Dambauer, Klaus (Europastrasse 32/12, Hallein, A-5400, AT)
Kranzinger, Norbert (Salzburger Strasse 22, Neumarkt, A-5202, AT)
Dambauer, Klaus (Europastrasse 32/12, Hallein, A-5400, AT)
| 1. | : Vorrichtung zum Herstellen eines Hohlbausteins aus einer hydraulisch aushärtenden, feuchten Bausteinmasse mit einer nach oben offenen Form, die innerhalb von Formwänden von einem Formboden aufragende, mit seitlichem Abstand voneinander angeordnete Kernstege zur Ausbildung von Hohlkam¬ mern des Hohlbausteins umfaßt, und mit einem entlang einer Führung über die Form fahrbaren Füllwagen, der einen durch Umfangswände begrenzten Auf¬ nahmeraum mit einem Siebboden zum Ausbringen der aufgenommenen Bau¬ steinmasse bildet, dadurch gekennzeichnet, daß der im Füllwagen (9) schwin¬ gungsfähig gelagerte Siebboden (14) an einem Schwingungsantrieb (16) ange¬ schlossen ist und unterschiedlich große Sieböffnungen mit einem einen freien Durchtritt der feuchten Bausteinmasse zufolge ihres Eigengewichtes unterbin¬ denden Öffnungsquerschnitt in einer vom Verlauf der Umfangswände (13) des Aufnahmeraums (12) und/oder der Formwände und der Anordnung der Kern¬ stege (4) abhängigen Verteilung über den" Formquerschnitt aufweist und daß der Füllwagen (9) in einer anschlagbegrenzten Füllstellung über der Form (1) verriegelbar ist. |
| 2. | Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß der Sieb¬ boden (14) in einer Verschiebeführung (15) des Füllwagens (9) gelagert und an einen Exzentertrieb als Schwingungsantrieb (16) angeschlossen ist. |
| 3. | Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Exzen¬ trizität und/oder die Umlaufgeschwindigkeit des Exzentertriebes einstellbar sind. |
| 4. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeich¬ net, daß der Siebboden (14) aus einem Gitterrost besteht. |
| 5. | Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stäbe des Gitterrostes unterschiedliche Querschnitte aufweisen. |
Technisches Gebiet
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Herstellen eines Hohlbau¬ steins aus einer hydraulisch aushärtenden, feuchten Bausteinmasse mit einer nach oben offenen Form, die innerhalb von Formwänden von einem Formbo¬ den aufragende, mit seitlichem Abstand voneinander angeordnete Kernstege zur Ausbildung von Hohlkammern des Hohlbausteins umfaßt, und mit einem entlang einer Führung über die Form fahrbaren Füllwagen, der einen durch Umfangswände begrenzten Aufnahmeraum mit einem Siebboden zum Aus¬ bringen der aufgenommenen Bausteinmasse bildet.
Stand der Technik
Zum Herstellen von Hohlbausteinen mit einer Mehrzahl von Hohlkammern aus einer hydraulisch aushärtenden Bausteinmasse ist es bekannt (EP 0 706 864 A2), eine Form mit einem Formboden vorzusehen, auf den ein die Formwände bildender Formkasten aufgesetzt wird und durch den von unten Kernstege in den vom Formkasten umschlossenen Formraum zur Ausbildung der Hohlkam¬ mern eingreifen. Mit Hilfe eines entlang einer Führung über die Form verfahrba¬ ren Füllwagens wird die Form mit der angefeuchteten Bausteinmasse befüllt, bevor die in die Form eingefüllte Bausteinmasse mit Hilfe einer Preßplatte verdichtet wird, die entsprechende Durchtrittsöffnungen zur Aufnahme der vom Formboden aufragenden Kernstege aufweist. Zum Entformen des in dieser Weise hergestellten Hohlbausteins werden die Kernstege durch den Formbo¬ den aus dem Formraum nach unten zurückgezogen und der Formkasten vom Formboden abgehoben.
Um eine gleichmäßige Verdichtung der feuchten Bausteinmasse in der Form und damit über den Querschnitt gleiche mechanische Eigenschaften des Hohl¬ bausteins zu erreichen, ist eine über den Querschnitt gleichmäßige Befüllung der Form mit der feuchten Bausteinmasse vorauszusetzen, was jedoch mit Hilfe der herkömmlichen Füllwagen nicht sichergestellt werden kann. Dies liegt einerseits an der Neigung der feuchten Bausteinmasse zur Verklumpung und anderseits daran, daß über den Querschnitt der Bodenöffnung des Füllwagens keine gleichmäßige Ausbringung der Bausteinmasse gewährleistet werden kann. Dazu kommt, daß die Ausbringungsmenge an Bausteinmasse von der Geschwindigkeit abhängt, mit der der Füllwagen über die Form bewegt wird. Wird zum Auflockern der ausgebrachten Bausteinmasse der Füllwagen mit einem Siebboden versehen, so können die auftretenden Ungleichmäßigkeiten verringert nicht aber vermieden werden.
