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Title:
DEVICE AND METHOD FOR MONITORING A MOTORCYCLIST
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/121536
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device (3) for monitoring a person (2), comprising an evaluation and control unit (5), which receives fall-relevant information from at least one sensor (7.1, 12, 14, 16) and evaluates said information in order to detect falls, wherein at least one body sensor (12, 14, 16) is arranged on the body of the person (2). The invention further relates to a method for monitoring a person (2) and to a motorcycle (1) having a device (3) of this type for monitoring a person (2). The at least one body sensor (13, 14, 16) is designed as an acceleration sensor that continuously senses at least one acceleration (aK) acting on the body. After a fall has been detected, the evaluation and control unit (5) evaluates the at least one acceleration sensed by the at least one body sensor (12, 14, 16) and the duration of effect (tW) of said at least one acceleration and determines the stress experienced by the body of the person (2) on the basis of the evaluation and estimates the risk of certain injuries and/or injury severities of the person (2) on the basis of the determined stress.

Inventors:
SKIERA, Alexander (Hohenzollernstrasse 42, Weil Der Stadt, 71263, DE)
MAYER, Florian (Rechbergstr. 34, Ditzingen, 71254, DE)
LIERSCH, Geoff (3-9-1 Ushikobo, TsuzukiYokohama, Kanagawa, 〒224-8501, JP)
Application Number:
EP2018/085250
Publication Date:
June 27, 2019
Filing Date:
December 17, 2018
Export Citation:
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Assignee:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
International Classes:
A42B3/04; B62J27/00; G08B21/04; G08B25/01
Foreign References:
EP1495919A12005-01-12
DE102009036828A12011-02-24
US20160174626A12016-06-23
DE10210975A12003-10-09
DE102014227045A12016-06-30
US20150149218A12015-05-28
US20100102970A12010-04-29
EP2273469A12011-01-12
EP2079613B12010-09-22
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Claims:
Ansprüche

1. Vorrichtung (3) zur Überwachung einer Person (2), mit einer Auswerte- und Steuereinheit (5), welche sturzrelevante Informationen von mindes tens einem Sensor (7.1, 12, 14, 16) empfängt und zur Sturzerkennung auswertet, wobei mindestens ein Körpersensor (12, 14, 16) am Körper der Person (2) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der min destens eine Körpersensor (12, 14, 16) als Beschleunigungssensor ausgeführt ist, welcher fortlaufend mindestens eine auf den Körper wir kende Beschleunigung (aK) erfasst, wobei die Auswerte- und Steuerein heit (5) nach einem erkannten Sturz die von dem mindestens einen Kör persensor (12, 14, 16) erfasste mindestens eine Beschleunigung und deren Einwirkungsdauer (tW) auswertet und basierend auf der Auswer tung eine aufgetretene Belastung des Körpers der Person (2) ermittelt und basierend auf der ermittelten Belastung ein Risiko für bestimmte Verletzungen und/oder Verletzungsschweren der Person (2) abschätzt.

2. Vorrichtung (3) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass min destens ein Sturzsensor (7.1) mindestens eine Beschleunigung und/oder mindestens eine Winkelgeschwindigkeit als sturzrelevante In formationen erfasst.

3. Vorrichtung (3) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Sturzsensor (7.1) an einem Fahrzeug (1) und/oder am Körper der Person (2) angeordnet ist, welche auf dem Fahrzeug (1) sitzt.

4. Vorrichtung (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn

zeichnet, dass ein Speicher (18) für mindestens eine Körperregion min destens ein Wahrscheinlichkeits-Belastungsdiagramm mit mindestens einer Verletzungsrisikokennlinie (AIS2, AIS3, AIS4, AIS5) speichert.

5. Vorrichtung (3) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerte- und Steuereinheit (5) die ermittelte Belastung mit der mindes tens einen gespeicherten Verletzungsrisikokennlinie (AIS2, AIS3, AIS4, AIS5) abgleicht und die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der be stimmten Verletzungen und/oder Verletzungsschweren der Person (2) ermittelt.

