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Title:
DEVICE AND METHOD FOR AXIAL LENGTH MEASUREMENT HAVING EXPANDED MEASURING FUNCTION IN THE ANTERIOR EYE SEGMENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/125198
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a solution for measuring geometric parameters in the eye required for calculating the refractive power of intraocular lenses. The device according to the invention for axial length measurement, capturing axial length, anterior corneal radii, anterior chamber depth, and other parameters in the anterior eye segment, comprises a control unit, a first measuring device for determining the axial length, and an additional measuring device that captures a plurality of structures in the anterior segment, such as the cornea, anterior chamber, and lens, and has at least one illumination unit and at least one image capturing unit. The device according to the invention relates to a solution for measuring geometric parameters in the eye required for calculating intraocular lenses. By determining additional partial parameter sections of the anterior eye segments, even after refractive surgery, in which the natural relationship between the radii of the anterior and posterior corneal surfaces is permanently changed by surgical modification of the cornea, the IOL can be calculated with high precision.

Inventors:
BERGNER ROLAND (DE)
KOSCHMIEDER INGO (DE)
VON BUENAU RUDOLF (DE)
DREHER CLAUS (DE)
Application Number:
EP2008/002457
Publication Date:
October 23, 2008
Filing Date:
March 28, 2008
Export Citation:
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Assignee:
ZEISS CARL MEDITEC AG (DE)
BERGNER ROLAND (DE)
KOSCHMIEDER INGO (DE)
VON BUENAU RUDOLF (DE)
DREHER CLAUS (DE)
International Classes:
A61B3/10; G01B9/02; G01B11/06
Domestic Patent References:
WO2005077256A12005-08-25
WO2005077256A12005-08-25
Foreign References:
US6779891B12004-08-24
DE19857001A12000-06-15
US5493109A1996-02-20
DE19857001A12000-06-15
DE19812297C22001-11-08
DE29913601U11999-11-25
DE29913602U11999-11-25
DE29913603U11999-11-25
US6634751B22003-10-21
DE19852331A12000-05-18
US6779891B12004-08-24
US5673096A1997-09-30
DD251497A11987-11-18
DE19857001A12000-06-15
US20050203422A12005-09-15
Other References:
IZATT J A ET AL: "MICROMETER-SCALE RESOLUTION IMAGING OF THE ANTERIOR EYE IN VIVO WITH OPTICAL COHERENCE TOMOGRAPHY", ARCHIVES OF OPHTHALMOLOGY, XX, XX, vol. 112, 1 December 1994 (1994-12-01), pages 1584 - 1589, XP001040826, ISSN: 0003-9950
KOHNEN ET AL: "Internal anterior chamber diameter using optical coherence tomography compared with white-to-white distances using automated measurements", JOURNAL CATARACT AND REFRACTIVE SURGERY, SURGERY, FAIRFAX, VA, vol. 32, no. 11, 1 November 2006 (2006-11-01), pages 1809 - 1813, XP005841425, ISSN: 0886-3350
J. A. IZATT: "Micrometer-Scale Resolution Imaging of the anterior Eye in vivo with optical coherence Tomography", ARCHIVES OF OPHTHALMOLOGY, vol. 112, 1 December 1994 (1994-12-01), pages 1584 - 1589
Attorney, Agent or Firm:
BECK, Bernard (Carl-Zeiss-Promenade 10, Jena, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Vorrichtung zur Augenvermessung, welche Achslänge, Hornhaut- Vorderradien, Vorderkammertiefe und weitere Parameter im vorderen Augenabschnitt erfasst, bestehend aus einer Steuereinheit, einer ersten Messvorrichtung zur Bestimmung der Achslänge sowie einer zusätzlichen Messvorrichtung, die mehrere Strukturen im Vorderabschnitt, wie Hornhaut, Vorderkammer und Linse erfasst und welche über mindestens eine Beleuchtungseinheit und mindestens eine Bildaufnahmeeinheit verfügt.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , bei der die Achslängenmessvorrichtung auf der Kurzkohärenzinterferometrie basiert.

3. Vorrichtung nach Anspruch 2, wobei die Achslängenmessvorrichtung auch geeignet ist, axiale und/oder achsparallele Teilstrecken im Vorderabschnitt, Hornhautdicke, Vorderkammertiefe und Linsendicke, wie zentral, para-zentral, mittelperipher und/oder peripher zu bestimmen.

4. Vorrichtung nach Anspruch 3, wobei achsparallele Teilstrecken im Vorderabschnitt durch laterale Ablenkung des Messstrahls oder laterale Verschiebung der Messvorrichtung erfasst werden.

5. Vorrichtung nach Anspruch 1 , bei der die zusätzlich vorhandene Messvorrichtung zur Vermessung von Strukturen im Vorderabschnitt geeignet ist, axiale Teilstrecken, achsparallele Teilstrecken, laterale Abstände, Krümmungsradien und/oder Brechungswinkel zu bestimmen und über mindestens eine Beleuchtungseinheit zur Erzeugung von strukturierter Beleuchtung verfügt.

6. Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei die strukturierte Beleuchtung als Spaltbeleuchtung oder Streifenprojektion ausgebildet ist, und mittels her-

kömmlicher Leuchtdioden (LED) oder Leuchtdioden auf der Basis organischer Materialien (OLED) erzeugt wird.

7. Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei die strukturierte Beleuchtung als Spaltbeleuchtung oder Streifenprojektion ausgebildet ist, und mittels eines oder mehrerer Flächenlichtmodulatoren, wie digitaler Mikrospiegel-Arrays (DMD) oder Flüssigkristall-Lichtmodulatoren (LCOS) erzeugt wird.

8. Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei die strukturierte Beleuchtung in Form einer Reihe fokaler Bündel erzeugt wird und aus dem von der Bildaufnahmeeinheit erfassten Bild von der Steuereinheit die Brechungswinkel der fokalen Bündel ermittelt werden, um daraus die Brechkräfte der brechenden Flächen zu berechnen.

9. Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei eine einzelne Beleuchtungseinheit zeitlich veränderlich Spaltbeleuchtung in unterschiedlichen meridionalen Schnitten durch den Vorderabschnitt erzeugt.

10. Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei mehrere Beleuchtungseinheiten geneigt zur Achse des Auges angeordnet sind und Spaltbeleuchtungen in unterschiedlichen meridionalen Schnitten unter Veränderung der Fixati- onsrichtung des Patientenauges erzeugen.

11. Vorrichtung nach Anspruch 1 , wobei mindestens eine Bildaufnahmeeinheit einen Sensorchip, wie einen CCD- oder CMOS-Sensor, enthält, welcher zum Zeitpunkt der Bildaufnahme mit der beleuchteten Ebene im Auge die Scheimpflugbedingung annähernd oder genau erfüllt.

