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Title:
DEVICE AND METHOD FOR APPLYING SPACER TAPES TO GLASS PANES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/047402
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device for simultaneously applying elastoplastic spacer tapes to two glass panes having an identical contour and identical dimensions, comprising two application heads (107), which can be adjusted up and down on linear axes (105) in a substantially vertical manner. The application heads (107) are moved synchronously, as are the two glass panes by way of retaining units associated with the two glass panes, which retaining units move the glass panes in a direction perpendicular to the direction of motion of the application heads (107). it is therefore sufficient to measure a single glass pane of a triple insulating glass element, and both application panes of the insulating glass element can be coated with spacer tapes at the same time, which saves time and allows the two application panes to be assembled with the cover pane in a short period of time to form an insulating glass element having three panes.

Inventors:
MADER, Leopold (Gaistechen 39, Neuhofen/Ybbs, A-3364, AT)
KARNER, Leopold (Hauptstraße 20, Krummnußbaum, A-3375, AT)
Application Number:
AT2010/000401
Publication Date:
April 28, 2011
Filing Date:
October 21, 2010
Export Citation:
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Assignee:
INOVA LISEC TECHNOLOGIEZENTRUM GMBH (Peter-Lisec-Straße 1, Seitenstetten, A-3353, AT)
MADER, Leopold (Gaistechen 39, Neuhofen/Ybbs, A-3364, AT)
KARNER, Leopold (Hauptstraße 20, Krummnußbaum, A-3375, AT)
International Classes:
E06B3/673
Attorney, Agent or Firm:
BEER, Manfred (Lindengasse 8, Wien, A-1070, AT)
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Claims:
Ansprüche:

1. Vorrichtung zum Applizieren flexibler, insbesondere elastoplastischer, Abstandhalterbänder auf Glasscheiben im Zuge des Herstellens von Isolierglasscheiben, insbesondere von Isolierglasscheiben mit mehr als zwei, vorzugsweise drei, Glasscheiben, gekennzeichnet durch zwei oder drei synchron verstellbare Applizierköpfe (107), durch je wenigstens eine den Applizierköpfen (107) zugeordnete Vorratstrommel für Abstandhalterband, wobei die Applizierköpfe (107) einer Stützwand (101), an welcher Glasscheiben abgestützt sind, gegenüberliegend angeordnet sind.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Vorratstrommeln in klimatisierten Gehäusen (109) angeordnet sind.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Applizierköpfe (107) an, insbesondere vertikal ausgerichteten, zur Ebene der Stützwand (101) parallelen Linearführungen (105) verstellbar geführt sind.

4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Applizierköpfe (107) zum gleichzeitigen Applizieren von Abstandhalterbändern auf wenigstens zwei Glasscheiben eingerichtet sind.

5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass den Applizierköpfen (107) eine Einrichtung zum Vermessen der Glasscheiben, auf weiche Abstandhalterbänder zu applizieren sind, zugeordnet ist.

6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an der Stützwand ( 01) Einrichtungen (103) zum Linearfördern und Einrichtungen zum Halten von Glasscheiben vorgesehen sind.

7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (103) zum Linearfördern ausgewählt ist aus der Gruppe umfassend eine Reihe von Transportrollen und wenigstens ein Förderband.

8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Applizier- kopf (107) eine Einrichtung zum Halten einer Glasscheibe zugeordnet ist.

9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Halten einer Glasscheibe wenigstens einen parallel zum Linearförderer (103) verstellbaren Saugkopf oder einen Saugbandförderer aufweist.

10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Applizierkopf (107) zwei oder mehr als zwei Vorratstrommeln für unterschiedliche Abstandhalterbänder zugeordnet sind.

11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Applizierköpfe (107) synchron verstellbar sind.

12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 1, dadurch gekennzeichnet, dass den Applizierköpfen (107) eine gemeinsame Einrichtung (199) zum Aufbereiten und Zuführen von auf die Abstandhalterbänder aufzubringendem Kleber zugeordnet ist.

13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (199) zum Zuführen von Kleber auf Butylkautschukbasis eingerichtet ist.

14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (199) zum Zuführen von Kleber zu in den Applizierköpfen (107) vorgesehenen Düsen für das Auftragen von Kleber auf Seitenflächen der Abstandhalterbänder eingerichtet ist.