6. Vorrichtung (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn zeichnet, dass eine Inertialsensoreinheit drei Körpersensoren (12, 14, 16) umfasst, welche jeweils eine Beschleunigung in eine Raumrichtung erfassen, wobei die drei Körpersensoren (12, 14, 16) Beschleunigungen in zueinander senkrecht stehenden Raumrichtungen erfassen.

7. Vorrichtung (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekenn zeichnet, dass der mindestens eine Körpersensor (12, 14, 16) im Tho rax-Bereich oder im Kopfbereich der Person (2) angeordnet ist.

8. Verfahren zur Überwachung einer Person (P), mit den Schritten: Emp fangen und Auswerten von sturzrelevanten Informationen, welche von mindestens einem Sensor (7.1, 12, 14, 16) erfasst werden, wobei min destens ein Körpersensor (12, 14, 16) am Körper der Person (2) ange ordnet wird, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem mindestens einen Körpersensor (12, 14, 16) fortlaufend mindestens eine auf den Körper wirkende Beschleunigung (aK) erfasst wird, wobei nach einem erkann ten Sturz die erfasste mindestens eine Beschleunigung und deren Ein wirkungsdauer (tW) ausgewertet werden, wobei basierend auf der Aus wertung eine aufgetretene Belastung des Körpers der Person (2) ermit telt wird, und basierend auf der ermittelten Belastung ein Risiko für be stimmte Verletzungen und/oder Verletzungsschweren der Person (2) abgeschätzt wird.

9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die ermittel te Belastung mit mindestens einer gespeicherten Verletzungsrisikokenn linie (AIS2, AIS3, AIS4, AIS5) abgeglichen wird und die Wahrscheinlich- keit für das Auftreten der bestimmten Verletzungen und/oder Verlet zungsschweren der Person (2) ermittelt werden.

10. Kraftrad (1) mit einer Unfallsensorik (7), welche mindestens einen Sturz- sensor (7.1) umfasst, einer Vorrichtung (3) zur Überwachung einer Per son (2) und einer Kommunikationsvorrichtung (9), über welche nach ei nem erkannten Sturz ein Notruf (NR) absetzbar ist, dadurch gekenn zeichnet, dass die Vorrichtung (3) zur Überwachung einer Person (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 ausgeführt ist, wobei die Auswerte- und Steuereinheit (5) das Verfahren zur Überwachung einer Person (2) nach einem der Ansprüche 8 oder 9 ausführt und in Abhängigkeit von dem abgeschätzten Risiko für bestimmte Verletzungen und/oder Verlet zungsschweren der Person (2) den abzusetzenden Notruf (NR) erzeugt.

Description:
Beschreibung

VORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUR ÜBERWACHUNG EINES MOTORRADFAHRERS

Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung oder einem Verfahren zur Überwa chung einer Person nach Gattung der unabhängigen Ansprüche. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch ein Kraftrad mit einer solchen Vorrichtung zur Überwachung einer Person, welches eine solches Verfahren zur Überwa chung einer Person ausführt.

Aus dem Stand der Technik sind Verfahren zur Überwachung einer Person be kannt, welche erfasste Winkelgeschwindigkeiten und/oder Beschleunigungen zur Erkennung eines Sturzes auswerten. Zudem sind Verfahren bekannt, in denen auf die Verwendung von Beschleunigungssensoren eingegangen wird, die zur Berechnung spezieller Energiewerte und/oder Energieterme und/oder Ener- giemodule mit dem Ziel verwendet werden, einen Sturz sicher zu erkennen.

