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Title:
DEVICE AND METHOD FOR MANIPULATING A LIQUID
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/113563
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device and method for manipulating a liquid in a channel, wherein a body, which forms a capillary intermediate space with respect to the channel wall, is moved in the channel and the channel is filled with liquid only up to the body. Preferably, the body can also bridge an area of the channel that cannot be wetted for the liquid.

Inventors:
RODENFELS, Tobias (Boehringer Ingelheim GmbH, Corporate PatentsBinger Strasse 173, Ingelheim am Rhein, 55216, DE)
Application Number:
EP2011/001242
Publication Date:
September 22, 2011
Filing Date:
March 14, 2011
Export Citation:
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Assignee:
BOEHRINGER INGELHEIM INTERNATIONAL GMBH (Binger Strasse 173, Ingelheim am Rhein, 55216, DE)
RODENFELS, Tobias (Boehringer Ingelheim GmbH, Corporate PatentsBinger Strasse 173, Ingelheim am Rhein, 55216, DE)
International Classes:
B01L3/00
Domestic Patent References:
2008-04-03
2003-09-04
2009-04-09
Foreign References:
GB190802130A1908-05-07
GB190821439A1909-02-25
EP1441131A12004-07-28
US5458852A1995-10-17
Other References:
Hydrotip.de: "Wasserstandsanzeiger", , 9. März 2001 (2001-03-09), XP002635955, Hydrotip.de Gefunden im Internet: URL:http://www.hydrotip.de/friends3/parser.php?uid=253 [gefunden am 2011-05-04]
"Garnier- und Krapfenspritze von Gerda", , 1950, XP002635956, teenagewasteland.de Gefunden im Internet: URL:http://www.teenagewasteland.de/haushalt/d_tortenspritze.html [gefunden am 2011-05-09]
"Kolben", , 1936, XP002635957, der-werftverein.de Gefunden im Internet: URL:http://www.der-werftverein.de/akr/jumo205c/jumo205_kolben.html [gefunden am 2011-05-04]
FORRESTER T ET AL: "Identification of adenosine triphosphate in human plasma and the concentration in the venous effluent of forearm muscles before, during and after sustained contractions.", THE JOURNAL OF PHYSIOLOGY OCT 1969 LNKD- PUBMED:4310002, Bd. 204, Nr. 2, Oktober 1969 (1969-10), Seiten 347-364, XP002655088, ISSN: 0022-3751
TULLIS J L ET AL: "Nonwettable surfaces.", BLOOD AUG 1952 LNKD- PUBMED:14934769, Bd. 7, Nr. 8, August 1952 (1952-08), Seiten 850-853, XP002655089, ISSN: 0006-4971
None
Attorney, Agent or Firm:
HÄCKEL, Stefan (Gesthuysen, von Rohr & EggertHuyssenalle 100, Essen, 45128, DE)
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Claims:
Patentansprüche :

1. Vorrichtung (1) zur Manipulation einer Flüssigkeit (2), mit einem Kanal

(3) zur Aufnahme der Flüssigkeit (2) und mit einem im Kanal (3) beweglichen Körper (4),

dadurch gekennzeichnet,

dass der Körper (4) den Kanal (3) zu mehr als 60 % in der Querschnittsfläche ausfüllt und zwischen dem Körper (4) und der Kanalwandung ein Zwischenraum (6) gebildet wird, so dass die Flüssigkeit (2) bzw. deren Front 2A in dem Zwischenraum (6) durch Kapillarkräfte gehalten wird und der Kanal (3) nur bis zu dem Körper (4) bzw. Ende des Zwischenraums (6) mit der Flüssigkeit (2) befüllt wird, und/oder

dass der Kanal (3) mindestens einen nichtbenetzbaren Bereich (3A) aufweist, der mittels des Körpers (4) für die Flüssigkeit (2) überbrückbar ist.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (4) in einer definierten Ausrichtung in dem Kanal (3) geführt ist.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (4) seitlich durch einen Film der Flüssigkeit (2) zwischen dem Körper

(4) und der Kanalwandung geführt ist.

4. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (4) eine Länge aufweist, die größer als der maximale Querschnitt des Kanals (3) ist. 5. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (4) länglich ausgebildet ist.

6. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (4) magnetisch und/oder berührungslos bewegbar ist.

7. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Manipuliereinrichtung (7) vorgesehen ist, um den Körper (4) entlang des Kanals (3) zu bewegen. 8. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (4) wahlweise in verschiedene Bereiche oder Abschnitte (3B) des Kanals (3) bewegbar ist.

9. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass von dem Kanal (3) ein Seitenkanal (3C) abzweigt, wobei die Flüssigkeit (2) in den Seitenkanal (3C) nur dann einströmt oder einströmen kann, wenn der Körper (4) mit der Flüssigkeit (2) in dem Kanal (3) mindestens bis zu der Abzweigung des Seitenkanals (3C) von dem Kanal

(3) bewegt wird oder worden ist.

10. Verfahren zur Manipulation einer Flüssigkeit (2), wobei ein Körper (4) in einem Kanal (3) für die Flüssigkeit (2) bewegt wird,

dadurch gekennzeichnet,

dass zwischen dem Körper (4) und der Kanalwandung ein Zwischenraum (6) gebildet wird, die Flüssigkeit (2) bzw. deren Front (2A) in dem Zwischenraum (6) durch Kapillarkräfte gehalten wird und sich der Kanal (3) nur bis zu dem Körper (4) bzw. Ende des Zwischenraums (6) mit der Flüssigkeit (2) füllt, wobei durch die Lage und/oder Bewegung des Körpers (4) das Füllen des Kanals (3) mit der Flüssigkeit (2) gesteuert wird, und/oder

dass der Körper (4) über einen von der Flüssigkeit (2) nicht benetzbaren Bereich (3A) des Kanals (3) bewegt wird und dieser Bereich (3A) dadurch für die Flüssigkeit (2) überbrückt wird, so dass die Flüssigkeit (2) über diesen Bereich (3A) strömt oder strömen kann.

1 1. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper

(4) seitlich durch einen Film der Flüssigkeit (2) zwischen dem Körper (4) und der Kanal wandung geführt wird.

