SCHILD, Michael (Querweg 133, Paderborn, 33098, DE)
| Ansprüche 1. Depositeinrichtung mit mindestens einem Depositbehälter und einer Transporteinrichtung (2) zum Transportieren eines zu deponierenden Sammelmediums, dadurch gekennzeichnet, dass an oder in der Transporteinrichtung (2) eine RFID-Einheit (3) angeordnet ist. 2. Depositeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die RFID-Einheit (3) als Lese- und/oder Schreibeinheit ausgebildet ist. 3. Depositeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die RFID-Einheit (3) über eine Steuerelektronik mit einer Benutzerschnittstelle, insbesondere einem Bedienfeld, verbunden ist, so dass die von einem Benutzer über die Benutzerschnittstelle eingegebenen Daten auf ein an oder in einem Sammelmedium angeordnetes Smart-Label übertragbar sind. 4. Depositeinrichtung nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Depositeinrichtung mindestens eine an die Transporteinrichtung (2) angekoppelte Auflagefläche (5) für leere Sammelmedien aufweist. 5. Verfahren zur Annahme von Sammelmedien mit einer Depositeinrichtung nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verfahrensschritte: a. Eingabe des Sammelmediums in die Depositeinrichtung, b. Transport des Sammelmediums zur RFID-Einheit (3) durch die Transporteinheit (2), c. Verifizierung des Sammelmediums durch die RFID-Einheit (3), d. Rücktransport des Sammelmediums durch die Transporteinheit (2) aus der Depositeinrichtung heraus oder e. Übertragung von Transaktionsdaten durch die RFID-Einheit (3) auf das Smart-Label des Sammelmediums und f. Weitertransport des Sammelmediums durch die Transporteinheit (2) in den Depositbehälter. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass vor Schritt a) ein leeres Sammelmedium von der Auflagefläche (5) durch die Transporteinheit (2) aus der Depositeinrichtung heraus befördert wird. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Ausgabe des leeren Sammelmediums die auf dem Smart-Label des leeren Sammelmediums vorhandenen Daten durch die RFID-Einheit (3) zumindest teilweise gelöscht werden. 8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Ausgabe des leeren Sammelmediums die auf dem Smart-Label des leeren Sammelmediums vorhandenen Daten durch die RFID-Einheit (3) eingelesen werden. 9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Ausgabe des leeren Sammelmediums das Smart-Label des leeren Sammelmediums mit durch den Benutzer über die Benutzerschnittstelle eingegebenen Daten durch die RFID-Einheit (3) beschrieben wird. 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Sammelmedium ein mit einem Smart-Label versehener Umschlag, eine Papier- oder Stofftüte oder eine Kassette eingesetzt wird. |
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Deposit-Einrichtung gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs lund ein Verfahren zur Annahme von Sammelmedien. Eine gattungsgemäße Deposit-Einheit ist beispielsweise aus der DE 101 05 553 Cl bekannt. Diese dient der unbedienten Entgegennahme von Wertgegenständen wie Banknoten, Schecks oder dergleichen bei Kreditinstituten, insbesondere außerhalb der Geschäftszeiten der Kreditinstitute. Die Wertgegenstände werden zur Annahme in der Deposit-Einrichtung in einen
Umschlag gesteckt, der durch eine Öffnung in die Deposit-Einrichtung eingegeben werden kann. Der Umschlag wird anschließend von einer Transporteinrichtung im Inneren der Deposit-Einrichtung weiter befördert. In der Transporteinrichtung ist eine Druckeinrichtung eingefügt, mit der auf den eingelieferten Umschlägen eine die einzelnen Umschläge identifizierende Laufhummer aufgedruckt werden kann.