Aus der EP 2 079 613 Bl sind beispielsweise eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Vorhersage eines Sturzes einer Person aus einem Fahrzeug oder derglei chen, insbesondere zur Abschätzung der drohenden Gefahr eines Sturzes bei einem Motorradfahrer bekannt, welche eingesetzt werden, um ein entsprechen des Sicherheitssystem rechtzeitig zu aktivieren. Solche Sicherheitssysteme kön nen Schäden und Auswirkungen von Stürzen auf den Fahrer reduzieren und werden typischerweise automatisch bei einem Sturz aktiviert und bestehen bei spielsweise aus Airbags, die den Fahreranzügen zugeordnet sind. Diese Sicher heitssysteme werden vorzugsweise aktiviert, bevor der Fahrer den Boden berührt und/oder auf das Motorrad aufprallt und/oder ein Gleiten auf dem Boden beginnt. Daher erfordern diese Systeme eine rechtzeitige Identifizierung des Sturzereig nisses bzw. eine zuverlässige Vorhersage davon. Die gleichen Bedürfnisse für die Vorhersage des Sturzes mit dem Ziel, die Person zu schützen, finden sich auch bei anderen sportlichen Aktivitäten, wie beispielsweise beim Radfahren, Reiten, Skifahren usw. Ausführungsformen des bekannten Verfahrens zur Vor hersage eines Sturzes beinhalten zunächst die Erfassung der Roll-, Nick- und Gierkomponenten der Winkelgeschwindigkeit des Körpers der Person gemäß den Achsen eines kartesischen Bezugssystems. Die erfassten Signale der Win kelgeschwindigkeit werden dann verwendet, um einen Risikoindex zu berechnen, der einen Momentanwert einer Risikofunktion repräsentiert und die Wahrschein lichkeit des Fallens einer Person und/oder eines Kontrollverlustes über das Fahr zeug darstellt.

Offenbarung der Erfindung

Die Vorrichtung oder das Verfahren zur Überwachung einer Person mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche gehen über die Sturzerkennung hinaus und befassen sich mit dem Erkennen und Bewerten von Belastungen auf den menschlichen Körper aufgrund des Sturzes. Diese zusätzliche Information über die Belastung bzw. mögliche Verletzungsschwere kann in vorteilhafter Wei se in einen Notruf eingebettet und an Rettungskräfte weitergeleitet werden.

Wenn den Rettungskräften die aufgetretene Belastung bekannt ist, können die einzuleitenden Rettungs- bzw. Erstmaßnahmen in vorteilhafter Weise optimal angepasst werden. Ebenfalls denkbar ist der Einsatz in einem erweiterten Not rufsystem, bei dem je nach detektierter Belastung und/oder Verletzungsschwere beispielsweise zwischen einer Aktivierung eines Rettungswagens oder eines zu sätzlichen Rettungshubschraubers entschieden werden kann.

Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung stellen eine Vorrichtung zur Überwachung einer Person mit einer Auswerte- und Steuereinheit zur Verfügung, welche sturzrelevante Informationen von mindestens einem Sensor empfängt und zur Sturzerkennung auswertet, wobei mindestens ein Körpersensor am Kör per der Person angeordnet ist. Hierbei ist der mindestens eine Körpersensor als Beschleunigungssensor ausgeführt, welcher fortlaufend mindestens eine auf den Körper wirkende Beschleunigung erfasst. Die Auswerte- und Steuereinheit wertet nach einem erkannten Sturz die von dem mindestens einen Körpersensor erfass te mindestens eine Beschleunigung und deren Einwirkungsdauer aus und ermit telt basierend auf der Auswertung eine aufgetretene Belastung des Körpers der Person und schätzt basierend auf der ermittelten Belastung ein Risiko für be stimmte Verletzungen und/oder Verletzungsschweren der Person ab.

Zudem wird ein Verfahren zur Überwachung einer Person vorgeschlagen, wel ches von mindestens einem Sensor erfasste sturzrelevanten Informationen emp fängt und auswertet, wobei mindestens ein Körpersensor am Körper der Person angeordnet wird. Hierbei wird mit dem mindestens einen Körpersensor fortlau fend mindestens eine auf den Körper wirkende Beschleunigung erfasst, wobei nach einem erkannten Sturz die erfasste mindestens eine Beschleunigung und deren Einwirkungsdauer ausgewertet werden. Basierend auf der Auswertung wird eine aufgetretene Belastung des Körpers der Person ermittelt, und basie rend auf der ermittelten Belastung werden ein Risiko für bestimmte Verletzungen und/oder Verletzungsschweren der Person abgeschätzt.

