ¬ trennt vorliegendes basisches Material (d), wobei das Auslösen des Triggersys ¬ tems dadurch erfolgt, dass es dem basischen Material (d) ermöglicht wird, mit dem Hydrogel in Kontakt zu treten.

Als kationisches superabsorbierendes Material (a) sind vernetzte Polymere bevorzugt, welche auf ethylenisch ungesättigten, einen quarternierten Stickstoff enthaltenden Monomeren basieren. In diesem Zusammenhang bevorzugte Monomere sind Dialkylammoniumalkyl(meth)acrylate in quarternisierter Form, beispielsweise Trimethylammoniumethyl(meth)acrylat-Methosulfat oder Dimethylethylam- moniumethyl(meth)acrylat-Ethosulfat sowie (Meth)acrylamidoalkyldialkylamine in quarternisierter Form, beispielsweise (Meth)acrylamidopropyltrimethyl- ammoniumchlorid, Trimethylammoniumethyl(meth)acrylat-Chlorid oder (Meth)- acrylamidopropyltrimethylammoniumsulfat bevorzugt. Als kationisches wasserabsorbierende Materialien sind des Weiteren vernetzte Polyamine, Polyvinylami- ne, Polyallylamine, Polyethylenimine oder Polydiallyldimethylammononiumchlo- rid, oder aber natürliche kationische Polymere, wie teilweise deacetyliertes Chitin, Chitosan und Chitosansalze, bevorzugt.

Als basisches Material (d) kann jede dem Fachmann bekannte organische oder anorganische Base eingesetzt werden. Vorzugsweise wird als basisches Material (d) ein anorganisches, pulverformiges Material eingesetzt, beispielsweise ein Material ausgewählt der Gruppe umfassend Natriumcarbonat, Natriumhydrogen- carbonat, Ammoniumcarbonat oder Natriumhydroxid. Anstelle oder auch neben diesen anorganischen, pulverformigen basischen Materialien können auch wässri- ge, basische Lösungen wie beispielsweise verdünnte Natronlauge oder Sodawasser eingesetzt werden.

Die räumliche Trennung des kationischen superabsorbierenden Materials (a) vom basischen Material (d) erfolgt vorzugsweise in der gleichen, vorstehend beschrie-

benen Weise, in der auch die räumliche Trennung des anionischen superabsorbie ¬ renden Materials (a) vom sauren Material (c) verwirklicht wird.

Die Menge an basischem Material (d) relativ zur Menge an kationischem superab- sorbierenden Material (a) wird vorzugsweise so gewählt, dass sich nach dem Auslösen des Triggersystems (iv) der Neutralisationsgrad des superabsorbierenden Materials (a) um mindestens 10 %, vorzugsweise mindestens 20 %, noch mehr bevorzugt mindestens 30 %, darüber hinaus bevorzugt mindestens 40 % und am meisten bevorzugt um mindestens 50 % vermindert. Im Falle eines kationischen superabsorbierenden Materials (a) bedeutet ein Neutralisationsgrad von X Mol-%, dass X Mol-% der im superabsorbierenden Material (a) vorliegenden Base- Gruppen in Form der korrespondierenden Säure vorliegen.

Gemäß einer dritten besonderen Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen dehyd- rierbaren Hygieneartikel umfasst das Triggersystem (iv) neben dem superabsorbierenden Material (a) ein von dem superabsorbierenden Material (a) räumlich getrennt vorliegendes, vorzugsweise neutrales Salz (e) oder eine von dem wasserabsorbierenden Material (a) räumlich getrennt vorliegende, vorzugsweise neutrale Salzlösung (f), wobei das Auslösen des Triggersystems dadurch erfolgt, dass es dem Salz (e) beziehungsweise der Salzlösung (f) ermöglicht wird, mit dem Hydrogel in Kontakt zu treten.

Auch der Kontakt neutraler Salze mit einem gequollenen, superabsorbierenden Material kann zu einem Dehydrieren fuhren. Werden beispielsweise neutrale SaI- ze einwertiger Kationen eingesetzt, wie etwa NaCl, so ist der osmotische Druck die treibende Kraft für das Entquellen des superabsorbierenden Materials. Werden hingegen Salz multivalenter Kationen, wie beispielsweise Aluminium-Salze, als neutrale Salze in Kombination mit anionischen, superabsorbierenden Materialien eingesetzt, so ist vor allem die Vernetzung der anionischen Gruppen durch die multivalenten Kationen die treibende Kraft für das Entquellen des superabsorbierenden Materials.

