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Title:
DEVICE FOR DETERMINING THE END OF THE PROCESSING TIME FOR HARDENING MASSES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2002/034209
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device for determining the end of the processing time for hardening masses, in particular dental moulding masses, comprising a display unit and a sensor unit, which record the change in at least one of the rheological properties of said mass.

Inventors:
Brandhorst, Gerd (Ummendorferstrasse 14, Landsberg, 86899, DE)
Nirschl, Hermann (Aubachstrasse 14, Seefeld, 82229, DE)
Peuker, Marc (Graf-Toerring-Strasse 2, Seefeld, 82229, DE)
Wagner, Ingo (Auinger Strasse 16, Wörthsee, 82237, DE)
Application Number:
PCT/EP2001/011769
Publication Date:
May 02, 2002
Filing Date:
October 11, 2001
Export Citation:
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Assignee:
3M ESPE AG (ESPE Platz, Seefeld, 82229, DE)
Brandhorst, Gerd (Ummendorferstrasse 14, Landsberg, 86899, DE)
Nirschl, Hermann (Aubachstrasse 14, Seefeld, 82229, DE)
Peuker, Marc (Graf-Toerring-Strasse 2, Seefeld, 82229, DE)
Wagner, Ingo (Auinger Strasse 16, Wörthsee, 82237, DE)
International Classes:
A61C9/00; A61K6/10; B01F7/18; B01F13/00; B01F15/00; B05C17/005; B05C17/01; (IPC1-7): A61K6/10; A61C9/00
Domestic Patent References:
WO1996000560A21996-01-11
WO1998043727A11998-10-08
Foreign References:
DE3919534A11990-12-20
DE19741674A11999-03-25
US5017790A1991-05-21
US5063255A1991-11-05
DE29906343U11999-06-24
DE29906343U11999-06-24
DE19903753C12000-10-12
DE2850486A11980-06-12
DE3919534A11990-12-20
DE9017323U11992-04-16
DE19947331A12001-04-19
EP0492413A11992-07-01
Other References:
See also references of EP 1328238A1
Attorney, Agent or Firm:
3M ESPE AG (ESPE Platz, Seefeld, 82229, DE)
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Claims:
Patentansprüche
1. Vorrichtung zur Verfolgung des Abbindeverlaufs von erhärtenden Massen, umfassend einen Mischerwelienmotor mit einer Steuerung, eine Mischerwelle, eine Aufnahme für eine Kartusche, die mit einem dynamischen EinwegMischer verbindbar ist, welcher zum Mischen der erhärtenden Masse dient, eine Anzeigeeinheit und eine Sensoreinheit, die die Änderung mindestens einer der rheologischen Eigenschaften der Masse erfassen kann, wobei die Sensoreinheit mit dem Mischerwellenmotor gekoppelt ist und der EinwegMischer mit der Sensoreinheit zusammenwirkt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die rheologischen Eigenschaften gewählt sind aus Viskosität, Druckfestigkeit, pHWert, Leitfähigkeit, Dielektrizitäts konstante, Impedanz, Kapazität, Härte, Dichte und/oder Temperatur.
3. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Sensoreinheit gewähit ist aus : Kondensatoren, Ultraschallsensoren, pHElektroden, Drehmo mentaufnehmer, Schwingquarze, Thermoelemente, Strommesser, Spannungs messer, Widerstandsmesser, Dehnungsmessstreifen und/oder Kraftaufnehmer.
4. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Anzeigeeinheit ein optisches und/oder akustisches Signal abgeben kann.
5. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Sensoreinheit die Änderung des Drehmoments erfassen kann, das an der Mischerwelle anliegt.
6. Verfahren, umfassend die Schritte : a) Mischen einer erhärtenden Masse in einem dynamischen EinwegMischer, der von einem Mischerwellenmotor angetrieben wird, b) weitgehend vollständiges Ausbringen der Masse aus dem dynamischen EinwegMischer, c) Erfassung der Änderung mindestens einer der rheologischen Eigenschaften der gemischten Masse, die im dynamischen EinwegMischer verbleibt, über eine Sensoreinheit, d) Abgabe eines Signals, sobald der Wert der Änderung aus Schritt c) einen voreinstellbaren Schwellenwert erreicht hat, wobei die Sensoreinheit mit dem Mischerwelienmotor zusammenwirkt.
7. Verfahren nach Anspruch 7, wobei zumindest Schritt c) mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 8, wobei in Schritt c) eine Änderung des Drehmoments erfasst werden kann, das an der Mischerwelle anliegt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, wobei die Messung in Schritt c) gepulst erfolgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei die Messung in Schritt c) mit einer Drehzahl erfolgt, die kleiner ist als, die Drehzahl, die in Schritt a) zum Mischen verwendet wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, wobei während der Messung in Schritt c) die Mischerwelie nicht vollständig rotiert.
12. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 oder des Verfahrens nach einem der Ansprüche 6 bis 11 zur Bestimmung des Endes der Verarbeitungszeit von erhärtenden Massen.
13. Verwendung nach Anspruch 13, wobei es sich bei der erhärtenden Masse um eine dentale Abformmasse handelt.
14. Verwendung eines dynamischen EinwegMischers zum Mischen, Ausbringen und im Anschluss daran Verfolgen des Abbindeverlaufs von erhärtenden Massen.
Description:
Vorrichtung zur Bestimmung des Endes der Verarbeitungszeit von härtbaren Massen Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Bestimmung des Endes der Verarbeitungszeit von härtbaren Massen, insbesondere von dentalen Abform- massen.