12. Vorrichtung nach Anspruch 11 , wobei die Bildaufnahmeeinheit und/oder die Beleuchtungseinheit geneigt zur Achse des Auges angeordnet sind und vorzugsweise um diese rotieren können.

13. Vorrichtung nach Anspruch 11 , wobei eine Mehrzahl von ortsfesten Bildaufnahmeeinheiten vorhanden ist, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit der jeweils beleuchteten Ebene im Auge die Scheimpflugbedin- gung annähernd oder genau erfüllen.

14. Vorrichtung nach Anspruch 11 , wobei eine Mehrzahl von ortsfesten Beleuchtungseinheiten vorhanden ist, deren beleuchtete Ebenen im Auge zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit dem Sensorchip die Scheimpflugbe- dingung annähernd oder genau erfüllen.

15. Vorrichtung nach Anspruch 11 , wobei genau eine Beleuchtungseinheit vorhanden ist, deren strukturierte Beleuchtung den Vorderabschnitt in verschiedenen Ebenen abtastet und dabei zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit einem Sensorchip die Scheimpflugbedingung erfüllt.

16. Vorrichtung nach Anspruch 1 , bei der eine einstellbare Fixiereinheit für den Patienten, zur Lenkung der Blickrichtung vorhanden ist, die vorzugsweise in Form, Farbe, Intensität und Position variiert werden kann.

17. Vorrichtung nach Anspruch 16, bei der mit Hilfe der Fixiereinheit zusätzlich der Akkomodationszustand des Patientenauges beeinflusst werden kann.

18. Vorrichtung nach Anspruch 1 , wobei zusätzlich Mittel zur Erfassung und Auswertung der für eine Triangulation am Auge erforderlichen Winkel- und Abstandsverhältnisse vorhanden sind.

19. Verfahren zur Augenvermessung mit dem die Achslänge, Hornhaut- Vorderradien und Vorderkammertiefe sowie weitere Parameter im vorderen Augenabschnitt erfasst werden, wobei mit Hilfe einer Steuereinheit und einer Messvorrichtung die Achslänge bestimmt wird, und mit Hilfe der Steuereinheit und einer zusätzlichen Messvorrichtung, welche über min-

destens eine Beleuchtungseinheit und mindestens eine Bildaufnahmeeinheit verfügt, mehrere Strukturen im Vorderabschnitt, wie Hornhaut, Vorderkammer und Linse, erfasst werden.

20. Verfahren nach Anspruch 18, wobei die Achslängenmessung mittels Kurzkohärenzinterferometrie durchgeführt wird.

21. Verfahren nach Anspruch 20, wobei auch axiale und/oder achsparallele Teilstrecken im Vorderabschnitt, wie zentrale, zonale und/oder periphere Hornhautdicke, Vorderkammertiefe und Linsendicke, mittels Kurzkohärenzinterferometrie bestimmt werden.

22. Verfahren nach Anspruch 21 , wobei achsparallele Teilstrecken im Vorderabschnitt durch laterale Ablenkung des Messstrahls oder laterale Verschiebung der Messvorrichtung erfasst werden.

23. Verfahren nach Anspruch 19, bei welchem axiale Teilstrecken, achsparallele Teilstrecken, laterale Abstände, Krümmungsradien und/oder Brechungswinkel zu mithilfe der zusätzlichen Messvorrichtung bestimmt werden, wobei diese und über mindestens eine Beleuchtungseinheit zur Erzeugung von strukturierter Beleuchtung verfügt.

24. Verfahren nach Anspruch 23, wobei die strukturierte Beleuchtung als Spaltbeleuchtung oder Streifenprojektion ausgebildet ist, und mittels herkömmlicher Leuchtdioden (LED) oder Leuchtdioden auf der Basis organischer Materialien (OLED) erzeugt wird.

25. Verfahren nach Anspruch 23, wobei die strukturierte Beleuchtung als Spaltbeleuchtung oder Streifenprojektion ausgebildet ist, und mittels eines oder mehrerer Flächenlichtmodulatoren, wie digitaler Mikrospiegel-Arrays (DMD) oder Flüssigkristall-Lichtmodulatoren (LCOS) erzeugt wird.

26. Verfahren nach Anspruch 23, wobei die strukturierte Beleuchtung in Form einer Reihe fokaler Bündel erzeugt wird und aus dem von der Bildaufzeichnungseinheit erfassten Bild von der Steuereinheit die Brechungswinkel der fokalen Bündel ermittelt werden, um daraus die Brechkräfte der brechenden Flächen zu berechnen.

27. Verfahren nach Anspruch 23, wobei eine einzelne Beleuchtungseinheit zeitlich veränderlich Spaltbeleuchtung in unterschiedlichen meridionalen Schnitten durch den Vorderabschnitt erzeugt.

28. Verfahren nach Anspruch 23, wobei mehrere Beleuchtungseinheiten geneigt zur Achse des Auges angeordnet sind und Spaltbeleuchtung in unterschiedlichen meridionalen Schnitten unter Veränderung der Fixati- onsrichtung des Patientenauges erzeugen.

29. Verfahren nach Anspruch 23, wobei mindestens eine Bildaufnahmeeinheit einen Sensorchip, wie einen CCD- oder CMOS-Sensor, enthält, welcher zum Zeitpunkt der Bildaufnahme mit der beleuchteten Ebene im Auge die Scheimpflugbedingung annähernd oder genau erfüllt.

30. Verfahren nach Anspruch 29, wobei die Bildaufnahmeeinheit und/oder die Beleuchtungseinheit geneigt zur Achse des Auges angeordnet sind und vorzugsweise um diese rotieren können.

31. Verfahren nach Anspruch 29, wobei eine Mehrzahl von ortsfesten Bildaufnahmeeinheiten vorhanden ist, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit der jeweils beleuchteten Ebene im Auge die Scheimpflugbedingung annähernd oder genau erfüllen.

32. Verfahren nach Anspruch 29, wobei eine Mehrzahl von ortsfesten Beleuchtungseinheiten vorhanden ist, deren beleuchtete Ebenen im Auge zu

unterschiedlichen Zeitpunkten mit dem Sensorchip die Scheimpflugbedin- gung annähernd oder genau erfüllen.

33. Verfahren nach Anspruch 29, wobei genau eine Beleuchtungseinheit vorhanden ist, deren strukturierte Beleuchtung den Vorderabschnitt in verschiedenen Ebenen abtastet und dabei zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit einem Sensorchip die Scheimpflugbedingung erfüllt.

34. Verfahren nach Anspruch 18, wobei die Blickrichtung des Patienten über eine einstellbare Fixiereinheit gelenkt wird die vorzugsweise in Form, Farbe, Intensität und Position variiert werden kann.