In dieser besonderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen dehydiierbaren Hygieneartikel werden als superabsorbierendes Material (a) vorzugsweise die vorstehend im Zusammenhang mit dem anionischen superabsorbierenden Materi- al (a) beschriebenen, vernetzten, teilneutralisierten Polyacrylate eingesetzt.

Unter einem „neutralen Salz" im Sinne der vorliegenden Erfindung werden vorzugsweise Salz verstanden, die kein H + -Ion als Kation und auch keine Anionen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus OH " -Ionen, CO 3 2" -Ionen, HCO 3 " -Ionen sowie Anionen organischer Säuren, wie etwa Acetat- oder Lactat-Ionen, umfassen. In diesem Zusammenhang ist es bevorzugt, dass das Kation des neutralen Salzes einen pKs-Wert von mindestens 2, besonders bevorzugt mindestens 4, noch mehr bevorzugt mindestens 6 und am meisten bevorzugt mindestens 8 aufweist, während das Anion des neutralen Salzes einen pK b -Wert von mindestens 6, besonders bevorzugt mindestens 8, noch mehr bevorzugt mindestens 10 und am meisten bevorzugt mindestens 12 aufweist. Es handelt sich bei diesen „neutralen Salzen" vorzugsweise um Salze umfassend ein Metall-Kation und Anionen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Chlorid, Bromid, lodid, Sulfat, Sulfit, Nitrat oder Nitrit. Der Begriff „neutrales Salz", wie er hierin verwendet wird, umfasst daher sehr wohl Salze, die kein H + -Ion als Kation und auch keine Anionen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus OH -Ionen, CO 3 2" -Ionen, HCO 3 " -Ionen sowie Anionen organischer Säuren, umfassen, die aber dennoch beim Lösen in Wasser zu einem von 7,0 verschiedenen pH- Wert fuhren, wie beispielsweise FeCl 3 . Erfindungsgemäß bevorzugte neutrale Salze umfassen Salze, deren Kationen ausge- wählt sind aus der Gruppe bestehend aus Na + , K + , Li + , Ca 2+ , Mg 2+ , Al 3+ , Fe 2+ , Fe 3+ , Zn 2+ , Cu + und Cu 2+ und deren Anion ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Cr, Br ' , I\ F, SO 4 2" , HSO 4 " , NO 3 " , NO 2 " , HPO 4 2" und H 2 PO 4 " , wobei die Anionen und die Kationen beliebig miteinander kombiniert werden können. Auch Salze, die Mischungen aus mindestens zwei der vorstehend genannten Kationen und/oder Mischungen aus mindestens zwei der vorstehend genannten Anionen umfassen, sind als neutrale Salze denkbar.

Besonders bevorzugte neutrale Salze (e) sind ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus mehrwertigen Salzen wie Kalziumchlorid, Magnesiumchlorid, Ei- sen(II)chlorid, Eisen(III)chlorid, Aluminiumchlorid, Kalziumsulfat oder Alumini- umsulfat, oder auch einwertigen Salzen wie Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Litiumchlorid, wobei mehrwertige, insbesondere zwei- oder dreiwertige Salze am meisten bevorzugt sind.

Die Menge (bezogen auf die Kationen) an vorzugsweise zwei- oder dreiwertigem Salz (e) in dem erfindungsgemäßen Hygieneartikel, bezogen auf die anionischen Gruppen im superabsorbierenden Material (a), vorzugsweise bezogen auf die Car- boxylat-Gruppen im auf teilneutralisierten Polyacrylaten basierenden superabsorbierenden Material (a), liegt vorzugsweise in einem Bereich von 0,1 bis 1 Mol Kationen pro Mol anionische Gruppen, vorzugsweise im Bereich von 0,25 bis 0,75 Mol Kationen pro Mol anionische Gruppen und am meisten bevorzugt im Bereich von 0,3 bis 0,5 Mol Kationen pro Mol anionische Gruppen. Sofern wässrige Salzlösungen (f) eingesetzt werden, so liegt die Menge an Salz (e) in der wässrigen Salzlösung (f) vorzugsweise in einem Bereich von 10 bis 50 Gew.-%, besonders bevorzugt in einem Bereich von 15 bis 40 Gew.-% und darüber hinaus bevorzugt in einem Bereich von 20 bis 30 Gew.-%.

