Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
DEVICE FOR ADJUSTING CAMBER AND/OR TRACK OF A VEHICLE WHEEL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/015801
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device for adjusting camber and/or track of a vehicle wheel (13) of a motor vehicle, comprising a wheel carrier (1) which is composed in multiple pieces with a wheel-side carrier part (3) and an axle-side guide part (17) as well as with intermediate rotary parts (21, 23), which are supported on a common bearing point (31) about a rotational axis (24) so that they are able to rotate relative to one another, about which the wheel-side rotary part (21) for track or camber adjustment of the vehicle wheel (13) is pivotable about a wobble point (MP), wherein the wheel-side carrier part (3) supports a brake caliper (15) that interacts with a brake disc (11) of the vehicle wheel (13), and wherein the wheel-side carrier part (3), which is subjected to a brake torque during a braking process, can be supported on the axle-side guide part (17) via a torque bridge (61). According to the invention, the torque bridge (61) is designed as a torque transmission element which, in the case of the support of the carrier part (3) that is subjected to the brake torque generates a directed force component (F) which can be applied to the wheel-side carrier part (3).

Inventors:
KLINGER, Thomas (Forsterstraße 3, Ingolstadt, 85057, DE)
SCHMID, Wolfgang (Angerstr. 14, Freising, 85354, DE)
BERINGER, Heinrich (Altenberg 11, Denkendorf, 85095, DE)
GLAS, Achim (Bergstrasse 39, Gaimersheim, 85080, DE)
VOLL, Ulrich (Schwanthalerstr. 100, München, 80336, DE)
BRAUMANDL, Michael (Weiherweg 4, Allershausen, 85391, DE)
POURROY-SOLARI, Vincent (Allee des Nantets, Thones, F-74230, FR)
Application Number:
EP2015/001256
Publication Date:
February 04, 2016
Filing Date:
June 22, 2015
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
AUDI AG (85045 Ingolstadt, DE)
International Classes:
B60G17/015; B60G17/016; B62D17/00
Domestic Patent References:
WO2011020534A22011-02-24
Foreign References:
DE102008048568A12010-03-25
DE102009058489A12011-06-22
DE102009006903A12010-08-05
DE102009021093A12010-11-18
Download PDF:
Claims:
Ansprüche

1. Vorrichtung zum Verstellen von Sturz und/oder Spur eines Fahrzeugrads (13) eines Kraftfahrzeugs, mit einem Radträger (1), der mehrteilig mit einem radseitigen Trägerteil (3) und einem achsseitigen Führungsteil (17) sowie mit dazwischen angeordneten Drehteilen (21 , 23) aufgebaut ist, die an einer gemeinsamen Lagerstelle (31 ) um eine Drehachse (24) zueinander verdrehbar abgestützt sind, um die das radseitige Drehteil (21 ) zur Spur- oder Sturzverstellung des Fahrzeugrads (13) um einen Taumelpunkt (MP) verschwenkbar ist, wobei das radseitige Trägerteil (3) einen mit einer Bremsscheibe (11 ) des Fahrzeugrads (13) zusammenwirkenden Bremssattel (15) trägt, und wobei das bei einem Bremsvorgang mit einem Bremsmoment beaufschlagte radseitige Trägerteil (3) über eine Drehmomentbrücke (61 ) auf dem achsseitigen Führungsteil (17) abstützbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehmomentbrücke (61 ) als ein Drehmomentübertragungselement ausgelegt ist, das bei der Abstützung des mit dem Bremsmoment beaufschlagten Trägerteils (3) eine gerichtete Kraftkomponente (F) erzeugt, mit der das radseitige Trägerteil (3) beaufschlagbar ist.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Drehmomentübertragungselement (61 ) zumindest eine Koppelstange ist, die auf Zug und Druck beanspruchbar ist, und/oder jeweils an einer radseitigen Anlenkstelle (K2) am radseitigen Trägerteil (3) und an einer achsseitigen Anlenkstelle (K1 ) am achsseitigen Führungsteil (17) anlenkbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlenkstellen (K1 , K2) des Drehmomentübertragungselements (61) so positioniert sind, dass das Drehmomentübertragungselement (61) zwischen dem Trägerteil (3) und dem Führungsteil (17) verstemmbar ist.

Vorrichtung nach Anspruch 1 , 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass beim Bremsvorgang das Drehmomentübertragungselement (61 ) ein Gegenhaltemoment (MKoppei) generiert, mit dem das vom Fahrzeugrad (13) auf die Drehteile (21 , 23) wirkende Reaktionsmoment reduzierbar ist, das aus einem Gesamt-Fahrzeugradmoment (MReifen) resultiert.

Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gesamt-Fahrzeugradmoment (N en) sich insbesondere aus einem Längsmoment (MB,X), das durch eine auf die Fahrzeugradmitte (RM) wirkende Bremskraft-Längskomponente (FB,X) erzeugt wird, und aus einem auf das Fahrzeugrad (13) wirkenden Vertikalmoment (MB,Z) zusammensetzt, das durch einen Bremsnickausgleich erzeugt wird.

Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehmomentübertragungselement (61) zumindest ein ausschließlich auf Zug, jedoch nicht auf Druck beanspruchbares Koppelglied aufweist, etwa eine Kette oder ein Zugband.

Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Radmittelpunkt (RM) des Fahrzeugrads (13) und der Taumelpunkt bzw. der Momentanpol (MP) um einen Hebelarm voneinander beabstandet sind.

8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlenkstellen (K1 , K2) des Drehmomentübertragungselements (61 ) zum Momentan pol (MP) in den Raumrichtungen (x, y, z) beabstandet sind.

9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlenkstellen (K1 , K2) des Drehmomentübertragungselements (61 ) in der Fahrzeugquerrichtung (y) betrachtet mit den Abständen (Ay^ Ay2) vom Momentanpol (MP) nach fahrzeuginnen versetzt sind, und/oder dass die Anlenkstellen (K1 , K2) in der Fahrzeuglängsrichtung (x) betrachtet um Abstände (Δχ^ Δχ2) vor und hinter dem Momentanpol (MP) positioniert sind, und/oder dass die Anlenkstellen (K1 , K2) in der Fahrzeughochrichtung (z) um Abstände ΔΖ2) vom Momentanpol (MP) versetzt sind.

10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im radseitigen Drehteil (21 ) ein Radlager (12) integriert ist, und/oder dass das Trägerteil (3) über eine Lagerstelle (43) auf dem radseitigen Drehteil (21 ) abgestützt ist.

11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass im Radlager (12) des Radträgers (1 ) ein Radnabenabschnitt (7) eines, das Fahrzeugrad (13) tragenden Radflansches (5) drehbar gelagert ist.

12. Vorrichtung nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerteil (3) radial außerhalb des radseitigen Drehteils (21 ) angeordnet ist, und dass insbesondere das Trägerteil (3) über eine radial innere Lagerstelle (43) auf dem radseitigen Drehteils (21 ) abgestützt ist.

13. Vorrichtung nach Anspruch 10, 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Radlager (12) demontierbar ausgeführt ist, und zwar mit einem radial inneren Lagergehäuse und einem radial äußeren Lagergehäuse, das demontierbar, das heißt zum Beispiel im Presssitz oder durch Verschraubung, an einem Außenumfang der Radnabe (5) bzw. an einem

Innenumfang des Drehteils (21) montiert ist, oder dass das radseitige Drehteil (21 ) unmittelbar das radial äußere Lagergehäuse des Radlagers (12) bildet, und dass radial innerhalb des, das äußere Lagergehäuse bildende Drehteils (21 ) ein Radnabenabschnitt (7) eines, das Fahrzeugrad (13) tragenden Radflansches (5) drehbar gelagert ist.

Description:
Beschreibung Vorrichtung zum Verstellen von Sturz und/oder Spur

eines Fahrzeuarads

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verstellen von Sturz und/oder Spur eines Kraftfahrzeugrades nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Aus der DE 10 2009 058 489 A1 ist eine gattungsgemäße Vorrichtung bekannt, bei der ein Radträger für ein Fahrzeugrad mehrteilig gestaltet ist, und zwar mit einem radseitigen Trägerteil und einem achsseitigen Führungsteil sowie mit dazwischen angeordneten Drehteilen. Im radseitigen Trägerteil ist ein Radlager integriert, in dem ein Radnabenabschnitt eines, das Fahrzeugrad tragenden Radflansches drehbar gelagert ist. Am achsseitigen Führungsteil sind die Lenker der Radaufhängung des Fahrzeugs anlenkbar. Die dazwischen angeordneten Drehteile wirken mit Schrägflächen zusammen, die eine zur Drehachse des achsseitigen Drehteils geneigte Drehachse des radseitigen Drehteils definieren. Auf diese Weise kann bei einem Drehantrieb zumindest eines der Drehteile das radseitige Drehteil zur Spur- oder Sturzverstellung des Fahrzeugrads um einen Taumelpunkt verschwenkt werden. Bei einem Bremsvorgang werden die von der Bremsanlage generierten Bremskräfte und -momente über den Radträger zum Fahrzeugaufbau geleitet, wodurch die Gefahr besteht, dass das Sturz- und/oder Spurverhalten des Radträgers unbeabsichtigt beeinflusst wird. So ist beim Bremsvorgang das radseitige Trägerteil über den in Bremseingriff befindlichen Bremssattel mit einem Bremsmoment beaufschlagt. Um eine Einleitung des Bremsmomentes in die beiden Drehteile zu vermeiden, ist das radseitige Trägerteil in der DE 10 2009 058 489 A1 über eine Drehmomentbrücke, das heißt ein Kardangelenk, auf dem achsseitigen Führungsteil abgestützt. Zusätzlich wirken beim Bremsvorgang Kräfte und Momente auf das Fahrzeugrad, wodurch die Gefahr besteht, dass das Sturz- und/oder Spurverhalten des Radträgers unbeabsichtigt beeinflusst wird. Beispielhaft sei eine auf das Fahrzeugrad wirkende Bremskraft-Längskomponente genannt, mit der ein am Fahrzeugrad angreifendes Längsmoment erzeugt wird, das das Fahrzeugrad in Richtung Nachspur drückt. Zudem sei der Bremsnickausgleich hervorgehoben. Ein solcher Bremsnickausgleich ergibt sich, wenn das abgebremste Fahrzeug aufgrund seiner Massenträgheit eine Bewegung um die Fahrzeug-Querachse, das heißt ein Abtauchen der Frontpartie, ausführt. In diesem Fall greift am Fahrzeugrad eine Bremskraft-Vertikalkomponente an, mit der ein auf das Fahrzeugrad wirkendes Vertikalmoment erzeugt wird, das zu einer Sturzmomentänderung am Aktor der Drehteile führt.

