Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
DESCALING DEVICE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/028754
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a descaling device which can be operated in an optimal manner with respect to the efficiency, descaling quality, energy and water consumption and is readily available. The aim of the invention is achieved such that the spray nozzles (12), which are instrumental in descaling the steel material (2) in the descaling device (8), are designed as static nozzles and as dynamic or rotating nozzles. The static nozzles form, together with the spray bars, pairs of spray bars (13) and the dynamic or rotating nozzles form, together with spray units, rows of pairs of spray units (23).

Inventors:
NEUMANN, Luc (Aachener Strasse 54, Düsseldorf, 40223, DE)
BILGEN, Christian (Becherstrasse 16, Düsseldorf, 40476, DE)
BÄUMER, Klaus (Eichholzstrasse 11, Kreuztal, 57223, DE)
MÜLLER, Günter (Stockhagen 4, Drolshagen, 57489, DE)
IGELHORST, Wolfgang (Friedhofstrasse 85, Mülheim a. d. Ruhr, 45478, DE)
Application Number:
EP2009/006278
Publication Date:
March 18, 2010
Filing Date:
August 31, 2009
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
SMS SIEMAG AG (Eduard-Schloemann-Strasse 4, Düsseldorf, 40237, DE)
NEUMANN, Luc (Aachener Strasse 54, Düsseldorf, 40223, DE)
BILGEN, Christian (Becherstrasse 16, Düsseldorf, 40476, DE)
BÄUMER, Klaus (Eichholzstrasse 11, Kreuztal, 57223, DE)
MÜLLER, Günter (Stockhagen 4, Drolshagen, 57489, DE)
IGELHORST, Wolfgang (Friedhofstrasse 85, Mülheim a. d. Ruhr, 45478, DE)
Attorney, Agent or Firm:
KLÜPPEL, Walter (Hemmerich & Kollegen, Hammerstrasse 2, Siegen, 57072, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1. Entzunderungsvorrichtung für ein entlang einer Produktionslinie (1 ) zu Lang- und Flachprodukten umformbares warmes Stahlmaterial (2), umfassend: eine Transportebene (10) für das Stahlmaterial (2); und mehrere vertikal über und/oder unter der Transportebene (10) angeordnete und auf die Oberfläche des Stahlmaterials (2) gerichtete Mittel in Art von Spritzdüsen (12), aus denen Wasser unter Hochdruck zum Entzundern der Oberfläche des Stahlmaterials (2) gesteuert und/oder geregelt austritt, dadurch gekennzeichnet, dass die Spritzdüsen (12) als statische Düsen und als dynamische oder rotierende Spritzdüsen ausgebildet sind und die Spritzdüsen (12), im Hinblick auf deren gesteuerte und/oder geregelte Beaufschlagung mit Spritzwasser, miteinander kombinierbar sind.

2. Entzunderungsvorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die statischen Spritzdüsen zusammen mit wenigstens einem über und mit einem unter der Transportebene (10) angeordneten Spritzbalken (13.1 , 13.2), die quer zur Transportebene (10) des Stahlmaterials (2) angeordnet sind, ein Spritzbalken-Paar (13) bilden, und dass die dynamischen oder rotierenden Spritzdüsen in wenigstens einer über und einer unter der Transportebene (10) angeordneten Spritzeinheit (22) ausgebildet sind und wobei die über und die unter der Transportebene (10) angeordneten, betreffenden Spritzeinheiten (22) zu wenigstens jeweils einer Spritzeinheiten-Reihe (23.1 , 23.2) montiert und quer über und unter der Transportebene (10) des Stahlmaterials (2) verlaufen, und wobei die zwei Spritzeinheiten-Reihen einander versetzt gegenüberliegend angeordnet sind und ein Spritzeinheiten-Reihenpaar (23) bilden.

3. Entzunderungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl das wenigstens eine Spritzbalken-Paar (13) als auch das wenigstens eine Spritzeinheiten-Reihenpaar (23) in seiner Längserstreckung mehrere Spritzzonen ausbildet.

4. Entzunderungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Spritzzonen individuell über geeignete Mittel zu- und abschaltbar sind.

5. Entzunderungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung (11 ) des Stahlmaterials (2) mehrere Spritzbalken-Paare (13) nacheinander angeordnet sind.

6. Entzunderungsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehen- den Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung (11 ) des Stahlmateriales (2) nach einem ersten und einem zweiten Spritzbalken-Paar (13) wenigstens ein Spritzeinheiten- Reihenpaar (23) angeordnet ist.

7. Entzunderungsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten Spritzbalken-Paar (13) und dem zweiten Spritz- balken-Paar (13) wenigstens ein Spritzeinheiten-Reihenpaar (23) angeordnet ist.

8. Entzunderungsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung (11 ) des Stahlmaterials (2) mehrere Spritzein- heiten-Reihenpaare (23) nacheinander angeordnet sind und den Spritzeinheiten-Reihenpaaren wenigstens ein Spritzbalken-Paar (13) zugeordnet ist.

9. Entzunderungsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehen- den Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung (11 ) des Stahlmaterials (2) wenigstens ein Spritzeinheiten-Reihenpaar (23) und nachfolgend wenigstens ein Spritzbalken-Paar (13) angeordnet ist.

10. Entzunderungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zwei einander, versetzt gegenüberliegend, angeordnete Spritzbalken (13.1 , 13.2) ein Spritzbalkenmodul ausbilden.

11. Entzunderungsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Spritzbalkenmodul quer zur Transportrichtung (11 ) des Stahlmaterials (2) verschiebbar in dem Gehäuse (14) der Entzunderungsvor- richtung aufgenommen ist.

12. Entzunderungsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Spritzbalkenmodule austauschbar aufgenommen sind.

13. Entzunderungsvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die betreffenden Spritzeinheiten-Reihen (23) auf einer innerhalb des Gehäuses (14) vorhandenen Fahrschiene (26) angeordnet und modulartig von der Fahrschiene aufgenommen sind.

14. Entzunderungsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Spritzbalkenmodul zwischen einer ersten Einrichtung (17) und zweiten Einrichtung (17) zum Abquetschen oder Zurückhalten des Spritzwassers angeordnet ist.

15. Entzunderungsvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Spritzeinheiten-Reihenpaar (23) zwischen einer ersten Einrichtung (17) und einer zweiten Einrichtung (17) zum Abquetschen oder Zu- rückhalten des Spritzwassers angeordnet ist.

16. Entzunderungsvorrichtung für ein entlang einer Produktionslinie (1 ) zu Lang- und Flachprodukten umformbares, warmes Stahlmaterial (2), umfassend: ein Gehäuse (14), eine Transportebene (10) für das Stahlmaterial (2) innerhalb der Entzunderungsvorrichtung (6); mehrere vertikal über und unter der Transportebene (10) angeordnete und auf die Oberfläche des Stahlmateriales (2) gerichtete Mittel in Art von Spritzdüsen (12), aus denen Wasser unter Hochdruck zum Entzundern der Oberfläche des Stahlmateriales (2) gesteuert oder geregelt austritt; und eine eingangsseitig und ausgangsseitig des Gehäuses (14) vorhandene Einrichtung (17) zum Abquetschen oder Zurückhalten des auf die Oberflä- che des Stahlmateriales (2) auftreffenden Spritzwassers, dadurch gekennzeichnet, dass die Spritzdüsen (12) statische Düsen sind, die zusammen mit Spritzbalken (13.1 , 13.2; 20.1 , 20.2) wenigstens ein erstes und zweites Spritzbalken-Modul (13, 20) bilden und dass zwischen beiden Modulen eine weitere Einrichtung (17) angeordnet ist, die dem Abquetschen oder dem Zurückhalten des auf der Oberfläche des Stahlmaterials (2) auftreffenden Spritzwassers dient.

17. Entzunderungsvorrichtung für ein entlang einer Produktionslinie (1 ) zu Lang- und Flachprodukten umformbares, warmes Stahirnateriai (2), umfassend: ein Gehäuse (14), eine Transportebene (10) für das Stahlmaterial (2) innerhalb der Entzunderungsvorrichtung (6), mehrere vertikal über und unter der Transportebene (10) angeordnete und auf die Oberfläche des Stahlmateriales (2) gerichtete Mittel in Art von Spritzdüsen (12), aus denen Wasser unter Hochdruck zum Entzundern der Oberfläche des Stahlmateriales (2) gesteuert oder geregelt austritt, und eine eingangsseitig und ausgangsseitig des Gehäuses (14) vorhandene Einrichtung (17) zum Abquetschen oder zum Zurückhalten des auf die Oberfläche des Stahlmateriales (2) auftreffenden Spritzwassers, dadurch gekennzeichnet, dass die Spritzdüsen (12) erste statische Düsen sind, die zusammen mit Spritzbalken (13.1 , 13.2) wenigstens ein Spritzbalken-Modul (13) bilden, und die Spritzdüsen (12) zweite dynamische oder rotierende Düsen sind, die in einem Düsenkopf einer Spritzeinheit (22) ausgebildet sind, wobei mehrere solcher Spritzeinheiten in Art einer Spritzeinheiten-Reihe (23) über und unter sowie quer zur Transportebene (10) des Stahlmateriales (2) angeordnet sind und ein Spritzeinheitenreihen-Modul bilden, und dass zwischen dem Spritzbalkenmodul und dem Spritzeinheitenreihen-

