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Patent Searching and Data


Title:
DEVICE AND METHOD FOR ORGANIZING A GAME OF CHANCE WITH SUPPRESSION OF PROBLEM GAMBLING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/056038
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for preventing problem gambling using a measuring and analysis instrument, by means of which the risk of addictive gambling behavior of a player is identified, and the game is modified upon identification of such a critical condition, using at least one game component in order to reduce the risk of problem gambling. In particular, the invention relates to a game device with a control that contains the measuring and analysis instrument and to a global game of chance with a network of acceptance points which are notified of a possible problem gambling behavior of the player handing in the gambling slip and which can take corresponding measures.

Inventors:
PILTZ, Albrecht (Kronprinzenstr. 63, Bonn, 53177, DE)
Application Number:
EP2011/069069
Publication Date:
May 03, 2012
Filing Date:
October 28, 2011
Export Citation:
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Assignee:
CMS HASCHE SIGLE - PARTNERSCHAFT VON RECHTSANWÄLTEN UND STEUERBERATERN (Lennéstrasse 7, Berlin, 10785, DE)
PILTZ, Albrecht (Kronprinzenstr. 63, Bonn, 53177, DE)
International Classes:
G07F17/32
Attorney, Agent or Firm:
TERSTEEGEN, Felix (Patentanwälte Bungartz & Tersteegen, Eupener Str. 161a, Köln, 50933, DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1. Verfahren zur Durchführung eines Glücksspiels mit einer Unterdrückung einer Spielsucht eines Glücksspielers, wobei der Glücksspieler in regelmäßigen Abständen wiederkehrend zumindest eine, von einem Geldeinsatz begleitete Spielhandlung vornimmt und infolge der Spielhandlung einen Gewinn erzielen oder einen Verlust erleiden kann, und die Spielhandlung von einer das Spiel durchführenden Stelle angenommen und bei Durchführung des Glücksspiels als relevanter Einsatz berücksichtigt wird, dadurch gekennzeichnet, dass

• in einem, der Berücksichtigung der Spielhandlung vorgeschalteten ersten Evaluierungsschritt ein Mess- und Bewertungsinstrument zur Feststellung des Gefährdungspotentials des Glücksspiels für den betroffenen Glücksspieler angewendet wird,

• in Abhängigkeit eines von dem Mess- und Bewertungsinstrument ermittelten Gefährdungspotenzials in einem zweiten Evaluierungsschritt das Verfahren des Glücksspiels modifiziert wird sowie

• in einem dritten Evaluierungsschritt das Gefährdungspotenzial durch Anwendung des Mess- und Bewertungsinstruments erneut bestimmt wird, wobei in erster, zweite und dritte Evaluierungsschritt solange wiederholt werden, bis das Gefährdungspotenzial unter einem vorgegebenen Schwellwert abgesunken ist.

2. Verfahren zur Durchführung eines Glücksspiels mit einer Unterdrückung einer Spielsucht eines Glücksspielers nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Modifikation des Glücksspiels dadurch erfolgt, dass die Annahme der Spielhandlung für eine vorgestellte Zeitspanne verweigert wird.

3. Verfahren zur Durchführung eines Glücksspiels mit einer Unterdrückung einer Spielsucht eines Glücksspielers nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Glücksspiel dadurch modifiziert wird, dass die akzeptierten Geldeinsätze und damit die Höhe der erzielbaren Gewinne reduziert werden.

4. Verfahren zur Durchführung eines Glücksspiels mit einer Unterdrückung einer Spielsucht eines Glücksspielers nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Identität des Glücksspielers bestimmt wird und der von dem Glücksspiel eingebrachte Geldeinsatz und/oder die Häufigkeit und/oder die Dauer der vorgenommenen Spielhandlungen erfasst wird, wobei das Mess- und Bewertungsinstrument unter Berücksichtigung dieser Daten das Gefährdungspotenzials des Glücksspielers ermittelt.

5. Verfahren zur Durchführung eines Glücksspiels mit einer Unterdrückung einer Spielsucht eines Glücksspielers nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die angebotenen Glücksspiele in Gefährdungskategorien eingeteilt werden, wobei in Abhängigkeit von der Zugehörigkeit des angebotenen Glücksspiels zu einer Gefährdungskategorie der Grad der Modifikation des Glücksspiels derart festgesetzt wird, dass mit zunehmender Gefährdungskategorie das Mess- und Bewertungsinstrument das Glücksspiel zunehmend restriktiv modifiziert.

6. Verfahren zur Durchführung eines Glücksspiels mit einer Unterdrückung einer Spielsucht eines Glücksspielers nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Identität des Glücksspielers bestimmt wird und das Mess- und Bewertungsinstrument anhand des Spielverhaltens das Gefährdungspotenzial anpasst, wobei mit zunehmender Spieldauer von einem zunehmenden Gefähr- dungspotenzial und/oder mit zunehmenden Einsätzen und/oder Verlusten von einem zunehmenden Gefährdungspotenzial ausgegangen wird.