Diese exemplarisch hervorgehobenen Vertikal- und Längsmomente summieren sich (gegebenenfalls zusammen mit noch anderen, beim Bremsvorgang auftretenden Momenten) zu einem Gesamt- Fahrzeugradmoment, das als ein Reaktionsmoment auf die Drehteile einwirkt. Das Reaktionsmoment beaufschlagt unmittelbar den Drehantrieb der Drehteile und muß nicht zwangsläufig identisch mit dem Gesamt-Fahrzeugradmoment sein. Vielmehr kann das Reaktionsmoment auch vom Gesamt- Fahrzeugradmoment unterschiedlich sein, und zwar in Abhängigkeit von unter anderem den aktuellen Drehpositionen der Drehteile und/oder von der aktuellen Lage der zwischen den Drehteilen gebildeten Schrägebene.

Damit das auf die Drehteile einwirkende Gesamt-Fahrzeugradmoment nicht zu einer unbeabsichtigten Drehverstellung der Drehteile führt, muss im Stand der Technik der Drehantrieb des radseitigen und des achsseitigen Drehteils ein entgegengesetztes Kompensationsmoment bereitstellen. Hierzu sind entsprechende bauliche Maßnahmen am Drehantrieb vorzunehmen, um diesen zum Beispiel selbsthemmend auszuführen, oder steuerungstechnische Maßnahmen, um durch Ansteuerung des Drehantriebs das Kompensationsmoment zu erzeugen.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung bereitzustellen, bei der selbsttätig ohne Eingriff des Drehantriebes der Drehteile beim Bremsvorgang eine Sturz- und/oder Spuränderung in einfacher Weise reduzierbar ist.

Die Aufgabe ist durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen offenbart.

Gemäß dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1 ist die Drehmomentbrücke zwischen dem radseitigen Trägerteil und dem achsseitigen Führungsteil als ein Drehmomentübertragungselement ausgelegt, das bei der Abstützung des mit dem Bremsmoment beaufschlagten Trägerteils am Führungsteil eine Kraftkomponente erzeugt, mit der radseitige Trägerteil beim Bremsvorgang beaufschlagt wird. Das Drehmomentübertragungselement wandelt somit das Bremsmoment in die Kraftkomponente um. Mittels der Kraftkomponente kann ein unbeabsichtigtes Lenken des radseitigen Trägerteils aufgrund kinematischer Eigenschaften des Radträgers beim Bremsvorgang verhindert werden, was ansonsten zu einer unbeabsichtigten Sturz- oder Spuränderung des Fahrzeugrades beim Bremsvorgang führen würde. Das Drehmomentübertragungselement kann in beliebiger Bauform gestaltet sein. Im Hinblick auf eine Bauraumreduzierung ist es von Vorteil, wenn das Drehmomentübertragungselement zumindest eine Koppelstange ist, die sowohl auf Zug als auch auf Druck beanspruchbar ist. Die Koppelstange kann jeweils an einer radseitigen Anlenkstelle am radseitigen Trägerteil und an einer achsseitigen Anlenkstelle um achsseitigen Führungsteil angelenkt sein. Herkömmliche Drehmomentbrücke, etwa ein Kardangelenk oder ein Metallbalg, sind alleine im Hinblick auf eine einwandfreie Bremsmoment- Abstützung ausgelegt, das heißt torsionssteif mit Bezug auf die Radachse, jedoch in der Fahrzeugquerrichtung ausreichend nachgiebig, um die Taumelbewegung des radseitigen Drehteils mit daran gekoppeltem Trägerteil nicht zu beeinträchtigen. Eine solche Drehmomentbrücke ist jedoch nicht in der Lage, die oben erwähnte gerichtete Kraftkomponente auf das radseitige Trägerteil auszuüben.