Zur Verarbeitung und Anwendung von Abformmassen im Dentalbereich werden üblicherweise in den Gebrauchsanweisungen entsprechende Zeiten angegeben, wie die Abformmasse zu handhaben ist und wann sie aus dem Mund des Patienten entnommen werden soll.

Die angegebenen Zeiten für Verarbeitung und Abbindeverhalten der Massen sind jedoch in der zahnärztlichen Praxis verschiedenen Störgrößen unterworfen, wie die aktuelle Mund-und Raumtemperatur, eingebrachte Mischenergie oder die Zeit, die zum Mischen aufgewandt. wurde.

Denkbar ist es, in die polymerisierbaren Massen Indikatoren einzuarbeiten, die während der Polymerisation freigesetzt werden und den Reaktionsfortgang beispiels- weise durch Änderung der Farbintensität anzeigen. Ein solcher Versuch ist in der WO-96/00560 beschrieben.

Nachteilig daran ist, dass die beschriebenen Massen eine weitere Komponente enthalten, die sich negativ auf die gewünschten Eigenschaften auswirken kann.

AuBerdem liefert die sich über die Zeit verändernde Farbe kein eindeutig definierbares Signal über den Abbindevorgang und erfordert zudem eine ständige optische Kontrolle.

Die DE 29 906 343 U1 versucht das Problem durch Bereitstellung eines Gerätes zum Ausgeben von Mehrkomponentenmassen zu lösen, das über eine Zeituhr zur Angabe einer für die Verarbeitung relevanten Zeit ausgerüstet ist.

Das beschriebene Gerät hat allerdings den Nachteil, dass die gemischte Masse ebenfalls den genannten äußeren Einffüssen unterliegt und somit kein eindeutiger Hinweis gegeben werden kann, wann der Abbindevorgang einsetzt.

Bekannt sind ferner industriell einsetzbare Messmischer zur Konsistenzprüfung von Zement-Wasser-Mischungen, die bei der Bereitung von Beton zum Einsatz kommen (DE 199 03 753 C1).

Eine Zusatzvorrichtung zur Drehmomentmessung für Rührgeräte, insbesondere für Kleinfermenter, ist in der DE 28 50 486 A1 beschrieben.

In der DE 39 19 534 A1 wird ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Vorbereitung von Knochenzement offenbart. Dabei taucht ein Propeller in ein Behältnis ein, in dem der Knochenzement zubereitet werden soll. Die Zubereitung des Knochenzements erfolgt prozessgesteuert.

Keine der aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen eignet sich zur Bestimmung der Änderung von rheologischen Eigenschaften von verhältnismäßig rasch erhärtenden Massen, insbesondere dentalen Abformmassen, die in kurzen Abständen hintereinander portionsweise zubereitet und zur Verfügung gestellt werden müssen.

Es ist somit eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung bzw. ein Verfahren bereitzustellen, die bzw. das die oben angesprochenen Probleme löst und den Anwender über den Fortgang des Aushärtens von erhärtenden Massen, insbesondere dentalen Abformmassen, informiert.

Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung und ein Verfahren gelöst, wie sie in den Ansprüchen beschrieben sind.

Der Begriff Abbindeverlauf beschreibt allgemein die während des Erhärten oder Abbindens von härtbaren Massen auftretenden Änderungen von rheologischen Eigenschaften. Eng damit verbunden ist die Bestimmung des Endes der Verarbei- tungszeit.

Unter dem Ausdruck Verarbeitungszeit ist die Zeit zu verstehen, während der die gemischte Masse noch bestimmungsgemäß angewandt werden kann. Bei dentalen Abformmassen handelt es sich um die Zeit, bis zu der die Abformmasse verhättnis- mäßig problemlos vom abzuformenden Gegenstand abgehoben werden kann, ohne dass in nennenswertem Umfang die Genauigkeit der Abformung beeinträchtigt wird.

Üblicherweise ist dies der Zeitpunkt, bei dem die Masse vom pastösen, plastischen Zustand in einen zähelastischen, gummiartigen Zustand übergeht.

Der Ausdruck härtbare Massen umfasst alle Massen, die in Folge einer Polymer- sationsreaktion, beispielsweise einer radikalisch, kationisch oder anionisch verlaufenden Additions-und/oder Kondensationsreaktion, und/oder Zementreaktion von einem viskosen, fließfähigen, ggf. plastisch verformbaren Zustand in einen dauerhaft verformten, festen Zustand übergehen können.

Massen, deren Abbindevorgang mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorzugs- weise erfassbar ist, weisen vor Beginn des Abbindevorgangs üblicherweise folgende Eigenschaften auf : Es handelt sich um pastöse, hochviskose Substanzen, die über einen Zeitraum im Bereich von 0,1 bis 60 min, vorzugsweise 1 bis 8 min erstarren.

Solche Massen haben beispielsweise vor Beginn des Abbindevorgangs eine Viskosität bestimmt durch Konsistenzprüfung nach DIN 4823 von Klasse 0 bis 3, die mit einem Durchmesser von kleiner 80 mm gemessen werden. Als Materialien seien beispielhaft genannt Silikone, Polyether, Epoxide und Polyurethane.

Die Shore-Härte A der Massen gemessen nach DIN 53505 15 min nach Ende der Verarbeitungszeit liegt üblicherweise im Bereich von 20 bis 110, vorzugsweise im Bereich von 30 und 80.

Insbesondere eignet sich die Erfindung zur Erfassung des Abbindeverhaltens von Dichtungs-und Dentalmassen, vorzugsweise dentalen Abformmassen, beispiels- weise auf der Basis von Polyethern, A-und C-Silikonen, Alginaten und/oder Poly- ethersilikonen.

Unter rheologische Eigenschaft sind alle Eigenschaften zu verstehen, deren Veränderung über ein physikalisch und/oder chemisches Messverfahren erfasst werden kann. Hierunter fallen insbesondere Eigenschaften, wie Viskosität, Druckfestigkeit, pH-Wert, Leitfahigkeit,, Dielektrizitätskonstante, Impedanz, Kapazität, Härte, Dichte und/oder Temperatur.

Der Begriff dynamischer Mischer umfasst im Gegensatz zu statischen Mischern, Mischer, die mindestens ein drehbar gelagertes Teil aufweisen, das über eine Mischerwelle angetrieben wird. Solche Mischer sind beispielsweise in der DE 90 17 323 U1 oder der WO-A-98/43727 beschrieben. Bei diesen Mischern handelt es sich um sog. Durchlaufmischer. Während des Mischens wird gemischtes Material bzw.

Paste aus dem Mischer ausgebracht, wohingegen während des Messens das

zumindest partiell gemischte Material im Mischer verbleibt und nicht weiter gefördert bzw. ausgebracht wird.

Ein dynamischer Mischer umfasst regelmäßig folgende Bestandteile : ein Gehäuse, Einlassöffnungen, eine Auslassöffnung und ein drehbar gelagertes Mischelement mit Mischffügeln. Der Antrieb erfolgt entweder mittig über einen Rotor mit daran befindlichen Mischflügeln, der sich im Gehäuse dreht, oder außermittig über einen als Rotor dienenden Teil des Gehäuses und eines als Stator dienenden Innenkörpers, wie es in der DE 19 947 331 Al beschrieben wird.