Auch hier erfolgt die räumliche Trennung zwischen dem Salz (e) bzw. der wässrigen Salzlösung (f) und dem superabsorbierenden Material (a) vorzugsweise in der Art und Weise, wie sie bereits im Zusammenhang mit der ersten besonderen Aus- führungsform der erfindungsgemäßen Hygieneartikel im Hinblick auf die räumliche Trennung zwischen dem anionischen superabsorbierenden Material (a) und dem saueren Material (c) beschrieben worden ist.

Der Erfindungsgemäße dehydrierbare Hygieneartikel kann neben den vorstehend genannten Komponenten noch weitere Komponenten umfassen. Sofern es sich bei dem Hygieneartikel um eine Windel handelt, weist diese vorteilhafterweise noch

Verschlüsse auf, die verwendet werden können, um die Windel um die Taille des Trägers zu befestigen. Geeignete Verschlüsse umfassen klettverschlussartige Verschlüsse, Klebebandverschlüsse, Knöpfe, Druckknöpfe, Pilz- und Schlaufen- Verschlüsse und dergleichen. Weiterhin können die Hygieneartikel im Falle einer Windel elastische Beinbänder umfassen, die ein Auslaufen von ausgeschiedenen Körperflüssigkeiten aus der Windel verhindern.

Es ist erfϊndungsgemäß weiterhin bevorzugt, dass der dehydrierbare Hygieneartikel in der für wässrige Flüssigkeiten impermeablen unteren Schicht (i) und/oder in der für wässrige Flüssigkeiten permeablen oberen Schicht (ii) einen verschlossenen Auslass aufweist, der geöffnet werden kann und über den nach dem öffnen die nach Auslösen des Triggersystems (iv) zumindest teilweise freigesetzte wässrige Flüssigkeit aus dem Hygieneartikel entfernt werden kann. Vorzugsweise ist dabei der Auslass im Falle einer Windel als Hygieneartikel zentral in der für wässrige Flüssigkeiten impermeablen unteren Schicht (i) im Schrittbereich lokalisiert. Denkbar ist jedoch aus, den Auslass im Bereich der eingangs erwähnten seitlichen Kante anzubringen.

Vorzugsweise handelt es sich bei dem Auslass um ein Loch in einer der beiden Schichten i) oder ii), welches vorzugsweise einen Durchmesser von mindestens 0,5 cm, besonders bevorzugt mindestens 1,0 cm und darüber hinaus bevorzugt mindestens 2,0 cm aufweist. Verschlossen ist dieser Auslass bei dem noch unbe- nutzen Hygieneartikel vorzugsweise dadurch, dass das Loch mittels eines Klebestreifens verschlossen ist, der nach Gebrauch des Hygieneartikels zumindest teil- weise abgerissen werden kann, um den Auslass zu öffnen. Weiterhin kann der Auslass dergestalt ausgebildet sein, dass einer der beiden Schichten i) oder ii) einen perforierten Bereich aufweist, der nach Benutzung des Hygieneartikels aufgerissen werden kann. Im einfachsten Falle besteht ein solcher Auslass in einer beispielsweise in der für Flüssigkeiten impermeablen unteren Schicht (i) lokalisierten perforierten Linie. Nach Gebrauch des Hygieneartikels wird die untere Schicht (i) im Bereich dieser perforierten Linie auseinander gerissen, so dass die nach Auslö-

sen des Triggermechanismus freigesetzte Flüssigkeit durch den entstandenen Spalt austreten kann. Ein solcher perforierter Bereich kann vorteilhafterweise auch in der seitlichen Kante einer Windel lokalisiert sein. Neben einem Perforieren bestimmter Bereiche ist es auch vorteilhaft, Aufreißfäden in einzelne Schich- ten einzuarbeiten.

Einen Beitrag zur Lösung der Eingangs genannten Aufgaben leistet auch ein Verfahren zum Dehydrieren eines Hygieneartikels umfassend die Verfahrensschritte:

a. Auslösen des Triggersystems (iv) in einem erfindungsgemäßen dehydrierba- ren Hygieneartikel, welcher wässrige Flüssigkeit absorbiert hat,

b. Entfernen zumindest eines Teils der nach Auslösen des Triggersystems (iv) zumindest teilweise freigesetzten absorbierten wässrigen Flüssigkeit aus dem Hygieneartikel.

