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Patent Searching and Data


Title:
DEVICE FOR READING OUT OPERATING PARAMETERS OF A VEHICLE AND CORRESPONDING VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/076515
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device (10) for reading out operating parameters of a vehicle, characterized by the following features: the device (10) is designed to be establish a data connection with the vehicle by means of a data connection plug of a vehicle, and the device (10) is designed to detect a disconnection of the data connection.

Inventors:
BOGNER, Andreas (Astrid-Lindgren-Str. 97, Muenchen, 81829, DE)
GESSMANN, Timo (Sandrainstr. 18, 9010 St. Gallen, 9010, CH)
WORTMANN, Felix (Schlatterstr. 14, 9010 St. Gallen, 9010, CH)
CHANSON, Matthieu (Habsburgstrasse 41, 8037 Zürich, 8037, CH)
Application Number:
EP2018/072654
Publication Date:
April 25, 2019
Filing Date:
August 22, 2018
Export Citation:
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Assignee:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
International Classes:
G07C5/08
Domestic Patent References:
WO2016207378A12016-12-29
Foreign References:
DE102012220935A12014-06-12
US9582943B12017-02-28
EP2000987A22008-12-10
DE112014005855T52016-12-08
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Claims:
Ansprüche

1. Vorrichtung (10) zum Auslesen von Betriebsparametern eines Fahrzeuges (20), gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

- die Vorrichtung (10) ist dazu eingerichtet, mittels eines

Datenverbindungssteckers des Fahrzeuges (20) eine Datenverbindung mit dem Fahrzeug (20) einzugehen und

- die Vorrichtung (10) ist dazu eingerichtet, eine Trennung der Datenverbindung zu erkennen.

2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1,

gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

- die Vorrichtung (10) umfasst einen mechanischen Schalter und

- die Vorrichtung (10) ist derart eingerichtet, dass die Trennung anhand einer Stellung des Schalters erkannt wird.

3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2,

gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

- die Vorrichtung (10) umfasst Sensoren, insbesondere einen

GPS-Empfänger oder Beschleunigungssensor, und

- die Vorrichtung (10) ist derart eingerichtet, dass die Trennung erkannt wird, indem über Sensoren erfasste Messdaten der Vorrichtung (10) mit über die Datenverbindung abgerufenen Betriebsparametern des Fahrzeuges (20) verglichen werden.

4. Vorrichtung (10) nach Anspruch 3,

gekennzeichnet durch mindestens eines der folgenden Merkmale:

- die Vorrichtung (10) ist derart eingerichtet, dass die Trennung erkannt wird, wenn die Messdaten eine Bewegung der Vorrichtung (10) und die Betriebsparameter einen Stillstand des Fahrzeuges (20) nahelegen oder - die Vorrichtung (10) ist derart eingerichtet, dass die Trennung erkannt wird, wenn das Erfassen der Messdaten unvermittelt abbricht.

Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

gekennzeichnet durch folgendes Merkmal:

- die Vorrichtung (10) ist derart eingerichtet, dass die Trennung anhand einer Regelmäßigkeit über die Datenverbindung abgerufener

Diagnosedaten des Fahrzeuges (20) erkannt wird.

Vorrichtung (10) nach Anspruch 5,

gekennzeichnet durch mindestens eines der folgenden Merkmale:

- die Vorrichtung (10) ist derart eingerichtet, dass die Trennung erkannt wird, wenn die Diagnosedaten bei einem regelmäßigen Abruf nicht verfügbar sind,

- die Vorrichtung (10) ist derart eingerichtet, dass die Trennung erkannt wird, wenn ein von den Diagnosedaten umfasster Kilometer-, Tankfülloder Ölstand des Fahrzeuges (20) sich sprunghaft ändert oder

- die Vorrichtung (10) ist derart eingerichtet, dass die Trennung erkannt wird, wenn die Diagnosedaten einen unstetigen Verschleiß des

Fahrzeuges (20) nahelegen.

Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

gekennzeichnet durch folgendes Merkmal:

- die Vorrichtung (10) ist derart eingerichtet, dass die Trennung anhand einer Plausibilität über die Datenverbindung abgerufener Kenndaten des Fahrzeuges (20) erkannt wird.

Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

gekennzeichnet durch folgendes Merkmal:

- die Vorrichtung (10) ist derart eingerichtet, dass die Trennung anhand einer Vielzahl erfasster Daten durch eine Wahrscheinlichkeitsrechnung erkannt wird. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,

gekennzeichnet durch folgendes Merkmal:

- die Vorrichtung (10) ist ferner eingerichtet, vorzugsweise

unveränderliche, zeitlich fortlaufende Aufzeichnungen über die Datenverbindung und insbesondere deren Trennung zu führen.

Fahrzeug (20) mit einer Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9.

Description:
Beschreibung

Titel

Vorrichtung zum Auslesen von Betriebsparametern eines Fahrzeuges und entsprechendes Fahrzeug

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auslesen von

Betriebsparametern eines Fahrzeuges. Die vorliegende Erfindung betrifft ferner ein entsprechendes Fahrzeug.

Stand der Technik

Im Bereich der Straßenfahrzeuge hinlänglich bekannt sind Verfahren zur Kommunikation zwischen Fahrzeug und externen abgasrelevanten

Diagnosetestsystemen gemäß ISO 15031. Insbesondere ISO 15031-3:2016-04 spezifiziert hierzu einen Diagnosestecker und zugehörige Schaltungen sowie deren Benutzung. ISO 15031-4:2014-02 standardisiert entsprechende externe Prüfeinrichtungen.

DE112014005855T5 offenbart ein Verfahren zum Überwachen einer

Verwendung einer Komponente während Fahrzeugserviceaktivitäten. Das Verfahren umfasst ein Empfangen mit einem Diagnosegerät von Diagnosedaten von einem Fahrzeug, Empfangen mit dem Diagnosegerät einer

Komponentenkennung entsprechend einer Komponente in dem Fahrzeug, die in einem Servicevorgang in Erwiderung auf die Diagnosedaten von dem

Diagnosegerät ersetzt wird, Übertragen mit dem Diagnosegerät der

Diagnosedaten und der Komponentenkennung an einen Server und Übertragen mit dem Server der Komponentenkennung an ein Hörer-Computergerät, das einem Hersteller der Komponente zugeordnet ist. Offenbarung der Erfindung

Die Erfindung stellt eine Vorrichtung zum Auslesen von Betriebsparametern eines Fahrzeuges und ein Fahrzeug gemäß den unabhängigen Ansprüchen bereit.

Dem erfindungsgemäßen Ansatz liegt die Erkenntnis zugrunde, dass eine Vorrichtung dauerhaft mit einem Fahrzeug verbunden sein muss, um

Fahrzeugdaten auszulesen und damit Anwendungsfälle {use cases) wie eine nutzungsbasierte Versicherung {user-based insurance), Erfassung der

Laufleistung oder einen selbsttätigen Notruf {emergency call, eCall) umsetzen zu können. Wird die Vorrichtung zum Beispiel durch den Fahrer entfernt oder nicht korrekt ins Fahrzeug eingebaut, können die zuvor genannten Dienste nicht zuverlässig erbracht werden. Bei Abrechnung der Versicherungsprämie oder im Schadensfalls beispielsweise lässt sich in diesem Fall nicht nachweisen, ob die Vorrichtung ständig im Fahrzeug eingesteckt war oder der Fahrer das Gerät zumindest zeitweise ausgesteckt hatte. Herkömmliche Vorrichtungen jedoch können aus dem Diagnosestecker entfernt und nach Manipulation der

Fahrzeugdaten wieder in diesen eingeführt werden, ohne dass die betroffene Vorrichtung dies zuverlässig registriert.

Ein Vorzug der vorgeschlagenen Lösung liegt daher in der Schaffung einer Vorrichtung, deren Abziehen vom Diagnosestecker zuverlässig registriert werden kann. Dadurch wird eine verlässliche Aussage darüber möglich, ob die

Vorrichtung immer im Stecker war, Zugriff auf Borddiagnose- {on-board diagnosis, OBD) oder sonstige fahrzeugspezifische Daten hatte und ihre Aufgabe somit ununterbrochen erfüllen konnte. Die Vorrichtung ist somit gleichsam mit einer„elektronischen Plombe" ausgestattet.

Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des im unabhängigen

Anspruch angegebenen Grundgedankens möglich. So kann vorgesehen sein, dass die Vorrichtung unveränderliche, zeitlich fortlaufende Aufzeichnungen über die Datenverbindung und insbesondere deren Trennung führt. Auf diese Weise wird protokolliert, wann die Vorrichtung mit dem Fahrzeug verbunden wurde sowie wann und wie lange sie aus dem Diagnosestecker entfernt wurde. Dieses Protokoll kann später in einem Schadens- bzw. Abrechnungsfall ausgelesen und überprüft werden.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigt:

Figur 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung.

Figur 2 ein erfindungsgemäßes Fahrzeug.

Ausführungsformen der Erfindung

Figur 1 illustriert eine dem Standard SAE J1962 (OBD-2, OBD-II) entsprechende Vorrichtung (10). Ein in der Vorrichtung (10) beweglich angebrachter

mechanischer Schalter registriert, ob die Vorrichtung (10) sich im

Diagnosestecker befindet. Die Vorrichtung (10) ist zudem mit diversen Sensoren ausgerüstet, welche ihr Entfernen detektieren können. In Betracht kommen insbesondere ein GPS-Empfänger und ein Beschleunigungssensor. Wenn diese eine Veränderung registrieren, werden ihre Messdaten mit über die

Datenverbindung abgerufenen Betriebsparametern eines in Figur 2 dargestellten Fahrzeuges (20) verglichen. Auf diese Weise kann bestimmt werden, ob die Vorrichtung (10) aus dem Fahrzeug (20) entfernt wird.

Hierbei sind vorzugsweise zwei Fälle zu unterscheiden: Wenn das Fahrzeug (20) stillsteht, die Vorrichtung (10) jedoch eine signifikante Beschleunigung registriert, deutet dies auf eine Trennung hin. Durch maschinelles Lernen {machine learning) kann diese mögliche Trennung von einem Unfall oder anderweitigen Ereignis unterschieden werden.

Befindet sich das Fahrzeug (20) in Bewegung, so ist die Detektion einer

Entfernung der Vorrichtung (10) noch einfacher: Bei laufendem Motor ist die Energieversorgung der Vorrichtung (10) sichergestellt, weshalb Messungen mit hoher Frequenz möglich sind. Bricht nun plötzlich die Messreihe ab, während das Fahrzeug (20) in Bewegung ist, wurde die Vorrichtung (10) eindeutig entfernt. Auch hier kann ein etwaiger Unfall als Sonderfall erkannt oder ausgeschlossen werden.

Auch das Fahrzeug (20) selbst ist mit diversen Sensoren ausgerüstet, deren Daten analysiert werden, um durch etwaige Abweichungen vom Normalverhalten ein Entfernen der Vorrichtung (10) mit hoher Wahrscheinlichkeit erkennen zu können. Dabei kommen alle Sensoren in Frage, deren Messwerte die Benutzung des Fahrzeuges (20) belegen. Verändern sich die Werte dieser Sensoren in einer für die sachgemäße Nutzung untypischen Weise, so sollte eine Entfernung der Vorrichtung (10) in Betracht gezogen und abermals von Spezialfällen (Unfall, Reparatur, Leck, Tankvorgang usw.) unterschieden werden.

Einige konkrete Beispiele mögen dieses Vorgehen verdeutlichen: Kann etwa die Vorrichtung (10) bei einer täglich durchgeführten Messung nicht auf die

Diagnosedaten zugreifen, ist ihre Trennung vom Diagnosestecker

wahrscheinlich. Ändert sich der Kilometerstand des Fahrzeuges (20) sprunghaft, ist ebenfalls von einer Herausnahme und Wiedereinsetzung der Vorrichtung (10) auszugehen. Entsprechendes gilt, wenn sich der Tankfüllstand sprunghaft verändert und seit der letzten Bewegung des Fahrzeuges (20) mehr als eine kurze Zeiteinheit, die einen Tankvorgang plausibel erschienen ließe, verstrichen ist.

Auch die Notwendigkeit eines Ölwechsels des Fahrzeuges (20) hängt eng mit dessen Laufleistung oder, falls nur kurze Strecken zurückgelegt werden, dessen Standzeit zusammen. Ist dieser Zusammenhang verletzt, weil beispielsweise seit dem letzten Ölwechsel die Laufleistung nur geringfügig erhöht, aber noch nicht eine vorgegebene Zeitspanne verstrichen ist, so deutet dies ebenfalls auf eine vorübergehende Entfernung der Vorrichtung (10) und eine Manipulation des Kilometerstandes des Fahrzeuges (20) hin. Etwaige Leckagen usw. lassen sich durch Reparaturdaten, die die Vorrichtung (10) über den Diagnosestecker abfragen kann, ausschließen. Schließlich sollten diverse Verschleißteile wie Bremsscheiben oder Kupplung nach einer gewissen Kilometeranzahl ausgewechselt werden. Diese

Kilometeranzahl hängt maßgeblich vom Fahrverhalten ab. Da die

Vorrichtung (10) über alle diesbezüglichen Daten verfügt, vermag sie auch die entsprechende Kilometerzahl abzuschätzen. Stimmt der tatsächliche Verschleiß nicht mit der vom Kilometerzähler gelieferten Information überein, so deutet auch dies auf eine Herausnahme der Vorrichtung (10) und eine Manipulation der Laufleistung hin.

Die Vorrichtung (10) erkennt zudem über ein auch vom Fahrzeug (20) befolgtes sogenanntes Handshake-Protokoll, wann sie zum ersten Mal mit dem

betreffenden Fahrzeug (20) verbunden wurde, und speichert in diesem Fall schwer manipulierbare Daten wie die Fahrzeug-Identifizierungsnummer {vehicle Identification number, VIN), Kilometerstand oder Datum und Uhrzeit ab. Die solchermaßen abgespeicherten Daten werden im Betrieb regelmäßig zwischen Fahrzeug (20) und Vorrichtung (10) abgeglichen und plausibilisiert. Wird die Vorrichtung (10) zeitweise aus dem Diagnosestecker abgezogen und zu einem späteren Zeitpunkt im gleichen oder einem anderen Fahrzeug (20) wieder eingesteckt, führt dies zu einem Plausibilisierungs-Fehler, welcher die

Vorrichtung (10) zu einem nicht löschbaren Protokolleintrag veranlasst und sodann deaktiviert.

Die beschriebene Erfassung einer Vielzahl von Daten erlaubt durch deren Kombination eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, die mit hoher Genauigkeit die Entfernung der Vorrichtung (10) aus dem Diagnosestecker erkennen und registrieren lässt. Insbesondere der Umstand, dass die verschiedenen erfassten Daten mit unterschiedlicher Empfindlichkeit auf kleine (tägliches Messen,

Tankfüllung, GPS und Bewegungssensoren), mittlere (Ölstand), große

(Bremsscheiben) und sehr große (Kupplung) Zunahmen der Fahrleistung reagieren, verleiht der erfindungsgemäßen Vorrichtung (10) eine hohe

Zuverlässigkeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass all diese Informationen aufgrund eines Defektes oder äußerer Einwirkung gleichzeitig von ihren Erwartungswerten abweichen, ohne dass die Vorrichtung (10) entfernt und der Kilometerstand des Fahrzeuges (20) manipuliert wurde, ist sehr gering. Selbst eine professionelle Werkstatt kann kaum über die etwaige Manipulation hinwegtäuschen, weil die mit einem Austausch von Bremsscheiben, Kupplung oder sonstigen Verschleißteilen verbundenen Kosten beträchtlich ausfallen.