15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtungen zum Halten der Glasscheiben quer zu der Richtung, in welcher die Applizierköpfe (107) verstellbar sind, verstellbar sind.

16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtungen zum Halten der Glasscheiben synchron verstellbar sind.

17. Anlage zum Herstellen von Isolierglas, gekennzeichnet durch eine Vorrichtung zum Applizieren von Abstandhalterband nach einem der Ansprüche 1 bis 16, und durch einen Pufferspeicher (113), der zwischen der Vorrichtung zum Applizieren von Abstandhalterband und einer dieser nachgeordneten Presse zum Zusammenbau und Verpressen von Isolierglasscheiben angeordnet ist.

18. Anlage nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Pufferspeicher (1 3) mehrere Speicherfächer ( 15) aufweist und quer zum Linearförderer (103) verstellbar ist. 9. Verfahren zum Applizieren von Abstandhalterbändem auf Glasscheiben im Zuge des Herstellens von Isolierglasscheiben, insbesondere von Isolierglasscheiben mit mehr als zwei, vorzugsweise drei Glasscheiben, bei den wenigstens zwei synchron verstellbare Applizierköpfe gleichzeitig verstellt werden, bei dem den Applizierköpfen Abstandhalterbänder von zugeordneten Vorratstrommeln zugeführt werden und bei de, Abstand- halterbänder gleichzeitig auf zwei Glasscheiben als Abstandhalter appliziert werden.

20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandhälterbänder gleichzeitig auf zwei Glasscheiben appliziert werden.

21. Verfahren nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass Abstandhälterbänder auf zwei gleich große Glasscheiben durch synchrones Bewegen der Applizier- köpfe und/oder der Glasscheiben appliziert werden.

22. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 21 , dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Applizieren der Abstandhälterbänder die Größe der Glasscheiben auf die Abstandhälterbänder zu applizieren sind, gemessen und die so erfassten Abmessungen der Glasscheiben der Steuerung für die Applizierköpfe zugeführt werden.

23. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass zum Herstellen von Dreischeibenisolierglas eine erste Scheibe (Deckscheibe) ohne das Applizieren von Abstandhalterband durch die Anlage gefördert wird, dass die zweite Glasscheibe, zu dem, bezogen auf die Förderrichtung, zweiten Applizierkopf bewegt wird, dass die dritte Glasscheibe, zu dem, bezogen auf die Förderrichtung, ersten Applizierkopf bewegt wird, und dass beide Applizierköpfe in Bewegung gesetzt und durch kombiniertes Bewegen der Glasscheiben einerseits und der Applizierköpfe andererseits, auf den Rand beider Glasscheiben jeweils ein Abstandhalterband, als Abstandhalter appliziert wird.

24. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Abmessungen der ersten Glasscheibe erfasst werden und dass die so erfasste Größe der ersten Glasscheibe der Steuerung beider Applizierköpfe zugeführt wird.

25. Verfahren nach Anspruch 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet, dass beide Applizierköpfe synchron und gleichzeitig Abstandhalterband auf die zweite und dritte Glasscheibe applizieren.

26. Verfahren nach einem der Ansprüche 23 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Applizierköpfe Abstandhälterbänder mit unterschiedlichen Abmessungen, insbesondere unterschiedlicher Breite, auf die zweite bzw. dritte Glasscheibe appliziert werden.

27. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die erste Glasscheibe als auch die mit Abstandhalterband jeweils belegte zweite und dritte Glasscheibe vor dem Zusammenbauen der Dreifachisolierglasscheibe in einem Pufferspeicher zwischengelagert werden und bei Bedarf und in der richtigen Reihenfolge aus dem Pufferspeicher in eine nachgeschaltete Vorrichtung, insbesondere eine Presse für den Zusammenbau von Isolierglas, wobei der Innenraum der Isolierglasscheibe gegebenenfalls mit einem von Luft verschiedenem Gas gefüllt wird, bewegt werden.

Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass beim Applizieren von Abstandhalterband, die die Glasscheiben horizontal hin- und herbewegt werden und dass die Applizierköpfe auf- und abbewegt werden, derart, dass durch die kombinierten Bewegungen auf jede der beiden Glasscheiben Abstandhalterband entlang des Randes appliziert wird.

