Vakuumtoilette
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Steuerung der Arbeitsvorgänge im Betrieb einer Vakuumtoilette, umfassend einen unter dem Sitz der Toilette eingebauten Steuerrechner, zeitlich gesteuerten Aggregaten wie Vakuum- und Drucklufterzeugern mit den zugehörigen Schließ- und Öffnungsventilen, und Sensoren für Temperatur, Druck und Strömung.
Im Betrieb einer Vakuumtoilette werden eine Reihe von Arbeitsvorgängen durchgeführt, die zeitlich zueinander genau abgestimmt sein müssen. Es handelt sich hierbei im wesentlichen um Spül- und Entleerungsvorgänge. Um nun diese Spül- und Entleerungsvorgänge durchzuführen, müssen Vakuum- bzw. Druckerzeuger angesteuert werden, um die erforderlichen Antriebskräfte für die Fördervorgänge zur Verfügung zu stellen. Einige der Funktionen können parallel zueinander, andere müssen in genauer zeitlicher Abfolge nacheinander durchgeführt werden, wobei der Benutzer selbst nur ein Startsignal gibt. Selbst im störungsfreien Betrieb ist die gesamte Steuerung kompliziert und zudem noch von äußeren Eingangsgrößen abhängig, die mit Hilfe von Sensoren überwacht werden müssen. Hierzu gehört die Temperatur, denn wenn diese unter einen Wert fällt, bei dem das Spülwasser gefroren ist, muß jedwede Benutzung der Vakuumtoilette verhindert werden.
Es ist daher üblich, bei bekannten Steuerungen einen Steuerungscomputer oder Rechner einzusetzen, der nach einem gewissen Programm arbeitet, wobei ihm von vornherein gewisse Eckwerte vorgegeben werden.
Bei einer derartigen bekannten Steuerung hängt die Betriebszuverlässigkeit von den vorab eingestellten Werten ab, die nun wiederum mehr oder weniger empirisch über Langzeiterfahrungen erarbeitet wurden. Zwar läßt sich ein derartiger Steuerrechner auch im Nachhinein noch umprogrammieren, der Nachteil bei bekannten Steuerrechnern ist jedoch, daß eine solche Umprogrammierung nicht berücksichtigt, unter welchen Bedingungen die Toilette in der Vergangenheit eingesetzt wurde. Diese Bedingungen können grundverschieden sein, wenn man davon ausgeht, daß eine in einem Zug installierte Toilette bei Temperaturen eingesetzt werden könnte, die erheblich unter dem Nullpunkt bzw. deutlich über 30° liegen könnten.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß sie in kurzer Zeit hinsichtlich ihrer Steuerung verändert werden kann, insbesondere an die besonderen Gegebenheiten in der zurückliegenden Zeit angepaßt werden kann. Hierzu gehört auch, daß eine Statistik über die aufgetretenen Fehler und deren Besonderheiten erarbeitet werden kann.
Erreicht wird dies durch die im Anspruch angegebenen Merkmale .
Wesentlich für die vorliegende Erfindung ist, daß der Steuerrechner mit einem zusätzlichen Speicher versehen wird, der in der Lage ist, die charakteristischen Werte aller durchgeführten Arbeitsvorgänge über eine bestimmte Zeitspanne zu speichern. Hier kommen beispielsweise mehrere Wochen oder auch mehrere Monate in Frage . Aufgrund dieser Speicherung stehen zu einem beliebigen Zeitpunkt Werte zur Verfügung, die nun wieder eingesetzt werden können, um die
automatische Steuerung der Arbeitsvorgänge für die Zukunft entsprechend anzupassen. Auch ergibt der Speicher im Steuerrechner eine Aussage über Fehlfunktionen und Falschbedienungen, so daß auch in dieser Hinsicht eine Rückkopplung möglich ist .
Das zweite wesentliche Merkmal der vorliegenden Erfindung ist, das Handterminal, welches sowohl zur Eingabe von Daten, als auch zur Ausgabe von Daten geeignet ist . Es können also neue Werte eingeschrieben werden, ebensogut können in irgendeiner Weise Ausdrucke vorgenommen werden, die die genauen Arbeitsläufe wiederspiegeln.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung beispielsweise erläutert .
Die einzige Figur der Zeichnung zeigt eine Steuervorrichtung gemäß der Erfindung.
In der Figur ist unter dem Sitz einer Vakuumtoilette ein Steuerungscomputer gezeigt, der wiederum mit Aggregaten zusammenwirkt, die in Form eines Blockes schematisch wiedergegeben sind und mit Funktion.1-6 bezeichnet sind. Mit A, B, C sind Sensoren in einem Block wiedergegeben und durch die entsprechenden Pfeile ist angedeutet worden, daß die Sensoren ihre Werte dem Steuerungscomputer übergeben.
Im Inneren des Steuerungscomputers befindet sich ein nicht gezeigter geeigneter Speicher. Der Steuerungscomputer ist mit einer Schnittstelle, beispielsweise einer genormten RS232 Schnittstelle versehen, die auch an einem Handterminal vorhanden ist . Auf diese Art und Weise kann durch eine einfache Steckverbindung eine Datenübertragungsverbindung
zwischen dem Steuerungscomputer und dessen Speicher und dem Handterminal geschaffen werden.
Die mit Funktion.1-6 bezeichneten Vorgänge sind:
1. Evakuieren des Zwischenbehälters
2. Spülung des Toilettenbeckens
3. Befüllung des Spülwassertanks
4. Öffnung des Einlaßventils (Becken-Zwischenbehälter)
5. Druckluftbefüllung des Zwischenbehälters
6. Öffnung des Auslaßventils
Diese Funktionen werden von dem Steuerungscomputer zu bestimmten voreingestellten Zeiten innerhalb eines Entleerungszyklus aktiviert. Der Entleerungszyklus wird durch eine nicht gezeigte Starttaste gestartet und läuft automatisch ab.
Um Fehlfunktionen aufgrund von Spülwassermangel, Druckluftmangel, Verstopfung, Beckenüberlauf und Frost zu vermeiden, werden vier Sensoren (1 Drucksensor, 2 Wassersensoren und ein Temperatursensor) permanent vom Steuerungscomputer überwacht .
Im Fehlerfall wird zunächst eine selbsttätige Fehlerbehebung veranlaßt und wenn nötig, bei erfolgloser Fehlerbehebung der laufende Betrieb gesperrt (der Start eines Entleerungszyklus ist dann nicht mehr möglich) .
Es werden alle Zählwerte von acht Zählern intern vom Steuerungscomputer gespeichert . Sie geben Auskunft über die Anzahl der bisher abgelaufenen Spülungen und über die Anzahl der unterschiedlichen Fehler, die seit der Inbetriebnahme aufgetreten sind.