Des Weiteren wird ein Kraftrad mit einer Unfallsensorik, welche mindestens ei nen Sturzsensor umfasst, einer solchen Vorrichtung zur Überwachung einer Per son und einer Kommunikationsvorrichtung vorgeschlagen, über welche nach ei nem erkannten Sturz ein Notruf abgesetzt werden kann. Hierbei führt die Aus- werte- und Steuereinheit ein solches Verfahren zur Überwachung einer Person aus und erzeugt in Abhängigkeit von dem abgeschätzten Risiko für bestimmte Verletzungen und/oder Verletzungsschweren der Person den abzusetzenden Notruf.

Für den abzusetzenden Notruf sind unterschiedliche Ausbaustufen und Funktio nen denkbar. Bei aktuellen Notrufsystemen wird lediglich die Information übertra gen, dass sich ein Unfall ereignet hat. Daraufhin versucht das System bzw. die Rettungsleitstelle Kontakt zum Unfallfahrzeug aufzunehmen, um die Situation einschätzen zu können. Hier bieten Ausführungsformen der Erfindung die Mög lichkeit, bereits mit dem Auslösen des Notrufs die erforderlichen Informationen zu übermitteln und so bei schweren Unfällen bzw. hohem Verletzungsrisiko schnel ler Rettungskräfte auf den Weg zu schicken. So könnte auch bei fehlgeschlage ner Kontaktaufnahme durch die Informationen über die Verletzungsschwere auf die Dringlichkeit geschlossen werden und von einem tatsächlichen Unfall ausge gangen werden. Zudem kann mit den zusätzlichen Informationen automatisch die Entscheidung getroffen werden, welche Rettungseinheiten passend zur ge- schätzten Unfall- bzw. Verletzungsschwere entsendet werden. So kann beispiel weise direkt ein Rettungshubschrauber alarmiert werden, wenn eine besonders schwere Verletzung vorliegt. Liegen den Rettungshelfern die Informationen über die tatsächlich aufgetretenen Belastungen, wie beispielsweise hohe Beschleuni gung im Thorax- Bereich und damit eine hohe Belastung der inneren Organe oder Brustwirbel vor, können die Maßnahmen vor der Abfahrt der Rettungskräfte an gepasst werden, um die optimale Versorgung der verunfallten Person zu ermög lichen.

Unter dem Kraftrad kann vorliegend ein Zweirad mit einem Antrieb verstanden werden. Hierbei kann der Antrieb ein Verbrennungsmotor oder eine Elektromotor oder eine Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektromotor sein. Zudem können Ausführungsformen der Erfindung auch für Elektrofahrräder oder Pede- lecs eingesetzt werden.

Unter der Auswerte- und Steuereinheit kann vorliegend ein elektrisches Gerät, wie beispielsweise ein Steuergerät, insbesondere ein Notrufsteuergerät, verstan den werden, welches erfasste Sensorsignale verarbeitet bzw. auswertet. Die Auswerte- und Steuereinheit kann mindestens eine Schnittstelle aufweisen, die hard- und/oder softwaremäßig ausgebildet sein kann. Bei einer hardwaremäßi gen Ausbildung können die Schnittstellen beispielsweise Teil eines sogenannten System-ASICs sein, der verschiedenste Funktionen der Auswerte- und Steuer einheit beinhaltet. Es ist jedoch auch möglich, dass die Schnittstellen eigene, in tegrierte Schaltkreise sind oder zumindest teilweise aus diskreten Bauelementen bestehen. Bei einer softwaremäßigen Ausbildung können die Schnittstellen Soft- waremodule sein, die beispielsweise auf einem Mikrocontroller neben anderen Softwaremodulen vorhanden sind. Von Vorteil ist auch ein Computerprogramm produkt mit Programmcode, der auf einem maschinenlesbaren Träger wie einem Halbleiterspeicher, einem Festplattenspeicher oder einem optischen Speicher gespeichert ist und zur Durchführung der Auswertung verwendet wird, wenn das Programm von der Auswerte- und Steuereinheit ausgeführt wird.