Die Koppelstange ist dabei so zwischen dem radseitigen Trägerteil und dem achsseitigen Führungsteil angeordnet, dass diese unter Ausübung des Bremsmomentes dazwischen verstemmt wird, das heißt die Koppelstange beaufschlagt an ihrer radseitigen Anlenkstelle das radseitige Trägerteil mit der gerichteten Kraftkomponente, Die rad- und achsseitigen Anlenkstellen des Drehmomentübertragungselements, das heißt der Koppelstange, sind bevorzugt nicht in der Fahrzeugquerrichtung in Flucht zueinander ausgerichtet, sondern rein beispielhaft vielmehr in der Fahrzeuglängsrichtung um einen Längsversatz voneinander beabstandet. Auf diese Weise wird beim Bremsvorgang die oben beschriebene Stemmwirkung erreicht, bei der die Koppelstange das Trägerteil mit der gerichteten Kraftkomponente beaufschlagt, mit der unter anderem eine Sturzmomentänderung reduziert wird, die aus dem Bremsnickausgleich resultiert. Alternativ zu einer starren Koppelstange kann die Drehmomentbrücke auch zumindest ein (oder mehrere) ausschließlich auf Zug, jedoch nicht auf Druck beanspruchbares Koppelglied sein, etwa eine Kette oder ein Zugband. Die genaue Lage der Anlenkstellen des Drehmomomentübertragungselements hängt von den geometrischen Gegebenheiten des Radträgers ab. In Kenntnis der Erfindung kann der Fachmann unter Zuhilfenahme der Fachliteratur (etwa das Fachbuch „Gelenke und Gelenkwellen" von Schmelz, Seherr-Thoss, Aucktor) die genaue Lage der Anlenkstellen unmittelbar und eindeutig berechnen. Beispielhaft können die Positionen der Anlenkstellen K1 , K2 des Drehmomomentübertragungselements so bestimmt sein, dass im kompletten Bewegungsraum des Fahrzeugrads, das heißt zum Beispiel in einem Spurwinkelbereich von ± 6,5° und in einem Sturzwinkelbereich zwischen -5° und +2,5°, das beim Bremsvorgang auf die Drehteile einwirkende, verbleibende Reaktionsmoment möglichst gering ist. Das verbleibende Moment berechnet sich aus der Differenz zwischen dem von dem Drehmomomentübertragungselement ausgeübten Gegenhaltemoment und dem oben erwähnten Gesamt-Fahrzeugradmoment. Entscheidend bei der Positionierung der Anlenkstellen sind deren Abstände zum Momentanpol in den Raumrichtungen. In einer beispielhaften bevorzugten Ausführungsform können die Anlenkstellen in der Fahrzeugquerrichtung betrachtet innerhalb des Momentanpols positioniert sein. Zudem können die Anlenkstellen in der Fahrzeuglängsrichtung betrachtet vor und hinter dem Momentanpol positioniert sein. In der Fahrzeughochrichtung können die Anlenkstellen ebenfalls versetzt zum Momentanpol positioniert sein. Die Anlenkstellen können somit, in der Fahrzeugquerrichtung betrachtet, nicht in Flucht hintereinander ausgerichtet sein, sondern in der Fahrzeuglängsrichtung um einen Abstand voneinander beabstandet sein. In einer bevorzugten technischen Realisierung kann das radseitige Trägerteil des Radträgers über ein Drehlager auf dem radseitigen Drehteil abgestützt sein. Zudem kann in dem radseitigen Drehteil ein Radlager integriert sein. In dem Radlager ist ein Radnabenabschnitt eines, das Fahrzeugrad tragenden Radflansches drehbar gelagert. In diesem Fall trägt das radseitige Trägerteil nur noch den Bremssattel und gegebenenfalls den Antriebsmotor für das radseitige Drehteil. Dadurch wird die Lagerstelle zwischen dem radseitigen Drehteil und dem radseitigen Trägerteil aus dem Radkraftfluss genommen und kräftemäßig entlastet. Dies führt dazu, dass nur noch drei Lagerstellen in Serie im Radkraftfluss geschaltet sind. Die vierte Lagerstelle, das heißt das Drehlager zwischen dem radseitigen Trägerteil und dem radseitigen Drehteil, kann dagegen kleiner ausgelegt sein, da die auf dieses Drehlager einwirkenden Kräfte und Momente von zum Beispiel der Bremsanlage sehr viel geringer ausfallen. Weiterhin erhöht sich durch den Wegfall der vierten Lagerstelle aus dem Radkraftfluss die Sturzsteifigkeit des Lagerverbundes, wodurch die verbleibenden Lagerstellen bei gleichbleibender Sturzsteifigkeit wieder kleiner ausgeführt werden können. In Summe reduziert sich - im Vergleich zum Stand der Technik - der Bauraumbedarf sowie das Bauteilgewicht der Vorrichtung beträchtlich.

Bevorzugt kann das radseitige Trägerteil radial außerhalb des radseitigen Drehteils angeordnet sein, wodurch die Vorrichtung in Axialrichtung besonders kompakt gestaltet werden kann. In diesem Fall kann das Trägerteil über eine radial innere Lagermantelfläche unter Zwischenschaltung des Drehlagers auf einer radial äußeren Lagermantelfläche des radseitigen Drehteils abgestützt sein.

