P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Vorrichtung zum mechanischen Greifen beliebig geformter Gegenstände (1) in lageunbestimmter Position, mit einer Halteplatte (2) und einer Vielzahl von in der Halteplatte (2) verschiebbar geführten Haltestiften (3), wobei die Haltestifte (3) vorzugsweise unidirektional in der Halteplatte (2) angeordnet sind und zum Greifen des Gegenstands (1) dienen, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass sich die Haltestifte (3) aufgrund der Schwerkraft in einer exponierten Abtastposition befinden und dass beim überstülpen über den Gegenstand (1) die auf den Gegenstand (1) treffenden Haltestifte (3) entgegen der Schwerkraft in oder durch die Halteplatte (3) geschoben werden und die unmittelbar an oder neben dem Gegenstand (1) angeordneten Haltestifte (3) sich zumindest geringfügig an dem Gegenstand (1) vorbei erstrecken und in ihrer Gesamtheit eine den Gegenstand (1 ) haltende Wirkung durch Form- und/oder Kraftschi uss entfalten.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestifte (3) geordnet oder statistisch verteilt in der Halteplatte (2) angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestifte (3) matrixartig in der Halteplatte (2) angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestifte (3) mit Spiel in der Halteplatte (2) derart geführt sind, dass sie gegenüber der Fläche der Halteplatte (2) zumindest geringfügig kippbar sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestifte (3) im Wesentlichen zylindrisch ausgebildet sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestifte (3) an dem der Halteplatte (2) nahen Ende einen vorzugsweise endseitigen Anschlag (4) aufweisen, der die Abtastposition definiert.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (4) als angestauchter, umbördelter oder angeschraubter Kragen, als Schulter oder dgl. ausgeführt ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestifte (3) an ihrem vorderen freien Ende mit einer Verjüngung, vorzugsweise als Spitze (5) ausgebildet, ausgestattet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestifte (3) im Bereich ihres freien vorderen Endes, vorzugsweise unmittelbar hinter der Verjüngung, einen Absatz (6), eine Verdickung oder dgl. zum Hintergreifen ausweisen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestifte (3) als dünnes Rohr ausgeführt sind und endseitig einen Druck- mittelanschluss zum Anschluss (9) an eine Druckmittelquelle und dass ein zum Eingriff dienender vorderer Bereich durch Druckmittelbeaufschlagung zumindest geringfügig expandierbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestifte (3) mit Spiel in der Halteplatte (2) geführt sind, so dass die Haltestifte (3) beim seitlichen Auftreffen auf den Gegenstand (1) zumindest geringfügig kippen.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass unter der Halteplatte (2) eine zweite Platte, eine Spannplatte (7), vorgesehen ist, so dass sich die Haltestifte (3) durch die Halteplatte (2) und die darunter angeordnete Spannplatte (7) hindurch erstrecken.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteplatte (2) gegenüber der Spannplatte (7) bewegbar, insbesondere von dieser weg und auf diese zu.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannplatte (7) fest mit einem Maschinenrahmen, einem Greiferrahmen oder dgl. verbunden ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannplatte (7) zur Erzeugung einer horizontalen Vorspannung gegenüber den Haltestiften (3), insbesondere einer Scherkraftvorspannung, dient.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannplatte (7) im Bereich der Durchgänge (11) für die Haltestifte in gegeneinander verschiebbare Plattensegmente (8) geteilt ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattensegmente (8) vorzugsweise durch Nut und Feder gegeneinander geführt sind.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestifte (3) als Ventilstößel ausgeführt sind, die in die Halteplatte (2) einschiebbar oder einziehbar sind.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltestifte (3) und/oder die Halteplatte (2) und/oder die Spannplatte (7) aus Metall gefertigt ist/sind. |
VORRICHTUNG ZUM MECHANISCHEN GREIFEN
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum mechanischen Greifen beliebig geformter Gegenstände in lageunbestimmter Position, mit einer Halteplatte und einer Vielzahl von in der Halteplatte verschiebbar geführten Haltestiften, wobei die Haltestifte vorzugsweise unidirektional in der Halteplatte angeordnet sind und zum Greifen des Gegenstands dienen.
Gattungsbildende Vorrichtungen sind unter der Bezeichnung „Stiftgreifer" aus der Praxis bekannt. Lediglich beispielhaft sei dazu auf die DE 43 39 102 A1 verwiesen.