Unter einer Unfallsensorik wird vorliegend eine Baugruppe verstanden, welche mindestens einen Sturzsensor umfasst, welcher eine physikalische Größe bzw. eine Änderung einer physikalischen Größe direkt oder indirekt erfasst und vor- zugsweise in ein elektrisches Sensorsignal umwandelt. Die Unfallsensorik kann beispielsweise druckempfindliche Sensorelemente, welche einen Aufprallbereich am Kraftrad ermitteln, und/oder Beschleunigungssensorelemente, welche be schleunigungsrelevante Informationen des Kraftrads erfassen, und/oder Senso relemente umfassen, welche Gegenstände und/oder Hindernisse und/oder ande re crashrelevante Fahrzeugumfelddaten ermitteln und zur Auswertung zur Verfü gung stellen. Solche Sensorelemente können beispielsweise auf Video- und/oder Radar- und/oder Lidar und/oder PMD- und/oder Ultraschall-Technologien basie ren. Zudem können auch Signale und Informationen einer vorhandenen ABS- Sensorik und die im dafür vorgesehenen Steuergerät abgeleiteten Größen aus gewertet werden. Basierend auf den beschleunigungsrelevanten Informationen und/oder daraus ermittelten Größen können beispielsweise eine Fahrzeugbewe gung und eine Fahrzeuglage im dreidimensionalen Raum geschätzt werden, wo bei die aktuell geschätzte Fahrzeuglage im Raum zur Sturzerkennung ausgewer tet und als normaler Fahrzustand oder als Sturz bewertet werden können.

Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen und Weiter bildungen sind vorteilhafte Verbesserungen der im unabhängigen Patentan spruch 1 angegebenen Vorrichtung zur Überwachung einer Person und des im unabhängigen Patentanspruch 8 angegebenen Verfahrens zur Überwachung ei ner Person möglich.

Besonders vorteilhaft ist, dass mindestens ein Sturzsensor mindestens eine Be schleunigung und/oder mindestens eine Winkelgeschwindigkeit als sturzrelevan te Informationen erfassen kann. Der mindestens eine Sturzsensor kann bei spielsweise an einem Fahrzeug und/oder am Körper der Person angeordnet werden, welche auf dem Fahrzeug sitzt.

