Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
DEPLOYMENT SYSTEM AND DEPLOYMENT METHOD HAVING A RETRACTABLE PRE-LINE BOOM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/052801
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a deployment system and to a deployment method for deploying a floatable object (2.2) from an accommodation chamber (10.2) of a watercraft (1) onto a water surface (WO), in particular for deploying a boat from a boat garage of an overwater vessel. The deployment system comprises a deployment device (3.2), a pre-line (4) for the object (2.2) and a pre-line boom (5) for guiding the pre-line (4). If the pre-line boom (5) is in a park position and is in a retracted state, the pre-line boom (5) is completely arranged in the interior of the accommodation chamber (10.2). If the pre-line boom (5) is in an outboard position and in an extended state, the pre-line boom (5) guides the pre-line (4) in such a way that the following is brought about: a portion (13) of the pre-line (4) is located outside the watercraft (1) and extends from the pre-line boom (5) to the deployed object (2.2).

Inventors:
OESMANN, Hans (Fischbeker Weg 14, Hamburg, 21149, DE)
HALFMANN, Sebastian (Schwentinestr. 47c, Norderstedt, 22851, DE)
BUES, Ronja (Methfesselstrasse 14, Hamburg, 53359, DE)
Application Number:
EP2018/073060
Publication Date:
March 21, 2019
Filing Date:
August 28, 2018
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
THYSSENKRUPP MARINE SYSTEMS GMBH (Werftstr. 112-114, Kiel, 24143, DE)
THYSSENKRUPP AG (ThyssenKrupp Allee 1, Essen, 45143, DE)
International Classes:
B63B27/36; B63B23/04; B63B23/10; B63B27/16
Domestic Patent References:
WO2011151653A12011-12-08
WO2001074655A12001-10-11
WO2000029283A12000-05-25
Foreign References:
US6178914B12001-01-30
CN103183113A2013-07-03
US4586453A1986-05-06
GB2532602A2016-05-25
JP2006001442A2006-01-05
US4597352A1986-07-01
US4586453A1986-05-06
EP1135290B12005-03-23
DE19808491A11998-09-03
Attorney, Agent or Firm:
THYSSENKRUPP INTELLECTUAL PROPERTY GMBH (ThyssenKrupp Allee 1, Essen, 45143, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche l. System zum Aussetzen eines schwimmfähigen Gegenstands (2.1, 2.2) aus einer Aufnahmekammer (10.1, 10.2) eines Wasserfahrzeugs (1) auf eine Wasseroberfläche (WO),

wobei das Aussetz-System

• eine Aussetzvorrichtung (3.1, 3.2),

• eine Vorleine (4), die wenigstens zeitweise mit dem schwimmfähigen Gegenstand (2.1, 2.2) verbunden ist, sowie

• einen Vorleinenausleger (5) zum Führen der Vorleine (4)

umfasst,

wobei die Aussetzvorrichtung (3.1, 3.2) zum Bewegen des Gegenstands (2.1, 2.2) aus der Aufnahmekammer (10.1, 10.2) und zum Aufsetzen des Gegenstands (2.1, 2.2) auf der Wasseroberfläche (WO) ausgestaltet ist,

wobei der Vorleinenausleger (5) in eine Park- und mindestens eine Außenbord-Position bewegbar ist und

wobei der Vorleinenausleger (5) in der oder einer Außenbord-Position dazu ausgestaltet ist, die Vorleine (4) so zu führen,

dass ein Abschnitt (13) der geführten Vorleine (4)

• sich außerhalb des Wasserfahrzeugs (1) befindet und

• sich von dem Vorleinenausleger (5) zum ausgesetzten Gegenstand (2.1, 2.2) erstreckt,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Vorleinenausleger (5) in einen zusammengezogenen und mindestens einen auseinandergezogenen Zustand überführbar ist,

wobei das Aussetz-System dergestalt ausgestaltet ist, dass der Vorleinenausleger (5) im zusammengezogenen Zustand und in der Park-Position im Inneren der Aufnahmekammer (10.1, 10.2) aufgenommen wird,

wobei das Aussetz-System dergestalt ausgestaltet ist, dass der Vorleinenausleger (5) in dem oder einem auseinandergezogenen Zustand und in der Außenbord-Position

• sich wenigstens teilweise außerhalb der Aufnahmekammer (10.1, 10.2) befindet und • die Vorleine (4) dergestalt zu führen vermag, dass der Vorleinen-Abschnitt (13) außerhalb des Wasserfahrzeugs (1) sich zum Gegenstand (2.1, 2.2) erstreckt.

2. Aussetz-System nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Vorleinenausleger (5) längenveränderlich ist,

wobei der Vorleinenausleger (5) durch eine Vergrößerung der Länge aus dem zusammengezogenen Zustand in den oder einen auseinandergezogenen Zustand überführbar ist.

3. Aussetz-System nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Vorleinenausleger (5) teleskopierbar ist.

4. Aussetz-System nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

die größte Ausdehnung des Vorleinenauslegers (5) in dem auseinandergezogenen Zustand größer ist als

die größte Ausdehnung der Aufnahmekammer (10.1, 10.2).

5. Aussetz-System nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Vorleinenausleger (5)

• einen Ausleger-Kopf (20) und

• einen Ausleger-Arm (6.1, 6.2, 6.3)

umfasst,

wobei der Ausleger-Arm (6.1, 6.2, 6.3) • sich in den zusammengezogenen und in den auseinandergezogenen Zustand überführen lässt und

• den Ausleger-Kopf (20) trägt und

wobei derjenige Abschnitt (13) der Vorleine (4), der sich zum ausgesetzten Gegenstand (2.2) erstreckt, im Ausleger-Kopf (20) beginnt.

6. Aussetz-System nach Anspruch 5,

dadurch gekennzeichnet, dass

am Ausleger-Kopf (20) wenigstens zwei Umlenkrollen (12.1, 12.2) drehbar montiert sind und

die Vorleine (4) um beide Umlenkrollen (12.1, 12.2) herum geführt ist.

7. Aussetz-System nach Anspruch 5 oder Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Ausleger-Arm (6.1, 6.2, 6.3) sich in eine Längsachse (D) erstreckt und

der Ausleger-Kopf (20) relativ zum Ausleger-Arm (6.1, 6.2, 6.3) um die Längsachse (D) drehbar gelagert ist.

8. Aussetz-System nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Vorleinenausleger (5) durch eine Verschwenkung um eine horizontale Achse zwischen der Park- und der oder einer Außenbord-Position bewegbar ist.

9. Aussetz-System nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Aussetzvorrichtung (3.1, 3.2) und der Vorleinenausleger (5) relativ zur Aufnahmekammer (10.1, 10.2) gemeinsam um eine Schwenkachse (A. l, A.2) verschwenkbar sind.

10. Aussetz-System nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Aussetz-System eine Haltevorrichtung (7) umfasst, mit welcher der Vorleinenausleger (5) mechanisch gekoppelt ist,

wobei die Haltevorrichtung (7) zwischen einer Park- und mindestens einer Außenbord- Position bewegbar ist,

wobei eine Bewegung der Haltevorrichtung (7) eine Bewegung des Vorleinenauslegers (5) bewirkt und

wobei die Haltevorrichtung (7) in der Park-Position sich im Inneren der Aufnahmekammer (10.1, 10.2) befindet.

11. Aussetz-System nach Anspruch 10,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Haltevorrichtung (7) einen Bestandteil der Aussetzvorrichtung (3.1, 3.2) bildet.

12. Aussetz-System nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Aussetz-System eine Winde (11) zum Aufrollen der Vorleine (4) umfasst,

13. Aussetz-System nach Anspruch 12,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Winde (11) an einem Bestandteil (6.3) des Vorleinenauslegers (5) befestigt ist, wobei der Bestandteil (6.3) beim Überführen des Vorleinenauslegers (5) in den auseinandergezogenen Zustand relativ zur Aufnahmekammer (10. 1, 10. 2) bewegt wird.