7. Verfahren zur Durchführung eines Glücksspiels mit einer Unterdrückung einer Spielsucht eines Glücksspielers nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Glücksspiel ein systembedingtes Gefährdungspotenzial zugeordnet wird, dass in Verbindung mit dem personenbedingten und verhaltensbedingten Gefährdungspotenzial ein Gesamtpotenzial bildet, dass zur Modifikation des Glücksspiels herangezogen wird.

8. Verfahren zur Durchführung eines Glücksspiels mit einer Unterdrückung einer Spielsucht eines Glücksspielers nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Glückspiel eine Lotterie ist, die über die Annahme von Wettscheinen und das spätere Auslosen von den Wettscheinen zugeordneten Gewinnnummern oder von auf den Wettscheinen vom Glücksspieler angegebenen Angaben, insbesondere Zahlen oder über auf den Wettscheinen angegebenen Voraussagen von Sportergebnissen dem Glücksspieler einen Gewinn zulost oder einen Wetteinsatz nach einer Gewinnquote auf die Gesamtzahl der Glückspieler verteilt, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Wettschein einem Glücksspieler zugeordnet wird und erfasst wird, in welcher Häufigkeit, Frequenz und/oder Menge dieser Glücksspieler Wettscheine abgibt, wobei anhand des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche ein Gefährdungspotenzial ermittelt wird und bei überschreiten eines kritischen Gefährdungspotenzials die Annahme weiterer Wettscheine verweigert wird.

9. Verfahren zur Durchführung eines Glücksspiels mit einer Unterdrückung einer Spielsucht eines Glücksspielers nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zuordnung der Person des Glückspielers zu einem Wettschein in einer Datenbank abgespeichert wird, wobei die Annahmestellen über ein Netzwerk vor der Annahme eines Wettscheins die bisher abgegebenen Wettscheine auf Spieleridentität überprüft und die Annahme verweigert, wenn bei Feststel- lung einer mehrfacher Abgabe eines Wettscheins durch einen Spieler und Ermittlung des Gefährdungspotenzials durch Anwendung über das Mess- und Bewertungsinstrument ein kritischer Wert des Gefährdungspotenzials ermittelt wird.

10. Verfahren zur Durchführung eines Glücksspiels mit einer Unterdrückung einer Spielsucht eines Glücksspielers nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spielhistorie eines konkreten Spielers und das systembedingte Gefährdungspotentials des gespielten Glücksspiels erfasst wird und über eine Software das individuelle und Gesamtgefährdungspotenzial dieses Spielers zum Zeitpunkt der versuchten Abgabe eines weiteren Wettscheins erfasst und der Annahmestelle angezeigt wird und dass bei Anzeige eines über einem kritischen Gefährdungspotenzial liegenden Wertes die Annahme des Wettscheins automatisch über die den Wettschein annehmende und an eine Spielzentrale weiterleitende Software verweigert wird.

11. Spielgerät zur Durchführung eines Glücksspiels mit einer Möglichkeit, Geldbeträge als Spieleinsatz zu setzen und infolge eines Spielergebnisses einen Gewinn ausgezahlt zu bekommen, wobei das Spielgerät eine Software zur Steuerung des Spielablaufs aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Software eine Routine zur Unterdrückung einer Spielsucht des das Spielgerät bedienenden Glücksspielers nach einem der Ansprüche 1 bis 7 durch Umsetzung des Mess- und Bewertungsinstrumentes aufweist, wobei das Spielverhalten des Glücksspielers anhand seiner Einsätze, der Spieldauer und der eingelegten Pausen zwischen den Einsätzen und/oder anhand der angerufenen oder wiederverspielten Gewinne kategorisiert wird und aus den aufgezeichneten Daten durch das Mess- und Bewertungsinstrument ein Gefährdungspotenzial hinsichtlich der Suchtgefahr ermittelt wird und wobei bei Überschreiten eines kritischen Gefährdungspotenzials entweder der weitere Wetteinsatz der Höhe nach begrenzt wird, die Dauer eines Spiels erhöht wird oder das Spielgerät die Annahme weiterer Einsätze verweigert.

12. Spielgerät zur Durchführung eines Glücksspiels nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei Überschreiten eines kritischen Gefährdungspotenzials das Spielgerät in einen Suchtgefahrenmodus geschaltet wird, wobei dieser dadurch gekennzeichnet ist, dass die Intensität der Beleuchtung einer Spielfläche, die Höhe und/oder Lautstärke der Töne einer Spielmusik oder der maximale Wetteinsatz im Vergleich zum Normalbetrieb reduziert ist.

13. Spielgerät zur Durchführung eines Glücksspiels nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Überschreiten eines kritischen Gefährdungspotenzials das Guthaben des Glücksspielers in Form des bisher eingegebenen und/oder gewonnenen Geldbetrags ausgezahlt wird und das Spielgerät nach Beendigung des aktuellen Spiels oder Verbrauch eventueller Guthaben in Form von Spielvorteilen temporär abgeschaltet wird.