Vorzugsweise handelt es sich bei dem Hygieneartikel um eine Windel. Weiterhin ist es gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt, dass das Entfernen zumindest eines Teils der nach Auslösen des Triggersystems (iv) zumindest teil- weise freigesetzten absorbierten wässrigen Flüssigkeit aus dem Hygieneartikel im Verfahrensschritt b. dadurch erfolgt, dass der Hygieneartikel komprimiert wird, vorzugsweise durch die Beauschlagung des Hygieneartikels mit einem Druck, der größer ist als der den Hygieneartikel umgebende Luftdruck, oder durch Auswringen des Hygieneartikels. Gemäß einer anderen Ausführungsform des erfindungs- gemäßen Verfahrens erfolgt das Entfernen durch das Einwirken einer Zentrifugalkraft oder aber durch das Verdampfen zumindest eines Teils der freigesetzten Flüssigkeit.

Vorzugsweise erfolgt das Entfernen der freigesetzten Flüssigkeiten frühestens 5 Minuten, besonders bevorzugt frühestens 30 Minuten und darüber hinaus bevorzugt frühestens 60 Minuten nach dem Auslösen des Triggersystems.

Sofern der erfindungsgemäße dehydrierbare Hygieneartikel den vorstehend beschriebenen Auslass aufweist, so ist es bevorzugt, dass dieser Auslass erst unmit ¬ telbar vor dem Entfernen der freigesetzten Flüssigkeit geöffnet wird.

Einen weiteren Beitrag zur Lösung der eingangs genannten Aufgaben leistet eine Vorrichtung zum Dehydrieren eines ein superabsorbierendes Material (a) beinhaltenden, dehydrierbaren Hygieneartikels umfassend die Vorrichtungsbestandteile: A) einen Behälter aufweisend

Al) eine erste öffnung, über die ein dehydrierbarer Hygieneartikel, welcher wässrige Flüssigkeiten absorbiert hat, in den Behälter A) eingebracht werden kann,

A2) einen Vorrichtungsbestandteil zum Austreiben von freigesetzter wäss- riger Flüssigkeit aus dem Hygieneartikel,

A3) eine im unteren Drittel der Vorrichtung angebrachte verschließbare zweite öffnung, über die freigesetzte wässrige Flüssigkeiten aus dem Behälter A) austreten kann,

B) gegebenenfalls ein Triggerelement, das es ermöglicht, nach dessen Auslösen aus dem superabsorbierenden Material (a), wenn dieses als Hydrogel vorliegt, zumindest einen Teil der absorbierten wässrigen Flüssigkeit freizusetzen, sowie

C) gegebenenfalls einen Vorrichtungsbestandteil, mit dem eine öffnung in den Hygieneartikel eingebracht werden kann.

Bei dem Behälter A) handelt es sich vorzugsweise um einen Eimer oder ein anderes, nach oben hin offenes Gefäß, beispielsweise auch eine Toilette, in den wäss- rige Flüssigkeiten eingefüllt werden können. Der Behälter weist vorzugsweise eine Höhe in einem Bereich von 20 cm bis 150 cm, besonders bevorzugt in einem

Bereich von 30 cm und 100 cm und einen Durchmesser in einem Bereich von 10 cm bis 100 cm, besonders bevorzugt in einem Bereich von 30 cm bis 80 cm auf. Es ist des Weiteren bevorzugt, dass der Behälter aus einem Kunststoffmateri- al mit einer Wandstärke in einem Bereich von 0,5 mm bis 10 mm gefertigt ist.

Bei der ersten öffnung Al) des Behälters A) handelt es sich vorzugsweise um den gesamten Querschnitt im oberen Bereich des Behälters. Es ist jedoch auch möglich, einen Behälter mit einer Abdeckung einzusetzen, wobei vorzugsweise zentral in der Abdeckung eine gegebenenfalls verschließbare öffnung angebracht ist, durch die der gequollene Hygieneartikel in den Behälter eingebracht werden kann.