Bei dem aus der DE 43 39 102 A1 bekannten Stiftgreifer erstrecken sich matrixartig angeordnete Haltestifte in ein Gehäuse hinein, wobei die Haltestifte dort an einer Auswerferplatte zur Anlage kommen. In der exponierten Abtastposition der Haltestifte liegt die Auswerferplatte unmittelbar am plattenseitigen Ende der Haltestifte an. Die Auswerferplatte ist mit einer Zylinder-Kolben-Anordnung wirkverbunden, so dass beim Auftreffen auf einen Gegenstand die Haltestifte die Auswerferplatte gegen die Kraft der Zylinder-Kolben-Anordnung zurückdrücken. Dies ist insoweit problematisch, als sich die bekannte Vorrichtung nicht zum Greifen empfindlicher Gegenstände eignet, allenfalls zum Greifen grober metallischer Teile.
Des Weiteren ist die bekannte Vorrichtung problematisch, da ein Greifen der Gegenstände eine elastische Verformung der Haltestifte erfordert. Eine solche elastische Verformung ist abermals nur erreichbar, wenn man die Haltestifte regelrecht an den Konturen des Gegenstands vorbei in eine untere Position drückt. Eine seitliche Beschädigung der zu ergreifenden Gegenstände ist nicht auszuschließen.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der gattungsbildenden Art derart auszugestalten und weiterzubilden, dass sich auch empfindliche Gegenstände mit einfachen konstruktiven Mitteln sicher greifen lassen.
Die voranstehende Aufgabe ist durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Danach ist die gattungsbildende Vorrichtung zum mechanischen Greifen beliebig geformter Gegenstände in lageunbestimmter Position dadurch gekennzeichnet, dass dass sich die Haltestifte aufgrund der Schwerkraft in einer exponierten Abtast-
position befinden und dass beim überstülpen über den Gegenstand die auf den Gegenstand treffenden Haltestifte entgegen der Schwerkraft in oder durch die Halteplatte geschoben werden und die unmittelbar an oder neben dem Gegenstand angeordneten Haltestifte sich zumindest geringfügig an dem Gegenstand vorbei erstrecken und in ihrer Gesamtheit eine den Gegenstand haltende Wirkung durch Form- und/oder Kraftschluss entfalten.
Erfindungsgemäß ist erkannt worden, dass es vollkommen ausreicht, wenn sich die Haltestifte aufgrund der Schwerkraft in ihrer exponierten Abtastposition befinden. Mit anderen Worten erstrecken sich die Haltestifte schwerkraftbedingt aus der Halteplatte heraus nach unten. Beim überstülpen über den Gegenstand werden die auf den Gegenstand treffenden Haltestifte entgegen der Schwerkraft in oder durch die Halteplatte geschoben. Dies führt dazu, dass die komplett abseits liegenden Haltestifte in ihrer Abtastposition verbleiben. Die unmittelbar am oder neben dem Gegenstand angeordneten Haltestifte erstrecken sich zumindest geringfügig an dem Gegenstand vorbei und entfalten in ihrer Gesamtheit eine den Gegenstand haltende Wirkung durch Form- oder Kraftschluss. Ein Verbiegen der Haltestifte zum Erzeugen einer Klemmwirkung ist nicht erforderlich, wenn nämlich hinreichend viele Haltestifte vorgesehen sind, so dass der zu greifende Gegenstand mit möglichst vielen Haltestiften „umgriffen" wird.
Zur Begünstigung des Umgreifens des Gegenstands durch die Haltestifte könnte es von Vorteil sein, die Halteplatte bzw. die Haltestifte mit einer Art Vibrationseinrichtung auszustatten, so dass eine schonende Anordnung der Haltestifte unmittelbar an dem zu greifenden Gegenstand möglich ist. Auch könnte es von Vorteil sein, dass die gesamte Halteplatte geringfügig bewegt und/oder gedreht wird, so dass möglichst viele Haltestifte seitlich am Gegenstand vorbei gleiten und diesen in ihrer Gesamtheit halten. Das Greifen erfolgt regelmäßig durch eine Kombination von Form- und Kraftschluss.
Die Haltestifte können geordnet oder statistisch verteil in der Halteplatte angeordnet sein, wobei es von Vorteil ist, wenn möglichst viele Haltestifte pro Flächeneinheit vorgesehen sind. Eine Abstimmung auf die Größe der zu greifenden Gegenstände ist insoweit von Vorteil.
Im Rahmen einer entsprechenden Anordnung der Haltestifte ist es denkbar, dass diese matrixartig in der Halteplatte angeordnet sind, vorzugsweise unidirektional. Auch ist es denkbar, dass die Haltestifte zumindest zonal eine von der Vertikalen abweichende Ausrichtung haben.