14. Spielgerätanordnung mit mehreren, parallel zueinander betreibbaren Spielgeräten zur Durchführung eines Glücksspiels nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass bei Überschreiten eines kritischen Gefährdungspotenzials die benachbarten, von dem Glückspieler bedienbaren Spielgeräte in den Suchtgefahrenmodus geschaltet werden.

Description:
Vorrichtung und Verfahren zur Durchführung

eines Glückspiels mit Unterdrückung der Spielsucht

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Durchführung eines Glücksspiels mit einer Unterdrückung einer Spielsucht eines Glücksspielers, wobei der Glücksspieler in regelmäßigen Abständen wiederkehrend zumindest eine, von einem Geldeinsatz begleitete Spielhandlung vornimmt und infolge der Spielhandlung einen Gewinn erzielen oder einen Verlust erleiden kann, und die Spielhandlung von einer das Spiel durchführenden Stelle angenommen und bei Durchführung des Glücksspiels als relevanter Einsatz berücksichtigt wird. Ferner betritt die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung eines derart optimierten Glücksspiels.

Verfahren zur Spielsuchtverhinderung dieser Art sind allgemein bekannt. Bei diesem Verfahren wird durch eine dritte Person das Spielverhalten eines Glücksspielers beobachtet, wobei diese dritte Person bei Auffälligkeiten mit mehr oder weniger großer Zuverlässigkeit einschreitet, um den Glücksspieler an der weiteren Teilnahme an dem Spiel zu hindern. Ferner ist bekannt, bestimmte Risikogruppen von vorne herein von einem Glücksspiel auszuschließen, um so eine Spielsucht und unverhältnismäßige Verluste zu verhindern. Letzteres betrifft insbesondere Glücksspiele, bei denen infolge eines Geldeinsatzes erheblich höhere Geldgewinne erzielt werden können.

Die bekannten Verfahren haben den Nachteil, dass eine Aufsichtsperson das Glücksspiel überwachen muss, was zum einen bei bestimmten Verfahren gar nicht möglich ist und zum anderen in seiner Wirksamkeit davon abhängig ist, inwieweit die Aufsichtsperson ein sicheres Urteil über das Gefährdungspotenzial eines Glücksspielers besitzt. Darüber hinaus muss natürlich jeder Spieler von der Aufsichtsperson jeweils beaufsich- tigt werden, so dass die bekannten Verfahren mit erhöhtem Personalaufwand verbunden sind.

Der Ausschluss gewisser Personengruppen vom Spiel kann auch nicht wirksam zum Ergebnis führen, da hier zwar Minderjährige vom Glücksspiel ausgeschlossen werden können, jedoch eine Gefährdung eines normalen Erwachsenenspielers nicht unterdrückt werden kann. Somit ist die Auswahl der Personengruppe nur bedingt geeignet, das Gefährdungspotenzial von Glücksspielen zu unterdrücken.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, mit möglichst geringem personellem Aufwand eine möglichst sichere Unterdrückung des Gefährdungspotenzials für Glücksspieler durch ein entsprechendes Verfahren und ein geeignete Vorrichtung zur Durchführung des Glücksspiels zu erreichen.

Diese Aufgabe wird nach der Erfindung durch die Merkmale des Anspruchs 1 hinsichtlich des Verfahrens und hinsichtlich der Vorrichtung durch die Merkmale des Anspruchs 6 bzw. die jeweiligen Unteransprüche gelöst.

Erfindungsgemäß wird nun insbesondere ein Mess- und Bewertungsinstrument geschaffen, dass das Gefährdungspotenzial des jeweiligen Glücksspieles ermittelt. In Abhängigkeit von der so ermittelten Gefährdung kann dann das Glücksspiel modifiziert werden, wobei diese Modifikation auf verschiedenste Weise erreichbar ist. Im einfachsten Fall wird der Spieler einfach daran gehindert, bei Erreichen eines gewissen Min- destgefährdungspotenzials weiterzuspielen. Diese Hinderung kann vorübergehend oder dauerhaft sein.

Wesentlicher Kern der Erfindung ist ein Mess- und Bewertungsinstrument zur Feststellung des Gefährdungspotenzials des Glücksspielers. Dieses Instrument beruht auf der Erkenntnis, dass zum einen unterschiedliche Spiele ein unterschiedliches systembedingtes Gefährdungspotenzial aufweisen. So ist beispielsweise ein Geldspielgerät in Folge der kurzfristig abrufbaren Gewinne und der optischen Reize in Verbindung mit der Tatsache, dass der Spieler gegenüber anderen Spielern seinen Gewinn präsentieren kann, einer erhöhten Gefahr einer Spielsucht ausgesetzt.

Auch Spiele, die über Webscheine durchgeführt werden, können bei Auslosung eines so genannten Jackpots einem erhöhten Suchtpotenzial unterliegen. So ist z. B. bei einer üblichen Lottoauslosung, bei der die später zu ziehenden Zahlen eines Tippscheines vorausgesagt werden, dann besonders gefährdet, einen Spielrausch auszulösen, wenn extrem hohe Geldbeträge durch Ansammeln eines Jackpots ausgelost werden. Auch andere Spiele können entsprechende Effekte auslösen.

