Mylaeus, Ulrich (Rubinsteinstrasse 23, M�nchen, D-81245, DE)
Kistner, Bernhard (Am Br�ndl 4, P�cking, D-82343, DE)
Hell, Wilhelm (Lilienthalstrasse 10, Mering, D-86415, DE)
Bielefeld, Detlef (Klugstrasse 29, M�nchen, D-80638, DE)
Mylaeus, Ulrich (Rubinsteinstrasse 23, M�nchen, D-81245, DE)
Kistner, Bernhard (Am Br�ndl 4, P�cking, D-82343, DE)
Hell, Wilhelm (Lilienthalstrasse 10, Mering, D-86415, DE)
| 1. | Vorrichtung zum Ändern der Bewegungsrichtung von flachem, rechtecki¬ gem Blattgut, wie z. B. Belege oder Banlαrvoten, mit einer ersten Transportstrecke (100) zum Antransport des Blattguts (10) mit jeweils einem Abstand (D) zwischen zwei einzelnen Blättern und einer zweiten Transportstrecke (200) zum Weitertransport des Blatt¬ guts (10), die rechtwinkelig zur ersten Transportstrecke (100) ange¬ ordnet ist, mindestens einer Abzugseinrichtung (300), mittels der das Blattgut (10) ohne Lageänderung in einem Abzugsbereich aus der ersten Transportstrecke (100) in die zweite Transportstrecke (200) abgezogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Abzugseinrichtung (300) das Blattgut (10) direkt mittels des Transportmediums (201) der zweiten Transportstrecke (200) abzieht. |
| 2. | Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Trans¬ portmedium (201) ein elastischer Riemen ist. |
| 3. | Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abzugs¬ einrichtung (300) mindestens ein Querabzugsrad (301) aufweist, um das das Transportmedium (201) der zweiten Transportstrecke (200) umgelenkt wird. |
| 4. | Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Querab¬ zugsräder (301) an mindestens einem Hebel (302) angeordnet sind, der um einen Drehpunkt (303) drehbar ist. |
| 5. | Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hebel (302) mittels mindestens eines Stellgliedes (304) aus einer Ruheposition in eine Abzugsposition bewegt werden. |
| 6. | Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dreh¬ punkte (303) der Hebel (302) jeweils auf der Winkelhalbierenden (W) zwi¬ schen Leertrum (Si) und Lasttrum (S2) des Transportmediums (201) in der Ruheposition liegen. |
| 7. | Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dreh¬ punkte (303) der Hebel (302) jeweils auf der Winkelhalbierenden (W) zwi¬ schen Leertrum (S'i) und Lasttrum (S'2) des Transportmediums (201') in der Abzugsposition liegen. |
| 8. | Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dreh¬ punkte (303) der Hebel (302) jeweils auf dem Schnittpunkt der Winkelhalbie¬ renden (W) zwischen Leertrum (S ) und Lasttrum (S2) des Transportmedi¬ ums (201) in der Ruheposition und der Winkelhalbierenden (W) zwischen Leertrum (SS) und Lasttrum (S'2) des Transportmediums 201' in der Ab zugsposition liegen. |
| 9. | Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Stellglied (304) einen Hubmagneten aufweist. |
| 10. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuerung vorgesehen ist, die den Abzugszeitpunkt der Abzugs¬ einrichtung (300) steuert. |
| 11. | Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß ein Takt¬ geber vorgesehen ist und die Steuerung den Abzugszeitpunkt abhängig vom Takt des Taktgebers wählt. |
| 12. | Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß in der er¬ sten Transportstrecke (100) ein Positionssensor für die Vorderkanten und/ oder Hinterkanten des Blattguts (10) vorgesehen ist und die Steuerung den Abzugszeitpunkt abhängig vom Signal des Positionssensors wählt. |
| 13. | Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Steue¬ rung den Abzugszeitpunkt mittels eines mechanischen Koppelgestänges steuert. |
| 14. | Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Transportstrecke (100) und die zweite Transportstrecke (200) von minde¬ stens einem Antrieb angetrieben wird, wobei die Transportgeschwindigkeit (V2) der zweiten Transportstrecke (200) größer oder gleich ist dem Produkt aus der Transportgeschwindigkeit (V.) der ersten Transportstrecke (100) und der Breite (B) eines Blattes geteilt durch den Abstand (D) zwischen zwei Blät tern. |
| 15. | Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Transportstrecke (100) mit einer Transportgeschwindigkeit (Vi) und die zweite Transportstrecke (200) mit einer Transportgeschwindigkeit (V2) von mindestens einem Antrieb angetrieben wird, wobei der Abstand (Dopt) zwi¬ schen zwei Blättern größer oder gleich dem Produkt der Breite (Bi) des er¬ sten Blattes der beiden Blätter und der Transportgeschwindigkeit (V.) der ersten Transportstrecke (100) geteilt durch die Transportgeschwindigkeit (V2) der zweiten Transportstrecke (200) ist. |
