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Patent Searching and Data


Title:
DENTAL SPLINT MADE OF TWO PLASTICS WITH DIFFERENT DEGREES OF HARDNESS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/022748
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a dental splint (11, 12) with a U-shaped base and wall-shaped reinforcements on the tongue and lip sides, said reinforcements forming channels, and to a method for the production of said dental splint. Said splint consists of different plastics of different degrees of hardness. The dental splint is thus flexible, offers a high degree of wearing comfort, and causes an increase in power and endurance in the wearer during athletic activities. An upper jaw dental splint can also be used as a mouth guard in contact sports with an additional reinforcement. Said dental splint for the upper jaw can be designed such that a free space is formed in the front teeth region after inserting the dental splint and clenching the teeth, whereby additional air for breathing can reach the oral cavity.

Inventors:
TSCHACKERT, Steffen (Goethestraße 23, Frankfurt am Main, 60313, DE)
Application Number:
EP2011/064100
Publication Date:
February 23, 2012
Filing Date:
August 16, 2011
Export Citation:
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Assignee:
TSCHACKERT, Steffen (Goethestraße 23, Frankfurt am Main, 60313, DE)
International Classes:
A63B71/08
Domestic Patent References:
2009-12-23
Foreign References:
US20060008760A12006-01-12
US4370129A1983-01-25
US20070235039A12007-10-11
EP2000111A12008-12-10
US20080138766A12008-06-12
US5406963A1995-04-18
US5293880A1994-03-15
CA2700544A12009-04-02
US20020144693A12002-10-10
Attorney, Agent or Firm:
MEYER-DULHEUER, Karl-Hermann (Mainzer Landstr. 69-71, Frankfurt, 60329, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 . Zahnschiene mit U-förmiger Basis und kanalbildenden, wandförmigen, Zungen und lippenseitigen Verstärkungen, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnschiene aus mindestens zwei Kunststoffen mit unterschiedlichen Härtegraden aufgebaut ist wobei der Kunststoff, der die Backenzähne abdeckt, einen niedrigeren Härtegrad aufweist als der Kunststoff, der die Frontzähne um- schließt.

2. -Zahnschiene nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnschiene individuell an die Zahnform und Kieferposition des Trägers angepasst wird.

3. Zahnschiene nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnschiene für den Oberkiefer im Frontzahnbereich zusätzlich verstärkt ist. 4. Zahnschiene nach den Ansprüchen 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass der verwendete Kunststoff eine Stärke von 1 mm - 10 mm aufweist, bevorzugt 2 mm - 6 mm, besonders bevorzugt 2,5 mm- 3,5 mm.

5. Zahnschiene nach den Ansprüchen 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass der verwendete Kunststoff zur Verstärkung der Zahnschiene eine Stärke von 0, 1 mm - 5 mm aufweist, bevorzugt 0,5 mm - 3 mm, besonders bevorzugt 0,8 mm- 1 ,5 mm.

6. Zahnschiene nach den Ansprüchen 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass nach Einsetzten der Zahnschiene und Zusammenbeißen der Zähne ein Freiraum im Frontzahnbereich entsteht, wodurch zusätzliche Luft zum Atmen in den Mundraum gelangen kann.

7. Verwendung einer Zahnschiene nach den Ansprüchen 1 - 6 zur Steigerung der Leistungsfähigkeit eines Trägers bei sportlicher Betätigung.

8. Verwendung einer Zahnschiene für den Oberkiefer mit zusätzlicher Verstär- kung nach einem der vorherigen Ansprüche als Mundschutz bei Kontaktsportarten.