12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11 , dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (4) magnetisch und/oder berührungslos in dem Kanal (3) bewegt wird.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (4) wahlweise in verschiedene Kanalabschnitte (3B) bewegt wird.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Einströmen von Flüssigkeit (2) in einen Seitenkanal (3C) des Kanals (3) durch den Köper (4) gesteuert wird, wobei die Flüssigkeit (2) nur in den Seitenkanal (3C) einströmt, wenn der Körper (4) mit der Flüssigkeit (2) in dem Kanal (3) mindestens bis zu der Abzweigung des Seitenkanals (3C) von dem Kanal (3) bewegt wird.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 verwendet wird.

Description:
Vorrichtung und Verfahren zur Manipulation einer Flüssigkeit

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Manipulation einer Flüssigkeit gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Manipulation einer Flüssigkeit gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 10.

Die vorliegende Erfindung befasst sich insbesondere mit der Manipulation einer Flüssigkeit in einem mikrofluidischen System bzw. Kanal. Es ist bekannt, zur Manipulation der Flüssigkeit beispielsweise ein Ventil oder eine selektive Entlüftung oder dergleichen einzusetzen. Dadurch kann die Flüssigkeit insbesondere an einer bestimmten Stelle angehalten werden. Die Steuerung bzw. Manipulation der Front der Flüssigkeit, insbesondere in einem beliebigen Bereich des Kanals, ist hingegen schwierig oder mit zusätzlichem Aufwand verbunden.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Manipulation einer Flüssigkeit in einem vorzugsweise mikrofluidischen Kanal anzugeben, wobei eine optimierte Manipulation, insbesondere der Fließfront der Flüssigkeit, ermöglicht oder erleichtert wird.

Die obige Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder ein Verfahren gemäß Anspruch 10 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche. Ein Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt darin, einen Körper in einem Kanal für die Flüssigkeit vorzusehen bzw. zu bewegen, wobei zwischen dem Körper und der Kanal wandung ein kapillarer Spalt bzw. Zwischenraum gebildet wird, die Flüssigkeit bzw. deren Front in dem Spalt bzw. Zwischenraum durch Kapillarkräfte gehalten wird und sich der Kanal nur bis zu dem Körper bzw. nur bis zum Ende des Spalts oder Zwischenraums mit der Flüssigkeit füllt, wobei durch die Lage und/oder Bewegung des Körpers das Füllen des Kanals mit der Flüssigkeit gesteuert bzw. manipuliert wird. So wird eine sehr einfache Realisierung und Manipulation der Fließfront - erfindungsgemäß auch kurz als "Front" bezeichnet - der Flüssigkeit ermöglicht.

BESTÄTIGUNGSKOPIE Vorzugsweise füllt der Körper den Kanal zu mehr als 60 %, insbesondere mehr als 70 %, besonders bevorzugt mehr als 80 , in der Querschnittsfläche aus. Hierdurch können besonders hohe Kapillarkräfte zwischen Körper und Kanalwand erreicht.

Ein anderer Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt darin, dass der Körper über einen von der Flüssigkeit nicht benetzbaren Bereich des Kanals bewegt wird und dieser Bereich dadurch für die Flüssigkeit überbrückt wird, so dass die Flüssigkeit über diesen Bereich strömt oder strömen kann. Dies ermöglicht wiederum eine sehr einfache Steuerung bzw. Manipulation der Flüssigkeit bzw. deren Front.

Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann der Körper wahlweise oder nacheinander in verschiedene Abschnitte des Kanals oder in einen von dem Kanal abzweigenden Kanal bewegt werden, um dementsprechend selektiv das Füllen mit Flüssigkeit zu steuern.

Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann von dem Kanal ein Seitenkanal abzweigen, wobei die Flüssigkeit in dem Seitenkanal nur dann einströmt oder einströmen kann, wenn der Körper mit der Flüssigkeit in dem Kanal mindestens bis zu der Abzweigung des Seitenkanals bewegt wird oder worden ist. Auch so kann wiederum eine selektive Steuerung des Füllens mit der Flüssigkeit auf einfache Weise realisiert werden. Vorzugsweise ist der Körper in einer definierten Ausrichtung in dem oder von dem Kanal geführt. Insbesondere ist der Körper in dem Kanal nicht umdrehbar.

Vorzugsweise weist der Körper eine Länge auf, die größer als der maximale Querschnitt des Kanals ist. Dies gestattet eine definierte Bewegung und/oder Ausrichtung des Körpers in dem Kanal bzw. mikrofluidi sehen System.

Vorzugsweise ist der Körper formstabil mit einer definierten Form ausgebildet. Die vorliegende Erfindung befasst sich mit der Manipulation einer Flüssigkeit insbesondere in einem mikrofluidischen Kanal oder System. Unter "mikrofluidisch" sind erfindungsgemäß Volumina von vorzugsweise weniger als 10 ml, besonders bevorzugt von weniger als 1 ml, und/oder Kanal- oder Flüssigkeitsquerschnitte (maximaler Durchmesser) von vorzugsweise weniger als 2 mm, besonders bevorzugt von weniger als 500 μπι, zu verstehen.

Die genannten Aspekte der vorliegenden Erfindung sowie die sich aus der nachfolgenden Beschreibung und den Ansprüchen ergebenden sonstigen Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung können unabhängig voneinander, aber auch in beliebiger Kombination realisiert werden.

Weitere Aspekte, Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen anhand der Zeichnung. Es zeigt:

Fig. 1 eine Draufsicht einer vorschlagsgemäßen Vorrichtung gemäß einer ersten Ausführungsform;

Fig. 2 einen schematischen Querschnitt der Vorrichtung gemäß der ersten Ausführungsform;

Fig. 3 eine Draufsicht der Vorrichtung gemäß der ersten

Ausführungsform in einem anderen Zustand;

Fig. 4 eine Draufsicht der vorschlagsgemäßen Vorrichtung gemäß einer zweiten Ausführungsform;

Fig. 5 eine Draufsicht der Vorrichtung gemäß der zweiten

Ausführungsform in einem anderen Zustand;

Fig. 6 eine Draufsicht der vorschlagsgemäßen Vorrichtung gemäß einer dritten Ausführungsform; Fig. 7 eine Draufsicht der Vorrichtung gemäß der dritten Ausführungsform in einem anderen Zustand; und

Fig. 8 eine Draufsicht der Vorrichtung gemäß der dritten

Ausführungsform in noch einem anderen Zustand.