In vorteilhafter Ausgestaltung der Vorrichtung zur Überwachung einer Person kann ein Speicher für mindestens eine Körperregion mindestens ein Wahrschein lichkeits-Belastungsdiagramm mit mindestens einer Verletzungsrisikokennlinie speichern. Zudem kann die Auswerte- und Steuereinheit die ermittelte Belastung mit der mindestens einen gespeicherten Verletzungsrisikokennlinie abgleichen und die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der bestimmten Verletzungen und/oder Verletzungsschweren der Person ermitteln. Solche Verletzungsrisiko- kennlinien ergeben sich für eine korrespondierende Körperregion aus den für diese Körperregion geltenden Maximalbelastungen und der Belastungsdauer, die als weitere Faktor in die Verletzungsrisikofunktion einfließt.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Vorrichtung zur Überwachung einer Person kann eine Inertialsensoreinheit drei Körpersensoren umfassen, welche jeweils eine Beschleunigung in eine Raumrichtung erfassen können, wobei die drei Körpersensoren vorzugsweise Beschleunigungen in zueinander senkrecht stehenden Raumrichtungen erfassen können. Dadurch können in vorteilhafter Weise in verschiedene Richtungen wirksame Beschleunigungen bei der Ab schätzung des Risikos für bestimmte Verletzungen und/oder Verletzungsschwe ren der Person berücksichtigt werden.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Vorrichtung zur Überwachung einer Person kann der mindestens eine Körpersensor im Thorax- Bereich oder im Kopfbereich der Person angeordnet werden. Durch die Anbringung von mehre ren Körpersensoren kann die Schätzung der Verletzungsschwere weiter verbes sert werden. Somit würde eine Inertialsensorik im Thorax- Bereich und eine zu sätzliche Inertialsensorik am Helm weiteren Aufschluss über die Belastungen und damit möglichen Verletzungen geben und die Schätzung weiter verbessern. Ge rade die Informationen über die Kopfbelastungen (Beschleunigung, Rotation, etc.) können für die Rettungskräfte eine überaus wichtige Grundlage für Rück schlüsse auf mögliche Verletzungen an Hals und Gehirn geben. Gerade Hirnver letzungen sind ohne Kenntnis des Belastungsverlaufs teils nur schwer zu diag nostizieren und können erst Tage später erkannt und behandelt werden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. In der Zeichnung bezeichnen gleiche Bezugszeichen Komponenten bzw. Elemente, die gleiche bzw. analoge Funktionen ausführen.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen Fig. 1 zeigt eine schematische Blockdiagramm eines Fahrzeugs mit einem Aus führungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Überwachung einer Person.

Fig. 2 zeigt eine schematische perspektivische Darstellung eines Oberkörpers einer Person mit Schutzkleidung und einer Inertialsensoreinheit der erfindungs gemäßen Vorrichtung zur Überwachung einer Person aus Fig. 1.

Fig. 3 zeigt ein Beschleunigungs-Zeit-Diagramm mit einer Grenzkennlinie der geltenden Maximalbelastungen für eine korrespondierende Körperregion.

Fig. 4 zeigt ein Wahrscheinlichkeits-Belastungsdiagramm mit mehreren Verlet zungsrisikokennlinien für eine korrespondierende Körperregion.

Ausführungsformen der Erfindung

Wie aus Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, umfasst das dargestellte Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 3 zur Überwachung einer Person 2 eine Auswerte- und Steuereinheit 5, welche sturzrelevante Informationen von mindes tens einem Sensor 7.1, 12, 14, 16 empfängt und zur Sturzerkennung auswertet, wobei mindestens ein Körpersensor 12, 14, 16 am Körper der Person 2 ange ordnet ist. Hierbei ist der mindestens eine Körpersensor 12, 14, 16 als Beschleu nigungssensor ausgeführt, welcher fortlaufend mindestens eine auf den Körper wirkende Beschleunigung aK erfasst. Nach einem erkannten Sturz wertet die Auswerte- und Steuereinheit 5 die von dem mindestens einen Körpersensor 12, 14, 16 erfasste mindestens eine Beschleunigung und deren Einwirkungsdauer tW aus, und ermittelt basierend auf der Auswertung eine aufgetretene Belastung des Körpers der Person 2. Basierend auf der ermittelten Belastung schätzt die Auswerte- und Steuereinheit 5 ein Risiko für bestimmte Verletzungen und/oder Verletzungsschweren der Person 2 ab.

Wie aus Fig. 1 weiter ersichtlich ist, wird die erfindungsgemäße Vorrichtung 3 zur Überwachung einer Person 2 für ein Kraftrad 1 eingesetzt, welches eine Un fallsensorik 7 mit mindestens einem Sturzsensor 7.1 und eine Kommunikations vorrichtung 9 umfasst, über welche nach einem erkannten Sturz ein Notruf NR an eine Notrufzentrale Z abgesetzt werden kann. Die Auswerte- und Steuereinheit 5 führt ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Überwachung einer Person 2 aus und erzeugt in Abhängigkeit von dem abgeschätzten Risiko für bestimmte Verlet zungen und/oder Verletzungsschweren der Person 2 den abzusetzenden Notruf NR. Im dargestellten Ausführungsbeispiel umfasst die Unfallsensorik 7 mehrere Sturzsensoren 7.1, welche am Kraftrad 1 angeordnet sind. Die Sturzsensoren 7.1 umfassen im dargestellten Ausführungsbeispiel mindestens eine Beschleunigung und mindestens eine Winkelgeschwindigkeit als stürz relevante Informationen.