35. Verfahren nach Anspruch 34, wobei der Akkomodationszustand des Patientenauges mithilfe der Fixiereinheit zusätzlich beeinflusst werden kann.

36. Verfahren nach Anspruch 18, wobei die für eine Triangulation am Auge erforderlichen Winkel- und Abstandsverhältnisse erfasst und ausgewertet werden.

37. Verfahren nach Anspruch 18, wobei aus den gewonnenen Daten mit Hilfe von Linsenberechnungs-Formeln und empirisch gewonnenen Konstanten, oder mit Hilfe eines Raytracing-Verfahrens die benötigte sphärische Brechkraft einer Intraokularlinse berechnet wird.

38. Verfahren nach Anspruch 37, wobei aus den gewonnenen Daten zusätzlich zur sphärischen Brechkraft die benötigte Zylinder-Brechkraft einer Intraokularlinse berechnet wird.

39. Verfahren nach Anspruch 37, wobei aus den gewonnenen Daten zusätzlich zur Bestimmung der benötigten sphärischen Brechkraft ein geeigneter Asphärizitätswert für eine Intraokularlinse berechnet wird.

Description:

Vorrichtung und Verfahren zur Achslängenmessung mit erweiterter Messfunktion im vorderen Augenabschnitt

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Lösung zur Messung geometrischer, zur Berechnung der Brechkraft von Intraokularlinsen erforderlicher Parameter im Auge. Diese unter dem Begriff Biometrie bekannten Messungen sind insbesondere auch im Hinblick auf die Berechnung von Intraokularlinsen nach früherer refraktiver Hornhautchirurgie von Bedeutung.

Nach dem bekannten Stand der Technik sind dazu zahlreiche Lösungen bekannt, die auf verschiedenen technischen Grundlagen basieren.

PCI ist heute in Form des lOLMaster als Goldstandard für hochgenaue Achslängenmessung etabliert. Zusätzlich zur Achslänge (AL) liefert der lOLMaster drei weitere Messgrößen - zentrale Radien der Hornhaut-Vorderfläche (K), Vorderkammertiefe (ACD), und Limbusdurchmesser (WTW), die in unterschiedlicher Kombination in moderne lOL-Berechnungsformeln eingehen. So nutzt die Haigis-Formel die Eingangsgrößen AL, K, und ACD; die Holladay-Il- Formel nutzt zusätzlich den Parameter WTW.

Hierzu zeigt Figur 1 den prinzipiellen Aufbau eines lOLMasters gemäß DE 198 57 001 A1. Zur Vermessung der Achslänge AL wird hierbei das von der Laserdiode 2 ausgesendete Licht über ein Michelson-Interferometer 3 und einen Strahlteilerwürfer 8 auf das Patientenauge 1 abgebildet. Das Michelson- Interferometer 3 besteht dabei aus einem feststehenden Referenzarm mit Tripelprisma 4, einem verstellbaren Messarm mit verschiebbarem Tripelprisma 5 und einem Strahlteilerwürfel 6 zur überlagerung der beiden reflektierten Strahlungsanteile. Von einem Wegmesssystem 7 werden die Weglängenunterschiede ermittelt. Die von Hornhaut und Netzhaut des Auges 1 reflektierten Teilstrahlen überlagern sich und werden über Strahlteilerwürfel 8, Achromat 9 und Strahlteiler 10 auf eine Avalanche-Photodiode 10 abgebildet. Zur Beobachtung des Auges 1 und der entstehenden Reflexe wird ein Teil des vom Auge 1

kommenden Lichtes auf einen Empfänger 12. Weitere notwendige Parameter des Auges zur Berechnung der erforderlichen IOL werden mit Hilfe der Kerato- meter-Messung (Lichtquellen 13 und 15 mit den Beleuchtungsoptiken 14 und 16) und der VKT-Messung (Lichtquelle 17 mit Beleuchtungsoptik 18) bestimmt.

Verschiedene Veröffentlichungen postulieren, dass mit Hilfe weiterer Messgrößen, wie z.B. der Dicke der natürlichen Linse, möglicherweise auch der Linsenradien, eine genauere Vorhersage der postoperativen IOL-Position möglich werden sollte. Das wiederum sollte eine genauere Berechnung der IOL-Stärke und damit eine verringerte Streuung der post-operativen Refraktionsergebnisse erlauben.

Auch kann die Bestimmung der Achslänge durch eine Messung axialer Teilstrecken wie Linsendicke und Hornhautdicke prinzipiell verbessert werden, da sich die Brechzahlen der unterschiedlichen Medien im Auge unterscheiden, üblicherweise aber bei der Umrechnung von optischer Weglänge zu physikalischer Weglänge durch eine einzige effektiven Brechzahl wiedergegeben werden. Eine Berücksichtigung der Teilstrecken und ihrer unterschiedlichen Brechzahlen ermöglicht mithin eine genauere Bestimmung der Achslänge. Weiterhin verfolgen mehrere Autoren einen Raytracing-Ansatz, der mit Hilfe der Strahldurchrechnung die nicht-paraxiale Abbildung in die Optimierung der IOL einbeziehen soll. Für diesen (auch als „formellose IOL-Berechnung" bezeichneten) Ansatz sind nicht nur die genauen Baudaten der verwendeten Intraokularlinsen, sondern auch die vollständige Beschreibung der optischen Flächen im Auge notwendig. Insbesondere muss die Form der Hornhautvorder- und Rückfläche genau bekannt sein.

Schließlich wird das Problem der IOL-Berechnung nach refraktiver Hornhautchirurgie (z. B. RK, CK, PRK, und LASIK) immer weiter verbreitet. Das Grundproblem besteht bei diesen Fällen darin, dass die natürliche Beziehung zwischen den Radien der Hornhautvorder- und Hornhautrückfläche (das so genannte Gullstrand-Verhältnis), welches als Annahme in alle gängigen IOL-

Berechnungsformeln implizit eingeht, durch den homhautchirugischen Eingriff nachhaltig verändert wird. Darüber hinaus erzeugen Verfahren wie RK und CK, aber auch PRK- und LASIK-Eingriffe mit kleinen oder dezentrierten Behandlungszonen stark multifokale Hornhäute, deren Brechkraft nur bedingt durch eine Messung an einer Reihe von diskreten Messpunkten bestimmt werden kann.

Eine Reihe von Berechnungsansätzen für post-refraktive Augen ist in der Literatur beschrieben. Die im lOLMaster implementierte Haigis-L Formel nutzt den Umstand, dass das Keratometer des lOLMaster relativ achsnah misst, und liefert für Augen nach myoper LASIK im Mittel ausgezeichnete Ergebnisse.

