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Title:
DEVICE AND METHOD FOR SAFETY INSTRUMENTED CONTROL OF A MACHINE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/190742
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device and a method for safety instrumented control of a machine, said machine (1) being equipped with an electric drive, being operated by a person, and comprising at least one metal component (2) capable of causing injury in the event of a mechanical interaction with said person. The device is provided with a left-hand and a right-hand conductive glove (10, 12) in the form of an under-glove, a left-hand and a right-hand insulating glove in the form of an over-glove, a control device (8) which controls the electric drive of the machine (1) and to which said conductive gloves (10, 12) can be connected, and a resistance test device (16) of said control device (8), which compares the resistance between the left-hand and the right-hand conductive glove (10, 12) to a predetermined minimum resistance and a predetermined maximum resistance, and prevents said drive from being switched on if the resistance that has been detected is lower than the minimum resistance or greater than the maximum resistance.

Inventors:
SCHILL, Joachim (Uhlandstr. 3 B, Kehl, 77694, DE)
Application Number:
DE2017/100391
Publication Date:
November 09, 2017
Filing Date:
May 08, 2017
Export Citation:
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Assignee:
MAJA-MASCHINENFABRIK HERMANN SCHILL GMBH & CO. KG (Tullastrasse 4, Kehl-Goldscheuer, 77694, DE)
International Classes:
A22B5/16; A22C17/12; F16P3/12
Attorney, Agent or Firm:
GEITZ TRUCKENMÜLLER LUCHT CHRIST PATENTANWÄLTE PARTGMBB (Werthmannstrasse 15, Freiburg, 79098, DE)
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Claims:
A N S P R U C H E

Vorrichtung zur sicherheitstechnischen Steuerung einer Maschine, welche mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet ist, welche von einer Person bedient wird, und welche mindestens ein Bauteil aus Metall aufweist, das bei einer mechanischen Wechselwirkung mit der Person diese verletzt, mit einem linken und rechten leitfähigen Handschuh (10, 12), welche den elektrischen Strom leiten, und welche von der Person derart zu tragen sind, dass die Handschuhe die Haut der Person an den Händen berühren, mit einem linken und rechten isolierenden Handschuh (10, 12), welche aus einem elektrischen Isolator bestehen, und welche von der Person über den leitfähigen Handschuhen zu tragen sind,

mit einer Steuerungseinrichtung (8), welche den elektrischen Antrieb der Maschine (1 ) steuert,

mit einer linken elektrisch leitenden Verbindung (9) zwischen dem linken leitfähigen Handschuh (10) und der Steuerungseinrichtung (8),

mit einer rechten elektrisch leitenden Verbindung (1 1 ) zwischen dem rechten leitfähigen Handschuh (12) und der Steuerungseinrichtung (8), wobei die Steuerungseinrichtung (8) einen Betriebszustand aufweist, in welchem sie den elektrischen Antrieb mit Strom versorgt und die

Spannung zwischen dem rechten leitfähigen Handschuh (12) und dem linken leitfähigen Handschuh (10) überwacht, und in welchem sie den elektrischen Antrieb ausschaltet oder die Bewegungsrichtung des elektrischen Antriebs umkehrt, wenn sich der Spannungsabfall über den linken und/ oder rechten leitfähigen Handschuh (10, 12) ändert,

mit einer Widerstandsprüfeinrichtung (16) der Steuerungseinrichtung (8), welche den Widerstand zwischen dem linken leitfähigen, mit der

Steuerungseinrichtung (8) leitend verbundenen Handschuh (10) und dem rechten leitfähigen, mit der Steuerungseinrichtung (8) leitend verbundenen Handschuh (12) erfasst und mit einem vorgegebenen Mindestwiderstand und einem vorgegebenen Maximalwiderstand vergleicht, wobei der Mindestwiderstand größer ist als 0 Ω und kleiner ist als der Körperwiderstand einer Person, und welche die Aktivierung des

Betriebszustands verhindert oder bei bereits vorliegendem

Betriebszustand diesen beendet, wenn der erfasste Widerstand kleiner als der Mindestwiderstand oder größer als der Maximalwiderstand ist.

Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die

Widerstandsprüfeinrichtung (16) der Steuerungseinrichtung (8) eine Handschuhprüffunktion aufweist,

- in welcher der Widerstand zwischen dem linken leitfähigen Handschuh (10) und einem metallischen Teil der Maschine (1 ) mit einem

vorgegebenen Handschuh-Maximalwiderstand verglichen wird, wenn die Person den linken Handschuh trägt und mit der derart

behandschuhten linken Hand das metallische Teil berührt,

- in welcher der Widerstand zwischen dem rechten leitfähigen

Handschuh (12) und dem metallischen Teil der Maschine (1 ) mit dem vorgegebenen Handschuh-Maximalwiderstand verglichen wird, wenn die Person den rechten Handschuh trägt und mit der derart

behandschuhten rechten Hand das metallische Teil berührt,

- und in welchem die Aktivierung des Betriebszustands verhindert wird, wenn bei einem oder bei beiden Handschuhen (10, 12) der

Widerstand größer ist als der Handschuh-Maximalwiderstand.

Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die linke elektrisch leitende Verbindung (9) ein erstes Kabel ist mit einem ersten Stecker (19), welcher in eine ersten Buchse (18) der

Steuerungseinrichtung (8) einsteckbar ist, dass die rechte elektrisch leitende Verbindung (1 1 ) ein zweites Kabel ist mit einem zweiten Stecker (21 ), welcher in eine zweite Buchse (20) der Steuerungseinrichtung (8) einsteckbar ist, und dass der erste Stecker (19) vom zweiten Stecker (21 ) verschieden ist und die erste Buchse (18) von der zweiten Buchse (20) verschieden ist, derart, dass der erste Stecker (19) nur in die erste Buchse (18) einsteckbar ist und der zweite Stecker (21 ) nur in die zweite Buchse (20) einsteckbar ist.