Modul eine weitere Einrichtung (17) angeordnet ist, die dem Abquetschen oder Zurückhalten des auf die Oberfläche des Stahlmateriales (2) auftreffenden Spritzwassers dient.

18. Entzunderungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch, ihre Anordnung in einer als Produktionslinie (1 ) ausgebildeten ein- oder mehrgerüstigen Warmwalzstraße, und zwar im Anschluss an eine Stranggießmaschine (3) und vor wenigstens einem Warmwalzgerüst (9).

Bezugszeichenliste

1 Produktionslinie

2 Stahlmaterial

3 Stranggießmaschine

4 Strangführungsmittel

5 Scherenanordnung

6 Entzunderungsvorrichtung

7 Ofen

8 Entzunderungsvorrichtung

9 Walzgerüst

10 Transportebene

11 Transportrichtung

12 Spritzdüse

13 Spritzbalken-Paar

13.1 Spritzbalken

13.2 Spritzbalken

14 Gehäuse

15 Walzrichtung

16 Rolle

17 Einrichtung

17.1 Rolle

17.2 Rolle

18 Spritzwasser-Auffangrinne

19 Spritzwasser-Auffangrinne

20 Spritzbalken-Paar

21 Haube

22 Spritzeinheit

22.1 Spritzeinheiten-Reihe

22.2 Spritzeinheiten-Reihe

23 Spritzeinheiten-Reihenpaar Spritzwasser-Auffangkasten Spritzwasser-Auffangkasten Fahrschiene

Description:
Entzunderungsvorrichtung

Die Erfindung betrifft eine Entzunderungsvorrichtung für ein entlang einer Pro- duktionslinie zu Lang- und Flachprodukten umformbares, warmes Stahlmaterial nach den Merkmalen des Oberbegriffs der Ansprüche 1 , 16 und 17.

Aus der DE 43 02 331 AI ist ein Zunderwäscher bekannt, dessen Aufgabe darin besteht, insbesondere Stahlbänder und Dünnbrammen mit verringertem Wasser- und Energieverbrauch über die gesamte Band- bzw. Brammenbreite porentief zu entzundern. Gelöst wird die Aufgabe dadurch, dass Spritzeinheiten mit einem rotierenden, mehrere Spritzdüsen aufweisenden Düsenkopf eingesetzt sind und vorzugsweise die beiden im Kantenbereich des Walzgutes angeordneten oberen Spritzeinheiten gegenüber den beiden im Kantenbereich des Walzgutes angeordneten, unteren Spritzeinheiten versetzt sind.

Aus der DE 43 28 303 C2 ist eine Einrichtung zum Entzundern von warmen Walzgut durch Beaufschlagen mittels eines unter hohem Druck stehenden Fluids, insbesondere Wasser bekannt. Das Wasser tritt aus mindestens einer die Walzgutbreite überdeckenden Düsenreihe mit mehreren Düsenköpfen aus, wobei jeder Düsenkopf um eine zur Oberfläche des Walzgutes im Wesentlichen senkrechte Drehachse motorisch drehangetrieben ist und mindestens zwei außermittig bezüglich der Drehachse angeordnete Düsen aufweist. Die Düsen jedes Düsenkopfes sind mit zur Drehachse unterschiedlichen Winkeln derart angeordnet, dass das Spritzbild jeder Düse im Betrieb, bezogen auf die Drehachse, einen unterschiedlichen radialen Bereich auf der zu entzundernden O- berfläche des Walzgutes überdeckt.