Das achsseitige Drehteil und das radseitige Drehteil kann jeweils mit einem Antriebsmotor trieblich verbunden sein. Bevorzugt können die Drehteile jeweils Bestandteile eines Zahnradtriebs sein, bei dem der Elektromotor über eine Zahnradstufe das achsseitige und/oder radseitige Drehteil antreibt. Bei gleichsinnigen oder gegensinnigen Verdrehung der Drehteile erfolgt eine Verschwenkung des Trägerteils um einen vorgegebenen Spur- und/oder Sturzwinkel. Eine besonders bauraumsparende Anordnung ergibt sich, wenn das radseitige Drehteil einen Zahnradabschnitt aufweist, der Bestandteil des oben erwähnten Zahnradtriebs ist und in Axialrichtung betrachtet zwischen der Trägerteil-Abstützstelle und der Schrägfläche des radseitigen Drehteils angeordnet ist. Um eine fertigungstechnisch einfache Einbindung der Vorrichtung in einer herkömmlichen Radaufhängung zu ermöglichen, kann der Radträger ein achsseitiges Führungsteil aufweisen. Am achsseitigen Führungsteil können die Lenker der Radaufhängung des Fahrzeugs angelenkt sein. Zudem kann das Führungsteil bewegungsentkoppelt, das heißt über ein Drehlager auf dem achsseitigen Drehteil abgestützt sein. Das Führungsteil kann, ähnlich wie das radseitige Trägerteil, radial außerhalb des achsseitigen Drehteils angeordnet sein. In diesem Fall kann das Führungsteil über eine radial innere Lagerstelle auf dem achsseitigen Drehteil abgestützt sein. Die vorstehend erläuterten und/oder in den Unteransprüchen wiedergegebenen vorteilhaften Aus- und/oder Weiterbildungen der Erfindung können - außer zum Beispiel in den Fällen eindeutiger Abhängigkeiten oder unvereinbarer Alternativen - einzeln oder aber auch in beliebiger Kombination miteinander zur Anwendung kommen.

Die Erfindung und ihre vorteilhaften Aus- und Weiterbildungen sowie deren Vorteile werden nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen: Fig. 1 eine Prinzipdarstellung der Vorrichtung zum Verstellen von Spur- und Sturzwinkel eines Kraftfahrzeugrades;

Fig. 2 in einem Halbschnitt die obere Hälfte der Vorrichtung in einer gegenständlichen Ausführung;

Fig. 3 im Vollschnitt die Vorrichtung mit angebautem Fahrzeugrad;

Fig. 4 Schnittdarstellung entlang der Schnittebene l-l aus der Fig.

Fig. 5a und 5b den Radträger jeweils in einer Ansicht von oben und in einer

Ansicht von hinten; und

Fig. 6 bis 9 jeweils Prinzipdarstellungen unterschiedlicher Koppelanordnungen zwischen dem radseitigen Trägerteil und dem achsseitigen Führungsteil des Radträgers. In der Fig. 1 ist zum einfacheren Verständnis der Erfindung eine grob schematische Darstellung eines nicht von der Erfindung umfassten, aus dem Stand der Technik bekannten Radträgers 1 eines Fahrzeugrads 13 gezeigt.

Der Radträger 1 weist ein Trägerteil 3 auf, in dem ein Radflansch 5 mit seinem Nabenabschnitt 7 drehbar in einem Radlager 12 gelagert ist. Am Radflansch 5 ist eine Bremsscheibe 11 sowie ein Fahrzeugrad 13 mit seiner Felge montiert. Die Bremsscheibe 11 ist zusammen mit einem am Trägerteil 3 montierten Bremssattel 15 Bestandteil einer Bremsanlage. Durch den Radträger 1 hindurch ist eine, das Fahrzeugrad 13 antreibende Gelenkwelle geführt, an dessen Gleichlaufgelenk (nur in den Fig. 2 bis 4 mit Bezugsziffer 9 gezeigt) eine ebenfalls nicht dargestellte Zentralschraube eingeschraubt ist, mit der über die Radnabe 5 und das Gleichlaufgelenk 9 das Radlager 12 verspannt wird. Ferner weist der Radträger 1 ein Führungsteil 17 auf, an dem in der Fig. 1 beispielhaft ein Lenker 19 der Radaufhängung angelenkt ist. Zwischen dem Trägerteil 3 und dem Führungsteil 17 sind als Stellelemente zwei Drehteile 21 , 23 vorgesehen. Das Drehteil 21 ist unter Bildung einer Drehteil-Achse 20 an einer Lagerstelle 32 drehbar mit dem Trägerteil 3 verbunden. Das Drehteil 23 ist unter Bildung der Drehachse 22 an einer Lagerstelle 35 mit dem Führungsteil 17 verbunden. In der Fig. 1 sind die beiden Drehteile 21 , 23 über plane Schrägflächen 25, 27 zueinander in Gleitlagerung und über eine Drehachse 24 verdrehbar miteinander verbunden. Die Drehachse 24 ist in der Fig. 1 senkrecht zu den Schrägflächen 25, 27 sowie in einem definierten Winkel zur Drehachse 22 des achsseitigen Drehteils 23 geneigt ausgerichtet.