Description:
Vorrichtung und Verfahren zum Applizieren von Abstandhalterbändern auf Glasscheiben

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffes von Anspruch 1. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Applizieren von Abstandhalterbändern auf Glasscheiben.

Üblicherweise bestehen die Abstandhalter zwischen den Glasscheiben einer zwei oder auch mehr Glasscheiben umfassenden Isolierglaseinheit aus Aluminium- oder Stahlhohlprofilen. Aus der DE-A-30 02 904 ist ein häufig als "Swiggle-Strip" bezeichneter Abstandhalter in Form eines Bandes mit Rechteckquerschnitt bekannt, das, mit Schutzfolien versehen, von einer Vorratstrommel oder -haspel kommt und mittels einer mit einem wendbaren Kopf ausgestatteten Vorrichtung ("Applizierkopf ) auf die Glasscheibe aufgebracht wird. Bandförmige Abstandhalter auf der Basis von Butylkautschuk sind zäh-plastisch, stark klebend (was zur Erzielung einer gasdichten Verbindung zunächst mit der ersten und später mit der zweiten Glasscheibe der Isolierglaseinheit erwünscht ist), haben aber eine stark temperaturabhängige Viskosität.

In jüngerer Zeit sind wesentlich weniger temperaturempfindliche elastoplastische Abstandhal- terbänder auf der Basis von Polyurethan oder Ähnlichem entwickelt worden, die ebenfalls Rechteckquerschnitt haben, form- und abmessungsbeständiger als der sogenannte "Swiggle- Strip" sind, auf der späteren Außenseite eine Diffusionssperre, z.B. eine Kaschierung aus Aluminiumfolie, haben und auf den zur Verklebung mit den Glasscheiben bestimmten Schmalseiten herstellerseitig mit einer dünnen, bis zum Applizieren des Bandes mit Schutzfolien abgedeckten Beschichtung aus einem stark adhäsiven Kleber versehen sind.

Aus der DE-A-102 12 359 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Applizieren eines derartigen Bandes auf wenigstens eine Glasscheibe einer aus wenigstens zwei Glasscheiben bestehenden Isolierglaseinheit bekannt.

Aus der DE-A-103 50 312 ist eine Vorrichtung zum Herstellen von Isolierglasscheiben bekannt, die eine Vorrichtung zum Applizieren eines elastoplastischen Bandes aufweist. Diese Vorrichtung zum Applizieren eines elastoplastischen Bandes als Abstandhalter bei der Herstellung von Isolierglasscheiben umfasst eine Vorratshaspel für das Band, mehrere angetrie- bene Bandführungsrollen und einen relativ zu einer ersten Glasscheibe beweglichen Andrückkopf für das Band. Im Unterschied zum Stand der Technik wird ein elastoplastisches Band verwendet, dessen Seitenflächen noch nicht mit einem Kleber beschichtet sind. Dieser wird vielmehr erst kurz vor dem Applizieren des Bandes auf dessen beide Seitenflächen aufgetragen. Hierzu sind zwischen der Vorratshaspel und dem Andrückkopf einander gegen- überliegende Düsen vorgesehen, welche die Seitenflächen des Bandes mit dem Kleber be- schichten.

Insbesondere beim Herstellen von Mehrscheiben-Isolierglas, also Isolierglasscheiben mit drei oder mehr Glasscheiben, die miteinander durch Abstandhalterbänder verbunden sind, ist mit der bekannten Vorrichtung ein rasches und zeitsparendes Arbeiten nicht möglich, da nacheinander auf zwei Scheiben Abstandhalter aufzubringen sind und erst dann das Isolierglaselement zum Zusammenfügen der Applizierscheiben (= Glasscheibe mit appliziertem Abstandhalterband) und der Deckscheibe (= Glasscheibe ohne Abstandhalterband) möglich ist. Auch beim Herstellen von Zweischeiben-Isolierglas könnte oft Zeit gespart werden, wenn mehrere Glasscheiben gleichzeitig mit Abstandhalterbändern belegt werden könnten.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren der eingangs genannten Gattungen zur Verfügung zu stellen, mit welcher das Applizieren flexibler, insbesondere elastoplastischer, Abstandhalterbänder auf Glasscheiben im Zuge des Herstellens von Isolierglasscheiben zeitsparender und mit weniger Aufwand als bisher möglich ist.

Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit einer Vorrichtung, welche die Merkmale von Anspruch 1 aufweist.

Die Aufgabe wird, was das Verfahren betrifft, durch den unabhängigen auf das Verfahren gerichteten Anspruch gelöst.

Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteran- sprüche.

Dadurch, dass in der erfindungsgemäßen Vorrichtung mehr als ein Applizierkopf vorgesehen ist, können zwei Glasscheiben gleichzeitig mit Abstandhalterband belegt werden. Es ist also das Applizieren flexibler Abstandhalterbänder zeitsparend möglich.

Insbesondere wenn mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung gleich große und identische Umrissformen aufweisende Glasscheiben mit Abstandhalterbändern zu belegen sind, bewährt sich eine Ausführungsform der Erfindung, bei welcher die Applizierköpfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung synchron bewegbar sind.

Insbesondere erlaubt es die Erfindung zum Herstellen von Dreischeiben-Isolierglas ein Verfahren anzuwenden, das beispielsweise wie folgt arbeitet: Die erste Scheibe (Deckscheibe) fährt in die Anlage ein und wird, ohne dass auf ihr ein Abstandhalterband appliziert wird, durch die Anlage gefördert. Daraufhin wird die zweite Glasscheibe, d.h. eine Glasscheibe, auf wel- che ein Abstandhalterband zu applizieren ist (1. Applizierscheibe), bis zu dem bezogen auf die Förderrichtung zweiten Applizierkopf bewegt, dort von einer Halteeinrichtung erfasst, beispielsweise angesaugt, vermessen und an der Halteeinrichtung in die Applizier-Startposition bewegt.

Sobald dies geschehen ist oder, soweit möglich, zeitlich überlappend, wird eine dritte Glas- scheibe (2. Applizierscheibe) bis zu dem bezogen auf die Förderrichtung ersten Applizierkopf bewegt, dort von einer dort vorgesehenen, weiteren Halteeinrichtung erfasst und in die Position für den Applizierstart bewegt. Sobald dies geschehen ist, werden beide Applizierköpfe in Bewegung gesetzt und durch kombinierte Bewegung der Glasscheiben einerseits (bevorzugt in Horizontalrichtung) und der Applizierköpfe in einer dazu normalen Richtung (bevorzugt im Wesentlichen lotrecht auf und ab) andererseits auf den Rand der beiden Glasscheiben jeweils ein Abstandhalterband appliziert.

Dadurch, dass die Größe der ersten Applizierscheibe im Bereich des auslaufseitigen Applizier- kopfes mit Hilfe einer Einrichtung zum Vermessen der Glasscheibe gemessen wird, kann die Steuerung der Bewegungen der Applizierköpfe einerseits und der Glasscheiben (durch die ihnen zugeordneten Halteeinrichtungen) andererseits so erfolgen, dass das Abstandhalterband mit dem gewünschten Abstand vom äußeren Rand der Glasscheibe aufgebracht (appliziert) wird. In einer vorteilhaften Ausführungsform ist der erfindungsgemäßen Vorrichtung nach einer Einrichtung zum Verschließen der zunächst noch offenen Ecke im Abstandhalter und vor einer nachgeschalteten Presse, insbesondere einer Presse, in der Isolierglaselemente mit Gas gefüllt werden, ein Pufferspeicher nachgeschaltet. Dieser Pufferspeicher, der beispielsweise sechs Fächer für Glasscheiben aufweist, erlaubt es, die unterschiedlichen Arbeitszyklen und Abläufe zwischen der erfindungsgemäßen Vorrichtung und der (Gasfüll-) Presse auszugleichen. Die Presse, insbesondere die Gasfüllpresse, kann mit einer oder zwei beweglichen Pressplatten ausgebildet sein und im Übrigen so (ähnlich) aufgebaut sein und arbeiten, wie dies aus der EP 0 603 148 A, EP 0 674 085 A, EP 0 674 086 A oder der EP 0 674 087 A bekannt ist.

Der Pufferspeicher kann so ausgebildet und betreibbar sein, wie dies aus der EP 0 816 265 A oder der EP 0 704 389 A an sich bekannt ist.

Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung anhand der Zeichnungen.

