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Title:
DEVICE FOR THE SIMULTANEOUS EVAPORATION AND METERING OF AN EVAPORABLE LIQUID AND ASSOCIATED METHOD
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/136203
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device for the simultaneous evaporation and metering of an evaporable liquid and an associated method. Metering devices used hitherto for evaporable liquids which are to be introduced as an additive into large industrial plants, e.g. during crude oil distillation, are not optimal on account of the pump technology selected and the associated maintenance. In order to ensure high and continuous metering accuracy and to make it possible for the additive to be fed to a metering point in gaseous form and in a metered fashion, a device is proposed which has the following components: at least one storage container (1) for the evaporable liquid, a mass flowmeter (5) which is connected downstream of the storage container via a line and measures the mass of liquid led through, a control valve (6) which is connected downstream of the mass flowmeter via a line and can be set in accordance with the metering stipulations, a feed device (7) which makes it possible to feed a carrier gas into a line between control valve and a metering point (9). A further storage container (2) can be connected in parallel. The storage containers can be connected up or isolated separately via connecting valves (3) and (4). The device is suitable in particular for metering trimethylamine into a crude oil distillation column for the purpose of neutralizing the head vapors.

Inventors:
JODOCY, Berthold (Nikolaus-Kopernikus-Weg 33, Gladbeck, 45966, DE)
WESS, Markus (Goldbergstrasse 80, Gelsenkirchen, 45894, DE)
FISCHER, Thorsten (Ostring 20, Waltrop, 45731, DE)
Application Number:
EP2010/003222
Publication Date:
December 02, 2010
Filing Date:
May 26, 2010
Export Citation:
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Assignee:
RUHR OEL GMBH (Johannastrasse 2-8, Gelsenkirchen, 45899, DE)
JODOCY, Berthold (Nikolaus-Kopernikus-Weg 33, Gladbeck, 45966, DE)
WESS, Markus (Goldbergstrasse 80, Gelsenkirchen, 45894, DE)
FISCHER, Thorsten (Ostring 20, Waltrop, 45731, DE)
International Classes:
B01J4/02; C10G7/10
Attorney, Agent or Firm:
BERG, Dirk (BP Europa SE, Johannastrasse 2-8, Gelsenkirchen, 45899, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Vorrichtung zum gleichzeitigen Verdampfen und Dosieren einer verdampfbaren Flüssigkeit, folgende Bauteile aufweisend:

• mindestens einen Vorratsbehälter für die verdampfbare Flüssigkeit

• einen Massemesser, der mit dem Vorratsbehälter über eine Leitung nachgeschaltet verbunden ist und die durchgeführte Flüssigkeitsmasse misst

• ein Regelventil, welches mit dem Massemesser über eine Leitung nachgeschaltet verbunden ist und entsprechend den Dosierungsvorgaben gestellt werden kann

• eine Zuführungsvorrichtung, welche es ermöglicht, in eine Leitung zwischen Regelventil und einer Dosierstelle ein Trägergas zuzuführen.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass zu dem Vorratsbehälter mindestens ein weiterer Vorratsbehälter parallel angeschlossen ist.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Vorratsbehälter und Massemesser eine Füllstandsüberwachungseinheit zwischengeschaltet ist.

4. Vorrichtung nach mindestens einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die verdampfbare Flüssigkeit unter Normal- Bedingungen gasförmig ist.

5. Vorrichtung nach mindestens einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Vorratsbehälter abführende Leitung mit einem Zuschaltventil versehen ist.

6. Vorrichtung nach mindestens einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Dosierstelle im Kopfbereich einer Rohöldestillationskolonne befindet.

7. Vorrichtung nach mindestens einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung mindestens ein eingebautes Sicherheitsventil gegen Überdruck aufweist.

8. Vorrichtung nach mindestens einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ganz oder teilweise mit einem gasförmigen Medium, insbesondere mit Wasserdampf gespült werden kann.

9. Vorrichtung nach mindestens einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung zwischen Regelventil und Dosierstelle, insbesondere zwischen Zuführungsvorrichtung und Dosierstelle, zumindest teilweise mit einer Heizvorrichtung versehen ist.

10. Verfahren zum Verdampfen und Dosieren einer verdampfbaren Flüssigkeit, indem diese aus einem Vorratsbehälter über eine Leitung und durch einen Massemesser zu einem Regelventil gelangt, wo sie auf einen niedrigeren Druck entspannt wird und zusätzlich in die Leitung zwischen dem Regelventil und der Dosierstelle ein Trägergas zugeführt wird.

1 1 . Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass über eine zwischen Vorratsbehälter und Massemesser befindliche Füllstandsüberwachungseinheit der Füllstand des Vorratsbehälters überwacht wird.

12. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein weiterer Vorratsbehälter, vorzugsweise mit je einer weiteren Füllstandsüberwachungseinheit, zu dem ersten Vorratsbehälter parallel geschaltet wird.

13. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorratsbehälter über jeweils ein Zuschaltventil zu- oder abgeschaltet werden.

14. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein gefüllter Vorratsbehälter zugeschaltet wird, wenn über die Füllstandsüberwachungseinheit eines aktuell zugeschalteten Vorratsbehälters erkannt wird, dass dieser leergefahren ist.

15. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Massemesser und Regelventil mit einem zentralen Leitsystem verbunden wird, wobei mittels des Massemessers die aktuelle Dosierrate erfasst und das Regelventil entsprechend der Sollwertabweichung nachgestellt wird.

16. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwecks vollständiger Verdampfung der verdampfbaren Flüssigkeit die Leitung zwischen Regelventil und Dosierstelle zumindest teilweise beheizt wird.

17. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck in der Leitung zwischen Regelventil und Dosierstelle 0,1 bis 30 barÜ, insbesondere 1 bis 10 barÜ, vorzugsweise

1 ,5 bis 2 barÜ beträgt.

18. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als verdampfbare Flüssigkeit Trimethylamin eingesetzt wird.

19. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Trägergas Stickstoff eingesetzt wird.

20. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Spülmedium Wasserdampf eingesetzt wird.

21. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die verdampfte Flüssigkeit in den Kopfbereich einer Rohöldestillationskolonne eingespeist wird.

22. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelung der Dosierung über den pH-Wert des Waschwassers der Rohöldestillation erfolgt.

23. Verfahren nach mindestens einem der vorstehenden Verfahrensansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorratsbehälter mit Trägergas mit erhöhtem Druck überlagert ist, wobei dieser höher ist als der Druck in der Leitung zwischen Regelventil und Dosierstelle.

4. Verwendung einer Vorrichtung gemäß Ansprüchen 1 bis 9 in einem Verfahren gemäß den Ansprüchen 10 bis 23.

Description:
Vorrichtung zum gleichzeitigen Verdampfen und Dosieren einer verdampfbaren Flüssigkeit und zugehöriges Verfahren

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum gleichzeitigen Verdampfen und Dosieren einer verdampfbaren Flüssigkeit und ein zugehöriges Verfahren. Im Speziellen wird die Flüssigkeit dosiert verdampft und die so erzeugte Gasphase gezielt in einen Gasraum eingebracht, der weitere Gase bzw. Dämpfe enthält.

Die Erfindung betrifft insbesondere die Dosierung kleiner Mengen einer verdampfbaren Flüssigkeit in einen erheblich größeren, teilweise kondensierten Strom dampfförmiger Kohlenwasserstoffe, der auch Wasserdampfanteile enthalten kann, im Speziellen die Kopfdämpfe einer Rohöldestillationskolonne, um die darin enthaltenen Säuren oder mit Wasser Säuren produzierenden Stoffe chemisch zu binden bzw. zu neutralisieren.

Dies kann durch Zudosieren von bestimmten Additiven, nämlich Aminen, erreicht werden. Besonders geeignet als ein derartiges Additiv ist Trimethylamin (TMA). Nachteilig ist jedoch, dass TMA hochentzündlich ist und Amine bei ihrer Freisetzung im Allgemeinen gravierende Geruchsprobleme auslösen.

Stand der Technik zum Dosieren einer wie vorstehend genannten verdampfbaren Flüssigkeit ist ein speziell entwickeltes Dosierequipment. Hierbei erfolgt die Dosierung über Membranpumpen. Hubgröße und Kammervolumen ermöglichen eine Messung des geförderten Volumens. Dieser Aufbau hat jedoch folgende erhebliche Nachteile. Der Druck an der Dosierstelle am Kopf der Rohölkolonne definiert das Druckniveau in der Dosierleitung, etwa 3 bar (abs.). Für 2,5 bar (abs.) liegt die Verdampfungstemperatur des bevorzugt eingesetzten Trimethylamins bei 30 °C. Bei 3 bar (abs.) übersteigt sie 35 0 C. Sofern der Verdampfungsraum diese Temperatur nicht sicher annimmt, ist keine Verdampfung gewährleistet. Die in Mitteleuropa gewöhnlichen Außentemperaturen liegen zumeist unter denen für eine Verdampfung erforderlichen, so dass Hilfsmittel notwendig sind, z. B. die Zufuhr von Verdampfungswärme.

Rohölkolonnen ragen etwa 40 Meter hoch. Sie stehen auf Grund ihrer Größe im Freien und sind der Witterung, insbesondere Temperaturschwankungen, ausgesetzt. Dies verschärft das geschilderte Dosierproblem bei niedrigen Außentemperaturen.

Das beschriebene Dosierequipment gemäß Stand der Technik besitzt keine Einrichtung, die kontinuierlich eine konstante Dosierrate am Ort der Eindüsung in den Hauptstrom der Kopfdämpfe der Kolonne gewährleistet. Ein weiterer Nachteil dieses Dosierequipments ist die gewählte Pumpentechnologie. Die Laufzeit einer Membranpumpe ist begrenzt durch die Anzahl der Lastspiele, die die Membran erträgt. Es kommt daher selbst bei optimaler Wartung regelmäßig zur unerwünschten Öffnung eines Systems, das im vorliegenden Fall eine hochentzündliche und äußerst geruchsintensive Substanz enthält.

Aufgabe ist es daher, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, das eine hohe und kontinuierliche Dosiergenauigkeit gewährleistet und es ermöglicht, das Additiv gasförmig und dosiert einer Dosierstelle zuzuführen.

Gelöst wurde diese Aufgabe durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 .

Die Anforderungen an eine solche Vorrichtung, die die vorgenannte Aufgabe löst, sind hoch. Für eine optimale Wirkung ist es erforderlich, dass das Additiv kontinuierlich gasförmig eingebracht wird. Bei dem Anwendungsfall einer Rohöldestillationskolonne führen bei Unterdosierung die im Kohlenwasserstoffstrom enthaltenen Säuren oder säurebildenden Substanzen, insbesondere Chloride, zu erheblichen Korrosionsproblemen. Eine Überdosierung muss ebenfalls vermieden werden, da ansonsten Verbindungen entstehen, die in ggf. nachgeschalteten Olefinanlagen schwere Schäden verursachen können. Das gesamte Dosiersystem muss u. a. wegen der Geruchsproblematik eine erhöhte Dichtigkeit besitzen.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist zur Erfüllung der erfindungsgemäßen Aufgabe mehrere durch Leitungen (Rohre) verbundene Bauteile auf, nämlich mindestens einen Vorratsbehälter, einen Massemesser, ein Regelventil und eine Zuführungsvorrichtung.

Der Vorratsbehälter enthält die verdampfbare Flüssigkeit bzw. das Additiv. Üblicherweise wird das Additiv in dem Behälter von extern angeliefert. Der Behälter kann vorzugsweise von der erfindungsgemäßen Vorrichtung getrennt und wieder verbunden werden. Dies gilt auch für im Wesentlichen baugleiche Austauschbehälter. Der Behälter ist von seiner Dimensionierung, Bauart und Material so beschaffen, dass er den technischen Anforderungen, die die erfindungsgemäße Vorrichtung stellt, genügt. Es liegt im Bereich des Könnens eines einschlägigen Fachmanns, einen geeigneten Behälter auszuwählen bzw. anzufertigen.

Der Massemesser, der dem Vorratsbehälter per Rohrleitung nachgeschaltet ist, misst wie viel verdampfbare Flüssigkeit dem Vorratsbehälter je Zeiteinheit entnommen wird. Derartige Massemesser sind kommerziell erhältlich.

Das Regelventil, das dem Massemesser per Rohrleitung nachgeschaltet ist, wird entsprechend den Dosiervorgaben gestellt und dosiert somit die durchgesetzte Flüssigkeitsmenge.

Die Zuführungsvorrichtung, die dem Regelventil per Rohrleitung nachgeschaltet ist, ermöglicht es, Trägergas in die Leitung zwischen Regelventil und Dosierstelle einzubringen. Das zugeführte Trägergas fördert die Verdampfung des Additivs. Es ist daher von Vorteil, die Zuführungsvorrichtung möglichst dicht am Regelventil zu platzieren. In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist zu dem Vorratsbehälter mindestens ein weiterer Vorratsbehälter parallel angeschlossen. Dies ist vorteilhaft, um eine ununterbrochene Dosierung zu gewährleisten. Dies kann dadurch erfolgen, dass von einem leer gefahrenen Behälter auf einen gefüllten parallel installierten umgeschaltet wird. Damit vom geleerten auf den gefüllten Behälter umgeschaltet werden kann, enthält vorzugsweise jeder Behälter eine Füllstandsüberwachungseinheit, die in der Leitung zwischen Vorratsbehälter und Massemesser eingebaut ist. Die Umschaltung kann auch automatisch erfolgen, wenn die Füllstandsüberwachungseinheit mit einer entsprechenden Steuerung verbunden ist.

Die verdampfbare Flüssigkeit ist vorzugsweise bei Normalbedingungen gasförmig. Aus verschiedenen Gründen, u. a. wegen der Anlieferung bzw. des Transports des Additivs in den beschriebenen Behältern und auch wegen der bei der Massemessung gewählten Technik, die einen flüssigen Zustand voraussetzt, werden die Vorratsbehälter mit einem Inertgas soweit unter einen den atmosphärischen Druck übersteigenden Druck gesetzt, dass bei den zu erwartenden Temperaturen das Additiv stets überwiegend im flüssigen Aggregatzustand in dem Behälter vorliegt. Dem Fachmann sind geeignete Inertgase bekannt. Die Eignung eines Inertgases hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab. In Kombination mit Trimethylamin als Additiv zur Neutralisation von Rohöldestillationskopfdämpfen ist Stickstoff ein bevorzugtes Inertgas.

In dem besonderen Anwendungsfall der Neutralisation der Kopfdämpfe einer Rohöldestillationskolonne mit einem geeigneten Additiv wie TMA ist es von Vorteil, wenn sich die Dosierstelle im Kopfbereich der Kolonne befindet. Dabei ist sowohl möglich, dass die Dosierstelle sich direkt am Kolonnenkopf befindet oder im Anfangsbereich der abführenden Kopfdämpfeleitung.

In der Leitung vom Vorratsbehälter zum Massemesser ist vorzugsweise ein Zuschaltventil installiert. Dieses dient zum Trennen eines geleerten und/oder dem

- A - Zuschalten eines mit verdampfbarer Flüssigkeit gefüllten Behälters von bzw. zu der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Zur Sicherstellung der Verdampfung der Flüssigkeit und zur Vermeidung von Kondensation weist die Leitung zwischen Regelventil und Dosierstelle vorzugsweise zumindestens teilweise eine Heizvorrichtung auf. Wegen der bereits beschriebenen witterungsbedingten Gegebenheiten, beispielsweise bei einer Rohöldestillationskolonne, ist es vorteilhaft, wenn insbesondere zwischen Zuführungsvorrichtung und Dosierstelle eine Heizvorrichtung angebracht ist. Geeignete Heizvorrichtungen sind dem Fachmann bekannt. Dies können beispielsweise mit elektrischem Strom betriebene Heizvorrichtungen sein. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, die Leitung mit Dampf oder einem anderen Wärmeträger zu beheizen.

Für den möglichen Fall eines äußeren Feuers ist die Vorrichtung gegen Behälterzerknall zu schützen. Dies geschieht vorzugsweise durch den Einbau mindestens eines Sicherheitsventils in die erfindungsgemäße Vorrichtung, welches beim Überschreiten eines definierten Drucks im Behälter dessen Inhalt per Rohrleitung an einen gefahrlosen Ort abführt, vorzugsweise in ein Fackelsystem.

Um an der erfindungsgemäßen Vorrichtung Reparaturen vornehmen zu können, ist es vorteilhaft, eine Reinigungsmöglichkeit vorzusehen. Speziell im Fall des bevorzugt eingesetzten Trimethylamin liegt ein Stoff vor, der einerseits hochentzündlich und andererseits außerordentlich geruchsintensiv ist. Die Leitungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind daher vorzugsweise so verbunden und ggf. mit Ventilen versehen, dass sie ganz oder teilweise mit einem gasförmigen Medium gespült werden können. Dieses gasförmige Medium kann beispielsweise ein Inertgas wie Stickstoff sein. Im Falle der Verwendung von beispielsweise Trimethylamin als Additiv wird jedoch bevorzugt Wasserdampf verwendet. Dies hat den Vorteil, dass der Wasserdampf das Additiv aufnimmt und damit sowohl die Entzündungsgefahr als auch eine mögliche Geruchsbelästigung praktisch vollständig ausschließt. Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum gleichzeitigen Verdampfen und Dosieren einer verdampfbaren Flüssigkeit. Bei diesem Verfahren gelangt die verdampfbare Flüssigkeit aus einem Vorratsbehälter über eine Leitung und durch ein Massemesser zu einem Regelventil, wo sie auf einem niedrigeren Druck entspannt wird und zusätzlich in die Leitung zwischen Regelventil und der Dosierstelle ein Trägergas zugeführt wird. Vorzugsweise wird der Füllstand des Vorratsbehälters durch eine Füllstandsüberwachungseinheit überwacht, die sich zwischen Vorratsbehälter und Massemesser befindet.

Als günstig erwiesen hat sich, wenn mindestens ein weiterer Vorratsbehälter, vorzugsweise mit je einer weiteren Füllstandsüberwachungseinheit, zu dem ersten Vorratsbehälter parallel geschaltet wird.

Günstig ist es, wenn die Vorratsbehälter über jeweils ein Zuschaltventil zu- oder abgeschaltet werden können. Eine besondere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, dass ein gefüllter Vorratsbehälter dann zugeschaltet wird, wenn über die Füllstandsüberwachungseinheit eines aktuell zugeschalteten Vorratsbehälters erkannt wird, dass dieser leer gefahren ist. Dies kann weitestgehend automatisiert werden. Beispielsweise ist denkbar, dass für den Fall eines entleerten Behälters die Überwachungseinheit über eine Steuerung Schaltungen von Zuschaltventilen auslöst, die den leeren Behälter vom Massemesser trennen und einen zweiten gefüllten Behälter mit dem Massemesser und der nachgeschalteten restlichen erfindungsgemäßen Vorrichtung verbinden.

Vorteilhaft ist es, wenn Massemesser und Regelventil mit einem zentralen Leitsystem verbunden sind. Diese erfasst mittels des Massemessers die aktuelle Dosierrate und das Regelventil wird entsprechend der Sollwertabweichung nachgestellt. Das Leitsystem vergleicht also die vom Massemesser festgestellte aktuelle Dosierrate mit dem Sollwert und verändert ggf. die Stellung des Regelventils. Das Regelventil entspannt die Flüssigkeit auf Verdampfungsdruck. Um die Verdampfung sicher zu stellen, kann die Leitung zwischen Regelventil und Dosierstelle zumindest teilweise beheizt sein. Die Heizung liefert die erforderliche Verdampfungswärme. Sie kann aber auch dazu dienen, eine Kondensation des verdampften Additivs in der Leitung zur Dosierstelle zu verhindern. Eine solche Beheizung der Leitung zur Dosierstelle ist vorteilhaft, wenn sich die Rohölkolonne samt erfindungsgemäßer Vorrichtung in gemäßigten Breiten befindet und der Witterung ausgesetzt ist. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass das Additiv in der Leitung bis zum Kopf der Rohöldestillationskolonne von bis zu 40 Metern Höhe in Folge von witterungsbedingter Kälte wieder kondensiert.

Wird das erfindungsgemäße Verfahren bei einer Rohöldestillation verwendet, so dient das auf diese Weise zugeführte Additiv in aller Regel der Neutralisation der Kopfdämpfe der Kolonne. Für diese Zwecke wird bevorzugt Trimethylamin als verdampfbare Flüssigkeit eingesetzt. Durch die Neutralisation saurer Komponenten werden die von der Kolonne abgehenden Rohrleitungen und nachfolgende Bauteile vor Korrosion geschützt.

Bevorzugt wird als Additiv in dem erfindungsgemäßen Verfahren Trimethylamin eingesetzt.

Um die Verdampfung des Additivs zu begünstigen bzw. eine nachfolgende Kondensation auszuschließen, wird vorzugsweise nicht nur auf die bereits beschriebene Heizeinrichtung gesetzt. Vielmehr sieht das erfindungsgemäße Verfahren vor, dass ein Trägergas eingesetzt wird. Aus bereits genannten Gründen ist für viele Anwendungsfälle Stickstoff ein besonders geeignetes Trägergas.

Vorzugsweise wird die verdampfte Flüssigkeit in den Kopfbereich einer Rohöldestillationskolonne eingespeist oder eingedüst. Das Additiv, insbesondere Trimethylamin, dient der Neutralisation der dort auftretenden sauren Bestandteile. Vorzugsweise erfolgt die Regelung der Dosierung über den pH-Wert des Waschwassers der Rohöldestillation. Die Erfolgskontrolle der Neutralisation und damit auch der Sollwert für die Dosierrate wird also durch die pH-Wert-Messung des im Rϋckflussbehälter der Kolonne anfallenden Top-Abwassers geliefert.

Für eine genaue Dosierung des Additivs, vorzugsweise Trimetylamin, ist es wichtig, dass es im Massemesser flüssig vorliegt. Dies ist vorteilhaft, weil dadurch die Messwertkorrekturen entfallen, die vorgenommen werden müssten, wenn das Additiv gasförmig vorläge und entsprechende Volumina bzw. Ströme gemessen werden müssten. Um den flüssigen Aggregatzustand zu gewährleisten, werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Vorratsbehälter mit Trägergas, vorzugsweise Stickstoff, unter einen Druck gesetzt, der bei den zu erwartenden Umgebungstemperaturen ausreichend ist, um einen vollständigen Übergang von der flüssigen in die Gasphase zu verhindern. Vorzugsweise ist der Vorratsbehälter also mit Trägergas mit erhöhtem Druck überlagert. Aus nahe liegenden Gründen ist es vorteilhaft, wenn dieser Druck höher ist als der in der Leitung zwischen Regelventil und Dosierstelle. Die Strömungsrichtung ist damit vorgegeben. Vorzugsweise beträgt der Druck in der Leitung zwischen Regelventil und Dosierstelle 0,1 bis 30 barÜ, insbesondere 1 bis 10 barÜ und bevorzugt 1 ,5 bis 2 barÜ.

Da ein Additiv wie Trimethylamin in reiner Form leicht entzündlich und in unangenehmer Weise sehr geruchsintensiv ist, sieht das erfindungsgemäße Verfahren in einer besonderen Ausführungsform die Möglichkeit vor, sämtliche Bauteile der Vorrichtung spülen zu können. Als besonders geeignetes Spülmedium wird Wasserdampf eingesetzt. Wasser kann beispielsweise TMA in größeren Mengen aufnehmen und hebt gleichzeitig die genannten negativen Eigenschaften des Additivs auf.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird bevorzugt zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet. Figur 1 zeigt in schematischer Darstellung eine Ausfϋhrungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Zwei parallel geschaltete Vorratsbehälter (1 ) und (2) für die verdampfbare Flüssigkeit können über jeweils zugeordnete Zuschaltventile (3) bzw. (4) dem restlichen Teil der erfindungsgemäßen Vorrichtung jeweils über entsprechende Leitungen zugeschaltet werden. Die verdampfbare Flüssigkeit wird vom Vorratsbehälter kommend durch einen Massemesser (5) geführt, der die Flüssigkeitsmasse pro Zeiteinheit misst, und wird durch das nachgeschaltete Regelventil (6) entsprechend den Vorgaben dosiert. Durch die gleichzeitige Entspannung auf einen niedrigeren Druck wird die Flüssigkeit zumindest teilweise verdampft. Vom Zuschaltventil (6) führt eine Leitung zur Dosierstelle (9). Eine Zuführungsvorrichtung (7) ermöglicht es, Trägergas in diese Leitung einzubringen. Dieses Trägergas wird einem Reservoir (8) entnommen und fördert die Verdampfung des Additivs.

Bezugszeichenliste

1 Vorratsbehälter 1

2 Vorratsbehälter 2

3 Zuschaltventil für Vorratsbehälter 1

4 Zuschaltventil für Vorratsbehälter 2

5 Massemesser

6 Regelventil

7 Zuführungsvorrichtung Trägergas

8 Reservoir Trägergas

9 Dosierstelle