9. Verfahren zur Herstellung einer Zahnschiene nach den Ansprüchen 1 - 8, mindestens umfassend die folgenden Schritte:

- Ermittlung der optimalen Kieferposition,

- Herstellen eines Positiv-Abdruckes des Gebisses,

- Abformen des Gebissabdrucks mit einem Kunststoff hohen Härtegrades mithilfe des Positiv-Abdruckes des Gebisses,

- Entfernen des Kunststoffes im Bereich der Backenzähne und Entfernen der Kunststoffabformung,

- erneutes Abformen des Gebissabdrucks mit einem Kunststoff niedrigerem Härtegrades,

- Entfernen des Kunststoffes im Bereich der Frontzähne,

- Aufbringen der beiden Kunststoffabformungen auf den Positiv-Abdruck, - Aufbringen einer Kunststoffschicht zur Fixierung der beiden Abformun- gen,

- Erwärmen der Kunststoffabformung

- Abformen des Gebissabdrucks des gegenüberliegenden Kiefers im Bereich der Backenzähne.

10. Verfahren zur Herstellung einer Zahnschiene für den Oberkiefer mit zusätzlicher Verstärkung der Frontzähne nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere Kunststoffschicht auf die Zahnschiene aufgetragen wird.

Description:
ZAHNSCHIENE AUS ZWEI KUNSTSTOFFEN MIT UNTERSCHIEDLICHEN

HÄRTEGRADEN

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zahnschiene mit U-förmiger Basis und kanalbildenden, wandförmigen, zungen- und lippenseitigen Verstärkungen.

Zahnschienen und Mundschutze sind für die unterschiedlichsten Zwecke gebräuchlich, sowohl im medizinischen Bereich als auch im sportiven Sektor.

Zahnschienen oder Zahnspangen in Form von herausnehmbaren oder festsitzenden Vorrichtungen werden bei Kindern und Erwachsenen zur Korrektur von Zahnfehlstellungen verwendet. Aufbissschienen werden angefertigt, um Zahn- verschleiss bei Bruxismus zu stoppen. Zudem finden dünne Zahnschienen Verwendung bei einer Zahnbleichung.

Im Amateur- sowie im Profisport werden Mundschutze primär zu protektiven Zwecken eingesetzt und bedecken dabei die Zähne und Teile des Kieferknochens. Bei Kontaktsportarten wie American Football, Boxen, Basketball oder Handball kommt es leicht zu Stößen und Hieben gegen Gesicht und Kiefer. Mundschutze sollen daher Verletzungen von Zähnen und Kieferknochen verhindern beziehungsweise verringern. Selbst bei stärkeren Erschütterungen kann solch ein Mundschutz das Ausmaß der Verletzung im Kopfbereich reduzieren.

Ein rein protektiver Mundschutz ist beispielsweise in der Druckschrift US 5406963 A beschrieben. Solche protektive Mundschutze sind in unterschiedlichen Ausführungsformen bekannt. Der Mundschutz der Druckschrift US 5293880 A wird zum Schutz vor Verletzungen im Kopfbereich bei sportlichen Aktivitäten verwendet und kann an einem Helm oder ähnlichen Kopfbedeckungen befestigt werden. Die Druckschrift CA 2700544 A1 beschreibt einen protektiven Mundschutz, der zudem mit farblich hinterlegbaren Schriftzugaussparungen versehen ist, die individuell gestaltbar sind. Diese Mundschutze bie- ten einem Träger allerdings alleinig Schutz vor Erschütterungen in der Kopfregion.

In der Druckschrift US 2002144693 A1 wird ein Mundschutz mit protektiver Funktion beschrieben. Nachteilig an diesem Mundschutz ist jedoch, dass dieser aus unterschiedlichen Teilen zusammengesetzt ist, was hygienische Probleme bei der Reinigung hervorrufen kann. Durch die Massivität des Mundschutzes ist dieser nur für den Einsatz bei Kontaktsportarten geeignet. Bei rein athletischen Sportarten ist dieser kompakte Mundschutz hinderlich und störend im Mund. Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, eine Zahnschiene zu entwickeln, die individuell auf den Träger anpassbar ist, einen hohen Tragekomfort gewährleistet und zudem positive Eigenschaften der Leistungssteigerung im Breiten- und Spitzensport ermöglicht. Gelöst wird die Aufgabe durch eine Zahnschiene nach Anspruch 1 sowie ein Verfahren zu deren Herstellung.