In weiter vorteilhafter Weise sind die Haltestifte mit Spiel in der Halteplatte derart geführt, dass sie gegenüber der Fläche der Halteplatte zumindest geringfügig kippbar sind, nämlich dann, wenn sie in ihrer Gesamtheit über den Gegenstand gestülpt werden. Durch diese Maßnahme werden die seitlich am Gegenstand zur Anlage kommenden Haltestifte leicht gekippt und können in ihrer Gesamtheit gegenüber dem Gegenstand eine zumindest geringfügige Klemmwirkung erhalten, die so groß ist, dass sich der Gegenstand aufgrund des allseitigen Umschließens des Gegenstands mit den Haltestiften anheben lässt.
Die Haltestifte können kantig oder im Querschnitt rund ausgeführt sein. Eine zylindrische Ausgestaltung ist bereits aus fertigungstechnischen Gründen zu bevorzugen. Auch ist es denkbar, dass die Haltestifte an ihrer Oberfläche gummiert sind oder sonst wie beschichtet oder oberflächenbehandelt sind, so dass gegenüber dem Gegenstand ein Reibschluss entsteht.
Des Weiteren ist es von Vorteil, wenn die Haltestifte an dem der Halteplatte nahen Ende einen vorzugsweise endseitigen Anschlag aufweisen, der die Abtastposition, d.h. die äußerste Position der Haltestifte, definiert. Der Anschlag kann durch Stauchen oder Bördeln integraler Bestandteil des jeweiligen Haltestifts sein. Auch ist es denkbar, dass man den Anschlag im Sinne eines Kragens, einer Schulter oder dgl. an das Ende des jeweiligen Haltestifts anschraubt.
An dem vorderen freien Ende können die Haltestifte mit einer Verjüngung, vorzugsweise als Spitze ausgebildet, ausgestattet sein. Diese konstruktive Maßnahme begünstigt das Entlanggleiten möglichst vieler Haltestifte an der Kontur des jeweiligen Gegenstands.
Auch ist es denkbar, dass die Haltestifte im Bereich ihres freien vorderen Endes, vorzugsweise unmittelbar hinter der Verjüngung, einen Absatz, eine Verdickung oder dgl. zum Hintergreifen aufweisen. Diese Maßnahme begünstigt die Aufnahme
des Gegenstands in ganz besonderem Maße, wobei es auch hier denkbar ist, dass sich der jeweilige Haltestift dann wieder aufgrund der Schwerkraft vertikal ausrichtet, wenn die Verdickung am Gegenstand vorbeigeführt ist oder in eine Hinter- schneidung, Ausnehmung oder dgl. des Gegenstands greift.
In weiter vorteilhafter Weise sind die Haltestifte als dünnes Rohr ausgeführt. End- seitig kann ein Druckmittelanschluss zum Anschluss an eine Druckmittelquelle vorgesehen sein. Der vordere Bereich könnte sich durch Druckmittelbeaufschlagung zumindest geringfügig expandieren lassen, so dass dadurch eine besonders schonende Klemmwirkung gegenüber dem Gegenstand erzeugbar ist. Dazu könnte der vordere Bereich des Haltestifts gelocht bzw. perforiert sein. Darum könnte eine gummiartige Manschette liegen, die an ihren beiden Enden gegenüber dem Haltestift abgedichtet ist. Im Konkreten könnte es sich dabei um eine Art Gummihülle bzw. überzug aus Gummi oder ähnlich dehnbarem Material handeln.
Wie bereits zuvor erwähnt, sind die Haltestifte vorzugsweise mit Spiel in der Halteplatte geführt, so dass die Haltestifte beim seitlichen Auftreffen auf einen Gegenstand zumindest geringfügig kippen. Diese Maßnahme begünstigt das sichere Ergreifen eines Gegenstandes in erheblichem Maße.
In ganz besonders raffinierter Weise ist unter der Halteplatte eine zweite Platte, eine Spannplatte, vorgesehen, so dass sich die Haltestifte durch die Halteplatte und die darunter angeordnete Spannplatte hindurch erstrecken. Die Halteplatte ist dabei gegenüber der Spannplatte bewegbar, insbesondere von dieser weg und auf diese zu bewegbar. Die Spannplatte ist fest mit einem Maschinenrahmen, einem Greiferrahmen oder dgl. verbunden. Aufgrund dieser Anordnung lässt sich das ergriffene Teil über die Spannplatte heben.