In der Fig. 1 ist beispielhaft die Drehteil-Achse 20 lageidentisch mit der Radachse. In Abkehr davon kann jedoch das Drehteil 21 nicht koaxial zur Radachse angeordnet sein, sondern können die Drehteil-Achse 20 und die Radachse zueinander schräggestellt sein.

Sowohl am Trägerteil 3 als auch am Führungsteil 17 ist jeweils ein " elektrischer Stellmotor 29 vorgesehen, der mit den Drehteilen 21 , 23 über Zahnradtriebe 30 trieblich verbunden ist. Mittels der Stellmotoren 29 können die beiden Drehteile 21 , 23 gleichsinnig oder gegensinnig in beide Drehrichtungen verdreht werden, wodurch das Trägerteil 3 relativ zum Führungsteil 17 eine Schwenkbewegung oder Taumelbewegung um einen Momentanpol MP (Fig. 2 bis 5) ausführt und so den Spurwinkel und/oder den Sturzwinkel des Fahrzeugrads 13 entsprechend verändert. In der Fig. 1 ist also zwischen dem radseitigen Trägerteil 3 und dem radseitigen Drehteil 21 die Lagerstelle 32 gebildet, zwischen den beiden Drehteilen 21 , 23 die Lagerstelle 31 , bestehend aus den beiden Schrägflächen 25, 27, sowie zwischen dem achsseitigen Drehteil 23 und dem Führungsteil 17 eine weitere Lagerstelle 35 gebildet.

In der Fig. 2 ist der erfindungsgemäße Radträger 1 gezeigt. Im Unterschied zur Fig. 1 sind die beiden Drehteile 21 , 23 nicht mehr über plane Schrägflächen 25, 27 in Anlage, um die schräggestellte Drehachse 24 zu definieren, sondern an einer Drehlagerstelle 31.

Zudem ist in der Fig. 2 das Radlager 12 nicht mehr unmittelbar im radseitigen Trägerteil 3 integriert, sondern vielmehr unmittelbar innerhalb des radseitigen Drehteils 21. In der Fig. 2 sind die Lageraußenbahnen und die Lagerinnenbahnen des Radlagers 12 rein exemplarisch unmittelbar im Innenumfang des radseitigen Drehteils 21 sowie unmittelbar im Außenumfang des Nabenabschnittes 7 des Radflansches 5 eingearbeitet. Entsprechend dient in der Fig. 2 das radseitige Drehteil 21 in Doppelfunktion auch als ein äußeres Lagergehäuse des Radlagers 12. Am Außenumfang des radseitigen Drehteils 21 ist in Fahrzeugquerrichtung y außen das Trägerteil 3 über eine Lagerstelle 43 radial außen auf dem radseitigen Drehteil 21 abgestützt. Die Lagerstelle 43 muß so ausgelegt sein, dass Kippmomente aufgenommen werden können.

In Abkehr von der Fig. 2 kann in einer technischen Umsetzung das Radlager 12 demontierbar ausgeführt sein, und zwar mit einem radial äußeren Lagergehäuse, das demontierbar, das heißt zum Beispiel im Presssitz oder durch Verschraubung, am Innenumfang des Drehteils 21 montiert ist, und/oder mit einem radial inneren Lagergehäuse, das am Außenumfang der Radnabe 5 montierbar ist. Wie aus der Fig. 2 weiter hervorgeht, sind die Lagerstelle 43 sowie die Drehlagerstelle 31 rein exemplarisch an axial gegenüberliegenden Seiten des Drehteils 21 ausgebildet, wobei dazwischen ein Zahnradabschnitt 47 positioniert ist, der Bestandteil des Zahnradtriebs 30 (Fig. 1) ist.

Das achsseitige Führungsteil 17 ist - analog zum radseitigen Trägerteil 3 - an einem Drehlager 51 radial außen auf dem achsseitigen Drehteil 23 abgestützt. Im weiteren Verlauf in der Fahrzeugquerrichtung y nach innen ist am Außenumfang des achsseitigen Drehteils 23 beispielhaft ein weiterer Zahnradabschnitt 55 angeformt, der ebenfalls Bestandteil des Zahnradtriebs 30 ist. Der Zahnradabschnitt 55 des achsseitigen Drehteils 23 ist in einem Ringraum 57 positioniert, der in der Fahrzeugquerrichtung y nach außen durch das Drehlager 51 begrenzt ist und nach innen durch eine Ringdichtung 59 begrenzt ist, die zwischen dem Führungsteil 17 und dem achsseitigen Drehteil 23 angeordnet ist.