Darstellung der Erfindung
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Herstel¬ len eines Hohlbausteins der eingangs geschilderten Arts so auszugestalten, daß eine gleichmäßige Befüllung der Form mit feuchter Bausteinmasse als Voraussetzung für über den Querschnitt gleichbleibende mechanische Eigen¬ schaften des herzustellenden Hohlbausteins sichergestellt werden kann.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß der im Füllwagen schwingungsfähig gelagerte Siebboden an einem Schwingungsantrieb ange¬ schlossen ist und unterschiedlich große Sieböffnungen mit einem einen freien Durchtritt der feuchten Bausteinmasse zufolge ihres Eigengewichtes unterbin¬ denden Öffnungsquerschnitt in einer vom Verlauf der Umfangswände des Aufnahmeraums und/oder der Formwände und der Anordnung der Kernstege abhängigen Verteilung über den Formquerschnitt aufweist und daß der Füllwa¬ gen in einer anschlagbegrenzten Füllstellung über der Form verriegelbar ist.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß sich aufgrund der inneren Reibung der feuchten Bausteinmasse und der Reibung zwischen der Bau¬ steinmasse und der Reibung zwischen der Bausteinmasse und den Umfangs- wänden des Aufnahmeraums über die Siebfläche ungleichmäßige Ausbrin¬ gungsbedingungen ergeben. Aus diesem Grunde wird zum Ausgleich dieser Ungleichmäßigkeiten der Siebboden mit unterschiedlich großen Sieböffnungen versehen. Mit diesen unterschiedlich großen Sieböffnungen lassen sich aber nicht nur die ungleichmäßigen Ausgleichsbedingungen der Bausteinmasse aus dem Aufnahmeraum des Füllwagens, sondern auch ungleichmäßige Füllbedin¬ gungen im Bereich der Form berücksichtigen, indem die Verteilung der unter¬ schiedlich großen Sieböffnungen über den Formquerschnitt in Abhängigkeit vom Verlauf der Umfangswände des Aufnahmeraums und der Formwände und der Anordnung der Kernstege der Form gewählt wird. Dies bedeutet jedoch, daß für die Füllung der Form mit der Bausteinmasse der Füllwagen eine vorge¬ gebene Füllstellung gegenüber der Form einnehmen muß. Außerdem darf die Befüllung der Form erst in der Füllstellung des Füllwagens vorgenommen werden. Diese Forderungen werden einerseits durch eine Verriegelung des Füllwagens in der anschlagbegrenzten Füllstellung und anderseits dadurch erfüllt, daß die unterschiedlichen Sieböffnungen einen Öffnungsquerschnitt aufweisen, der ein freies Durchtreten der feuchten Bausteinmasse zufolge ihres Eigengewichtes unterbindet. Zum Ausbringen der feuchten Baustein¬ masse ist der Siebboden mit Hilfe eines Schwingungsantriebes einer Rüttelbe¬ wegung zu unterwerfen, die für den Durchtritt der Bausteinmasse durch die Sieböffnungen sorgt. Der Siebboden ist folglich schwingungsfähig im Füllwa¬ gen zu lagern.
Obwohl für die Schwingungsanregung des Siebbodens unterschiedliche Kon¬ struktionen eingesetzt werden können, ergeben sich besonders einfache Kon¬ struktionsverhältnisse, wenn der Siebboden in einer Verschiebeführung des Füllwagens gelagert und an einen Exzentertrieb als Schwingungsantrieb ange- schlössen wird. Über die Exzentrizität und/oder die Umlaufgeschwindigkeit des Exzentertriebes lassen sich außerdem die Schwingweiten und die Schwin¬ gungsfrequenzen an die jeweiligen Anforderungen hinsichtlich der eingesetzten Bausteinmasse anpassen.
Wegen der Schwingungsanregung des Siebbodens kann eine Verstopfungsge¬ fahr weitgehend ausgeschlossen werden. Es können daher unterschiedliche Siebböden zum Einsatz kommen. Besonders günstige Ausbringungsverhältnis¬ se ergeben sich jedoch, wenn der Siebboden aus einem Gitterrost besteht. Die Stäbe dieses Gitterrostes können darüber hinaus unterschiedliche Querschnitte aufweisen, was eine weitere Einflußmöglichkeit auf die Ausbringungsbedin¬ gungen für die feuchte Bausteinmasse eröffnet.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Herstellen eines Hohlbausteins ausschnittsweise im Bereich des in der Füllstellung befindlichen Füllwa¬ gens in einer vereinfachten Draufsicht und Fig. 2 diese Vorrichtung in einem Schnitt nach der Linie H-Il der Fig. 1.
Weg zur Ausführung der Erfindung
Gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Vorrichtung zum Herstellen eines Hohlbausteins eine nach oben offene Form 1 auf, die aus einem Formboden 2 und einem auf den Formboden*2 aufgesetzten Formka¬ sten 3 besteht. Zur Ausbildung der Hohlkammern des zu .fertigenden Hohlbau¬ steins dienen Kernstege 4, die den Formboden 2 durchsetzten und mit Hilfe eines Stempels 5 zum Entformen des Hohlbausteins durch den Formboden 2 aus dem Formraum gezogen werden können. Oberhalb der Form 1 ist eine Führung 6 vorgesehen, die zwei seitliche Führungsschienen 7 für die Laufrollen 8 eines Füllwagens 9 umfaßt. Diese Führung 6 bildet Anschläge 10 für eine Füllstellung des Füllwagens 9 oberhalb der Form 1. Zum Antrieb des Füllwa¬ gens 9 dient ein Stelltrieb 11, beispielsweise ein Stellzylinder, mit dessen Hilfe der Füllwagen 9 in der Anschlagstellung verriegelt werden kann.
Der Füllwagen 9 bildet einen nach oben offenen Aufnahmeraum 12 für eine hydraulisch aushärtende, feuchte Bausteinmasse, aus der der Hohlbaustein gefertigt wird. Der Aufnahmeraum 12 wird durch Umfangswände 13 sowie einen Siebboden 14 begrenzt, der in einer Verschiebeführung 15 des Füllwa¬ gens 9 schwingungsfähig gelagert und an einem Schwingungsantrieb 16 ange¬ schlossen ist. Dieser Schwingungsantrieb 16 ist als Exzentertrieb ausgebildet und weist einen durch einen Elektromotor 17 angetriebenen Exzenter 18 auf, an dem eine am Siebboden 14 angreifende Pleuelstange 19 angelenkt ist. Zum Verstellen der Schwenkweite des Schwingungsantriebes 16 ist die Anlenkach- se 20 für die Pleuelstange 19 auf dem Exzenter 18 radial verstellbar gelagert. Über den Elektromotor 17 kann außerdem die Schwingungsfrequenz einge¬ stellt werden, so daß der Siebboden 14 hinsichtlich seiner Schwingungsanre¬ gung in einfacher Weise an die jeweiligen Anforderungen bezüglich der Bau¬ steinmasse angepaßt werden kann.
Der Siebboden 14 ist als Gitterrost ausgebildet und weist unterschiedlich große Sieböffnungen zwischen den einzelnen Gitterstäben auf, wie dies insbesondere der Fig. 1 entnommen werden kann. Der Querschnitt der Sieböffnungen ist dabei nach oben begrenzt, um einen freien Durchtritt der feuchten Baustein¬ masse durch den Siebboden aufgrund des Eigengewichtes zu unterbinden. Dadurch wird es möglich, den mit der feuchten Bausteinmasse gefüllten Füll¬ wagen 9 ohne eine Austragung der Bausteinmasse in die Füllstellung nach der Fig. 1 zu verfahren. Erst in der verriegelten Füllstellung wird der Schwingungs¬ antrieb 16 für den Siebboden 14 eingeschaltet, um die Bausteinmasse aus dem Aufnahmeraum 12 in die unter dem Siebboden 14 befindliche Form 1 auszubringen. Aufgrund der unterschiedlich großen Sieböffnungen wird der zufolge der Reibung zwischen den Umfangswänden 13 und der Baustein¬ masse ungleichmäßige Austrag ausgeglichen, so daß mit einer gleichmäßigen Befüllung der Form 1 mit der feuchten Bausteinmasse gerechnet werden kann, weil eben im Bereich der Umfangswände 13 der Siebboden 14 entsprechend größere Sieböffnungen aufweist. Da außerdem die Verteilung der Sieböffnun¬ gen in Abhängigkeit von dem Verlauf der Formwände und Kernstege 4 der Form 1 gewählt werden kann, kann auf die Verteilung der feuchten Baustein¬ masse in der Form 1 in einer Weise Einfluß genommen werden, die die ange¬ strebte gleichmäßige Befüllung der Form 1 sicherstellt.
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