In weiter vorteilhafter Weise dient die Spannplatte zur Erzeugung einer horizontalen Vorspannung gegenüber den Haltestiften, insbesondere zur Erzeugung einer Scherkraftvorspannung. Diese lässt sich dadurch erzeugen, dass die Spannplatte im Bereich der Durchgänge für die Haltestifte in gegeneinander verschiebbare Plattensegmente unterteilt, wobei die Plattensegmente vorzugsweise durch Nut und Feder gegeneinander geführt sind. Durch horizontales Verschieben der jeweiligen Plattensegmente entsteht eine Vorspannkraft gegenüber den Haltestiften, die ver-
hindert, dass die im Eingriff mit dem Gegenstand befindlichen Haltestifte über die Halteplatte aus der Abtastposition herausgezogen werden. Dies hätte zur Folge, dass sich der zugreifende Gegenstand wieder löst. Jedoch ist die Vorspannung derart auszulegen, dass ein Herausziehen oder ein Zurückziehen der übrigen Stifte, die sich nicht in Eingriff mit dem Gegenstand befinden, möglich ist.
Bereits zuvor ist erwähnt worden, dass die Plattensegmente durch Nut und Feder gegeneinander geführt sein können. An dieser Stelle sei angemerkt, dass beliebige Führungsmechanismen zwischen den Plattensegmenten zum Erzeugen der Vorspannung gegenüber den Haltestiften realisierbar ist.
Im Rahmen einer weiteren Ausgestaltung ist es denkbar, dass die Haltestifte im Sinne eines Ventilstöpsels ausgeführt sind, der sich in die Halteplatte einschieben bzw. einziehen lässt. Statt der Halteplatte kann auch ein Gehäuse vorgesehen sein.
Die Haltestifte und/oder die Halteplatte und/oder die Spannplatte kann bzw. können aus Metall gefertigt sein. Die Verwendung anderer geeigneter Materialien ist denkbar.
Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter Weise auszugestalten und weiterzubilden. Dazu ist einerseits auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche und andererseits auf die nachfolgende Erläuterung zweier Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung zu verweisen. In Verbindung mit der Erläuterung der bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung werden auch im Allgemeinen bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre erläutert. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 in einer schematischen Seitenansicht ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, wobei sich die einzelnen Haltestifte durch Kontakt mit dem zu greifenden Gegenstand kippen lassen,
Fig. 2 in einer schematische Draufsicht eine Spannplatte,
Fig. 3 in einer schematischen Seitenansicht ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, wobei sich die Haltestifte aufblähen lassen, und
Fig. 4 in einer schematischen Schnittdarstellung eine Halteplatte, die die matrixartige Anordnung der Durchgänge durch die Halteplatte erkennen lässt.
Fig. 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum mechanischen Greifen beliebig geformter Gegenstände in lageunbestimmter Position. Ein zu ergreifender Gegenstand 1 ist lediglich schematisch dargestellt.
Die Vorrichtung umfasst eine Halteplatte 2 und eine Vielzahl von in der Halteplatte 2 verschiebbar geführte Haltestifte 3. Die Haltestifte 3 sind unidirektional in der Halteplatte 2 angeordnet und dienen zum Greifen des Gegenstands 1.
Erfindungsgemäß befinden sich die Haltestifte 3 schwerkraftbedingt in einer zunächst exponierten Abtastposition, nämlich wie die in Fig. 1 auf der rechten Seite gezeigten Haltestifte 3. Beim überstülpen über den Gegenstand 1 werden die auf den Gegenstand 1 treffenden Haltestifte 3 entgegen der Schwerkraft in oder durch die Halteplatte 2 geschoben. Die unmittelbar an oder neben dem Gegenstand 1 angeordneten Haltestifte 3 erstrecken sich dabei zumindest geringfügig an dem Gegenstand 1 vorbei und entfalten in ihrer Gesamtheit eine den Gegenstand 1 haltende Wirkung durch Form- und Kraftschluss.
Die Fig. 1 und 2 zeigen gemeinsam, dass die Haltestifte 3 matrixartig in der Halteplatte 2 angeordnet sind. Die Haltestifte 3 sind dabei derart in der Halteplatte 2 geführt, dass sie gegenüber der Fläche der Halteplatte 2 zumindest geringfügig kippen können.
Außerdem zeigt Fig. 1 deutlich, dass die Haltestifte 3 zylindrisch ausgebildet sind. Endseitig weisen sie einen Anschlag 4 auf, der sie gegen Herausfallen aus der Halteplatte 2 sichert. Letztendlich gibt der Anschlag 4 die exponierte Abtastposition der Haltestifte 3 vor.