Die erfindungsgemäße Zahnschiene besteht aus einer U-förmigen Basis mit kanalbildenden, wandförmigen, zungen- und lippenseitigen Verstärkungen. Sie ist aus mindestens zwei Kunststoffen mit unterschiedlichen Härtegraden aufgebaut; die Zahnschiene besteht aus einem Stück und kann somit leicht gereinigt werden.

Der Kunststoff, der die Backenzähne abdeckt, weist dabei einen niedrigeren Härtegrad auf als der Kunststoff, der die Frontzähne umschließt. Diese Kombination aus Kunststoffen unterschiedlichen Härtegrades ermöglicht einen hohen Tragekomfort bei voller Funktionalität. Aufgrund der Flexibilität der erfindungsgemäßen Zahnschiene kann diese auch bei rein athletischen Sportarten getragen werden und wirkt sich nicht störend auf den Träger aus.

Die Zahnschiene wird entweder für den Ober- oder den Unterkiefer gefertigt und wird an die Zahnform und Kieferposition des Trägers individuell angepasst. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist der verwendete Kunststoff eine Stärke von 1 mm - 10 mm, bevorzugt 2 mm - 6 mm, besonders bevorzugt 2,5 mm- 3,5 mm, auf. In einer bevorzugten Ausführungsform weist der verwendete Kunststoff zur Verstärkung der Zahnschiene, welcher in einer zusätzlichen Schicht auf die Schiene im Bereich des kompletten Gebisses aufgebracht wird, eine Stärke von 0, 1 mm - 5 mm, bevorzugt 0,5 mm - 3 mm, besonders bevorzugt 0,8 mm- 1 ,5 mm, auf.

Die erfindungsgemäße Zahnschiene wird zur Steigerung der Leistungsfähigkeit eines Trägers bei sportlicher Betätigung verwendet. Die erfindungsgemäße Zahnschiene fixiert die ideale, entspannte Kieferposition - Ruheschwebelage. Dadurch bewirkt die Zahnschiene bei einem Träger eine Steigerung der Kraft, Beweglichkeit des Körpers, Schnelligkeit sowie eine Verbesserung des Körpergleichgewichts. Sie ist sowohl für den Einsatz bei Einzelsportarten, wie Schwimmen, Leichtathletik oder Golf, als auch für Mannschaftssportarten geeignet. Bei Kontaktsportarten wie American Football, Boxen, Eishockey oder auch Handball ist es von Vorteil, die erfindungsgemäße Zahnschiene für den Oberkiefer zu verwenden. Diese ist zusätzlich verstärkt und kann somit gleichzeitig als Mundschutz verwendet werden.

Weiterhin ist es bevorzugt, dass nach Einsetzten der Zahnschiene und Zusammenbeißen der Zähne ein Freiraum im Frontzahnbereich entsteht, wodurch zu- sätzliche Luft zum Atmen in den Mundraum gelangen kann. Insbesondere ist es vorgesehen, dass dieser Freiraum im Frontzahnbereich bei der Zahnschiene für den Oberkiefer entsteht, jedoch kann auch die Zahnschiene für den Unterkiefer so ausbildet sein, dass ein Freiraum im Frontzahnbereich entsteht. Mit Frontzahnbereich in diesem Sinne sind die Vorderzähne 13, 12, 1 1 und 21 , 22, 23 gemeint.

Bei einem Träger der Zahnschiene für den Oberkiefer kommen beim Zusammenbeißen des Kiefers die Zähne des Unterkiefers in Kontakt mit der Zahn- schiene am Oberkiefer. Dabei kommt es zu einem festen Bisskontakt und einem nahezu luftdichten Abschluss zwischen den Zähnen des Unterkiefers und der Zahnschiene am Oberkiefer. Dieses Problem besteht insbesondere bei der Zahnschiene für den Oberkiefer, wenn diese mit einer zusätzlichen Verstärkung auch als Mundschutz eingesetzt wird.