Da es sich bei solchen Mischern üblicherweise um Wegwerfartikel handelt, deren Wert im Vergleich zu den zu mischenden Substanzen regelmäßig als gering zu bewerten ist, weisen derartige Mischer ein verhältnismäßig kleines Mischvolumen auf, um die Menge an zu verwerfender gemischter Masse möglichst gering zu halten.

Derartige Einmalartikel werden üblicherweise aus Kunststoff gefertigt.

Eine Sensoreinheit im Sinne der Erfindung ist eine Einheit, die geeignet ist, irgend- eine Zustandsänderung der Abformmasse über eine Kopplung an die Mischerwelle zu erfassen. Umfasst sind Kondensatoren, Ultraschallsensoren. pH-Elektroden, Drehmomentaufnehmer, Schwingquarze, Thermoelemente, Strommesser, Span- nungsmesser, Widerstandsmesser, Dehnungsmessstreifen und Kraftaufnehmer.

Unter den Begriff Anzeigeeinheit fallen alle Einheiten, die geeignet sind, den Benutzer der Vorrichtung über eine Zustandsänderung der Abformmasse zu informieren, vorzugsweise in optischer und/oder akustischer Form. Umfasst werden Displays, insbesondere mit LED-Anzeigen und Lautsprecher.

Mit den Begriffen"umfassen"oder"enthaften"wird eine nicht abschließende Aufzäh- lung von Merkmalen eingeleitet. Der Umstand, dass in den Ansprüchen das Wort "ein"vor Nennung eines Merkmals verwendet wird, schließt nicht aus, dass die ge- nannten Merkmale mehrmals vorhanden sein können, im Sinne von, mindestens ein".

Die Erfindung weist folgende Vorteile auf : Die erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. das erfindungsgemäße Verfahren ermög- lichen das unmittelbare Verfolgen des Härtungsvorgangs der gemischten Masse, weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen.

Im Unterschied zu Messmischern, die aus dem Stand der Technik bekannt sind, erfolgt die Bestimmung der Veränderung der rheologischen Eigenschaften nicht an Hand einer Materialprobe, die im Anschluss daran weiter verwendet wird, sondern an Hand einer Materialprobe, die im Mischer verbleibt. und zusammen mit diesem verworfen wird.

Die Messung kann direkt in der Vorrichtung erfolgen, die zum Mischen und Aus- bringen der erhärtenden Massen üblicherweise verwendet-wird. Das Anbringen zusätzlicher Hilfsmittel, wie Bypass, Kammern, Messkolben, Messantriebe oder Fühler an bekannte Mischvorrichtungen ist nicht notwendig.

Erfolgt die Messung ab dem Zeitpunkt, zu dem keine weitere gemischte Masse über den Mischer ausgebracht wird, ermöglicht die Erfindung die Erfassung des Härtung- vorgang der zuletzt gemischten Masse im Mischer selbst, der üblicherweise nach dem Aushärten der Masse verworfen wird. Insbesondere die Information, wann die zuletzt gemischte Masse auszuhärten beginnt, ist für den Anwender, beispielsweise den Zahnarzt bei der Anfertigung von Abformung des dentalen Hartgewebes, unter Verwendung von Abformmassen, von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Dies stellt einen entscheidenden Fortschritt gegenüber dem aus der DE 299 06 343 U1 bekannten Verfahren dar, bei dem die Zeit, bis zu der die Masse verarbeitet wer- den kann, voreingestellt und damit vom eigentlichen Abbindevorgang entkoppelt ist.

Die vorliegende Erfindung ermöglicht es somit, dynamische Mischer, die zum Mischen von erhärtenden Massen dienen, nach dem Mischvorgang zur Verfolgung des Abbindeverlaufs der erhärtenden Massen zu verwenden. Dabei ist die Vor- richtung nicht auf einen bestimmten Mischertypus festgelegt. In Abhängigkeit von der zu mischenden Massen können unterschiedliche Mischer mit unterschiedlichen Geometrien verwendet werden. Das Auswechseln eines Mischers ist hierbei denkbar einfach und kann in weniger als einer Minute erfolgen.