Das Mess- und Bewertungsinstrument wird zunächst grundsätzlich ein Grundpotenzials des jeweiligen Spiels ermitteln und anhand dieses Grundpotenzials ein individuelles Potenzial für einen bestimmten Spielertypus festlegen. Dies setzt natürlich voraus, dass der Spieler erfasst werden kann, so dass ein und demselben Spieler, ohne dabei zwangsläufig seine Identität bestimmen und abspeichern zu müssen, ein individuelles Gefährdungspotenzial zugeordnet werden kann. Sofern dies nicht der Fall ist, muss ein spielbedingtes Gefährdungspotenzial als Grundlage für die Suchtgefährdungsbestimmung ausreichen.

Grundsätzlich kann das Spielerverhalten ermittelt und erfasst werden und anhand dieses Spielerverhaltens bestimmt werden, inwieweit der Spieler einer gewissen Suchtgefahr unterliegt. Erhöhen sich beispielsweise in exorbitantem Maße Spieleinsätze oder wird die Spielfrequenz erhöht, muss davon ausgegangen werden, dass ein erhöhtes Suchtpotenzial vorliegt. Andererseits ist nicht jede erhöhte Spielfrequenz auch ein Indikator für eine erhöhte Suchtgefahr des Spielers, vielmehr kann dieser ja auch ohne einer zusätzlichen Suchtgefahr zu unterliegen an dem Gewinn eines großen Jackpots interessiert sein. Daher wird zweckmäßigerweise das Mess- und Bewertungsinstrument möglichst umfassend den Spieler bewerten, so dass z. B. sein Verhalten bei früheren Jackpot- Auslosungen bekannt ist, so dass sich bestimmen lässt, inwieweit sich das Verhalten des Spielers ändert. Darüber hinaus kann anhand der Gewinnhistorie ermittelt werden, ob der Spieler einem zusätzlichen Suchpotenzial unterliegt. Hat ein Spieler beispielsweise einen Gewinn wieder verspielt und setzt nachfolgend erneut insbesondere erhöhte Beträge, kann hieraus geschlossen werden, dass der Spieler versucht, seinen einmal verspielten Gewinn wieder zurückzuerlangen. Auch dies kann ein Indikator dafür sein, dass die Suchtgefahr erhöht ist, insbesondere wenn sich derartige Spielfrequenzen wiederholen und dabei die Spieleinsätze sukzessive steigen.

Bevorzugt wird das Verfahren so ausgestaltet, dass es eine Eingriffsmöglichkeit dann gibt, wenn ein kritisches Suchtpotenzial erreicht wird. Diese Eingriffsmöglichkeit kann im einfachsten Fall darin bestehen, dass die weitere Teilnahme am Spiel unterbunden wird. Selbstverständlich muss dieser Ausschluss von dem weiteren Spiel der gesetzlichen Anforderung genügen und darf den Glücksspieler nicht seines bereits erzielten Gewinnes berauben. Dies bedeutet z. B. im Falle eines Geldspielgerätes, dass der erzielte Gewinn ausgezahlt wird und eventuell das Spiel soweit fortgesetzt wird, bis spielbedingte, so genannte Credits, also Bonusgaben, die z. B. eine Spielverlängerung mit sich bringen, abgespielt sind.

Im Falle eines spielscheinbasierten Systems, wie es beispielsweise bei der üblichen Lottoausspielung der Fall ist, kann die Annahme weiterer Spielscheine verweigert werden. Annahmestellen für Spielscheine von Lotterien wie z. B. dem bekannten Zahlenlotto, dem Rennquintett oder sonstigen Sportwetten, sind üblicherweise über ein Datennetzwerk miteinander verbunden und korrespondieren mit einer Zentrale bzw. mit mehreren Zentralen. Hier kann bevorzugt die Identität eines Spielers mit dem Spielschein verknüpft werden und auch frühere Spielergebnisse optional abgespeichert werden. Wie bereits ausgeführt ist hierzu nicht erforderlich, dass die Identität dem Namen nach festgelegt wird, vielmehr reicht es völlig aus, wenn ein spezieller Spieler eine eindeutige Identifikationsnummer oder eine sonstige Identifikationsmöglichkeit erhält, der der Spielschein dann zugeordnet werden kann. Bei Abgabe eines neuen Spielscheins würde ein solches System zunächst da Mess- und Bewertungsinstrument ablaufen lassen, dass in Form einer Software umgesetzt ist.

Das Mess- und Bewertungsinstrument wiederum würde ermitteln, in welcher Weise der Spieler bisher aufgetreten ist und ob sich seine Spielhäufigkeit z. B. signifikant erhöht. Gibt z. B. ein Lottospieler in erhöhter Frequenz Spielscheine ab, kann das Mess- und Bewertungsinstrument zunächst überprüfen, ob eine solche Häufung bei diesem Spieler häufiger vorkommt oder ob dieser Spieler ansonsten regelmäßig oder mit kontinuierlich steigenden Einsätzen spielt. Gleichzeitig kann z. B. die Auslosung des Jackpots hinzugezogen werden und ein Vergleich durchgeführt werden, inwiefern der erhöhte Spieleinsatz des Spielers mit der Auslosung des Jackpots in Übereinstimmung zu bringen ist.