Problematisch bei den gattungsgemäßen Deposit-Einrichtungen ist, dass nicht sichergestellt werden kann, ob ein solcher Umschlag bei der Einlieferung bedruckt worden ist. Da der zu bedruckende Umschlag je nach Befüllung unterschiedlich dick sein kann, muss die Druckeinheit von dem an ihr vorbei transportierten
Umschlag beabstandet angeordnet sein, so dass zum Bedrucken des Umschlages ein Tintenstrahldrucker in Frage kommt, bei dem zudem die Gefahr des
Eintrocknens des Druckkopfes besteht, so dass ein an der Druckeinheit
vorbeilaufender Umschlag wegen des eingetrockneten Druckkopfes nicht bedruckt wird und somit nicht identifizierbar ist. Bedingt durch die eingesetzte Tinte muss der Druckkopf außerdem von einer Abdichteinheit umgeben sein, um die Gefahr einer Verschmutzung des gesamten Gerätes zu minimieren.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Deposit-Einrichtung bereit zu stellen, mit der die oben genannten Probleme beseitigt werden. Weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Annahme von Sammelmedien mit einem optimierten Verarbeitungsprozess bereit zu stellen. Diese Aufgaben werden durch eine Deposit-Einrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein Verfahren zur Annahme von Sammelmedien mit den Merkmalen des Anspruchs 5 gelöst.
Erfindungsgemäß ist an oder in der Transporteinrichtung der Deposit-Einrichtung eine RFID-Einheit angeordnet. Diese ersetzt den Druckkopf der Druckeinheit der gattungsgemäßen Deposit-Einrichtungen, was mit zahlreichen Vorteilen verbunden ist. Zum Einen kann durch den Einsatz einer solchen RFID-Einheit eine
aufwändige Abdichteinheit zur Vermeidung von Verschmutzungen durch Tinte entfallen. Des Weiteren kann der Abstand zwischen RFID-Einheit und dem auszulesenden bzw. zu beschreibenden Mediums so groß gewählt sein, dass die RFID-Einheit für den Transportweg völlig unkritisch ist. Auch die Gefahr eines Eintrocknens des Druckkopfs oder einer Beschmutzung des Geräts wird durch den Einsatz einer RFID-Einheit beseitigt. Die RFID-Einheit ist weitgehend unabhängig von der Temperatur und Feuchtigkeit der sie umgebenden Luft. Insgesamt ist der Aufwand des mechanischen Aufbaus der Deposit-Einrichtung durch die Installation einer RFID-Einheit deutlich geringer als bei der Installation eines Tintenstrahldruckers.
Weitere Vorteile ergeben sich daraus, dass im Gegensatz zu einmal bedruckten Umschlägen das an dem Sammelmedium, beispielsweise einem Umschlag, angebrachte Smart-Label wiederbeschreibbar ist, so dass eine Wiederverwendung dieses Sammelmediums ermöglicht ist. Zudem können die Sammelmedien an Stelle eines Papierumschlags auch als Papierbeutel, Stoffbeutel, Plastiktüte oder auch in Gestalt einer Geldkassette ausgebildet sein, die mit einem solchen Smart- Label bestückt sind.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. In einer vorteilhaften Ausführungsvariante ist die RFID-Einheit über eine
Steuerelektronik mit einer Benutzerschnittstelle, insbesondere einem Bedienfeld verbunden, so dass die von einem Benutzer über die Benutzerschnittstelle eingegebenen Daten auf ein an oder in einem Sammelmedium angeordneten Smart- Label übertragbar sind. Dadurch ist eine Kennung des jeweiligen Sammelmediums direkt mit den Benutzerdaten eines Benutzers ermöglicht.
Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante weist die Deposit-Einrichtung mindestens eine an die Transporteinrichtung angekoppelte Auflagefläche zur Bevorratung von leeren Sammelmedien auf, die bei Bedarf durch Anforderung eines Benutzers ausgegeben werden können.
Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Annahme von Sammelmedien erfolgt zunächst die Annahme des von einem Benutzer mit einem oder mehreren Wertgegenständen gefüllten Sammelmediums in die Deposit-Einrichtung. Das Sammelmedium wird anschließend durch die Transporteinheit zur RFID-Einheit transportiert und dort durch diese verifiziert. Je nach Ergebnis der Verifizierung des Sammelmediums wird das Sammelmedium entweder durch die
Transporteinheit aus der Deposit-Einheit wieder heraustransportiert, beispielsweise wenn auf dem Sammelmedium kein Smart-Label angebracht ist, oder es werden Transaktionsakten durch die RFID-Einheit auf das Smart-Label des
Sammelmediums übertragen und das Sammelmedium anschließend durch die Transporteinheit in den Deposit-Behälter weitertransportiert. Mit einem solchen Verfahren kann zum Einen zunächst geprüft werden, ob das angegebene
Sammelmedium für eine solche Deposit-Einrichtung geeignet ist, insbesondere ob das Sammelmedium mit einem Smart-Label ausgestattet ist. Wird ein solches Smart-Label erkannt, werden die entsprechenden Daten in einfacher Weise in den Speicher des Smart-Labels geschrieben und das Sammelmedium anschließend in den Deposit-Behälter transportiert. Durch die Verwendung der RFID-Einheit in Verbindung mit dem Smart-Label können so jedem einzelnen Sammelmedium in einfachster Weise deutlich mehr Transaktionsdaten zur Identifizierung des
Sammelmediums zugeordnet werden, als dies mit einer Druckeinheit möglich ist. Außerdem können die Speicher das Smart-Label in ebenso einfacher Weise wieder gelöscht und neu beschrieben werden, so dass auch die Wiederverwendung der Sammelmedien ermöglicht ist.
Nachfolgend wird eine bevorzugte Ausführungsvariante der Erfindung anhand der beiliegend Zeichnungen noch näher erläutert.
In der einzigen Figur ist mit dem Bezugszeichen 1 ein Halterahmen bezeichnet, der beispielsweise in einen (nicht gezeigten) Tresor eingebaut ist. Der Halterahmen 1 dient dabei der Halterung eines Deposit-Behälters (nicht gezeigt). An dem
Halterahmen 1 ist zum Transport eines in dem Deposit-Behälter zu deponierenden Sammelmediums außerdem eine Transporteinrichtung 2 angeordnet, mit der ein über eine (nicht gezeigte) Annahmeöffnung in dem Tresor in den Tresor hinein gegebenes Sammelmedium im Inneren des Tresors von der Annahmeöffnung bis zum Deposit-Behälter transportiert wird. Die Transporteinrichtung selbst kann dabei vorzugsweise aus zwei zueinander parallelen Endlosförderbändern aufgebaut sein, zwischen deren benachbarten Trums die einzelnen Sammelmedien
transportiert werden. Statt der Endlosförderbänder können beispielsweise auch Transportrollenpaare oder andere Transportmittel zum Einsatz kommen. Die Transporteinrichtung 2 weist des Weiteren eine RFID-Einheit 3 auf, mit der die eingegebenen Sammelmedien beim Durchlauf durch die Transporteinrichtung erkannt und gegebenenfalls mit über eine Benutzerschnittstelle eingegebene Daten übertragen werden können. Dazu sind notwendiger Weise die Sammelmedien mit einem sogenannten Smart-Label ausgestattet. Diese Smart-Label sind bevorzugt als passive Transponder mit einem zusätzlichen FRAM (Ferroelectric Random Access Memory) oder einem anderen nichtflüchtigen Speicher ausgebildet. In diesen Speicher werden die von einem Benutzer über eine Benutzerschnittstelle
eingegebenen Transaktionsdaten hinterlegt. Die an einem für den Benutzer zugänglichen Ort angebrachte Benutzerschnittstelle, das beispielsweise als
Bedienfeld an einem Selbstbedienungsgerät zur unbedienten Entgegennahme von Sammelmedium ausgebildet ist, ist dazu elektronisch über eine Steuerelektronik mit der RFID-Einheit 3 verbunden. Die Deposit-Einrichtung weist des Weiteren vorzugsweise mindestens eine an die Transporteinrichtung 2 angekoppelte Auflagefläche 5 zur Bevorratung von leeren Sammelmedien auf, auf der beispielsweise als Umschlag ausgebildete
Sammelmedien stapelbar sind und auf Anforderungen eines Benutzers aus der Deposit-Einrichtung ausgebbar sind. Dazu ist die Auflagefläche 5 bevorzugt mit einer weiteren Transporteinrichtung 6 versehen, die jeweils ein Sammelmedium in Richtung der Transporteinrichtung 2 befördert, von dieser aufgenommen wird und so durch die Annahmeöffnung in der Tresorwand an den Benutzer ausgegeben wird.