Ferner ist aus der EP 0 625 383 B1 eine Fertigungslinie für Bänder und/oder Bleche bekannt, in der u. a. als Temperatur-Wiederherstellungssystem ein Induktionsofen mit mindestens einer Arbeitsfrequenz zum Erwärmen der Oberflä-

BESTÄTJGUNGSKOPfE che und der Kanten der Brammen vorhanden ist, auf den eine erste Entzunde- rungseinrichtung und ein Tunnelofen folgen, und eine zweite Entzunderungsein- richtung zwischen dem Tunnelofen und der Walzenkette vorhanden ist. Die erste Entzunderungseinrichtung ist dabei eine Niedriggeschwindigkeits- Entzunderungseinrichtung mit rotierenden Düsen, während die zweite Entzun- derungsvorrichtung eine Hochgeschwindigkeits-Enzunderungsvorrichtung mit statischen Düsen ist.

Des Weiteren ist aus der EP 1 718 424 BI eine Vorrichtung zum Entzundern von warmen Walzgut mittel Wasser bekannt, wonach mindestens eine die Walzgutbreite überstreichende Düsenkopfreihe vorgesehen ist und wobei jeder Düsenkopf rotierend ist und mehrere Düsen aufweist, die nahe zum Umfang des Düsenkopfes angeordnet sind, um einander tangierende oder überlappende Spritzbilder auf dem Walzgut zu erzielen und so den Zunder vergleichsweise besser ablösen zu können.

Schließlich ist aus der EP 1 077 095 B1 eine Entzunderungsvorrichtung für ein stranggegossenes Metallband bekannt, die insbesondere im Falle einer Havarie signifikante Vorteile besitzt, als nämlich die über der Oberseite des Metallbandes angeordneten Wasserauffangrinnen entgegen der Bandlaufrichtung unab- hängig von deren zugeordneten Wasserspritzdüsen verschwenkbar und gegenüber dem Metallband höhenverstellbar und selbsttädig ausweichbar sind und dass die die Düsenreihen aufnehmenden Spritzbalken der Bandoberseite mit einem Hebelarm frei verschwenkbar und damit in Grenzen höhenverstellbar sowie selbsttätig ausweichbar angeordnet sind.

Die vorbekannten Entzunderungseinrichtungen besitzen zum Entzundern des Walzgutes entweder ausschließlich statische Düsen oder ausschließlich rotierende Düsen. So ist verständlich, dass mit den vorbekannten Lösungen nur eine begrenzte Anzahl von Stellgrößen beeinflussbar ist und damit nicht gezielt auf die Produkteigenschaften der herzustellenden unterschiedlichen Lang- und Flachstahlprodukte und nicht auf Prozessparameter und auf andere Zielgrößen reagiert werden kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Entzunderungsvorrichtung zu schaffen, die im Hinblick auf ihre Leistungsfähigkeit, die Entzunderungsqualität, den Energie- und Wasserverbrauch optimal betreibbar ist und die eine hohe Verfügbarkeit aufweist.

Die Aufgabe wird erfindungsgernäß durch eine Entzunderungsvorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 , des Patentanspruchs 16 und des Pa- tentanspruchs 17 gelöst.

Gemäß der kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 sind die Spritzdüsen der Entzunderungsvorrichtung als statische Düsen und als dynamische oder rotierende Düsen ausgebildet und wenigstens eine vorbestimmbare Anzahl Spritzdüsen ist, im Hinblick auf deren gesteuerte oder gere- gelte Beaufschlagung, miteinander kombinierbar.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung bildet dabei eine bestimmte Anzahl statischer Spritzdüsen zusammen mit einem über und mit einem unter der Transportebene des zu entzundernten Stahlmaterials angeordneten Spritzbalken, der sich quer zur Transportebene erstreckt, ein Spritzbalken-Paar aus. Dabei kön- nen mehrere solcher Spritzbalken-Paare in der Entzunderungsvorrichtung vorhanden sein.

Des Weiteren bildet in der Entzunderungsvorrichtung eine bestimmte Anzahl dynamischer oder rotierender Spritzdüsen, die in mehreren über und in mehreren unter der Transportebene angeordneten Spritzeinheiten angeordnet sind, wenigstens jeweils eine Spritzeinheiten-Reihe aus, die sich quer zur Transportebene erstreckt, und wobei jeweils zwei im Wesentlichen gegenüberliegende Spritzeinheiten-Reihen ein Spritzeinheiten-Reihenpaar bilden. Sowohl das wenigstens eine Spritzbalkenpaar als auch das wenigstens eine Spritzeinheiten-Reihenpaar kann gemäß der Erfindung in seiner Längserstre- ckung eine oder mehrere Spritzzonen ausbilden, die bedarfsabhängig mit Wasser be- aufschlagbar sind. Die einzelnen Spritzzonen sind dabei individuell über geeignete Mittel, zum Beispiel über Stellventile, zu- und abschaltbar, und zwar zu wenigstens einer Druckquelle zuschaltbar oder von der Druckquelle abschaltbar.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können verschiedene Anordnungsvarianten einzelner Spritzbalken-Paare oder einzelner Spritzeinheiten-Reihenpaare vorgesehen sein.