14. Aussetz-System nach Anspruch 12,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Winde (11) im Inneren der Aufnahmekammer (10.1, 10.2) positioniert ist und die Vorleine (4) um mindestens eine Umlenkrolle (12.1, 12.2, 12.3, 12.4) herum geführt ist,

wobei die oder mindestens eine Umlenkrolle (12.1, 12.2, 12.3, 12.4) an einem Bestandteil (6.3) des Vorleinenauslegers (5) befestigt ist und

wobei dieser Bestandteil (6.3) beim Überführen des Vorleinenauslegers (5) in den auseinandergezogenen Zustand relativ zur Aufnahmekammer (10. 1, 10. 2) bewegt wird.

15. Aussetz-System nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Aussetz-System einen Vorleinenausleger-Motor umfasst,

der dazu ausgestaltet ist, den Vorleinenausleger (5) aus dem zusammengezogenen Zustand in den oder einen auseinandergezogenen Zustand zu überführen.

16. Wasserfahrzeug (1) umfassend

mindestens einen schwimmfähigen Gegenstand (2.1, 2.2),

mindestens eine Aufnahmekammer (10.1, 10.2) zum Aufnehmen des oder eines schwimmfähigen Gegenstands (2.1, 2.2) und

ein Aussetz-System nach einem der Ansprüche 1 bis 15.

17. Wasserfahrzeug (1) nach Anspruch 16,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Wasserfahrzeug (1)

• zwei schwimmfähigen Gegenstände (2.1, 2.2),

• zwei in Fahrtrichtung (FR) hintereinanderliegende Aufnahmekammern (10.1, 10.2) für jeweils einen schwimmfähigen Gegenstand (2.1, 2.2) und

• zwei Aussetz-Systeme

umfasst,

wobei jedes Aussetz-System

- nach einem der Ansprüche 1 bis 15 ausgestaltet ist und

- einer Aufnahmekammer (10.1, 10.2) zugeordnet ist.

18. Wasserfahrzeug (1) nach Anspruch 16 oder Anspruch 17,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Wasserfahrzeug (1) mindestens eine Verschlussvorrichtung (18.1, 18.2) für die oder eine Aufnahmekammer (10.1, 10.2) aufweist,

wobei die Verschlussvorrichtung (18.1, 18.2) zwischen einer geschlossenen und einer geöffneten Position bewegbar ist und

wobei die Verschlussvorrichtung (18.1, 18.2) in der geschlossenen Position die oder eine Aufnahmekammer (10.1, 10.2), in der sich

• der oder ein schwimmfähiger Gegenstand (2.1, 2.2),

• die Aussetzvorrichtung (3.1, 3.2),

• die Vorleine (4) und

• der Vorleinenausleger (5) im zusammengezogenen Zustand und in der Park-Position befinden,

zu verschließen vermag.

19. Verfahren zum Aussetzen eines schwimmfähigen Gegenstands (2.1, 2.2) aus einer Aufnahmekammer (10.1, 10.2) eines Wasserfahrzeugs (1) auf eine Wasseroberfläche (WO)

unter Verwendung eines Aussetz-Systems mit

• einer Aussetzvorrichtung (3.1, 3.2),

• einer Vorleine (4), die wenigstens zeitweise mit dem schwimmfähigen Gegenstand (2.1, 2.2) verbunden ist, sowie

• einem Vorleinenausleger (5) zum Führen der Vorleine (4),

wobei das Aussetz-Verfahren die Schritte umfasst, dass

die Aussetzvorrichtung den mit der Vorleine (4) verbundenen Gegenstand (2.1, 2.2) aus der Aufnahmekammer (10.1, 10.2) bewegt und auf die Wasseroberfläche (WO) aufsetzt, der Vorleinenausleger (5) aus einer Park- in eine Außenbord-Position bewegt wird und der in die Außenbord-Position bewegte Vorleinenausleger (5) die Vorleine (4) so führt, dass ein Abschnitt (13) der geführten Vorleine (4)

• sich außerhalb des Wasserfahrzeugs (1) befindet und • sich von dem Vorleinenausleger (5) zum ausgesetzten Gegenstand (2.1, 2.2) erstreckt,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Vorleinenausleger (5) in der Park-Position und in einem zusammengezogenen Zustand sich im Inneren der Aufnahmekammer (10.1, 10.2) befindet und

das Aussetz-Verfahren die Schritte umfasst, dass

der Vorleinenausleger (5) wenigstens teilweise aus der Aufnahmekammer (10.1, 10.2) hinaus in die Außenbord-Position bewegt wird und aus dem zusammengezogenen Zustand in einen auseinandergezogenen Zustand überführt wird und

der in den auseinandergezogenen Zustand überführte Vorleinenausleger (5) die Vorleine (4) dergestalt führt,

dass der Vorleinen-Abschnitt (13) außerhalb des Wasserfahrzeugs (1) sich zum Gegenstand (2.1, 2.2) erstreckt.

20. Aussetz-Verfahren nach Anspruch 19,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Vorleinenausleger (5)

• einen Ausleger-Kopf (20) und

• einen Ausleger-Arm (6.1, 6.2, 6.3)

umfasst,

wobei der Ausleger-Arm (6.1, 6.2, 6.3) den Ausleger-Kopf (20) trägt,

wobei der Schritt, den Vorleinenausleger (5) aus dem zusammengezogenen Zustand in den auseinandergezogenen Zustand zu überführen, den Schritt umfasst,

den Ausleger-Arm (6.1, 6.2, 6.3) aus dem zusammengezogenen Zustand in den auseinandergezogenen Zustand zu überführen, und

wobei derjenige Abschnitt (13) der Vorleine (4), der sich zum ausgesetzten Gegenstand (2.2) erstreckt, im Ausleger-Kopf (20) beginnt.

21. Aussetz-Verfahren nach Anspruch 19 oder Anspruch 20,

dadurch gekennzeichnet, dass das Aussetz-System eine Haltevorrichtung (7) umfasst, an welcher der Vorleinenausleger (5) befestigt ist,

wobei die Haltevorrichtung (7) in einer Park-Position sich im Inneren der Aufnahmekammer (10.1, 10.2) befindet und

wobei der Schritt, den Vorleinenausleger (5) in die oder eine Außenbord-Position zu überführen,

die Schritte umfasst,

• die Haltevorrichtung (7) aus der Park- in eine Außenbord-Position zu überführen und

• die Haltevorrichtung (7) hierbei wenigstens teilweise aus der Aufnahmekammer (10.1, 10.2) hinaus zu bewegen.

22. Aussetz-Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 21,

dadurch gekennzeichnet, dass

zunächst der Schritt durchgeführt wird, den Vorleinenausleger (5) im zusammengezogenen Zustand aus der Park- in die Außenbord-Position zu überführen, und anschließend

der Schritt durchgeführt wird, den in der Außenbord-Position befindlichen Vorleinenausleger (5) aus dem zusammengezogenen in den auseinandergezogenen Zustand zu überführen.

Description:
Aussetz-System und Aussetz-Verfahren mit zusammenziehbarem Vorleinenausleger

Die Erfindung betrifft ein Aussetz-System und ein Aussetz-Verfahren zum Aussetzen eines schwimmfähigen Gegenstands aus einer Aufnahmekammer eines Wasserfahrzeugs auf eine Wasseroberfläche, insbesondere zum Aussetzen eines Bootes aus einer Bootsgarage eines Überwasserschiffes.