Bei dem Vorrichtungsbestandteil A2) zum Austreiben von freigesetzter wässriger Flüssigkeit handelt es sich vorzugsweise um eine Presse oder um eine Zentrifuge. Weiterhin kann zu diesem Zweck eine Windelmüllpresse eingesetzt werden, wie sie beispielsweise aus der DE 296 07 480 Ul bekannt ist.

Bei der im unteren Drittel, vorzugsweise im unteren Viertel und besonders bevorzugt im Bodenbereich der Vorrichtung angebrachten verschließbaren zweiten öffnung A3), über die freigesetzte wässrige Flüssigkeiten aus dem Behälter A) austreten kann, handelt es sich vorzugsweise um ein Absperrventil. Diese öffnung kann gegebenenfalls fluidleitend mit einer Abwasserleitung verbunden werden.

Gemäß einer besonderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfasst dieses ferner eine mindestens 1 cm, vorzugsweise mindestens 5 cm ober- halb des Bodens des Behälters A) parallel zum Boden angeordnete Ablage, welche Löcher aufweist und sich vorzugsweise über den gesamten Bodenbereich erstreckt. Auf diese Ablage werden die gequollenen Hygieneartikel abgelegt. Wird nun die absorbierte Flüssigkeit durch das Betätigen des Vorrichrungsbestandteiles A2) aus dem Hygieneartikel entfernt, so läuft die freigesetzte Flüssigkeit durch die Ablage in Richtung des Bodens des Behälters A), aus der sie dann nach dem öffnen des Auslasses A3) entfernt werden kann.

Gemäß einer anderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist der Behälter A) so ausgebildet, dass er im Bodenbereich einen Adapter aufweist, mittels dessen der Behälter auf einer geöffneten Toilette abgestellt werden kann. Weiterhin weist der Bodenbereich in diesem Fall eine weitere, verschließbare öffnung auf. Werden nun die erfindungsgemäßen dehydrierbaren Hygieneartikel nach dem Auslösen des Triggersystems (iv) in die Vorrichtung gegeben, so läuft nach dem Betätigen des Vorrichtungsbestandteils A2) die freigesetzte Flüssigkeit direkt durch die öffnung im Boden in die Toilette.

Weiterhin ist es bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung bevorzugt, dass diese im Inneren des Behälters A) eine Triggerelement B) aufweist, das es ermöglicht, nach dessen Auslösen aus dem superabsorbierenden Material (a), wenn dieses als Hydrogel vorliegt, zumindest einen Teil der absorbierten wässrigen Flüssigkeit freizusetzen.

Sofern es sich bei dem gequollenen Hygieneartikel um Hygieneartikel gemäß der ersten, zweiten oder dritten besonderen Ausführungsform handelt und dieser ein eingekapseltes Material (sauere oder basische Materialien oder Salze) aufweist, kommen als Triggerelement diejenigen Vorrichtungen in Betracht, mit denen das eingekapselte Material freigesetzt werden kann. Wird als Kapselmaterial ein gegenüber elektromagnetischer Strahlung, insbesondere gegenüber UV-Strahlung sensitives Material eingesetzt, so kommt als Triggerelement B) eine entsprechende Strahlungsquelle in Betracht.

Weiterhin kann es erfindungsgemäß bevorzugt sein, dass die Vorrichtung einen weiteren Vorrichtungsbestandteil aufweist, mit dem eine öffnung in den Hygieneartikel eingebracht werden kann. Auf diese Weise kann der Ausfluss der freigesetzten Flüssigkeit aus dem Hygieneartikel erleichtert werden. Grundsätzlich kommen alle Stanzvorrichtungen in Betracht, mit denen Löcher in den Hygienear-

tikel, vorzugsweise Löcher in einer der beiden Schichten i) oder ii) bzw. durchgängige Löcher durch den gesamten Hygieneartikel gestanzt werden können.

Vorzugsweise wird die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Dehydrieren der er- findungsgemäßen Hygieneartikel verwendet, wobei es besonders bevorzugt ist, dass die zweite öffnung A3) fluidleitend mit einer Abwasserleitung verbunden wird.