| 16. | Vorrichtung zum Ändern der Bewegungsrichtung von flachem, rechtek kigem Blattgut, wie z. B. Belege oder Banknoten, mit einer ersten Transportstrecke (100) zum Antransport des Blattguts (10) mit jeweils einem Abstand (D) zwischen zwei einzelnen Blättern und einer zweiten Transportstrecke (200) zum Weitertransport des Blatt¬ guts (10), die rechtwinkelig zur ersten Transportstrecke (100) ange¬ ordnet ist, mindestens einer Abzugseinrichtung (300), mittels der das Blattgut (10) ohne Lageänderung in einem Abzugsbereich aus der ersten Transportstrecke (100) in die zweite Transportstrecke (200) abgezogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Transportstrecke (100) eine Weiche (104) aufweist, mit der das Blattgut (10) entweder in eine obere oder eine untere erste Teilstrecke (110, 120) geleitet wird, die das Blattgut (10) jeweils in den Abzugsbereich mindestens einer Abzugseinrichtung (310, 320) trans¬ portieren. |
| 17. | Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Blatt gut im Abzugsbereich von der oberen und unteren ersten Teilstrecke (HO, in dieselbe Richtung tiansportiert wird. |
| 18. | Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Blatt¬ gut im Abzugsbereich von der oberen und unteren ersten Teilstrecke (HO, 120) in entgegengesetzter Richtung transportiert wird. |
| 19. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeich¬ net, daß die ersten Teilstrecken (110, 120) die gleiche Länge aufweisen. |
| 20. | Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Transportstrecke (200) eine obere und eine untere zweite Teilstrecke (210, 220) aufweist, mittels denen das von der Abzugseinrichtung (310, 320) im Abzugsbereich der entsprechenden Teilstrecke (110, 120) der ersten Trans portstrecke (100) abgezogene Blattgut (10) in eine gemeinsame zweite Trans¬ portstrecke (200) transportiert wird. |
| 21. | Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die obere als auch die untere erste Teilstrecke (110, 120) eine rechte und eine linke Abzugseinrichtung (310, 320, 330, 340) aufweisen, die das Blattgut ent¬ weder nach links oder rechts rechtwinkelig aus dem Abzugsbereich abzie¬ hen. |
| 22. | Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Transportstrecke (200) eine obere rechte, eine obere linke, eine untere rechte und eine untere linke zweite Teilstrecke (210, 220, 230, 240) aufweist, mittels denen das von der rechten bzw. linken Abzugseinrichtung (310, 320, 330, 340) im Abzugsbereich der entsprechenden Teilstrecke (110, 120) der ersten Transportstrecke (100) abgezogene Blattgut (10) in eine gemeinsame zweite Transportstrecke (200) transportiert wird. |
| 23. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 22, dadurch gekennzeich¬ net, daß die entsprechenden zweiten Teilstrecken (210, 220, 230, 240, 250, 260) jeweils die gleiche Länge aufweisen. |
| 24. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 22, dadurch gekennzeich¬ net, daß die Abzugseinrichtungen (310, 320, 330, 340) das Blattgut (10) direkt mittels des Transportmediums (211, 222, 232, 242) der zweiten Teilstrecken (210, 220, 230, 240) abziehen. |
| 25. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 22, dadurch gekennzeich¬ net, daß eine Steuerung vorgesehen ist, die die Abzugseinrichtungen (310, 320, 330, 340) und den Abzugszeitpunkt in den jeweiligen Abzugseinrich¬ tungen (310, 320, 330, 340) steuert und koordiniert. |
| 26. | Vorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Steue¬ rung zur Koordination der Abzugseinrichtungen (310, 320, 330, 340) und des Abzugszeitpunkts in den jeweiligen Abzugseinrichtungen (310, 320, 330, 340) die Lage des Blattguts (10) in der ersten Transportstrecke (100) auswertet. |
Blatt ut
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ändern der Bewegungsrich- tung von flachem, rechteckigen Blattgut, wie z.B. Belege oder Banknoten gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Derartige Vorrichtungen weisen im allgemeinen eine erste Transportstrecke zum Antransport des Blattguts auf. In dieser ersten Transportstrecke werden die Blätter einzeln mit jeweils einem Abstand zwischen zwei Blättern trans¬ portiert. Weiterhin weisen derartige Vorrichtungen eine zweite Transport¬ strecke zum Weitertransport des Blattguts auf, die rechtwinklig zur ersten Transportstrecke angeordnet ist. Zum Abzug eines Blattes aus der ersten Transportstrecke in die zweite Transportstrecke ist eine Abzugseinrichtung vorgesehen, mittels der das Blattgut ohne Lageänderung in einem Abzugs¬ bereich abgezogen wird.
Derartige Vorrichtungen sind beispielsweise aus der DE-A- 4243986, der EP-A- 0 622316 und der EP-A- 0505 340 bekannt. In den dort beschriebenen Abzugseinrichtungen wird das Blattgut zunächst von einem Abzugskörper und einer entsprechenden Gegenrolle erfaßt und aus der ersten Transport¬ strecke abgezogen. Danach wird das Blattgut in die zweite Transportstrecke übergeben.