Es zeigt: Fig. 1 eine erfindungsgemäße Einrichtung in Vorderansicht und Fig. 2 eine Draufsicht auf die Anlage aus Fig. 1,

Fig. 3 eine perspektivische Darstellung eines an sich aus der DE 102 12 359 A bekannten Applizierkopfes einer Vorrichtung zum Applizieren eines elastoplastischen Abstandhalter- bandes,

Fig. 4 den gleichen Applizierkopf, gesehen etwa aus der Richtung "A" in Fig. 3, Fig. 5 eine der Fig. 4 entsprechende, etwas vereinfachte Aufsicht

Fig. 6 eine Schrägaufsicht mit Band und

Fig. 7 stark vereinfact eine Einrichtung mit nachgeschalteten Anlageteilen. Die in den Fig. 1 und 2 gezeigte beispielhafte Ausführungsform einer Vorrichtung zum Applizieren von (elastoplastischen) Abstandhalterbändem auf Glasscheiben im Zuge des Herstellens von Mehrscheiben-Isolierglas, im Ausführungsbeispiel Dreischeiben-Isolierglas, besitzt folgenden grundlegenden Aufbau. Die Vorrichtung umfasst eine im Wesentlichen lotrecht ausgerichtete, im Normalfall um wenige Grad, etwa 5°, zur Lotrechten nach hinten geneigte Stützwand 101 , an welcher die Glasscheiben gehalten werden. Die Stützwand 101 kann eine Rollenwand, eine Luftkissenwand oder einfach eine Wand mit einer Gleitfläche sein. Am unteren Rand der Stützwand 101 ist ein Linearförderer 103 vorgesehen, der eine beliebige Ausführungsform besitzen und beispielsweise eine Reihe von Rollen oder Förderbänder aufweisen kann. Es ist auch denkbar und unter Umständen vorteilhaft, wenn der Linearförderer 103 in mehrere Förderabschnitte unterteilt ist. Im unteren Bereich der Stützwand 101, insbesondere knapp oberhalb des Linearförderers 103, sind Haltevorrichtungen für Glasscheiben, die mit Abstandhalterband zu belegen sind, vorgesehen. Diese Haltevorrichtungen sind insbesondere auch dazu eingerichtet, die gehaltene Glasscheibe horizontal, also quer zur Bewegungsrichtung der Applizierköpfe 107, zu bewegen. Hierzu sind die Haltevorrichtungen beispielsweise mit Saugköpfen, Unterdruck-Förderbändern oder ähnlichem ausgestattet.

Mit Abstand vor der Stützwand 101 und parallel zu dieser sind in lotrechten Ebenen ausgerichtete Linearführungen 105 (Vertikalachsen) für zwei Applizierköpfe 107 vorgesehen, über welche (elastoplastische) Abstand halterbänder auf Glasscheiben aufgebracht werden können. Den Applizierköpfen 107 werden Abstandhalterbänder von Vorratstrommeln zugeführt, die in Gehäusen 109 untergebracht sind. Dabei können die Gehäuse 109 klimatisiert sein, also als Klimaboxen ausgeführt sein. Das Zuführen der Abstandhalterbänder zu den Applizierköpfen kann beispielsweise so erfolgen, wie dies aus der DE-A-103 50 3 2 an sich bekannt ist.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist zwischen den beiden Applizierköpfen 107 eine Versorgungseinheit 199 für Kleber auf Butylkautschukbasis vorgesehen, die beide Applizierköpfe 107 mit Kleber beschickt, so dass mit Hilfe von in den Applizierköpfen 107 vorgesehenen Düsen das Auftragen (Aufspritzen) von Kleber auf die Seitenflächen des Abstandhalterbandes erfolgen kann.

Die Konstruktionen der Applizierköpfe 107 und der Einrichtung, in welchen die Vorratstrommeln vorgesehen sind, können im Wesentlichen einen Aufbau haben, der den Applizierköpfen entspricht, die in der DE-A-102 2 359 geoffenbart sind.

Diese Konstruktion wird nachstehend anhand der Fig. 3 bis 6, welche den Fig. 1 bis 4 der DE- A-102 12 359 entsprechen, beschrieben.