Eine erste Anordnungsvariante sieht vor, dass in Transportrichtung des Stahlmaterials mehrere Spritzbalken-Paare nacheinander angeordnet sind und zwischen jeweiis einem ersten Spritzbaiken-Paar und einem zweiten Spritzbalken- Paar eine Einrichtung zum Abquetschen oder Zurückhalten des auf die Oberflä- che des Stahlmaterials auftreffenden Spritzwasser angeordnet ist.

Eine zweite Anordnungsvariante sieht vor, dass in Transportrichtung des Stahlmaterials nach einem ersten und einem zweiten Spritzbalken-Paar wenigstens ein Spritzeinheiten-Reihenpaar angeordnet ist. Eine dritte Anordnungsvariante sieht vor, dass zwischen dem ersten Spritzbalken-Paar und dem zweiten Spritzbalken-Paar wenigstens ein Spritzeinheiten- Reihenpaar angeordnet ist.

Eine vierte Anordnungsvariante sieht vor, dass in Transportrichtung des Stahlmaterials mehrere Spritzeiheiten-Reihenpaare nacheinander angeordnet sind und den Spritzeinheiten-Reihenpaaren wenigstens ein Spritzbalken-Paar zugeordnet ist.

Eine fünfte Anordnungsvariante sieht vor, dass in Transportrichtung des Stahlmaterials wenigstens ein Spritzeinheiten-Reihenpaar und nachfolgend wenigstens ein Spritzbalken-Paar angeordnet ist. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung bilden jeweils zwei einander versetzt gegenüberliegend angeordnete Spritzbalken ein Spritzbalkenmodul aus, das in dem Gehäuse der Entzunderungsvorrichtung quer zur Transportrichtung des Stahlmaterials verschiebbar oder austauschbar aufgenommen ist. Des Weiteren sind die betreffenden Spritzeinheiten-Reihen auf einer innerhalb des Gehäuses quer zur Transportebene vorhandenen Fahrschiene angeordnet und modulartig von der Fahrschiene aufgenommen. Ferner ist, wie bereits vorstehend erwähnt, zwischen jeweils zwei Spritzbalken- Paaren und/oder zwischen jeweils zwei Spritzeinheiten-Reihenpaaren eine Einrichtung zum Abquetschen oder Zurückhalten des Spritzwassers angeordnet. Nach den Merkmalen des Oberbegriffs von Patentanspruch 16 wird die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe dadurch gelöst, dass die Spritzdüsen stati- sehe Düse sind, die zusammen mit Spritzbalken wenigstens ein erstes und zweites Spritzbalkenmodul bilden und dass zwischen beiden Modulen eine weitere Einrichtung angeordnet ist, die dem Abquetschen oder dem Zurückhalten des auf der Oberfläche des Stahlmaterials auftreffenden Spritzwassers dient.

Nach den Merkmalen des Oberbegriffs von Patentanspruch 17 wird die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe ferner dadurch gelöst, dass die Spritzdüsen erste statische Düsen sind, die zusammen mit Spritzbalken wenigstens ein Spritzbalkenmodul bilden, und die Spritzdüsen zweite dynamische oder rotierende Düsen sind, die in einem Düsenkopf einer Spritzeinheit ausgebildet sind, wobei mehrere solcher Spritzeinheiten in Art einer Reihe über und unter sowie quer zur Transportebene des Stahlmaterials angeordnet sind und ein Spritzeinheitenreihen-Modul bilden, und dass zwischen dem Spritzbalkenmodul und dem Spritzeinheitenreihen-Modul eine weitere Einrichtung angeordnet ist, die dem Abquetschen oder Zurückhalten des auf die Oberfläche des zu entzundernten Stahlmaterials auftreffenden Spritzwassers dient.