Nachteilig bei diesen Vorrichtungen ist es, daß die hier eingesetzten Ab¬ zugskörper durch das Bremsen des Blattguts in der ersten Transportstrecke und das Beschleunigen des Blattguts senkrecht zur Transportrichtung der ersten Transportstrecke einem hohen Verschleiß ausgesetzt sind, sodaß die Abzugskörper häufig ausgewechselt werden müssen. Weiterhin stellt die Übergabe des Blattguts durch den Abzugskörper in die zweite Transport¬ strecke eine potentielle Störungsquelle dar, da es insbesondere bei der Über-
gabe von Blattgut geringerer Qualität häufig zu Stauungen im Einlauf zur zweiten Transportstrecke kommen kann.
Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, eine Vorrichtung zum Ändern der Bewegungsrichtung von flachem, rechteckigen Blattgut vorzuschlagen, die trotz Verschleiß mit hoher Standzeit arbeitet und das Blattgut auch bei hohen Transportgeschwindigkeiten sicher von einem Transportsystem in das andere übergibt.
Die Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs angegebenen Merkmale gelöst.
Das Wesentliche der Erfindung besteht darin, daß die Abzugseinrichtung das Blattgut direkt mittels des Transportmediums der zweiten Transport- strecke abzieht. Da die Länge des Transportmediums der zweiten Transport¬ strecke im allgemeinen wesentlich länger ist als der Umfang des Abzugskör¬ pers der bekannten Vorrichtungen, wird der Verschleiß, der beim Bremsen und beim Beschleunigen des Blattguts entsteht, wesentlich besser verteilt. Ein Austausch des Transportmediums aufgrund des Verschleißes ist somit wesentlich seltener notwendig, als ein entsprechender Austausch der Ab¬ zugskörper bei den bekannten Vorrichtungen. Weiterhin wird das Blattgut direkt vom Transportmedium der zweiten Transportstrecke fest gefaßt und kann ohne weitere Übergabestelle sicher transportiert werden, so daß sich die Problematik der Übergabe in die zweite Transportstrecke gemäß den bekannten Vorrichtungen nicht stellt.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtung werden die Trans¬ portmedien der zweiten Transportstrecke jeweils um ein Abzugsrad umge¬ lenkt. Die Abzugsräder sind an Hebeln angeordnet, die um einen Drehpunkt
drehbar sind. Mittels eines Stellgliedes können die Hebel aus einer Ruhepo¬ sition in eine Abzugsposition bewegt werden.
Um die auf die Hebel wirkenden Drehmomente gering zu halten, wird der Drehpunkt jeweils auf dem Schnittpunkt der Winkelhalbierenden zwischen Lasttrum und Leertrum des Transportmediums der zweiten Transportstrek- ke in der Ruheposition und der Winkelhalbierenden zwischen Lasttrum und Leertrum des Transportmediums der zweiten Transportstrecke in der Ab¬ zugsposition gewählt.
Weiterhin kann die erste Transportstrecke in zwei Teilstrecken au geteilt werden, in die das Blattgut mittels einer Weiche entsprechend gelenkt wer¬ den kann. In diesen Teilstrecken befindet sich jeweils mindestens eineAb- zugseinrichtung. Das abgezogene Blattgut wird dann in entsprechenden Teilstrecken der zweiten Transportstrecke weitertransportiert. Durch eine geeignete Anordnung der Teilstrecken kann z.B. der Durchsatz der Vorrich¬ tung erhöht werden. Alternativ dazu kann das Blattgut um eine oder zwei Achsen gewendet werden.
Weitere Vorteile und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie der Beschreibung der Ausführungsbeispiele anhand der Figuren.
Darin zeigen:
Fig. 1 Prinzipskizze einer Seitenansicht der bevorzugten Ausfüh¬ rungsform,
Fig. 2 Prinzipskizze einer Aufsicht der bevorzugten Ausführungs¬ form,
Fig. 3 Prinzipskizze des Funktionsablaufes der bevorzugten Aus- führungsform,
Fig. 4 Prinzipskizze zur Bestimmung des Drehpunktes,
Fig. 5 Prinzipskizze einer ersten Abzugsgeometrie,
Fig. 6 Diagramm der Transportgeschwindigkeiten in der ersten und zweiten Transportstrecke,
Fig. 7 Prinzipskizze einer zweiten Abzugsgeometrie,
Fig. 8 Prinzipskizze einer dritten Abzugsgeometrie,
Fig. 9 Prinzipskizze einer Seitenansicht einer Doppelabzugsvor¬ richtung,
Fig. 10 Prinzipskizze einer Seitenansicht einer Vierfachabzugsvor¬ richtung,
Fig. 11 Prinzipskizze möglicher Teilstrecken der ersten Transport- strecke,
Fig. 12 Prinzipskizze von möglichen Teilstrecken der zweiten
Transportstrecke und
Fig. 13 Prinzipskizze einer Lagesortiervorrichtung.
Die Fig. 1 zeigt die Prinzipskizze einer Seitenansicht gemäß einer bevorzug¬ ten Ausführungsform der Erfindung. Das Blattgut 10 wird im Abzugsbereich des ersten Transportsystems 100 mittels dem Transportmedium 101 des er¬ sten Transportsystems über eine Führungsplatte 20 transportiert. Das Blatt¬ gut 10 wird vom ersten Transportsystem 100 in eine Richtung senkrecht zur Bildebene transportiert.
