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Title:
DEVICE AND METHOD FOR ANALYZING A METAL STRIP
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/045036
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a device and method for analyzing a metal strip, wherein the strip (10) is guided by means of a decoiler (1), preferably horizontally, using a movable clamping device (3) and rails (5) to a deflecting roller (6). The strip (10) is deflected by the deflecting roller (6) and is subsequently transported away from the deflecting roller (6), for example toward a coiler, by means of a second movable clamping device (13). During the analysis of a section of the lower face of the metal strip upstream of the deflecting roller and/or of a section of the upper face of the metal strip downstream of the deflecting roller (6) with respect to the properties or surface quality thereof, the strip is preferably stationary.

Inventors:
DEGNER, Michael (Ruhfusstrasse 28, Dortmund, 44267, DE)
HOEN, Karl (Am Allen 5, Asbach, 53567, DE)
WAHLEN, Volker (Gottliebstrasse 46, Duisbaurg, 47166, DE)
Application Number:
EP2010/006250
Publication Date:
April 21, 2011
Filing Date:
October 13, 2010
Export Citation:
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Assignee:
SMS Siemag AG (Eduard-Schloemann-Straße 4, Düsseldorf, 40237, DE)
DEGNER, Michael (Ruhfusstrasse 28, Dortmund, 44267, DE)
HOEN, Karl (Am Allen 5, Asbach, 53567, DE)
WAHLEN, Volker (Gottliebstrasse 46, Duisbaurg, 47166, DE)
International Classes:
B21B38/00; B21C51/00; G01N21/88; G01N21/89
Attorney, Agent or Firm:
KLÜPPEL, Walter (Hemmerich & Kollegen, Hammerstrasse 2, Siegen, 57072, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Vorrichtung zur Untersuchung eines Metallbandes (10) mit einer Ober- und Unterseite (11b, 11a), aufweisend:

mindestens eine Umlenkrolle (6) zum Umlenken des Metallbandes (10), eine erste verfahrbare Klemmvorrichtung (3) zum Festklemmen und zum Verfahren des Metallbandes (10) zu der Umlenkrolle hin (6), und eine zweite verfahrbare Klemmvorrichtung (13) zum Festklemmen und zum Verfahren des Metallbandes (10) nach dessen Umlenkung durch die Umlenkrolle von der Umlenkrolle (6) weg.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Umlenkrolle (6) um eine Tänzerrolle, eine Arbeitsrolle oder eine Bandspeicherrolle oder eine einzelne Umlenkrolle handelt.

3. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens eine für eine Prüfperson begehbare Bühne (4, 14) zum Untersuchen eines Abschnitts der Unterseite des Metallbandes vor der Umlenkrolle und/oder eines Abschnitts der Oberseite des Metallbandes hinter der Umlenkrolle im Hinblick auf seine Eigenschaften oder seine Oberflächenqualität.

4. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Inspektionseinrichtung zum Untersuchen der Oberseite und/oder der Unterseite des Metallbandes.

5. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Beleuchtungseinrichtung (7) zur Ausleuchtung Oberseite (11b) und/oder Unterseite (11a) des Metallbandes (10) während der Untersuchung.

6. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, gekennzeichnet durch Laufschienen, entlang welchen die erste und zweite Klemmvorrichtung vorzugsweise zusammen mit dem Metallband verfahrbar sind.

Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufschienen zumindest näherungsweise horizontal angeordnet sind zum horizontalen Verfahren / Führen des Metallbandes.

Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Klemmvorrichtung ausgebildet sind, dass Metallband mit einer solch niedrigen Geschwindigkeit v zu verfahren, dass das Metallband während des Verfahrens oder im Ruhezustand untersucht werden kann.

Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Umlenkrolle (6) das Metallband (10) um einen Winkel von 170° bis 190°, vorzugsweise um 180° umlenkt.

Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Länge der Vorrichtung, insbesondere der Laufschienen, mindestens der Straßenlänge einer Walzanlage entspricht.

Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der ersten und zweiten Klemmvorrichtung um ein und dieselbe Vorrichtung handelt, welche vorzugsweise ausgebildet ist, das Metallband auch während seines Umlaufs um die Umlenkrolle festzuklemmen.

12. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Metallband um Kaltband handelt.

13. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der ersten Klemmeinrichtung in Transportrichtung des Metallbandes vorgelagert ein Abwickelhaspel (1) zum Abwickeln des Metallbandes und / oder der zweiten Klemmeinrichtung in Transportrichtung nachgelagert ein Aufwickelhaspel zum Aufwickeln des Metallbandes nach dessen Umlenkung angeordnet ist.

14. Verfahren zur Untersuchung eines Metallbandes mit einer Ober- und einer Unterseite, wobei

a) das Metallband (10) zu einer Umlenkrolle (6) hin verfahren wird, b) das Metallband (10) mit Hilfe der Umlenkrolle umgelenkt wird; c) das Metallband nach seiner Umlenkung von der Umlenkrolle weg verfahren wird; und

d) anschließend ein Abschnitt der Unterseite des Metallbandes vor der Umlenkrolle und/oder ein Abschnitt der Oberseite des Metallbandes hinter der Umlenkrolle im Hinblick auf seine Eigenschaften oder seine Oberflächenqualität untersucht wird.

15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallband horizontal auf die Umlenkrolle hin und / oder horizontal von der Umlenkrolle weg verfahren wird.

16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallband mit einer solch niedrigen Geschwindigkeit verfahren wird, dass die Untersuchung möglich ist oder dass das Metallband während seiner Untersuchung ruht.

17. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13 zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 14 bis 16.

Description:
Vorrichtung und Verfahren zur Untersuchung eines Metallbandes

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Untersuchung eines Metallbandes, insbesondere eines Kaltbandes.

Vorrichtungen zur Untersuchung von kalt gewalzten Metallbändern sind bekannt. Bei diesen Vorrichtungen wird das Ende des Bandes nach dem Aufwi- ekeln auf einer Haspelanlage abgeschnitten und anschließend zu einer drehbaren Vorrichtung transportiert. Die Untersuchung des Bandes wird durch die einstellbare Rotationsbewegung unter verschiedenen Blickwinkeln auf die Bandoberfläche ermöglicht. Weiter sind Vorrichtungen bekannt, bei denen das Ende des aufgewickelten Coils vertikal zu einer Umlenkrolle transportiert wird. Dort wird das Ende des aufgewickelten Coils von beiden Seiten inspiziert. Das Sichtfeld des Bandbeobachters ist aufgrund der vertikalen Anordnung des Untersuchungssystems teilweise eingeschränkt. Für die Untersuchung größerer Bandabschnitte ist das Abrollen des Bandes notwendig bis Oberflächenfehler wie Markierungen oder Peitschen vom Beobachter gesehen werden können. Die Bandoberfläche kann nur im unmittelbaren Zugangsbereich des Bandbeobachters angeschliffen werden. Aus JP 6182444 A ist eine Vorrichtung zur Untersuchung eines Metallbandes bekannt, wobei die obere und die untere Oberfläche in einem Durchgang untersucht werden.

Aus JP 4022513 A ist eine Vorrichtung zur Untersuchung eines Metallbandes bekannt, wobei nacheinander horizontale und vertikale Untersuchungen des Metallbandes erfolgen.

BESTÄTIGUNGSKOPIE Aus EP 1 590 105 B1 ist ein Untersuchungssystem für Walzprodukte einer Walzanlage bekannt, wobei an einem Förderband für Walzprodukte eine Anzahl von höhenverstellbaren Walzproduktklemmen angeordnet ist. Aus EP 1 590 106 B1 ist ein Untersuchungssystem für Walzprodukte einer Walzanlage bekannt, bei dem eine Anzahl von Untersuchungstischen und in Förderrichtung der Walzprodukte gesehen eine Wendevorrichtung angeordnet ist, bei der zwei Aufnahmeelemente für Walzprodukte um eine im wesentlichen parallel zur Erstreckungsebene der Walzprodukte ausgerichtete Drehachse schwenkbar sind.

Aus DE 2 162 384 OS ist ein Blechwender mit um zwei parallele, ortsfeste Achsen schwingende Gruppen von Wendearmen bekannt, die in der Nähe der Schenkachsen mit Stütznasen zur Halterung der Bleche während des Wende- Vorganges versehen und gruppenweise von doppelt beaufschlagbaren hydraulischen Stellmotoren angetrieben sind.

