Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
DEVICE FOR STABILIZING BODY SEGMENTS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/034307
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a device for stabilizing body segments. In order to provide a novel device for stabilizing body segments, particularly for use in the area of sports and rehabilitation medicine, that can be sold as a prefabricated, ready-made item, or as a semi-finished tailor-made item, the invention proposes that a stabilizing plastic layer having an anatomically congruent shape is applied to a textile substrate layer having the shape of the body segment to be stabilized. In said manner, a device for stabilizing body segments can be provided, having a high degree of comfort when worn and a low weight, because the textile substrate layer faces the skin of the user. Using said device, movements of various joints can be fully or partially limited, stabilized, or supported, which can also be used to increase natural biodynamics. It is thus possible, using the applied anatomically congruent plastic layer, to eliminate the natural anatomical concave excessive body stress, such as in the area of lumbar lordosis, and to apply individually adjustable pressure to particular body regions.

Inventors:
GRÖHNINGER, Frank, Friedrich (Heinrich-Hertz-Str. 5, Oberbexbach, 66450, DE)
Application Number:
DE2009/075051
Publication Date:
April 01, 2010
Filing Date:
September 23, 2009
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
GRÖHNINGER, Frank, Friedrich (Heinrich-Hertz-Str. 5, Oberbexbach, 66450, DE)
Attorney, Agent or Firm:
VIÈL, Christof et al. (Vièl & Wieske, Feldmannstrasse 110, Saarbrücken, 66119, DE)
Download PDF:
Claims:
PATENTANSPRÜCHE

1. Vorrichtung zum Stabilisieren von Körpersegmenten, dadurch gekennzeichnet, daß auf eine textile Trägerschicht (1), welche die Form des zu stabilisierenden Körpersegmentes aufweist, eine diese in ihrer Form stabilisierende Kunststoffschicht (2) aufgetragen ist.

2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Körpersegmente die oberen oder unteren Gliedmaßen oder der Rumpf sind.

3. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die textile Trägerschicht (1) ein textiles Gewirk oder ein Gewebe ist.

4. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung mehrlagig aufgebaut ist.

5. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung ein oder mehrere an das jeweilige Körpersegment angrenzende weitere Körpersegmente und das bzw. die dazwischen liegenden Gelenke mit abdeckt.

6. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel (5) zur Beschränkung des B ewegungs winkeis des bzw. der Gelenke vorgesehen ist.

7. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Stabilisierungsband zum Erhöhen der Haftung vorgesehen ist.

8. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Einlegestück, insbesondere aus Metall oder aus Kunststoff, von der Kunststoffschicht umgeben ist.

9. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der dem Körper des Benutzer zugewandten Innenseite eine über ein Ventil mit Luft befüllbare Druckkammer (3) vorgesehen ist.

Description:
BESCHREIBUNG

Vorrichtung zur Stabilisierung von Körpersegmenten

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Stabilisieren von Körpersegmenten.

Aus der US 6,779,282 B2 ist ein Sportstrumpf mit einer sich von den Zehen bis zur Ferse erstreckenden Einlage bekannt, die eine steigbügelartige Vorrichtung in Form zweier miteinander verbundener Streifen aus geeignetem Material umfaßt, welche miteinander verbunden sind, um den Knöchel zu stabilisieren und die ein senkrecht zu den Streifen angeordnetes horizontal umlaufendes Band aufweist, das zu einer Bewegungsbeschränkung des Talocalcaneonavikulargelenks und Stabilisieren des Knöchels dient. Hierbei ist vorgesehen, daß die Einlage mit dem Sportstrumpf unter anderem durch Sprühbinden mit Kunststoff verbunden ist. Es kann auch eine Kunststoffschicht auf den beiden Streifen vorgesehen sein. Bei Verwendung dieser Vorrichtung kann das „Tapen", d.h. das Stabilisieren mit Tape-Band entfallen.

Es sind weiterhin Gipsverbände zum Festlegen von Körpersegmenten bekannt, welche weitgehend im Bereich der Medizin, insbesondere bei Knochenbrüchen, zur Anwendung kommen. Diese müssen jedoch individuell angelegt werden, was aufwendig ist.