Ein Überwasserschiff führt in der Regel mehrere schwimmfähige Gegenstände mit sich, beispielsweise Rettungsboote oder Rettungsinseln, Einsatzboote zum Ausschiffen von Personen oder auch Rettungsringe oder schwimmfähige Werkzeuge oder Waffen oder autonome angetriebene Wasserfahrzeuge. Ein solcher schwimmfähiger Gegenstand ist oft in einer eigenen Aufnahmekammer des Schiffs untergebracht, beispielsweise in einer Bootsgarage. Um den Gegenstand zu Wasser zu lassen, bewegt eine Aussetzvorrichtung den Gegenstand - relativ zur Fahrtrichtung des Schiffs - seitlich aus der Aufnahmekammer heraus und setzt den Gegenstand auf der Wasseroberfläche ab.

Oft ist es erforderlich oder gewünscht, den Gegenstand abzusetzen, während das Schiff sich über Grund und oder relativ zum umgebenden Wasser bewegt. Beispielsweise ist eine Person von Bord des Schiffs gefallen, und ein bemanntes Rettungsboot muss rasch ausgesetzt werden. Außerdem bewegt sich oft das Wasser um das Schiff herum relativ zum Grund, z.B. aufgrund von Gezeiten oder Meeresströmungen. Daher würde der ausgesetzte Gegenstand sich in vielen Situationen zu rasch vom Schiff entfernen, relativ zum Schiff zu stark drehen oder sich zur Seite neigen, nachdem der Gegenstand auf der Wasseroberfläche ausgesetzt wurde, wenn der ausgesetzte Gegenstand nicht geeignet gehalten wird. Andererseits soll der Gegenstand einen ausreichenden Abstand zum Schiff haben, nachdem das Schiff den Gegenstand ausgesetzt hat.

Der schwimmfähige Gegenstand wird daher nach dem Aussetzen mit Hilfe einer sogenannten Vorleine gehalten, die mit dem Gegenstand und mit dem Schiff verbunden ist. Ein Vorleinenausleger hält und führt diese Vorleine so, dass ein Abschnitt der Vorleine sich vom Vorleinenausleger zum ausgesetzten Gegenstand erstreckt. Dieser Vorleinen-Abschnitt befindet sich außerhalb des Schiffs und - gesehen in die Bewegungsrichtung des Schiffs relativ zum umgebenden Wasser - vor dem Gegenstand. Dank dieses Vorleinen-Abschnitts wird der ausgesetzte Gegenstand in einer gewünschten Position gehalten. Später ist es möglich, den Gegenstand von der Vorleine zu trennen.

Fig. 1 zeigt beispielhaft in einer Seitenansicht ein Überwasserschiff für militärische Anwendungen, das sich in einer Fahrtrichtung FR über Wasser bewegt und eine Außenhaut 14 besitzt. Auf der Steuerbordseite sind zwei Aufnahmekammern 10.1, 10.2 in Form von zwei Bootsgaragen für zwei Boote 2.1, 2.2 (in Fig. 2 und Fig. 3 gezeigt) angeordnet. Auf der Backbordseite sind ebenfalls zwei Bootsgaragen für zwei weitere Boote angeordnet, die in Fig. 1 nicht sichtbar sind. Jede Bootsgarage 10.1, 10.2 lässt sich mit einer eigenen Verschlussvorrichtung 18.1 bzw. 18.2 verschließen. Fig. 1 zeigt beide Verschlussvorrichtungen

18.1 und 18.2 in einer verschlossenen Position, in der die Verschlussvorrichtungen 18.1 und

18.2 bündig am Rest der Außenhaut 14 anliegen. Vorzugsweise tragen die geschlossenen Verschlussvorrichtungen 18.1 und 18.2 dazu bei, dass das Schiff trotz der Bootsgaragen 10.1, 10.2 eine geringe Signatur hat, also nur schwer auf Radarbildern erkannt werden kann. Jede Verschlussvorrichtung 18.1, 18.2 lässt sich unabhängig von der anderen Verschlussvorrichtung 18.2, 18.1 öffnen, damit ein Boot 2.1, 2.2 aus der nunmehr geöffneten Bootsgarage 10.1, 10.2 ausgesetzt werden kann. Die Erfindung lässt sich in einem Überwasserschiff gemäß Fig. 1 einsetzen.

Fig. 2 und Fig. 3 zeigen das Überwasserschiff 1 mit einem Aussetz-System nach dem Stand der Technik. Die beiden Verschlussvorrichtungen 18.1 und 18.2 sind geöffnet und geben den Blick auf zwei Boote 2.1 und 2.2 frei, die sich in den beiden Bootsgaragen 10.1 bzw. 10.2 befinden. Zwei Aussetzvorrichtungen 3.1 und 3.2 in den beiden Bootsgaragen 10.1 bzw. 10.2 können bei geöffneten Verschlussvorrichtungen 18.1 und 18.2 die Boote 2.1 bzw. 2.2 aussetzen. Die beiden Aussetzvorrichtungen 3.1 und 3.2 arbeiten unabhängig voneinander.

Ein Vorleinenausleger 15 nach dem Stand der Technik ist - gesehen in Fahrtrichtung FR - vor der vorderen Bootsgarage 10.1 montiert und lässt sich zwischen einer Park-Position (durchgezogene Linie) und einer Außenbord-Position (gestrichelte Linie) hin- und herbewegen, indem der Ausleger um eine vertikale Achse V gedreht wird. Eine erste Vorleine 4.1 verbindet den Vorleinenausleger 15 mit dem - gesehen in Fahrtrichtung FR - vorderen Boot 2.1, vgl. Fig. 2. Fig. 3 zeigt, wie das hintere Boot 2.2 gemäß dem Stand der Technik mit einer Vorleine gesichert wird. Die Vorleine wird verlängert, z.B. durch eine zusätzliche Vorleine 4.2, welche mit der Vorleine 4.1 verbunden wird. Die Vorleinen 4.1 und 4.2 werden entlang der Außenhaut 14 des Schiffs 1 geführt und sind Belastungen ausgesetzt. Eine Winde 11 kann später die Vorleinen 4.1, 4.2 aufzurollen.

US 4586453 zeigt eine Vorrichtung, die an Bord einer Plattform (offshore marine platform 10) auf hoher See angeordnet ist und einen schwimmfähigen Gegenstand (boat 12) auf die

Wasseroberfläche abzusetzen vermag. In einer Ausgestaltung hält eine Aussetzvorrichtung (davit structure 14) das Boot 12 an einem einzigen Seil (Single fall wire 16). Ein Vorleinenausleger (boom 20) ist an einem vertikalen Gelenk 21 mit der Plattform 10 verbunden und besteht aus drei Komponenten 20a, 20b, 20c, die sich von einer eingeklappten Position (Figur 1) in eine ausgeklappte Position (Figur 2, Figur 3) überführen lassen. Der Vorleinenausleger 20 hält eine Vorleine (bow or tagline 22), die mit dem Boot 12 verbunden ist. In einer anderen Ausgestaltung besteht der Vorleinenausleger (boom 30) aus drei Segmenten 30a, 30b, 30c, die an einem Kurbelarm (crank arm 31) montiert sind, welcher um eine horizontale Achse 21 schwenkbar ist. Beim Aussetzen werden zunächst die drei Segmenten 30a, 30b, 30c ausgeklappt und erstrecken sich in einem Winkel von 45 Grad von der Plattform 10 weg, vgl. Figur 5b und Figur 5c. Das Boot 12 wird an zwei Seilen (twin falls 16') auf das Wasser abgelassen, wobei die Vorleine 22 sich ausdehnt, vgl. Figur 5d. Das Boot 12 wird auf dem Wasser ausgesetzt, wobei der

Vorleinenausleger 30 abgesenkt wird, vgl. Figur 5e und Figur 5f.