Einen Beitrag zur Lösung der eingangs genannten Aufgaben leistet auch ein Kit umfassend

eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Dehydrieren eines Hygieneartikels sowie einen oder mehrere erfindungsgemäße dehydrierbare Hygieneartikel,

oder

einen oder mehrere erfindungsgemäße dehydrierbarere Hygieneartikel sowie, getrennt von dem Hygieneartikel vorliegend, eine Triggerkomponente,

oder

eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Dehydrieren eines Hygieneartikels sowie eine Triggerkomponente,

oder

eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Dehydrieren eines Hygieneartikels, einen erfindungsgemäßen dehydrierbaren Hygieneartikel sowie, getrennt von dem Hygieneartikel vorliegend, eine Triggerkomponente.

Bei der Triggerkomponente handelt es sich vorzugsweise um ein Material, wel ¬ ches, wenn es in Kontakt mit dem superabsorbierenden Material (a) im Hygiene ¬ artikel tritt, die gemäß ERT 441.2-02 bestimmte „Centrifuge Retention Capacity" (im Falle eines partikulären superabsorbierenden Materials (a) bestimmt für die gesamte Partikelfraktion) um mindestens 10 %, besonders bevorzugt um mindestens 25 %, noch mehr bevorzugt um mindestens 50 % und am meisten bevorzugt um mindestens 70 % zu reduzieren vermag.

Vorzugsweise ist die Triggerkomponente ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einem saueren Material (c), einem basischen Material (d), einem Salz (e) oder einer Salzlösung (f). Als saure Materialien, basische Materialien oder neutrale Salze bzw. Salzlösungen sind diejenigen Verbindungen bzw. Lösungen bevorzugt, die bereits im Zusammenhang mit der zweiten, dritten und vierten besonderen Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen dehydrierbaren Hygieneartikel ge- nannt wurden.

Die Erfindung wird nun anhand nicht limitierender Figuren näher erläutert.

Es zeigt die Figur 1 einen erfindungsgemäßen Hygieneartikel in Form einer Win- del im Querschnitt in Höhe der in der Figur 2 angegebenen Linie A.

Die Figur 2 zeigt einen erfindungsgemäßen Hygieneartikel in Form einer Windel von oben.

Die Figur 3 zeigt einen anderen erfindungsgemäßen Hygieneartikel in Form einer Windel von oben.

Die Figur 4 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Dehydrieren eines Hygieneartikels.

Wie den Figuren 1, 2 und 3 zu entnehmen ist, umfasst der erfindungsgemäße Hygieneartikel eine für wässrige Flüssigkeiten impermeable untere Schicht 1, eine für wässrige Flüssigkeiten permeable obere Schicht 2 und einen zwischen der unteren und der oberen Schicht 1 bzw. 2 angeordneten, wässrige Flüssigkeiten ab- sorbierenden Kern 4. Dieser absorbierende Kern 4 umfasst vorzugsweise ein Fasermaterial sowie superabsorbierende Polymerpartikel. Dabei erstreckt sich der absorbierende Kern vorzugsweise über denjenigen Bereich der unteren Schicht 1 (diese ist beim Tragen der Windel von der Körperseite abgewandt), der sich beim Tragen der Windel im Schrittbereich befindet. Weiterhin weist die Windel Ver- Schlüsse 6 sowie elastische Beinbänder 5 auf.

In der in der Figur 2 dargestellten erfindungsgemäßen dehydrierbaren Windel sind im Bereich des absorbierenden Kerns 4 kugelförmige Kapseln 3 eingebracht, in dem sich neutrale Salze oder saure bzw. basische Materialien befinden. Werden die Kapseln beispielsweise durch mechanische Einwirkung zerstört, so treten die eingekapselten Materialien mit dem superabsorbierenden Material im absorbierenden Kern 4 in Kontakt, so dass es zum Entquellen des Superabsorbers kommt. Die freigesetzte Flüssigkeit kann beispielsweise über die permeable obere Schicht 2 aus dem Hygieneartikel austreten. Das Triggersystem in der in der Fi- gur 2 gezeigten Windel besteht demnach aus dem im absorbierenden Kern 4 enthaltenen superabsorbierenden Material und den Kapseln 3. Denkbar ist auch, dass der Hygieneartikel verschließbare Auslässe (nicht gezeigt) aufweist, durch die Flüssigkeiten austreten können.