Aus DE 2 165 936 OS ist eine Wendevorrichtung für Brammen, Platinen, Bleche, Blechpakete und dergleichen mit einem ersten Schwenkarm bekannt, von dem das zu wendende Gut von einer Unterlage abgehoben und im Wesentlichen um 90° nach oben verschwenkt wird und einem zweiten Schwenkarm ü- bergeben wird, von dem das Gut um 90° weiter verschwenkt und auf einer Unterlage abgelegt wird. Aus EP 1 824 619 B1 ist ein Verfahren zur Untersuchung von Walzband, wobei ein Bandprüfstück auf einer ersten Seite untersucht wird und dann zur Untersuchung einer zweiten Seite umgedreht wird.

Aus WO 2004/060589 A1 ist ein Verfahren zum Walzen und anschließenden Haspeln von Metallband, insbesondere von Stahlband, auf zumindest einen drehangetriebenen, spreizbaren Haspeldorn bekannt, wobei das Metallband in Längsabschnitten auf Walzanomalien untersucht wird.

Aus WO 2007/107675 A1 ist eine Vorrichtung zur Untersuchung eines Metallbandes bekannt. Die Vorrichtung besteht aus einer vertikalen Untersuchungs- ebene zwischen einem Abwickelgerät und einer Wickelvorrichtung. Die Untersuchung wird visuell auf beiden Flächen des Bandes durchgeführt.

Es existieren Vorrichtungen für die Oberflächenuntersuchung von Kaltbändern. Diese Vorrichtungen arbeiten im Online-Modus und sind überwiegend kamera- basiert. Die Auswertung der aufgenommenen Bilder erfolgt über Neuronale Netz Techniken. Nachteile dieser Systeme sind, dass nicht jeder Oberflächenfehler gefunden wird und sogenannte Pseudo-Fehler angezeigt werden. Pseu- do-Fehler sind keine wirklichen Oberflächenbeeinträchtigungen, sondern werden unter anderem durch ungünstige Umwelteinflüsse im Bereich des Messfel- des hervorgerufen. Die aufgrund von detektierten Oberflächenfehlern gesperrten Bänder werden in Untersuchungslinien nochmals überprüft bevor die Bänder verschickt werden. Die Kaltbandstraßen verfügen in nur einigen Fällen über automatische Systeme zur Oberflächenuntersuchung. Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, eine Vorrichtung zur Untersuchung eines Metallbandes, insbesondere Kaltbandes, mit einem einfachen Aufbau bereitzustellen.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird gelöst durch eine Vorrichtung zur Untersuchung eines Metallbandes mit einer Ober- und Unterseite, aufweisend: mindestens eine Umlenkrolle zum Umlenken des Metallbandes,

eine erste verfahrbare Klemmvorrichtung zum Festklemmen und zum Verfahren des Metallbandes zu der Umlenkrolle hin, und

eine zweite verfahrbare Klemmvorrichtung zum Festklemmen und zum Verfah- ren des Metallbandes nach dessen Umlenkung durch die Umlenkrolle von der Umlenkrolle weg. Der Begriff Untersuchung im Sinne der vorliegenden Erfindung meint ein Prüfen der Oberfläche des Metallbandes im Hinblick auf eventuell vorhandene Oberflächenfehler oder Eigenschaftsfehler auf der Unter- und / oder Oberseite des Metallbandes, nachfolgend auch kurz Band genannt.

Bevorzugte Ausführungen der Erfindung gehen aus den Merkmalen der Unteransprüche hervor.

Es wird eine Vorrichtung zur Untersuchung von Metallband vorgeschlagen, bei der das auf einer Abwickelhaspel aufgehaspelte Ende des Bandes vorzugsweise horizontal mit Hilfe einer ersten verfahrbaren Klemmvorrichtung und Laufschienen unter Zug zu einer Umlenkrolle transportiert, an der Umlenkrolle vorzugsweise um 180° umgelenkt und nachfolgend mit Hilfe einer zweiten verfahrbaren Klemmvorrichtung zurück vorzugsweise in Richtung einer Aufwickelhas- pel transportiert wird.

