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Patent Searching and Data


Title:
DEVICE AND METHOD FOR DISSOCIATING TISSUE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/145029
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device and a method for dissociating tissue. In one embodiment, the device comprises at least one dissociation unit for receiving a tissue sample, which is arranged at least partially in a pot-shaped cell sieve. The invention also relates in an embodiment to a device and a method for dissociating tissue, wherein the tissue is dissociated by means of a grinding mechanism having rows of teeth which can be moved relative to one another and which, when moving past one another in the one direction, cut the tissue and, when moving past one another in the opposite direction, grind the tissue.

Inventors:
REIS CHRISTIAN (DE)
SCHEUERMANN STEFAN (DE)
SCHÄFER ARMIN (DE)
EDINGER DANIEL (DE)
Application Number:
EP2018/051701
Publication Date:
August 01, 2019
Filing Date:
January 24, 2018
Export Citation:
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Assignee:
FRAUNHOFER GES FORSCHUNG (DE)
International Classes:
C12M1/33; B02C18/06; B02C18/08; B02C18/10; B02C18/18; B02C19/00; C12M3/08; G01N1/28
Domestic Patent References:
WO2016097960A22016-06-23
WO2013070899A12013-05-16
WO1995009051A11995-04-06
Foreign References:
EP2540394A12013-01-02
US6358474B12002-03-19
DE102016216345B32018-01-25
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
PFENNING, MEINIG & PARTNER MBB (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Vorrichtung zur Dissoziation von Gewebe, aufweisend

zumindest ein Dissoziationswerk zur Aufnahme einer Gewebeprobe, zumindest ein topfförmiges Zellsieb,

wobei das zumindest eine Dissoziationswerk zumindest teilweise in dem topfförmigen Zellsieb angeordnet ist.

2. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei das Dissoziationswerk

zumindest ein Gefäß zur Aufnahme der Gewebeprobe,

sowie ein in dem Gefäß angeordnetes Mahlwerk aufweist,

wobei das Mahlwerk zumindest eine erste Zahnreihe mit einer Mehr zahl an Zähnen und zumindest eine zweite Zahnreihe mit einer Mehr zahl an Zähnen aufweist,

wobei die zumindest eine erste der Zahnreihen an einem Boden des Gefäßes angeordnet ist und die zumindest eine zweite der Zahnreihen an einem Deckel des Gefäßes angeordnet sind,

wobei die zumindest eine erste Zahnreihe gegenüber der zumindest einen zweiten Zahnreihe beweglich ist, so dass die Zähne der ersten Zahnreihe an den Zähnen der zweiten Zahnreihe vorbeibewegbar sind, wobei jeweils eine der zumindest einen ersten Zahnreihen und eine der zumindest einen zweiten Zahnreihen in einem solchen Abstand benachbart zueinander angeordnet sind, dass die Zähne dieser jeweils benachbarten Zahnreihen, wenn sie aneinander vorbeibewegt werden, in einem Abstandsbereich um ihren minimalen Abstand zueinander ei ne Dissoziation eines Teils der Gewebeprobe bewirken.

3. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch,

wobei die Zähne so ausgestaltet sind, dass sie, wenn sie sich in einer Richtung aneinander vorbeibewegen , den Teil der Gewebeprobe schneiden und wenn sie sich in zu dieser Richtung entgegengesetzter Richtung aneinander vorbeibewegen, den Teil der Gewebeprobe zer reiben.

4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

weiter aufweisend ein Reagenzgefäß,

wobei das Zellsieb und das Dissoziationswerk in einer Öffnung des Re agenzgefäßes angordnet sind.

5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei die im Deckel des Gefäßes angeordneten Zahnreihen gegenüber dem Reagenzgefäß beweglich sind und die im Boden des Gefäßes angeordneten Zahnrei hen gegenüber dem Reagenzgefäß fest sind.

6. Vorrichtung zur Dissoziation von Gewebe, aufweisend

zumindest ein Gefäß zur Aufnahme einer Gewebeprobe,

sowie ein in dem Gefäß angeordnetes Mahlwerk,

wobei das Mahlwerk zumindest zwei gegeneinander bewegbare Zahn reihen aufweist,

wobei jede der Zahnreihen eine Mehrzahl an Zähnen aufweist, wobei benachbarte der Zahnreihen in einem solchen Abstand zuei nander angeordnet sind, dass die Zähne dieser jeweils benachbarten Zahnreihen in einem Abstandsbereich um ihren minimalen Abstand zueinander eine Dissoziation eines Teils der Gewebeprobe bewirken, wobei die Zähne so ausgestaltet sind, dass sie, wenn sie sich in einer Richtung aneinander vorbeibewegen den Teil der Gewebeprobe schneiden und wenn sie sich in zu dieser Richtung entgegengesetzter Richtung aneinander vorbeibewegen, den Teil der Gewebeprobe zer reiben.

7. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch,

weiter aufweisend ein Reagenzgefäß,

wobei das Gefäß und das Mahlwerk in einer Öffnung des Reagenzge fäßes angordnet sind,

wobei die im Deckel des Gefäßes angeordneten Zahnreihen gegenüber dem Reagenzgfäß beweglich sind und die im Boden des Gefäßes ange ordneten Zahnreihen gegenüber dem Reagenzgefäß fest sind.

8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei das Zellsieb und das Dissoziationswerk oder das Gefäß und das Mahlwerk zumindest teilweise innerhalb einer Verschlusskappe des Reagenzgefäßes angeordnet sind,

wobei die Verschlusskappe die Öffnung des Reagenzgefäßes umgreift.

9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8,

wobei die Zahnreihen kreisförmig und konzentrisch zueinander verlau fen.

10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9,

wobei die Zahnreihen in einer gemeinsamen Ebene verlaufen und in dieser Ebene gegeneinander bewegbar sind.

11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 10,

wobei die Zähne jeweils einen Querschnitt parallel zu der gemeinsa men Ebene haben, der eine spitze Ecke und eine der spitzen Ecke ge genüberliegende abgerundete Seite aufweist,

wobei die spitzen Ecken von Zähnen benachbarter Zahnreihen einan der entgegengerichtet sind.

12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 11,

wobei jene Kanten des Querschnitts der Zähne, welche die Spitze mit der abgerundeten Seite verbinden, in Richtung einer Linie gekrümmt sind, entlang derer die Zahnreihe verläuft, zu welcher der entspre chende Zahn gehört.

13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 12,

wobei eine das Gefäß begrenzende Seitenwand zumindest einen oder eine Mehrzahl an Vorsprüngen in Richtung der Zahnreihen aufweist, wobei jene der Seitenwand zunächstliegende Zahnreihe von dieser Sei tenwand in einem solchen Abstand angeordnet ist, dass die Zähne die ser zunächstliegenden Zahnreihe in einem Abstandsbereich um ihren minimalen Abstand zu den Vorsprüngen eine Dissoziation eines Teils der Gewebeprobe bewirken.

14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 13,

wobei das Gefäß eine Basis aufweist, welche von den Zahnreihen um laufen wird, wobei die Basis einen oder eine Mehrzahl an Vorsprüngen in Richtung der Zahnreihen aufweist, wobei jene der Basis zunächstlie gende Zahnreihe von dieser Basis in einem solchen Abstand angeord net ist, dass die Zähne dieser zunächstliegenden Zahnreihe in einem Abstandsbereich um ihren minimalen Abstand zu den Vorsprüngen ei ne Dissoziation eines Teils der Gewebeprobe bewirken.

15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 14,

wobei ein Durchmesser des Gefäßes in jener Ebene, in der die Zahn reihen verlaufen größer oder gleich 0,5 cm, vorzugsweise größer oder gleich 1 cm, vorzugsweise größer oder gleich 2 cm und/oder kleiner oder gleich 4 cm, vorzugsweise kleiner oder gleich 3 cm beträgt.

16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 15,

wobei der minimale Abstand von Zähnen benachbarter der Zahnreihen jeweils größer oder gleich 50 pm, vorzugsweise größer oder gleich 100 pm, vorzugsweise größer oder gleich 200 pm und/oder kleiner oder gleich 500 pm, vorzugsweise kleiner oder gleich 400 pm, vorzugsweise kleiner oder gleich 300 pm beträgt.

17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 16,

wobei eine Hälfte der Zahnreihen am Deckel des Gefäßes angeordnet ist und die andere Hälfte der Zahnreihen am Boden des Gefäßes ange ordnet ist wobei die am Deckel angeordneten Zahnreihen jeweils den am Boden angeordneten Zahnreihen in einer Ebene, in welcher die Zahnreihen verlaufen, benachbart sind.

18. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch,

wobei die am Deckel angeordneten Zahnreihen gegenüber dem Deckel beweglich sind.

19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 18,

wobei die Verschlusskappe in ihrem Mittelpunkt eine Öffnung aufweist und wobei der Deckel des Gefäßes eine zur Öffnung der Verschluss- kappe koaxiale Öffnung aufweist,

wobei die Öffnungen in der Verschlusskappe und im Deckel so ausge staltet sind, dass eine Antriebswelle den Deckel des Gefäßes zur Bewe gung der Zähne der zumindest einen zweiten Zahnreihe gegenüber den Zähnen der zumindest einen ersten Zahnreihe antreiben kann.

20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 19,

wobei der Deckel des Gefäßes ein magnetisches Element aufweist, mittels dessen der Deckel zur Bewegung der Zahnreihen mittels eines Magneten antreibbar ist.

21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 20,

wobei in der Öffnung in der Verschlusskappe und/oder in der Öffnung im Deckel des Gefäßes ein Septum angeordnet ist, durch welches Flüs sigkeit in das Gefäß und/oder das Reagenzgefäß einbringbar ist.

22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 21,

wobei das Zellsieb und/oder der Boden Elemente, vorzugsweise Stege, zur Verhinderung einer Relativbewegung des Bodens gegenüber dem Zellsieb aufweist.

23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 22, wobei die Öffnung im Deckel gegenüber der Öffnung in der Verschlusskappe abgedichtet ist.