Gemäß der Figur 3 kann in der erfindungsgemäßen dehydrierbaren Windeln eine die Absorptionsfähigkeit des superabsorbierenden Materials beeinflussende Komponente, wie etwa ein saueres, basisches oder ein neutrales Salz, auch in Form länglich gestreckter Schläuche 3 enthalten sein. Denkbar ist auch, diese Komponente in die für wässrige Flüssigkeiten impermeable untere Schicht (i) und/oder die für wässrige Flüssigkeiten permeable obere Schicht (ii) zu integrieren oder in

anderer Form mit einer dieser beiden Schichten oder mit beiden Schichten in Ver ¬ bindung zu bringen.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Dehydrieren eines gequollenen Hygiene- artikels umfasst einen Behälter 6, der vorzugsweise die Form eines Eimers aufweist (siehe Figur 4). Der Behälter ist in der in der Figur 4 gezeigten Ausfuhrungsform oben offen, so dass über die öffnung 7 benutzte Hygieneartikel 13 in den Behälter 6 eingebracht werden können. Der Behälter weist vorteilhafterweise eine löchrige Ablage 12 auf, aufweiche die Hygieneartikel 13 gelegt werden. Mit- tels einer geeigneten Pressvorrichtung, bei der es sich in der in der Figur 4 gezeigten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung um einen Stempel 10 handelt, der mittels einer Gewindeschraube 11 und eines Drehknopfes 9 in Richtung der Ablage 12 gedrückt werden kann, können die Windeln komprimiert werden. Wenn die Hygieneartikel 13 zwischen dem Stempel 10 und der Ablage 12 zusammengedrückt werden, so tritt (vorausgesetzt, das Triggersystem wurde zuvor ausgelöst) die absorbierte Flüssigkeit durch die Löcher der Ablage 12 hindurch und gelangt in den Bereich des Bodens des Behälters 6. über den Auslass 8, der beispielsweise über eine Pumpe mit einer Abwasserleirung verbunden werden kann, kann die freigesetzte Flüssigkeit aus der Vorrichtung entfernt werden.

Testmethoden

Bestimmung des Kompressibilitätsfaktors

Die Vorrichtung zur Bestimmung des Kompressibilitätsfaktors eines Hygieneartikels besteht aus einem unten verschlossenen Plexiglaszylinder mit einem inneren Durchmesser von 15 cm, einer Höhe von 40 cm und einer Wandstärke von 2 mm. In einer Höhe von 10 cm über dem Boden des Zylinders befindet sich ein Metall- sieb mit einer Maschenweite von 400 μm und einem Drahtdurchmesser von 0,25 mm der Firma ADMAR EUROPE, Sohren, Germany, Art.-Nr. 78185, wel-

ches fest mit der Innenwand des Zylinders in der Höhe von 10 cm über dem Boden verbunden ist. Weiterhin umfasst die Vorrichtung zur Bestimmung des Kompressibilitätsfaktors einen foπnschlüssig in den Zylinder einführbaren Stempel aus Plexiglas, der mit Gewichten aus Metall beschwert werden ist. Das Gesamtge- wicht aus Plexiglasstempel und Metallgewicht beträgt 10 kg.

Zur Bestimmung des Kompressibilitätsfaktors eines (unbenutzten) Hygieneartikels werden 0,9 gew.-%iger NaCl-Lösung (20 g pro Gramm des in dem Hygieneartikel enthaltenen superabsorbierenden Materials) in den absorbierenden Kern des Hygieneartikel gegeben. Nach 60 Minuten wird der gequollene Hygieneartikel in den Plexiglaszylinder gegeben, so dass er auf dem Metallsieb zu liegen kommt und mit dem Stempel belastet. Anschließend wird die Höhe des Stempels über dem Metallsieb bestimmt (H 1 ).

Anschließend wird der Hygieneartikel aus dem Zylinder herausgenommen und das Triggersystem ausgelöst. Unmittelbar nach dem Auslösen des Triggermechanismus wird die Windel zurück in den Zylinder gegeben.

60 Minuten nach dem Auslösen des Triggermechanismus wird erneut der Stempel auf die Windel gesetzt, wobei nunmehr die freigesetzte Flüssigkeit durch das Metallsieb in den Boden des Plexiglaszylinders läuft.

Nach weiteren 15 Minuten wird wiederum die Höhe des Stempels über dem Metallsieb bestimmt (H 2 ).

Der Kompressibilitätsfaktor K ist definiert als K = (H 1 ZH 2 )