Wird dabei festgestellt, dass der Spieler regelmäßig bei Auslosung eines größeren Jackpots eine noch vergleichsweise geringe Anzahl von zusätzlichen Scheinen abgibt, wird dies als unkritisch festgelegt. Wird dagegen festgestellt, dass die Einsätze zunehmend steigen und sich keine Obergrenze des erhöhten Spieleinsatzes feststellen lässt, kann beispielsweise ein kritischer Bereich der Spielsuchtgefahr erreicht sein, so dass dann über die Zentrale die Annahme weiterer Spielscheine dieses kon kreten Spielers verweigert werden kann.

Sofern nicht zwangsläufig die Identität in Form von persönlichen Daten einem Spielschein zugeordnet wird, kann natürlich über dieses Verfahren nicht vermieden werden, dass der Spieler über Strohmänner oder eine Zweitidentität weitere Spielscheine abgibt. Jedoch ist bereits ein großer Erfolg dadurch erreicht, dass beispielsweise der Annahmestelle angezeigt werden kann, dass bei Erreichen des kritischen Suchtpotenzials der Spieler, der gerade versucht, einen weiteren Spielschein abzugeben, spiel- suchtgefährdet ist. Hier kann die Annahmestelle beispielsweise automatisch über das Datennetzwerk aufgefordert werden, den Spieler hinsichtlich seiner potenziellen Spielsucht zu beraten. Ferner kann der Annahmestelle zusätzliches Informationsmate- rial elektronisch zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise in Form von Verhaltensregeln bezüglich dieses Spielers oder auch durch Weitergabe von entsprechenden Suchtberatungsrufnummern.

Ein weiterer Indikator für ein erhöhtes Suchtpotenzial kann die Tatsache sein, dass ein Spieler nach erhöhten Gewinnen oder auch nach erhöhten Verlusten sein Spielverhalten ändert. Auch hier kann bei Ermittlung der Spieleridentität festgestellt werden, ob dieser Spieler sein Verhalten in kritischem Maße ändert, so dass dann der Spielmodus geändert werden kann, was darin besteht, dass erfindungsgemäß das Verfahren des Glücksspiels modifiziert wird.

In einem ersten Evaluierungsschritt des Spielerverhaltens wird also das Mess- und Bewertungsinstrument verwendet, um die Höhe des Gefährdungspotenzials des Glücksspiels festzustellen, wobei sich dieses Gefährdungspotenzial entweder aus der individuellen Gefährdung des Spielers oder aus der Gefährdung des Spiels oder aus beiden Werten zusammengesetzt. In Abhängigkeit dieses Ergebnisses des ersten Evaluierungsschrittes kann dann in einem zweiten Evaluierungsschritt das Glücksspielverfahren modifiziert werden. In einem auch optionalen dritten Evaluierungsschritt kann dann eine erneute Berechnung des Gefährdungspotenzials unter Anwendung des Mess- und Bewertungsinstruments erfolgen.

Die Modifikation des Glücksspiels kann, wie oben bereits beschrieben, in der Unterbrechung des Spiels bzw. im Abbruch des Spiels bestehen. Dies ist natürlich eine sehr respektive Maßnahme, da es den Glücksspieler von der weiteren Spielteilnahme ausschließt. Alternativ kann das Glücksspiel auch anderweitig modifiziert werden, etwa können die Wetteinsätze begrenzt werden. So kann es dem Spieler durchaus erlaubt sein, weiterhin an der Lotterie teilzunehmen, allerdings erhält er eine maximale Einsatzsumme, die er pro Auslosung einsetzen darf. Auch kann diese Einsatzsumme im Verlaufe der Zeit sukzessive wieder angehoben werden, so dass sich der Spieler trotz Erreichen des kritischen Gefährdungspotenzials nach und nach wieder seiner ursprünglichen Berechtigung annähern kann.

Schließlich ist es möglich, dass mehrere Niveaus eines Gefährdungspotenzials ermittelt werden, oder dass das Erreichen des Gefährdungspotenzials in einer Datenbank abgespeichert wird. Sofern ein Spieler zum zweiten Mal ein kritisches Gefährdungspotenzial erreicht, kann dies genutzt werden, um den Schwellwert, der für das Erreichen eines kritischen Gefährdungspotenzials notwendig ist, herabzusetzen. Dieser Wert kann dann gespeichert bleiben, so dass der Spieler bei folgenden Spieleskalationen den kritischen Wert des Gefährdungspotenzials wesentlich schneller erreicht.