In den Figuren werden für gleiche oder ähnliche Bauteile und Komponenten die gleichen Bezugszeichen verwendet, wobei sich entsprechende oder ähnliche Vorteile und Eigenschaften ergeben, auch wenn eine wiederholte Beschreibung weggelassen ist.

Fig. 1 zeigt in einer schematischen Draufsicht eine vorschlagsgemäße Vorrichtung 1 zur Manipulation einer Flüssigkeit 2. Die Vorrichtung 1 ist vorzugsweise zumindest im Wesentlichen kartenartig, plattenartig, flach, dünn und/oder eben ausgebildet.

Die Vorrichtung 1 weist vorzugsweise (mindestens) einen insbesondere mikrofluidischen Kanal 3 zur Aufnahme der Flüssigkeit 2 auf. Der Kanal 3 oder die Vorrichtung 1 bildet insbesondere ein mikrofluidisches System oder einen Teil davon.

Wie in einem schematischen Querschnitt der Vorrichtung 1 gemäß Fig. 2 angedeutet, weist die Vorrichtung 1 vorzugsweise ein Basisteil 1 A auf, in dem der Kanal 3 bzw. das mikrofluidische System insbesondere durch eine oder mehrere Vertiefungen - bevorzugt in Form einer Nut oder mehrerer Nuten - gebildet ist bzw. sind, die vorzugsweise durch einen Deckel 1B abgedeckt ist bzw. sind. In Fig. 2 ist die Flüssigkeit 2 nicht dargestellt.

Das Basisteil 1A ist vorzugsweise als Kunststoffteil und/oder Spritzgussteil ausgebildet. Das Basisteil 1A ist vorzugsweise zumindest im Wesentlichen flach, eben, plattenartig und/oder steif ausgebildet.

Der Kanal 3 bzw. das mikrofluidische System ist vorzugsweise in oder entlang einer Flachseite des Basisteils 1A gebildet und/oder zu einer Flachseite hin offen. Der Kanal 3 bzw. die Vertiefung bzw. Flachseite ist durch den Deckel IB vorzugsweise zumindest im Wesentlichen vollständig abgedeckt. Jedoch sind andere konstruktive Lösungen auch möglich.

Der Deckel IB ist vorzugsweise als Folie ausgebildet. Der Deckel IB ist vorzugsweise aufgeklebt, auflaminiert und/oder aufgeschweißt. Vorzugsweise ist der Deckel IB durch eine Klebefolie oder Heißsiegelfolie oder dergleichen gebildet.

Der Deckel IB ist vorzugsweise zumindest bereichsweise transparent ausgebildet, beispielsweise um eine optische Detektion oder Untersuchung oder dergleichen zu ermöglichen.

In allen Draufsichten der Vorrichtung 1 ist der Deckel IB zur Veranschaulichung weggelassen.

Die Vorrichtung 1 weist mindestens einen in dem Kanal 3 bzw. System und/oder in der Flüssigkeit 2 beweglichen Körper 4 auf.

Der Körper 4 ist in dem Kanal 3 bewegbar, und zwar insbesondere entlang des Kanals 3. Die Draufsicht der Vorrichtung 1 gemäß Fig. 1 zeigt den Körper 4 in einer ersten Position. Die Draufsicht gemäß Fig. 3 zeigt den Körper 4 in einer zweiten bzw. anderen Position.

Die vorschlagsgemäße Vorrichtung 1 und das vorschlagsgemäße Verfahren sehen vor, dass durch das Bewegen des Körpers 4 in dem Kanal 3, insbesondere in Abhängigkeit von der Lage und/oder Bewegung des Körpers 4, die Flüssigkeit 2 und besonders bevorzugt deren Front (Fließfront) 2A und/oder das Befüllen des Kanals 3 mit der Flüssigkeit 2 manipuliert bzw. gesteuert wird oder werden kann. Dies wird vorschlagsgemäß insbesondere dadurch ermöglicht oder erreicht, dass die Flüssigkeit 2 den Kanal 3 nicht selbsttätig, insbesondere aufgrund von Kapillarkräften, füllt. Insbesondere ist der Querschnitt des Kanals 3 so (groß) und/oder die Benetzbarkeit so (gering) gewählt, dass ein Einfließen der Flüssigkeit 2, beispielsweise ausgehend von einem an den Kanal 3 angeschlossenen Reservoir 5, in den Kanal 3 durch kapillare Kräfte in relevanter Zeitdauer nicht oder allenfalls nur marginal stattfindet. Besonders bevorzugt ist der Kontaktwinkel der Flüssigkeit 2 zu der Kanalwandung, hier gebildet durch das Basisteil 1A und den Deckel 1B und ggf. auch zu dem Körper 4 bzw. dessen Oberfläche kleiner als 90°.

Wenn der örtlich veränderbare bzw. bewegbare Körper 4 in den Bereich der Front 2A im Kanal 3 bewegt wird insbesondere aus der Flüssigkeit 2 über die Front 2A hinaus in den noch nicht befüllten Kanal 3 bewegt oder erstmalig ausgehend von dem noch nicht befüllten Kanal 3 mit der Flüssigkeit 2 in Kontakt gebracht wird, fließt die Flüssigkeit 2 in den zwischen der Kanal wandung und dem Körper 4 vorhandenen Spalt bzw. Zwischenraum 6. Dieser Zwischenraum 6 ist insbesondere sehr schmal bzw. spaltartig. Diese geometrische Veränderung des Kanalquerschnitts für die Flüssigkeit 2 im Bereich des Körpers 4 führt zu einem gesteigerten Druckgradienten innerhalb der Flüssigkeit 2 bzw. zu einer erhöhten Kapillarkraft bzw. zu einem Einfließen der Flüssigkeit 2 in den Zwischenraum 6. Insbesondere wirken in dem Zwischenraum 6 derart hohe kapillare Kräfte, dass das gewünschte Einfließen der Flüssigkeit 2 in den Zwischenraum 6 - insbesondere verhältnismäßig oder ausreichend schnell - erfolgt.