Durch die vorzugsweise horizontale Anordnung der Vorrichtung ist eine bedienungsfreundliche und ganzheitliche Untersuchung der Bandoberseite und Bandunterseite gegeben. Die Länge der Vorrichtung, insbesondere der Lauf- schienen entspricht mindestens der Straßenlänge einer Kaltwalzanlage. Eine Kaltwalzanlage weist typischerweise eine Länge von 15 m bis 25 m, vorzugsweise etwa 20 m auf. Periodische Fehler lassen sich im Band gut finden.

Die Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegen insbesondere im einfa- chen Aufbau. Bei der Untersuchung entsteht keine zusätzliche Verschmutzung des Bandes. Die Vorrichtung wird durch das Band nur geringfügig verschmutzt, da nur die Umlenkrolle direkten Kontakt mit dem Band aufweist.

Es besteht die Möglichkeit des Anschleifens von Bändern bei der Untersuchung unter Bandzug. Der Bandzug kann beispielsweise durch Einklemmen des Metallbandes zwischen der ersten und zweiten Klemmvorrichtung unter Zwischen- Schaltung der Umlenkrolle und Verfahren der beiden Klemmvorrichtung gegeneinander aufgebaut werden. Alternativ kann der Bandzug in dem Metallband auch durch geeignete Ansteuerung des Ab- und Aufwickelhaspels unter Zwischenschaltung der Umlenkrolle aufgebaut werden. Unter Bandzug ist beispielsweise ein Oberflächenfehler, wie Peitschenmarkierung in schwacher Aus- prägung sicher detektierbar. Der Fehler Peitschenmarkierung (Pinch Marks) entspricht linienförmigen Markierungen auf dem Band, die einzeln auftreten können oder periodisch wiederkehren und nicht längs zur Walzrichtung liegen. Der Fehler wird durch unplanes Band hervorgerufen, das im Walzspalt

Quetschfalten verursachen kann. Hinterlässt eine Peitsche einen Abdruck auf der Walzenoberfläche, tritt der Fehler periodisch wiederkehrend auf. Peitschenmarkierungen sind auf dem Band in schwacher Ausprägung mit dem bloßen Auge nicht mehr erkennbar. Zur Erkennung der Peitschenmarkierung erfolgt in der Praxis das Anschleifen der Bandoberfläche unter Zug. Der Vorteil des Anschleifens unter Zug liegt zum einen darin, dass ein ebenes Band erhalten wird, da Unebenheiten durch die Vorrichtung herausgezogen werden und zum anderen im wirkungsvollen Anschleifen, da größere Oberflächen möglich sind. Bei unplanem Band mit Wellenbergen und Wellentälern werden nur die Berge angeschliffen. Anschleifen von Bandabschnitten bedeutet das händische Schleifen der Bandoberfläche zum Sichten von "versteckten" Oberflächendefekten, wie periodischen Streifen oder Schatten, die ansonsten nicht erkennbar sind.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung erfordert geringere Investitionskosten und verringerte Kosten für Instandhaltung, da sie nur wenige Bauteile enthält. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht einfache Handhabung bei der Untersuchung.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist den Vorteil auf, dass das Metallband, insbesondere Kaltband, zur Untersuchung optional abgehaspelt wird und nach der Untersuchung optional aufgehaspelt wird. Die Kaltbandproduktion wird ge- steigert, da im Falle eines fehlerfreien Bandes der Rücktransfer des Endes des Bandes mit der beweglichen Klemmvorrichtung zur Aufhaspelanlage der Kaltwalzstraße ohne Verzögerung erfolgt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung benötigt keine Probenschere. Es fällt demnach kein Probenschrott an. Das Ausbringen wird insgesamt erhöht und die Bestandteile der Vorrichtung werden verein- facht. Bei Vorrichtungen zur Untersuchung eines Metallbandes nach dem Stand der Technik muss das zu untersuchende Ende des Bandes abgeschnitten und auf eine entsprechende Untersuchungsanlage transportiert werden, was mit erheblichen Zeitaufwand und Materialverlust verbunden ist. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht vorzugsweise eine visuelle offline Untersuchung der Oberfläche von Metallband in Kaltwalzwerken durch das menschliche Auge einer Prüfperson. Dabei beträgt die Bandgeschwindigkeit vorzugsweise 0 m/s während der Untersuchung. Bei Verwendung einer Inspektionseinrichtung kann die Bandgeschwindigkeit eventuell höher liegen als bei Untersuchung durch die Prüfperson. Allgemein darf die Geschwindigkeit des Metallbandes während seiner Untersuchung höchstens so groß sein, dass die Untersuchung noch sinnvoll möglich ist.