EP 1135290 Bl zeigt ein Passagierschiff mit einem Deck (lifeboat deck 112), welches ein Rettungsboot (covered lifeboat 1) mit einer niedrig gelegten Bootshülle (lifeboat hull 10) zu tragen vermag. Die Bootshülle 10 des Rettungsboots 1 wird im normalen Betrieb in einem Stauraum (lifeboat storage room 20) aufbewahrt. Eine Aussetzvorrichtung (davits 4, 6 und lines 8) vermag das Rettungsboot 1 auf die Meeresoberfläche abzusetzen.

In WO 00/29283 AI wird ein Schiff beschrieben, welches mehrere Evakuierungs-Anordnungen („evacuation arrangements") in der Form von seitlichen„Kassetten" ("dry cassettes") in

Aussparungen in der Hülle des Schiffs trägt. Jede Aussparung wird von einer beweglichen Metallplatte 2 verschlossen. Die Kassetten können Rettungsboote bilden. Passagiere können über eine Aussetzvorrichtung (passageway 14, platforms 8, 9, cables or wires 17) von Bord gelassen und in den Rettungsbooten ausgesetzt werden. DE 19808491 AI zeigt eine Aussetzvorrichtung für ein Boot 16, wobei ein Schiff auf einem Deck 4 das Boot 16 trägt. Die Aussetzvorrichtung umfasst ein Hydraulik-Davit mit einem Kragarm 2. Der Kragarm 2 hat ein kastenförmig profiliertes Glied 12. An das freie Ende des Gliedes 12 ist der Schwenkarms 14 angelenkt, so dass er von unten her gegen den Kragarm 2 einklappbar ist, und am freien Ende des Schwenkarms 14 ist das Boot 16 über einen Flaschenzug 18

aufgehängt. Eine Winde 26 vermag das Tragseil 28 freizugeben und wieder einzuholen.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Aussetz-System mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 und ein Aussetz-Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 19 bereitzustellen, bei welchen sich der schwimmfähige Gegenstand rascher als bei bekannten Systemen und Verfahren aussetzen lässt.

Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Aussetz-System mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen sowie ein Aussetz-Verfahren mit den in Anspruch 19 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie den Zeichnungen.

Das erfindungsgemäße Aussetz-System umfasst

• eine Aussetzvorrichtung,

• eine Vorleine, die wenigstens zeitweise mit dem schwimmfähigen Gegenstand verbunden ist, sowie

• einen Vorleinenausleger zum Führen der Vorleine.

Die Aussetzvorrichtung vermag den schwimmfähigen Gegenstand aus der Aufnahmekammer hinaus zu bewegen und den Gegenstand auf der Wasseroberfläche aufzusetzen.

Der Vorleinenausleger lässt sich wahlweise in eine Park- und mindestens eine Außenbord- Position bewegen. Der Vorleinenausleger lässt sich weiterhin wahlweise in einen zusammengezogenen und mindestens einen auseinandergezogenen Zustand überführen. Wenn der Vorleinenausleger in der Park-Position ist und sich im zusammengezogenen Zustand befindet, so ist der Vorleinenausleger vollständig im Inneren der Aufnahmekammer angeordnet. Wenn der Vorleinenausleger in der oder einer Außenbord-Position ist und sich in dem oder einem auseinandergezogenen Zustand befindet, so führt der Vorleinenausleger die Vorleine dergestalt, dass folgendes bewirkt wird: Ein Abschnitt der Vorleine befindet sich außerhalb des Wasserfahrzeugs und erstreckt sich von dem Vorleinenausleger zum ausgesetzten Gegenstand.

Lösungsgemäß befinden sich vor dem Aussetzen des schwimmfähigen Gegenstands der Gegenstand selber, die Vorleine und der Vorleinenausleger vollständig innerhalb der Aufnahmekammer. Zum Aussetzen werden der Gegenstand, der Vorleinenausleger und die gesamte Vorleine oder ein Teil der Vorleine mit dem Abschnitt vom Vorleinenausleger zum Gegenstand aus der Aufnahmekammer hinaus bewegt.

Die Erfindung spart die Notwendigkeit ein, einen Vorleinenausleger außerhalb der Aufnahmekammer anzuordnen. Weiterhin spart die Erfindung die Notwendigkeit ein, ein Segment der Vorleine von einem Vorleinenausleger außerhalb der Aufnahmekammer entlang einer Außenhaut des Wasserfahrzeugs zu führen, solange sich der Gegenstand noch in der Aufnahmekammer befindet. Dieses Vorleinen-Segment kann z.B. durch Scheuern stark abgenutzt werden. Falls die Aufnahmekammer mit einem Verschluss versehen ist, z.B. einem Tor, einer Klappe oder einem Lamellensystem, so spart die Erfindung weiterhin die Notwendigkeit ein, eine Öffnung für die Vorleine in diesem Verschluss vorzusehen. Wenigstens einige dieser Vorteile der Erfindung verringern die Signatur des Wasserfahrzeugs, also die Erkennbarkeit des Wasserfahrzeugs in einem Radarbild. Dies ist insbesondere bei einem militärisch genutzten Wasserfahrzeug von Vorteil.

Lösungsgemäß lässt der Vorleinenausleger sich in einen zusammengezogenen Zustand und in mindestens einen auseinandergezogenen Zustand überführen. Durch dieses Merkmal lassen sich gleichzeitig zwei verschiedene Anforderungen erfüllen: Der Vorleinenausleger im zusammengezogenen Zustand passt vollständig in die Aufnahmekammer. Die Erfindung ermöglicht es, dass der Vorleinenausleger im auseinandergezogenen Zustand so groß ist, dass er die Vorleine dergestalt hält und führt, dass ein ausreichend langer Vorleinen-Abschnitt vor dem ausgesetzten Gegenstand gebildet wird, der den Gegenstand führt und hält. Insbesondere wird ermöglicht, dass der Winkel zwischen dem Vorleinen-Abschnitt und der Wasseroberfläche ausreichend gering ist, z.B. im Falles eines Boots als dem schwimmfähigen Gegenstand nicht mehr als dreißig Grad. Dank der Erfindung begrenzen die Abmessungen der Aufnahmekammer nicht die erreichbare maximale Abmessung des auseinandergezogenen Vorleinenauslegers. Die Erfindung ermöglicht es, das Aussetz-System vollständig aus mindestens einer Position innerhalb des Wasserfahrzeugs zu betätigen, zu steuern und/oder zu bedienen, beispielsweise von einem Bedienpult in der Kommandobrücke. Nicht erforderlich ist es, dass ein Besatzungsmitglied des Wasserfahrzeugs oder eine weitere Person eine Tätigkeit an Deck des Wasserfahrzeugs oder sogar außerhalb des Wasserfahrzeugs vornimmt, um den schwimmfähigen Gegenstand auszusetzen oder um die Vorleine zu bewegen.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erstreckt sich der Vorleinenausleger entlang einer Längsachse, die vorzugsweise wenigstens zeitweise annähernd parallel zur Fahrtrichtung und / oder Längsachse des Wasserfahrzeugs angeordnet ist. Gemäß dieser Ausführungsform lässt sich die Länge des Vorleinenauslegers, das ist die Ausdehnung in Richtung der Längsachse, verändern. Bei reduzierter Länge ist der Vorleinenausleger im zusammengezogenen Zustand und passt vollständig in die Aufnahmekammer. Eine Verschlussvorrichtung der Aufnahmekammer lässt sich daher vollständig schließen. Vorzugsweise lässt sich der Vorleinenausleger verlängern, z.B. in die Fahrtrichtung des Wasserfahrzeugs, so dass die Ausdehnung des Vorleinenauslegers entlang der Längsachse vergrößert wird. Indem seine Länge vergrößert wird, wird der Vorleinenausleger vom zusammengezogenen Zustand in den oder einen auseinandergezogenen Zustand überführt. Vorzugsweise ist die Ausdehnung des Vorleinenauslegers in dem oder mindestens einem auseinandergezogenen Zustand größer als die maximale Ausdehnung der Aufnahmekammer. Dadurch wird auf besonders vorteilhafte Weise erreicht, dass der Vorleinen-Abschnitt zum ausgesetzten schwimmfähigen Gegenstand eine ausreichende Länge hat und einen ausreichend kleinen Winkel zur Wasseroberfläche einschließt. Dieser ausreichend spitze Winkel ist erforderlich, um den abgesetzten Gegenstand sicher in einer gewünschten Position zu führen und zu halten. Die Aufnahmekammer braucht nicht notwendigerweise vergrößert zu werden, um diesen gewünschten Effekt zu erzielen.