Wird der Körper 4 im Kanal 3 von dem Reservoir 5 bzw. von der Einfließseite der Flüssigkeit 2 bzw. von dem bereits mit der Flüssigkeit 2 gefüllten Teil des Kanals 3 weg - also bei der Darstellung gemäß Fig. 1 nach rechts, wie durch den Pfeil angedeutet - derart bewegt, dass der Körper 4 in Kontakt mit der Flüssigkeit 2 bzw. deren Front 2A bleibt, strömt oder fließt die Flüssigkeit 2 ständig in den sich bewegenden bzw. entstehenden Zwischenraum 6 und somit in den Kanal 3 nach. Dadurch ist ein kontrollierter Flüssigkeitstransport in den Kanal 3 gegeben bzw. wird eine gezielte Manipulation der Flüssigkeit 2 ermöglicht. Insbesondere kann das Füllen des Kanals 3 mit der Flüssigkeit 2 bzw. die Lage und/oder Bewegung der Front 2A der Flüssigkeit 2 so sehr einfach gesteuert bzw. manipuliert werden.

Fig. 1 zeigt die Vorrichtung 1 in einem noch bewegten Zustand. Die Flüssigkeit 2 hat den Zwischenraum 6 noch nicht vollständig, sondern nur teilweise gefüllt. Die Flüssigkeit 2 strömt also insbesondere wie durch den Pfeil angedeutet noch in den Zwischenraum 6 ein. Alternativ oder zusätzlich kann dies zeigen, dass der Körper 4 selbst noch in Richtung des Pfeils, also in den noch nicht mit Flüssigkeit 2 befüllten oder gefüllten Teil des Kanals 3 bewegt wird.

Besonders bevorzugt ist die maximale Geschwindigkeit der Bewegung des Körpers 3 so begrenzt, dass diese zumindest im Wesentlichen nicht größer ist als die Geschwindigkeit, mit der die Flüssigkeit 2 den Zwischenraum 6 füllt. So kann sichergestellt werden, dass auch bei längerer Bewegung des Körpers 4 der Kontakt des Körpers 4 zu der Flüssigkeit 2 bzw. deren Front 2A nicht abreißt. Es ist jedoch auch möglich, den Körper 4 temporär schneller zu bewegen. Jedoch muss dann darauf geachtet werden, dass diese Bewegung nicht zulange andauert, um das vorgenannte Abreißen des Kontakts mit der Flüssigkeit 2 zu vermeiden. Dies kann beispielsweise durch eine entsprechende Begrenzung der maximalen Bewegungsstrecke mit der hohen Geschwindigkeit und/oder maximalen Zeit für die Bewegung mit der hohen Geschwindigkeit erreicht werden.

Fig. 3 zeigt den Körper 4 in einer anderen Lage bzw. Position. Insbesondere ist hier der Zwischenraum 6 vollständig mit der Flüssigkeit 2 gefüllt. Es handelt sich hier insbesondere um einen stationären Zustand, der eingenommen wird, wenn der Körper 4 nicht mehr bewegt wird und der Zwischenraum 6 vollständig von der Flüssigkeit 2 gefüllt wird bzw. ist. In diesem Zustand endet die Flüssigkeit 2 bzw. deren Front 2A zumindest im Wesentlichen mit dem in Bewegungsrichtung vorne liegenden Ende des Körpers 4 bzw. mit dem Ende des zwischen Körper 4 und Kanal wandung gebildeten engen Spalts oder Zwischenraums 6 für die Flüssigkeit 2.

Der Körper 4 weist eine vorzugsweise zumindest im Wesentlichen scharfe Kante oder einen scharfen Absatz zumindest an seinem in Bewegungsrichtung vorderen Ende auf, um durch eine möglichst abrupte oder scharfe Querschnittserweiterung und so einen Kapillarstopp für die Flüssigkeit 2 bzw. deren Front 2A zu erzeugen, so dass die Flüssigkeit 2 definiert bzw. sicher anhält, wenn der Zwischenraum 6 vollständig gefüllt ist. Insbesondere soll so vermieden werden, dass die Flüssigkeit 2 von sich aus, insbesondere aufgrund kapillarer Kräfte, über den Körper 4 hinaus weiter in den Kanal 3 einströmt und insbesondere den Körper 4 dabei völlig umströmt. Auch wenn dies vorzugsweise nicht gewünscht ist, kann dieser Effekt bedarfsweise jedoch auch ausgenutzt werden, beispielsweise wenn der Körper 4 an einen entsprechenden Vorsprung, Anschlag oder anderen Querschnitt des Kanals 3 oder an einem anderen Körper 4 im Kanal 3 heranbewegt oder damit in Kontakt gebracht wird.

Die vorschlagsgemäße Vorrichtung 1 und das vorschlagsgemäße Verfahren können auch zur Manipulation der Flüssigkeit 2, insbesondere durch Bewegen des Körpers 4 innerhalb der Flüssigkeit 2 und/oder durch Herausbewegen des Körpers 4 aus der Flüssigkeit 2 und/oder Hineinbewegen des Körpers 4 in die Flüssigkeit 2 verwendet werden. So kann beispielsweise ein Durchmischen der Flüssigkeit 2 oder eine Übertragung einer bestimmten Menge der Flüssigkeit 2 oder eines Bestandteils der Flüssigkeit 2 realisiert werden.

Zum Bewegen des Körpers 4 weist die Vorrichtung 1 vorzugsweise eine Manipuliereinrichtung 7 auf, wie in Fig. 2 angedeutet. Die Manipuliereinrichtung 7 kann der Vorrichtung 1 aber auch nur zugeordnet sein, insbesondere Teil einer separaten Einrichtung bilden.