Vorzugsweise handelt es sich bei der ersten und zweiten Klemmvorrichtung um ein und dieselbe Vorrichtung. Weiter vorzugsweise ist die eine Klemmvorrichtung ausgebildet, das Metallband auch während seines Umlaufs um die Umlenkrolle festzuhalten / festzuklemmen, d. h. die Klemmvorrichtung läuft zusammen mit dem Metallband um die Umlaufrolle. Besondere Ausbildungsbeispiele der Erfindung sehen einzeln oder in Kombination vor, dass

• es sich bei der mindestens einen Umlenkrolle z.B. um eine Tänzerrolle, eine Arbeitsrolle, eine einfache Umlenkrolle oder eine Bandspeicherrolle handelt; die Vorrichtung mindestens eine für die Prüfperson, nachfolgend auch Beobachter genannt, begehbare Bühne aufweist zum Untersuchen eines Abschnitts der Unterseite des Metallbandes vor der Umlenkrolle und/oder eines Abschnitts der Oberseite des Metallbandes hinter der Umlenkrolle im Hinblick auf seine Eigenschaften oder seine Oberflächenqualität; die Vorrichtung eine Inspektionseinrichtung aufweist zum Untersuchen der Oberseite und/oder der Unterseite des Metallbandes alternativ oder zusätzlich zu der Prüfperson; die Vorrichtung Beleuchtungseinrichtungen aufweist zur Ausleuchtung der Oberseite und/oder Unterseite des Metallbandes; die Vorrichtung Laufschienen aufweist, entlang welchen die erste und zweite Klemmvorrichtung mit dem Metallband verfahrbar sind; die Laufschienen vorzugsweise zumindest näherungsweise horizontal angeordnet sind zum horizontalen Führen des Metallbandes auf die Umlenkrolle hin und zum horizontalen Führen des Metallbandes von der Umlenkrolle weg.; die erste und die zweite Klemmvorrichtung ausgebildet sind, dass Metallband mit einer solch niedrigen Geschwindigkeit v zu verfahren bzw. zu führen, dass das Metallband während des Verfahrens oder im Ruhezustand untersucht werden kann; die Umlenkrolle (6) das Metallband (10) um einen Winkel von 170° bis 190°, vorzugsweise um 180° umlenkt; es sich bei dem Metallband um Kaltband handelt; und / oder der ersten Klemmeinrichtung in Transportrichtung des Metallbandes vorgelagert ein Abwickelhaspel zum Abwickeln des Metallbandes und / oder der zweiten Klemmeinrichtung in Transportrichtung nachgelagert ein Aufwickelhaspel zum Aufwickeln des Metallbandes angeordnet ist.

Eine weitere Lösung der oben genannten Aufgabe liegt in einem Verfahren zur Untersuchung eines Metallbandes mit einer Ober- und einer Unterseite, wobei a) das Metallband zu einer Umlenkrolle hin verfahren wird,

b) das Metallband mit Hilfe der Umlenkrolle umgelenkt wird;

c) das Metallband nach seiner Umlenkung von der Umlenkrolle weg verfahren wird; und

d) anschließend ein Abschnitt der Unterseite des Metallbandes vor der Umlenkrolle und/oder ein Abschnitt der Oberseite des Metallbandes hinter der Umlenkrolle im Hinblick auf seine Eigenschaften oder seine Oberflächenqualität untersucht wird.

Die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13 ist ausgebildet zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 14 bis 16.

Die Vorteile des Verfahrens und der Verwendung entsprechen den oben mit Bezug auf die Vorrichtung genannten Vorteilen.

Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung beispiel- haft näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht einer horizontalen Untersuchungsvorrichtung mit zwei begehbaren Bühnen, Fig. 2 eine Seitenansicht einer horizontalen Untersuchungsvorrichtung mit einer begehbaren Bühne und

Fig. 3 eine Draufsicht einer horizontalen Untersuchungsvorrichtung.