24. Verfahren zur Dissoziation von Gewebe,

wobei eine Gewebeprobe in eine Vorrichtung nach einem der Ansprü che 1 bis 23 eingebracht wird, und

danach das Dissoziationswerk oder das Mahlwerk angetrieben wird.

25. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch,

wobei die Zahnreihen kreisförmig sind und mit einer Rotationsge schwindigkeit von größer oder gleich 60 U/min, vorzugsweise größer oder gleich 200 U/min, vorzugsweise größer oder gleich 300 U/min und/oder kleiner oder gleich 700 U/min, vorzugsweise kleiner oder gleich 500 U/min, vorzugsweise kleiner oder gleich 400 U/min gegen einander bewegt werden.

26. Verfahren nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, wobei nach dem Antreiben des Dissoziationswerkes oder des Mahlwerkes ei ne durch das Antreiben des Dissoziationswerkes oder des Mahlwerkes erzeugte Zellsuspension aufgereinigt wird.

27. Verfahren nach einem der Ansprüche 24 bis 26,

wobei der Gewebeprobe vor, während und/oder nach dem Antreiben des Dissoziationswerkes oder des Mahlwerkes zumindest ein Medium zugegeben wird.

28. Verfahren nach einem der Ansprüche 24 bis 27,

wobei eine Rotationsrichtung und/oder eine Rotationsgeschwindigkeit des Antreibens des Dissoziationswerkes oder des Mahlwerkes basie rend auf währen des Antreibens erfassten Parametern gesteuert wird, wobei die Parameter einen oder mehrere ausgewählt aus einem Drehmoment, einem rheologischen Parameter und/oder einer opti schen Dichte umfassen.

29. Verfahren nach einem der Ansprüche 24 bis 28, wobei eine auf das Dissoziationswerk oder das Mahlwerk übertragene Kraft mittels eines oder mehrerer Sensoren bestimmt wird, und aus der so bestimmten Kraft ein Dissoziationsgrad des Gewebes bestimmt wird.

30. Verfahren nach einem der Ansprüche 24 bis 29,

wobei die Zahnreihen, während sie gegeneinander bewegt werden, in zur Richtung der Bewegung gegeneinander senkrechter Richtung peri odisch bewegt werden.

31. Verfahren nach einem der Ansprüche 24 bis 30,

wobei die Zelllsuspension in einem Reagenzgefäß zentrifugiert wird, in dessen Öffnung das Dissoziationswerk oder das Mahlwerk angeordnet ist.

Description:
Vorrichtung und Verfahren zur Dissoziation von Gewebe

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Dissoziation von Gewebe. In einer Ausführungsform weist die Vorrichtung zumindest ein Dis- soziationswerk zur Aufnahme einer Gewebeprobe auf, das zumindest teilwei se in einem topfförmigen Zellsieb angeordnet ist. Die Erfindung betrifft in ei ner Ausführungsform außerdem eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Dis soziation von Gewebe, wobei das Gewebe durch ein Mahlwerk mit gegenei nander bewegbaren Zahnreihen dissoziiert wird, die beim Aneinandervorbeibewegen in der einen Richtung das Gewebe schneiden und beim Aneinandervorbeibewegen in die entgegengesetzte Richtung das Gewe be zerreiben.

Die Dissoziation von menschlichem oder tierischem Gewebe stellt aus mehre ren Gründen eine Herausforderung dar. Nicht nur Gewebe unterschiedlichen Ursprungs unterscheiden sich in ihrer Konsistenz, auch ein und dieselbe Ge webeprobe kann sehr heterogen beschaffen sein. Daher ist es bisher nicht gelungen, eine Methode zu entwickeln, mit welcher jegliche Art von Gewebe dissoziiert werden kann.

Es gibt einige kommerziell erhältliche Systeme, mit denen Gewebe und Zellen aufgeschlossen werden können. Eine verlässliche Methode zur Gewebedisso ziation in eine Einzelzellsuspension existiert nur bedingt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Dissoziation von Gewebe anzugeben, mit denen jegliche Art von Gewebe dissoziiert werden kann und vorzugsweise zu einer Einzelzellsuspension ver arbeitet werden kann.

Die Aufgabe wird gelöst durch die Vorrichtungen zur Dissoziation von Gewebe nach Anspruch 1 und Anspruch 6 sowie durch das Verfahren zur Dissoziation von Gewebe nach Anspruch 24. Die jeweiligen abhängigen Ansprüche geben vorteilhafte Weiterbildungen der Vorrichtungen zur Dissoziation von Gewebe und des Verfahrens zur Dissoziation von Gewebe an.

Erfindungsgemäß wird eine Vorrichtung zur Dissoziation von Gewebe bereit gestellt, die zumindest ein Dissoziationswerk zur Aufnahme einer Gewebe probe sowie zumindest ein topfförmiges Zellsieb aufweist. Dabei ist das zu mindest eine Dissoziationswerk zumindest teilweise in dem topfförmigen Zellsieb angeordnet.

Unter einem Dissoziationswerk soll dabei eine Vorrichtung verstanden wer den, mit der Gewebe dissoziiert werden kann. Die Dissoziation kann dabei insbesondere einen Zellaufschluss und/oder eine Gewebedissoziation umfas sen. Insbesondere kann der Vorgang der Dissoziation von Gewebe vorteilhaft erweise das Zerreiben von Gewebe und/oder die Herstellung von Einzelzell suspension und/oder die Isolierung von Molekülen umfassen.

Erfindungsgemäß weist die Vorrichtung zur Dissoziation von Gewebe in dieser Ausführungsform ein topfförmiges Zellsieb auf. Dabei soll unter einer Topfform im allgemeinsten Sinne eine konkave Form verstanden werden, in die das Dissoziationswerk zumindest teilweise einbringbar ist. Insbesondere kann unter einer Topfform vorteilhaft eine Zylinderform mit einseitig offener Endfläche oder Stirnseite verstanden werden. Der Begriff„Zylinderform" kann dabei im mathematischen allgemeinsten Sinne verstanden werden und kann Zylinder mit beliebiger Grundfläche umfassen, wobei die Zylinderform vor zugsweise eine gerade Zylinderachse hat. Vorteilhafterweise hat die Zylinder form jedoch eine kreisförmige Grundfläche, so dass unter einer Zylinderform im Sinne der Erfindung vorteilhafterweise eine Kreiszylinderform mit einseitig offener Endfläche oder Stirnfläche verstanden werden kann.

Ist das Zellsieb in diesem Sinne kreiszylinderförmig, so hat vorteilhafterweise auch das Dissoziationswerk einen kreisförmigen Querschnitt. Es kann dann das Dissoziationswerk mit einer auf dem kreisförmigen Querschnitt in dessen Mittelpunkt senkrechter Achse koaxial zu einer Zylinderachse des kreiszylin derförmigen Zellsiebs zumindest teilweise in dem Zellsieb angeordnet sein.

Bevorzugterweise ist das Dissoziationswerk in dem Zellsieb gegen Rotation gegenüber dem Zellsieb geschützt.

Das Zellsieb hat vorteilhafterweise zumindest eine Fläche, die als Sieb für die durch das Dissoziationswerk erzeugten Gewebebestandteile wirkt. Dabei kann eine Maschenweite des Siebes abhängig von den durch die Dissoziation er zeugten Gewebebestandteilen geeignet gewählt sein. Besonders vorteilhaft ist ein Zellsieb, das eine kreiszylinderförmige Topfform mit einer offenen und einer geschlossenen Endfläche oder Stirnfläche hat, wobei die geschlossene Endfläche oder Stirnfläche und die Mantelfläche durch entsprechende Siebe gebildet werden. Die Siebe können dabei vorteilhafterweise durch einen Rahmen getragen werden. Der Rahmen kann dabei die äußere Form des Zell siebes vorgeben. Hat das Zellsieb eine Zylinderform, so verläuft der Rahmen vorteilhafterweise entlang von Rändern der Zylinderform, wobei besonders bevorzugt die entlang der Ränder der Zylinderform verlaufenden Abschnitte des Rahmens durch Streben miteinander verbunden sein können, die beson ders bevorzugt parallel zur Zylinderachse verlaufen können. Diese Form des Rahmens ist vorteilhaft sowohl für kreiszylinderförmige Siebe, als auch für zylinderförmige Siebe mit anderen Grundflächen. Der Rahmen kann dabei vorteilhaft aus Kunststoff hergestellt sein.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann die Vorrichtung zur Dissoziation von Gewebe zumindest ein Gefäß zur Aufnahme einer Gewebe probe aufweisen. Dabei kann das Gefäß Bestandteil des Dissoziationswerks sein.

Vorteilhafterweise ist in dem Gefäß ein Mahlwerk angeordnet, mit dem die Gewebeprobe dissoziierbar sein kann. Dabei kann das Merkmal vorteilhafter weise zumindest zwei gegeneinander bewegbare Zahnreihen aufweisen, die jeweils eine Mehrzahl an Zähnen aufweisen. Das Mahlwerk kann also zumin dest eine erste Zahnreihe mit einer Mehrzahl an Zähnen und zumindest eine zweite Zahnreihe mit einer Mehrzahl an Zähnen aufweisen. Vorteilhafterwei se sind dann benachbarte der Zahnreihen in einem solchen Abstand zueinan der angeordnet, dass die Zähne dieser jeweils benachbarten Zahnreihen in einem Abstandsbereich um ihren minimalen Abstand zueinander eine Disso ziation eines Teils der Gewebeprobe bewirken. Vorteilhafterweise kann also die zumindest eine erste Zahnreihe gegenüber der zumindest einen zweiten Zahnreihe beweglich sein, so dass sich die Zähne der jeweils ersten Zahnreihe an den Zähnen der jeweils zweiten Zahnreihe vorbeibewegen. Es können dann jeweils eine der zumindest einen ersten Zahnreihen und eine der zumindest einen zweiten Zahnreihen in einem solchen Abstand benachbart zueinander angeordnet sein, dass die Zähne dieser jeweils benachbarten Zahnreihen, wenn sie aneinander vorbei bewegt werden, in einen Abstandsbereich um ihren minimalen Abstand zueinander eine Dissoziation eines Teils der Gewe beprobe bewirken.