Das Bewegen des Körpers 4 erfolgt beim Darstellungsbeispiel vorzugsweise berührungslos und insbesondere magnetisch, besonders bevorzugt durch Variation eines auf den Körper 4 wirkenden Magnetfelds. Insbesondere wird das Magnetfeld extern erzeugt. Beim Darstellungsbeispiel weist die Manipuliereinrichtung 7 hierzu mindestens einen externen Magneten und/oder Elektromagneten oder mehrere Elektromagnete auf.

Weiter ist der Körper 4 vorzugsweise zumindest teilweise aus magnetischem oder magnetisierbarem Material hergestellt oder damit versehen, wobei das Material insbesondere einen Magneten bildet. Insbesondere wird hierbei ein paramagnetisches, superparamagnetisches oder ferromagnetisches Material verwendet.

Das magnetische Material oder der Magnet kann beispielsweise in dem Körper 4 aufgenommen oder darin eingeklebt oder daran angebracht oder angeklebt oder beispielsweise darin eingegossen sein. Jedoch kann der Körper 4 auch zumindest im Wesentlichen aus magnetischem oder magnetisierbarem Material hergestellt sein. Bedarfsweise können auch mehrere oder unterschiedliche magnetische Materialien oder Magnete am Körper 4 - beispielsweise räumlich verteilt oder beabstandet voneinander - angebracht oder eingesetzt werden, insbesondere um eine bestimmte Steuerbarkeit oder Bewegbarkeit des Körpers 4 zu erreichen.

Durch das magnetische Material bzw. den Magneten kann beispielsweise erreicht werden, dass der Körper 4 entlang eines Gradienten des auf den Körper 4 wirkenden Magnetfelds, also insbesondere eines von der Manipuliereinrichtung 7 erzeugten Magnetfelds, weiter insbesondere in einen Bereich hoher Magnetfeldstärke bewegbar ist.

Durch entsprechende Änderung des Magnetfelds bzw. des Gradienten des Magnetfelds ist der Körper 4 in eine bestimmte Richtung, in einen bestimmten Bereich und/oder ggf. auch in entgegengesetzte Richtungen bewegbar. Durch entsprechend schnelle Änderungen, insbesondere Änderung der Richtung des Gradienten des Magnetfelds, kann eine gegebenenfalls auch sehr schnelle Hin- und Herbewegung bzw. alternierende Bewegung des Körpers 4 bzw. ein Schwingen des Körpers 4 realisiert werden. Alternativ oder zusätzlich kann der Körper 4 auch auf jede sonstige Art und Weise bewegt werden, beispielsweise durch Einwirkung der Gewichtskraft, beispielsweise bei Schwenken oder Umdrehen, oder durch Einwirkung einer sonstigen Kraft oder Beschleunigung, beispielsweise bei Rotation der Vorrichtung 1 , durch elektrische Anziehung oder Abstoßung, durch reib- oder formflüssigen Angriff am Körper 4, beispielsweise mittels eines Fadens oder eines sonstigen Zugmittels oder Druckmittels, durch Ultraschall oder dergleichen erfolgen.

Der Körper 4 ist vorzugsweise in Längsrichtung bzw. entlang des Kanals 3 zumindest oder ggf. nur in eine Richtung oder in beide Richtungen bewegbar.

Um ein leichtes und/oder definiertes Bewegen des Körpers - insbesondere im Kanal 3 oder entlang des Kanals 3 oder auf einem Boden des Kanals 3 bzw. auf dem Basisteil 1A - zu erreichen oder zu unterstützen, weist der Körper 4 optional wenigstens ein Führungsmittel 4A auf, dass beim Darstellungsbeispiel durch insbesondere mehrere Vorsprünge oder Kufen gebildet sein kann, wie in Fig. 2 angedeutet. Das Führungsmittel 4A kann bzw. die Vorsprünge oder Kufen können beispielsweise das Gleiten des Körpers 4 auf dem Basisteil 1A bzw. dem Boden des Kanals 3 erleichtern, insbesondere also den Gleitwiderstand reduzieren. Das Führungsmittel 4A kann den Körper 4 insbesondere beabstandet zum Boden des Kanals 3, zu Seitenwänden des Kanals 3 und/oder zum Deckel 1B führen oder halten.

Je nach Bedarf kann das Führungsmittel 4A nur auf einer Seite, insbesondere der Bodenfläche des Körpers 4, oder auf mehreren oder allen der Kanalwandung zugewandten Seiten des Körpers 4 angeordnet sein. Je nach Bedarf können auch unterschiedlich ausgebildete Führungsmittel bzw. Vorsprünge, Kufen oder dergleichen auf den verschiedenen Seitenflächen vorgesehen oder gebildet sein. Um einen möglichst geringen Kontakt des Körpers 4 mit der Kanalwandung bzw. eine möglichst geringe Reibung zu erreichen, sind besonders flach und/oder kalottenartig ausgebildete Vorsprünge besonders bevorzugt.

Alternativ oder zusätzlich kann der Körper 4 auch durch die Flüssigkeit 2 in dem Kanal 3 seitlich geführt sein bzw. werden. Insbesondere ist es möglich, dass die Flüssigkeit 2 bestrebt ist, den Zwischenraum 6 zwischen dem Körper 4 und der Kanal wandung über den gesamten Umfang des Körpers 4 bzw. zu allen Kanalwänden hin zu füllen. Dieses Füllen kann insbesondere aufgrund von Kapillarkräften selbsttätig erfolgen. Dieses Füllen kann beispielsweise selbsttätig nach einem ersten Kontakt des Körpers 4 mit der Flüssigkeit 2 erfolgen Während des weiteren Bewegens des Körpers 4 dann innerhalb des Kanals 3 bleibt der Zwischenraum 6 dann zumindest ausreichend stark mit Flüssigkeit 2 gefüllt, dass der Körper 4 vorzugsweise ausschließlich von der Flüssigkeit 2 und insbesondere ohne Kontakt zu der Kanalwandung seitlich geführt wird.