Da in dieser Bissposition des Kiefers das Atmen durch den Mund so erschwert wird, kann die Zahnschiene derart ausgebildet sein, dass im Bereich der Vorderzähne (13, 12, 1 1 , 21 , 22, 23) ein Freispalt im Inzisalbereich entsteht. Dabei besteht nur ein Bisskontakt der Zähne des Unterkiefers mit der Zahnschiene am Oberkiefer im Bereich der Zähne 16, 15, 14 und 26, 25, 24 (Prämolaren und Molaren). Die Frontzähne des Unterkiefers haben hingegen keinen Kontakt zur der Zahnschiene. Dadurch entsteht ein schmaler Freiraum im Bereich der Vorderzähne (13, 12, 1 1 , 21 , 22, 23), wodurch zusätzliche Atemluft in den Mundraum des Trägers gelangen kann.

Die oben genannte Aufgabe wird weiterhin durch ein Verfahren zur Herstellung einer Zahnschiene gelöst, welches mindestens die folgenden Schritte umfasst: Zur Herstellung der Zahnschiene wird bevorzugt zunächst die optimale Kieferposition des Trägers, für den die Zahnschiene hergestellt werden soll, ermittelt. Anschließend wird ein Positiv-Abdruck (Gipsmodell) des Gebisses hergestellt, mit einem Kunststoff mit hohem Härtegrad der Gebissabdruck abgeformt, wobei der Kunststoff im Bereich der Backenzähne anschließend wieder entfernt wird und mit einem Kunststoff niedrigeren Härtegrades der Gebissabdruck erneut abgeformt wird. Die beiden Abdrücke werden auf dem Positiv-Abdruck des Gebisses aufgebracht und anschließend durch eine weitere Kunststoffschicht fixiert. Anschließend erfolgt die Abformung des Gebissabdrucks durch mechanischen Druck auf dem zuvor erwärmten Kunststoff mit niedrigem Härtegrad.

Weitere Vorteile und Einzelheiten zum besseren Verständnis der Erfindung sind aus der im Folgenden dargestellten Beschreibung der Figuren an Hand eines Ausführungsbeispieles zu entnehmen, wobei Fig. 1 die Aufsicht auf die Außenfläche einer Zahnschiene für den Unterkiefer, Fig. 2 die Aufsicht auf die Innenfläche einer Zahnschiene für den Unterkiefer,

Fig. 3 die Frontansicht der Schiene im Bereich der Unterkiefer-Vorderzähne,

Fig. 4 die Aufsicht auf die Außenfläche einer Zahnschiene für den Oberkiefer, Fig. 5 die Aufsicht auf die Innenfläche einer Zahnschiene für den Oberkiefer,

Fig. 6 die Frontansicht der Schiene im Bereich der Oberkiefer-Vorderzähne,

Fig. 7 die Aufsicht auf die Außenfläche einer Zahnschiene für den Oberkiefer, welche einen zusätzlichen Freiraum im Frontzahnbereich des Trägers ausbildet zeigt.

In Fig. 1 - Fig. 3 wird die erfindungsgemäße Zahnschiene für den Unterkiefer beispielhaft dargestellt, in Fig. 4 - Fig. 6 die erfindungsgemäße Zahnschiene für den Oberkiefer. Die erfindungsgemäße Zahnschiene 1 1 und 21 besteht aus zwei unterschiedlichen Kunststoffen, die verschiedene Härtegrade aufweisen. Im Bereich der Backenzähne wird ein Kunststoff mit einem niedrigeren Shore- Härtegrad 13 und 23 und einer Stärke von 3 mm für die Zahnschiene verwen- det. Im Bereich der Frontzähne wird hingegen ein Kunststoff mit einem höheren Shore-Härtegrad 15 und 25, vorzugsweise in einer Stärke von 0,5 bis 3 mm für die Zahnschiene verwendet.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird zuerst der Kunststoff mit dem ho- hen Shore-Härtegrad 15 und 25 auf das Gebissmodell aufgebracht und dann der Bereich der Backenzähne wieder entfernt. In einem zweiten Schritt wird dann der Kunststoff mit dem niedrigeren Härtegrad 13 und 23 auf das gesamte Gebiss geformt, wobei anschließend der Bereich der Frontzähne wieder ent- fernt wird. Anschließend werden beide Bereiche auf dem Positiv-Abdruck aufgebracht und durch eine weitere Kunststoffschicht 12, 22 fixiert. Dadurch kommt der Kunststoff mit dem niedrigeren Härtegrad 13 und 23 neben dem Kunststoff mit dem höheren Härtegrad zu liegen. Durch mechanische Kraftein- Wirkung auf den erwärmten Kunststoff mit dem niedrigeren Härtegrad 13 und 23 wird die Position der Kiefer zueinander festgelegt.