Die Oculus Pentacam ermöglicht auf der Basis einer rotierenden Scheimpflu- gabbildung eine vollständige Charakterisierung der Hornhautvorder- und Hornhautrückfläche, sowie die Messung von Vorderkammertiefe und Linsendicke. Mithilfe des so genannten Holladay-Report ermöglicht sie die Bestimmung der Hornhaut-Gesamtbrechkraft auch von post-refraktiven Augen.

Die DE 198 12 297 C2 beschreibt ein Kombinationsgerät, mit welchem die Augenlänge, zentrale Hornhautradien sowie die Vorderkammertiefe des menschlichen Auges gemessen werden können. Die vorliegende Erfindung zielt darüber hinaus darauf ab, weitere Parameter im vorderen Augenabschnitt zu erfassen.

DE 299 13 601 U1 , DE 299 13 602 U1 , DE 299 13 603 LH beschreiben eine Scheimpflugkamera, welche zur Darstellung des vorderen Augenabschnittes verwendet wird. Während die Literatur den Einsatz eines solchen Geräts im Zusammenhang mit der Bestimmung von Intraokularlinsen beschreibt, ist eine Augenlängenmessung mit dem Gerät nicht möglich. Demgegenüber zielen die hier beschriebenen Vorrichtungen und Verfahren darauf ab, alle benötigten Parameter mit einem Gerät zu bestimmen.

Das in US 6 634 751 dargelegte System verwendet ausdrücklich zwei separate Geräte zur Vermessung der Parameter im vorderen Augenabschnitt und zur Augenlängenmessung, und berechnet ausgehend von diesen Messungen eine Intraokularlinse. Im Gegensatz dazu werden in der vorliegenden Erfindung beide Messaufgaben vom selben Gerät erfüllt.

ähnlich wie in der vorliegenden Erfindung wird in DE 198 52 331 wird ein Gerät vorgestellt, welches eine interferometrische Achslängenmessung mit einer zusätzlichen Messvorrichtung zur Erfassung zusätzlicher Parameter verbindet. Die zusätzliche Messvorrichtung ist jedoch immer ausdrücklich ein Placido- Ringsystem. Dieses Ringsystem ermöglicht jedoch nur die Vermessung der Hornhaut-Vorderfläche und ist zur Erfassung weiterer Strukturen im Vorderabschnitt, wie z. B. der Hornhaut-Rückfläche oder der natürlichen Linse ungeeignet. Im Gegensatz dazu ist in der vorliegenden Erfindung die zusätzliche Messvorrichtung in der Lage, mehrere Strukturen im Vorderabschnitt gleichzeitig zu erfassen. Dies geschieht erfindungsgemäß beispielsweise mithilfe von Spaltbeleuchtung in Verbindung mit einer Scheimpflug-Anordnung.

US 2005/0203422 A1 beschreibt ebenfalls ein Kombinationsgerät, bei dem alle Parameter außer denen der Hornhaut-Vorderfläche mittels interferometrischer Verfahren erfasst werden. Gegenüber der vorliegenden Erfindung bedeutet das aufgrund der benötigten Scanvorrichtung einen sehr hohen apparativen Aufwand was erhebliche Kostennachteile bedingt. In der vorliegenden Erfindung sollen die zusätzlichen Messfunktionen möglichst kostengünstig realisiert werden, was erfindungsgemäß durch die gleichzeitige Erfassung mehrerer Strukturen im Vorderabschnitt geschieht.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde zusätzlich zu den üblicherweise verwendeten Größen Achslänge, Hornhaut-Vorderradien, Vorderkammertiefe und Limbusdurchmesser weitere Parameter des vorderen Augenabschnitts zur Berechnung von Intraokularlinsen in einem einzigen kompakten Gerät zu gewinnen. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf der

Gewinnung von Messdaten zur Berechnung von Intraokularlinsen nach früherem hornhautchirurgischem Eingriff. Insbesondere sollen axiale bzw. achsparallele Teilstrecken (z. B. Hornhautdicke, Linsendicke) und Radien (z. B. Hornhautvorder- und Hornhautrückradien in verschiedenen Meridianschnitten und verschiedenen optischen Zonen und Linsenvorder- und Linsenrückradien) ermittelt werden.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Achslängenmessung, welche Achslänge, Hornhaut-Vorderradien, Vorderkammertiefe und weitere Parameter im vorderen Augenabschnitt erfasst, besteht aus einer Steuereinheit, einer ersten Messvorrichtung zur Bestimmung der Achslänge sowie einer zusätzlichen Messvorrichtung, die mehrere Strukturen im Vorderabschnitt, wie Hornhaut, Vorderkammer und Linse, erfasst und welche über mindestens eine Beleuchtungseinheit und mindestens eine Bildaufzeichnungseinheit verfügt. Die Lösung besteht in der Kombination eines bekannten Achslängenmessverfahrens mit einem Schnittbild-Abbildungsverfahren für den vorderen Augenabschnitt, in einem kompakten Gerät.

Dabei ist das Achslängenmessverfahren vorzugsweise ein (im Zeit- oder Frequenzraum arbeitendes) optisches Kohärenzinterferometer (PCI, OCT). Das Schnittbildverfahren ist vorzugsweise ein optisches Verfahren, das eine strukturierte Beleuchtung z. B eine Spaltbeleuchtung und mindestens eine Kamera nutzt. Dabei erfüllen die beleuchtete Ebene im Auge, die Hauptebene der Geräteoptik und die Kameraebene vorzugsweise die Scheimpflug- Bedingung. Die Spaltbeleuchtung wird vorzugsweise von LEDs erzeugt, und kann in einer Ausführungsform aus einer Anordnung diskreter (kollimierter) Strahlen bestehen.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Achslängenmessung mit erweiterter Messfunktion im vorderen Augenabschnitt betrifft eine Lösung zur Messung geometrischer, zur Berechnung von Intraokularlinsen erforderlichen Parameter im Auge. Die Ermittlung von Teilstrecken, sowie der Parameter der vorderen

Augenabschnitte ermöglicht eine genauere Berechnung der mittels OCT gewonnenen Augenlänge, da bei der Umrechnung von optischer in geometrische Weglänge die Brechungsindizes der einzelnen Augenabschnitte verwendet werden können. Durch die Bestimmung zusätzlicher Teilstrecken Parameter der vorderen Augenabschnitte können selbst nach einer refraktiven, chirurgischen Behandlung, bei der die natürliche Beziehung zwischen den Radien der Hornhautvorder- und Hornhautrückfläche (das so genannte Gullstrand- Verhältnis), welches als Annahme in alle gängigen lOL-Berechnungsformeln implizit eingeht, durch den hornhautchirurgischen Eingriff nachhaltig verändert wird, die Berechnung der 1OL mit hohe Genauigkeit erreicht werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher beschrieben. Dazu zeigen:

Figur 1 : den Prinzipaufbau eines lOLMaster (Stand der Technik),

Figur 2: die Kombination eines PCI-Achslängenmessung mit einem axialen Spaltprojektor und einer geneigt angeordneten Bildaufnahmeeinheit,

Figur 3: eine azimuthale Anordnung der Bildaufnahmeoptik mit entsprechender Spaltorientierung,

Figur 4: eine azimuthale Anordnung mehrerer Bildaufnahmeoptiken mit entsprechenden Spaltorientierungen,

Figur 5: die Kombination PCI-Achslängenmessung mit einer ortsfesten, axialen Bildaufnahmeeinheit und drei ortsfesten, geneigten Spaltprojektoren,

Figur 6: eine azimuthale Anordnung eines Spaltprojektors bei axial angeordneter Bildaufnahmeoptik und

Figur 7: eine azimuthale Anordnung mehrerer Spaltprojektoren bei axial angeordneter Bildaufnahmeoptik.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Augenvermessung, welche Achslänge, Hornhaut-Vorderradien, Vorderkammertiefe und weitere Parameter im vorderen Augenabschnitt erfasst, besteht aus einer Steuereinheit, einer ersten Messvorrichtung zur Bestimmung der Achslänge sowie einer zusätzlichen Messvorrichtung, die mehrere Strukturen im Vorderabschnitt, wie Hornhaut, Vorderkammer und Linse, erfasst und welche über mindestens eine Beleuchtungseinheit und mindestens eine Bildaufzeichnungseinheit verfügt.

Dabei basiert die Achslängenmessvorrichtung auf der Kurzkohärenzinterfero- metrie und ist auch geeignet axiale und/oder achsparallele Teilstrecken im Vorderabschnitt, Hornhautdicke, Vorderkammertiefe und Linsendicke, wie zentral, para-zentral, mittelperipher und/oder peripher zu bestimmen, wobei achsparallele Teilstrecken im Vorderabschnitt durch laterale Ablenkung des Messstrahls oder laterale Verschiebung der Messvorrichtung erfasst werden.

Die zusätzlich vorhandene Messvorrichtung zur Vermessung von Strukturen im Vorderabschnitt verfügt über mindestens eine Beleuchtungseinheit zur Erzeugung von strukturierter Beleuchtung und ist zur Bestimmung axialer Teilstrecken, achsparalleler Teilstrecken, lateraler Abstände, Krümmungsradien und/oder Brechungswinkel geeignet angeordnet. Dabei ist die strukturierte Beleuchtung als Spaltbeleuchtung oder Streifenprojektion ausgebildet und wird mittels herkömmlicher, auf Halbleiterverbindungen basierender, Licht emittierender Dioden oder auch eines oder mehrerer opto-elektronische Lichtmodulatoren beispielsweise Mikrodisplays erzeugt. Während als auf Halbleiterverbindungen basierende, Licht emittierende Dioden beispielsweise LED's (light

emitting diode) oder OLED's (organic light emitting diode) verwendet werden, kommen als opto-elektronische Lichtmodulatoren beispielsweise Mikrodisplays vom DMD-Typ (digital micromirror device) bzw. reflektierende Mikrodisplays vom LCOS-Typ (liquid crystal on Silicon) zum Einsatz.

Die strukturierte Beleuchtung kann allerdings auch in Form einer Reihe fokaler Bündel erzeugt werden. Von der Steuereinheit werden dann aus dem von der Bildaufzeichnungseinheit erfassten Bild die Brechungswinkel der fokalen Bündel ermittelt, um daraus die Brechkräfte der brechenden Flächen zu berechnen.

Mit Hilfe der von einer einzelnen Beleuchtungseinheit erzeugten, zeitlich veränderlichen Spaltbeleuchtung können unterschiedliche meridionale Schnitten durch den Vorderabschnitt des Auges erzeugt und von einer Bildaufzeichnungseinheit aufgezeichnet werden. Dabei ist es besonders vorteilhaft wenn die Bildaufzeichnungseinheit und/oder die Beleuchtungseinheit geneigt zur Achse des Auges angeordnet sind und vorzugsweise um diese rotieren.

Hierzu zeigt Figur 2 die erfindungsgemäße Vorrichtung in Form einer Kombination einer PCI-Achslängenmessung (lOLMaster nach Figur 1) mit einem axialen Spaltprojektor 20 und einer geneigt angeordneten Bildaufnahmeeinheit 26.

Dabei erfolgt die Achslängenmessung wie üblich zentral entlang der Fixierrichtung des Patienten. Zusätzlich wird ein Spaltprojektor 20 zentral so angeordnet, dass das von der LED-Beleuchtung 24 und dem Spalt 23 erzeugte Spaltbild über den Strahlteilerwürfel 19 in das Auge 1 projiziert wird. Die aus Abbildungsoptik 27 und Kamera 28 bestehende Bildaufnahmeeinheit 26 ist geneigt zur Augenachse positioniert.

In einer ersten Ausführungsform ist die LED-Beleuchtung 24 und Spalt 23 bestehende Spaltleuchte 22 drehbar ausgeführt, so dass das erzeugte Spalt-

bild um die Augenachse rotieren kann. Zur Aufnahme der im Auge 1 erzeugten Spaltbilder ist die geneigt zur Augenachse positionierte Bildaufnahmeeinheit 26 so ausgebildet, dass diese um die Augenachse rotiert. Vorzugsweise verfügt die Kamera 28 der Bildaufzeichnungseinheit 26 über einen Sensorchip, wie einen CCD- oder CMOS-Sensor, welcher zum Zeitpunkt der Bildaufnahme mit der beleuchteten Ebene im Auge 1 die Scheimpflugbedingung annähernd oder genau erfüllt. Dabei wird der Vorderabschnitt des Auges 1 in verschiedenen Ebenen mit dem vom Spaltprojektor 20 erzeugten Spaltbild abgetastet und zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit der Kamera 28 zur späteren Auswertung aufgenommen und/oder gespeichert.

In einer zweiten Ausführungsform werden zur Aufnahme der im Auge 1 erzeugten Spaltbilder mehrere, geneigt zur Augenachse positionierte Bildaufnahmeeinheit 26 ortsfest positioniert. Auch hier ist die aus LED-Beleuchtung 24 und Spalt 23 bestehende Spaltleuchte 22 drehbar ausgeführt, so dass das erzeugte Spaltbild um die Augenachse rotieren kann. Vorzugsweise verfügen auch hier die Kameras 28 der Bildaufzeichnungseinheit 26 über Sensorchips, welche zum Zeitpunkt der Bildaufnahme mit der beleuchteten Ebene im Auge 1 die Scheimpflugbedingung annähernd oder genau erfüllen. Der Vorderabschnitt des Auges 1 wird auch hier in verschiedenen Ebenen mit dem vom Spaltprojektor 20 erzeugten Spaltbild abgetastet und mit der Mehrzahl von Kameras 28 zur späteren Auswertung aufgenommen und/oder gespeichert.