Das vorgenannte Füllen des Zwischenraums 6 mit der Flüssigkeit 2 und insbesondere allseitig seitliche Füllen des Körpers 4 im Kanal 3 mit der Flüssigkeit 2 und/oder ein schnelles Füllen des Zwischenraums 6 mit der Flüssigkeit 2 bzw. ein schnelles Voranschreiten der Front 2A im Zwischenraum 6 kann bzw. können durch mehrere Maßnahmen unterstützt oder erreicht werden, insbesondere nämlich durch eine enge Dimensionierung bzw. flache Ausbildung des Zwischenraums 6 und/oder durch eine gute oder erhöhte Benetzbarkeit des Körpers 4. Der Zwischenraum 6 ist vorzugsweise sehr dünn oder eng bzw. schmal ausgebildet. Hierdurch werden relativ hohe Kapillarkräfte im Zwischenraum 6 erzeugt, die dafür sorgen, dass die Flüssigkeit 2 den Zwischenraum 6 sehr schnell und/oder vorzugsweise allseitig über den Umfang des Körpers 4 füllt. Zur Erhöhung oder Verbesserung der Benetzbarkeit kann der Körper 4 teilweise oder vollständig, insbesondere zumindest oder nur auf seiner der Kanal wandung zugewandten Oberflächen bzw. Seitenflächen, entsprechend strukturiert, besonders bevorzugt mikrostrukturiert, behandelt und/oder beschichtet sein. So kann beispielsweise erreicht werden, dass die Seitenflächen des Körpers 4 bei einer hydrophilen Flüssigkeit 2 entsprechend hydrophil ausgebildet sind, wohingegen der Kanal 3 bzw. dessen Kanalwandung dann insbesondere hydrophob ausgebildet ist.

Um die Führung des Körpers 4 im Kanal 3 durch die Flüssigkeit 2 und/oder ein Füllen des bodenseitigen Zwischenraums 6 zu erleichtern oder zu ermöglichen, weist der Körper 4 vorzugsweise eine der Flüssigkeit 2 zumindest im Wesentlichen entsprechende Dichte auf.

Bevorzugt bildet die Flüssigkeit 2 also einen Film zwischen dem Körper 4 und der Kanalwandung, also in dem Zwischenraum 6, wodurch der Körper 4 seitlich geführt werden kann.

Der Körper 4 weist vorzugsweise einen Querschnitt auf, der zumindest im Wesentlichen geometrisch ähnlich zu dem Kanalquerschnitt ist. Hierbei bleiben die optionalen Führungsmittel 4A vorzugsweise unberücksichtigt. So kann eine sehr kleiner bzw. über den Umfang oder Querschnitt gleichmäßiger Zwischenraum 6 zwischen dem Körper 4 und der Kanal wandung, insbesondere bei zumindest im Wesentlichen mittiger Anordnung oder Führung des Körpers 4 im Kanal 3, erreicht oder sichergestellt werden. Beim Darstellungsbeispiel ist der Kanal zumindest im Wesentlichen rechteckig oder quadratisch im Querschnitt. Der Körper 4 ist dann vorzugsweise zumindest im Wesentlichen entsprechend ausgebildet. Jedoch können auch sonstige Querschnittsformen realisiert werden. Beispielsweise ist es auch möglich, dass der Kanal 3 und der Körper 4 einen zumindest im Wesentlichen runden, ovalen oder flachen Querschnitt aufweisen.

Der Körper 4 ist vorzugsweise länglich ausgebildet. Dies ist einer guten Führung im Kanal 3 zuträglich.

Der Körper 4 weist vorzugsweise einen zumindest im Wesentlichen konstanten Querschnitt über seine gesamte Länge oder zumindest über einen großen linken Bereich auf. Beim Darstellungsbeispiel ist der Körper 4 vorzugsweise zumindest im Wesentlichen quaderförmig und/oder prismenartig ausgebildet.

Der Körper 4 weist vorzugsweise zumindest im Wesentlichen flache oder ebene Seitenflächen auf, die den entsprechenden Seitenwänden der Kanal wandung zugewandt sind.

Der mittlere oder maximale Abstand des Körpers 4 bzw. dessen Oberfläche von der Kanalwandung, also die mittlere oder maximale Höhe bzw. Dicke des Zwischenraums 6, beträgt vorzugsweise weniger als 1 mm, insbesondere weniger als 500 μπι, besonders bevorzugt im Wesentlichen 200 μχη oder weniger.

Der Körper 4 ist vorzugsweise in einer definierten Ausrichtung in dem Kanal 3 oder mittels des Kanals 3 geführt.

Vorzugsweise weist der Körper 4 eine Länge auf, die größer als der maximale Querschnitt des Kanals 3 ist. Dementsprechend wird der Körper 4 zumindest in Längsrichtung durch den Kanal 3 geführt.

Besonders bevorzugt füllt der Körper 4 den Querschnitt des Kanals 3 zu r als 60 % flächenmäßig aus, insbesondere zu mehr als 70 % oder 80 %, schematisch in dem Querschnitt gemäß Fig. 2 angedeutet. Hierdurch wird ein im Querschnitt sehr kleiner Zwischenraum 6 gewährleistet, was insbesondere im Hinblick auf das Füllen mit Flüssigkeit 2 vorteilhaft ist. Der Körper 4 ist vorzugsweise formstabil mit einer definierten Form ausgebildet.

Der Körper 3 ist vorzugsweise aus Kunststoff hergestellt bzw. ein Kunststoffteil. Dies gestattet eine günstige Herstellung bzw. die Verwendung von Material mit gewünschten Eigenschaften. Beispielsweise ist der Körper 4 zumindest im Wesentlichen aus PMA oder PE hergestellt.

Der Körper 3 ist vorzugsweise ein Spritzgussteil bzw. durch Spritzgießen hergestellt. Dies gestattet eine einfache und kostengünstige Herstellung und/oder Formung.

Bedarfsweise ist der Körper 4 oder zumindest dessen Oberfläche aus einem lumini zierenden oder fluoreszierenden Material hergestellt oder z.B. partiell damit beschichtet. Dies erleichtert eine Detektion des Körpers 4.