Bevorzugt ist der Vorleinenausleger teleskopierbar ausgestaltet. Mindestens zwei Bestandteile des Vorleinenauslegers erstrecken sich entlang der Längsachse des Vorleinenauslegers, nämlich mindestens ein innerer und ein äußerer Bestandteil, und sind hintereinander angeordnet. Der äußere Bestandteil lässt sich relativ zu dem oder einem inneren Bestandteil verschieben. Dadurch lässt sich die Länge des Vorleinenauslegers verändern. In einer anderen Ausgestaltung lässt der Vorleinenausleger sich nach Art einer Schere oder eines Fächers auseinander- und zusammenfalten. Der äußere Bestandteil des Vorleinenauslegers lässt sich relativ zum inneren Bestandteil drehen, z.B. um 180 Grad oder 90 Grad. Die Drehachse steht vorzugsweise senkrecht auf der Längsachse des auseinandergefalteten Vorleinenauslegers. Wenn der Vorleinenausleger im zusammengezogenen Zustand ist, sind die beiden Bestandteile zusammengefaltet und überlappen einander. Im auseinandergezogenen Zustand erstrecken die beiden Bestandteile sich entlang einer gemeinsamen Längsachse.

Vorzugsweise beginnt derjenige Abschnitt der Vorleine, der sich von Vorleinenausleger zum ausgesetzten schwimmfähigen Gegenstand erstreckt, in einem Ausleger-Kopf. Dieser Ausleger- Kopf ist an einem Ausleger-Arm des Vorleinenauslegers montiert, und zwar vorzugsweise drehbar montiert. Der Ausleger-Arm erstreckt sich bevorzugt in eine Längsachse. Vorzugsweise sind mindestens zwei Umlenkrollen für die Vorleine dergestalt am Ausleger-Kopf montiert, dass - gesehen in den Laufrichtung der Vorleine - ein Abstand zwischen diesen beiden Umlenkrollen auftritt. Die Vorleine ist um diese beiden Umlenkrollen herum geführt. Die drehbare Lagerung der Umlenkrollen sowie der Abstand zwischen den Umlenkrollen bewirken eine besonders gute Führung der Vorleine und reduzieren die Gefahr, dass die Vorleine den Kontakt zu einer Umlenkrolle verliert oder der ausgesetzte Gegenstand nicht korrekt geführt wird. Möglich ist auch, dass nur eine Umlenkrolle am drehbar gelagerten Ausleger-Kopf die Vorleine führt.

In einer Ausgestaltung ist der Ausleger-Kopf so gelagert, dass sich der Ausleger-Kopf relativ zum Ausleger-Arm um die Längsachse des Ausleger-Arms drehen kann. Beispielsweise ist der Ausleger-Kopf an einem freien Ende des Auslegers drehbar gelagert. Dank dieser drehbaren Lagerung kann sich der Vorleinenauslegers mit dem drehbaren Ausleger-Kopf besonders gut an seitliche Bewegungen der Vorleine anpassen. Die Gefahr wird reduziert, dass die Vorleine von einer Umlenkrolle oder einem sonstigen Führungselement rutscht und dadurch den Kontakt zum Vorleinenausleger verliert oder dass ein abrupter Zug auf die Vorleine auftritt. Außerdem wird die mechanische Belastung für die Vorleine reduziert.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Vorleinenausleger mit einer Haltevorrichtung mechanisch gekoppelt. Diese Haltevorrichtung lässt sich zwischen einer Park- und mindestens eine Außenbord-Position hin- und herbewegen. Eine Bewegung der Haltevorrichtung von einer Position in die andere bewegt den Vorleinenausleger mit. Vorzugsweise gehört diese Haltevorrichtung zur Aussetzvorrichtung. Dank dieser Ausgestaltung lassen sich die Aussetzvorrichtung mit der Haltevorrichtung sowie der Vorleinenausleger gemeinsam aus der Aufnahmekammer hinaus bewegen. Nur ein einziger Antrieb ist erforderlich, um diese beiden Bestandteile des Aussetz-Systems von der Park- in die oder eine Außenbord-Position zu bewegen. Somit wird ein separater Antrieb eingespart.

In einer Ausgestaltung bildet die Haltevorrichtung einen Bestandteil der Aussetzvorrichtung. Diese Ausgestaltung ermöglicht eine besonders kompakte Bauform.

In einer Ausführungsform vermag eine Winde die Vorleine aufzurollen und später wieder freizugeben. Die Winde kann einen Motor umfassen oder von Hand zu betätigen sein. In einer Ausgestaltung ist diese Winde an einem Bestandteil des Vorleinenauslegers befestigt. Dieser Bestandteil des Vorleinenauslegers und damit die Winde werden vorzugsweise von der Aufnahmekammer weg bewegt, wenn der Vorleinenausleger in den oder einen auseinandergezogenen Zustand überführt wird. Diese Ausgestaltung ermöglicht es, mit einer relativ kurzen Vorleine auszukommen. Wenn der Vorleinenausleger in der oder in einer Außenbord-Position ist, befindet sich die Vorleine vollständig außerhalb der Aufnahmekammer. Sie braucht nicht an einem Befestigungselement der Aufnahmekammer befestigt zu sein.

In einer alternativen Ausgestaltung ist diese Winde im Inneren der Aufnahmekammer angeordnet. Eine Verschlussvorrichtung für die Aufnahmekammer vermag in geschlossener Position zusätzlich diese Winde zu schützen. Die Winde braucht nicht mitbewegt zu werden, wenn der Vorleinenausleger auseinandergezogen wird. Dies reduziert die Masse, die bei einer Bewegung des Vorleinenauslegers zu bewegen ist.

Typischerweise vermag das Wasserfahrzeug mit dem lösungsgemäßen Aussetz-System sich in eine Fahrtrichtung zu bewegen. In einer Ausführungsform sind zwei Aufnahmekammern für zwei schwimmfähige Gegenstände - gesehen in Fahrtrichtung - hintereinander angeordnet. Das Wasserfahrzeug besitzt für jeden Gegenstand jeweils ein lösungsgemäßes Aussetz-System mit einer Aussetzvorrichtung, einer Vorleine und einem Vorleinenausleger. Jeder Vorleinenausleger lässt sich in einen zusammengezogenen und mindestens einen auseinandergezogenen Zustand überführen, und zwar vorzugsweise unabhängig von anderen Vorleinenauslegern an Bord desselben Wasserfahrzeugs. Dank der Erfindung ist es möglich, beide Gegenstände gleichzeitig oder wenigstens zeitlich überlappend auszusetzen, ohne dass das Aussetzen des einen schwimmfähigen Gegenstands den des anderen beeinträchtigt. Dies spart Zeit ein. Es ist auch möglich, nur einen Gegenstand auszusetzen und den anderen in der Aufnahmekammer zu belassen.