Zur besseren Veranschaulichung und zur Gegenüberstellung dieser beiden Ausführungsformen zeigen Figur 3 eine azimuthale Anordnung der Bildaufnahmeoptik und entsprechende Spaltorientierung für die erste und Figur 4 für die zweite Ausführungsform. Während in Figur 3 sowohl das Abbild 25a des Spaltes 23 als auch der als Kreis dargestellte Abbildungsstrahlengang 29a der Bildaufzeichnungseinheit 26 um die Augenachse rotieren und eine beliebige Anzahl von Spaltbildern unter verschiedenen Winkeln aufgenommen werden können, rotiert in Figur 4 zwar das Abbild des Spaltes 23, kann aber durch ortsfest positionieren Bildaufnahmeeinheiten 26 nur als Abbilder 25b, 25c und

25d aufgenommen werden. Mit den Bezugszeichen 29b, 29c und 29d sind hier die Abbildungsstrahlengänge der ortsfest positionierten Bildaufnahmeeinheiten 26 bezeichnet.

Figur 5 zeigt hierzu die erfindungsgemäße Vorrichtung als Kombination von PCI-Achslängenmessung mit einer axialen Bildaufnahmeeinheit und mindestens einem geneigt angeordneten Spaltprojektor. Bei dieser Ausgestaltungsform kann der Spaltprojektor 20 so ausgebildet sein, dass er um die Augenachse rotiert oder es werden mehrere ortsfest angeordnete Spaltprojektoren 20 verwendet.

In einer dritten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird eine Bildaufnahmeeinheit 26 entlang dieser Achse ortsfest angeordnet und beispielsweise über den Strahlteilerwürfel 19 eingekoppelt. Zur Erzeugung von Spaltbildern im Auge 1 ist mindestens ein, geneigt zur Augenachse positionierter Spaltprojektor 20 angeordnet. Somit erfolgt die Spaltabbildung auf das Auge 1 unter mindestens einem definierten Winkel zur Augenachse. Zur Abbildung meridionaler Schnittbilder durch die Vorderkammer muss der Patient auf einen einstellbaren Fixationspunkt blicken. Soll eine Reihe von Spaltbildern unter verschiedenen Azimutwinkeln aufgenommen werden, ohne dafür den Spaltprojektor 20 bzw. die Spaltleuchte 22 zu bewegen, ist das sequentielle Fixieren des Patienten auf eine Anzahl von verschiedenen Fixationspunkten erforderlich. Vorzugsweise erfüllen die vom Spaltprojektor 20 beleuchtete Ebenen im Auge 1 zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit dem Sensorchip der Bildaufnahmeeinheit 26 die Scheimpflugbedingung annähernd oder genau.

In einer vierten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird eine Bildaufnahmeeinheit 26 entlang dieser Achse ortsfest angeordnet und beispielsweise über den Strahlteilerwürfel 19 eingekoppelt. Zur Erzeugung von Spaltbildern im Auge 1 sind eine Mehrzahl, geneigt zur Augenachse positionierter Spaltprojektoren 20 angeordnet. Die Spaltabbildung auf das Auge 1 erfolgt hier unter mehreren definierten Winkeln zur Augenachse. Hierbei muss der

Patient zur Abbildung meridionaler Schnittbilder durch die Vorderkammer nicht auf einen einstellbaren Fixationspunkt blicken. Vorzugsweise erfüllen die von den Spaltprojektoren 20 beleuchteten Ebenen im Auge 1 zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit dem Sensorchip der Bildaufnahmeeinheit 26 die Scheimpflug- bedingung annähernd oder genau.

Zur besseren Veranschaulichung und zur Gegenüberstellung dieser beiden Ausführungsformen zeigen Figur 6 eine azimuthale Anordnung der Bildaufnahmeoptik und entsprechende Spaltorientierung für die dritte und Figur 7 für die vierte Ausführungsform. Während bei feststehendem Abbildungsstrahlengang 29e der Bildaufzeichnungseinheit 26 in Figur 6 das Abbild 25e des Spaltes 23 rotiert und so eine beliebige Anzahl von Spaltbildern unter verschiedenen Winkeln aufgenommen werden kann, sind in Figur 4 sowohl die Abbilder 25f, 25g und 25h des Spaltes 23 als auch der als Kreis dargestellte Abbildungsstrahlengang 29f der Bildaufzeichnungseinheit 26 ortsfest angeordnet, so dass nur drei Spaltbildern aufgenommen werden können.

Die nicht dargestellte Steuereinheit verfügt neben Mitteln zur Erfassung und Auswertung der für die Achslängenmessung erforderlichen Messwerte auch über Mittel zur Erfassung und Auswertung der für eine Triangulation am Auge erforderlichen Winkel- und Abstandsverhältnisse, wobei aus den von der Bildaufzeichnungseinheit gelieferten Bildern der vorderen Augenabschnitte bei strukturierter Beleuchtung Teilstrecken, Radien und/oder Brechungswinkel bestimmt werden.

Zusätzlich ist es vorteilhaft, wenn die Steuereinheit über Mittel zur Durchführung dynamischer Messmodi, wie sequentielle Bildaufnahme, Differenzbildaufnahme o. ä. verfügt und sie in der Lage ist, die entsprechende Messungen simultan durchzuführen und auszuwerten, wobei sich die Ergebnisse der einen Messung die Durchführung der jeweils anderen Messung beeinflussen können.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Augenvermessung wird die Achslänge, Hornhaut-Vorderradien und Vorderkammertiefe sowie weitere Parameter im vorderen Augenabschnitt erfasst, wobei mit Hilfe einer Steuereinheit und einer Messvorrichtung die Achslänge bestimmt wird und mit Hilfe einer Steuereinheit und einer zusätzlichen Messvorrichtung, welche über mindestens eine Beleuchtungseinheit und mindestens eine Bildaufzeichnungseinheit verfügt, mehrere Strukturen im Vorderabschnitt, wie Hornhaut, Vorderkammer und Linse, erfasst werden.