Der Körper 4 ist vorzugsweise zumindest im Wesentlichen gradlinig in dem Kanal 3 bewegbar und/oder in dem Kanal 3 hin- und herbewegbar. Es ist jedoch auch möglich, dass der Kanal 3 nicht geradlinig verläuft, sondern beispielsweise gewunden oder mäanderförmig oder in sonstiger Weise verläuft oder abgeknickt ist. Der Körper 4 kann dann vorzugsweise entsprechend des Kanals 3 oder in einem Abschnitt oder Bereich des Kanals 3 bewegt werden.

Vorzugsweise ist in der Vorrichtung 1 bzw. dem Kanal 3 oder dem System nur ein einziger beweglicher Körper 4 vorgesehen. Dies ist einer definierten Bewegung zuträglich. Jedoch ist es auch möglich, mehrere Körper 4 in den Kanal 3 vorzusehen, die insbesondere unabhängig voneinander bewegbar sind und eine entsprechende Manipulation der Flüssigkeit 2 ermöglichen. Beispielsweise können die Körper 4 auch unterschiedlich ausgebildet sein, beispielsweise unterschiedliche Querschnitte oder Größen aufweisen und/oder in verschiedenen Abschnitten oder Kanälen bewegbar sein und/oder auch zusammen bewegbar sein oder kooperieren, so dass beispielsweise die Zwischenräume 6 der Körper 4 zu der Kanalwandung miteinander in Verbindung gebracht werden können und die Flüssigkeit 2 von einem Zwischenraum 6 zu einem anderen Zwischenraum 6 weitergeleitet bzw. übertragen werden kann.

Der Körper 4 kann auch in verschiedene Bereiche oder Abschnitte des Kanals 3 bzw. mikrofluidischen Systems und/oder in verschiedene Flüssigkeiten 2 bewegbar sein.

Besonders bevorzugt wird vorschlagsgemäß der Körper 4 immer zusammen mit der Front 2A der Flüssigkeit 2 oder umgekehrt die Front 2A der Flüssigkeit 2 immer zusammen mit dem Körper 4 oder durch den Körper 4 bewegt oder manipuliert.

Die vorschlagsgemäße Vorrichtung 1 und das vorschlagsgemäße Verfahren lassen sich für verschiedene Zwecke einsetzen. So kann beispielsweise ein bestimmtes Fl üssigkeits- Volumen in den Kanal 3 platziert werden. Alternativ oder zusätzlich kann die Benetzung des Kanals 3 durch die Lage des Körpers 4 beeinflusst werden.

Nachfolgend werden andere Ausführungsformen der vorschlagsgemäßen Vorrichtung 1 sowie Verfahren und Verwendungen anhand der weiteren Figuren näher erläutert. Die bisherigen Ausführungen und Erläuterungen gelten hierbei insbesondere entsprechend und ergänzend, auch wenn eine entsprechende Beschreibung zur Vermeidung von Wiederholungen weggelassen ist.

Fig. 4 und 5 zeigen jeweils eine Draufsicht der vorschlagsgemäßen Vorrichtung 1 gemäß einer zweiten Ausführungsform, wobei der Körper 4 in verschiedenen Positionen dargestellt ist.

Der Kanal 3 weist bei der zweiten Ausführungsform mindestens einen nichtbenetzbaren Bereich 3A auf, der mittels des Körpers 4 für die Flüssigkeit 2 überbrückbar ist. Beim Darstellungsbeispiel weist der Kanal 3 zwei oder mehrere Äste bzw. Kanalabschnitte 3B und/oder zwei oder mehrere nichtbenetzbare Bereiche 3Ä auf. Vorzugsweise ist der Körper 4 wahlweise oder selektiver in einen der beiden Kanalabschnitte 3B und/oder über mindestens einen der beiden Bereiche 3A bewegbar. Beim Darstellungsbeispiel sind die Kanalabschnitte 3B beispielsweise über eine Abzweigung miteinander an einen Hauptabschnitt des Kanals 3 angeschlossen, wobei der Körper 4 wahlweise in einen der Kanalabschnitte 3B bewegbar ist, wie in Fig. 5 angedeutet. Der Körper 4 kann beispielsweise temporär oder dauerhaft über oder auf einen nichtbenetzbaren Bereich 3A bewegt werden, wie in Fig. 5 angedeutet. Hierdurch wird der entsprechende Bereich 3A vorzugsweise überbrückt, so dass die Flüssigkeit 2 insbesondere über den Körper 4 bzw. durch den Zwischenraum 6 über den nichtbenetzbaren Bereich 3A hinweg in den sich anschließenden Kanal bzw. Kanalabschnitt 3B strömen kann, wie in Fig. 5 angedeutet.

Zur Überbrückung des nichtbenetzbaren Bereichs 3A mittels des Körpers 4 wird der Körper 4 vorzugsweise über oder auf den nichtbenetzbaren Bereich 3A bewegt, so dass die Flüssigkeit 2 durch den Zwischenraum 6 über den Bereich 3A hinweg in den sich anschließenden Kanal 3 bzw. Kanalabschnitt 3B strömen kann.

Vorzugsweise weist der Körper 4 eine größere Länge in Kanallängserstreckung als der nichtbenetzende Bereich 3A auf, so dass der Körper 4 den Bereich 3A vorzugsweise vollständig überdecken und insbesondere auf beiden Seiten in den sich anschließenden Kanalbereich hineinragen kann, um den Bereich 3A fluidisch - also für die Flüssigkeit 2 - so zu überbrücken, dass die Flüssigkeit 2 über den Bereich 3A hinwegströmen kann.

Der nichtbenetzbare Bereich 3A kann je nach Bedarf beispielsweise nur am Boden des Kanals 3 oder ggf. auch über den gesamten Querschnitt oder Umfang des Kanals 3 herum, also zusätzlich zum Boden beispielsweise auch an den Seitenwänden und an dem Deckel 1B, gebildet sein. Der nichtbenetzbare Bereich 3A wird besonders bevorzugt durch eine entsprechende Beschichtung und/oder Behandlung des jeweiligen Materials gebildet. Unter dem Begriff "nichtbenetzbar" ist vorschlagsgemäß insbesondere zu verstehen, dass die Benetzung des Bereichs 3A durch die Flüssigkeit 2 derart schlecht ist bzw. der Kontaktwinkel derart klein ist, dass die Flüssigkeit 2 nicht über diesen Bereich 3A hinweg in den sich anschließenden Kanal 3 bzw. Kanalabschnitt 3B strömt. Vielmehr bedarf es hier der Überbrückung durch den Körper 4.

Je nach Ausgestaltung kann es so sein, dass nach einer erstmaligen Benetzung oder Überbrückung des Bereichs 3A eine dauerhafte Flüssigkeitsverbindung oder Strömung über den Bereich 3A ermöglicht wird, auch wenn der Körper 4 den Bereich 3A nicht mehr überbrückt. Es ist jedoch auch möglich, dass diese Flüssigkeitsverbindung oder Strömung über den Bereich 3A nur dann oder nur solange erhalten bleibt, wie der Körper 4 diesen Bereich auch überbrückt.

Wenn der Körper 4 wieder wegbewegt wird, beispielsweise weiterbewegt wird, wie in Fig. 5 angedeutet oder wieder zurück, beispielsweise in den bereits mit Flüssigkeit 2 gefüllten Abschnitt des Kanals 3 hineinbewegt wird, kann die Flüssigkeitsverbindung über den Bereich 3A direkt auch wieder unterbrochen werden bzw. sich selbsttätig trennen. Dies hängt insbesondere von den Kapillarkräften bzw. der Benetzbarkeit und Dimensionierung, beispielsweise des Bereichs 3A, ab.

Bedarfsweise kann der Körper 4 bei der zweiten Ausführungsform auch wieder zurück in den Hauptabschnitt des Kanals 3 bewegt und anschließend in den anderen Kanalabschnitt 3B , hier in den oberen Kanalabschnitt 3B , bewegt werden, um den andere nichtbenetzbaren Bereich 3A (ebenfalls) für die Flüssigkeit 2 zu überbrücken.

Es ist auch möglich, dass in dem Kanal 3 hintereinander, zueinander beabstandet mehrere nicht benetzbare Bereiche 3A angeordnet oder gebildet sind, die mittels des Körpers 4 insbesondere nacheinander für die Flüssigkeit 2 überbrückbar sind. So kann beispielsweise ein entsprechend gesteuertes oder manipuliertes Vorwärtsströmen der Flüssigkeit 2 im Kanal 3 erreicht werden, um beispielsweise in hintereinander liegenden Kanalabschnitten 3A nacheinander verschiedene Reaktionen, Detektionen oder dergleichen durchzuführen und/oder ablaufen zu lassen.

Bei der zweiten Ausführungsform ist der Körper 4 vorzugsweise wahlweise oder nacheinander in mindestens einen oder in mehrere Bereiche oder Abschnitte 3B des Kanals 3 bewegbar. Bei der nachfolgend anhand von Fig. 6 bis 8 erläuterten dritten Ausführungsform weist die Vorrichtung 1 mindestens einen, vorzugsweise mehrere Seitenkanäle 3C auf, die vom Kanal 3 insbesondere seitlich abzweigen und/oder gegenüber dem Kanal 3 vorzugsweise einen geringeren Querschnitt aufweisen. Durch entsprechendes Positionieren oder Bewegen des Körpers 4 entlang des Kanals 3 ist es möglich, einen gewünschten Seitenkanal 3C bzw. die Seitenkanäle 3C mit der Flüssigkeit 2 zu versorgen bzw. fluidisch zu verbinden.

In der Draufsicht gemäß Fig. 6 befindet sich der Körper 4 mit der Front 2A der Flüssigkeit 2 noch entfernt von den ersten Seitenkanal 3C, so dass die Flüssigkeit nicht in diesen Seitenkanal 3C einströmen kann.

In der Draufsicht gemäß Fig. 7 wurde der Körper 4 weiter vorwärts bewegt und hat den ersten Seitenkanal 3C erreicht, so dass dieser nunmehr fluidisch angeschlossen ist bzw. die Flüssigkeit 2 in den Seitenkanal 3C strömen kann bzw. geströmt ist, wie in Fig. 7 angedeutet.

In der Draufsicht gemäß Fig. 8 befindet sich der Körper 4 in einer weiter vorwärtsbewegten Position bzw. Lage benachbart zu dem nächsten Seitenkanal 3C, so dass dieser ebenfalls mit der Flüssigkeit 2 nun in Verbindung steht bzw. von der Flüssigkeit 2 gefüllt wird oder bereits gefüllt ist, wie in Fig. 8 angedeutet.

Das Einströmen von Flüssigkeit 2 in einen Seitenkanal 3C des Kanals 3 wird also durch den Körper 4 gesteuert, wobei die Flüssigkeit 2 nur in den Seitenkanal 3C einströmt, wenn der Körper 4 mit der Flüssigkeit 2 in dem Kanal 3 mindestens bis zu der Abzweigung des Seitenkanals 2C von dem Kanal 3 bewegt wird oder worden ist.

Mittels der vorschlagsgemäßen Vorrichtung 1 und dem vorschlagsgemäßen Verfahren ist es also möglich, einzelne Kanalabschnitte 3B bzw. Seitenkanäle 3C oder dergleichen selektiv mit der Flüssigkeit 2 zu versorgen. Dies kann insbesondere durch selektives Anschließen oder Verbinden und/oder Überbrücken eines nicht benetzbaren Bereichs 3A oder dergleichen erfolgen. Alternativ oder zusätzlich können die vorschlagsgemäße Vorrichtung 1 und das vorschlagsgemäße Verfahren auch zur Dosierung der Flüssigkeit 2, insbesondere durch entsprechendes Bewegen des Körpers 4 und/oder durch selektives Füllen von entsprechenden Dosierbereichen oder -kammern verwendet werden.

Einzelne Merkmale der verschiedenen Ausführungsformen und die Ausführungsformen selbst können beliebig kombiniert, aber auch unabhängig voneinander realisiert oder benutzt werden.

Bezugszeichenliste Vorrichtung

A Basisteil

B Deckel

Flüssigkeit

A Front

Kanal

A nichtbenetzbarer Bereich

B Kanalabschnitt

C Seitenkanal

Körper

A Führungsmittel

Reservoir

Zwischenraum

Manipuliereinrichtung