Es sind schließlich auch Kunststoffschalverbände bekannt, welche ebenfalls im Bereich der Medizin verwendet werden und in Anbetracht ihres geringeren Gewichtes den Gipsverbänden zunehmend bevorzugt werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, insbesondere für die Anwendung im Bereich des Sports und der Rehabilitationsmedizin eine neuartige Vorrichtung zum Stabilisieren von Körpersegmenten zu schaffen, die als vorgefertigte Konfektionsware oder auch als halbfertige Maßkonfektion vertrieben werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß auf eine textile Trägerschicht, welche die Form des zu stabilisierenden Körpersegmentes aufweist, eine diese in ihrer Form stabilisierende Kunststoffschicht aufgetragen ist. Es wird im Rahmen der Erfindung ein funktionelles anatomisch kongruent an den jeweiligen Körpersegmenten anliegendes orthopädisches Hilfsmittel geschaffen. Während bei derzeit am Markt erhältlichen Bandagen eine natürliche konkave Körperüberspannung (beispielsweise im Bereich der Lendenlordose) hervorgerufen wird, so daß dort zur Druckausübung eine Pelotte eingesetzt werden muß, folgt die erfindungsgemäße Vorrichtung in allen Bereichen, auch bei konkaven Körperüberspannungen der Körperkontur, wodurch eine bessere Paßform erreicht wird, und ein unerwünschter Druck auf Körperbereiche durch Pelotten oder dergleichen vermieden wird. Vielmehr kann individuell eingestellt werden, wo Druck auf den Körper ausgeübt werden soll und wo nicht. Auf diese Weise wird eine Vorrichtung zum Stabilisieren von Körpersegmenten geschaffen, die als Orthesen-Bandage oder als Bandagen- Orthese bezeichnet werden kann und bei geringem Gewicht einen hohen Tragekomfort aufweist, da die textile Trägerschicht der Haut des Benutzers zugewandt ist. Mit dieser Vorrichtung können Bewegungen der verschiedenen Gelenke ganz oder teilweise eingeschränkt, stabilisiert oder unterstützt werden, was auch zur Erhöhung der natürlichen Biodynamik genutzt werden kann.

Die stabilisierende Kunststoffschicht kann netzartig oder flächig, flexibel oder starr, elastisch, hart oder weich, zwei- oder dreidimensional sein, wobei es auch möglich ist, mehrere dieser Eigenschaften in einer Vorrichtung miteinander zu kombinieren, beispielsweise durch die gezielte Verwendung unterschiedlicher Kunststoffschichten für verschiedene Bereiche der Vorrichtung, beispielsweise ein bestimmtes Gelenk unterstützend und ein anderes nur teilunterstützend. Ebenso kann die Kunststoffschicht ein- oder mehrlagig ausgebildet sein. Die Kunststoffschicht ist aufgrund ihrer Verbindung mit der textilen Trägerschicht unverrückbar positioniert. Sie kann sowohl außen als auch innen am textilen Trägergewebe aufgespritzt sein und mit einer Rutschhilfe abgedeckt werden. Es ist selbstverständlich möglich, zusätzlich weiche Kunststoffapplikationen, beispielsweise aus Silikon, als Pelotte (Druckpolster) auf der Vorrichtung anzuordnen, um gezielt Druck auf bestimmte Körperregionen auszuüben.

Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß die Körpersegmente die oberen oder unteren Gliedmaßen oder der Rumpf sind. Es liegt im Rahmen der Erfindung, daß die textile Trägerschicht ein textiles Gewirk oder ein Gewebe ist.

Grundsätzlich kommen beide Alternativen in Frage. Die textile Trägerschicht kann auch elastisch ausgebildet sein, beispielsweise als elastisches Textilgewirk oder -gewebe oder als Textilgummigewirk oder Kombination derselben. Grundsätzlich kommen auch textilähnliche Strukturen, wie beispielsweise Neopren in Frage.

Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß die Vorrichtung mehrlagig aufgebaut ist.

Die Vorrichtung kann starr, elastisch oder flexibel ausgebildet sein.

Es ist möglich, die Vorrichtung nicht nur einlagig, sondern auch mehrlagig auszubilden.