Hinsichtlich der Anordnung der Entzunderungsvorrichtung innerhalb der Produktionslinie kann diese im Anschluss an eine Stranggießmaschine und/oder in einer als Produktionslinie ausgebildeten ein- oder mehrgerüstigen Warmwalzstraße, und zwar vor wenigstens einem Warmwalzgerüst, positioniert sein. Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der anhand eines Ausführungsbeispiels die Erfindung näher erläutert wird.

In den Zeichnungen zeigen: Fig.1 die Produktionslinie des zu einem Lang- und Flachprodukt umformbaren, warmen Stahlmaterials mit der Anordnung der erfindungsgemäßen Enzunderungsvorrichtung nach der Stranggießmaschine und vor einem Doppel-Walzgerüst einer Warmwalzstraße,

Fig.2 die Entzunderungsvorrichtung im Querschnitt mit einem ersten und einem zweiten an sich bekannten Spritzbalken-Paar und

Fig.3 die Entzunderungsvorrichtung im Querschnitt mit einem Spritzbal- ken-Paar und einem Spritzeinheiten-Reihenpaar.

In Fig.1 ist ein Ausschnitt einer Produktionslinie 1 dargestellt, die ein warmes Stahlmaterial 2 zu einem Lang- und Flachprodukt umformt. Die Produktionslinie 1 umfasst eine Stranggießmaschine 3, Strangführungsmittel 4, zwischen denen das Stahlmaterial 2 geführt und in eine horizontale Ebene zur Weiterverarbeitung transportiert wird. Ein erster Schritt der Weiterverarbeitung kann zum Beispiel darin bestehen, dass das Stahlmaterial 2 eine mit der Gießgeschwindigkeit synchronisierte Scherenanordnung 5 passiert, in der das Stahlmaterial zu Abschnitten vorbestimmter Länge geschnitten wird. Der Scherenanordnung 5 kann, wie allgemein bekannt, ein hier nicht dargestellter Richttreiber vorgeordnet sein, der ebenfall mit der Gießgeschwindigkeit synchronisiert ist. Nachfolgend durchläuft zum Beispiel jeder Abschnitt des Stahlmaterials 2 eine erste erfindungsgemäß ausgebildete Entzunderungsvorrichtung 6 oder 8. Nach der ersten Entzunderungsvorrichtung 6 oder 8 kann ein Ofen 7 vorgesehen sein, der, aufgrund des durch Spritzwasser im oberflächennahen Bereich abgekühlten Stahlmaterials 2, das Stahlmaterial auf die erforderliche Temperatur zur Weiterverarbeitung anhebt. Nachdem das Stahlmaterial 2 den Ofen 7 passiert hat, kann eine zweite erfin- dungsgemäß ausgebildete Entzunderungsvorrichtung 6 oder 8 vor einem Walzgerüst oder einer ein- oder mehrgerüstigen Warmwalzstraße 9 angeordnet sein. Fig.2 stellt, im Hinblick auf die Verwendung von Spritzbalken zum Entzundern des Stahlmaterials 2, eine Ausführungsvariante einer bekannten Entzunde- rungsvorrichtung 6 dar, als nämlich bekannt ist, Spritzdüsen 12, die als statische Düsen ausgebildet sind, zusammen mit wenigstens einem über und we- nigstens einem unter der Transportebene 10 des Stahlmaterials 2 angeordneten Spritzbalken 13.1 und 13.2 zu einem Spritzbalken-Paar 13 auszubilden. Diese Entzunderungsvorrichtung 6 umfasst ein Gehäuse 14, in dem in Walzrichtung 15 die horizontal verlaufende Transportebene 10 für das Stahlmateria! 2 ausgebildet ist. Die Transportebene 10 wird durch die innerhalb des Gehäu- ses 14 und über dessen Längserstreckung angeordneten Rollengangsrollen 16 und der achsparallel zu den Rollengangsrollen 16 angeordneten Rollen 17.1 mehrerer im Gehäuse 14 angeordneter Einrichtungen 17 gebildet. Die jeweilige Rolle 17.1 der Einrichtung 17 dient zusammen mit einer weiteren Rolle 17.2, die vertikal und achsparallel über der Rolle 17.1 angeordnet ist, dem Abquetschen oder dem Zurückhalten des auf die Oberfläche des Stahlmaterials 2 auftreffenden Spritzwassers.