4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die linke elektrisch leitende Verbindung (9) und der linke elektrisch leitfähige Handschuh (10) mit einem Klettverschluss (13) ausgestattet sind, über den die linke elektrisch leitende Verbindung (9) an den linken elektrisch leitfähigen Handschuh (10) angeschlossen ist, und dass die rechte elektrisch leitende Verbindung (1 1 ) und der rechte elektrisch leitfähige Handschuh (12) mit einem Klettverschluss (14) ausgestattet sind, über den die rechte elektrisch leitende Verbindung (1 1 ) an den rechten elektrisch leitfähigen Handschuh (12) angeschlossen ist.

5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (8) mit einer

Spannungsquelle (17) ausgestattet ist, die den linken und rechten elektrisch leitfähigen Handschuh (10, 12) mit Gleichstrom versorgt.

6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die

Steuerungseinrichtung (8) ausgebildet ist, den Gleichstrom zu takten, derart dass abwechselnd der linke und der rechte elektrisch leitfähige Handschuh (10, 12) mit Strom versorgt ist.

7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (8) ausgebildet ist, den Gleichstrom zu takten, derart dass gleichzeitig der linke und der rechte elektrisch leitfähige Handschuh (10, 12) mit Strom versorgt ist.

8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (8) mit einem

Sicherheitstransformator ausgestattet ist.

9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (8) redundant aufgebaut ist.

10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der linke und rechte elektrisch leitfähige Handschuh (10, 12) aus einer Kunstfaser bestehen und mit einer Beschichtung aus einem leitfähigen Metall versehen sind.

1 1 . Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (8) mit einer optischen Anzeigeeinrichtung (22) ausgestattet ist, auf der der Betriebszustand und/ oder von der Steuerungseinrichtung (8) erfasste Fehler angezeigt sind.

12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass sie Schuhe für die Person umfasst, und dass die Schuhe zumindest an ihrer Sohle mit einem elektrischen Isolator ausgestattet sind.

13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass sie eine Jacke für die Person umfasst, und dass die linke und die rechte elektrisch leitende Verbindung zumindest

abschnittsweise in die Jacke integriert sind.

14. Verfahren zur sicherheitstechnischen Steuerung einer Maschine, welche mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet ist, welche von einer Person bedient wird, und welche mindestens ein Bauteil aus Metall aufweist, das bei einer mechanischen Wechselwirkung mit der Person diese verletzt, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:

Ausstatten der Person mit einem linken und rechten leitfähigen

Handschuh (10, 12), welche den elektrischen Strom leiten, und welche von der Person derart zu tragen sind, dass die Handschuhe die Haut der Person an den Händen berühren,

elektrisch leitendes Verbinden des linken leitfähigen Handschuhs (10) mit einer Steuerungseinrichtung (8), welche den elektrischen Antrieb der Maschine (1 ) steuert,

elektrisch leitendes Verbinden des rechten leitfähigen Handschuhs (12) mit der Steuerungseinrichtung (8), Erfassen des Widerstands zwischen dem linken leitfähigen, mit der Steuerungseinrichtung (8) leitend verbundenen Handschuh (10) und dem rechten leitfähigen, mit der Steuerungseinrichtung (8) leitend verbundenen Handschuh (12),

Vergleichen des Widerstands mit einem vorgegebenen Mindestwiderstand und einem vorgegebenen Maximalwiderstand, wobei der

Mindestwiderstand größer ist als 0 Ω und kleiner ist als der

Körperwiderstand einer Person,

Aktivieren des Betriebszustands nur dann, wenn der erfasste Widerstand größer als der Mindestwiderstand oder kleiner als der Maximalwiderstand ist

Ausstatten der Person mit einem linken und rechten isolierenden

Handschuh, welche aus einem elektrischen Isolator bestehen, und welche von der Person über den leitfähigen Handschuhen (10, 12) zu tragen sind vor dem Aktivieren des Betriebszustands,

im Betriebszustand Versorgen des elektrischen Antriebs mit Strom durch die Steuerungseinrichtung (8) und Überwachen der Spannung zwischen dem rechten leitfähigen Handschuh (12) und dem linken leitfähigen Handschuh (10) und Ausschalten des elektrischen Antriebs oder Umkehr der Bewegungsrichtung des elektrischen Antriebs, wenn sich der

Spannungsabfall zwischen dem rechten leitfähigen Handschuh und dem linken leitfähigen Handschuh (10, 12) erfolgt.

Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Aktivierung des Betriebszustands des elektrischen Antriebs mittels einer Widerstandsprüfeinrichtung (16) der Steuerungseinrichtung (8) eine Handschuhprüffunktion durchgeführt wird,

- in welcher der Widerstand zwischen dem linken leitfähigen Handschuh (10) und einem metallischen Teil der Maschine (1 ) mit einem

vorgegebenen Handschuh-Maximalwiderstand verglichen wird, wenn die Person den linken Handschuh (10) trägt und mit der derart behandschuhten linken Hand das metallische Teil berührt, - in welcher der Widerstand zwischen dem rechten leitfähigen

Handschuh (12) und dem metallischen Teil der Maschine (1 ) mit dem vorgegebenen Handschuh-Maximalwiderstand verglichen wird, wenn die Person den rechten Handschuh (12) trägt und mit der derart behandschuhten rechten Hand das metallische Teil berührt,

- und in welchem die Aktivierung des Betriebszustands verhindert wird, wenn bei einem oder bei beiden Handschuhen (10, 12) der Widerstand größer ist als der Handschuh-Maximalwiderstand.