Bei der Zahnschiene für den Oberkiefer 21 wird zusätzlich eine weitere Kunststoffschicht 25 mit einem höheren Shore-Härtegrad und einer Stärke von 1 mm als Verstärkung und somit Schutz des Trägers vor Stößen im Kieferbereich verwendet.

Fig. 7 zeigt, wie in Fig. 4 und Fig.6, eine Zahnschiene für den Oberkiefer 21 , welche im Bereich der Backenzähne mit einem Kunststoff mit niedrigerem Här- tegrad 23 und im Bereich der Frontzähne (Zähne 13, 12, 1 1 , 21 , 22, 23) mit einem Kunststoff mit einem höheren Shore-Härtegrad ausgestattet ist. Durch eine weitere Kunststoffschicht mit weicherem Härtegrad 22 werden die beiden Bereiche der Vorder- und Backenzähne der unterschiedlichen Kunststoffhärten miteinander verbunden. Auch bei dieser Zahnschiene für den Oberkiefer kann anschließend noch eine weitere Kunststoffschicht mit einem höheren Shore- Härtegrad und einer Stärke von 1 mm als Verstärkung und somit Schutz des Trägers vor Stößen im Kieferbereich aufgetragen werden.

Dieses Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Zahnschiene für den Oberkiefer 21 , bildet im Mund des Trägers einen zusätzlichen Freiraum im Bereich der Frontzähne (A1 -A2) aus, welcher als Atemöffnung dienen kann.

Da es insbesondere beim Träger der Zahnschiene für den Oberkiefer, welcher auch als Mundschutz dienen kann, beim Zusammenbeißen des Kiefers zu ei- nem festen Bisskontakt im gesamten Schienenbereich kommt, wodurch das Atmen durch den Mund so erschwert wird, kann die Zahnschiene daher mit einer zusätzlichen Atemöffnung versehen sein. Diese Öffnung ist als Freiraum im Frontzahnbereich der Zahnschiene ausgestaltet und ergibt sich beim Aufbiss der Seitenzähne 16, 15, 14 und 26, 25, 24 (Prämolaren und Molaren). Die Zähne des Unterkiefers haben dabei nur Kontakt mit der Zahnschiene im Oberkiefer im Bereich der Zähne 16, 15, 14 und 26, 25, 24. Die Frontzähne des Unterkiefers haben hingegen keinen Kontakt zur der Zahnschiene. Dadurch entsteht ein schmaler Zwischenraum im Bereich der Frontzähne (A1 -A2) zwischen der Schiene des Oberkiefers und dem Inzisialbereich der Frontzähne des Unterkiefers. Durch diesen schmalen Freiraum kann zusätzliche Atemluft in den Mundraum des Trägers gelangen.