Üblicherweise werden die Massen durch Mischen einer Basis-und einer Katalysator- paste bereitet. Abhängig vom Mischungsverhältnis und den Substanzen erFolgt der Abbindevorgang unterschiedlich schnell. Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich aber auch zur Bestimmung des Abbindevorgangs von einer Mischung aus drei oder mehreren Pasten oder Substanzen. Neben Paste/Paste-Mischungen kann es sich auch umPaste/Flüssigkeit-oder Pulver/Flüssigkeit-Mischungen handeln.

Das Mischen der Pasten erfolgt in einem dynamischen Mischer, beispielsweise gemäß der DE 90 17 323 U oder der WO-98/43727. Dieser wird üblicherweise auf eine entsprechende Kartusche aufgesteckt und mit einem elektrisch betriebenen Mischgerät, in das die Kartusche eingelegt werden kann, angetrieben. Geeignete Mischgeräte sind in der EP 0 492 413 A beschrieben.

Handelt es sich bei der durch Mischen erhaltenen Masse um eine dentale Abform- masse, wird mit dieser vorzugsweise ein dentaler Abformiöffel befüllt, der an- schließend in den Mundraum eines Patienten eingesetzt wird.

Da in diesem Fall der Abbindeverlauf gemäß der Erfindung außerhalb des Mund- raumes gemessen wird und der Verlauf temperaturabhängig ist, erfolgt die Ab- bindung der Masse im Gerät etwas langsamer als im Mundraum. Dadurch ist sicher- gestellt, dass die Masse in jedem Fall vollstandig abgebunden hat, bevor sie aus dem Mundraum entnommen wird.

Die direkte Korrelation zwischen Abbindeverlauf im Mundraum und im Mischgerät lässt sich empirisch in Abhängigkeit von der verwendeten Masse ermittein.

Die Messung der Änderung einer rheologischen Eigenschaft der erhärtenden Masse und der Abgleich mit einem vorgebbarem Schwellenwert erfolgt über ein Mess- programm, das in die Steuerung der Mischerwelle integriert sein kann oder unabhängig von dieser gefahren wird.

Vorzugsweise erfolgt die Messung unmittelbar über die Mischerwelle eines elektrisch betriebenen Mischgeräts, die einen dynamischen Mischer antreibt. Nach dem Befüllen eines Abformlöffeis wird die Mischerwelle bei abgeschaltetem Vorschub weiterhin angetrieben, wobei mit zunehmender Verfestigung der Masse das an der Welle anliegende Drehmoment zunimmt. Das Ende der Verarbeitungszeit der Masse kann in dieser Ausführungsform durch ein optisches oder akustisches Signal angezeigt werden, sobald ein bestimmter Schwellenwert erreicht wird, der je nach Masse individuell einstellbar ist bzw. automatisch eingestellt wird, sobald die Kartusche, die die Masse enthält in das Mischgerät eingelegt wird.

Die Mischerwelle ist beispielsweise mit einem Drehmomentaufnehmer oder einer verdrehbaren Welle gekoppelt, welche es ermöglichen, das an den Mischerflügeln des Mischers bzw. an der Mischerwelle anliegende Drehmoment zu bestimmen,

welches proportional zur Viskosität der erhärtenden Masse ist. Möglich ist auch, die Veränderung des Drehmoments über die Stromaufnahme des Antriebs zu erfassen.

Vorzugsweise erfolgt die Messung der Anderung mit einer im Vergleich zum Mischen reduzierten Drehzahl der Mischerwelle, um nicht unnötig Rotationsenergie in die erhärtende Masse einzubringen, was zu einer unerwünschten Temperaturerhöhung führen kann. Dies erlaubt zudem eine genauere Bestimmung der Änderung.

Brauchbare Drehzahlen für die Mischerwelle während des Messvorgangs liegen im Bereich von 10° bis 103 vorzugsweise im Bereich 101 bis 102 U/min.

In einer alternativen Ausführungsform erfolgt der Messvorgang über die Mischerwelle in einem Pulsbetrieb oder getaktet. Beispielsweise erfolgt die Messung nur alle 1,5 oder 10 sec.

Die Messung der Änderung einer rheologischen Eigenschaft der härtenden Masse kann auch erfolgen, wenn die Mischerwelle nicht vollständig rotiert. Eine Drehung der Mischerwelle in einem Winkelbereich von 1 bis 180°, vorzugsweise 10 bis 90° hat sich als vorteilhaft erwiesen.