Erfindungsgemäß trägt das radseitige Trägerteil 3 - neben zum Beispiel einer elektronischen Parkbremse - nur noch den Bremssattel 15 sowie den Antriebsmotor 29 für das radseitige Drehteil 21 , jedoch nicht mehr das Radlager 12. Dadurch wird speziell das zwischen dem Trägerteil 3 und dem radseitigen Drehteil 21 angeordnete Drehlager 43 aus dem Radkraftfluss genommen. Dies führt dazu, dass bezogen auf die auftretenden Radkräfte nur noch drei Lagerstellen in Serie geschaltet sind, und zwar das Radlager 12, das Drehlager 31 sowie das Stützlager 51 , nicht jedoch die Lagerstelle 43, an der das Trägerteil 3 auf dem radseitigen Drehteil 21 abgestützt ist. Von daher kann die auf dem radseitigen Drehteil 21 sitzende Lagerstelle 43 wesentlich kleiner ausgelegt sein, da die dort einwirkenden Radkräfte und -momente sehr viel geringer ausfallen. Durch Wegfall der Lagerstelle 43 aus dem Radkraftfluss erhöht sich zudem die Sturzsteif ig keit des Lagerverbundes, wodurch die verbleibenden Lager, das heißt das Radlager 12, das Drehlager 31 sowie das Stützlager 51 , bei - im Vergleich zum Stand der Technik - gleichbleibender Sturzsteifigkeit kleiner ausgelegt werden können.

Zwischen dem Trägerteil 3 und dem Führungsteil 17 ist in der Fig. 2 eine Koppelstange 61 montiert. Diese wirkt als ein Drehmomentübertragungselement, über das Drehmomente, insbesondere ein Bremsmoment und/oder Motorenmomente des äußeren Drehantriebs 29, vom Trägerteil 3 zum Führungsteil 17 übertragbar ist, und zwar unter Überbrückung der achs- und radseitigen Drehteile 21 , 23. Die Koppelstange 61 ist beispielhaft radial außerhalb einer umlaufenden Gummimanschette 63 angeordnet, die die Drehteile 21 , 23 und deren Lagerstellen schmutzdicht abdichtet.

Die Koppelstange 61 ist mit ihren Anlenkstellen K1 und K2 so am radseitigen Trägerteil 3 und am achsseitigen Führungsteil 17 positioniert, dass sich bei einem Bremsvorgang eine gerichtete Kraftkomponente F (Fig. 3 oder 4) ergibt, mit der das radseitige Trägerteil 3 beaufschlagbar ist.

Beim Bremsvorgang wirken Kräfte und Momente auf das Fahrzeugrad 13, von denen in der Fig. 4 beispielhaft eine Bremskraft-Längskomponente F B,X hervorgehoben ist. Die Bremskraft-Längskomponente F B , X wirkt auf die Radmitte R M , die in der Fig. 4 um einen Hebelarm vom Momentanpol MP beabstandet ist, wodurch ein Längsmoment M B,X erzeugt wird, das das Fahrzeugrad 13 in Richtung Nachspur drückt. Das Längsmoment M BlX wird über den Nabenabschnitt 7 des Radflansches 5 sowie über das Radlager 12 bis auf das radseitige Drehteil 21 übertragen.

Zudem greift beim Bremsvorgang am Fahrzeugrad 13 (Hinterrad) aufgrund des Bremsnickausgleichs eine in der Fig. 3 angedeutete, nach oben gerichtete Bremskraft-Vertikalkomponente F B z an, wodurch ein Vertikalmoment M B z erzeugt wird, das zu einer Sturzmomentänderung am Aktor führt. Diese exemplarisch in den Fig. 3 oder 4 hervorgehobenen Momente M B,X und M B ,z summieren sich (gegebenenfalls zusammen mit noch anderen, beim Bremsvorgang auftretenden Momenten) zu einem Gesamt- Fahrzeugradmoment M Re if e n auf, das -als ein Reaktionsmoment auf die Drehteile 21 , 23 einwirkt. Das Gesamt-Fahrzeugradmoment M Reifen kann, muß aber nicht zwangsläufig identisch mit dem Reaktionsmoment sein, das unmittelbar den Drehantrieb der Drehteile 21 , 23 beaufschlagt. Vielmehr kann das Reaktionsmoment auch vom Gesamt-Fahrzeugradmoment M Re if e n unterschiedlich sein. Dies hängt zum Beispiel von den aktuellen Drehpositionen der Drehteile, von der aktuellen Lage der zwischen den Drehteilen gebildeten Schrägebene und/oder der Aktoreigenübersetzung ab.

Damit das auf die Drehteile 21 , 23 einwirkende Reaktionsmoment nicht zu einer unbeabsichtigten Drehbewegung der Drehteile 21 , 23 führt, erfolgt im Stand der Technik eine dazu korrespondierende Gegensteuerung des Zahnradtriebes 30 des radseitigen und/oder des achsseitigen Drehteils 21 ,23.

Im Unterschied dazu wird erfindungsgemäß beim Bremsvorgang mittels der Koppelstange 61 das Gesamt-Fahrzeugradmoment M Re ifen in die gerichtete Kraftkomponente F umgewandelt, mit der sich die Koppelstange 61 beim Bremsvorgang gegen das radseitige Trägerteil 3 verstemmt, das heißt das radseitige Trägerteil 3 wird an der radseitigen Anlenkstelle K2 der Koppelstange 61 mit der gerichteten Kraftkomponente F beaufschlagt, wodurch ein Gegenhaltemoment M Ko ppei erzeugt wird, das dem Gesamt- Fahrzeugradmoment M Re ifen so entgegenwirkt, dass die Reaktionsmomente auf die Drehteile 21 , 23 möglichst gering sind.

Die genaue Lage der Anlenkstellen K1 , K2 der Koppelstange 61 hängt von den geometrischen Gegebenheiten des Radträgers ab und kann unter Zuhilfenahme der Fachliteratur (etwa das Fachbuch „Gelenke und Gelenkwellen" von Schmelz, Seherr-Thoss, Aucktor) berechnet werden. Beispielhaft können die Positionen der Anlenkstellen K1 , K2 der Koppelstange 61 so bestimmt werden, dass im kompletten Bewegungsraum des Fahrzeugrads 13, das heißt zum Beispiel in einem Spurwinkelbereich von ± 6,5° und in einem Sturzwinkelbereich zwischen -5° und +2,5°, das beim Bremsvorgang auf die Drehteile 21 , 23 einwirkende, verbleibende Moment möglichst gering ist. Das verbleibende Moment berechnet sich aus der Differenz zwischen dem von der Koppelstange 61 ausgeübten Gegenhaltemoment M Ko ppei und dem oben erwähnten Gesamt- Fahrzeugradmoment M Rei fen, und zwar unter Berücksichtigung einer Aktoreigenübersetzung im Betriebspunkt für die jeweilige Kraftkomponente.

Entscheidend bei der Positionierung der Koppelstangen-Anlenkstellen K1 , K2 sind deren Abstände zum Momentanpol MP in den Raumrichtungen x, y, z, wie es in den Fig. 5a und 5b verdeutlicht ist. Demnach sind die Anlenkstellen K1 , K2 in der Fahrzeugquerrichtung y betrachtet mit Abständen Ay^ Δν 2 innerhalb des Momentanpols MP positioniert. Zudem sind die Anlenkstellen K1 , K2 in der Fahrzeuglängsrichtung x betrachtet um Abstände Δχ ( Δχ 2 vor und hinter dem Momentanpol MP positioniert. In der Fahrzeughochrichtung z sind die Anlenkstellen K1 , K2 um Abstände Δζ 2 außerhalb (das heißt in der Fig. 5b oberhalb) des Momentanpols MP positioniert. Wie aus den Fig. 5a und 5b weitere hervorgeht, sind die Anlenkstellen K1 und K2 der Koppelstange 61 , in der Fahrzeugquerrichtung y betrachtet, nicht in Flucht hintereinander ausgerichtet, sondern in der Fahrzeuglängsrichtung x um einen Abstand voneinander beabstandet.

In den folgenden Fig. 6 bis 9 sind grob vereinfacht Ersatzbilder gezeigt, die weitere Varianten des Drehmomentübertragungselementes 61 veranschaulichen. Demzufolge können gemäß der Fig. 6 nicht nur eine einzige Koppelstange, sondern vielmehr insgesamt bis zu vier Koppelstangen vorgesehen sein, die umfangsverteilt um die Radachse angeordnet sind und an radseitigen und achsseitigen Koppelstellen K1 und K2 angelenkt sind. Die Koppelstellen K1 und K2 liegen in der Fahrzeugquerrichtung y betrachtet allesamt auf einer Kreislinie 65, die beispielhaft die Außenkontur eines - im Vergleich zu den Koppelstangen wesentlich bauraumintensiveren - Kardanrings eines Kardangelenkes wiedergibt, wie es beispielhaft in der DE 10 2009 058 489 A1 zwischen dem radseitigen Trägerteil und dem achsseitigen Führungsteil 17 angeordnet ist.

In der Fig. 7 sind beispielhaft insgesamt drei Koppelstangen 61 vorgesehen, von denen sich zwei Koppelstangen 61 geradlinig erstrecken, während die dritte Koppelstange 61 zum Beispiel bauraumbedingt einen S-Schlag aufweist. In der Fig. 8 ist lediglich eine Koppelstange 61 gezeigt, deren Positionierung im Wesentlichen der Koppelstangen-Positionierung in den Fig. 2 bis 5 entspricht. In der Fig. 9 ist das Drehmomentübertragungselement 61 nicht durch eine Koppelstange gebildet, sondern vielmehr durch Koppelglieder, die nur auf Zug beanspruchbar sind, zum Beispiel Ketten oder Zugbänder.