Bei einem alternativen nicht dargestellten Ausführungsbeispiel der Vorrichtung 3 zur Überwachung einer Person 2 kann auch mindestens ein Sturzsensor 7.1 am Körper der Person 2 angeordnet werden, welche auf dem Kraftrad 1 sitzt.

Wie aus Fig. 1 und 2 weiter ersichtlich ist, umfasst die erfindungsgemäße Vor richtung 3 zur Überwachung einer Person 2 im dargestellten Ausführungsbeispiel eine Inertialsensoreinheit 10 mit drei Körpersensoren 12, 14, 16, welche jeweils eine Beschleunigung in eine Raumrichtung erfassen. Die drei Körpersensoren 12, 14, 16 erfassen Beschleunigungen in zueinander senkrecht stehenden Raumrichtungen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Inertialsensorein heit 10 im Thorax- Bereich der Person 2 angeordnet. Zusätzlich oder alternativ kann der mindestens eine Körpersensor 12, 14, 16 im Kopfbereich der Person 2 angeordnet werden.

Wie aus Fig. 1 weiter ersichtlich ist, umfasst die Vorrichtung 3 im dargestellten Ausführungsbeispiel einen Speicher 18, welcher für mindestens eine Körperregi on mindestens ein in Fig. 4 dargestelltes Wahrscheinlichkeits- Belastungsdiagramm mit mindestens einer Verletzungsrisikokennlinie AIS2,

AIS3, AIS4 und AIS5 speichert. Die die Auswerte- und Steuereinheit 5 gleicht die ermittelte Belastung im dargestellten Ausführungsbeispiel mit der mindestens ei nen gespeicherten Verletzungsrisikokennlinie AIS2, AIS3, AIS4 und AIS5 ab und ermittelt die Wahrscheinlichkeit P für das Auftreten der bestimmten Verletzungen und/oder Verletzungsschweren der Person 2. Die in Fig. 4 dargestellten Verlet zungsrisikokennlinien AIS2, AIS3, AIS4 und AIS5 ergeben sich für eine korres pondierende Körperregion aus den für diese Körperregion geltenden Maximalbe lastungen und der Belastungsdauer, die als weitere Faktor in die Verletzungsrisi kofunktion einfließt. Fig. 3 zeigt beispielsweise eine Grenzkennlinie GK für den Kopf der Person 2. Die in Fig. 4 dargestellten Verletzungsrisikokennlinien AIS2, AIS3, AIS4 und AIS5 betreffen den Thorax- Bereich der Person 2. Die dargestell ten Verletzungsrisikokennlinien AIS2, AIS3, AIS4 und AIS5 entsprechen den Richtlinien zum internationalen Vergleich von Verletzungsschweren, wobei eine dargestellte erste Verletzungsrisikokennlinien AIS2 mäßige Verletzungen, eine dargestellte zweite Verletzungsrisikokennlinien AIS3 ernsthafte, nicht lebensge fährliche Verletzungen, eine dargestellte dritte Verletzungsrisikokennlinie AIS4 ernsthafte lebensgefährliche Verletzungen mit wahrscheinlichem Überleben und eine dargestellte vierte Verletzungsrisikokennlinie AIS5 kritische lebensgefährli che Verletzungen mit ungewissem Überleben repräsentieren.