Als Messeinheit eignet sich aber beispielsweise auch ein Schwingquarz, der eine reine Torsionsschwingung erzeugt, die durch die viskosen Eigenschaften der erhärtenden Masse gedämpft wird. Der Sensorkopf kann in Form eines Fühlers an oder im Bereich der Spitze der Mischerwelle angebracht sein und über eine Dichtung im Bereich der Kupplung dynamischer Mischer/Mischerwelle in die Masse eingeführt werden.

Im Unterschied zu aus dem Stand der Technik bekannten Messmischern, kann mit der vorliegenden Vorrichtung nicht nur eine härtbare Masse gemischt und gefördert werden, sondern auch im Anschluss an den Misch-und Förderprozess der Abbinde- verlauf des Teils der gemischten Masse, der im auswechselbaren, verwerfbaren Mischer verbleibt, bestimmt werden.

Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel wird nachstehend anhand einer Figur erläutert.

Figur 1 zeigt schematisch eine mögliche Anordnung der einzelnen Bestandteile der Messvorrichtung.

Durch Drücken des Förderungsschalters (1) wird über die Hubkolbensteuerung (2) der Kolbenmotor mit einer bestimmten Drehzahl (4) aktiviert, der über die Antriebswelle (6) und ein Antriebselement (7), beispielsweise ein Zahnriemen, die Förderspindeln (8,9) und die zugehörigen Kolben (10,11) in axiale Richtung vorwärtsbewegt.

Die Kolben (10,11) werden in Kartuschen (14, 15) geführt, die die einzelnen Komponenten der härtenden Masse enthalten. Durch die axiale Bewegung der Kolben werden die beiden Komponenten über die Auslassöffnungen (21,22) der Kartuschen in einen dynamischen Mischer (16) gedrückt.

Gleichzeitig mit der Aktivierung der Hubkolbensteuerung (2) erfolgt die Aktivierung der Mischerwellensteuerung (3), um den Mischerwellenmotor mit der für den Mischvorgang notwendigen Drehzahl zu beaufschlagen, die über die Mischerwelle (19) auf die Mischerwendel (17) des dynamischen Mischers (16) übertragen wird. Die Aktivierung der Mischerwellensteuerung kann über die Hubkolbensteuerung oder unabhängig von dieser erfolgen. Die rotierenden Mischflügel (18) sorgen für eine intensive und homogene Mischung der beiden strömenden, pastösen Komponenten (12,13), so dass eine direkte Applikation beispielsweise in einen hier nicht gezeigten Abformlöffel erfolgen kann.

Nach vollständiger Befüllung des Abformlöffels wird der Förderungsschalter (1) losgelassen, wodurch die Kolbenhubsteuerung (2) den Förderbetrieb einstellt. In diesem Moment schaltet die Mischerwellensteuerung (3) auf Messen um. D. h., nach beispielsweise 10 sec. Stillstand des Mischerwellenmotors (5) wird die Mischerwelle (19) in einer für die Torsionsmessung langsameren und konstant definierten Drehzahl um beispielsweise 180° gedreht und der hiefür benötigte Strom I gemessen.

Sobald die im Mischer (16) befindliche Masse zu erhärten beginnt, erhöht sich proportional dazu die Stromstärke I, die benötigt wird, um die Mischerwelle auf konstanter Drehzahl zu halten. Ab einem bestimmten Zustand der härtenden Masse wird ein kritischer, in der Vorrichtung für die jeweilige Masse gespeicherter oder eingebbarer Schwellenwert für die Stromstärke t überschritten, so dass die Mischer- wellensteuerung (3) die Anzeigeeinheit (20) aktiviert, die daraufhin ein akustisches oder optisches Signal abgibt.

Bezugszeichenliste 1. Pastenförderungsschalter 2. Hubkolbensteuerung 3. Mischerwellensteuerung 4. Kolbenhubmotor 5. Mischerwellenmotor 6. Antriebswelle 7. Antriebselement 8. Förderspindel 9. Förderspindel 10.Kolben 11.Kolben 12. Komponente A 13. Komponente B 14. Kartusche A 15. Kartusche B 16. Dynamischer Mischer 17. Mischerwendel 18.Mischflügel 19. Mischerwelle 20. Anzeigeeinheit 21.Auslassöffnung A 22.Auslassoffnung B