Fig. 1 und Fig. 2 zeigen verschiedene Ausführungsbeispiele für die erfindungsgemäße Vorrichtung, nachfolgend auch Untersuchungsvorrichtung I und Untersuchungsvorrichtung II genannt. Die Untersuchung des Metallbandes 10, nachfolgend auch Band genannt, läuft beispielsweise wie folgt ab. Ein Coil wird zusammen mit seinen spezifischen Daten, wie unter anderem Durchmesser, Breite und Coilnummer mit einem Bundwagen von einem Aufhaspel zur Untersuchungsvorrichtung I, II gefahren. Ein Coil bezeichnet einen Bund aufgewickeltes Metallband.

Das Coil wird auf den Haspeldorn (nicht gezeigt) eines Abwickelhaspels 1 gefahren. Der Bundanfang wird entgegen der Wickelrichtung um 180° gedreht. Die verfahrbare erste Klemmvorrichtung 3 wird mit Bundöffner 2 vorgefahren. Das Coil wird vorwärts gedreht und der Bandanfang 10 in die erste Klemmvor- richtung 3 eingeführt und dort eingeklemmt. Als Klemmvorrichtung 3, 13 können verfahrbare Greifzangen eingesetzt werden, die das Metallband 10 entweder direkt am Bandkopf oder seitlich an seinen Kanten fassen. Die erste Klemmvorrichtung 3 und die zweite Klemmvorrichtung 13 dienen jeweils zum Festklemmen und Verfahren, gleichbedeutend mit Führen oder Fördern, des Metallban- des 10, z.B. entlang der Laufschienen 5. Konkret wird das Metallband 10 mit Hilfe der ersten verfahrbaren Klemmvorrichtung 3 entlang der Laufschienen 5 von der Abwickelhaspel 1 bis zur Umlenkrolle 6 verfahren / geführt. Nach seiner Umlenkung um die Umlenkrolle 6 wird das Metallband 10 mit Hilfe der zweiten verfahrbaren Klemmvorrichtung 13 entlang der Laufschienen 5 von der Umlenkrolle 6 weg z.B. in Richtung einer Aufwickelhaspel 1 verfahren / geführt. Das Metallband 10, insbesondere Kaltband, wird nach seiner Umlenkung bei mindestens einer vorgegebenen Endposition angehalten. Der Bandzug wird dann z.B. mit den Klemmvorrichtungen aufrechterhalten. Das Metallband 10 wird untersucht. Die Untersuchung in der Vorrichtung wird aus der Fig. 3 deutlich. Die Umlenkrolle 6 und die Umlenkung des Metallbandes 10 um ca. 180° haben den Vorteil, dass vor der Umlenkung die Oberseite 11b des Metallbandes 10 oben liegt und von der Prüfperson 9 durch einen Blick von oben nach unten inspiziert werden kann. Nach Umlenkung durch die Umlenkrolle 6 liegt die Unterseite 11a des Metallbandes 10 oben und kann von der Prüfperson 9 wieder durch einen Blick von oben nach unten inspiziert werden. Bei der Vor- richtung I werden die Oberseite 11b und Unterseite 11a des Metallbandes 10 durch eine Prüfperson 9 visuell von einer ersten Bühne 4 und einer zweiten Bühne 14 aus untersucht; siehe Fig. 1. Bei der Vorrichtung II werden die Oberseite 1 b und Unterseite 11a des Metallbandes 10 durch die Prüfperson 9 von einer einzigen Bühne 4 aus untersucht; siehe Fig. 2. In beiden Fällen ermöglicht die Bühne die Untersuchung sowohl der Ober- wie auch der Unterseite des Metallbandes 10 jeweils mit einem Blick der Prüfperson von oben nach unten, was eine erleichterte Arbeitshaltung für die Prüfperson darstellt. Grundsätzlich ist das Vorsehen der Bühne jedoch optional, denn die Prüfung kann alternativ gegebenenfalls auch vom Hüttenflur aus erfolgen.

Die Klemmvorrichtungen 3, 13 mit dem eingeklemmten Metallband ruhen vorzugsweise für die Zeitdauer der Untersuchung. Die Oberseite 1b und Unterseite 11a des Bandes 10 werden während der Untersuchung vorzugsweise mit mindestens einer Beleuchtungseinrichtung 7, 17 ausgeleuchtet. Die Beobachter 9, welche die Oberseite 11b und Unterseite 11a des Bandes 10 untersuchen, bewegen sich von der begehbaren Bühne 4 zu der begehbaren Bühne 1 und umgekehrt über eine Treppe 8.