Vorteilhafterweise kann das Gefäß einen Boden und einen Deckel aufweisen. Der Boden und der Deckel können dabei so ausgestaltet sein, dass sie zusam men das Gefäß bilden oder zusammensetzen. Es ist aber auch möglich, dass Boden und Deckel gegenüberliegende Seiten eines zylinderförmigen Mantels bedecken, so dass Boden, Deckel und Mantel gemeinsam das Gefäß bilden. In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann das Gefäß zylinderförmig, besonders bevorzugt kreiszylinderförmig sein. Besonders bevorzugt sind dann die Zahn reihen konzentrisch um eine Zylinderachse des Gefäßes angeordnet.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung können die Zähne der Zahnreichen so ausgestaltet sein, dass sie, wenn sie sich in einer Richtung an einander vorbei bewegen, den Teil der Gewebeprobe schneiden und wenn sie sich in zu dieser Richtung entgegengesetzter Richtung aneinander vorbei be wegen, den Teil der Gewebeprobe zerreiben.

Der Begriff„Mahlwerk" kann sowohl Vorrichtungen zum Schneiden wie auch zum Zerreiben umfassen. Alternativ zum Begriff„Mahlwerk" kann daher auch der Begriff„Zerkleinerungswerk" verwendet werden.

Vorteilhafterweise kann das Mahlwerk zumindest zwei gegeneinander be wegbare Zahnreihen aufweisen. Jede der Zahnreihen weist dann eine Mehr zahl an Zähnen auf. Der Begriff „Zahnreihe" sollte hierbei allgemein eine Menge von Zähnen beschreiben, die sich im Zerkleinerungsprozess gemein sam bewegen. Die Zähne einer Zahnreihe können vorteilhaft entlang einer Linie angeordnet sein, die verschiedene Formen haben kann. Besonders vor teilhaft können die Zähne einer Zahnreihe jeweils entlang einer kreisförmig geschlossenen Linie angeordnet sein.

Vorteilhafterweise sind benachbarte Zahnreihen in einem solchen Abstand zueinander angeordnet, dass die Zähne dieser jeweils benachbarten Zahnrei hen in einem Abstandsbereich um ihren minimalen Abstand zueinander eine Dissoziation eines Teils der Gewebeprobe bewirken. Der Abstand zweier Zahnreihen kann hierbei entweder als Abstand der Linien definiert werden, entlang derer die Zähne einer Zahnreihe angeordnet sind oder als Abstand der Zähne im Punkt ihrer jeweils größten Annäherung. Haben die Zähne zweier benachbarter Zahnreihen unterschiedliche Abstände in ihrer jeweils größten Annäherung, so kann als Abstand auch ein durchschnittlicher Abstand der Zähne gemessen im Punkt der größten Annäherung jeweils zweier Zähne defi niert werden.

Der Abstand zwischen den Zahnreihen ist vorteilhaft so bemessen, dass die Zähne beim aneinander Vorbeibewegtwerden eine Dissoziation eines Teils der Gewebeprobe bewirken. Der jeweils dissoziierte Teil der Gewebeprobe ist dabei jener Teil, auf den die beiden sich aneinander vorbeibewegenden Zähne zerkleinernd einwirken. Die Dissoziation findet dabei in einem Abstandsbe reich der Zähne voneinander um den minimalen Abstand der Zähne vonei nander statt. Beim aneinander Vorbeibewegen bewegen sich also jeweils zwei Zähne der benachbarten Zahnreihen aufeinander zu, beginnen ab einem be- stimmten Abstand eine Einwirkung auf das Gewebe zur Dissoziation des Ge webes, die besteht, bis die Zähne nachdem sie sich passiert haben, einen be stimmten maximalen Abstand voneinander haben.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Zähne der benachbarten Zahnreihen ei nander nicht paarweise zugeordnet sein müssen. Vorteilhafterweise ist es vielmehr so, dass die Zähne der benachbarten Zahnreihen einander nachei nander passieren.

Vorteilhafterweise sind die Zähne so ausgestaltet, dass sie das Gewebe schneiden, wenn sie sich in einer Richtung einander vorbeibewegen und das Gewebe zerreiben, wenn sie sich in entgegengesetzter Richtung aneinander vorbeibewegen. Zur Erzielung dieser Wirkung können die Zähne eine Vielzahl verschiedener Formen haben. Vorteilhafterweise können die Zähne auf einer Seite in Bewegungsrichtung eine Schneide haben und auf ihrer entgegenge setzten Seite in ihrer Bewegungsrichtung ein Teil einer Mahl- oder Zerrei- bungsvorrichtung aufweisen, so dass zwei Zähne benachbarten Zahnreihen, die mit dieser Seite aufeinandertreffen, eine Zerreibung des Gewebes bewir ken.

In zwei jeweils benachbarten Zahnreihen, die zusammen eine Dissoziation des Gewebes bewirken, sind dabei die schneidenden Kanten und die zerreibenden Kanten der beiden Zahnreihen vorteilhaft einander entgegengesetzt orien tiert. Bewegen sich die beiden Zahnreihen in entgegengesetzter Richtung an einander vorbei, so bewirken sie in der einen Richtung das Schneiden mit den beiden Schneidkanten und in der entgegengesetzten Richtung das Zerreiben mit den zerreibenden Seiten. Allgemein kann man eine Schneidrichtung und eine Zerreibrichtung definieren, die für zusammenwirkende benachbarte Zahnreihen jeweils entgegengesetzt sind, d.h. die Schneidrichtungen der be nachbarten Zahnreihen sind einander entgegengesetzt und die Zerreibrichtungen der benachbarten Zahnreihen sind einander entgegenge setzt.

Für andere Anwendungen können die Zähne auch andere Querschnitte ha ben, wie beispielsweise zylinderförmig oder eine karoförmige, parallelogrammförmige oder rautenförmige Grundfläche haben. In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind die Zahnreihen kreisförmig und kon zentrisch zueinander ausgestaltet. Das heißt, dass die Zähne einer Zahnreihe jeweils entlang eines Kreises aufgereiht sind und diese Kreise zueinander kon zentrisch sind. Die beschriebene Schneidrichtung und die beschriebene Zerreibrichtung sind dann vorteilsweise tangential bzw. parallel zu den ent sprechenden Kreislinien.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann die Vorrichtung zur Dissoziation von Gewebe außerdem ein Reagenzgefäß aufweisen, in dessen Öffnung das Dissoziationswerk und/oder das Gefäß zur Aufnahme der Gewe beprobe angeordnet sein können. Dabei kann das Reagenzgefäß z. B. ein Glasgefäß oder ein Kunststoffgefäß sein oder aus anderen geeigneten Materi alien hergestellt sein. Vorteilhafterweise kann das Reagenzgefäß einen zylin derförmigen Abschnitt aufweisen, dessen Länge in Richtung seiner Zylinder achse länger ist als ein Durchmesser des Reagenzgefäßes. Die Zylinderform kann auf einer Seite die Öffnung aufweisen, in der das Dissoziationswerk und/oder das Gefäß angeordnet sein können.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung können die im Deckel des Gefäßes angeordneten Zahnreihen gegenüber dem Reagenzgefäß beweglich sein und die im Boden des Gefäßes angeordneten Zahlenreihen können ge genüber dem Reagenzgefäß fest sein. Im Normalfall wird das Gefäß in die Öff nung des Reagenzgefäßes einsetzbar sein und dort beispielsweise verschraubbar sein. Es sollen daher in dieser Ausgestaltung die gegenüber dem Reagenzgefäß festen Zahnreihen in dem Zustand fest sein, in dem das Gefäß zur bestimmungsgemäßen Verwendung im Reagenzgefäß angeordnet ist. Die Beweglichkeit der im Deckel angeordneten Zähne kann dann durch geeignete Ausgestaltung des Gefäßes bewirkt werden.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung können die Bestandteile des Mahlwerks, also die Zahnreihen, als wechselbare Einsätze ausgestaltet sein. Diese Einsätze können in das Gefäß einlegbar sein. Die Zahnreihen kön nen dabei auf zwei Platten angeordnet sein, so dass die Zähne zwischen den Platten in einer gemeinsamen Ebene angeordnet sind. Die erfindungsgemäße Idee wird auch verwirklicht durch eine Vorrichtung, die zumindest ein Gefäß zur Aufnahme einer Gewebeprobe aufweist, sowie ein in dem Gefäß angeordnetes Mahlwerk, wobei das Mahlwerk zumindest zwei gegeneinander bewegbare Zahnreihen aufweist. Für das Gefäß, das Mahlwerk und die Zahnreihen kann vorteilhafterweise das Vorgenannte ebenfalls zutref fend sein.

In dieser Ausgestaltung der Erfindung kann jede der Zahnreihen eine Mehr zahl an Zähnen aufweisen, wobei benachbarte der Zahnreihen in einem sol chen Abstand zueinander angeordnet sind, dass die Zähne dieser jeweils be nachbarten Zahnreihen in einem Abstandsbereich um ihren minimalen Ab stand zueinander eine Dissoziation eines Teils der Gewebeprobe bewirken, wobei die Zähne so ausgestaltet sind, dass sie, wenn sie sich in einer Richtung aneinander vorbei bewegen, den Teil der Gewebeprobe schneiden und wenn sie sich entgegengesetzt dieser Richtung aneinander vorbei bewegen, den Teil der Gewebeprobe zerreiben. Es sei darauf hingewiesen, dass in dieser Ausge staltung der Erfindung das topfförmige Zellsieb nicht wesentlich ist. Das ge nannte Dissoziationswerk kann vorteilhaft das Mahlwerk in dieser Ausgestal tung sein.

Auch in dieser Ausgestaltung kann die Vorrichtung ein Reagenzgefäß aufwei sen, in dessen Öffnung das genannte Gefäß und das Mahlwerk angeordnet sein können. Es können dann auch hier die im Deckel des Gefäßes angeordne ten Zahnreihen gegenüber dem Reagenzgefäß beweglich sein und die im Bo den des Gefäßes angeordneten Zahnreihen gegenüber dem Reagenzgefäß fest sein. Das oben zu dem Reagenzgefäß Gesagte kann hier entsprechend gelten.