Dabei basiert die Achslängenmessung auf der Kurzkohärenzinterferometrie und ist auch geeignet axiale und/oder achsparallele Teilstrecken im Vorderabschnitt, Hornhautdicke, Vorderkammertiefe und Linsendicke, wie zentral, parazentral, mittelperipher und/oder peripher zu bestimmen, wobei achsparallele Teilstrecken ,im Vorderabschnitt durch laterale Ablenkung des Messstrahls oder laterale Verschiebung der Messvorrichtung erfasst werden. Axiale Teilstrecken, achsparallele Teilstrecken, laterale Abstände, Krümmungsradien und/oder Brechungswinkel werden hierbei mit Hilfe der zusätzlichen Messvorrichtung bestimmt, wobei diese und über mindestens eine Beleuchtungseinheit zur Erzeugung von strukturierter Beleuchtung verfügt. Von der Beleuchtungseinheit wird eine strukturierte Beleuchtung in Form einer Spalt- oder Streifenprojektion mittels, auf Halbleiterverbindungen basierender, Licht emittierender Dioden oder auch eines oder mehrerer opto-elektronische Lichtmodulatoren beispielsweise Mikrodisplays erzeugt. Während als auf Halbleiterverbindungen basierende, Licht emittierende Dioden beispielsweise LED's (light emitting diode) oder OLED's (organic light emitting diode) verwendet werden, kommen als opto-elektronische Lichtmodulatoren beispielsweise Mikrodisplays vom DMD- Typ (digital micromirror device) bzw. reflektierende Mikrodisplays vom LCOS- Typ (liquid crystal on Silicon) zum Einsatz.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Augenvermessung kann die strukturierte Beleuchtung auch in Form einer Reihe fokaler Bündel erzeugt werden, wobei die Steuereinheit aus dem von der Bildaufzeichnungseinheit

erfassten Bild die Brechungswinkel der fokalen Bündel ermittelt, um daraus die Brechkräfte der brechenden Flächen zu berechnen.

Mit Hilfe der von einer einzelnen Beleuchtungseinheit erzeugten, zeitlich veränderlichen Spaltbeleuchtung können unterschiedliche meridionale Schnitten durch den Vorderabschnitt des Auges erzeugt und von einer Bildaufzeichnungseinheit aufgezeichnet werden. Dabei sind die Bildaufzeichnungseinheit und/oder die Beleuchtungseinheit geneigt zur Achse des Auges angeordnet und können vorzugsweise um diese rotieren. Es ist aber auch möglich, mehrere ortsfeste Beleuchtungseinheiten geneigt zur Achse des Auges anzuordnen und die Spaltbeleuchtung in unterschiedlichen meridionalen Schnitten unter Veränderung der Fixationsrichtung des Patientenauges zu erzeugen.

Hierzu zeigt Figur 2 eine mögliche Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei die PCI-Achslängenmessung (lOLMaster nach Figur 1) mit einer axialen Spaltprojektion und einer geneigt angeordneten Bildaufnahme kombiniert wurde. Dabei erfolgt die Achslängenmessung wie üblich zentral entlang der Fixierrichtung des Patienten. Zusätzlich erfolgt eine Spaltbeleuchtung mittels Spaltprojektor 20 zentral zur Augenachse. Das von der LED-Beleuchtung 24 und dem Spalt 23 erzeugte Spaltbild wird über einen Strahlteilerwürfel 19 in das Auge 1 projiziert. Die Bildaufzeichnung erfolgt über eine, aus Abbildungsoptik 27 und Kamera 28 bestehende, zur Augenachse geneigt angeordnete Bildaufnahmeeinheit 26.

In einer ersten Ausführungsform ist die, aus LED-Beleuchtung 24 und Spalt 23 bestehende Spaltleuchte 22 drehbar ausgeführt, so dass das erzeugte Spaltbild um die Augenachse rotieren kann. Zur Aufnahme der im Auge 1 erzeugten Spaltbilder ist die geneigt zur Augenachse positionierte Bildaufnahmeeinheit 26 so ausgebildet, dass diese um die Augenachse rotiert. Vorzugsweise verfügt die Kamera 28 der Bildaufzeichnungseinheit 26 über einen Sensorchip, wie einen CCD- oder CMOS-Sensor, welcher zum Zeitpunkt der Bildaufnahme mit der beleuchteten Ebene im Auge 1 die Scheimpflugbedingung annähernd oder

genau erfüllt. Dabei wird der Vorderabschnitt des Auges 1 in verschiedenen Ebenen mit dem vom Spaltprojektor 20 erzeugten Spaltbild abgetastet und zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit der Kamera 28 zur späteren Auswertung aufgenommen und/oder gespeichert.

In einer zweiten Ausführungsform sind zur Aufnahme der im Auge 1 erzeugten Spaltbilder mehrere, geneigt zur Augenachse positionierte Bildaufnahmeeinheit 26 ortsfest positioniert. Auch hier ist die aus LED-Beleuchtung 24 und Spalt 23 bestehende Spaltleuchte 22 drehbar ausgeführt, so dass das erzeugte Spaltbild um die Augenachse rotieren kann. Vorzugsweise verfügen auch hier die Kameras 28 der Bildaufzeichnungseinheiten 26 über Sensorchips, welche zum Zeitpunkt der Bildaufnahme mit der beleuchteten Ebene im Auge 1 die Scheimpflugbedingung annähernd oder genau erfüllen. Der Vorderabschnitt des Auges 1 wird auch hier in verschiedenen Ebenen mit dem vom Spaltprojektor 20 erzeugten Spaltbild abgetastet und mit der Mehrzahl von Kameras 28 zur späteren Auswertung aufgenommen und/oder gespeichert.

Zur besseren Veranschaulichung und zur Gegenüberstellung dieser beiden Ausführungsformen zeigen Figur 3 eine azimuthale Anordnung der Bildaufnahmeoptik und entsprechende Spaltorientierung für die erste und Figur 4 für die zweite Ausführungsform. Während in Figur 3 sowohl das Abbild 25a des Spaltes 23 als auch der als Kreis dargestellte Abbildungsstrahlengang 29a der Bildaufzeichnungseinheit 26 um die Augenachse rotieren und eine beliebige Anzahl von Spaltbildern unter verschiedenen Winkeln aufgenommen werden können, rotiert in Figur 4 zwar das Abbild des Spaltes 23, kann aber durch ortsfest positionieren Bildaufnahmeeinheiten 26 nur als Abbilder 25b, 25c und 25d aufgenommen werden. Mit den Bezugszeichen 29b, 29c und 29d sind hier die Abbildungsstrahlengänge der ortsfest positionierten Bildaufnahmeeinheiten 26 bezeichnet.

Figur 5 zeigt hierzu eine weitere Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens als Kombination von PCI-Achslängenmessung mit axialer

Bildaufzeichnung und mindestens einer geneigt angeordneten Spaltprojektion. Hierzu wird entweder ein um die Augenachse rotierender oder mehrere, ortfest angeordnete Spaltprojektoren 20 verwendet.