Bekanntermaßen ist, wie auch aus der DE 43 02 331 A1 und aus der EP 1 077 095 B1 hervorgeht, eine erste Einrichtung 17 eingangsseitig und eine zweite Einrichtung 17 ausgangsseitig der Entzunderungsvorrichtung 6 angeordnet. Derartige Einrichtungen 17 sind also bekannt, so dass hier nicht näherer auf deren konstruktive Ausbildung eingegangen werden muss. Die Entzunderungsvorrichtung 6 umfasst ferner ein erstes Spritzbalken-Paar 13 und ein zweites Spritzbalken-Paar 20. Das erste Spritzbalken-Paar 13 besteht aus dem unter der Transportebene 10 angeordneten ersten Spritzbalken 13.1 und aus dem über der Transportebene 10 angeordneten zweiten Spritzbalken 13.2. Der erste Spritzbalken 13.1 ist dabei vorzugsweise stationär angeordnet, während der zweite Spritzbalken 13.2 vorzugsweise höhenverstellbar angeordnet ist. Jedem Spritzbalken 13.1 , 13.2 ist, wie an sich bekannt, über der Trans- portebene 10 eine Spritzwasser-Auffangrinne 18 bzw. 19 zugeordnet. Während die dem Spritzbalken 13.1 zugeordnete Spritzwasser-Auffangrinne 18 Vorzugs- weise fest angeordnet ist, ist die dem Spritzbalken 13.2 zugeordnete Spritzwasser-Auffangrinne 19 wahlweise fest oder höhenverstellbar angeordnet. Die Spritzbalken 13.1 , 13.2 bilden in ihrer Längserstreckung quer über die Transportebene 10 mehrere, hier nicht dargestellte, Spritzzonen aus, die über geeignete Steuermittel zu- und abschaltbar sind. Damit wird eine individuelle und gezielte Beaufschlagung des Stahlmaterials 2 mit Spritzwassers erreicht und gleichzeitig auf eine Einsparung an Spritzwasser und Elektroenergie zum Betreiben der zum Beispiel als Förderpumpe ausgebildeten Spritzwasser- Druckquelle hingewirkt.

Das in der Entzunderungsvorrichtung 6 angeordnete zweite Spritzbalken-Paar 20, ist hinsichtlich seiner Ausbildung und seiner Anordnung innerhalb des Gehäuses 14 mit dem Spritzbalken-Paar 13 identisch. Auch die Zuordnung der Spritzwasser-Auffangrinnen 18, 19 ist identisch, so dass hierzu auf weitere Erläuterungen verzichtet werden kann. In vorteilhafter Weise ist in Walzrichtung 15 zwischen dem Spritzbalken-Paar 13 und dem Spritzbalken-Paar 20 eine Einrichtung 17 zum Abquetschen oder Zurückhalten des Spritzwassers eingeordnet, die in ihrem Aufbau identisch zu der eingangsseitig und ausgangsseitig der Entzunderungsvorrichtung 6 angeordneten Einrichtung 17 ist und prinzipiell jener entspricht, wie sie in der EP 1 077 095 offenbart ist.

Das jeweilige in der Entzunderungsvorrichtung 6 angeordnete Spritzbalken- Paar 13, 20 ist ferner als Spritzbalkenmodul ausgebildet und auf geeigneten Mitteln quer zur Transportrichtung 11 des Stahlmaterials 2 in dem Gehäuse 14 verschiebbar und austauschbar angeordnet. Schließlich ist das Gehäuse 14 der Entzunderungsvorrichtung 6 von oben durch eine Haube 21 abgedeckt. Der Zweck einer solchen Haube 21 ist in der EP 1 077 095 B1 hinreichend beschrieben, so dass auf weitere Ausführungen dazu verzichtet werden kann.