Eine weitere bevorzugte Anwendung des erfindungsgemäßen Mess- und Bewertungsinstruments besteht in der Durchführung von Glücksspielen über Geldspielgeräte. Diese Geldspielgeräte sind üblicherweise dadurch gekennzeichnet, dass sich ein Spielablauf auf einer Spielfläche graphisch darstellt, die zusätzlich audiovisuell animiert ist. Hier werden durch flackernde Lichter und Hintergrundmusik die Reize für den Spieler zusätzlich erhöht, insbesondere die Reize, ein höheres Risiko einzugehen, indem ihm beispielsweise der Gewinn angezeigt wird und gleichzeitig die Möglichkeit gegeben wird, durch Betätigung einer Risikotaste diesen Gewinn zu maximieren. Gleichzeitig wird bei derartigen Geräten üblicherweise der Geldgewinn erst bei Erreichen eines gewissen Maximalbetrages ausgezahlt, bis zu diesem Zeitpunkt kann der Glücksspieler über diesen Betrag weiterhin verfügen, ohne dass er weitere Münzen oder Scheine eingeben muss.

Auch bei solchen Geldspielgeräten kann das erfindungsgemäße Mess- und Bewertungsinstrument besonders vorteilhaft eingesetzt werden. Bei derartigen Geräten kann beispielsweise über eine integrierte Software ermittelt werden, inwiefern der Spieler ein kritisches Spielverhalten an den Tag legt. Diese Software setzt dann das Mess- und Bewertungsinstrument um und ermittelt die Parameter, unter denen der Spieler spielt. Hier kann beispielsweise die Spieldauer und die Einsatzhöhe ermittelt werden, wobei bei längeren Pausen ohne Guthaben im Gerät davon ausgegangen wird, dass ein anderer Spieler an diesem Gerät spielt.

Natürlich sind alle anderen technischen Möglichkeiten denkbar, die Identität des Spielers trotz langer Pausen festzustellen, beispielsweise kann über eine Kamera eine Spielererkennung, auch in Form einer Erkennung eines biometrischen Merkmals des Spielers erfolgen. Ferner kann das Gerät so ausgestattet sein, dass es von Zeit zu Zeit notwendig ist, ein biometrisches Merkmal zum Scannen zur Verfügung zu stellen, damit das Gerät weiterhin funktionsfähig bleibt. So kann beispielsweise ein Fingerabdruckscanner vorgesehen sein, den der Benutzer in regelmäßigen Abständen berühren muss, so dass das Gerät in der Lage ist zu erkennen, ob hier ein und derselbe Spieler eine gewisse Spieldauer hinter sich gebracht hat. Ferner kann die Notwendigkeit, sich beim Gerät zu identifizieren, insbesondere von der Gewinnsumme und des Spielverhaltens abhängig sein.

Das Mess- und Bewertungsinstrument wird anhand des Spielablaufes den individuellen Grad der Suchtgefährdung feststellen. Hier ist neben der Spieldauer auch das Verhalten in Folge eines Gewinns bzw. nach einem größeren Verlust maßgeblich. Ferner kann die Betätigung der Risikotaste und die Bereitschaft, einmal erzielte Gewinne wieder zu verspielen, sei es durch spontanes Risiko oder durch langsames Abspielen, der Bewertung hinzugezogen werden. Auf diese Weise ermittelt das Mess- und Bewertungsinstrument ein individuelles Suchtpotenzial des Spielers, wobei hier davon ausgegangen wird, dass hohe Einsätze und hohe Verluste das Suchtpotenzial erhöhen, insbesondere dass Spieldauern nach einem hohen Verlust bei gleichzeitiger erneuter Aufladung des Guthabens zu einer Erhöhung des Suchtverhaltens führt.

Gleiches gilt dann, wenn hohe Gewinne über längere Zeit wieder verspielt werden ohne abgerufen zu werden, da erfahrungsgemäß die Gewinnsumme eines solchen Geldspielgerätes auf einen bestimmten Betrag begrenzt ist. Hat der Benutzer diesen Betrag eigentlich bereits gewonnen und spielt dennoch weiter, muss davon ausgegangen werden, dass er irrational handelt und versucht einen weiteren Gewinn zu erzielen, was in der Regel dadurch begründet ist, dass der Spieler nicht an dem Gewinn sondern an dem Glücksgefühl interessiert ist, das durch diesen Gewinn bei ihm ausgelöst wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Spieldauer sehr lange ist, so dass sie den üblichen Zeitvertreib überschreitet.

Wird eine kritische Spielsuchtgefährdung festgestellt, wird bevorzugt die Software des Gerätes selbsttätig dahingehend reagieren, dass das Spielgerät in einen Suchtgefahrenmodus umgeschaltet wird.

Dies kann beispielsweise dadurch gekennzeichnet sein, dass die audiovisuellen Reize für den Benutzer reduziert werden. Ferner ist es möglich, die Risikomöglichkeiten zu beschränken, so dass der Glücksspieler in Suchtgefahrmodus nur noch begrenzt seinen Gewinn riskieren kann, um diesen nochmals zu erhöhen. Selbstverständlich wird auch in diesem Modus sichergestellt sein, dass der Benutzer den einmal erzielten Gewinn ausgezahlt bekommt, so dass ihm kein Guthaben entgeht. Im Extremfall kann jedoch der Suchtgefahrenmodus dafür sorgen, dass ein weiteres Spiel nicht möglich ist und dass nur noch eingeräumte Bonusgewinne abgespielt werden können. So ist es beispielsweise möglich, dass dem Spieler zwangsweise sein Geldgewinn ausgezahlt wird und das Gerät heruntergefahren wird. Auch eine Zwangspause mit anschließendem Neustart ist natürlich denkbar.