Wie aus Fig. 1 und 2 weiter ersichtlich ist, sind die Auswerte- und Steuereinheit 5, die Unfallsensorik 7 mit den Sturzsensoren 7.1, die Kommunikationsvorrich tung 9 und der Speicher 18 im oder am Kraftrad 1 angeordnet. Bei einem alterna tiven nicht dargestellten Ausführungsbeispiel können die Auswerte- und Steuer einheit 5, zumindest ein Sturzsensor 7.1, die Kommunikationsvorrichtung 9 und der Speicher 18 in die Schutzkleidung SK oder den Helm der Person 2 integriert werden. So dass die Person P auch beim Skilaufen, Reiten oder ähnlichen Betä tigungen überwacht werden kann.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Überwachung einer Person 2 umfasst die Schritte: Empfangen und Auswerten von stürz relevanten Informationen, welche von mindestens einem Sensor 7.1, 12, 14, 16 erfasst werden, wobei mindestens ein Körpersensor 12, 14, 16 am Körper der Person 2 angeordnet wird. Hierbei wird mit dem mindestens einen Körpersensor 13, 14, 16 fortlaufend mindestens eine auf den Körper wirkende Beschleunigung aK erfasst, wobei nach einem er kannten Sturz die erfasste mindestens eine Beschleunigung und deren Einwir kungsdauer tW ausgewertet werden. Basierend auf der Auswertung wird eine aufgetretene Belastung des Körpers der Person 2 ermittelt, und basierend auf der ermittelten Belastung wird ein Risiko für bestimmte Verletzungen und/oder Verletzungsschweren der Person 2 abgeschätzt.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Überwachung einer Person 2 kann bei spielsweise in Software oder Hardware oder in einer Mischform aus Software und Hardware beispielsweise in der Auswerte- und Steuereinheit 5 implementiert werden.

Wie oben bereits ausgeführt ist, wird die ermittelte Belastung im dargestellten Ausführungsbeispiel mit mindestens einer gespeicherten Verletzungsrisikokenn linie AIS2, AIS3, AIS4, AIS5 abgeglichen, und basierend auf dem Abgleich wird die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der bestimmten Verletzungen und/oder Verletzungsschweren der Person 2 wird ermittelt.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel werden die Beschleunigungssignale aK am Körper der Person 2 während der gesamten Fahrt über die in der Schutzkleidung SK angebrachte Inertialsensoreinheit 10 gemessen. Tritt an einem in Fig. 4 mit Al bezeichneten ersten Zeitpunkt ein Sturz infolge eines wegrutschenden Vor derrads auf, detektiert die Auswerte- und Steuereinheit 5 die relativ niedrigen Be schleunigungen und damit geringen Belastungen auf den Thorax der Person 2.

So ergibt sich beispielsweise eine 50% Wahrscheinlichkeit für eine AIS2 Verlet zung. Endet der Unfall nach einer kurzen Rutschphase RP vor einem in Fig. 4 mit A2 bezeichneten zweiten Zeitpunkt, kann das Verletzungsrisiko wie als relativ unkritisch bewertet werden und es würde hier beispielsweise ein Notruf NR mit einer Anforderung eines Rettungswagens ausreichen. Weiter hätten die Ret tungskräfte die Informationen, dass mit relativ großer Wahrscheinlichkeit keine schwerwiegenden Verletzungen im Thorax- Bereich vorliegen. Erfolgt allerdings zum zweiten Zeitpunkt A2 ein zweiter Aufprall der Person 2 an einem Objekt, wie beispielsweise einer Leitplanke, können hier durchaus höhere Belastungen auf- treten, wie exemplarisch in Fig. 4 gezeigt ist. So ergibt sich zum Zeitpunkt A2 ei ne 90% Wahrscheinlichkeit für eine AIS3 Verletzung und eine 75% Wahrschein lichkeit für eine AIS4 Verletzung. Hier könnte über den abgesetzten Notruf NR nun direkt ein Rettungshubschrauber alarmiert werden und die zusätzlichen In formationen über die Belastungen des Thorax- Bereichs bzw. der Wirbelsäule kann den Rettungskräften Informationen über passende Maßnahmen geben.