Das Kaltband 10 weist beispielsweise eine Breite von 800 mm bis 2.100 mm und eine Dicke von beispielsweise 0,2 mm (Feinstblech) bis 1 ,5 mm (Feinblech) auf. Bei dem Metallband kann es sich um Grund- und Qualitätsstahl, höherfeste Güten, wie Trip- und Twip-Stahl, oder niedrigstgekohlte Stähle für Anwendungen beim Tiefziehen handeln. Die Temperatur des Metallbandes beträgt bei der Offline durchgeführten Untersuchung maximal 300 °C, typischerweise jedoch Raumtemperatur.

Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung I, II wird der Zeitaufwand für die Untersuchung verringert verglichen mit herkömmlichen Untersuchungsvorrichtungen. Bei marktüblichen Offline Untersuchungssystemen werden für den kompletten Untersuchungsprozess etwa 380 s benötigt. Die Zeiten für eine Untersuchung mit Hilfe der erfindungsgemäße Vorrichtung I, II und des erfindungsgemäßen Verfahrens liegen bei 250 s und sind damit deutlich niedriger.

Die Zeitdauer von 250 s verteilt sich auf die folgenden Vorgänge wie folgt mäß

Tabelle 1 :

Der Zeitvorteil von 130 s ergibt sich bei Beginn der Untersuchung, wenn das Metallband 10 mit der Klemmvorrichtung 3 bereits in die Untersuchungsvorrich- tung transportiert wird.

Die nachstehend aufgeführten Tabellen 2 und 3 zeigen die Arbeitschritte der Bundvorbereitung und Untersuchung und nach der Untersuchung eines Kaltbandes beispielhaft auf. Tabelle 2

Bundvorbereitung und Untersuchung

Nr. Arbeitsschritt

1 Coiltransport zur Untersuchungsvorrichtung I, II

2 Einfahren des Coils auf den Haspeldorn

3 Haspeldorn Spreizen

4 Einschwenken der Stützlagen

5 Bundwagen absenken

6 Anschwenken der Andrückrollen

7 Bundanfang um 180° entgegen Wickelrichtung drehen

8 Verfahrbare Klemmvorrichtung 3 mit Bundöffner 2 vorfahren

9 Bund vorwärts drehen und Anfang in Klemmvorrichtung 3 einführen

10 Band 10 klemmen

11 Abschwenken der Andrückrollen

12 Bremse vom Abwickler lösen

13 Bandzug einschalten

14 Klemmvorrichtung 13 in die Bunduntersuchung einfahren

15 Anhalten der Klemmvorrichtung 3, 13 an der Endposition

16 Bremse vom Abhaspei schließen und Antrieb abschalten

17 Zug mit der Klemmvorrichtung 3, 13 aufrechterhalten

18 Band 10 untersuchen Tabelle 3

Ablauf nach der Untersuchung

Nr. Arbeitsschritt

20 Abhaspei zuschalten

21 Bandzug zuschalten

22 Bundanfang mit Abhaspei langsam zurückwickeln

23 Anschwenken der Andrückrolle 500 mm vor der Endposition

24 Bandzug abschalten

25 Klemmvorrichtung 3, 13 öffnen

26 Bandkopf auf 5 Uhr positionieren

27 Andrückrolle abschwenken

28 Bundwagen unter dem Coil positionieren

29 Schwenklager ausfahren

30 Entspreizen

31 Bund vom Abhaspeldorn fahren

02.10.2009 le.kl.vh 46

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Bezugszeichenliste

1 Horizontale Untersuchungsvorrichtung

II Horizontale Untersuchungsvorrichtung

1 Haspel / Coil

2 Bundöffner

3 Verfahrbare Klemmvorrichtung

Begehbare Bühne

5 Laufschienen

6 Umlenkrolle

7 Beleuchtungseinrichtung

8 Treppe

9 Beobachter / Überwachungsperson

10 Kaltband / Metallband

11a Kaltbandunterseite / Unterseite

11 b Kaltbandoberseite / Oberseite

13 Verfahrbare Klemmvorrichtung

14 Begehbare Bühne

17 Beleuchtungseinrichtung