Weitere Vorteile und Einzelheiten zum besseren Verständnis des Verfahrens zur Herstellung der erfindungsgemäßen Zahnschiene sind aus der nachfolgenden Beschreibung an Hand eines Ausführungsbeispiels zu entnehmen. Zunächst wird bei dem Träger mittels einer Elektromyographie (EMG) eine Muskelfunktionsanalyse im Kopfbereich durchgeführt. Im angespannten Zustand werden Bisspositionen sowie die Schwebelage des Kiefers ermittelt. Nach Entspannung, welche ggf. mittels eines TENS-Gerätes bewirkt wird, erfolgt die Positionierung des Kiefers für die gewünschte Schienenposition des Probanden. Es soll die jeweils individuelle Kieferposition gefunden werden, bei denen sich die Kaumuskeln in einem entspannten Zustand befinden. Die Positionierung des Kiefers erfolgt mittels eines Muskelanalysegeräts, dem so genannten K7-System der Firma Myotronics. Es werden drei bis vier verschiedene Kieferpositionen bestimmt, die ideale Position sowie Positionen kurz davor und kurz dahinter. In der optimalen Kieferposition befindet sich ein schmaler Spalt zwischen den Zähnen des Oberkiefers und des Unterkiefers, der sogenannten Ruheschwebelage. Diese Position ist bei jedem Menschen anders und muss daher individuell bestimmt werden. Von jeder dieser Positionen wird jeweils ein Bissregistrat genommen. Von diesem Bissregistrat wird jeweils ein Modell der jeweiligen Kieferposition gefertigt. Die erfindungsgemäße Zahnschiene füllt dann diese Lücke und positioniert den Kiefer in seiner optimalen Lage. Als Material für die Zahnschiene wird vorzugsweise ein Copolymer verwendet, welches für die Anwendung im zahnmedizinischen Bereich geeignet ist. Dabei kann ein geeignetes Copolymer der gleichen Art, aber mit unterschiedlichen Shore-Härtegraden, sowie unterschiedliche Copolymere mit unterschiedlichen Shore-Härtegraden verwendet werden. Besonders bevorzugt wird Ethylen- vinylacetat (EVA) verwendet. In einer bevorzugten Ausführungsform wird als EVA Bioplast der Firma Scheu in Form einer Tiefziehfolie verwendet.

Zuerst wird der Kunststoff mit einem hohen Shore-Härtegrad verwendet. Die entsprechende Tiefziehfolie hat eine Stärke von 0,5 bis 3 mm und wird über das Gebissmodell gezogen, wobei der Kunststoff im Bereich der Backenzähne anschließend wieder entfernt wird. Anschließend wird mit einer Tiefziehfolie mit niedrigem Härtegrad, ebenfalls mit einer Stärke von 3 mm, der Gebissabdruck erneut abgeformt, wobei der Kunststoff im Bereich der Frontzähne entfernt wird; dieser Kunststoff weist einen niedrigeren Shore-Härtegrad auf als der Kunststoff aus dem vorherigen Schritt. Anschließend werden beide Abdrücke auf dem Positiv-Abdruck des Gebisses aufgebracht und anschließend durch eine weitere Tiefziehfolie mit niedrigem Härtegrad fixiert. Durch anschließende Erwärmung und mechanische Krafteinwirkung wird der Gebissabdruck des gegenüberlie- genden Kiefers im Bereich der Backenzähne abgeformt. Dieses Verfahren ermöglicht somit die Herstellung einer flexiblen Zahnschiene mit hohem Tragekomfort, die dennoch eine starke Führung des Gebisses erlaubt. Das Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Zahnschiene für den Unterkiefer und den Oberkiefer ist bis zu diesem Schritt identisch.

Wird für den Träger eine Zahnschiene für den Oberkiefer hergestellt, die eine zusätzliche protektive Funktion im Frontzahnbereich bietet, so wird über die Zahnschiene im Frontzahnbereich eine weitere Kunststoffschicht mit einer Stärke von 1 bis 5 mm aufgebracht.

Die vorliegende Erfindung in sämtlichen Ausgestaltungsvarianten ist nicht beschränkt auf eine bestimmte Farbkombination der unterschiedlichen Co- polymere. Zudem ist es möglich, die erfindungsgemäße Zahnschiene gos, beispielsweise des Herstellers oder eines Teams, zu versehen.

Bezugszeichen

1 1 . Zahnschiene für den Unterkiefer

12. Kunststoff mit weicherem Härtegrad

13. Kunststoff mit niedrigerem Härtegrad im Bereich der Backenzähne

15. Kunststoff mit höherem Härtegrad im Bereich der Vorderzähne

21 . Zahnschiene für den Oberkiefer

22. Kunststoff mit weicherem Härtegrad

23. Kunststoff mit niedrigerem Härtegrad im Bereich der Backenzähne

25. Kunststoff mit höherem Härtegrad im Bereich der Vorderzähne A1 -A2. Bereich der Atemöffnung