Eine Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß die Vorrichtung ein oder mehrere an das jeweilige Körpersegment angrenzende weitere Körpersegmente und das bzw. die dazwischen liegenden Gelenke mit abdeckt.

Es versteht sich, daß nicht nur das angrenzende Gelenk mit von der Vorrichtung abgedeckt wird, sondern mindestens teilweise auch das an dieses Gelenk angrenzende weitere Körpersegment. Bei einer Vorrichtung, die zur Stabilisierung des Oberkörpers und eines Arms vorgesehen ist, wäre somit der Oberkörper zumindest teilweise, das Schultergelenk und ein Teil des Oberarmknochens abgedeckt.

In diesem Zusammenhang ist es möglich, daß Mittel zur Beschränkung des Bewegungswinkels des bzw. der Gelenke vorgesehen ist.

Ebenfalls im Rahmen der Erfindung liegt es, daß mindestens ein Stabilisierungsband zum Erhöhen der Haftung vorgesehen ist.

Ein solches Stabilisierungsband kann sowohl statisch fest als auch elastisch fixierend oder diese beiden Eigenschaften kombinierend ausgebildet sein. Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß ein Einlegestück, insbesondere aus Metall oder aus Kunststoff, von der Kunststoffschicht umgeben ist.

Ein solches Einlegestück kann beispielsweise aus einem biegbaren Metallelement bestehen, das es ermöglicht, die dann noch formbare Vorrichtung nach dem eigentlichen Herstellungsvorgang individuell formgebend einem Körperteil anzupassen, oder einem Metallelement mit einer einem Körperteil angepaßten Formgebung

Ebenfalls ist es erfindungsgemäß vorgesehen, daß an der dem Körper des Benutzer zugewandten Innenseite eine über ein Ventil mit Luft befüllbare Druckkammer vorgesehen ist.

Durch das Aufpumpen einer solchen Druckkammer kann das Anliegen der Vorrichtung am Körper noch verbessert werden, durch Luftablassen können Schwellungen kompensiert werden oder aber es kann Druck auf die stabilisierten Körpersegmente ausgeübt werden.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand von Zeichnungen beschrieben.

Es zeigt

Fig. 1 eine schematische Darstellung des Aufbaus der Vorrichtung,

Fig. 2 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur

Stabilisierung von Ober- und Unterschenkel und das damit verbundene Kniegelenk in M-L, A-P und Rotationsbewegung.

Wie aus Fig. 1 ersichtlich, weist die erfindungsgemäße Vorrichtung eine der Form des bzw. der betroffenen Körpersegmente angepaßte textile Trägerschicht 1 auf, bei der es sich um ein textiles Gewirk oder ein textiles Gewebe handeln kann. Auf diese textile Trägerschicht 1 ist eine die textile Trägerschicht 1 in ihrer Form stabilisierende Kunststoffschicht 2 aufgetragen ist. Hierbei kann es vorgesehen sein, daß in bestimmten hoch beanspruchten Bereichen oder über die gesamte Vorrichtung hinweg dieser Schichtaufbau sandwichartig wiederholt wird, bis die gewünschte mechanische Belastbarkeit erreicht ist.

Weiterhin kann die Vorrichtung eine mit Luft befüllbare Druckkammer 3 aufweisen, die es ermöglicht, den Sitz der Vorrichtung am betreffenden Körpersegment zu verbessern oder aber während des Tragens durch Druckablassen den Sitz der Vorrichtung an dem Körpersegment etwas zu lockern. Diese Druckkammer 3 weist ein Ventil 4 auf, über das die Druckkammer 3 befüllt bzw. entleert werden kann.

Die dargestellte Vorrichtung weist ebenfalls Mittel 5 zur Beschränkung des Bewegungswinkels des Kniegelenks auf, die als mit beiden Teilen der Vorrichtung verbundenes Gelenk 5 zwischen dem den Oberschenkel umfassenden und dem den Unterschenkel umfassenden Teil der Vorrichtung ausgebildet sind, welches einen einstellbaren maximalen Beugewinkel aufweist. Die Fixierbänder 6 können in horizontaler Richtung bzw. in jeder anderen Lagenform angebracht sein.