In Fig.3 ist eine Entzunderungsvorrichtung 8 dargestellt, die sich von den aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen und von der beschriebenen Vorrichtung nach Fig.2 unterscheidet. Der Unterschied besteht darin, dass zum Entzundern des Stahlmaterials 2 sowohl Spritzdüsen 12 verwendet werden, die als statische Düsen ausgebildet sind, und die mit wenigstens einem unter und wenigstens einem über der Transportebene 10 angeordneten Spritzbalken 13.1 , 13.2 ein Spritzbalken-Paar 13 oder Spritzbalkenmodul bilden, als auch Spritzdüsen 12 verwendet werden, die als dynamische oder rotierende Spritzdüsen ausgebildet sind, und die in mehreren über und in mehreren unter der Transportebene 10 angeordneten Spritzeinheiten 22 ausgebildet sind. Die Spritzeinheiten 22 sind dabei zu jeweils wenigstens einer Spritzeinheiten-Reihe 22.1 , 22.2 ausgebildet, die versetzt gegenüberliegend sowie quer über und un- ter der Transportebene 10 des Stahlmaterials 2 verlaufend angeordnet sind. Zwei derartige Spritzeinheiten-Reihen 22.1 22.2 bilden so ein Spritzeinheiten- Reihenpaar 23 aus. Jeder Spritzbalken des Spritzbalken-Paares 13 und jede Spritzeinheiten-Reihe des Spritzeinheiten-Reihenpaares 23 kann dabei über ihre Längserstreckung in mehrere Spritzzonen aufgeteilt sein, um Spritzwasser bedarfsabhängig und gezielt auf die Oberfläche des zu entzundernten Stahlmaterials 2 aufzuspritzen. Dazu sind hier nicht dargestellte geeignete Mittel vorhanden, mittels derer sowohl das Spritzbalken-Paar 13 und das Spritzeinheiten- Reihenpaar 23 als auch die Spritzzonen der Paare 13, 23 bedarfsabhängig zu einer hier nicht dargestellten Druckquelle zu- und abschaltbar sind. Um auf die unterschiedlichen Bedingungen und Anforderungen zur qualitätsgerechten Entzunderung reagieren zu können, sind des Weiteren in vorteilhafter Weise innerhalb des Gehäuses 14 verschiedene Anordnungsvarianten des wenigstens einen Spritzbalken-Paares 13 und des wenigstens einen Spritzeinheiten-Reihenpaares 23 denkbar. Die Fig.3 zeige eine der Ausführungsvarianten.

Nach dem Spritzbalken-Paar 13 mit den zugehörigen Spritzwasserauffangrin- nen 18, 19 ist hier in Transportrichtung 11 bzw. in Walzrichtung 15 ein Spritzeinheiten-Reihenpaar 23 mit den zugehörigen Spritzwasserauffangkasten 24, 25 angeordnet. Zwischen dem Spritzbalken-Paar 13 und dem Spritzeinheiten- Reihenpaar 23 ist eine Einrichtung 17 zum Abquetschen oder Zurückhalten des Spritzwassers vorgesehen, wie dies bereits aus Fig.2 hervorgeht. Die Spritzeinheiten-Reihen 22.1 , 22.2 und/oder die einzelnen Spritzeinheiten 22 sind auch hier in Art eines Moduls ausgebildet, so dass im Falle einer Havarie die Module ohne nennenswerten Aufwand ausgetauscht werden können. Die unter der Transportebene 10 angeordnete Spritzeinheiten-Reihe 22.1 kann zum Beispiel von einer innerhalb des Gehäuses 14 vorhandenen Fahrschiene 26 aufgenommen sein, während die über der Transportebene 10 angeordnete Spritzeinheiten-Reihe 22.2 verfahrbar an der Haube 21 angeordnet sein kann.

Die Verwendung von zwei unterschiedlich ausgebildeten und unterschiedlich wirkenden Spritzdüsen 12 zur Entzunderung in einer Entzunderungsvorrichtung 8, also statische und rotierend Spritzdüsen, führt in vorteilhafter Weise zu einer Oberflächenqualität des Stahlmaterials 2, die höchsten Anforderungen gerecht wird und die zur Senkung des Energie- und Wasserverbrauchs führt. So kann bei temperaturkritischen Produkten, zum Beispiel beim Dünnbandwalzen oder beim austenitischen Walzen, das Entzundern ausschließlich mittels der dynamischen oder rotierenden Spritzdüsen, also mittels des wenigstens einen Spritzeinheiten-Reihenpaars 23 erfolgen, während bei höchsten Anforderungen an die Oberflächenqualität des Stahlproduktes 2 sowohl das Spritzeinheiten-Reihenpaar 23 als auch das Spritzbalken-Paare 13 geschaltet werden kann. Die Verwendung von unterschiedlich wirkenden Spritzdüsen 12 führt in vorteilhafter Weise auch dazu, dass bei gleichzeitiger Fahrweise des Spritzeinheiten- Reihenpaars 23 und des Spritzbalken-Paars 13 die Zunderbrechung mit dem in Transportrichtung 10 gesehenen ersten Spritzbalken-Paar 13 und die Reinigung der Oberfläche des Stahlmaterials 2 von dem gebrochenen Zunder mit dem zweiten Spritzeinheiten-Reihenpaar 23 erfolgen kann.