16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass im Betriebszustand bei eingeschaltetem Antrieb der Maschine (1 ) periodisch der Widerstand zwischen dem linken leitfähigen Handschuh (10) und dem rechten leitfähigen Handschuh (12) mit dem vorgegebenen

Mindestwiderstand und dem vorgegebenen Maximalwiderstand verglichen wird, und dass der Betriebszustand beendet wird, wenn der Widerstand kleiner als der Mindestwiderstand oder größer als Maximalwiderstand ist.

17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass bei

Beendigung des Betriebszustands die Steuerungseinrichtung (8) die Stromzufuhr des elektrischen Antriebs unterbricht.

18. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (8) über eine Spannungsquelle (17) den linken und rechten elektrisch leitfähigen Handschuh mit Gleichstrom versorgt.

19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass der

Gleichstrom getaktet ist, derart dass abwechselnd der linke und der rechte elektrisch leitfähige Handschuh (10, 12) mit Gleichstrom versorgt werden.

20. Verfahren nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Gleichstrom getaktet ist, derart dass gleichzeitig der linke und der rechte elektrisch leitfähige Handschuh (10, 12) mit Gleichstrom versorgt werden.

21 . Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Betriebszustand und/ oder von der Steuerungseinrichtung (8) erfasste Fehler auf einer Anzeigeeinrichtung angezeigt werden.

22. Abschwartungs- und Enthäutungsmaschine mit einem Messer (2), einer Walze (4) und einem elektrischen Antrieb für die Walze (4), dadurch gekennzeichnet, dass sie mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13 ausgestattet ist.

23. Entvliesmaschine mit einem Messer (2), einer Walze (4) und einem

elektrischen Antrieb für die Walze (4), dadurch gekennzeichnet, dass sie mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13 ausgestattet ist.

24. Verfahren zur sicherheitstechnischen Steuerung einer Abschwartungsund Enthäutungsmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass die

Verfahrensschritte nach einem der Ansprüche 14 bis 21 durchgeführt werden.

25. Verfahren zur sicherheitstechnischen Steuerung einer Entvliesmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass die Verfahrensschritte nach einem der Ansprüche 14 bis 21 durchgeführt werden.

Description:
Vorrichtung und Verfahren zur sicherheitstechnischen

Steuerung einer Maschine

B E S C H R E I B U N G

Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung und einem Verfahren zur sicherheitstechnischen Steuerung einer Maschine, wobei die Maschine mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet ist, von einer Person bedient wird und ein Bauteil aus Metall aufweist, das bei einer mechanischen Wechselwirkung mit der Person diese verletzt.

Bei Maschinen, die von einer Person bedient werden und welche ein Werkzeug oder sonstiges Bauteil aufweisen, mit dem die Person bei der Bedienung der Maschine in Kontakt treten kann, besteht grundsätzlich die Gefahr, dass sich die Person verletzt. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Person mit der Maschine einen Gegenstand bearbeitet, der von Hand an die Maschine heranführt und bei der Bearbeitung von Hand relativ zu einem Werkzeug der Maschine bewegt wird. Dabei können die Hände der Person mit dem Werkzeug in Kontakt treten und verletzt werden. Zur Reduzierung der Verletzungsgefahr können Handschuhe getragen werden. Durch die Verwendung von Handschuhen kann die Gefahr von Verletzungen zwar reduziert werden, jedoch können Verletzungen nicht vollständig vermieden werden. Zu derartigen Maschinen zählen beispielweise Abschwartungs- und Enthäutungsmaschinen, mit denen die Haut oder die Schwarte von Fleischstücken mittels eines Messers entfernt wird, sowie Entvliesmaschinen. Derartige Maschinen sind mit einer Walze ausgestattet, die durch einen elektrischen Antrieb in Rotation versetzt wird. Die rotierende Walze zieht ein

Fleischstück an ein ortsfest an der Maschine angeordnetes Messer heran und bewegt das Fleischstück relativ zu diesem Messer. Ist das Fleischstück rund oder unregelmäßig geformt, so muss es von einer Person während des Abschwartens und Enthäutens geführt werden. Dabei kann sich die Person an dem Messer verletzen. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass die Walze die Hand der Person erfasst und gegen das Messer drückt.

Die Personen können bei der Arbeit an der Maschine Handschuhe tragen, die aus einem elektrisch leitfähigen Unterhandschuh und einem elektrisch isolierenden Überhandschuh bestehen. Wird der isolierende Überhandschuh durch die Arbeit an der Maschine beschädigt, beispielsweise durch ein Werkzeug der Maschine eingeschnitten, so hat der elektrisch leitfähige Unterhandschuh elektrischen Kontakt zu einem metallischen Bauteil der Maschine. Dieser Kontakt kann detektiert und der Antrieb der Maschine abgeschaltet werden. Als nachteilig erweist sich, dass die Person die

Handschuhe nicht zwingend tragen muss.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur sicherheitstechnischen Steuerung einer derartigen Maschine zur Verfügung zu stellen, die das Einschalten des Antriebs der Maschine nur dann ermöglichen, wenn die Person elektrisch leitfähige Handschuhe trägt und die Handschuhe in einer vorgegebenen Weise elektrisch leitend mit einer Steuerungseinrichtung verbunden sind. Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 und ein

Verfahren gemäß Anspruch 14 gelöst. Die Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass sie mit einem linken und einem rechten leitfähigen Handschuh, einem linken und einem rechten isolierenden Handschuh, einer Steuerungseinrichtung, einer elektrisch leitenden Verbindung zwischen dem linken leitfähigen Handschuh und der Steuerungseinrichtung, einer elektrisch leitenden Verbindung zwischen dem rechten leitfähigen Handschuh und der Steuerungseinrichtung und mit einer Widerstandsprüfeinrichtung der Steuerungseinrichtung ausgestattet ist.

Dabei leiten der linke und der rechte leitfähige Handschuh den elektrischen Strom. Sie sind von einer Person, die die Maschine betätigt und die an der Maschine arbeitet, derart zu tragen, dass die Handschuhe die Haut der Person an den Händen berühren. Die elektrisch leitfähigen Handschuhe können auch als Unterhandschuhe bezeichnet werden.

Über den elektrisch leitfähigen Handschuhen hat die Person einen linken und einen rechten isolierenden Handschuh zu tragen. Die isolierenden Handschuhe bestehen aus einem elektrischen Isolator. Die isolierenden Handschuhe können auch als Überhandschuhe bezeichnet werden.

Die Schutzhandschuhe weisen damit eine Kombination aus einem Paar elektrisch leitfähigen Unterhandschuhen und einem Paar isolierenden Überhandschuhen auf.

Die Steuerungseinrichtung steuert den elektrischen Antrieb. Über elektrisch leitende Verbindungen werden die elektrisch leitfähigen Handschuhe an die Steuerungseinrichtung angeschlossen. Dabei ist jeder der beiden elektrisch leitfähigen Handschuhe über eine separate Verbindung an die Steuerungseinrichtung gekoppelt. Für den linken leitfähigen Handschuh ist eine linke elektrisch leitende Verbindung vorgesehen und für den rechten leitfähigen Handschuh eine rechte leitende Verbindung. Die Steuerungseinrichtung ist mit einer Spannungsquelle ausgestattet, an welche der linke und rechte leitfähige Handschuh angeschlossen werden. Trägt die Person den linken und rechten leitfähigen Handschuh derart, dass die Handschuhe die Hände der Person umschließen und die Handschuhe auf der Haut der Person aufliegen, so fließt ein Strom von der Steuerungseinrichtung zum linken leitfähigen Handschuh, durch die Person hindurch zum rechten leitfähigen Handschuh und von dort zurück zur Steuerungseinrichtung. Die Richtung des Stroms kann auch umgekehrt sein. Die Spannung wird so gewählt, dass der Strom klein ist und beispielsweise im Mikro-Ampere-Bereich liegt, so dass die Person durch den Strom nicht beeinträchtigt ist.

Wenn die Person über den elektrisch leitfähigen Handschuhen die isolierenden Handschuhe trägt und mit den derart behandschuhten Händen die Maschine berührt, insbesondere auch ein metallisches Bauteil der Maschine, so fließt kein Strom von den leitfähigen Handschuhen zu dem metallischen Bauteil, da die isolierenden Handschuhe einen Stromfluss verhindern. Der Stromfluss vom linken zum rechten leitfähigen Handschuh über den Körper der Person wird durch die isolierenden Handschuhe nicht beeinträchtigt oder unterbunden.

Die Steuerungseinrichtung weist einen Betriebszustand auf, in welchem sie den elektrischen Antrieb mit Strom versorgt und die Spannung zwischen dem rechten leitfähigen Handschuh und dem linken leitfähigen Handschuh überwacht. Ändert sich in diesem Betriebszustand der Spannungsabfall über den linken oder den rechten leitfähigen Handschuh, so schaltet die Steuerungseinrichtung den elektrischen Antrieb aus oder kehrt die Bewegungsrichtung des elektrischen Antriebs um. Ein derartiger Spannungsabfall tritt auf, wenn ein Strom von dem linken oder rechten leitfähigen Handschuh zu einem metallischen Bauteil der Maschine fließt. Es wird daher davon ausgegangen, dass bei einem Spannungsabfall über den linken oder rechten leitfähigen Handschuh eine Beschädigung des linken oder rechten isolierenden Handschuhs vorliegt. Dies kann insbesondere dadurch ausgelöst sein, dass die Person mit einem Werkzeug oder einem Bauteil der Maschine in Wechselwirkung geraten ist und dass eine Verletzungsgefahr besteht. Daher schaltet die Steuerungseinrichtung den Antrieb der Maschine ab. Alternativ oder kumulativ kann die Steuerungseinrichtung die Bewegungsrichtung des Antriebs umkehren. Dies gilt beispielsweise bei Maschinen mit zur Rotation angetriebenen Walzen. Die Umkehr der Bewegungsrichtung des Antriebs bewirkt, dass ein gegebenenfalls in die Walze hineingezogener Abschnitt der Handschuhe frei gegeben wird.

Bevor die Steuerungseinrichtung den Betriebszustand aktiviert, wird in einer Startphase mittels einer Widerstandsprüfeinrichtung der Steuerungseinrichtung der Widerstand zwischen dem linken leitfähigen, mit der Steuerungseinrichtung leitend verbundenen Handschuh und dem rechten leitfähigen, mit der Steuerungseinrichtung leitend verbundenen Handschuh erfasst und mit einem vorgegebenen Mindestwiderstand und einem vorgegebenen Maximalwiderstand verglichen. Dabei ist der Mindestwiderstand größer als 0 Ω und kleiner als der typische Körperwiderstand einer Person. Der Körperwiderstand einer Person ist derjenige Widerstand, der wirkt, wenn bei einer an den Körper der Person angelegten Spannung ein elektrischer Strom durch den Körper der Person fließt. Dieser Körperwiderstand liegt üblicherweise im Bereich zwischen 17 und 30 kQ. Er ist von Person zu Person verschieden und kann auch unterhalb oder oberhalb des genannten Bereichs liegen.

Ist der mit der Widerstandsprüfeinrichtung ermittelte Widerstand zwischen dem linken leitfähigen, mit der Steuerungseinrichtung leitend verbundenen Handschuh und dem rechten leitfähigen, mit der Steuerungseinrichtung leitend verbundenen Handschuh kleiner als der Mindestwiderstand, so kann daraus geschlossen werden, dass eine der folgenden Ursachen gegeben ist:

- die beiden elektrisch leitfähigen Handschuhe berühren sich, so dass ein elektrischer Kontakt zwischen den beiden Handschuhen besteht und ein Strom direkt von einem leitfähigen Handschuh zum anderen fließt ohne dabei durch den Körper der Person geleitet zu werden, beispielsweise weil die Person die leitfähigen Handschuhe aufeinander gelegt hat ohne sie an den Händen zu tragen,

- die Anschlüsse der elektrisch leitenden Verbindungen zwischen den leitfähigen Handschuhen und der Steuerungseinrichtung sind überbrückt, - es liegt ein Querschluss oder Kurzschluss zwischen den elektrisch leitenden Verbindungen der leitfähigen Handschuhe vor.

Aus der Tatsache, dass der Widerstand zwischen dem linken leitfähigen Handschuh und dem rechten leitfähigen Handschuh kleiner ist als der Mindestwiderstand, wird geschlossen, dass die Person entweder die leitfähigen

Handschuhe nicht in der vorgegebenen Art und Weise trägt oder die elektrisch leitende Verbindung zwischen den leitfähigen Handschuhen und der Steuerungseinrichtung beeinträchtigt ist. Der Maximalwiderstand wird derart vorgegeben, dass er deutlich größer ist der typische Körperwiderstand. Ist der mit der Widerstandsprüfeinrichtung ermittelte Widerstand zwischen dem linken leitfähigen, mit der Steuerungseinrichtung leitend verbundenen Handschuh und dem rechten leitfähigen, mit der Steuerungseinrichtung leitend verbundenen Handschuh größer als der vorgegebene Maximalwiderstand, so kann daraus geschlossen werden, dass eine der folgenden Ursachen gegeben ist:

- die elektrisch leitfähigen Handschuhe werden von der Person nicht getragen,

- die elektrisch leitende Verbindung zwischen dem linken leitfähigen Handschuh und der Steuerungseinrichtung und/ oder zwischen dem rechten leitfähigen Handschuh und der Steuerungseinrichtung ist unterbrochen, beispielsweise aufgrund eines Kabelbruchs oder weil zumindest einer der beiden leitfähigen Handschuhe nicht korrekt an die Steuerungseinrichtung angeschlossen ist.

Aus der Tatsche, dass der Widerstand zwischen dem linken leitfähigen

Widerstand und dem rechten leitfähigen Widerstand größer ist als der vorgegebene Maximalwiderstand wird geschlossen, dass die Person entweder die leitfähigen Handschuhe nicht trägt oder die elektrisch leitende Verbindung zwischen den leitfähigen Handschuhen und der Steuerungseinrichtung unterbrochen ist. Wird daher festgestellt, dass der Widerstand zwischen dem linken leitfähigen Handschuh und dem rechten leitfähigen Handschuh kleiner ist als der vorgegebene Mindestwiderstand oder größer als der vorgegeben Maximalwiderstand, so wird aus Sicherheitsgründen verhindert, dass die Steuerungseinrichtung in den Betriebszustand übergeht. Der Antrieb der

Maschine kann nicht eingeschaltet werden. Die Person kann die Überprüfung erneut durchführen. Erst wenn der Widerstand zwischen dem linken und rechten leitfähigen Handschuh zwischen dem Mindestwiderstand und dem Maximalwiderstand liegt, wird der Betriebszustand aktiviert und das Einschalten des Antriebs ermöglicht.

Die Überprüfung des Widerstands zwischen dem linken und rechten leitfähigen Handschuh wird nicht nur vor der Aktivierung des Betriebszustands durchgeführt sondern auch vorteilhafterweise während sich die Steuerungseinrichtung im Betriebszustand befindet und der Antrieb mit Strom versorgt wird. Eine entsprechende Überprüfung kann beispielsweise periodisch jeweils nach Ablauf eines vorgegebenen Zeitintervalls erfolgen. Wird während des Betriebszustands festgestellt, dass der Widerstand außerhalb des Intervalls liegt, das durch den Mindestwiderstand und den Maximalwiderstand vorgegeben ist, so unterbricht die Steuerungseinrichtung die Stromzufuhr des

Antriebs. Der Antrieb schaltet ab, der Betriebszustand wird beendet. Eine Aktivierung des Betriebszustands ist erst dann wieder möglich, wenn der Widerstand zwischen dem linken und rechten leitfähigen Handschuh innerhalb des vorgegebenen Intervalls liegt.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren lösen damit die Aufgabe, dass der Antrieb der Maschine nur dann eingeschaltet werden kann, wenn die Person die elektrisch leitfähigen Handschuhe in der vorgegebenen Weise an den Händen trägt und die elektrisch leitende Verbindung zwischen den elektrisch leitfähigen Handschuhen und der

Steuerungseinrichtung in der vorgegebenen Weise gewährleistet ist. Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Widerstandsprüfeinrichtung der Steuerungseinrichtung zusätzlich zu der Überprüfung des Widerstandes zwischen dem linken und rechten leitfähigen Handschuh eine Handschuhprüffunktion auf. Dabei wird überprüft, ob die elektrische Leitfähigkeit der elektrisch leitfähigen Handschuhe in der vorgegebenen und notwendigen Weise gegeben ist. Hierzu wird ein sogenannter Handschuh-Maximalwiderstand vorgegeben. Dieser Handschuh- Maximalwiderstand wird derart vorgegeben, dass er größer ist als der Widerstand zwischen einem elektrisch leitfähigen linken oder rechten Handschuh und einem metallischen Bauteil der Maschine, wenn der Handschuh mit vorgegebener und einwandfreier Leitfähigkeit ausgestattet ist, an die Steuerungseinrichtung angeschlossen ist und ein metallisches Bauteil berührt. Folgende Schritte werden durchgeführt bevor die Person die isolierenden Handschuhe anzieht und bevor die Steuerungseinrichtung den Betriebszustand aktiviert:

- Die Person wird durch die Steuerungseinrichtung aufgefordert, mit der linken Hand, welche mit dem linken leitfähigen Handschuh ausgestattet ist, wobei der linke leitfähige Handschuh an die Steuerungseinrichtung angeschlossen ist, ein metallisches Teil der Maschine zu berühren. Der Widerstand zwischen dem linken leitfähigen Handschuh und dem metallischen Teil wird mit dem vorgegebenen Handschuh-Maximalwiderstand verglichen.

- Die Person wird durch die Steuerungseinrichtung aufgefordert, mit der rechten Hand, welche mit dem rechten leitfähigen Handschuh ausgestattet ist, wobei der rechte leitfähige Handschuh an die Steuerungseinrichtung angeschlossen ist, ein metallisches Teil der Maschine zu berühren. Der Widerstand zwischen dem rechten leitfähigen Handschuh und dem metallischen Teil wird mit dem vorgegebenen Handschuh-Maximalwiderstand verglichen.

Liegt für einen der beiden Handschuhe oder für beide Handschuhe der Widerstand oberhalb des vorgegebenen Handschuh-Maximalwiderstands, so wird davon ausgegangen, dass die elektrische Leitfähigkeit eines oder beider Handschuhe nicht gewährleistet ist. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn eine leitfähige Beschichtung der Handschuhe aufgrund häufigen Waschens oder nicht sachgemäßen Waschens beschädigt oder beeinträchtigt ist. Für den Fall dass bei einem oder bei beiden Handschuhen der Widerstand größer ist als ein vorgegebener Handschuh-Maximalwiderstand, verhindert die

Steuerungseinrichtung die Aktivierung des Betriebszustands. Der Antrieb der Maschine kann nicht eingeschaltet werden.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die linke elektrisch leitende Verbindung zwischen dem linken leitfähigen Handschuhe und der Steuerungseinrichtung ein erstes Kabel mit einem ersten Stecker. Dabei ist der erste Stecker in eine erste Buchse der Steuerungseinrichtung einsteckbar. Ferner ist die rechte elektrisch leitende Verbindung ein zweites Kabel ist mit einem zweiten Stecker, welcher in eine zweite Buchse der Steuerungseinrichtung einsteckbar ist. Dabei ist der erste Stecker vom zweiten Stecker verschieden. Ferner ist die erste Buchse von der zweiten Buchse verschieden. Die Stecker und Buchsen können in Form und/ oder Größe verschieden sein. Dadurch wird erreicht, dass der erste Stecker nur in die erste Buchse einsteckbar ist, und der zweite Stecker nur in die zweite Buchse einsteckbar ist. Dies ermöglicht es, dass die Steuerungseinrichtung erkennt, an welchem leitfähigen Handschuh oder an welchem zugehörigen Anschluss gegebenenfalls eine Abweichung des Widerstands vom vorgegebenen Bereich vorliegt. Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die linke elektrisch leitende Verbindung und der linke elektrisch leitfähige Handschuh mit den Komponenten eines Klettverschlusses ausgestattet, so dass der Handschuh über einen Klettverschluss an die elektrisch leitende Verbindung angeschlossen werden kann. Entsprechend sind die rechte elektrisch leitende Verbindung und der rechte elektrisch leitfähige Handschuh mit einem

Klettverschluss ausgestattet, über den die rechte elektrisch leitende Verbindung an den rechten elektrisch leitfähigen Handschuh angeschlossen ist. Der Klettverschluss ermöglicht ein einfaches und schnelles Befestigen und Lösen der elektrisch leitenden Verbindungen mit den Handschuhen. Der Klettverschluss befindet sich bevorzugt auf dem für den Handrücken vorgesehenen Abschnitt der Handschuhe.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Steuerungseinrichtung mit einer Spannungsquelle ausgestattet, die den linken und rechten elektrisch leitfähigen Handschuh mit Gleichstrom versorgt. Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die

Steuerungseinrichtung ausgebildet, den Gleichstrom zu takten, so dass abwechselnd der linke und der rechte elektrisch leitfähige Handschuh mit Strom versorgt ist. Dabei können sich die Zeitintervalle, in denen der rechte und linke Handschuh mit Strom versorgt werden, überlappen oder auch nicht. Bei einer Überlappung sind zu bestimmten Zeitabschnitten beide Handschuhe mit Strom versorgt und zu bestimmten Zeitabschnitten nur einer der beiden Handschuhe. Überlappen die Zeitintervalle nicht, so wird zu jedem Zeitpunkt nur einer der beiden Handschuhe mit Strom versorgt. Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die

Steuerungseinrichtung ausgebildet, den Gleichstrom zu takten, derart dass gleichzeitig der linke und der rechte elektrisch leitfähige Handschuh mit Strom versorgt sind. Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die

Steuerungseinrichtung mit einem Sicherheitstransformator ausgestattet. Der Sicherheitstransformator ist primärseitig mit einem Motorschutzschalter für den primärseitigen Kurzschluss und mit einem sekundärseitigen Überlastschutz ausgeführt.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Steuerungseinrichtung redundant aufgebaut. Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung bestehen der linke und rechte elektrisch leitfähige Handschuh aus einer Kunstfaser und sind mit einer Beschichtung aus einem leitfähigen Metall versehen. Bei der Kunstfaser kann es sich beispielsweise um eine Polyamid-Faser handeln. Als Metall kann beispielsweise Silber vorgesehen sein.

Alternativ zu einer metallischen Beschichtung können in die Kunstfasern des Handschuhs bei der Herstellung auch Metallfäden eingebracht werden. Derartige Metallfaden-verstärkte Handschuhe erfüllen in einigen Ländern nicht die Voraussetzungen des Arbeitsschutzes. Bei Abschwartungs- und Enthäutungsmaschinen sind Metallfaden-verstärkte Handschuhe nach der EU Norm EN12355 nicht erlaubt.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Steuerungseinrichtung mit einer optischen Anzeigeeinrichtung ausgestattet, auf der der Betriebszustand und/ oder von der Steuerungseinrichtung erfasste Fehler angezeigt sind. Damit wird die Person über eventuell festgestellte Fehler und die Art der Fehler informiert. Ferner erkennt die Person, ob die Steuerungseinrichtung den Betriebszustand aktiviert hat. Darüber hinaus kann die Anzeigeeinrichtung Anweisungen an die Person ausgeben, bestimmte Handlungen durchzuführen, wie beispielsweise den linken und rechten leitfähigen Handschuh anzuziehen, ein metallisches Bauteil der Maschine zu berühren oder die isolierenden Handschuhe anzuziehen.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Vorrichtung Schuhe für die Person, wobei die Schuhe zumindest an ihrer Sohle mit einem elektrischen Isolator ausgestattet sind. Durch das Tragen dieser Schuhe ist gewährleistet, dass ein Strom, der von der Steuerungseinrichtung zu dem linken und rechten leitfähigen Handschuh und über die Haut in den Körper der Person fließt, nicht über die Schuhe der Person gegen Masse abfließen kann. Bei einem derartigen Stromfluss könnte die Überprüfung der Widerstände nicht wie oben angegeben durchgeführt werden.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Vorrichtung eine Jacke für die Person, wobei die linke und die rechte elektrisch leitende Verbindung zumindest abschnittsweise in die Jacke integriert sind. Eine derartige Jacke erleichtert das Anschließen des linken und rechten leitfähigen Handschuhs an die Steuerungseinrichtung.

Das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 14 zeichnet sich dadurch aus, dass folgende Verfahrensschritte durchgeführt werden, bevor der Betriebszustand der Steuerungseinrichtung aktiviert wird:

- Die Person wird aufgefordert, einen linken und einen rechten

leitfähigen Handschuh derart anzuziehen, dass die Handschuhe die Haut der Person an den Händen berühren.

- Die Person wird aufgefordert den linken leitfähigen Handschuh an eine Steuerungseinrichtung anzuschließen, welche den elektrischen Antrieb der Maschine steuert.

- Die Person wird aufgefordert den rechten leitfähigen Handschuh an die Steuerungseinrichtung anzuschließen.

- Der Widerstand zwischen dem linken leitfähigen, mit der

Steuerungseinrichtung leitend verbundenen Handschuh und dem rechten leitfähigen, mit der Steuerungseinrichtung leitend verbundenen Handschuh, wird erfasst und mit einem vorgegebenen

Mindestwiderstand und einem vorgegebenen Maximalwiderstand verglichen,

- Der Betriebszustand wird nur dann durch die Steuerungseinrichtung aktiviert, wenn der erfasste Widerstand größer als der

Mindestwiderstand und kleiner als der Maximalwiderstand ist.

- Ist die genannte Voraussetzung erfüllt, wird die Person aufgefordert, über die leitfähigen Handschuhe isolierende Handschuhe anzuziehen. - In vorteilhafter Weise werden anschließend die Schaltschütze für den Antrieb der Maschine geprüft. Ist die Maschine beispielsweise mit einer zur Rotation angetriebenen Walze ausgestattet, so werden Vor- und Rücklauf der Walze überprüft. Die Walze wird nacheinander in die beiden verschiedenen Richtungen zur Rotation angetrieben. Erst dann ist die Maschine tatsächlich betriebsbereit. Anhand der Rotation der Walze erkennt die Person, dass die Vorrichtung betriebsbereit ist.

- Im Betriebszustand wird der elektrische Antrieb der Maschine mit

Strom versorgt. Die Spannung zwischen dem rechten leitfähigen Handschuh und dem linken leitfähigen Handschuh wird überwacht. Erfolgt ein Spannungsabfall zwischen über den linken oder rechten leitfähigen Handschuh, so wird der elektrische Antrieb durch die Steuerungseinrichtung ausgeschaltet oder die Bewegungsrichtung des elektrischen Antriebs umgekehrt.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist eine Abschwartungs- und Enthäutungsmaschine mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ausgestattet. Dadurch wird die Abschwartungs- und Enthäutungsmaschine sicherheitstechnisch gesteuert und überwacht.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist eine Entvliesmaschine mit einer erfinderungsgemäßen Vorrichtung ausgestattet.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird das erfindungsgemäße Verfahren zur sicherheitstechnischen Steuerung bei einer Abschwartungs- und Enthäutungsmaschine durchgeführt.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird das erfindungsgemäße Verfahren zur sicherheitstechnischen Steuerung bei einer Entvliesmaschine durchgeführt. Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen entnehmbar.

Zeichnung

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt und folgenden näher beschrieben. Es zeigt: Figur 1 Vorrichtung zur sicherheitstechnischen Steuerung einer mit einem

Messer ausgestatteten Maschine.

Beschreibung des Ausführungsbeispiels

In Figur 1 ist eine Vorrichtung zur sicherheitstechnischen Steuerung einer mit einem Messer 2 ausgestatteten Maschine 1 dargestellt. Die Maschine 1 weist neben dem Messer 2 aus Metall eine Andruckwalze 3 und eine Zugwalze 4 auf, welche ein zu bearbeitendes Fleischstück relativ zu dem Messer 2 bewegen.

Das Messer schneidet von dem Fleischstück eine Schicht 1 1 ab. Diese Schicht befindet sich an der nach unten weisenden Seite, mit der das Fleischstück auf einem Transportband 15 aufliegt. Die Andruckwalze ist mit einer Profilierung 6 mit Zähnen 7 ausgestattet. Die Maschine ist mit einem in der Zeichnung nicht dargestellten elektrischen Antrieb ausgestattet, der die Zugwalze 4 zur Rotation antreibt. Durch die Rotation der Zugwalze 4 werden die Fleischstücke 5 über das Messer 2 gezogen. Bei der Maschine 1 kann es sich um eine Abschwartungs- und Enthäutungsmaschine oder um eine Entvliesmaschine handeln.

Die Vorrichtung zur sicherheitstechnischen Steuerung der Maschine 1 ist in die Maschine 1 integriert und mit einer Steuerungseinrichtung 8, einem linken Handschuh 10 und einem rechten Handschuh 12, einer linken elektrisch leitenden Verbindung 9 und einer rechten elektrisch leitenden Verbindung 1 1 ausgestattet. Die Steuerungseinrichtung 8 steuert den elektrischen Antrieb der Maschine 1 . Der linke Handschuh 10 umfasst einen linken leitfähigen Handschuh und einen darüber zu tragenden isolierenden Handschuh. Entsprechend umfasst der rechte Handschuh 12 einen rechten leitfähigen Handschuh und einen darüber zu tragenden isolierenden Handschuh. Die linke elektrisch leitende Verbindung 9 verbindet den linken leitfähigen Handschuh mit der Steuerungseinrichtung 8. Die rechte elektrisch leitende Verbindung 1 1 verbindet den rechten leitfähigen Handschuh mit der Steuerungseinrichtung 8. Die Steuerungseinrichtung 8 ist mit einer Widerstandsprüfeinrichtung 16 und einer Spannungsquelle 17 ausgestattet. Die Widerstandsprüfeinrichtung 16 prüft den Widerstand zwischen dem linken leitfähigen Handschuh und dem rechten leitfähigen Handschuh. Die Spannungsquelle 17 versorgt den linken leitfähigen Handschuh und den rechten leitfähigen Handschuh mit Gleichstrom.

Die linke elektrisch leitfähige Verbindung 9 ist als erstes Kabel ausgebildet, das an seinem der Steuerungseinrichtung 8 zugewandten Ende mit einem Stecker ausgestattet ist. Dieser Stecker wird als erster Stecker 19 bezeichnet. Die Steuerungseinrichtung 8 weist eine erste Buchse 18 für den ersten Stecker 19 auf. Die rechte elektrisch leitfähige Verbindung 1 1 ist als zweites Kabel ausgebildet, das an seinem der Steuerungseinrichtung 8 zugewandten Ende mit einem Stecker ausgestattet ist. Dieser Stecker wird als zweiter Stecker 21 bezeichnet. Die Steuerungseinrichtung 8 weist eine zweite Buchse 20 für den zweiten Stecker 21 auf. Dabei unterscheidet sich der erste Stecker 19 vom zweiten Stecker 21 . Ferner unterscheidet sich die erste Buchse 18 von der zweiten Buchse 20. Der erste Stecker 19 passt nur in die erste Buchse 18 und nicht in die zweite Buchse 20. Der zweite Stecker 21 passt nur in die zweite Buchse 20 und nicht in die erste Buchse 18.

Der linke elektrisch leitfähige Handschuh des linken Handschuhs 10 ist mit einem Klettverschluss 13 ausgestattet, über den die linke elektrisch leitfähige Verbindung 9 mit dem linken elektrisch leitenden Handschuh verbunden ist. Der rechte elektrisch leitfähige Handschuh des rechten Handschuhs 12 ist mit einem Klettverschluss 14 ausgestattet, über den die rechte elektrisch leitfähige Verbindung 1 1 mit dem linken elektrisch leitenden Handschuh verbunden ist.

Die Steuerungseinrichtung 8 ist ferner mit einer optischen Anzeigeeinrichtung 22 ausgestattet, welche der Betriebszustand der Steuerungseinrichtung 8 und eventuell festgestellte Fehler angezeigt werden. Eine in der Zeichnung nicht dargestellte Person, welche Fleischstücke 5 auf das

Transportband 15 auflegt, kann mit der Hand bis in den Bereich des Messers gelangen. Um die Person zu schützen, trägt diese einen linken und rechten Handschuh 10, 12 wie oben beschrieben. Anhand der Vorrichtung zur sicherheitstechnischen Steuerung der Maschine wird überwacht, ob die Person die Handschuh trägt und ob die Vorrichtung korrekt funktionsfähig ist. Die

Zugwalze 4 wird nur dann angetrieben, wenn die Vorrichtung zur sicherheitstechnischen Steuerung keine Fehler feststellt.

Sämtliche Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger

Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.

Bezugszahlen

1 Maschine

2 Messer

3 Andruckwalze

4 Zugwalze

5 Fleischstück

6 Profilierung

7 Zähne

8 Steuerungseinrichtung

9 linke elektrisch leitende Verbindung

10 linker Handschuh

1 1 rechte elektrisch leitende Verbindung

12 rechter Handschuh

13 Klettverschluss

14 Klettverschluss

15 Transportband

16 Widerstandsprüfeinrichtung

17 Spannungsquelle

18 erste Buchse

19 erster Stecker

20 zweite Buchse

21 zweiter Stecker

22 optische Anzeigeeinrichtung