Der auszusetzende schwimmfähige Gegenstand kann z.B. ein Boot zur Aufnahme mindestens einer Person, ein Floß, ein Rettungsring oder auch ein schwimmfähiger Sensor, eine schwimmfähige Waffe oder ein schwimmfähiger Roboter oder ein autonomes oder bemanntes Wasserfahrzeug mit eigenem Antrieb sein. Der schwimmfähige Gegenstand kann einen eigenen Antrieb aufweisen oder ohne eigenen Antrieb sein.

Das Wasserfahrzeug mit dem lösungsgemäßen Aussetz-System kann ein Überwasserschiff oder ein Unterwasserschiff sein. Im Falle eines Unterwasserschiffs kann das Aussetzen bei aufgetauchtem oder getauchtem Schiff durchgeführt werden.

Nachfolgend werden das erfindungsgemäße Aussetz-System und das erfindungsgemäße Aussetz-Verfahren anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Hierbei zeigen

Fig. 1 ein Überwasserschiff mit zwei verschlossenen Aufnahmekammern für zwei Boote;

Fig. 2 die Sicherung des vorderen Boots mittels einer gemäß dem Stand der Technik geführten

Vorleine;

Fig. 3 die Sicherung des hinteren Boots mittels einer gemäß dem Stand der Technik geführten Vorleine;

Fig. 4 eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Aussetz-Systems mit dem Vorleinenausleger im zusammengezogenen Zustand und in der Park-Position;

Fig. 5 das Aussetz-System von Fig. 4 mit dem Vorleinenausleger im auseinandergezogenen Zustand und in der Außenbord-Position;

Fig. 6 eine Variante des erfindungsgemäßen Aussetz-Systems mit dem Vorleinenausleger im auseinandergezogenen Zustand und in der Außenbord-Position;

Fig. 7 in eine Betrachtungsrichtung senkrecht auf die Auslegerstrichlängsachse eine erste Ausführungsform des Ausleger-Kopfs; Fig. 8 in der Betrachtungsrichtung von Fig. 7 eine zweite Ausführungsform des Ausleger-Kopfes; Fig. 9 in eine Betrachtungsrichtung parallel zur Ausleger-Längsachse die zweite Ausführungsform

Fig. 1 bis Fig. 3 wurde bereits weiter oben erläutert. Im Ausführungsbeispiel wird das Aussetz- System in einem Überwasserschiff gemäß Fig. 1 eingesetzt.

Fig. 4 und Fig. 5 zeigen eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Aussetz-Systems, welches in das Überwasserschiff von Fig. 1 eingesetzt ist, und zwar in die hintere Bootsgarage 10.2. Vorzugsweise ist in die vordere Bootsgarage 10.1 ein gleichartiges Aussetz-System eingebaut. Gleiche Bestandteile haben die gleichen Bezugszeichen wie in Fig. 2 und Fig. 3. Die Verschlusseinrichtung 18.2 wird in Fig. 4 und Fig. 5 nicht gezeigt.

Das Aussetz-System von Fig. 4 und Fig. 5 hat folgende Bestandteile:

• eine Traverse 7, die sich in Fahrtrichtung FR des Wasserfahrzeugs 1 erstreckt und horizontal angeordnet ist,

• eine Seil-Halterung 16, welche unten an der Traverse 7 befestigt ist,

• ein Seil 17, welches an der Seil-Halterung 16 befestigt ist und das hintere Boot 2.2 trägt,

• eine Winde (nicht gezeigt) für das Seil 17, die an der Seil-Halterung befestigt ist,

• einen vorderen Haltearm 8.1 und einen hinteren Haltearm 8.2 für die Traverse 7, die in zwei Ebenen senkrecht auf die Längsachse des Schiffs 1 liegen,

• ein vorderes Stellglied 9.1 für den vorderen Haltearm 8.1,

• ein hinteres Stellglied 9.2 für den hinteren Haltearm 8.2,

• die Vorleine 4,

• einen teleskopierbaren Vorleinenausleger 5 für die Vorleine 4,

• eine Winde 11 für die Vorleine 4 und

• eine Umlenkrolle 12.1 für die Vorleine 4.

Die Traverse 7, das Seil 17, die Seil-Halterung 16, die Seil-Winde, die beiden Haltearme 8.1 und 8.2 sowie die beiden Stellglieder 9.1 und 9.2 gehören zusammen zur Aussetzvorrichtung 3.2 für das hintere Boot 2.2. Die beiden Haltearme 8.1 und 8.2 sind relativ zur Bootsgarage 10.2 um zwei übereinstimmende oder parallele Drehachsen A. l bzw. A.2 drehbar. Im Ausführungsbeispiel umfasst jedes Stellglied 9.1, 9.2 eine hydraulische Kolben-Zylinder-Einheit, die mit der Traverse 7 und mit einer Wand der Bootsgarage 10.2 verbunden ist. Die Traverse 7 kann drehbar oder fest mit den Haltearmen 8.1, 8.2 verbunden sein.

Der Vorleinenausleger 5 der Ausführungsform von Fig. 4 und Fig. 5 umfasst

• einen innen hohlen inneren Bestandteil 6.1, der oben auf der Traverse 7 montiert ist, und zwar vorzugsweise flächig und fest,

• einen innen hohlen mittleren Bestandteil 6.2, der am inneren Bestandteil 6.1 montiert ist,

• einen äußeren Bestandteil 6.3, der am mittleren Bestandteil 6.2 montiert ist,

• einen Ausleger-Kopf 20, der fest oder drehbar am äußeren Bestandteil 6.3 montiert ist, und

• einen hydraulischen oder elektrischen Vorleinenausleger-Motor (nicht gezeigt).

Im Ausführungsbeispiel besitzt der Vorleinenausleger 5 drei Bestandteile 6.1, 6.2, 6.3, die sich relativ zueinander bewegen lassen. Diese drei Bestandteile 6.1, 6.2, 6.3 bilden zusammen einen Vorleger-Arm, der den Ausleger-Kopf 20 trägt. Möglich ist auch, dass der Vorleger-Arm weniger oder mehr Bestandteile aufweist.

Die im Ausführungsbeispiel drei Bestandteile 6.1, 6.2, 6.3 des teleskopisch ausgestalteten Vorleinenauslegers 5 erstrecken sich entlang einer gemeinsamen Längsachse. Der mittlere Bestandteil 6.2 lässt sich relativ zum inneren Bestandteil 6.1 in Richtung der Längsachse zwischen zwei Endpositionen verschieben. Der äußere Bestandteil 6.3 trägt den Ausleger-Kopf 20 und lässt sich relativ zum mittleren Bestandteil 6.2 in Richtung der Längsachse zwischen zwei weiteren Endpositionen verschieben. Indem der äußere Bestandteil 6.3 weg vom mittleren Bestandteil 6.2 und/oder der mittlere Bestandteil 6.2 weg vom inneren Bestandteil 6.1 verschoben wird, wird der Vorleinenausleger 5 aus einem zusammengezogenen Zustand in den oder einen auseinandergezogenen Zustand überführt und seine Länge dabei bevorzugt mindestens um den Faktor 2,5 vergrößert. Es ist möglich, nur den äußeren Bestandteil 6.3 oder nur den mittleren Bestandteil 6.2 zu verschieben. Weiterhin ist es vorzugsweise möglich, den mittleren oder äußeren Bestandteil 6.2 oder 6.3 nur teilweise zu verschieben, also nicht bis zur Endposition. Daher lässt der teleskopierbare Vorleinenausleger 5 sich in einen von mehreren möglichen auseinandergezogenen Zuständen mit unterschiedlichen Längen überführen. Der Vorleinenausleger-Motor vermag den äußeren Bestandteil 6.3 weg vom mittleren Bestandteil 6.2 und den mittleren Bestandteil 6.2 weg vom inneren Bestandteil 6.1 zu verschieben. Die Winde 11 und die Umlenkrolle 12. 1 sind auf dem äußeren Bestandteil 6.3 montiert und werden verschoben, wenn der äußere Bestandteil 6.3 verschoben wird.