Der Applizierkopf 107, der zum Abfahren der in der Regel vier Seitenränder einer Glasscheibe in an sich bekannter Weise um die Achse B-B in Fig. 5 schrittweise wendbar ist, umfasst, in Richtung des Bandtransportes von einer nicht dargestellten Vorratstrommel zur Applizierstelle, folgende, im vorliegenden Zusammenhang funktionswesentliche Teile:

- Ein erster Bandtransport 1 wird über eine Maschinensteuerung 50 und zwei Zahnriemen 2, 2' (vgl. Fig. 4) regelbar angetrieben und umfasst vier Rollen 1 , 12, 13, 14, von denen jeweils die Rollenpaare 1 und 3 sowie 12 und zusammenwirken und optimal für Bänder unterschiedlicher Breite bestimmt sind. Dem Bandtransport 1 wird das Band stehend oder hochkant von der nicht dargestellten Vorratstrommel (in den Gehäuse 109) spannungsfrei zugeführt. Hierzu ist die Vorratstrommel mit einem über die Maschinensteuerung geregelten Abwickel- antrieb versehen.

- An den Bandtransport 1 schließt sich eine im Bogen geführte Ausgleichstrecke 3 (vgl. Fig. 5) an, in der das Band zwischen schlitzförmigen Führungen, bestehend aus drei Führungs- und Stützrollenpaaren 31 , 32, 33, so geführt wird, dass es quer zu seiner Transportrichtung in der Seitenebene, jedoch nicht in der Höhenebene, ausweichen kann.

- Die Ausgleichstrecke 3 endet an einer sechs Rollen umfassenden Bandführung 4, auf welche drei Rollenpaare 5, 6 und 7 folgen, die das Band um 90° in eine "liegende" Orientierung wenden. Weitere Rollen 8 übernehmen die Seitenführung.

- Dann läuft das Band in einen zweiten Bandtransport 9 ein, der zwei zusammenwirkende Rollen 91 und 92 umfasst, die über einen Zahnriemen 93 von der Maschinensteuerung regelbar angetrieben werden. - Der zweite Bandtransport 9 führt das Band der eigentlichen Applizierstelle zu. Diese umfasst neben den üblichen Andruckrollen 10a (für die horizontalen Schenkel des späteren Rahmens) und 10b (für die vertikalen Schenkel des späteren Rahmens) die ebenfalls üblichen und deshalb nicht näher erläuterten Einrichtungen zum Ausstanzen der Gehrungskeile an den Stellen, an denen der Applizierkopf zur Ausbildung einer Ecke gewendet wird sowie einen Hebel 0c mit einer Bandauflage 10d (vgl. Fig. 4). Der Hebel 10c ist schwenkbar und unterstützt im Wiederausfall das Band, insbesondere bei Annäherung an eine zu bildende Ecke und/oder vor, während und nach dem Abschneiden des Bandes am Ende des Abfahrens der Kontur der Glasscheibe zur Erzeugung eines geschlossenen Abstandhalterrahmens.

- In der Ausgleichstrecke 3, nämlich an den Schmalseiten des durch das Rollenpaar 32 begrenzten Führungsschlitzes, sind an der Bogeninnenseite ein erster Sensor 21 und an der Bogenaußenseite ein zweiter Sensor 22 angeordnet. Die Sensoren 21, 22, bei denen es sich z. B. um Reflexionslichtschranken handeln kann, sind mit der Maschinensteuerung verbunden und geben bei Annäherung des Bandes ein Signal. Nähert sich das Band infolge einer Unter- lieferung durch den Bandtransport 1 im Verhältnis zu der durch die augenblickliche Applizier- geschwindigkeit bestimmten Umfangsgeschwindigkeit des Bandtransportes 9 dem Sensor 21 , dann erhöht auf dessen Signal die Maschinensteuerung geringfügig die Antriebsdrehzahl und damit die Umfangsgeschwindigkeit des entsprechenden Rollenpaares 1 , 3 (oder 12, 4) des Bandtransportes 1 und verhindert damit, dass auf das Band eine Zugspannung ausgeübt wird. Nähert sich umgekehrt das Band infolge einer Überlieferung durch den Bandtransport 1 dem bogenaußenseitigen Sensor 22, so gibt dieser das entsprechende Signal an die Maschinensteuerung, die daraufhin die Umfangsgeschwindigkeit des entsprechenden Rollenpaares des Bandtransportes 1 geringfügig verringert und dadurch verhindert, dass das Band vor dem Bandtransport 9 gestaucht und in diesem Zustand appliziert wird.

Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung und durch das erfindungsgemäße Verfahren ergibt ergibt sich insbesondere für das Herstellen von Dreifach-Isolierglaselementen eine verbesserte Taktzeit, da zwei Glasscheiben gleichzeitig mit Abstandhalterband belegt werden können. Ein weiterer Vorteil besteht in einer Ausführungsform darin, dass eine (einzige) Butylversorgungseinheit 199 für beide Applizierköpfe 107 erforderlich ist.

Des Weiteren erlaubt es die erfindungsgemäße Vorrichtung, bis zu acht verschiedene Abstandhalter in den Versorgungsstationen (Klimaboxen - Gehäuse 109)) der Vorrichtung zu halten, so dass die Wechselzeiten beim Ändern der Abstandhalterbänder, bzw. wenn andere Luftzwischenräume zwischen den Glasscheiben gewünscht werden, verkürzt werden.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung erlaubt es auch, synchron oder asynchron auf die zwei Applizierscheiben Abstandhalterbänder mit verschiedenen Abmessungen, insbesondere Breiten, zu applizieren, was bei Dreischeiben-Isolierglaseinheiten mit unterschiedlich dicken Luftzwischenräumen erwünscht bzw. erforderlich ist. Von Vorteil bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist auch, dass getrennte Sicherheitszonen vorliegen, was für die Wartung, Reinigung und Ausfallsicherheit von Vorteil ist. Fig. 7 zeigt in vereinfachter, schematischer Draufsicht einen Teil einer Anlage zum Herstellen von Isolierglas mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit zwei Applizierköpfen 107, dem Linearförderer 103, einer Station 111 zum Verschließen der Ecken in dem auf eine Glasscheibe applizierten Abstandhalterband, einem Pufferspeicher 113 mit Fächern 115 und einer Presse 121 , z.B. einer Gasfüllpresse mit zwei beweglichen Pressplatten.

Der Pufferspeicher 113 ist zum Ausrichten der Fächer 5 auf Schienen 117 quer (Pfeil 114) verstellbar.

Deckscheiben und Glasscheiben, auf die Abstandhalterband als Abstandhalter appliziert sind ("Applizierscheiben"), werden vom Linearförderer 103 zum Pufferspeicher 113 gefördert und in Fächern 115 desselben zwischengelagert, bis sie je nach Bedarf und in der richtigen Reihenfolge aus dem Pufferspeicher 113 in die Presse 121 bewegt werden.

Der Pufferspeicher 113 erlaubt es auch, Glasscheiben zurück auf den Linearförderer 103 zu bewegen, was erforderlich sein kann, wenn eine Scheibe eines zusammengehörenden Paketes fehlt (z.B. weil sie beschädigt ist und ausgeschieden werden muss).

Der Pufferspeicher 113 kann auch so verstellt werden, dass Glasscheiben (insbesondere großformatige Scheiben) am Pufferspeicher 113 vorbei unmittelbar in die Presse 121 gefördert werden können.

Zusammenfassend kann ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wie folgt beschrieben werden:

Eine Einrichtung zum gleichzeitigen Applizieren elastoplastischer Abstandhalterbänder auf zwei Glasscheiben mit identischer Umrissform und identischen Abmessungen besitzt zwei Applizierköpfe 107, die auf Linearachsen 105 im Wesentlichen lotrecht auf und ab verstellbar sind. Die Applizierköpfe 107 werden synchron bewegt, ebenso die beiden Glasscheiben durch ihnen zugeordnete Haltevorrichtungen, welche die Glasscheiben in einer zur Bewegungsrichtung der Applizierköpfe 107 senkrechten Richtung bewegen. So genügt es, eine einzige Glasscheibe eines Dreifach-Isolierglaselementes zu vermessen und es können beide Applizierscheiben des Isolierglaselementes gleichzeitig mit Abstandhalterbändern belegt werden, so dass Zeit gespart wird und die beiden Applizierscheiben mit der Deckscheibe in kürzerer Zeitspanne zu einem Isolierglaselement mit drei Scheiben zusammengebaut werden können.