Die folgenden Ausführungen können für alle Ausgestaltungen der Erfindung vorteilhaft gelten.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann gegebenenfalls das Zellsieb und/oder das Dissoziationswerk und/oder das Gefäß und/oder das Mahlwerk zumindest teilweise innerhalb einer Verschlusskappe des Reagenzgefäßes angeordnet sein. Vorteilhafterweise kann dann die Verschlusskappe die Öff nung des Reagenzgefäßes umgreifen. Es können hierbei das Zellsieb, das Dis soziationswerk, das Gefäß und/oder das Mahlwerk wie oben beschrieben in der Öffnung des Reagenzgefäßes angeordnet sein. Wenn die Verschlusskappe die Öffnung des Reagenzgefäßes umgreift, so können die entsprechenden Elemente gleichzeitig zumindest teilweise innerhalb der Verschlusskappe an geordnet sein. Dass die Verschlusskappe die Öffnung des Reagenzgefäßes umgreift, kann insbesondere bedeuten, dass die Verschlusskappe die Öffnung einfasst oder umfasst. Besonders vorteilhaft können das Zellsieb, das Dissozia tionswerk, das Gefäß und/oder das Mahlwerk an der Verschlusskappe befes tigt sein oder mittels der Verschlusskappe zwischen einem Rand des Reagenz gefäßes und der Verschlusskappe eingespannt oder eingeklemmt sein. Hierzu kann das entsprechende Element beispielsweise einen Rand aufweisen, der entlang eines äußeren Umfangs des entsprechenden Elementes verläuft und der, wenn die Verschlusskappe auf das Reagenzgefäß geschraubt wird, auf dem Rand des Reagenzgefäßes aufliegt und durch die Verschlusskappe gegen diesen Rand gedrückt wird.

In allen Ausgestaltungen der Erfindung können ggf. die Zahnreihen kreisför mig und konzentrisch zueinander verlaufen. Besonders vorteilhaft können die Zahnreihen in einer gemeinsamen Ebene verlaufen und in dieser Ebene ge geneinander bewegbar sein.

Bevorzugterweise verlaufen die Zahnreihen in einer gemeinsamen Ebene und sind in dieser Ebene gegeneinander bewegbar. Vorzugsweise ist diese Ebene parallel zu einer Bodenfläche des Gefäßes und/oder zu einer Deckelfläche des Gefäßes. Auf diese Weise können die Hälfte der Zahnreihen auf dem Boden des Gefäßes angeordnet sein und die andere Hälfte der Zahnreihen an einem Deckel des Gefäßes. Die am Boden angeordneten Zähne ragen also vom Bo den in das Gefäß und die am Deckel angeordneten Zähne ragen vom Deckel in das Gefäß. Vorteilhaft können die Zähne jeweils eine allgemeine Zylinderform haben, also eine Form, die durch geeignet geformte Seitenflächen definiert wird, welche parallel zu einer Geraden verlaufen, die senkrecht auf der Zahn reihe steht. In einem Querschnitt senkrecht zu dieser Geraden können die Zähne jeweils die beschriebene Form haben, mit der sie in einer Richtung schneiden und in der entgegengesetzten Richtung zerreiben.

Vorteilhaft haben die Zähne jeweils einen Querschnitt in einer Ebene senk recht zu ihrer Zylinderachse oder in einer Ebene parallel zu der gemeinsamen Ebene, in der die Zahnreihen verlaufen, der eine spitze Ecke und eine der spit zen Ecke gegenüberliegende abgerundete Seite aufweisen. Die spitze Ecke und die abgerundete Seite sind dabei vorzugsweise in Richtung der Bewegung der Zahnreihen aneinander gegenüberliegend. Die Zähne haben also vorzugs weise in ihrem Querschnitt eine Tropfenform. Vorteilhaft sind dabei die spit zen Ecken von Zähnen benachbarten Zahnreihen entgegengerichtet und damit auch die runden Ecken.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung können jene Kanten des Querschnitts der Zähne, welche die spitze mit der abgerundeten Seite verbin den, in Richtung einer Linie gekrümmt sein, entlang derer die Zahnreihe ver läuft, zu welcher der entsprechende Zahn gehört. Das bedeutet, dass die ent sprechenden Seiten in der gleichen Richtung gekrümmt sind wie die Linie, entlang derer die Zahnreihe verläuft. In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann dabei der Krümmungsradius einer dieser beiden Seiten im Wesentlichen gleich dem Krümmungsradius der Linie sein, entlang derer die Zahnreihe ver läuft.

Die Tropfenform kann vorteilhaft als Parallelogramm verstanden werden, in dem eines der beiden durch eine kurze Diagonale des Parallelogramms ge trennten Dreiecke durch einen Kreisbogen ersetzt wird, der an den stumpfen Winkeln des Parallelogramms an das andere der beiden Dreiecke angrenzt. Der Kreisbogen bildet hier die abgerundete Seite und der verbleibende Spitze Winkel die spitze Ecke. Vorteilhaft ist die Tropfenform dann spiegelsymmet risch um die lange Diagonale des ursprünglichen Parallelogramms, also die Achse der Spitze zum am weitesten entfernten Punkt auf der runden Ecke. Der Radius des Kreisbogens kann dabei auf der kurzen Diagonale des ur sprünglichen Dreiecks liegen. Der Kreisbogen kann optional gerade ein Halb kreis sein, so dass der Mittelpunkt des Kreisbogens auf der kurzen Diagonale des ursprünglichen Dreiecks liegt. Alternativ kann der Kreisbogen auch so an die geraden Seiten angrenzen, dass die geraden Seiten tangential an dem Kreisbogen liegen. In diesem Fall liegt der Mittelpunkt etwas weiter von der Spitze entfernt.

Die oben beschriebene Tropfenform kann optional auch entlang der langen Diagonale des Parallelogramms gebogen werden. Die Spiegelsymmetrie geht dann verloren und die Form gleich eher einer Flosse.

Vorteilhafterweise kann das Gefäß ein kreiszylinderförmiges Volumen ein schließen. Die Zahnreihen können dann die Zylinderachse koaxial umlaufen.

Vorteilhafterweise kann die das zylinderförmige Volumen begrenzende Sei tenwand des Gefäßes einen oder mehrere Vorsprünge in Richtung der Zahn reihen aufweisen, wobei jene der Seitenwand zunächstliegende Zahnreihe von dieser Seitenwand einen solchen Abstand hat, dass die Zähne dieser zu nächstliegenden Zahnreihe in Zusammenwirkung mit den Vorsprüngen eine Dissoziation eines Teils der Gewebeprobe bewirken. Vorteilhafterweise be wirken die Vorsprünge mit den Zähnen der ihnen zunächst liegenden Zahnrei he ein Zerreiben eines Teils der Gewebeprobe. Die Vorsprünge können bei spielsweise eine dreieckige Form in einer Schnittebene senkrecht zur Zylin derachse des Gefäßes haben.

In einer vorteilhaften Ausführungsform kann das Gefäß und/oder der Deckel eine Basis aufweisen, welche von den Zahnreihen umlaufen wird. Die Basis kann einen oder mehrere Vorsprünge in Richtung der Zahnreihen aufweisen, wobei jene der Basis zunächstliegende Zahnreihe von dieser Basis einen sol chen Abstand hat, dass die Zähne dieser zunächst liegenden Zahnreihe in ei nem Abstandsbereich um ihren minimalen Abstand zu den Vorsprüngen eine Dissoziation eines Teils der Gewebeprobe bewirken. Vorteilhafterweise ist auch hier das Gefäß so ausgestaltet, dass es einen zylinderförmigen Innen raum umschließt. Die Basis kann dabei ebenfalls zylinderförmig mit einer zur Zylinderachse des Gefäßes koaxialen Zylinderachse ausgestaltet sein. Die Zahnreihen können die Basis dann kreisförmig mit der Zylinderachse als Mit telpunkt umlaufen.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann ein Durchmesser des Gefäßes in jener Ebene, in der die Zahnreihen verlaufen, größer oder gleich 0,5 cm, vorzugsweise größer oder gleich 1 cm, vorzugsweise größer oder gleich 2 cm und/oder kleiner oder gleich 4 cm, vorzugsweise kleiner oder gleich 3 cm sein.

Vorzugsweise kann ein minimaler Abstand von Zähnen benachbarter Zahnrei- hen im Zustand größter Annäherung jeweils größer oder gleich 50 miti, vor zugsweise größer oder gleich 100 miti, vorzugsweise größer oder gleich 200 miti und/oder kleiner oder gleich 500 miti, vorzugsweise kleiner oder gleich 400 miti, vorzugsweise kleiner oder gleich 300 miti betragen. Der hier be schriebene minimale Abstand ist so zu verstehen, dass beim aneinander Vor beibewegen der Zähne benachbarter und zusammenwirkender Zahnreihen die Zähne sich aufeinander zubewegen, dann den minimalen Abstand errei chen und sich anschließend voneinander wegbewegen. Der minimale Abstand soll dabei der Abstand zwischen zwei Punkten der Profile der sich aneinander vorbeibewegenden Zähne sein, der den geringsten Wert hat.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann das Gehäuse einen Boden und einen Deckel aufweisen, wobei eine Hälfte der Zahnreihen am Bo den angeordnet sein kann und die andere Hälfte der Zahnreihen am Deckel angeordnet sein kann. Dabei können vorteilhaft die am Deckel angeordneten Zahnreihen jeweils den am Boden angeordneten Zahnreihen in einer Ebene, in der die Zahnreihen verlaufen, benachbart sein. Besonders bevorzugt wirkt jeweils eine am Deckel angeordnete Zahnreihe mit einer am Boden angeord neten Zahnreihe zur Gewebedissoziation zusammen.

Erfindungsgemäß können benachbarte Zahnreihen gegeneinander bewegbar sein. Hierzu kann eine Hälfte der Zahnreihen gegenüber dem Gehäuse fest angeordnet sein und die andere Hälfte der Zahnreihen, die jeweils mit den fest angeordneten Zahnreihen zur Dissoziation Zusammenwirken, gegenüber dem Gehäuse beweglich sein. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfin dung können die beweglichen Zahnreihen am Deckel angeordnet sein. Hierzu kann vorteilhaft der Deckel beweglich sein. Alternativ kann der Deckel fest gegenüber dem Gehäuse sein, und die Zahnreihen können gegenüber dem Deckel und damit auch gegenüber dem Gehäuse beweglich ausgestaltet sein. Es kann hierzu eine geeignete Mechanik im Deckel integriert sein, die beson ders bevorzugt von außerhalb des Gehäuses, wenn dieses durch den Deckel verschlossen ist, antreibbar ist.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann die genannte Ver schlusskappe des Reagenzgefäßes in ihrem Mittelpunkt eine Öffnung aufwei sen. Es kann vorteilhafterweise außerdem der Deckel des Gefäßes eine Öff- nung aufweisen, die zu der Öffnung in der Verschlusskappe koaxial ist, so dass die Öffnung der Verschlusskappe und des Gefäßes durchgehend sind. Es kön nen dann die Öffnungen in der Verschlusskappe und im Deckel so ausgestaltet sein, dass eine Antriebswelle den Deckel des Dissoziationswerkes bzw. des Gefäßes zur Bewegung der Zähne der zumindest einen zweiten Zahnreihe bzw. der am Deckel angeordneten zumindest einen Zahnreihe gegenüber den Zähnen der zumindest einen ersten Zahnreihe bzw. der zumindest einen am Boden angeordneten Zahnreihe antreiben kann. Die Antriebswelle kann dazu durch die Öffnung in der Verschlusskappe in die Öffnung im Deckel des Gefä ßes eingreifen.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann der Deckel des Ge häuses oder des Dissoziationswerkes auch ein magnetisches Element aufwei sen, mittels dessen die zumindest eine Zahnreihe mittels eines Magneten antreibbar ist. In diesem Falle ist eine Öffnung in der Verschlusskappe nicht erforderlich, kann jedoch dennoch vorgesehen sein, beispielsweise, um Stoffe in das Gehäuse einbringen zu können.

Vorteilhafterweise kann die Öffnung in der Verschlusskappe und/oder die Öffnung im Deckel des Gefäßes ein Septum aufweisen, durch welches Flüssig keit in das Dissoziationswerk, das Gefäß und/oder das Reagenzgefäß einbringbar ist. Vorteilhafterweise kann ein solches Septum an einem dem Reagenzgefäß zugewandten Ende der Öffnung im Deckel des Gefäßes unter gebracht sein, so dass eine Antriebswelle durch die Verschlusskappe und die Öffnung des Deckels in die Öffnung im Deckel eingreifen kann, ohne durch das Septum daran gehindert zu werden. Weisen, wie oben beschrieben, die Ver schlusskappe und der Deckel jeweils eine Öffnung auf, so ist es besonders vorteilhaft, wenn die Öffnung in der Verschlusskappe gegenüber der Öffnung im Deckel abgedichtet ist.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann das Zellsieb und/oder der Boden des Gefäßes Elemente aufweisen, mittels derer eine Relativbewe gung des Bodens gegenüber dem Zellsieb, z. B. bei Antreiben des Deckels mit tels eines Motors, verhindert werden kann.

Es sei darauf hingewiesen, dass erfindungsgemäß das Gefäß flüssigkeitsdicht sein kann. Es ist jedoch auch möglich, dass das Gefäß für Flüssigkeiten, wie beispielsweise die Zellsuspension durchlässig ist. Dies ist insbesondere vor teilhaft, wenn die erfindungsgemäße Vorrichtung wie oben beschrieben ein Reagenzgefäß und/oder ein Zellsieb aufweist. Es ist dann möglich, zunächst mittels des Dissoziationswerkes oder des Mahlwerkes eine Gewebedissoziati on vorzunehmen und diese anschließend im Reagenzgefäß und/oder im Zellsieb weiterzuverarbeiten, beispielsweise zu zentrifugieren oder zu reini gen. Es kann nach Beendigung des Aufschlussprozesses die Zellsuspension beispielsweise mittels Zentrifugation von Geweberesten getrennt werden. Es kann dann im Reagenzgefäß, das beispielsweise ein Zentrifugenröhrchen sein kann, die Zellsuspension gesammelt werden. Vorteilhaft ist hier, dass vom Einbringen der Gewebeprobe über den Aufschluss bis hin zu weiterführenden Verarbeitungen und Untersuchungen das System geschlossen verbleiben kann, wodurch die Gefahr einer Kontamination erheblich verringert werden kann und gleichzeitig die Benutzerfreundlichkeit erhöht wird.

Die genannten Zahnreihen können im Deckel und im Boden fest integriert sein. Es ist aber auch möglich, die Zahnreihen im Deckel und/oder im Boden des Gefäßes als wechselbare Einsätze auszugestalten. Insbesondere kann ein solcher wechselbarer Einsatz im Deckel gegenüber dem Deckel beweglich ge lagert sein, so dass er zur Bewegung der Zähne antreibbar ist. Das Mahlwerk kann also beispielsweise zwei Einsätze mit jeweils einer oder mehreren Zahn reihen aufweisen, welche ineinandergreifen und gegenläufig rotieren.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann auch das Dissoziati onswerk dadurch gebildet werden, dass ein Einsatz mit zumindest einer Zahn reihe an der Verschlusskappe des Reagenzgefäßes angeordnet wird und ein Einsatz mit zumindest einer Zahnreihe in das Zellsieb eingesetzt wird oder in dieses fest integriert wird. In dieser Ausgestaltung der Erfindung können die beiden Einsätze zusammen als Gehäuse im oben beschriebenen Sinne ange sehen werden oder ein solches Gehäuse bilden.

Vorteilhafterweise kann einer der Einsätze einen die Zahnreihen konzentrisch zu deren Verlauf umgebenden Mantel aufweisen, der als Außenwand des Ge häuses fungieren kann. Es kann dann der andere Einsatz mit den am Boden des Gehäuses angeordneten Zahnreihen auf den Deckel aufgesetzt werden. Der Boden kann dann auf einem Rand der genannten Mantelfläche aufliegen und vorteilhafterweise gegenüber dieser gleitend gelagert sein.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann also das Gefäß zur Aufnahme der Gewebeprobe zum einen den Deckel mit der zumindest einen zweiten Zahnreihe aufweisen und zum anderen den Boden mit der zumindest einen ersten Zahnreihe. Die zumindest eine zweite Zahnreihe kann also an einer Stirnfläche des Deckels angeordnet sein und eine Mantelfläche kann die Stirnfläche an ihrem Rand umlaufen. Besonders vorteilhaft ist dabei die Man telfläche eine Zylinderfläche, die konzentrisch ist zu einer Achse, um die die Zähne der zumindest einen zweiten Zahnreihe verlaufen. Der Boden kann dann eine Platte aufweisen, die auch Öffnungen aufweisen kann, an der die zumindest eine erste Zahnreihe angeordnet ist. In zusammengesetztem Zu stand kann die Platte des Bodens auf jenem Rand der Mantelfläche des De ckels aufliegen, der der Stirnfläche des Deckels gegenüberliegt.

Das so gebildete Gefäß kann vorteilhaft zumindest teilweise in der Verschluss kappe des Reagenzgefäßes angeordnet sein und besonders bevorzugt mit der Verschlusskappe in der Öffnung des Reagenzgefäßes verschraubbar sein.

Erfindungsgemäß wird außerdem ein Verfahren zur Dissoziation von Gewebe beschrieben, das mit einer Vorrichtung wie vorstehend beschrieben ausführ bar ist. Es wird dabei eine Gewebeprobe in die entsprechende Vorrichtung eingebracht und dann das Dissoziationswerk oder das Mahlwerk angetrieben. Vorteilhafterweise werden also gegebenenfalls die zumindest zwei gegenei nander bewegbaren Zahnreihen gegeneinander bewegt.

Sofern die Vorrichtung so ausgestaltet ist, dass die Gewebeprobe in einer Richtung geschnitten und in der anderen zerrieben wird, werden im erfin dungsgemäßen Verfahren vorteilhafterweise die Zahnreihen sowohl in Schneidrichtung als auch in Zerreibrichtung gegeneinander bewegt.

Vorteilhafterweise können die Zahnreihen mit einer Rotationsgeschwindigkeit von größer oder gleich 60 U/min, vorzugsweise größer oder gleich 200 U/min, vorzugsweise größer oder gleich 300 U/min und/oder kleiner oder gleich 700 U/min, vorzugsweise kleiner oder gleich 500 U/min, besonders bevorzugt kleiner oder gleich 400 U/min gegeneinander bewegt werden.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung können die Zahnreihen, während sie gegeneinander bewegt werden, in zur Richtung dieser Bewegung senkrechter Richtung periodisch bewegt werden. Die periodische Bewegung kann also in Richtung der Zylinderachse des Gefäßes oder der Drehachse der Zahnreihen erfolgen.

Vorzugsweise wird das Gewebe mit einer Flüssigkeit wie beispielsweise einem Medium oder Enzymlösung versehen. Durch die Rotation in beide Richtungen und optional eine lineare Auf- und Abbewegung des Mahlzylinders kann das Gewebe prozessiert werden.

Optional kann das Mahlwerk auch entkoppelt vom Deckel oder Gehäuse be trieben werden, beispielsweise durch einen Magnetantrieb. In diesem Fall kann die einen Teil der Zähne tragende Platte mit einem externen Magneten bewegt werden. Die entsprechende Platte kann hierzu magnetisches Material aufweisen.

Je nach Gewebeart kann das Zerkleinerungsverfahren vorteilhafterweise zwi schen 30 Sekunden und 10 Minuten mit einem oder mehreren Richtungs wechseln durchgeführt werden. Vorzugsweise kann die Rotationszeit > 1 Min, besonders bevorzugt > 4 Min und/oder < 10 Min, vorzugsweise < 7 Min betra gen.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann in der Vorrichtung eine Mehrzahl an Gefäßen mit einer Mehrzahl an Mahlwerken vorgesehen sein. Hierbei können insbesondere die Gefäße Kavitäten einer Mikrotiterplatte sein. Auf diese Weise kann die Gewebedissoziation paralleli- siert werden. Es ist auch möglich, die Kavitäten in der Mikrotiterplatte einzeln, partiell oder parallel zu nutzen. Für eine partielle Nutzung eignen sich zum Beispiel wegwerfbare Kavitäten-Streifen, wo die Basisplatte nur als Rahmen dient. Der Deckel kann beispielsweise als Träger eines Mahlzylinders oder als Träger mehrerer Mahlzylinder, z.B. auch in Form von Streifen, dienen.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens kann die durch Antreiben des Dissoziationswerks oder des Mahlwerks erzeugte Zellsuspension nach dem Antreiben des Dissoziationswerkes oder des Mahlwerkes aufgereinigt und/oder zentrifugiert werden. Es kann hier beispielsweise die Vorrichtung zunächst auf eine Antriebsvorrichtung gesetzt werden, durch die das Dissozia tionswerk oder das Mahlwerk zur Gewebedissoziation angetrieben wird und es kann dann die Vorrichtung in eine Zentrifuge eingebracht werden, um die dissoziierte Zellsuspension in dem Reagenzgefäß zu zentrifugieren.

Erfindungsgemäß kann der Gewerbeprobe vor, während und/oder nach dem Antreiben des Dissoziationswerkes oder des Mahlwerkes zumindest ein Medi um zugegeben werden. Dies kann beispielsweise durch ein wie vor beschrie ben ausgestaltetes Septum in einer Öffnung des Deckels und/oder der Ver schlusskappe erfolgen.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann eine Rotationsrich tung und/oder eine Rotationsgeschwindigkeit des Antreibens des Dissoziati onswerkes oder des Mahlwerkes basierend auf während des Antreibens er fassten Parametern gespeichert werden. Diese Parameter können beispiels weise einen oder mehrere ausgewählt aus einem Drehmoment, einem rheologischen Parameter und/oder einer optischen Dichte umfassen. Auf die se Weise kann der Fortschritt der Dissoziation während des Verlaufs der Aus führung des Verfahrens erfasst werden, so dass der Gewebeaufschluss ge steuert bis zu einem vorgegebenen Punkt ausführbar ist und bei Erreichen vorgegebener Zielwerte der in Betracht gezogenen Parameter beendet wer den kann.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann eine auf das Dissoziationswerk oder das Mahlwerk durch einen Antrieb übertragene Kraft oder ein auf das Disso ziationswerk durch einen Antrieb übertragenes Drehmoment mittels eines oder mehrerer Sensoren gemessen werden. Aus der so gemessenen Kraft oder dem so gemessenen Drehmoment kann ein Dissoziationsgrad des Gewe bes bestimmt werden. Vorteilhafterweise kann aus Antreiben des Dissoziati onswerkes oder des Mahlwerkes mittels Messergebnissen überprüft werden, die durch einen oder eine Kombination von Sensoren bestimmt werden. Auf diese Weise lässt sich insbesondere die Laufzeit zur Optimierung des Dissozia tionsgrades einstellen. le

Im Folgenden soll die Erfindung anhang einiger Figuren beispielhaft erläutert werden. Die in den Figuren beschriebenen Merkmale können dabei unabhän gig vom konkreten Beispiel realisiert werden und unter den Beispielen kombi niert werden. Gleiche Bezugszeichen kennzeichnen gleiche oder entsprechen de Merkmale.

Es zeigt

Figur 1 ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Dissoziation von Gewebe,

Figur 2 ein weiteres Beispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Disso ziation von Gewebe,

Figur 3 eine Vielzahl erfindungsgemäßer Vorrichtungen zur Dissoziation von Gewebe, angeordnet in einer Mikrotiterplatte,

Figur 4 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Dissoziation von Gewebe mit einem Dissoziationswerk und einem topfförmigen Zellsieb,

Figur 5 eine wie in Figur 4 gezeigte Vorrichtung mit einem Reagenzgefäß, und

Figur 6 die in Figur 5 gezeigte Vorrichtung aufgesetzt auf eine Antriebsvorrich tung zum Antrieb des Dissoziationswerks.

Figur 1 zeigt ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Dissoziati on von Gewebe. Im gezeigten Beispiel ist die Vorrichtung 1 zur Dissoziation von Gewebe kreisförmig ausgestaltet. Die Vorrichtung weist einen Boden 2 auf, von dem in der Aufsicht der Figur 1 eine kreisförmige Seitenwand 2a zu erkennen ist. Der Boden 2 ist durch einen Deckel 3 verschlossen, von dem im Schnittbild der Figur 1 eine zylinderförmige Seitenwand 3 zu sehen ist. Die Elemente 2 und 3 bilden zusammen ein Gefäß 4 zur Aufnahme einer Gewebe probe. Das Gefäß 4 wird hier durch die Seitenwand 3 des Deckels begrenzt. Der Boden 2 weist um einen Mittelpunkt des Gehäuses 2 ein Basiselement 2b auf, das in seinem Inneren eine Öffnung hat. In diese Öffnung kann ein zentra les Element des Deckels 3 eingreifen.

Im in Figur 1 gezeigten Beispiel weist die Vorrichtung ein Mahlwerk mit zwei gegeneinander bewegbaren Zahnreihen 5a - 5f und 6a - 6f auf. Jede der Zahn reihen weist eine Mehrzahl von Zähnen 5a - 5f bzw. 6a - 6f auf. Die Zahnrei hen sind in einem solchen Abstand zueinander angeordnet, dass die Zähne 5a

- 5f und 6a - 6f dieser jeweils benachbarten Zahnreihen in einem Abstands bereich um ihren minimalen Abstand zueinander eine Dissoziation eines Teils der Gewebeprobe bewirken. Die Teilbilder der Figur 1 zeigen das Mahlwerk in einem Zustand, in dem die Zähne 5a und 6a bis 5f und 6f jeweils einen mini malen Abstand zueinander haben.

Im in Figur 1 gezeigten Beispiel haben die Zähne eine Tropfenform in einem Querschnitt senkrecht zur Drehachse, um welche die Zahnreihen umlaufen. In Richtung einer Linie, entlang derer die Zähne 5a - 5f bzw. 6a - 6f in der ent sprechenden Zahnreihe angeordnet sind, hat die Tropfenform einerseits eine Spitze und andererseits gegenüberliegend eine Rundung. Die Spitzen der Zäh ne 5a - 5f der einen Zahnreihe sind den Spitzen der Zähne 6a - 6f der anderen Zahnreihe entgegengerichtet. Ebenso sind die Rundungen dieser Zähne ei nander entgegengerichtet. Dadurch schneiden die Zähne 5a - 5f zusammen mit den Zähnen 6a - 6f das Gewebe wenn sie sich in Richtung der Spitzen be wegen und zerreiben das Gewebe, wenn sie sich in Richtung der Rundungen bewegen.

Zur Verbesserung des Dissoziationsergebnisses weist die Wand des Deckels 3 dreieckige Vorsprünge 7a - 7d auf, die von der Wand in Richtung der Zähne 5a

- 5f und 6a - 6f sowie in Richtung des Mittelpunkts des Gefäßes 4 hervorra gen. Bewegen sich die Zähne 6a - 6f an diesen Vorsprüngen 7a - 7d vorbei, so wird Gewebe zwischen den Vorsprüngen 7a - 7d und den Zähnen 6a - 6f zer rieben.

In ähnlicher Weise weist das Basiselement 2b dreieckige Zähne 8a - 8c auf, die in Richtung der Zähne 5a - 5f und 6a - 6f von der Basis 2b hervorstehen. Bewegen sich die Zähne 5a - 5f der inneren Zahnreihe an diesen Vorsprüngen 8a - 8c vorbei, so wird zwischen den Zähnen 5a - 5f und den Vorsprüngen 8a

- 8c Gewebe zerrieben. Die Zähne 6a - 6f der inneren Zahnreihe können am Deckel 3 angeordnet sein und mit diesem bewegt werden. Die Zähne 5a - 5f der äußeren Zahnreihe sind vorteilhafterweise am Boden 2 des Gefäßes 4 angeordnet und gegenüber diesem fest. Entsprechend ist vorteilhafterweise das Basiselement 2b mit den Vorsprüngen 8a - 8c an der Unterseite des Gefäßes 4 angeordnet und gegen über diesem fest. Wird nun der Deckel 3 oder ein am Deckel 3 angeordnetes, die Zähne 6a - 6f tragendes, Element gedreht, so bewegen sich die Zähne 6a - 6f im Kreis an den Zähnen 5a - 5f und den Vorsprüngen 8a - 8c vorbei und bewirken eine Dissoziation des Gewebes. Gleichzeitig bewegen sich die Vor sprünge 7a - 7d am Deckel an den Zähnen 5a - 5f vorbei und bewirken dort eine Dissoziation des Gewebes.

Figur 2 zeigt eine weitere Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Vorrich tung zur Dissoziation von Gewebe. Der Aufbau der in Figur 2 gezeigten Vor richtung entspricht jener in Figur 1 gezeigten, so dass auf die Beschreibung zu Figur 1 verwiesen werden soll. Im Folgenden werden nur die Unterschiede zu Figur 1 ausgeführt.

In Figur 2 haben die Zähne 5a - 5f und 6a - 6f ebenfalls eine Tropfenform, die jedoch gegenüber der in Figur 1 gezeigten Tropfenform in Richtung um den Mittelpunkt und die Drehachse gebogen ist. Dadurch weisen diese Zähne 5a - 5f und 6a - 6f ebenfalls eine spitze Seite und eine runde Seite auf, die jedoch in Figur 2 anders als in Figur 1 durch gekrümmte Seiten verbunden sind. Im gezeigten Beispiel ist optional die Innenseite der äußeren Zähne 5a - 5f paral lel zum Verlauf dieser Zahnreihe gekrümmt, hat also im Wesentlichen den gleichen Krümmungsradius. Die Außenseiten der Zähne 5a - 5f und 6a - 6f sind optional mit einem kleineren Krümmungsradius gekrümmt als die Zahn reihe.

Figur 3 zeigt eine Vielzahl erfindungsgemäßer Vorrichtungen, die in 4x6 Kavi täten 10 einer Mikrotiterplatte 9 angeordnet sind. Für jede der Kavitäten 10 ist ein Deckel 3 vorgesehen, der die Zähne 6a, 6b einer der Zahnreihen trägt. Darüber bildet jede Kavität 10 ein Gefäß 2, in dem Zähne 5a, 5b, 5c einer wei teren Zahnreihe angeordnet sind. Die Anordnung der Zähne und Ausgestal tung der Zähne kann wie in den Figuren 1 und 2 gezeigt realisiert sein. Die Zähne 5a, 5b, 5c können auch als Einsätze für die Kavitäten 10 ausgestaltet sein, so dass sie in handelsüblichen Mikrotiterplatten 9 eingesetzt werden können.

Eine Gewebeaufarbeitung kann in den Beispielen der Figuren 1 bis 3 bei spielsweise wie folgt geschehen. Es können 24 Kavitäten wie in Figur 3 gezeigt vorgesehen sein. Ein Innendurchmesser der Kavitäten kann beispielsweise 2 cm betragen. Die Zähne 5a - 5f können gegenüber den Zähnen 6a - 6f bei spielsweise mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 60 - 700 U/min gedreht werden. Bei anderen Skalierungen der Kavitäten und des Mahlwerks kann die Rotationsgeschwindigkeit entsprechend angepasst werden. Die Dauer der Dissoziation kann beispielsweise zwischen 1 und 10 Min gewählt werden. Es können während dieser Zeit ein oder mehrere Richtungswechsel vorgenom men werden. Auf diese Weise können beispielsweise Gewebestücke von einer Masse von 50 mg bis 3 g dissoziiert werden. Ein minimaler Abstand der Zähne benachbarter Zahnreihen kann beispielsweise zwischen 50 und 500 pm betra gen.

Figur 4 zeigt als Explosionszeichnung eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Dissoziation von Gewebe mit einem Dissoziationswerk 1, das hier mit einem Deckel la und einem Boden lb ausgestaltet ist. Das Dissoziationswerk ist in Figur 4 zumindest teilweise im Inneren einer Verschlusskappe 41 eines Rea genzgefäßes, das in Fig. 5 gezeigt ist, angeordnet. Die Vorrichtung weist au ßerdem ein topfförmiges Zellsieb 42 auf, in dem das Dissoziationswerk 1 an geordnet ist. Die Verschlusskappe 41, der Deckel la, der Boden lb und das Zellsieb 42 sind in Figur 4 zylinderförmig und mit koaxialen Zylinderachsen angeordnet. In Figur 4 sind die Bestandteile in Richtung der Zylinderachse auseinandergezogen gezeigt, in zusammengesetztem Zustand liegen sie alle jedoch ineinander.

Das Zellsieb 42 ist im gezeigten Beispiel topfförmig ausgestaltet, und zwar in Form eines einseitig geschlossenen Kreiszylinders. Das Zellsieb 42 weist dabei in der Zylinderfläche vier Zellsiebflächen 44 auf. Darüberhinaus ist jene dem Dissoziationswerk 1 abgewandte Stirnseite 43 des Zellsiebs durch eine Zell siebfläche 45 verschlossen. Jene der Zellsiebfläche 45 gegenüberliegende Stirnseite des topfförmigen Zellsiebs ist offen. Das Dissoziationswerk weist zum einen den Deckel la und zum anderen den Boden lb auf. Der Deckel la weist dabei eine in der Figur nicht zu erkennende Stirnseite auf, an der eine Mehrzahl an Zähnen 5a, 5b so angeordnet sind, dass sie parallel zur Zylinderachse des Deckels stehen. Die Zähne des Deckels la werden von einer Mantelfläche lc umgeben, die entlang eines Randes der Stirnseite des Deckels verläuft, an der die Zähne 5a, 5b angeordnet sind. Die Mantelfläche lc ist hier eine Zylinderfläche, deren Zylinderachse mit der Zy linderachse des Dissoziationswerks 1 wie auch des Zellsiebs 42 übereinstimmt. Der Boden lb des Dissozialtionswerks 1 weist Zähne 6a auf, die mit den Zäh nen des Deckels zur Dissoziation Zusammenwirken.

Im gezeigten Beispiel la weist der Deckel la außerdem eine zentrale Durch gangsöffnung ld auf, die sich in der Mitte der nicht zu erkennenden Stirnflä che erstreckt und von den Zähnen 5a, 5b umgeben ist. Diese Öffnung ld er laubt zum einen eine Ankopplung eines Motors zum Antreiben des Deckels la und darüber hinaus auch das Einbringen von Flüssigkeiten in das Dissoziati onswerk 1. Vorteilhafterweise kann dabei die Öffnung an ihrem dem Zellsieb 42 zugewandten Ende ein Septum aufweisen. Die Öffnung ld kann als rohr förmiger Kanal ausgestaltet sein, der sich von der Stirnfläche des Deckels la bis zum Ende der Mantelfläche lc des Deckels erstreckt.

Vorteilhafterweise weist auch die Verschlusskappe 41 eine zur Öffnung ld koaxiale Öffnung auf, die gegenüber der Öffnung ld abgedichtet ist.

Figur 5 zeigt das in Figur 4 gezeigte Dissoziationswerk als Explosionszeichnung mit einem Reagenzgefäß 51. Wie in Figur 4 ist das Dissoziationswerk 1 mit einem Deckel la und einem Boden lb in der Verschlusskappe 41 angeordnet und von dem Zellsieb 42 umgeben. Bezüglich dieser Elemente soll auf die Be schreibung zu Figur 4 verwiesen werden.

Das Reagenzgefäß 51 hat eine Kreiszylinderform mit einem zugespitzten ver schlossenen Ende und einer Öffnung 52 in jener der Spitze gegenüberliegen den Stirnfläche der Zylinderform. Die Verschlusskappe 41 ist auf die Öffnung 52 aufschraubbar und umgreift bzw. umfasst die Öffnung 52. Das Dissoziati onswerk 1 und das Zellsieb 42 sind im verschraubten Zustand in der Ver- schlusskappe 41 und in der Öffnung 52 oder kurz hinter der Öffnung 52 im Inneren des Reagenzgefäßes 51 angeordnet. Figur 5A zeigt die Vorrichtung in einer perspektivischen Darstellung. Figur 5B zeigt die Vorrichtung in Verbin dung mit einer Antriebsvorrichtung 53 als perspektivische Darstellung und Figur 5C zeigt die in Figur 5B gezeigte Vorrichtung zusammengesetzt in einer Schnittansicht.

In Figur 5C ist zu erkennen, dass die Verschlusskappe 41 auf das Reagenzgefäß 51 aufgeschraubt oder aufgebracht ist und dabei das Zellsieb 42 zwischen ei nem Rand um die Öffnung 52 des Reagenzgefäßes 51 und der Verschlusskap pe 41 einklemmt. Dadurch wird das Zellsieb 42 in der Öffnung 52 im Inneren des Reagenzgefäßes 51 unmittelbar hinter der Öffnung 52 festgehalten. Eine Welle 54 der Antriebsvorrichtung 53 greift in den Deckel la des Dissoziati onswerks ein, wodurch dieser drehbar ist. Der Boden lb des Dissoziations werks 1 ist gegenüber dem Zellsieb und dem Reagenzgefäß 51 fixiert und wird bei Drehen des Deckels la nicht mitgedreht. Dadurch bewegen sich die Zähne 5a des Deckels la gegenüber den Zähnen 6a des Bodens lb und bewirken so eine Dissoziation von in das Dissoziationswerk 1 eingebrachtem Gewebe. Der Deckel la und der Boden lb des Dissoziationswerks 1 bilden ein Gehäuse, innerhalb dessen das Gewebe dissoziiert wird. Im gezeigten Beispiel ist das Gehäuse aber nicht fluiddicht, so dass die Zellsuspension aus dem Dissoziati onswerk 1 herausfließen kann, wenn die Vorrichtung so gedreht wird, dass das Reagenzgefäß 51 nach unten zeigt oder wenn die Vorrichtung in eine Zentrifuge eingebracht wird, in der die Zentrifugalkraft in Richtung des Rea genzgefäßes 51 wirkt.

Das Reagenzgefäß 51 kann vorteilhaft ein Standardlaborgefäß sein, und auch der Deckel 41 kann ein Standardlaborgefäßdeckel sein. Der Deckel kann auch mittels eines umfanganliegenden Klemmrings fixiert werden.

Die Durchführung der Ankopplung des Antriebs 53 an den Boden lb des Dis soziationswerks 1 kann mit Gleitlagern bestückt werden, um eine wider standsarme Rotation und gleichzeitige Dichtigkeit zu gewährleisten.

Figur 6 zeigt die in Figur 5 gezeigte Vorrichtung, aufgebracht auf ein Tissue- Grinder-Gerät, das hier als Antriebsvorrichtung 53 wirkt. Das Tissue-Grinder- Gerät 53 kann hierbei wiederum eine Welle 54 aufweisen, die in den Deckel la des Dissoziationswerk 1 eingreift und diesen drehen kann.

Im Folgenden soll beispielhaft ein Ablauf eines erfindungsgemäßen Verfah rens beschrieben werden, in dem die beschriebene Vorrichtung zum Einsatz kommen kann.

Es wird in einem ersten Schritt der Gewebeaufarbeitung eine zu untersuchen de Gewebeprobe in das Dissoziationswerk 1 bzw. das Gehäuse des Dissoziati onswerks 1 eingebracht. Dafür kann der Deckel la mit dem Gewebe und einer Flüssigkeit, z. B. Medium oder Enzymlösung, befüllt werden und mit dem Bo den lb im Zellsieb 42 über eine Überwurfmutter oder Verschlusskappe 41 zusammengeführt werden. Durch Rotation, vorzugsweise in beide Richtungen, und optional lineare Auf-Ab-Bewegung des Dissoziationswerks 1 wird nun das Gewebe durch Schneid- und/oder Mahlvorgänge prozessiert. Optional kann das Schneidwerk auch entkoppelt vom Deckel la betrieben werden, z. B. durch einen integrierten Magneten. In diesem Fall können der Deckel la und das Dissoziationswerk 1 entkoppelt sein und der Deckel la durch Rotation eines Magneten über dem Deckel angetrieben werden.

Während des Aufschlussprozesses ist der Deckel la des Schneidwerks mit dem Antrieb 53 verbunden, und wird durch diesen angetrieben. Der Boden lb des Dissoziationswerks 1 oder des Gehäuses 1 ist hier feststehend und kann direkt in das Zellsieb 42 eingesetzt werden. Um ein geschlossenes System her zustellen, wird der Boden lb des Dissoziationswerks 1, welcher im Zellsieb 42 integriert sein kann, mit dem Deckel la des Dissoziationswerks 1 durch die Verschlusskappe 41 auf dem Reagenzgefäß 51 verschraubt.

Nach Beendigung des Aufschlussprozesses wird die Zellsuspension beispiels weise mittels Zentrifugation von Geweberesten getrennt. Weitere Wasch schritte zur Erhöhung der Zellausbeute können durch ein Septum erfolgen, welches in die Öffnung ld im Deckel lb integriert sein kann. Im Reagenzgefäß 51 kann die Zellsuspension gesammelt werden und kann somit vom Einbrin gen der Gewebeprobe über den Aufschluss bis hin zu weiterführenden Unter suchungen in einem geschlossenen System verbleiben, was die Gefahr einer Kontamination erheblich verringert und gleichzeitig die Benutzerfreundlich- keit erhöht.

Die Gewebeaufarbeitung mit den beschriebenen Zahnreihen kann bei Einset zen für Zentrifugalröhrchen 51 und Zellfilter (mit beispielsweise einer Ma schenweite zwischen 10 und 200 pm) bei einem Schneidwerkinnendurchmes ser von beispielsweise 2 cm und einer Rotationsgeschwindigkeit von bei spielsweise 10 bis 700 U/min. erfolgen. Andere Skalierungen sind möglich, wobei dann die Rotationsgeschwindigkeit vorzugsweise angepasst wird. Je nach Gewebeart können eine Rotationszeit von beispielsweise 1 bis 10 Minu ten und ein oder mehrere Richtungswechsel der Drehung sinnvoll sein. Bei geeigneter Anpassung der Größe des Gehäuses ist eine Dissoziation von Ge webestücken von einer Masse von zum Beispiel 50 mg bis 3 g realisierbar. Der minimale Abstand zwischen Zähnen benachbarter Zahnreihen liegt vorzugs weise zwischen 50 und 500 pm.

Ein Reagenzgefäß 51 eignet sich für die Prozessierung einer Gewebeprobe oder mehrerer Gewebeproben gleichzeitig. Vorteilhafterweise können Dich tungen, z. B. in Form von Gleitlagern vorgesehen sein, um eine widerstands ärmere Rotation und gleichzeitige Dichtigkeit zu gewährleisten. Es können hierbei insbesondere die Öffnung in der Verschlusskappe 41 und im Deckel la gegeneinander abgedichtet sein. Durch Vorsehen des Zellfilters 42 können Gewebereste von Einzelzellen im geschlossenen System getrennt werden.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Aufschlussgrad, also die Dissoziations effizienz, über eine Online-Prozesskontrolle erfolgt. Dabei kann der Aufschluss der Gewebeprobe mittels Sensoren, z. B. anhand einer Trübungsmessung, über einen optischen Sensor und/oder eine Drehmoment-Messung und/oder rheologische Messungen der Aufschlusswerkzeuge erfolgen. Es können die aufgenommenen Parameter analysiert werden und in eine allgemein gültige Differentialgleichung zur Beschreibung der Viabilität und Ausbeute der Zielzel len bei unterschiedlichen Prozessparametern überführt werden. Auf Basis der Online-Prozesskontrolle kann eine intelligente Steuerung der Rotationsrich tung und Rotationsgeschwindigkeit des Mahlwerks sowie der Dauer der Ge webedissoziation erfolgen. Dadurch kann jede Gewebeprobe individuell pro zessiert werden, um eine optimale Zellausbeute zu gewährleisten. Das erfindungsgemäße Verfahren kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass zunächst das Dissoziationswerk 1 mit einer Gewebeprobe beladen wird und das Gewicht der Gewebeprobe ermittelt wird. Es kann außerdem Medium zugegeben werden. Zur Dissoziation kann an die Rotationsrichtung, Rotati onsgeschwindigkeit und/oder Dauer der Dissoziation durch die Online- Erfassung von Prozessparametern wie Drehmoment, und rheologischen Pa rametern und optischer Dichte gesteuert werden. Die aufgenommenen Para meter können analysiert werden und mittels Zerfallsgleichungen an ein Feed back-System der Motorsteuerung des Antriebs 53 weitergeleitet werden. Das Feedback-System kann eine individuelle Dissoziation von jeder Gewebeprobe zur Steigerung der Effizienz und Ausbeute erlauben.

Eine Aufreinigung der generierten Zellsuspension ist möglich. Es kann hierfür das Reagenzgefäß 51 in eine Zentrifuge gegeben werden. Nach einer ersten Zentrifugation können beliebig viele Waschschritte, beispielsweise durch er neute Zugabe von Medium über das integrierte Septum in der Motorkopplung erfolgen. Die aufgereinigten Zellen sammeln sich dann am Boden des Rea genzgefäßes 51.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren er lauben eine sehr gezielte Dissoziation von Gewebe, mit der ein gewünschter Endzustand der Dissoziation sehr präzise erreicht werden kann. Durch geeig nete Kombination von Geometrien der Zähne, ggf. Zellsieben und Dissoziati onswerken und die intelligente Steuerung können vorgegebene Dissoziations grade genau eingestellt werden. Die beschriebene Kombination von Gewebe dissoziation und Zentrifugation in einem geschlossenen System erlaubt eine vollständige Verarbeitung einer Gewebeprobe ohne die Gefahr einer Konta mination. Durch die beschriebenen Tropfenformen und gebogenen Formen der Zähne kann das Gewebe besonders schonend geschnitten und/oder ge mahlen werden, wobei zwischen Schneiden und Mahlen nach Bedarf gewählt werden kann. Durch die Kontrolle der Rotationsrichtung kann die vorwiegen de Krafteinwirkung bestimmt werden. Im Vergleich zu Prozessen nach dem Stand der Technik werden Gewebeproben nicht nur für die Zellen schonender verarbeitet, sondern auch zeitsparend. Das Gewebe muss nicht mehr mit ei nem Skalpell in sehr kleine Stücke geschnitten werden, sondern kann im Gan zen oder in wenigen Stücken prozessiert werden. Durch die Integration eines Zellsiebs kann die Gewebeprobe ohne weitere Pipetierschritte direkt aufgereinigt werden. Der Prozess ist teilautomatisierbar, wodurch eine höhe re Reproduzierbarkeit und Standardisierung gegeben wird. Die Technologie kann in automatisierte Prozesse eingefügt werden.

Ein weiterer Vorteil des Systems ist die Parallelisierbarkeit. Durch die Mög lichkeit der gleichzeitigen Nutzung von mehreren Zentrifugalröhrchen, lässt sich die Gewebeaufarbeitung parallelisieren, so dass mehrere Proben gleich zeitig bearbeitet werden können. Der Vorteil besteht zum einen in der Zeiter sparnis zum anderen werden Fehlerquellen minimiert. Bei der Prozessierung von mehreren Proben können so alle nötigen vorbereitenden Arbeitsschritte für alle Proben gleichzeitig durchgeführt werden und müssen nicht mehr ineinander greifen. Eine verbesserte Vergleichbarkeit der Ergebnisse ist so gegeben. Ein Beispiel hierfür ist eine bestimmte Inkubationszeit mit einer En zymlösung, die nur dann eingehalten werden kann, wenn Proben exakt die se Zeit vor der Dissoziation mit dem Enzym versetzt werden.

Durch das Zentrifugenröhrchen-Format lässt sich das System in einen automa tisierten Prozess integrieren. Eine Automatisierung verhindert Unterschiede in der Aufarbeitung wie es bei der Durchführung durch unterschiedliche Mitar beiter der Fall wäre. Das führt zu einer verbesserter Reproduktion und Ver gleichbarkeit der Ergebnisse.

Da es sich bei der Vorrichtung in deren Zentrifugenröhrchen-Variante um Einmalartikel handelt, kann die Kontaminationswahrscheinlichkeit und Hilfs mittelaufwand sehr stark minimiert werden.

Die Vorrichtung eignet sich sowohl für den Zellaufschluss als auch für die Ge nerierung von Einzelzellen aus Gewebe.

Ein Zellaufschluss geht z.B. einer Proteinisolierung oder Nukleinsäure isolierung voran sowie anderen Prozessen, die eine Analyse von Zellbestand teilen beinhalten.

Die schonendere Dissoziation von Gewebe ist dann vorteilhaft, wenn einzelne Zellen benötigt werden. Das ist z.B. der Fall bei der Untersuchung von Tumor- zellen mit Massenspektrometrie, Infrarot-Spektroskopie oder ELISA. Potentiel les Tumorgewebe kann für histologische Untersuchungen dissoziiert werden. Außerdem ist die Herstellung von Einzelzellsuspensionen für die Generierung von 2D-Kulturen, 3D-Kulturen, Einzelzell-Charakterisierung, Hochdurchsatz Drug Screening, und Organ-on-Chip Technologie wichtig. Das System ist nicht auf die Anwendung an Tumorgewebe beschränkt, sondern lässt sich theore tisch an jede Art von Gewebe anpassen.