In der Situation von Fig. 4 befindet sich der Vorleinenausleger 5 im zusammengezogenen Zustand, in der von Fig. 5 im vollständig auseinandergezogenen Zustand und in der Außenbord- Position. In der Situation von Fig. 4 sind die Aussetzvorrichtung 3.2 und der Vorleinenausleger 5 bereits aus der Park-Position in die Außenbord-Position verschwenkt. Das bereits bemannte Boot 2.2 ist noch nicht auf die Wasseroberfläche WO abgelassen. Es wird vom Seil 17 und von der Vorleine 4 in einer horizontalen Position gehalten. In der Situation von Fig. 5 sind die Traverse 7, die Seil-Halterung 16 und der Vorleinenausleger 5 vollständig aus der hinteren Bootsgarage 10.2 hinaus verschwenkt und der Vorleinenausleger 5 auseinandergezogen. Das Boot 2.2 ist auf die Wasseroberfläche WO hinab gelassen.

In den in Fig. 4 bis Fig. 6 gezeigten Situationen ist der Bug des Boots 2.2 mit einem Ende der Vorleine 4 verbunden. Im Beispiel von Fig. 4 und Fig. 5 sind die Winde 11 sowie eine Umlenkrolle 12.1 am äußeren Bestandteil 6.3 des Vorleinenauslegers 5 montiert. Das andere Ende der Vorleine 4 ist an der Winde 11 befestigt. Eine weitere Umlenkrolle für die Vorleine 4 wird nicht benötigt. In der Situation von Fig. 5 erstreckt sich ein Abschnitt 13 der Vorleine 4 von der Umlenkrolle 12.1 zum Bug des abgesetzten Boots 2.2. Dieser Abschnitt 13 befindet sich vollständig außerhalb des Schiffs 1 und hält das Boot 2.2. Vorzugsweise ist der Abschnitt 13 so lang, dass der Winkel zwischen dem Abschnitt 13 und der Wasseroberfläche WO dreißig Grad oder weniger beträgt, so dass das hinabgelassene Boot 2.2 sicher geführt und gehalten wird.

Fig. 6 zeigt eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Vorleinenauslegers 5. Die Winde für die Vorleine 4 ist gemäß dieser Variation nicht am Vorleinenausleger 5, sondern innerhalb der Bootsgarage 10.2 angeordnet und hält ein Ende der Vorleine 4. Ein Teil der Vorleine 4 bleibt daher stets in der Bootsgarage 10.2. Die Winde wird in Fig. 6 nicht gezeigt. Sie bleibt nach dem Aussetzen in der Bootsgarage 10.2 und braucht daher beim Auseinanderziehen des Vorleinenauslegers 5 nicht mitbewegt zu werden. Dies reduziert die benötigte kinetische Energie. Die Vorleine 4 wird von diesem Befestigungspunkt in der Winde über vier Umlenkrollen 12.4, 12.3, 12.2, 12.1 zum Boot 2.2 geführt. Der Abschnitt 13 erstreckt sich wiederum von der äußeren Umlenkrolle 12.1 zum Boot 2.2. Die Umlenkrolle 12.4 ist am inneren Bestandteil 6.1 montiert und die Umlenkrolle 12.3 am mittleren Bestandteil 6.2, und die Umlenkrollen 12.2 und 12.1 sind am äußeren Bestandteil 6.3 montiert.

Im Ausführungsbeispiel lassen sich beide Bootsgaragen 10.1, 10.2 durch jeweils eine eigene Verschlussvorrichtung 18.1 bzw. 18.2 verschließen, vgl. Fig. I . In geschlossener Position schützt diese Verschlussvorrichtung 18.1 bzw. 18.2 die Objekte in der zugeordneten Bootsgarage 10.1 bzw. 10.2, insbesondere das Boot 2.1 bzw. 2.2, Personen im Boot 2.1 bzw. 2.2, die Aussetzvorrichtung 3.1 bzw. 3.2, die Winde 11, den Vorleinenausleger 5 und die Vorleine 4. Dank der Erfindung ist es nicht erforderlich, eine Vorleine 4 durch eine Öffnung in einer Verschlussvorrichtung 18.1 bzw. 18.2 hindurch zu führen, wie dies nach dem Stand der Technik erforderlich ist. Dadurch, dass keine Öffnung für die Vorleine 4 benötigt wird, wird die Signatur des Überwasserschiffs 1 reduziert.

Im Ausführungsbeispiel besteigen mehrere Personen das Boot 2.2, solange sich dieses noch in der Bootsgarage 10.2 befindet und die Verschlussvorrichtung 18.2 geschlossen ist und die Personen schützt. Die Aussetzvorrichtung 3.2 und der zusammengezogene Vorleinenausleger 5 befinden sich ebenfalls vollständig innerhalb der verschlossenen Bootsgarage 10.2. Die Vorleine 5 ist mit dem Boot 2.2 verbunden und ebenfalls vollständig in der Bootsgarage 10.2.

Anschließend wird das Aussetz-System durch eine Benutzereingabe aktiviert. Der Befehlsstand für diese Benutzereingabe und damit der Benutzer, der diese Eingabe vornimmt, befinden sich vorzugsweise im Inneren des Schiffs l. Niemand braucht an Deck des Schiffs 1 zu gehen, um das Boot 2.2 mit den Personen auszusetzen. Nach der Benutzereingabe werden folgende Schritte durchgeführt:

• Die Verschlussvorrichtung 18.2 wird geöffnet.

• Die beiden Stellglieder 9.1, 9.2 werden ausgefahren. Dadurch werden die beiden Haltearme 8.1 und 8.2 um die Drehachsen A. l bzw. A.2 gedreht und aus der Bootsgarage 10.2 hinaus verschwenkt.

• Diese Verschwenkbewegung wiederum bewirkt, dass die Traverse 7, die Seil-Halterung 16, die Seil-Winde, das Seil 17 und das mit den Personen besetzte Boot 2.2 aus der Bootsgarage 10.2 hinaus verschwenkt werden. Anschließend ist die in Fig. 4 gezeigte Situation erreicht. Der Vorleinenausleger 5 bleibt in dem zusammengezogenen Zustand, während die Aussetzvorrichtung 3.2 aus der Bootsgarage 10.2 hinaus verschwenkt wird. • Das Boot 2.2 wird abgesenkt und kontrolliert auf die Wasseroberfläche WO abgesetzt, vgl. Fig. 5 und Fig. 6. Hierfür gibt die Seil-Winde das Seil 17 frei.

• Der Vorleinenausleger-Motor zieht den Vorleinenausleger 5 auseinander, wobei vorzugsweise gleichzeitig der mittleren Bestandteil 6.2 vom inneren Bestandteil 6.1 und der äußere Bestandteil 6.3 vom mittleren Bestandteil 6.2 weg bewegt wird, und zwar in eine horizontale Richtung nach vorne, d.h. zum Bug des Schiffs 1 hin. In der Ausführungsform von Fig. 4 und Fig. 5 wird die Winde 11 dadurch vom Boot 2.2 weg bewegt. Der Abschnitt 13 von der Umlenkrolle 12.1 am Vorleinenausleger 5 zum abgesetzten Boot 2.2 wird gebildet.

• Die Schritte, das Boot 2.2 abzusenken und den Vorleinenausleger 5 auseinanderzuziehen (Übergang von Fig. 4 zu Fig. 5), werden vorzugsweise zeitlich überlappend durchgeführt, um Zeit einzusparen.

Fig. 7 und Fig. 8 zeigen in eine Betrachtungsrichtung senkrecht auf der Längsachse des Schiffs 1 und senkrecht auf der Längsachse des Vorleger-Arms 6.1, 6.2, 6.3 zwei alternative Ausführungsformen des Ausleger-Kopfs 20.