Mit einer erfindungsgemäßen Deposit-Einrichtung wird das Sammelmedium zunächst in die Deposit-Einrichtung eingegeben und anschließend durch die Transporteinheit 2 zur an der Transporteinheit 2 angeordneten RFID-Einheit 3 transportiert. Falls das eingegebene Sammelmedium nicht mit einem Smart-Label ausgestattet ist, wird das Sammelmedium anschließend durch die Transporteinheit 2 aus der Deposit-Einrichtung heraus an den Benutzer zurück transportiert.
Wird ein Smart-Label erkannt, werden die auf dem Speicher des Smart-Labels vorhandenen Daten zunächst verifiziert und anschließend die von dem Benutzer eingegebenen Transaktionsdaten durch die RFID-Einheit auf das Smart-Label des Sammelmediums übertragen. Falls notwendig, werden zunächst in einem
Zwischenschritt noch vorhandene Altdaten im Speicher des Smart-Labels gelöscht. Anschließend wird das Sammelmedium dann durch die Transporteinheit 2 weiter in den Deposit-Behälter transportiert. Zur mechanischen Führung des
Sammelmediums schließt sich an das Ende der Transporteinheit 2 eine Leitfläche 4 an, durch die ein auf einen durch Pfeile in der Figur dargestellten Transportweg transportiertes Sammelmedium in Richtung des Deposit-Behälters gelenkt wird.
In einer Aus führungs Variante des Verfahrens wird vor der Eingabe des
Sammelmediums in die Deposit-Einrichtung ein leeres Sammelmedium von der Auflagefläche 5 durch die Transporteinheit aus der Deposit-Einheit heraus befördert, um dem Benutzer auf Anforderung ein leeres Sammelmedium zur Verfügung zu stellen, beispielsweise einen Umschlag, in den der Benutzer
Wertgegenstände wie beispielsweise Banknoten, Schecks oder dergleichen einlegen kann und das so befüllte Sammelmedium anschließend wieder in die Deposit-Einrichtung einzugeben. Dabei kann vorzugsweise vor der Ausgabe des leeren Sammelmediums das Smart-Label dieses Sammelmediums mit durch den Benutzer über die Benutzerschnittstelle eingegebenen Daten durch die RFID- Einheit geschrieben werden, so dass dadurch das Sammelmedium bereits vor der Ausgabe des leeren Sammelmediums mit entsprechenden Benutzerdaten
personalisiert wird.
Durch den Einsatz der RFID-Einheit in der Transporteinrichtung 2 und den mit Smart-Labels versehenen Sammelmedien können als Sammelmedien im Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik bekannten Deposit-Einrichtungen, bei denen Tintenstrahldrucker zum Beschreiben von Umschlägen eingesetzt werden, neben Umschlägen auch Stoffbeutel, Tüten oder auch Geldkassetten einsetzt werden, da die Anordnung der RFID-Einheit nicht den Einschränkungen eines Druckkopfes unterliegt, bei dem der Abstand zwischen Umschlag und Druckkopf möglichst gering gehalten werden muss.
Bezugszeichenliste
Halterahmen 1
Transporteinrichtung 2
RFID-Einheit 3
Leitfläche 4
Auflagefläche für leere Sammelmedien 5
Transporteinrichtung 6