Das Spielgerät kann ferner eine Anzeigemöglichkeit für den ermittelten Wert des Suchtpotenzials aufweisen. Nachdem das Mess- und Bewertungsinstrument die Suchtgefahren des Spielers ermittelt hat, kann in einem speziellen Anzeigebereich dieser Wert dem Spieler gezeigt werden, so dass ihm seine Suchtgefahr vor Augen geführt wird. Insbesondere ist es in diesem Fall möglich, dass z. B. die Anzeige von Suchttelefonnummern oder sonstigen Verhaltensweisen zur Bekämpfung von Spielsucht intensiviert wird oder erst aktiviert wird. Schließlich kann im Suchtgefahrenmodus das Spielgerät auch derart umgeschaltet werden, dass das Spiel deutlich an Reizen verliert. Dies kann z. B. dadurch geschehen, dass das Spiel langsamer abläuft oder dass die Pausen zwischen den einzelnen Spielschritten erhöht werden. Auf diese Weise kann der Spieler, ohne dass er es unbedingt selbst bemerken muss, das Interesse an dem Spiel verlieren und auf Grund einer gewissen Langeweile selbsttätig dazu behoben werden, mit dem Spiel aufzuhören. Beide Maßnahmen, also das mehr oder weniger unbewusste Verlangsamen des Spiels und auch das faktische Beenden des Spiels bzw. Begrenzen der Gewinnsummen, können hintereinander geschaltet werden und somit kombiniert werden.

Im Falle einer Anordnung mehrerer Spielgeräte, so wie es beispielsweise in den bekannten Spielhallen der Fall ist, kann ferner jedes Gerät mit einem anderen Gerät, das in seiner Nachbarschaft aufgestellt ist oder mit einer Zentrale kommunizieren. Üblicherweise neigen spielsüchtige Personen nämlich dazu, gleich mehrere Geräte auf einmal zu benutzen bzw. dann, wenn über das Mess- und Bewertungsinstrument festgestellt wird, dass der Spieler an einem Gerät nicht mehr spielen darf, ein Nachbargerät zu benutzen.

Hier kann es ratsam sein, insbesondere bei Feststellung eines besonders erhöhten Suchtgefährdungspotenzials, auch die benachbarten Geräte, die sich in unmittelbarer Reichweite des Spielers finden, auf einen Suchtgefahrenmodus umzuschalten. Damit der Spieler nun nicht in den Nachbarraum wechselt, kann beispielsweise bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens und der Spielgeräteanordnung auf dem ursprünglichen Spielgerät, an dem der Spieler begonnen hat zu spielen, ein gewisser Restgewinn verbleiben, den der Spieler nicht aus dem Auge verlieren möchte. Dieses Spiel wird dann in den Suchtgefahrenmodus umgeschaltet, während gleichzeitig die Nachbargeräte entweder ausgeschaltet oder ebenfalls in einen Suchtgefahrenmodus umgeschaltet werden. Da der Spieler auf seinem ursprünglichen Spielgerät allerdings noch ein gewisses Guthaben besitzt, wird er das Spielgerät nicht verlassen um zu einem möglicherweise interessanteren Gerät zu wechseln. Hierzu kann beispiels- weise die Auszahlung des Guthabens für eine gewisse Zeit verweigert werden, so dass der Spieler zwangsweise eine gewisse Verweildauer vor dem Spiel warten muss, um sein Guthaben ausgezahlt zu bekommen. Gleichzeitig kann das weitere Abspielen dieses Guthabens verhindert werden, was z. B. auf besonders einfache und geschickte Weise dadurch realisierbar ist, dass dem Spieler Bonusspiele zur Verfügung gestellt werden, die kein Guthaben verbrauchen aber auch keinen Gewinn auslösen können, so dass er einerseits gar nicht merkt, dass er vor dem Gerät eigentlich nur eine gewisse Zeit warten muss, andererseits aber auch nicht weiter der Spielsucht ausgesetzt ist.

Selbstverständlich werden diese Maßnahmen so programmiert sein, dass sie der gesetzlichen Anforderung genügen und dass dem Spieler kein Unrecht geschieht. Ist es beispielsweise möglich, dass Bonusspiele zwischengeschaltet werden, die dem Spieler keinen Gewinn bringen, aber auch kein Geld kosten bzw. die zwangsweise den Spieleinsatz als Gewinn auswerten.

Nachdem ein Spieler auf die oben beschriebene Weise mehrere Bonusspiele hintereinander abgespielt hat, ohne nennenswert am Spielgeschehen teilnehmen zu können, weil beispielsweise kein über die Risikotaste vermehrbarer Gewinn erzielt wurde sondern nur ein fester Geldbetrag gewonnen wurde, der gerade dem aktuellen Spieleinsatz entspricht, wird er das Interesse an dem Spielgerät verlieren.