Fig. 7 zeigt die erste Ausführungsform. Zu sehen sind der Ausleger-Kopf 20 und das freie Ende des äußeren Bestandteils 6.3. Eine Umlenkrolle 12.1 ist auf einer Achse 22.1 montiert. Diese Achse 22.1 ist drehbar im Ausleger-Kopf 20 gelagert und steht senkrecht auf der Zeichenebene von Fig. 7. Der Ausleger-Kopf 20 ist fest am Bestandteil 6.3 montiert, so dass die Umlenkrolle 12.1 sich nur um die eigene Mittelachse relativ zu dem Vorleger-Arm 6.1, 6.2, 6.3 drehen kann.

Fig. 8 zeigt die zweite Ausführungsform, in welcher der Ausleger-Kopf 20 drehbar am äußeren Vorleger-Bestandteil 6.3 montiert ist. Der Ausleger-Kopf 20 ist fest mit einer Achse 19 verbunden. Diese Achse 19 ist um eine Drehachse D drehbar in einem hohlen Ende des Bestandteils 6.3 gelagert. Daher kann der Ausleger-Kopf 20 sich relativ zum Bestandteil 6.3 um die Drehachse D drehen, die in der Zeichenebene von Fig. 8 liegt und mit der Längsachse des Vorleger-Arms 6.1, 6.2, 6.3 übereinstimmt. Die Umlenkrollen 12.1, 12.2 sind auf zwei Achsen 22.1, 22.2 montiert. Diese Achsen 22.1, 22.2 sind drehbar an zwei freien Enden des Ausleger- Kopf 20 montiert, so dass ein fester Abstand zwischen diesen Achsen 22.1, 22.2 auftritt. Die Umlenkrollen 12.1, 12.2 können sich relativ zu dem Vorleger-Arm 6.1, 6.2, 6.3 um die eigenen Mittelachsen sowie - zusammen mit dem Ausleger-Kopf 20 - um die Drehachse D drehen. Der Ausleger-Kopf 20 ist mindestens nach dem Aussetzen des Boots 2.2 im Wesentlichen vertikal ausgerichtet, vermag aber dank des Lagers 21 seine Position relativ zum Bestandteil 6.3 zu ändern.

In einer Ausgestaltung vermag ein Elektromotor (nicht gezeigt) den Ausleger-Kopf 20 in Richtung der Drehachse D relativ zum Vorleger-Arm 6.1, 6.2, 6.3 zu verschieben und/oder um die Drehachse D zu drehen.

Fig. 9 zeigt die zweite Ausführungsform von Fig. 8 in eine Betrachtungsrichtung parallel zur Längsachse des Vorleger-Arms 6.1, 6.2, 6.3, zur Längsrichtung des Schiffs 1 und zu der des Boots 2.2. Fig. 9 zeigt das Boot 2.2 und den Haltearm 8.2 vor dem Aussetzen (links) und während des Aussetzen (rechts). Das Seil 17 und der Abschnitt 13 der Vorleine 4 befinden sich hintereinander. In Fig. 9 sind der drehbare Ausleger-Kopf 20 und die beiden Umlenkrollen 12.1, 12.2 angedeutet.

Bezugszeichen

1 Uberwasserschiff, fungiert als das Wasserfahrzeug, besitzt die beiden

Bootsgaragen 10.1, 10.2 für die beiden Boote 2.1 und 2.2 und zwei Aussetz- Systeme mit zwei Aussetzvorrichtungen 3.1, 3.2 für diese Boote 2.1 und 2.2

2.1 vorderes Boot, fungiert als ein auszusetzender schwimmfähiger Gegenstand

2.2 hinteres Boot, fungiert als ein weiterer auszusetzender schwimmfähiger

Gegenstand

3.1 Aussetzvorrichtung für das vordere Boot 2.1, gehört zum vorderen Aussetz- System

3.2 Aussetzvorrichtung für das hintere Boot 2.2, gehört zum hinteren Aussetz- System

4 Vorleine für das hintere Boot 2.2 gemäß dem lösungsgemäßen Aussetz- System

4.1 Vorleine nach dem Stand der Technik für das vordere Boot 2.1

4.2 Vorleine nach dem Stand der Technik für das hintere Boot 2.2

5 teleskopierbarer Vorleinenausleger für die Vorleine 4, umfasst die Bestandteile

6.1, 6.2 und 6.3

6.1 innerer Bestandteil des Vorleinenauslegers 5, ist auf der Traverse 7 montiert und innen hohl

6.2 mittlerer Bestandteil des Vorleinenauslegers 5, ist am inneren Bestandteil 6.1 montiert und innen hohl

6.3 äußerer Bestandteil des Vorleinenauslegers 5, ist am mittleren Bestandteil 6.2 montiert, trägt den Ausleger-Kopf 20 und in der ersten Ausführungsform die Winde 11

7 Traverse, auf welche der innere Bestandteil 6.1 des Vorleinenauslegers 5 montiert ist und an welche die Seil-Halterung 16 montiert ist, ist an den Haltearmen 8.1, 8.2 montiert

8.1, 8.2 Haltearme für die Traverse 7, sind um die Achsen A. l bzw. A.2 verschwenkbar

9.1, 9.2 Stellglieder zum Verschwenken der Haltearme 8.1, 8.2

10.1 Bootsgarage für das vordere Boot 2.1, fungiert als eine Aufnahmekammer

10.2 Bootsgarage für das hintere Boot 2.2, fungiert als eine weitere Aufnahmekammer

11 Winde zum Aufrollen der Vorleine 4, ist auf dem Vorleinenausleger 5 montiert

(erste Ausführungsform) oder stationär in der Bootsgarage 10.2 angeordnet (zweite Ausführungsform)

12.1, 12.2 Umlenkrollen für die Vorleine 4, sind drehbar am Ausleger-Kopf 20 montiert

12.3, 12.4 weitere Umlenkrollen für die Vorleine 4

13 Abschnitt der Vorleine 4, der sich von dem lösungsgemäßen Vorleinenausleger

5 zum ausgesetzten hinteren Boot 2.2 erstreckt

14 Außenhaut des Uberwasserschiffs 1

15 Vorleinenausleger nach dem Stand der Technik, um die vertikale Achse V drehbar

16 Halterung an der Traverse 7 für das Boot 2.2, hält das Seil 17

17 Seil zum Tragen des Boots 2.2, ist an der Halterung 16 befestigt

18.1 Verschlussvorrichtung für die Bootsgarage 10.1, schließt im geschlossenen

Zustand bündig mit der Außenhaut 14 ab

18.2 Verschlussvorrichtung für die Bootsgarage 10.2, schließt im geschlossenen

Zustand bündig mit der Außenhaut 14 ab

19 Achse, auf welcher der Ausleger-Kopf 20 drehbar am äußeren Bestandteil 6.3 gelagert ist

20 Ausleger-Kopf, fest oder drehbar am äußeren Bestandteil 6.3 montiert

21 Lager, welches die Achse 19 drehbar am freien Ende des äußeren Bestandteils

6.3 hält

22.1, 22.2 Achse, auf welcher die Umlenkrolle 12.1, 12.2 drehbar im Ausleger-Kopf 20 gelagert ist

A. l Drehachse des vorderen Haltearms 8.1

A.2 Drehachse des hinteren Haltearms 8.2

D Drehachse des Ausleger-Kopfs 20

FR Bewegungsrichtung des Uberwasserschiffs 1 relativ zur Wasseroberfläche WO

V vertikale Achse, um die der Vorleinenausleger 15 nach dem Stand der Technik gedreht werden kann

WO Wasseroberfläche, auf die das Boot 2.2 abgesetzt wird