In einer dritten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die zur Bildaufzeichnung vorhandene Bildaufnahmeeinheit 26 entlang dieser Achse angeordnet und beispielsweise über den Strahlteilerwürfel 19 eingekoppelt. Zur Erzeugung von Spaltbildern im Auge 1 ist mindestens ein, geneigt zur Augenachse positionierter Spaltprojektor 20 angeordnet. Somit erfolgt die Spaltabbildung auf das Auge 1 unter mindestens einem definierten Winkel zur Augenachse. Zur Abbildung meridionaler Schnittbilder durch die Vorderkammer muss der Patient auf einen einstellbaren Fixationspunkt blicken. Soll eine Reihe von Spaltbildern unter verschiedenen Azimutwinkeln aufgenommen werden, ohne dafür den Spaltprojektor 20 bzw. die Spaltleuchte 22 zu bewegen, ist das sequentielle Fixieren des Patienten auf eine Anzahl von verschiedenen Fixati- onspunkten erforderlich. Vorzugsweise erfüllen die vom Spaltprojektor 20 beleuchtete Ebenen im Auge 1 zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit dem Sensorchip der Bildaufnahmeeinheit 26 die Scheimpflugbedingung annähernd oder genau.

In einer vierten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die zur Bildaufzeichnung vorhandene Bildaufnahmeeinheit 26 entlang dieser Achse ortsfest angeordnet und beispielsweise über den Strahlteilerwürfel 19 eingekoppelt. Zur Erzeugung von Spaltbildern im Auge 1 sind eine Mehrzahl, geneigt zur Augenachse positionierter Spaltprojektoren 20 angeordnet. Die Spaltabbildung auf das Auge 1 erfolgt somit unter mehreren definierten Winkeln zur Augenachse. Vorzugsweise erfüllen die von den Spaltprojektoren 20 beleuchteten Ebenen im Auge 1 zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit dem Sensorchip der Bildaufnahmeeinheit 26 die Scheimpflugbedingung annähernd oder genau.

Zur besseren Veranschaulichung und zur Gegenüberstellung dieser beiden Ausführungsformen zeigen Figur 6 eine azimuthale Anordnung der Bildauf-

nahmeoptik und entsprechende Spaltorientierung für die dritte und Figur 7 für die vierte Ausführungsform. Während bei feststehendem Abbildungsstrahlengang 29e der Bildaufzeichnungseinheit 26 in Figur 6 das Abbild 25e des Spaltes 23 rotiert und so eine beliebige Anzahl von Spaltbildern unter verschiedenen Winkeln aufgenommen werden kann, sind in Figur 4 sowohl die Abbilder 25f, 25g und 25h des Spaltes 23 als auch der als Kreis dargestellte Abbildungsstrahlengang 29f der Bildaufzeichnungseinheit 26 ortsfest angeordnet, so dass nur drei Spaltbildern aufgenommen werden können.

Die nicht dargestellte Steuereinheit verfügt neben Mitteln zur Erfassung und Auswertung der für die Achslängenmessung erforderlichen Messwerte auch über Mittel zur Erfassung und Auswertung der für eine Triangulation am Auge erforderlichen Winkel- und Abstandsverhältnisse, wobei aus den von der Bildaufzeichnungseinheit gelieferten Bildern der vorderen Augenabschnitte bei strukturierter Beleuchtung Teilstrecken, Radien und/oder Brechungswinkel bestimmt werden.

Zusätzlich ist es vorteilhaft, wenn die Steuereinheit über Mittel zur Durchführung dynamischer Messmodi, wie sequentielle Bildaufnahme, Differenzbildaufnahme o. ä. verfügt und sie in der Lage ist, die entsprechende Messungen simultan durchzuführen und auszuwerten, wobei sich die Ergebnisse der einen Messung die Durchführung der jeweils anderen Messung beeinflussen können.

In Auswertung aller gewonnenen Parameter wird von der Steuereinheit mit Hilfe von Linsenberechnungs-Formeln und empirisch gewonnenen Konstanten oder mit Hilfe eines Raytracing-Verfahrens die benötigte sphärische Brechkraft einer Intraokularlinse berechnet. Zusätzlich zur sphärischen Brechkraft wird neben der benötigten Zylinder-Brechkraft auch ein geeigneter Asphärizitätswert für eine Intraokularlinse berechnet.

Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung und dem Verfahren zur Augenvermessung wird eine Lösung zur Verfügung gestellt, mit der zusätzlich zu den

üblicherweise verwendeten Größen Achslänge, Hornhaut-Vorderradien, Vorderkammertiefe und Limbusdurchmesser weitere Parameter des vorderen Augenabschnitts zur Berechnung von Intraokularlinsen insbesondere nach hornhautchirurgischen Eingriffen, in einem einzigen kompakten Gerät gewonnen werden können. Besonders vorteilhaft sind die Bestimmung axialer bzw. achsparalleler Teilstrecken (z. B. Hornhautdicke, Linsendicke) und Radien (z. B. Hornhautvorder- und Hornhautrückradien in verschiedenen Meridianschnitten und verschiedenen optischen Zonen und Linsenvorder- und Linsenrückra- dien). Dadurch ist die Bestimmung aller für die Berechnung und Auswahl einer 1OL erforderlichen Parameter mit der erforderlichen Genauigkeit und möglichst geringem apparativem Aufwand möglich.

Die Kenntnis der Teilstrecken ermöglicht eine genauere Berechnung der mittels PCI gewonnenen Augenlänge, da bei der Umrechnung von optischer Weglange in geometrische Weglange die Brechungsindizes der einzelnen Augenabschnitte verwendet werden können.

Bezugszeichenliste

1 Auge

2 Laserdiode

3 Michelson-Interferometer, bestehend aus:

4 Tripelprisma

5 Tripelprisma (verschiedene Positionen)

6 Strahlteilerwürfel

7 Wegmesssystem

8 Strahlteilerwürfel

9 Achromat

10 Strahlteiler

11 Empfänger

12 Kamera

13, 15 Lichtquelle für Keratometer

14, 16 Beleuchtungsoptik für Keratometer

17 Lichtquelle für VKT-Messung

18 Beleuchtungsoptik für VKT-Messung

19 Strahlteilerwürfel

20 Spaltprojektor, bestehend aus:

21 Projektionsoptik

22 drehbare Spaltleuchte, bestehend aus:

23 Spalt

24 LED-Beleuchtung

25 Abbilder des Spaltes 23

26 Bildaufnahmeeinheit, bestehend aus:

27 Abbildungsoptik

28 Kamera

29 Abbildungsstrahlengänge der Bildaufnahmeeinheit 26