Da gleichzeitig auch die benachbarten Spielgeräte in einem Suchtgefahrenmodus betrieben werden oder bereits abgeschaltet sind, wird der Spieler das Interesse an dem weiteren Aufenthalt vor den Spielgeräten verlieren, ohne dass er sofort zum Nachbargerät wechseln kann. Es kann mit guten Aussichten dazu führen, dass der Spieler grundsätzlich von dem weiteren Spiel ablässt und die Spielhalle verlässt. Wie bereits ausgeführt, ist dies eine Notschaltung, die grundsätzlich nicht die Benutzung des Spielgerätes blockieren soll, sondern nur dann eingreifen soll, wenn der Glücksspieler in der Gefahr ist, ein kritisches Suchtpotenzial zu überschreiten. Hier soll also nicht der regelmäßige Betrieb reglementiert werden, sondern vielmehr erst dann eingegriffen werden, wenn eine persönliche Gefahr für den Glücksspieler vorliegt.

Selbstverständlich kann alternativ das Verhalten des Glücksspielers nicht nur über das Spielgerät und den Spielablauf bestimmt werden, sondern in einer Spielhalle kann auch die Identität des Spielers erfasst werden. Hier können beispielsweise wiederum die oben beschriebenen biometrischen Merkmale erfasst werden, so dass das Spielverhalten eines Glücksspielers zentral hinterlegt und jedes einzelne Spielgerät in einer Spielhalle oder gar in einer Stadt im bereits ermittelten Grad des Suchtgefährdungspotenzials abrufen kann. In diesem Fall ist es sogar möglich, auch entferntere Geräte in einen Suchtgefahrenmodus umzuschalten wenn der Spieler beispielsweise den Raum oder gar die Spielhalle wechselt.

Schließlich ist es natürlich möglich, dass die Spielhallenaufsicht von der Tatsache informiert wird, dass an einem bestimmten Gerät ein Spieler mit erhöhtem Suchtgefahrenpotenzial spielt. Eine weitere besonders vorteilhafte Ausgestaltung eines Verfahrens zur Alarmierung einer Person besteht darin, dass der Spieler bzw. seine therapeutischen Betreuer eine gewisse Routine hinterlegen, die abgerufen wird, wenn der Spieler wiederum ein kritisches Suchtpotenzial überschreitet.

So kann beispielsweise eine Rufnummer einer bestimmten Vertrauensperson in einer Spieldatenbank hinterlegt sein, die automatisch angezeigt wird, wenn ein Spieler ein gewisses Suchtpotenzial erreicht. In diesem Fall kann z. B. die Spielhallenaufsicht informiert werden, dass an einem ganz bestimmten Gerät ein Spieler gefährdet ist, der für diesen Fall selbst hinterlegt hat, dass eine Vertrauensperson alarmiert werden soll, die dann z. B. telefonisch mit ihm Kontakt aufnehmen kann. Hierzu kann der Aufsicht die Rufnummer der Vertrauensperson und gegebenenfalls weitere Verhaltensregeln vermittelt werden. So kann beispielsweise entweder der Spieler mit der Vertrauensperson telefonisch verbunden werden, oder auch die Vertrauensperson in die Spielhalle gerufen werden, damit diese den gefährdeten Spieler dann abholt und nachfolgend betreut.

Das oben beschriebene Alarmierungssystem über Vertrauenspersonen kann natürlich auch mit den klassischen Lotteriespielen durchgeführt werden, hier kann beispielsweise die Annahmestelle informiert werden, dass der Spieler bei Abgabe weiterer Spielscheine wünscht, dass seine Vertrauensperson informiert wird.

Zusammenfassend betrifft die Erfindung also die technische Umsetzung des Mess- und Bewertungsinstrumentes in Form einer Software, die die Gefahr einer Spielsucht eindämmt.

Hierzu wird das individuelle Gefahrenpotenzial ermittelt und das Spielverhalten dann angepasst, wenn ein kritischer Schwellwert erreicht wird im Falle von Spielen, die über entfernte Annahmestellen oder Spielstationen durchgeführt werden, wie beispielsweise die bekannten Zahlenlotterien oder auch Computerglücksspiele, die über geprüfte Netzwerke durchgeführt werden, kann in diesem Netzwerk eine zentrale Datenbank angeordnet sein, die das Spielverhalten eines zu identifizierenden Spielers überwacht und evaluiert. Hierzu kann der Spieler entweder über einen Benutzernamen oder über sonstige Merkmale identifiziert werden, die in der Datenbank hinterlegt werden.

Im Falle von Spielgeräten wiederum kann das Mess- und Bewertungsinstrument in dem Spielgerät selbst oder in einer externen Steuerung angeordnet sein, wobei es dann softwaremäßig umgesetzt ist, so dass das Spielgerät sein Verhalten in Abhängigkeit von dem über das Mess- und Bewertungsinstrument ermittelten Gefährdungspotenzials modifiziert, um entweder das Spiel zu beenden oder interaktiv das Gefährdungspotenzial soweit abzusenken, bis keine wirkliche Gefahr einer Spielsucht mehr besteht.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen.