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Title:
DEVICE AND METHOD FOR THREAD POSITIVE FEEDING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2005/098115
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a control unit (23) for thread feeding devices (18, 19) generating for said thread feeding devices pattern or switch data control signals transmitted by a pattern memory (28) or data signals differently received from a knitting machine (1). Said control unit also adds or subtracts pattern data and advance or lag angles which are related to the rotation of a needle cylinder (1) and set specifically for the machine.

Inventors:
Weber, Friedrich (Sonnenbergstr. 5, Herzogsweiler, 72285, DE)
Application Number:
PCT/EP2005/002212
Publication Date:
October 20, 2005
Filing Date:
March 03, 2005
Export Citation:
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Assignee:
MEMMINGER-IRO GMBH (Jakob-Mutz-Str. 7, Dornstetten, 72280, DE)
Weber, Friedrich (Sonnenbergstr. 5, Herzogsweiler, 72285, DE)
International Classes:
D04B15/48; D04B15/66; D04B15/38; D04B15/66; (IPC1-7): D04B15/48; D04B15/66
Attorney, Agent or Firm:
RÜGER, BARTHELT & ABEL (Webergasse 3, Esslingen, 73728, DE)
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Claims:
Patentansprüche:
1. Steuereinrichtung (23) für wenigstens ein Fadenlie¬ fergerät (18, 19) einer Faden verarbeitenden Maschi ne, insbesondere einer Strickmaschine (1) , mit einer durch eine Datenverbindung (29) gebildeten Musterschnittstelle, die an einen Musterspeicher (28) oder eine Musterschaltsignale führende Leitung zur Vorgabe eines Strickmusters (Fig. 3) angeschlossen ist, mit einem Positionseingang (25) , der an einen Posi¬ tionsgeber (24) der Maschine angeschlossen ist und von diesem Signale erhält, die die aktuelle Position der Maschine kennzeichnen, mit einem Verarbeitungsmodul (23a) , das über die Da¬ tenverbindung (29) der aktuellen Maschinenposition entsprechende Musterdaten aus dem Musterspeicher (28) erhält und diese gemäß einem Satz gegebener logischer Regeln in Steuerbefehle für das wenigstens eine Fa¬ denliefergerät (18, 19) umsetzt.
2. Steuereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass das Verarbeitungsmodul (23a) an einen Datenspeicher (34) angeschlossen ist, der Maschinen¬ daten enthält.
3. Steuereinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass die Maschinendaten Informationen über Voreilwinkel (αv) und/oder Nacheilwinkel (αN) zwischen von den Musterdaten festgelegten Ereignissen (α0) und der zugeordneten Änderung des Fadenbedarfs enthalten.
4. Steuereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass das Verarbeitungsmodul (23a) die von dem Positionseingang erhaltenen Signale mit dem Vor eilwinkel (αv) oder dem Nacheilwinkel (αN) vergleicht und Steuerbefehle mit entsprechender Voreilung oder Nacheilung an das wenigstens eine Fadenliefergerät (18, 19) ausgibt.
5. Steuereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass der Positionsgeber (24) ein Absolut¬ wertgeber ist .
6. Steuereinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass die Maschinendaten durch eine Eingabe¬ einrichtung (31) eingebbar sind.
7. Steuereinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekenn zeichnet, dass zu der Eingabeeinrichtung (31) eine Wiedergabeeinrichtung (32) mit wenigstens einer Ein¬ gabemaske (33) gehört.
8. Steuereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, dass das Verarbeitungsmodul (23a) mit einem Fadenspannungsfühler (35) zur Bestimmung der Maschi¬ nendaten wie beispielweise in Form von Vor oder Nacheilwinkeln oder Zeiten verbunden ist.
9. Steuereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn¬ zeichnet, dass das Fadenliefergerät (18, 19) ein PositivLiefergerät ist.
10. Verfahren zur positiven Padenlieferung an einer Tex¬ tilmaschine, insbesondere einer Strickmaschine (1) mit wechselndem Fadenbedarf, bei dem die Arbeitsposition der Strickmaschine (1) be¬ stimmt wird, Daten, die der Steuerung der Strickmaschine (1) dienen und die in einem Musterspeicher (28) be reitgehalten werden, der aktuellen Arbeitsposi¬ tion der Strickmaschine (1) entsprechend abgeru¬ fen werden, die abgerufenen Daten mit Maschinendaten ver knüpft werden, um Liefersteuerdaten zu erzeugen, und bei dem wenigstens ein vorhandenes Fadenliefergerät (18) den Liefersteuerdaten entsprechend angesteuert wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verknüpfung eine Winkeladdition ist.
12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschinendaten wie beispielweise in Form von Vor oder Macheilwinkeln oder Zeiten in einem Probe¬ betrieb durch Fadenspannungsmessung bestimmt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Musterdaten aus dem Musterspeicher (28) ge¬ wonnen werden.
14. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Musterdaten durch Überwachung einer Muster¬ schaltsignale führenden Leitung abgerufen werden.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung eine zu einem Schaltapparat führende Leitung ist .
16. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung eine von einem Sensor kommende Lei¬ tung ist.
Description:
Vorrichtung und Verfahren zur Fadenpositiylieferuncr

Die Erfindung betrifft eine Steuereinrichtung für wenigstens ein Fadenliefergerät einer fadenverarbeitenden Maschine, insbesondere einer Strickmaschine. Außerdem be¬ trifft die Erfindung ein Verfahren zur positiven Fadenlie¬ ferung an einer Textilmaschine, insbesondere einer Strick- maschine mit wechselndem Fadenbedarf.

Es sind Rundstrickmaschinen wie auch Flachstrickma¬ schinen bekannt, die zum Stricken gemusterter Ware einge¬ richtet sind. Entsprechend müssen verschiedene Strickstel- len nicht kontinuierlich sondern intermittierend mit Faden versorgt werden.

—Λ — Ein Beispiel für eine Rundstrickmaschine zur Erzeu¬ gung gemusterter Ware ist der EP 0 724 033 Al zu entnehmen. Die Rundstrickmaschine weist eine Schneideinrichtung auf, um nicht benötigte Fäden abzuschneiden. Wird wieder Faden mit der entsprechenden Farbe gebraucht wird der zuvor abge¬ schnittene Faden den Strickstellen wieder zugeführt.

Des Weiteren ist der DE-PS 2024 341 ein so genannter Ringelapparat für eine Rundstrickmaschine und für eine Rundwirkmaschine zu entnehmen. Der Ringelapparat enthält Vorrichtungen, um Fäden ein- und auszulegen, d.h. den Strickstellen wahlweise zuzuführen.

Strickmaschinen, die glatte Ware stricken, d.h. deren Strickstellen ununterbrochen Faden zugeführt wird, werden in der Regel über so genannte Positivfournisseure mit Faden versorgt, die der Strickstelle pro Umdrehung des Maschinen- zylinders einen vorbestimmten Wert einer Fadenlänge zufüh- ren. Damit wird die Maschengröße unabhängig von Toleranzen der Strickstellen vereinheitlicht. Solche Positivfournis¬ seure werden in der Regel über einen Zahnriemen oder der¬ gleichen angetrieben und laufen somit zwangsläufig synchron mit der Strickmaschine.

Strickmaschinen, die gemusterte Ware erzeugen sollen, können nicht mit solchen Positivfournisseuren mit Faden beliefert werden. Vielmehr werden in.der Regel so genannte Friktionsfournisseure eingesetzt, wie sie aus der DE 100 06 599 Al bekannt sind. Solche Friktionsfournisseure weisen ein Fadenlieferrad auf, das drehend angetrieben ist. Der Faden berührt dieses Fadenlieferrad mit einem Umschlin- gungswinkel, der sich in Abhängigkeit von dem Fadenzug der fadenverbrauchenden Stelle ändert. Dazu ist ein so genann¬ ter Auslegehebel vorgesehen, der endseitig eine Öse trägt, durch die der Faden läuft. Der Hebel ist schwenkbar gela¬ gert und durch eine Feder in Auslegerichtung, d.h. von dem Fadenlieferrad weg, vorgespannt. Bricht der Fadenzug zu¬ sammen hebt der Auslegehebel den Faden weitgehend von dem Fadenlieferrad ab oder vermindert zumindest den Umschlin- gungswinkel drastisch.

Solche Fadenliefergeräte haben sich in der Praxis bewährt. Jedoch erzwingen sie, anders als Positivfadenlie- fergeräte, nicht unmittelbar eine einheitliche Maschengrö¬ ße.

Es ist Ziel der Erfindung, ein System sowie ein Ver¬ fahren anzugeben, mit dem fadenverbrauchende Maschinen, insbesondere Rundstrickmaschinen trotz wechselnden Fadenbe¬ darfs, auf eine Weise mit Faden beliefert werden können, die eine erhöhte Gestrickqualität ermöglicht.

Diese Aufgabe wird mit der Steuereinrichtung nach Anspruch 1 sowie dem Verfahren gemäß Anspruch 10 gelöst:

Die erfindungsgemäße Steuereinrichtung nutzt zur An- Steuerung des wenigstens einen Fadenliefergeräts bzw. meh¬ rerer Fadenliefergeräte, einen Musterspeicher, der zur An¬ steuerung der Strickmaschine bzw. sonstigen Textilmaschine dient . Der Musterspeicher enthält Daten über das Ein- und Ausschalten verschiedener fadenverbrauchender Stellen, bei- spielsweise Strickstellen. Der Musterspeicher steuert somit z.B. das Schloss einer Strickmaschine, um einzelne Nadeln zu aktivieren oder zu deaktivieren, Fadenauslegehebel zum Ein- und Auslegen von Fäden, Schneideinrichtunqen und der- gleichen. Die Steuereinrichtung weist eine Musterschnitt¬ stelle auf, über die sie mit dem Musterspeicher verbunden ist. Außerdem erhält die Steuereinrichtung von einem Posi¬ tionsgeber Informationen über die aktuelle Maschinenpositi- on. Bei einer Rundstrickmaschine wird unter aktueller „Ma¬ schinenposition" vorzugsweise der Drehwinkel des Nadelzy- linders verstanden. Die Maschinenposition kann dabei entwe¬ der als Absolutposition oder auch in Form einer Impulsfolge als Relativposition aufgenommen werden.

Wesentlicher Bestandteil der Steuereinrichtung ist ein Verarbeitungsmodul, das, insbesondere wenn es software¬ technisch realisiert ist, auch als Maschineninterpreter bezeichnet werden kann. Das Verarbeitungsmodul erhält der Position der Maschine entsprechend Daten aus dem Muster¬ speicher und setzt diese gemäß einem Satz gegebener logi¬ scher Regeln in Steuerbefehle für das wenigstens eine Fa¬ denliefergerät um. Der „Satz gegebener logischer Regeln" kann im einfachsten Fall ein Verzögerungsbefehl sein. Wenn der Positionsgeber beispielsweise eine die Winkelschritte des NadelZylinders kennzeichnende Impulsfolge liefert, und wenn zwischen dem Einschalten einer Strickstelle und dem darauf folgenden Fadenbedarf eine Drehung des Nadelzylin- ders um einen vorbestimmten Winkel erfolgen muss, besteht die logische Regel darin, eine entsprechende Anzahl von Impulsen des Positionsgebers abzuwarten, bis die Fadenan¬ forderung aus dem Musterspeicher an das Fadenliefergerät weiter gegeben wird. Dies kann mit einer Torschaltung ge¬ schehen, die nach Abzählen der betreffenden Impulszahl die Schrittimpulse des Positionsgebers des NadelZylinders an das Fadenliefergerät weitergibt, um mit der gewünschten Verzögerung dann die synchrone Drehung zwischen Fadenlie¬ ferrad und Nadelzylinder zu bewirken. Die Anzahl der Winkelschritte, die zwischen dem Akti¬ vieren eines bestimmten Punkts in dem Muster und dem er¬ forderlichen Lieferbeginn vergeht, kann als Nacheilwinkel angesehen werden. In anderen Fällen können auch Voreilwin- kel erforderlich sein. Diese können insbesondere dann leicht eingestellt werden, wenn der Positionsgeber ein Ab¬ solutwertgeber ist . Die Voreilwinkel und/oder Nacheilwinkel sind maschinenspezifisch und hängen beispielsweise von dem Abstand zwischen einem Fadenein- und -auslegehebel und ei¬ ner Strickstelle ab. Sie können für eine gegebene Maschine konstant oder von Einstellungen oder Umbauten abhängig sein. Sie werden deshalb vorzugsweise in einem Datenspei¬ cher für Maschinendaten gehalten.

„Maschinendaten" sind zum Beispiel eine Anzahl von Winkelschritten des Strickzylinders oder eine Anzahl sons¬ tiger Masσhinentakte, die nach Empfang eines Musterbefehls durchlaufen werden, bis sich der Fadenbedarf tatsächlich musterbedingt ändert. Der Maschineninterpreter greift somit sowohl auf den Musterdatenspeicher als auch auf den Maschi¬ nendatenspeicher zu und verknüpft diese (beispielsweise durch Addition oder Subtraktion von Voreilwinkel oder Nach¬ eilwinkel von den Daten des Musterspeichers) und sorgt da- für, dass die Fournisseure an den richtigen Stellen der Drehung des NadelZylinders aktiviert oder deaktiviert wer¬ den. Anstelle des Zugriffs auf den Musterspeicher kann der Maschineninterpreter auch an eine Leitung angeschlossen sein, die Musterschaltsignale führt. Solche Leitungen sind beispielsweise Leitungen, die Schaltorgane der Strickma¬ schine zum Aktivieren oder Deaktivieren von Strickstellen steuern. Es können somit leicht abgreifbare Steuersignale verwendet werden, die zur Steuerung von Schaltapparaten dienen. Außerdem können Signale von Sensoren ausgenutzt werden, die Schaltapparate, Nadeln oder sonstige mechani¬ sche Teile abfragen, die musterspezifische Aktionen aus¬ führen.

Während aktivierte Fadenliefergeräte synchron mit dem Nadelzylinder laufen, ruhen deaktivierte Fadenliefergeräte. Neben diesem Schaltbetrieb kann es auch erforderlich sein, wenigstens kurzzeitig Betriebszustande hervorzurufen, in denen die Fadenliefergeräte mit reduzierter Drehzahl oder auch mit überhöhter Drehzahl laufen.

Die Vor- und Nacheilwinkel können bei einer einfachen Ausführungsform fest vorgegeben und vom Servicepersonal oder Maschinenhersteller oder Fournisseurhersteller ein- programmiert sein. Es ist aber auch möglich, eine Eingabe¬ schnittstelle zur Verfügung zu stellen, über die entspre¬ chende Daten, beispielsweise über Bildschirmmasken, eingeb¬ bar sind. Damit ist es möglich, gewisse Start- und Stopp¬ punkte, bezogen auf die Drehung des Maschinenzylinders aus- zuprobieren und auf diese Weise die Qualität des zu erzeu¬ genden Gestricks zu optimieren. Es gelingt, eine positive Fadenlieferung auch für Jacguardrundstrickmaschinen zu eta¬ blieren, wobei die Fadenlieferung nicht von dem aktuellen Fadenzug abhängig ist.

Des Weiteren ist es möglich, zur Erleichterung der Gewinnung der Maschinendaten Fadenspannungssensoren vor¬ zusehen und die Fadenspannungen in einer Probebetriebsart zu überwachen sowie die Fadenliefergeräte jeweils nur dann zu aktivieren, wenn Fadenzug auftritt. Die Drehwinkel des NadelZylinders, bei denen Fadenzug auftritt, können mit den zugeordneten Musterdaten verglichen werden. Die Winkeldif¬ ferenzen zwischen den Musterdaten und den Drehwinkeln, bei denen der Fadenzug auftrittr können als Voreilwinkel-oder Nacheilwinkel abgespeichert werden. Nach Beendigung des Probebetriebs können die Fadenspannungsmesser dann deakti¬ viert werden und anhand der gewonnenen Daten kann reiner Positivbetrieb durchgeführt werden. Bedarfsweise kann al- lerdings eine Fadenspannungsüberwachung fortlaufend oder zeitweilig angestrengt werden, um z.B. Fehlerzustände zu erkennen.

Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Zeichnung, der Beschrei¬ bung oder von Ansprüchen.

In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfin¬ dung veranschaulicht. Es zeigen:

Figur 1 eine Strickmaschine mit elektronischen Positiv- fournisseuren und zugeordneter Steuereinrichtung in aufs Äußerste schematisierter Darstellung,

Figur 2 verschiedene Vor- und Nacheilwinkel zur Steue¬ rung der Fournisseure in Form eines Diagramms,

Figur 3 einen Ausschnitt aus einem Musterdatenspeicher in beispielhafter symbolischer Veranschauli- chung,

Figur 4 eine Jacquardstrickmaschine mit selbstprogram¬ mierendem Positivfournisseur und

Figur 5 eine Jacquardstrickmaschine mit selbstprogram¬ mierendem Positivfournisseur und mittelbarem Abgriff von Musterdaten von einer Schaltsignale führenden Leitung. In Figur 1 ist schematisch eine Strickmaschine 1 ver¬ anschaulicht, die zur Herstellung gemusterter Ware einge¬ richtet ist. Die Strickmaschine 1 weist einen Nadelzylinder 2 auf, der um eine vertikale Achse drehbar gelagert und mit einer Antriebseinrichtung verbunden ist. Der Nadelzylinder 2 weist an seinem Außenumfang vertikale Führungskanäle auf, in denen Nadeln 3 vertikal verschiebbar gehalten sind. Den Nadeln 3 ist ein so genanntes Schloss 4 zugeordnet, das eine nutartige Schlosskurve 5 aufweist. Füße 6 der Nadeln 3 ragen in die Schlosskurve 5 und fahren diese ab, wenn sich der Nadelzylinder 2 dreht. Die Schlosskurve 5 kann, wie in Figur 1 mit einer gestrichelten Linie 7 angedeutet ist, wellenförmige Abschnitte aufweisen, die nach oben oder nach unten führen, um die Nadeln 3 auszutreiben oder einzuzie- hen. Eine Schalteinrichtung 8 kann dazu dienen, alternative Zweige 9, 11 der Schlosskurve zu aktivieren oder zu deakti¬ vieren. Weitere Schaltapparate sowie Schlosskurven können vorgesehen sein, sind jedoch zur Verbesserung der Über¬ sichtlichkeit in Figur 1 weg gelassen. Insbesondere können zwischen den Nadeln 3 Platinen vorgesehen sein, die das an den Nadeln 3 hängende Gestrick führen sowie auf sonstige Weise auf die Maschen einwirken.

Stellen 12 der Schlosskurve, die die Nadeln 3 nach unten führen, legen Strickstellen 14 fest, an denen ein aufgenommener Faden 15 zu einer Masche geformt wird. Den Strickstellen 14 vorgelagert sind Aufnahmestellen 16, bei denen der Faden 15 zu den Nadeln 3 geführt wird. Die Nadeln. 3 sind an den Aufnahmestellen 16 ausgetrieben. An dieser Stelle ist vorzugsweise auch ein Fadenführer 17 vorgesehen, mit dem der Faden 15 zu den Nadeln 3 und von diesen weg geführt werden kann. Alternativ können noch Schneidapparate, Einziehvor¬ richtungen und dergleichen vorgesehen sein, wie es Stand der Technik ist. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit sind solche Einrichtungen in Figur 1 weg gelassen.

Zur Fadenzuführung dienen Fadenliefergeräte 18, 19, die untereinander gleich aufgebaut sind. Die nachfolgende Beschreibung des Fadenliefergeräts 18 gilt entsprechend für das Fadenliefergerät 19 sowie evtl . weitere nicht veran- schaulichte Fadenliefergeräte.

Das Fadenliefergerät 18 weist ein Fadenlieferrad 21 auf, das drehfest mit einem Motor 22 verbunden ist. Das Fadenlieferrad ist beispielsweise ein Stabkäfig oder ein einteiliges, aus Blech tiefgezogenes Teil, das ausgestellte Ränder und dazwischen einen gerippten Speicherbereich auf¬ weisen kann. Der Faden 15 umschlingt das Fadenlieferrad ein oder mehrere Male und bildet somit einen Wickel . Der Wickel kann an dem gesamten Umfang des Fadenlieferrads 21 anlie- gen. Bei einer alternativen Ausführungsform führt der Wi¬ ckel außerdem über ein oder mehrere Fadenabhebestifte, die ungefähr parallel zu der Drehachse des Fadenlieferrads 21 orientiert sind. Der Wickel liegt in diesem Fall nur an einem Teil des Umfangs des Fadenlieferrads 21 an. Diese Maßnahme kann dazu dienen, einen gewissen Schlupf des Fa¬ dens 15 auf dem Fadenlieferrad 21 zu ermöglichen, um Fehl- lieferungen zu puffern. Außerdem lässt sich mit dem Faden¬ abhebestift ein Wickelvorschub und/oder eine axiale Strec¬ kung des Wickels in dem Sinne erreichen, dass benachbarte Windungen voneinander entfernt werden.

Der Motor 22 ist vorzugsweise positionsgeregelt, wo¬ bei der zur Positionsregelung vorgesehene, in Figur 1 nicht weiter veranschaulichte-,- Positionssensor-des Motors- 22 -eine besonders hohe Winkelauflösung aufweist. Diese ist so hoch, dass die Lieferabweichung des Fadens 15 unter 1 mm liegt.

Zur Steuerung des Motors 22 dient eine Steuereinrich- tung 23. Diese steuert den Motor 22 an, indem sie diesem ständig aktuelle Winkelvorgaben macht, so dass sich der Motor 22 mit fortschreitenden Winkelvorgaben dreht. Die Winkelvorgaben können in Form von Daten, Strömen, Spannun¬ gen, Impulsen, d.h. Schrittvorgaben übermittelt werden.

Dem Nadelzylinder 2 ist ein Positionsgeber 24 zuge¬ ordnet, der die aktuelle Drehwinkelposition des Nadelzylin- ders 2 erfasst . Er gibt die Drehwinkelposition beispiels¬ weise in Form von Inkrementen, d.h. Winkelschritten an ei- nen Positionseingang 25 der Steuereinrichtung 23 weiter. Dabei kann bei jeder Umdrehung zumindest einmal oder auch in bestimmten Winkelabständen ein Nullungssignal erzeugt werden, so dass die Steuereinrichtung durch Zählung der einzelnen SchrittImpulse (Inkremente) die Absolutposition des NadelZylinders 2 bestimmen kann. Alternativ kann der Positionsgeber 24 ein Absolutwertgeber sein, der ein den Drehwinkel des NadelZylinders 2 kennzeichnendes Analog¬ oder Digitalsignal an den Positionseingang 25 liefert.

Die Strickmaschine 1 wird von einer Steuereinheit 26 gesteuert, die einen Positionseingang 27 aufweist, der mit dem Positionsgeber 24 verbunden ist. Die Steuereinheit 26 steuert den Schaltapparat 8 sowie evtl . weitere Einheiten der Strickmaschine 1 wie beispielsweise einen weiteren Ie- diglich schematisch angedeuteten Schaltapparat 8a, einen Aktor 8b zur Bewegung des Fadenführers, Schneideinrichtun¬ gen und dergleichen. Die Steuereinheit 26 ist mit einem Musterdatenspei¬ cher 28 verbunden, der geeignet aufbereitete, das Muster des zu erzeugenden Gestricks kennzeichnende Daten enthält. In Figur 3 ist ein Ausschnitt des Speicherinhalts für ein sich über mehrere Zylinderumdrehungen hinweg fortsetzendes Muster veranschaulicht. Es sind die Anfänge der beiden ers¬ ten Zeilen Zl, Z2 der Steuerdaten, beispielsweise für zwei Strickstellen veranschaulicht. Spaltenweise sind Winkelin- kremente .abgebildet, die beispielsweise der Nadelteilung entsprechen können. Während die erste Strickstelle für die erste Zylinderumdrehung (Zeile 1) zumindest in dem betrach¬ teten Bereich aktiv ist, ist die zweite Strickstelle in¬ aktiv. In der zweiten Zeile ist die zweite Strickstelle daueraktiv (nur Einsen) während die erste Strickstelle in- termittierend arbeitet (Eins-Mull-Eins-Null-Folge) . In die¬ ser Weise ist der Musterspeicher für alle Zeilen des Mus¬ ters und alle Strickstellen sowie alle Winkelinkremente fortgesetzt .

Mit diesem Musterspeicher 28 ist auch die Steuerein¬ richtung 23 verbunden. Diese kann entsprechend den über den Positionseingang 25 empfangenen Positionssignalen die zu¬ geordneten Musterdaten aus dem Musterspeicher 28 abrufen. In Figur 1 ist dies durch eine entsprechende bidirektionale Datenverbindung 29 gekennzeichnet. Die' Steuereinrichtung 23 setzt die empfangenen Musterdaten in Steuerdaten für die Fadenliefergeräte 18, 19 um. Die Umsetzung erfolgt gemäß vorgegebener logischer Regeln, die beispielsweise über eine Eingabeeinrichtung 31 in Form einer Tastatur oder anderer Eingabemittel und/oder anhand einer Wiedergabeeinrichtung 32, beispielsweise in Form eines Bildschirms oder Displays, eingegeben werden können. Dazu sind auf der Wiedergabeein- richtung 32 z.B. Eingabemasken 33 darstellbar, in die Zah¬ lenwerte eingetragen werden, können. Die_ Eingabemasken for- dem beispielsweise zur Eingabe von Voreilwinkeln oder Nacheilwinkeln auf, die beispielsweise durch den Abstand der Aufnahmestelle 16 zu der Strickstelle 14 gegeben sind und somit bauliche Details der Strickmaschine 1 wiederge- ben. Insbesondere betreffen diese Daten Voreil- oder Verzö¬ gerungswinkel (Nacheilwinkel) , die aussagen, wieviele In- kremente des Positionsgebers vor oder nach einem Schaltbe¬ fehl, der an den Schaltapparat 8 oder 8a gegeben wird, der Fadenbedarf tatsächlich steigt oder abfällt.

Zur weiteren Veranschaulichung der Funktion der Steu¬ ereinrichtung 23 wird auf die nachfolgende Beschreibung des Betriebs der Strickmaschine 1 verwiesen:

Es wird zunächst angenommen, dass die Strickmaschine 1 glatte Ware strickt. In diesem Fall läuft der Nadelzylin- der 2 mit im Wesentlichen konstanter Drehzahl. Die Drehbe¬ wegung wird ,in Form einzelner Inkremente oder in Form einer Folge von absoluten Positionsangaben von dem Positionsgeber 24 erfasst und an die Steuereinrichtung 23 sowie die Steuereinheit 26 weiter gegeben. Die von den Fadenlieferge¬ räten 18, 19 belieferten Strickstellen sind beide aktiv. Entsprechend steuert die Steuereinrichtung 23 die Motoren 22 der Fadenliefergeräte 18, 19 mit Steuerimpulsen und/oder anderweitigen Ansteuersignalen so an, dass sich die Faden¬ lieferräder 21 mit einem vorgegebenen Übersetzungsverhält¬ nis synchron zu dem Nadelzylinder 2 drehen. Der Faden 15 wird somit positiv, d.h. mit vorbestimmter Rate geliefert. Die Nadeln 3 laufen durch den oberen Zweig 9 der durch die Linie 7 symbolisierten Schlosskurve und nehmen dabei den Faden auf, der dann an der Strickstelle 14 verstrickt wird.

Es wird nun angenommen, dass ein Gestrickabschnitt .erreicht wird, .an_-dem -ein Muster ..zu. erzeugen-ist.- Die -Steu--- ereinheit 26 erhält die entsprechende Information durch Abfrage des Musterspeichers 28 und schaltet bei der ent¬ sprechenden, über den Positionsgeber 24 erfassten TWinkelpo- sition des NadelZylinders 2 die Schaltapparate 8, 8a so, dass die Nadeln nicht mehr ausgetrieben werden und auch nicht mehr kulieren. Beispielsweise laufen die Füße 6 der Nadeln dann durch den Zweig 11 der Schlosskurve. Auch an der Strickstelle 14 laufen sie durch den horizontalen Zweig. Zusätzlich oder alternativ kann der Faden 15 mittels des Aktors 8b und des Fadenführers 17 ausgeschwenkt werden, um von den beispielsweise weiterhin ausgetriebenen Nadeln 3 nicht mehr erfasst zu werden. Auch dies ist eine Maßnahme, die zur Unterbrechung des Strickbetriebs geeignet ist.

In beiden Fällen muss das zugeordnete Fadenlieferge¬ rät 18 seinen Lieferbetrieb einstellen, wobei der Zeitpunkt des Lieferschlusses nicht unbedingt mit dem Zeitpunkt des Umschaltens des Schaltapparats 8 oder des Aktors 8b zusam¬ menfallen muss. Vielmehr ist zu erwarten, dass nach dem Umschalten der Schaltapparate 8, 8a noch ein Teil der Na¬ deln, die sich in der nach oben bzw. nach unten ausgelenk¬ ten Schlosskurve befinden, die Kulierbewegung ausführt, so dass noch Faden nachgeliefert werden muss. Dies ist in Fi¬ gur 2 veranschaulicht. Wird bei einem Drehwinkel α0 den Musterdaten entsprechend eine Umschaltung der Strickmaschi¬ ne 1 vorgenommen, kann das zugeordnete Fadenliefergerät 18 erst etwas später bei einem Winkel αN des NadelZylinders 2 abgeschaltet werden. Die entsprechende Winkeldifferenz a0 - αN ist der Nacheilwinkel. Ein entsprechender Nacheilwinkel üN1 kann für das Einschalten der Strickstelle 14 erforder¬ lich sein. Die Nacheilwinkel αN1 und c% für das Einschalten und Ausschalten der Strickstelle 14 sind in der Regel ver¬ schieden. Für das Einschalten der Strickstelle kommt es insbesondere auf den Abstand zwischen der Aufnahmesteile 16 und der Strickstelle 14 an. Somit ist αN1 in der Regel we¬ sentlich größer als αN.

Der Ordnung halber sei vermerkt, dass prinzipiell auch Voreilwinkel αv abgespeichert und eingehalten werden können, so dass die Fadenlieferung startet kurz bevor die Strickmaschine 1 einen entsprechenden Umschaltbefehl er¬ hält. Solche Voreilwinkel sind insbesondere dann leicht einzuhalten, wenn der Positionsgeber 24 ein Absolutwert- geber ist.

Die erforderlichen Voreil- und Nacheilwinkel zum Ein- und Ausschalten von Strickstellen 14 oder anderer Maßnah¬ men, die eine Vergrößerung oder eine Verminderung der Lie- ferrate der Fadenliefergeräte 18, 19 erfordern, sind vor¬ zugsweise in einem Datenspeicher 34 abgespeichert, der Teil der Steuereinrichtung 23 ist. Die in dem Datenspeicher ge¬ haltenen Daten sind die genannten Vor- oder Nacheilwinkel und werden beispielsweise über die Eingabeeinrichtung 31 eingegeben.

Figur 4 veranschaulicht eine Ausführungsform einer Steuereinrichtung 23, die eine erleichterte Programmierung des Datenspeichers 34 und somit der Steuereinrichtung 23 gestattet. Wie bei dem vorstehenden Ausführungsbeispiel bestehen die logischen Regeln hinsichtlich der Verarbeitung der Musterdaten des Musterspeichers 28 zur Gewinnung von Ansteuersignalen zur Ansteuerung des Fadenliefergeräts 18 vorwiegend in der Addition oder Substraktion von Voreilwin- kein oder Nacheilwinkeln zu den einzelnen Winkelschritten (X1, α2 usw. , bei denen Musterschaltbefehle an die Schalt- apparate 8, 8a gegeben werden. Dies entspricht Null-Eins¬ oder Eins-Null-Übergängen in jeder Zeile in Figur 3. Tritt beispielsweise -in der oberen Teilzeile von Z2 zwischen αx und α2 ein Eins-Null-Übergang auf, bedeutet dies einen Ab- schaltbefehl für den Schaltapparat 8. Mit einem entspre¬ chenden Winkelversatz (αx + Qt1n) wird dann das Fadenliefer¬ gerät 18 angesteuert.

Die Gewinnung des Nacheilwinkeis αN1 kann gemäß Figur 4 beispielsweise mittels eines Fadenspannungsfühlers 35 erfolgen, der die Fadenspannung zwischen dem Fadenlieferrad 21 und der Strickmaschine 1 erfasst . Im Probebetrieb ist der Fadenspannungsfühler 35 aktiviert. Er liefert entspre¬ chende FadenspannungsSignale an die Steuereinrichtung 23. Diese steuert den Motor 22 nun so an, dass die Fadenspan¬ nung stets innerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereichs gehalten wird. Nimmt die Strickmaschine 1 keinen Faden ab steht das Fadenlieferrad 21. Zieht die Strickmaschine 1 an dem Faden, nachdem die Strickstelle 14 aktiviert worden ist, steigt die Fadenspannung zunächst kurzzeitig an. Die Steuereinrichtung 23 wirkt dem entgegen, indem sie den Mo¬ tor 22 in Gang setzt, so dass nun Faden positiv geliefert wird. Die entsprechende Liefermenge entsteht durch das Be¬ streben der Steuereinrichtung 23 die Fadenspannung konstant zu halten.

Der Zeitpunkt bzw. Drehwinkel des NadelZylinders 2 an dem die Fadenlieferung eingesetzt werden kann, ist genau der Drehwinkel, bei dem der Fadenspannungsanstieg zu ver¬ merken war. Die Steuereinrichtung 23 kann diesen zugeordne¬ ten Drehwinkel registrieren und den Musterdaten des Muster¬ speichers 28 zuordnen. Dies geschieht beispielsweise durch Differenzbildung zwischen dem Winkel, bei dem die Faden¬ spannungsspitze auftrat und dem Winkel, bei dem ein ent¬ sprechender Schaltbefehl an den Schaltapparat 28 oder den Aktor 17 gegeben worden ist . Die Differenz wird in dem Da¬ tenspeicher 34 abgespeichert und zur _späteren Verwendung beim Positivbetrieb ohne Spannungskontrolle bereit gehal¬ ten.

Alternativ kann eine Überwachung der Drehung des Fa- denlieferrads 21 an die Stelle der Erfassung der Fadenspan¬ nungsspitze treten. Dabei kommt es nicht auf die Erfassung der Drehzahl des Fadenlieferrads sondern zunächst nur da¬ rauf an, zu welchem Zeitpunkt bzw. bei welchem Drehwinkel des NadelZylinders 2 die von dem geschleppten Faden 15 er- zwungene Drehung des Fadenlieferrads 21 beginnt. Die Win¬ keldifferenz zwischen dem Drehbeginn des Fadenlieferrads 21 und dem Winkel, bei dem der Musterspeicher 28 das Schalten entsprechender Aktoren oder Schaltapparate der Strickma¬ schine 1 bewirkt hat, wird wiederum in dem Datenspeicher 34 gespeichert.

Es ist möglich, die auf diese Weise gewonnenen, in dem Datenspeicher vorhandenen Daten (Voreilwinkel, Nach¬ eilwinkel) zu editieren. Optional kann dazu ein entspre- chendes Menü vorgesehen sein, das über die Eingabeeinrich¬ tung 31 und die Wiedergabeeinrichtung 32 aufrufbar und be¬ dienbar ist.

Weiter optional können bestimmte Drehzahlstufen des Fadenlieferrads 21 überwacht und registriert werden, um beispielsweise nicht nur zwei Zustände, nämlich aktiv und inaktiv, sondern auch einen dritten Zustand (Schwachliefe¬ rung) beispielsweise zur Lieferung von flott liegenden Fä¬ den zu unterscheiden. Die Bestimmung der Fadenliefermenge erfolgt jedoch vorzugsweise nicht durch Messung der Umdre¬ hungen des Fadenlieferrads 21 sondern gemäß Mustervorgaben. Die Überwachung der Drehung des Fadenlieferrads 21 oder alternativ der Fadenspannung dient allein dazu, die Winkel des_Nadelzylinders _2_, bei denen-die-Lieferung. des-Padens 15 zu beginnen oder aufzuhören hat, in Bezug auf die Muster¬ daten festzulegen. Die so gewonnenen Daten werden dann von der von der Steuereinrichtung 21 abgearbeiteten Software berücksichtigt, die gewissermaßen einen „Maschineninter- preter" darstellt. Sie interpretiert die Musterdaten des Musterspeichers 28 fortwährend und ermittelt anhand der zusätzlich in dem Datenspeicher 34 vorhandenen Daten daraus die Schaltbefehle für die Fadenliefergeräte 18, 19.

Die Steuereinrichtung 23 kann eine zentrale Steuer¬ einrichtung sein, die unabhängig von der Steuereinheit 26 aufgebaut ist. Sie kann alternativ Teil derselben sein. Weiter ist es möglich, die Steuereinrichtung 23 in einem Fadenliefergerät 18, einer gesonderten Einheit oder in ei- nem von den Fadenliefergeräten 18, 19 gebildeten Metzwerk unterzubringen.

In Figur 5 ist eine weitere Abwandlung der beschrie¬ benen Strickmaschine 1 veranschaulicht. Sie beruht auf der Strickmaschine nach Figur 4, auf deren Beschreibung verwie¬ sen wird. Bei der Strickmaschine nach Figur 5 ist die Da¬ tenverbindung 29 zu dem Musterspeicher 28 durch Abgriff von Schaltsignalen von der Leitung geschaffen, die die Steuer¬ einheit 26 mit den Schaltapparaten 8, 8a verbindet. Dadurch ist kein direkter Zugriff auf den Musterspeicher 28 erfor¬ derlich, was insbesondere bei Nachrüstlösungen von Bedeu¬ tung ist. Weiter alternativ können an der Strickmaschine 1 auch Sensoren vorgesehen werden, die das Schloss 4, die Schaltapparate 8, 8a, Fadenführer 17 oder sonstige muster- abhängig zu bewegende Elemente überwachen, um daraus Mus¬ terinformation zu beziehen. Die Steuereinrichtung 23 ist zur Verarbeitung solcher sekundärer Mustersignale insbeson¬ dere in ihrer selbstlernenden Ausführungsform bestens ge¬ eignet . Sie_.bildet„einen Maschineninterpreter,- der-die--Vor— oder Nacheilwinkel zwischen Schaltsignal und Fadenver¬ brauchsänderung berücksichtigt. Die Vor- und Nacheilwinkel können durch manuelle Eingabe oder mit Lernverfahren durch Fadenspannungsüberwachung bestimmt werden. Für den Muster- datenabgriff von Schaltleitungen eignen sich insbesondere Lernverfahren. Es kann ein punktgenaues Ein- und Ausschal¬ ten der Fadenliefergeräte ohne manuelle Eingabe, ohne Kenntnis der Musterdaten und ohne Kenntnis der Maschinen¬ daten erreicht werden.

Die Erfindung betrifft eine Steuereinrichtung 23 für Fadenliefergeräte 18, 19, die aus den Daten eines Muster¬ speichers 28 oder aus anderweitig gewonnenen von der Strickmaschine 1 kommenden Muster- oder Schaltdaten Ans- teuersignale für die Fadenliefergeräte 18, 19 bildet. Dazu addiert sie oder subtrahiert sie von den Musterdaten Vor¬ oder Nacheilwinkel, die sich auf die Drehung des Nadelzy- linders 1 beziehen und die maschinenspezifisch festgelegt sind. Bezugszeichenliste :

1 Strickmaschine 2 Nadelzylinder 3 Nadeln 4 Schloss 5 Schlosskurve 7 Linie 8, 8a Schaltapparat 8b Aktor 9, 11 Zweige 12 Stellen 14 Strickstellen 15 Faden 16 Aufnahmestellen 17 Fadenführer 18, 19 Fadenliefergeräte 21 Fadenlieferrad 22 • Motor 23 Steuereinrichtung 23a Verarbeitungsmodul 24 Positionsgeber 25 Positionseingang 26 Steuereinheit 27 Positionseingang

29 Datenverbindung 31 Eingabeeinrichtung 32 Wiedergabeeinrichtung 33 Eingabemasken 34 Datenspeicher 35 Fadenspannungsfühler