Fig. 1 zeigt des Weiteren deutlich, dass die Haltestifte 3 an ihrem vorderen freien Ende mit einer Spitze 5 ausgestattet sind, wobei unmittelbar hinter der Spitze 5 ein Absatz 6 zum Hintergreifen des Gegenstands 1 vorgesehen ist. Diese Maßnahme begünstigt ein sicheres Ergreifen des Gegenstands 1.
Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist neben der Halteplatte 2 eine weitere Platte vorgesehen, nämlich eine Spannplatte 7. Die Haltestifte 3 erstrecken sich sowohl durch die Halteplatte 2 als auch durch die Spannplatte 7, die unter der Halteplatte 2 vorgesehen ist. Die Halteplatte 2 ist gegenüber der Spannplatte 7 bewegbar, lässt sich nämlich von dieser vertikal weg und zu dieser vertikal hin bewegen bzw. verschieben.
Des Weiteren sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Spannplatte 7 fest mit einem in Fig. 1 nicht gezeigten Greiferrahmen verbunden sein kann. Außerdem dient die Spannplatte 7 zum Erzeugen einer auf die Haltestifte 3 wirkenden Vorspannung, vorzugsweise in Form einer Scherkraft-Vorspannung.
Fig. 2 zeigt deutlich, dass die Spannplatte 7 mehrteilig ausgeführt ist, nämlich Plattensegmente 8 umfasst. Durch horizontales (gegenseitiges) Verschieben der einzelnen Plattensegmente 8, die beispielsweise durch Nut und Feder gegeneinander geführt sind, entsteht eine auf die Haltestifte 3 wirkende Vorspannung, die verhindert, dass die sich im Eingriff befindlichen Haltestifte 3 von der Halteplatte 2 herausgezogen werden. Dabei ist sicher zu stellen, dass die auf die Haltestifte 3 wirkende Vorspannung derart ausgelegt ist, dass ein Herausziehen der übrigen Stifte, d.h. der nicht in Eingriff befindlichen Stifte, möglich ist.
In Bezug auf die Fig. 1 und 2 sei darauf hingewiesen, dass sich die Haltestifte 3 aufgrund der auf sie wirkenden Scherkraft in der Abtastposition befinden. Durch überstülpen des zu ergreifenden Gegenstands 1 werden die im Randbereich des Gegenstands befindlichen Haltestifte 3 zumindest geringfügig seitlich abgelenkt, nämlich im Rahmen der durch das Spiel in der Halteplatte 2 sowie in der Spannplatte 7 möglichen Kippung. Ein form- und kraftschlüssiges Ergreifen des Gegenstands ist dadurch möglich.
Die Fig. 3 und 4 beziehen sich auf ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei der sich die Haltestifte 3 ebenfalls durch eine Halteplatte 2 hindurch erstrecken. Auch hier kann ein gewisses Spiel realisiert sein.
Die Haltestifte 3 weisen ganz besondere Merkmale auf, sie sind nämlich als dünne Rohre ausgeführt, die einen Anschluss 9 für Druckmittel haben. So lassen sich die dort gezeigten Haltestifte 3 beispielsweise mit Druckluft beaufschlagen, wodurch sie sich im Eingriffsbereich im Umfang weiten lassen. Letztendlich sind die in Fig. 3 gezeigten Haltestifte 3 in deren Eingriffsbereich 10 ballonartig ausgebildet, wodurch das sichere und dabei schonende Ergreifen von Gegenständen 1 begünstigt ist.
Fig. 4 zeigt im Querschnitt die Halteplatte 2, wonach die Durchgänge 11 für die in Fig. 4 nicht gezeigten Haltestifte 3 matrixartig angeordnet sind.
Hinsichtlich weiterer Merkmalen, die sich den Fig. nicht entnehmen lassen, sei zur Vermeidung von Wiederholungen auf den allgemeinen Teil der Beschreibung verwiesen.
Schließlich sei angemerkt, dass die voranstehend erörterten Ausführungsbeispiele lediglich der beispielhaften Erörterung der beanspruchten Lehre dienen, diese jedoch nicht auf die Ausführungsbeispiele einschränken.
Bezυgszeichen l iste
1 Gegenstand
2 Halteplatte
3 Haltestift
4 Anschlag (am Haltestift)
5 Spitze (des Haltestifts)
6 Absatz (an der Spitze)
7 Spannplatte
8 Plattensegment (der Spannplatte)
9 Anschluss für Druckmittel
10 ballonartiger Eingriffsbereich des Haltestifts
11 Durchgang (in der Halteplatte/Spannplatte)
Next Patent: FUEL EXTRACTION DEVICE FOR FUEL TANKS