Nach dem Abzug wird das Blattgut 10 vom zweiten Transportsystem 200 in Pfeilrichtung transportiert. Das zweite Transportsystem 200 ist senkrecht zur ersten Transportstrecke 100 angeordnet. Es besteht aus Transportmedien 201 und Transporträdern 202, über die das Transportmedium 201 geführt bzw. mit denen es angetrieben wird. Generell werden als Transportmedien bevor- zu t elastische Riemen verwendet.
Um das Blattgut 10 ohne Lageänderung im Abzugsbereich aus der ersten Transportstrecke 100 in die zweite Transportstrecke 200 abzuziehen, ist eine Abzugseinrichtung 300 vorgesehen, die ein Abzugsrad 301 aufweist, um das das Transportmedium 201 der zweiten Transportstrecke umgelenkt wird. Das Abzugsrad 301 ist an einem Hebel 302 angeordnet, der um einen Dreh¬ punkt 303 drehbar ist. Der Hebel 302 kann mittels eines Stellgliedes 304 aus der hier dargestellten Ruheposition in eine Abzugsposition bewegt werden. In der Abzugsposition wird das Blattgut 10 von dem um die Abzugsrolle 301 umgelenkten Transportmedium 201 und der Gegenrolle 305 erfaßt. Zusätz¬ lich wird das Transportmedium 201 durch eine Umlenkrolle 306 gestützt.
Die Fig. 2 zeigt eine Prinzipskizze einer Aufsicht der oben beschriebenen bevorzugten Ausführungsform. Die Transportrichtungen des ersten Trans-
portsystems 100 und des zweiten Transportsystems 200 sind durch entspre¬ chende Pfeile gekennzeichnet. Um das Blattgut 10 sicher abziehen zu kön¬ nen, weist die Abzugseinrichtung 300 hier beispielsweise fünf Abzugsräder 301 auf, um die jeweils ein Transportmedium 201 der zweiten Transport- strecke 200 umgelenkt wird. Die Hebel 302 sind alle um den gleichen Dreh¬ punkt 303 drehbar gelagert und werden simultan von einem Stellglied 304 aus einer Ruheposition in eine Abzugsposition oder umgekehrt bewegt.
Um die mögliche Angriffsfläche der Abzugseinrichtung 300 auf die Bankno- te 10 zu erhöhen, können bei Bedarf Transportmedien des ersten Transport¬ systems 100 im Abzugsbereich aufgetrennt oder umgelenkt werden. Bei¬ spielsweise ist hier das Transportmedium 102 der ersten Transportstrecke 100 aufgetrennt und wird über Umlenkräder 103 entsprechend umgelenkt.
Die Fig. 3 zeigt eine Prinzipskizze der Funktionsweise der bevorzugten Aus¬ führungsform in einer Seitenansicht. In der Fig. 3a wird das Blattgut 10 von der ersten Transportstrecke 100 in den Abzugsbereich der Abzugseinrich¬ tung 300 transportiert. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich das Abzugsrad 301 in der Ruheposition.
Wie in Fig. 3b gezeigt wird zu einem bestimmten Zeitpunkt, dessen Bestim¬ mung im folgenden noch erläutert wird, das Abzugsrad 301 in die Abzugs¬ position bewegt, so daß das Blattgut 10 von dem Transportmedium 201 der zweiten Transportstrecke 200 und der Gegenrolle 305 erfaßt wird. Beim Er- fassen des Blattgutes wird dieses abgebremst und in Transportrichtung des zweiten Transportsystems 200 beschleunigt. Der beim Bremsen bzw. beim Beschleunigen der Banknote am Transportmedium 201 entstehende Ver¬ schleiß, wird statistisch über das gesamte Transportmedium 201 verteilt. Da dieses beispielsweise im Vergleich mit dem Umfang des Abzugsrades 301
eine sehr große Länge aufweist und der Verschleiß gleichmäßig über das Transportmedium 201 verteilt wird, kann dieses relativ lange wartungsfrei benutzt werden.
Die Fig. 3c zeigt, wie das Blattgut 10 im Transportmedium 201 transportiert wird. Das Blattgut 10 wird hierbei zumindest einseitig von einem Trans¬ portmedium 201 transportiert, so daß das Blattgut 10 weder verknicken noch zerreißen kann. In dem Bereich des zweiten Transportsystems 200, in dem das Blattgut 10 lediglich von einem Transportmedium 201 transportiert wird, verhindern die Gegenrolle 305, die Umlenkrolle 306 bzw. die Füh¬ rungsplatte 20 Störungen beim Transport.
Die Fig. 4 zeigt, wie der Drehpunkt 303 des Hebels 302 gewählt wird, so daß die bei der Bewegung des Abzugsrades 301 von der Ruheposition in die Ab- zugsposition entstehenden Kräfte so gering wie möglich gehalten werden können. Da als Transportmedium 201 bevorzugt elastische Riemen verwen¬ det werden, resultieren die auftretenden Kräfte im wesentlichen aus der Zugspannung im Transportmedium 201. Um einen Abzug von ca. 10 Blät¬ tern pro Sekunde gewährleisten zu können, muß auf das Transportmedium 201 ein relativ hoher Zug ausgeübt werden, um beispielsweise Schwingun¬ gen des Transportmediums 201 beim Übergang von der Ruheposition in die Abzugsposition zu verhindern. Wird der Drehpunkt 303 ungünstig gewählt, so bewirken die durch den Zug des Transportmediums 201 entstehenden Kräfte ein großes Drehmoment auf den Hebel 302, welches wiederum durch das Stellglied 304 kompensiert werden muß. Dies hat wiederum zur Folge, daß das Stellglied 304 entsprechend groß ausgelegt werden muß.
Zur Bestimmung des optimalen Drehpunkts 303 wird zunächst in der Ruhe¬ position die Winkelhalbierende W des Winkels zwischen den Schenkeln Si
und S2 bestimmt. Die Schenkel Si und S 2 werden durch das Leertrum bzw. Lasttrum des Transportmediums 201 festgelegt. Das Leertrum bildet hierbei der Teil des Transportmediums 201 zwischen dem Berührungspunkt der Abzugsrolle 301 und dem Berührungspunkt mit der Umlenkrolle 307. Das Lasttrum stellt der Teil des Transportmediums 201 zwischen dem Berüh¬ rungspunkt der Abzugsrolle 301 und dem Berührungspunkt der Umlenkrol¬ le 306 dar. In einem zweiten Schritt wird die Winkelhalbierende W' des Winkels zwischen den Schenkeln Si' und S2' bestimmt. Die Schenkel Si' und S 2 ' werden hierbei analog durch das Leertrum bzw. Lasttrum des Trans- portmediums 201' in der Abzugsposition definiert.
Der optimale Drehpunkt 303 wird nun durch den Schnittpunkt der Winkel¬ halbierenden W und W' festgelegt. Durch diese Wahl des Drehpunkts 303 ist gewährleistet, daß sich die Kräfte, die durch den Zug im Lasttrum bzw. Leertrum des Transportmediums 201 entstehen, so kompensieren, daß we¬ der in der Ruheposition noch in der Abzugsposition ein Drehmoment auf den Hebel 302 wirkt. Vorteil dieser Ausführungsform ist es, daß die Bewe¬ gung des Abzugsrades 301 von der Ruheposition in die Abzugsposition mit geringer Krafteinwirkung durch das Stellglied 304 erzielt werden kann, so daß das Stellglied 304 entsprechend klein dimensioniert werden kann. Wei¬ terhin können kurze Schaltzeiten des Stellgliedes 304 zwischen der Ruhepo¬ sition und der Abzugsposition des Abzugsrades 301 erreicht werden.
Zur Bewegung des Abzugsrades 301 von der Ruheposition in die Abzugs- position weist das Stellglied 304 bevorzugt einen elektrisch ansteuerbaren Hubmagneten auf. Zudem wird in der Vorrichtung eine in den Figuren nicht dargestellte Steuerung vorgesehen, die den Abzugszeitpunkt der Abzugs¬ einrichtung 300 steuert. Beispielhaft sollen im folgenden einige Möglichkei¬ ten angegeben werden.
Wird in der Vorrichtung ein Taktgeber vorgesehen, der in regelmäßigen Zeitabständen ein Signal abgibt, so kann die Steuerung abhängig vom Takt dieses Taktgebers nach einer beliebigen, aber festgewählten Anzahl von Tak¬ ten das Abzugsrad 301 von der Ruheposition in die Abzugsposition bewe- gen und dort für eine bestimmte Anzahl von Takten halten. Diese Vorge¬ hensweise setzt jedoch voraus, daß auch die Banknoten 10 in einem regel¬ mäßigen Takt in den Abzugsbereich der Abzugseinrichtung 300 transportiert werden und daß das Stellglied 304 elektrisch ansteuerbar ist.
Gelangen die Blätter in unregelmäßigen Zeitabständen in den Abzugsbereich der Abzugseinrichtung 300, so kann in der ersten Transportstrecke 100 ein Positionssensor vorgesehen werden, der die Vorder- und/ oder Hinterkanten des Blattgutes 10 erkennt und ein Signal an die Steuerung überträgt, das die Anwesenheit bzw. Abwesenheit eines Blattguts 10 anzeigt. Abhängig vom Signal des Positionssensors kann nun die Steuerung den Abzugszeitpunkt wählen. Auch hier ist es notwendig, daß das Stellglied 304 elektrisch ansteu¬ erbar ist.
Will man eine elektrische Steuerung des Abzugszeitpunkt vermeiden, so kann die Steuerung des Abzugszeitpunkts beispielsweise mittels eines me¬ chanischen Koppelgestänges gesteuert werden. Ein solches Koppelgestänge kann beispielsweise über eine Kurbelstange im Antrieb der ersten Transport¬ strecke betätigt werden. Dies ist insbesondere dann möglich, wenn, wie oben beschrieben, lediglich geringe Kräfte zur Bewegung des Querabzugsrades 301 von der Ruheposition in die Abzugsposition notwendig sind.
Um Störungen beim Abzug des Blattgutes 10 zu vermeiden, ist es notwen¬ dig, daß das erste Blatt schon abgezogen ist, bevor das nachfolgende Blatt in den Abzugsbereich gelangt. Die dazu gehörige Abzugsgeometrie ist in der
Fig. 5 prinzipiell dargestellt. Die Fig. 5a zeigt, wie zwei Blätter mit jeweils einem Abstand D zwischen den einzelnen Blättern in der ersten Transport¬ strecke mit einer Transportgeschwindigkeit Vi transportiert werden. Das rechteckige Blattgut wird über seiner Länge L und seiner Breite B charakte- risiert. Um beim Abzug des ersten Blattgutes Überlappungen der beiden Blätter zu vermeiden, muß, wie in Fig. 5b dargestellt, das mit einer Ge¬ schwindigkeit V 2 abgezogene Blatt den Abzugsbereich schon verlassen ha¬ ben, bevor das nachfolgende Blatt von der ersten Transportstrecke 100 in den Abzugsbereich transportiert wird.
Weisen alle Blätter dieselbe Länge L und Breite B und denselben Abstand D zwischen zwei Blättern auf, lassen sich bei einem vorher festgelegten, ge¬ wünschten Durchsatz N der Vorrichtung Relationen für die Transportge¬ schwindigkeit Vi der ersten Transportstrecke 100 und der Transportge- schwindigkeit V 2 der zweiten Transportstrecke 200 herleiten. Bei vorgegebe¬ nem Durchsatz N gilt für die Transportgeschwindigkeit Vi der ersten Trans¬ portstrecke 100 die Relation Vi = N*(L+D). Um Überlappungen der beiden Blätter beim Abzug zu verhindern, muß die Transportgeschwindigkeit V 2 der zweiten Transportstrecke 200 größer oder gleich dem Produkt aus Transportgeschwindigkeit Vi der ersten Transportstrecke 100 und der Breite B des nachfolgenden Blattes geteilt durch den Abstand D zwischen diesen Blättern gewählt werden. Es gilt V 2 = V *B/D.
In Fig. 6 sind die Transportgeschwindigkeiten Vi und V 2 in Abhängigkeit vom Abstand D zwischen den Blättern aufgetragen. Wie oben ausgeführt, wächst die Transportgeschwindigkeit Vi linear mit dem Abstand D. Zur Vermeidung von Überlappungen muß die Transportgeschwindigkeit V 2 größer oder gleich der Kurve V 2 sein, d.h. die Transportgeschwindigkeit V 2 muß in dem grau markiertem Bereich liegen.
Als Zahlenbeispiel wurden N = 10 1/s, L = 0,2 m und B = 0,1 m gewählt. Wie man in der Fig. 6 erkennt, können für den Abstand D = 0,1 m die Geschwin¬ digkeiten Vi und V 2 gleich gewählt werden. Für kleinere Abstände D ist die Geschwindigkeit V 2 immer größer als die Geschwindigkeit Vi. Bei kleinerem Abstand D kann die Geschwindigkeit V 2 auch kleiner als die Geschwindig¬ keit Vi gewählt werden.
Für den Fall, daß nicht alle Blätter die gleiche Länge L und Breite B aufwei¬ sen, läßt sich, wie in Fig. 7 dargestellt, abhängig von der maximalen Länge L a des längsten abzuziehenden Blattgutes und der maximalen Breite des Bma des breitesten abzuziehenden Blattgutes ein hier schraffiert dargestellter Bereich der Länge L ma χ und der Breite Bmax für jedes Blattgut 10 vorsehen. Zwischen den Bereichen ist ein Abstand D analog zur Fig. 5 vorgesehen. In¬ nerhalb der schraffierten Bereiche können die einzelnen Blätter 10 prinzipiell beliebig angeordnet werden. Bevorzugt wird die rechte obere Ecke eines je¬ den Blattguts in der rechten oberen Ecke des jeweiligen Bereichs angeordnet.
Die oben angegebenen Relationen für die Transportgeschwindigkeit Vi der ersten Transportstrecke 100 und der Transportgeschwindigkeit V 2 der zwei- ten Transportstrecke 200 gelten hier analog. Die Länge L entspricht dabei der Länge Lmax und die Breite B entspricht der Breite Bmax.
Eine weitere Möglichkeit zum Abziehen von Blätter unterschiedlicher Größe ist in Fig. 8 gezeigt und besteht darin, bei vorgegebener Transportge- schwindigkeit Vi der ersten Transportstrecke 100 und Transportgeschwin¬ digkeit V 2 der zweiten Transportstrecke 200 den Durchsatz N der Vorrich¬ tung, der die Anzahl der abgezogenen Blätter pro Sekunde angibt, durch Anpassung des Abstandes D zwischen zwei Blättern zu optimieren. Hierzu wird beispielsweise bei der Vereinzelung des Blattguts 10 die Breite Bi des
Blattguts detektiert und aus der Transportgeschwindigkeit Vi und V 2 sowie der detektierten Breite Bi ein optimaler Abstand D op t bestimmt. Dieser ergibt sich als D op t = Bι*Vι/ V 2 . Das dem detektierten Blattgut nachfolgende Blatt¬ gut wird so vereinzelt, daß zwischen den beiden Blättern der optimale Ab- stand D op t eingehalten ist. Der Durchsatz N der Vorrichtung ist somit nicht konstant sondern hängt von den unterschiedlichen Längen und Breiten der einzelnen Blätter ab.
Sollte der optimale Abstand D op t aufgrund der Parameter kleiner sein als ein für den reibungsfreien Betrieb der Vorrichtung notwendiger minimaler Ab¬ stand Dmin so kann der optimale Abstand Dopt durch den minimalen Abstand Dmύ*. ersetzt werden. Der minimale Abstand Dπun kann beispielsweise durch Weichen im Transportsystem bestimmt werden, die abhängig von der Transportgeschwindigkeit im Transportsystem einen gewissen Abstand zwi- sehen zwei Blättern für einen sicheren Eingriff einer Weiche zwischen diesen Blättern benötigen.
Die Fig. 9 zeigt eine Prinzipskizze einer Seitenansicht einer Doppelabzugs¬ vorrichtung, bei der die erste Transportstrecke eine Weiche aufweist, mit der das Blattgut entweder in eine obere erste Teilstrecke 110 oder eine untere erste Teilstrecke 120 geleitet wird. Die Teilstrecken 110 und 120 sind analog zum ersten Transportsystem 100 aufgebaut. Sie weisen jeweils Transport¬ medien 111, 121 auf, die das Blattgut 10 über eine Führungsplatte 20, 30 transportieren. Weiterhin ist jeweils eine Abzugseinrichtung 310, 320 vorge- sehen, die das Blattgut aus einem oberen bzw. unteren Abzugsbereich abzie¬ hen. Die Abzugseinrichtungen 310, 320 sind analog zur Abzugseinrichtung 300 der Fig. 1 aufgebaut. Sie weisen jeweils ein Abzugsrad 311, 321, das an jeweils einem um einen Drehpunkt 313, 323 drehbaren Hebel 312, 322 ange¬ bracht ist. Die Hebel 312, 322 werden jeweils über Stellglieder 314, 324 aus
einer Ruheposition in eine Abzugsposition bewegt. Zudem weisen die Ab¬ zugseinrichtungen 310, 320 entsprechende Gegenrollen 315, 325 und Um¬ lenkrollen 316, 326 auf. Auch die zweite Transportstrecke 200 ist in zwei Teilstrecken 210, 220 aufgeteilt. Die Teilstrecken 210, 220 weisen jeweils ein Transportmedium 211, 221 sowie Transporträder 212, 222 auf.
In der Fig. 10 ist eine Vierfachabzugsvorrichtung gezeigt, bei der die Teil¬ strecken 110, 120 der ersten Transportstrecke 100 jeweils zwei Abzugsein¬ richtungen 310, 330 bzw. 320, 340 aufweisen. Die einzelnen Komponenten sind analog zur Fig. 9 bezeichnet. Die zweite Transportstrecke 200 weist hier jedoch vier Teilstrecken 210, 220, 230, 240 auf. Die Teilstrecken 210 und 220 werden zunächst in einer Zwischenstrecke 250 zusammengefaßt. Analog werden die Teilstrecken 230 und 240 in einer Zwischenstrecke 260 zusam¬ mengefaßt. Die Zwischenstrecken 250 und 260 werden dann wiederum in der zweiten Transportstrecke 200 zusammengefaßt.
Mittels der in Fig. 9 dargestellten Doppelabzugsvorrichtung bzw. der in Fig. 10 dargestellten Vierfachabzugsvorrichtung lassen sich, jeweils abhängig von der Führung des Blattguts 10 durch die einzelnen Teilstrecken, unter- schiedliche Funktionalitäten gewährleisten.
Fig. 11 zeigt zwei Möglichkeiten der Führung der ersten Teilstrecken 110 und 120. In Fig. Ha kann das über die erste Transportstrecke 100 antrans¬ portierte Blattgut mittels einer Weiche 104 auf eine der Teilstrecken 110 bzw. 120 gelenkt werden. Diese Teilstrecken münden dann entweder in den hier grau dargestellten oberen Abzugsbereich O oder in den unteren Abzugsbe¬ reich U. Das Blattgut wird von der oberen und unteren Teilstrecke 110 bzw. 120 sowohl im oberen als auch im unteren Abzugsbereich in dieselbe Rich¬ tung transportiert.
In der Fig. 11b wird das Blattgut im oberen und unteren Abzugsbereich von den ersten Teilstrecken 110 bzw. 120 in entgegengesetzter Richtung trans¬ portiert. Hierdurch wird erreicht, daß das Blattgut entweder in der ur¬ sprünglichen Lage oder in einer um die Breitenachse gewendeten Lage in den Abzugsbereich einer Abzugseinrichtung gelangt.
In der Fig. 12 sind unterschiedliche Möglichkeiten für die Teilstrecken 210 bis 260 der zweiten Transportstrecke 200 dargestellt. Die Fig. 10a zeigt die Führung der Teilstrecken 210 bzw. 220 für den Fall, daß im oberen Abzugs- bereich O und im unteren Abzugsbereich U jeweils eine Abzugseinrichtung gemäß Fig. 9 vorgesehen ist. Das aus den Abzugsbereichen abgezogene Blattgut wird hier ohne Veränderung in der Lage in die zweite Transport¬ strecke 200 transportiert.
Die Fig. 10b zeigt eine mögliche Führung der Teilstrecken 210 bis 260 für den Fall, daß jeweils im oberen Abzugsbereich O und im unteren Abzugsbereich U zwei Abzugseinrichtungen gemäß der Fig. 10 vorgesehen sind. Wie hier dargestellt, wird das aus dem oberen bzw. unteren Abzugsbereich nach rechts abgezogene Blattgut über die Teilstrecken 210 und 220 in eine Zwi- schenstiecke 250 transportiert. Das nach links abgezogene Blattgut wird über die Teilstrecken 230 und 240 in eine Zwischenstrecke 260 tiansportiert. Die Zwischenstrecken 250 und 260 transportieren das Blattgut dann zur zweiten Transportstrecke 200. Mit dieser Anordnung der Teilstrecken 210 bis 260 ist es möglich, beispielsweise das links abgezogene Blattgut gegenüber dem rechts abgezogenen Blattgut um die Längsachse des Blattguts zu wenden, bevor es in die Transportstrecke 200 gelangt.
Durch geeignete Kombinationen der Teilstrecken können unterschiedliche Funktionalitäten der Vorrichtung gewährleistet werden. Zur Erhöhung des
Durchsatzes ist es beispielsweise möglich, die ersten Teilstrecken 110, 120 gemäß der Fig. 11a und die zweiten Teilstrecken 210, 220 gemäß der Fig. 12a anzuordnen. Werden nun die vom ersten Transportsystem 100 antranspor¬ tierten Blätter abwechselnd in die Teilstrecken 110 bzw. 120 transportiert, so ist es möglich, die Transportgeschwindigkeit der ersten Transportstrecke 100 wesentlich zu erhöhen, da jeweils nur jedes zweite Blatt von der jeweiligen Abzugseinrichtuhg abgezogen werden muß. Der Abstand D im jeweiligen Abzugsbereich ist in diesem Fall immer größer als die Länge L des Blattguts.
Kombiniert man die Teilstrecken gemäß Fig. 11b und 12a, können Blätter, die mit der Oberseite nach oben antransportiert werden, beispielsweise im obe¬ ren Abzugsbereich O abgezogen werden, während Blätter mit der Unterseite nach oben im unteren Abzugsbereich U abgezogen werden und somit ge¬ genüber dem aus dem oberen Abzugsbereich O abgezogenen Blattgut ge- wendet werden. Das in der zweiten Transportstrecke 200 transportierte Blattgut ist somit immer mit der Oberseite nach oben orientiert.
Kombiniert man die Teilstrecken gemäß der Fig. 11b und 12b, erhält man eine Sortiervorrichtung, die das Blattgut zusätzlich um die Längsachse des Blattguts 10 wenden kann. Mit dieser Anordnung ist es möglich, beliebig orientiertes Blattgut mittels der ersten Transportstrecke 100 anzutransportie¬ ren und dieses durch geeignetes Wenden innerhalb der Sortiervorrichtung in der Lage so zu verändern, daß das Blattgut in der Transportstrecke 200 im¬ mer mit der Oberseite nach oben und der Vorderkante nach vorne transpor- tiert wird.
Eine solche Sortiervorrichtung ist in der Fig. 13 schematisch dargestellt. Um Überlappungen in der Transportstiecke 100, 200 zu vermeiden, werden die Teilstrecken 110, 120, 210, 220, 230, 240 und die Zwischenstrecken 250, 260
bevorzugt gleich lang ausgelegt. Hierdurch kann gewährleistet werden, daß der Abstand zweier Blätter in der Transportstrecke 200 gleich ist, egal über welche Teilstrecken das Blattgut transportiert wurde.
Die Abzugszeitpunkte der jeweiligen Abzugseinrichtungen 310, 320, 330, 340 werden von einer Steuerung gesteuert und entsprechend koordiniert. Für die in Fig. 13 dargestellte Sortiervorrichtung kann beispielsweise die Lage des Blattguts 40 in der ersten Transportstrecke 100 mittels geeigneter Senso¬ ren detektiert werden. Die Steuerung wertet diese Information dann ent- sprechend aus und koordiniert die Weiche 104 bzw. die Abzugszeitpunkte der einzelnen Abzugseinrichtungen so, daß das Blattgut 50 die Sortiervor¬ richtung in einer definierten Lage verläßt.
Bevorzugt werden in den oberen Abzugsbereichen O bzw. in den unteren Abzugsbereichen U die in Fig. 9 bzw. 10 dargestellten Abzugseinrichtungen verwendet. Prinzipiell können die oben beschriebenen Vorrichtungen zur Erhöhung des Durchsatzes bzw. zur Sortierung der Lage des Blattgutes auch mit anderen Abzugseinrichtungen, wie beispielsweise mit Abzugseinrich¬ tungen gemäß der eingangs zitierten Schriften, ausgeführt werden.
